kuchenære
stM.
‘jmd., der den Wochendienst in der Küche leistet’
dar nah so ezze er mit den kvchenerin vnd mit den dienerin
[
cum coquinae ebdomadariis et
servitoribus
]
BrHoh
38
MWB 3,2 661,46; Bearbeiter: Tao
kuchenbanc
stF.
‘Küchenbank’
slafen vf einer kuͦchen pank / des in groze not betwank
Wh
282,26a(App.)
MWB 3,2 661,50; Bearbeiter: Bohnert
kuchenbüebelîn
stN.
‘Küchenjunge’
ain armes kuchenbueblin HvNördlBrf
35,9
MWB 3,2 661,53; Bearbeiter: Bohnert
kuchen-, kuchi|dienest
stM.
‘(Verpflichtung zur) Arbeit in der Küche’
die brvͦdra svn ein andren dienon. vnde sol incheine
dis chvchi dienstis werdin irlazin [
nullus excusetur a coquinae
officio
]
BrEng
35.
35
MWB 3,2 661,55; Bearbeiter: Bohnert
küchen-, kuchi|dierne
swF.
‘Küchenmagd’
als ob ein edle kúng sin kuchidirnen sasti
úber sin frowen Seuse
376,12.
448,24;
bildl.:
[Menschen, die an irdischen Bildern für Gott
festhalten,] di sint alle kúchin dirnen, und den ist dis joch
bitter Tauler
26,22
MWB 3,2 661,60; Bearbeiter: Bohnert
kuchengarzûn
stM.
‘Küchenjunge, -knecht’
alsam ein kuchengarzûn [
quasi garcio in coquina
exsistens
]
LvRegFr
925
MWB 3,2 662,1; Bearbeiter: Bohnert
kuchengerihte
stN.
‘Zukost (die zum Hauptgericht hinzugegeben wird)’
swaz von koste möht gesîn, / ez wære brôt oder wîn, /
wiltpræt, fleisch oder visch, / kuchengerihte [Hss.
kúchen gerát, chuchel gerecht
] oder
tisch Ottok
69389
(s. Glossar z.St.)
MWB 3,2 662,4; Bearbeiter: Bohnert
küchenknabe
swM.
‘Küchenjunge, -knecht’
e ich gescheh ze vüern / iv vnder iwer chvchen knaben [bevor es
dazu kommt, dass ihr mich ... führt (zur Konstr. vgl.
2
5Mhd. Gr. § S 34 Anm. 1 und
OrtnAW
335,4 mit Anm.)]
Krone
9868
MWB 3,2 662,9; Bearbeiter: Bohnert
kuchenknëht
stM.
‘Küchenjunge, -knecht’
ir köche und ir kuchen knehte Renner
639;
diu bœsten hemde / diu ie küchenkneht getruoc
Iw
4923;
bœser ~
Herb
1580;
Ottok
66878;
HvNstAp
8640;
(bildl.:)
des [Leibes] küchen kneht ist mîn her Slunt
Renner
9645;
Cruselere deme kuchenknechte eine marc UrkCorp (WMU)
566,12;
hey waz er kuchenknehte von dem fiwer schiet!
NibB
959,2;
Rennew
3553;
Wildon
3,349;
Pass III
143,96
(vgl. LA (H) 1:430,13 qui coquinam faciebat);
HvNstAp
11433;
Glossenbeleg des 12. Jh.s s. AWB 5,455
MWB 3,2 662,14; Bearbeiter: Bohnert
kuchenlêhen, kuchilêhen
stM.
‘Lehnsgut, dessen Ertrag an die herrschaftliche Küche geliefert
wird’
(vgl.
Chuͦnrades lehen von Puͤhel [...]
gehoͤrt in deu chuchen UrbSonnenb
114
):
Vlricus cocus habet i chuchnlehen UrbNAlteich
351;
von dem chûchenlehen [...] cedunt nobis duo manipuli
TradSchäftl
461
(vor 1250);
proprietatem sive iurisdictionem curie site in Schaͤmmern nuncupate
kuchilehin UrkWürtt
8,*373
(a. 1283)
MWB 3,2 662,26; Bearbeiter: Bohnert
kuchen-, küchenmeister,
kuchelmeister,
kuchimeister
stM.
kuchel-
PrBerth
2:244,17.
2:245,21;
UrkCorp (WMU)
2297,28
u.ö.;
kuchi-
ebd.
197,32
u.ö.;
Kuchim
29,16;
küchi-
ebd.
96,149;
‘Küchenmeister, Oberkoch’
1 allg. 2 als fürstlicher Bediensteter, Inhaber eines Hofamtes 3 als Bestandteil von Personennamen
1
allg.:
archimagirus: princeps cocorum, chuͤchenmeister
SummHeinr
1:286,245;
swer chuchenmaister [
magister coquine
]
ist UrkGeisf
434
(13. Jh.);
der küchenmeister lac dâ tôt; / die anderen koche dolten nôt
Wh
202,1.
286,1
(entspr.
koch ebd.
286,8
);
(Pl.:)
die kuchenmeister wurben / daz man sæze ezzen Mantel
401;
her Cvͦnrat, der herren [= der minnern brvder
ordens
] kvchenmeister UrkCorp (WMU)
2293,42;
er were ein meister coch [...], si machten in kuchen
meister und bewulen ime genug dez closterez dingez HlReg
49,8;
Parz
637,2.
– bildl. von Gott:
ich wil ein wênic sagen von dem kuchenmeister oben ûf in dem himele, wie der
spîse machen kan PrBerth
2:244,3
2
als fürstlicher Bediensteter, Inhaber eines Hofamtes:
die amptlevt: hofmaister, chamermaister, marschalch, chelner, spiser,
chvchenmeister UrkWittelsb
2,56.57
=
UrkLandsh
92
(a. 1294 kopial);
Rûmolt der kuchenmeister, ein ûz erwelter degen
NibB
10,1.
1288,2.
1465,1;
NibC
1550,1;
des herzogen kuchenmeister gie / zuo der kuchen
EnikFb
1429;
daz wir [Erzbischof von Salzburg]
[...] Chvͦnen von Teisinge, vnserm chuchelmaister,
ein huͦbe [...] verlihen haben UrkCorp
(WMU)
2297,28.
2430,26;
UrkKlostern
1,89
(a. 1303);
UrkWSchott
236
(a. 1342);
Bit
10633.
10569;
Anteloye
398;
HvNstAp
18052.
– scherzhaft auf 1 bezogen:
Rûmolt der kuchenmeister, wie wol er rihte sît / die
sînen undertânen, vil manigen kezzel wît, / häven unde pfannen
NibB
777,1;
in grôzer wer wart funden / der Gunthêres ambetman [d.i.
Rûmolt
] , / vil lützel prîs im an gewan / Heime
der wîgant: / von des kuchenmeisters hant / wart er wol berâten. / er gap dâ für
die brâten / die verchtiefen wunden Bit
10562.
10609
3
als Bestandteil von Personennamen:
uvir Vͦlrich dir chvchimeister von Basel, ein rither UrkCorp
(WMU)
197,32;
her Lvpolt, der alte chvchenmeister von Nortenberch ebd.
258,15;
her Heinrich der chvchimeister, ein tvͦmhere von Basil ebd.
880,39;
Hainr̄ der chuchelmaister, burger ze Gurk ebd.
2935,13;
Cristâns des kuchimaisters Kuchim
29,16;
Cuͦnrat küchimaister ebd.
96,149
MWB 3,2 662,35; Bearbeiter: Bohnert
kuchenmeisterin, kuchi-,
küchimeisterin
stF.
‘Küchenmeisterin, Oberköchin’
daz ich [die personif. Hoffnung] in gotez kuchen
pin / oberste kuchenmaisterin Syon
238;
im Nonnenkloster:
welle frowe von dem convent underkelnerin und chuͥhimaistrin ist
UrkHeiligkreuztal
136,7
(a. 1323).
– als Bestandteil von Personennamen?
(vgl. Ring, Substantivderivation S. 286):
vro Anginesa, der chvchimeistiron swestir UrkCorp (WMU)
880,27;
zwischent hern Huge Stvͥbenwege vnd der kuchinmeisterin hus ebd.
N511,25
MWB 3,2 663,18; Bearbeiter: Bohnert
kuchenschrîber, kucheschrîber
stM.
frnhd. küchenschreiber (FWB 8,1750, bereits
MGHConst
10:527,4
[a. 1352]).
‘für die Verwaltung der Küche zuständiger
Hofbediensteter’
(entspr. lat. notarius/ scriba/ scriptor
coquine):
Vlrich, der weilen chvchen schreiber was des hertzogen Albrehtes von Oesterich
UrkCorp (WMU)
N414,20;
cucheschriber RechBTirol
1,105
u.ö.;
DRW
8,35
(Szaivert, TirolKanzleibuch; a. 1310)
MWB 3,2 663,29; Bearbeiter: Bohnert
kuchen-, küchen-,
kuchi|spîse
stF.
1
‘in der Küche zubereitete Speise’
2
‘Vorrat für die Küche’
1
‘in der Küche zubereitete Speise’
ein knappe [...] rief
[...] : / ‘holâ, holâ küchenspîse!’/ sô
rief aber einer: ‘holâ tranc!’ HvFreibTr
590;
[Nießbrauchvorbehalt eines Seelgerätstifters:] swan ich
ze Tirnstein pin, daz ich hab chuchenspeise von dem selben guet, di weil ich lebe
UrkCorp (WMU)
N428,10;
so sal man ume unn sinen luten gebe bier unn brot unn kuchchenspise
UrkErf
1,400
(a. 1311)
=
ebd.
2,30.72
und
UrkMühlh
339
(a. 1326-1330);
[am Jahrtag des Seelgerätstifters soll man] den herren in
dem refent die grozz herrenphruͤndt weyns geben vnd von chuechenspeys dester
vleizzer phlegen mit visch oder mit vleisch UrkWSchott
264
(a. 1350);
der gemeinen knehte kuchen spîse StatDtOrd
81,16.
– übertr. auf körperliche Plagen, die jmdm. bereitet
werden:
mit urluge hie besezzin / wir trinken alder ezzin [vgl. Gn
3,19]
[...]. / dise herten kuchi spise / machet uns der
[zur Sünde geneigten menschlichen] nature koch
Martina
130,56;
[der Teufel] git kuchi spise / mit steckin nit mit
rise ebd.
122,61
2
‘Vorrat für die Küche’
der nunnen ein genæmez rint / gap si ze kuchenspîse Helmbr
119;
so hete ouch der koning wise / des tages zu kuchenspise /
zehen ochsen veize / gemestet wol mit weize Brun
A 3,10;
ein halb malter weizzes ze kuchenspize UrkWürzb
40,310
(a. 1340);
Köditz
43,2
MWB 3,2 663,38; Bearbeiter: Bohnert
kuchen-, kuchel-,
kuchi|stiure
stF.
chuchel-
UrkSalzb
3,603
(a. 1244);
UrkCorp (WMU)
2419,13;
cuchi-
UrbSonnenb
31.
–
‘Abgabe für die Küche’
(entspr. lat. stiura coquine/ coquinalis/
coquinaria):
so der winter ane gie, / chain jar sy das verlie, / man must
ir chuchen stewer geben [...], / der den ochsen, der dew
chue HvBurg
5709;
langizstiure [Abgabe im Frühling
(lenze)] und chuchinstiure UrbSonnenb
4;
vmb die chuchenstiwer des guͦtes der Augstburger chirchen geit Seifrid
von sand Peter: 2 pfunt UrbTirol
121;
25 schill. ze chuchenstiur UrbSonnenb
77;
wie vil fell man iedem pfründer allen iar geit ze der cuchinstür ebd.
120.
4-8.
24-53
u.ö.;
UrbBayS
4,123
MWB 3,2 664,1; Bearbeiter: Bohnert
küchen-,
kuchi|swëster
F.
‘Laienschwester, die in der Küche arbeitet’
ein stillú senftmuͤtikeit, nút allein
gen den prelaten, oͮch gegen den minnesten kuchischwestran
Seuse
422,1
MWB 3,2 664,15; Bearbeiter: Bohnert
kuchentopf
stM.
‘Küchentopf’
die [Seele] hant sie mir gevnerit, / mit svnden
maculerit / wil swerzer dan ein kvchen dob PrHess
51,197
MWB 3,2 664,19; Bearbeiter: Bohnert
küchenvar
Adj.
‘nach der Küche aussehend, durch die Küchenarbeit fleckig, rußig, schmutzig
geworden’
Rennewart der küchenvar Wh
189,1;
daz küchenvar gewant ebd.
190,24;
mit küchenvarwem velle ebd.
201,24
MWB 3,2 664,22; Bearbeiter: Bohnert
küchenvarwe
stF.
Ansatz unsicher, auch ein Syntagma ist möglich.
‘Aussehen nach der Küche’, auf fleckige oder rußige Kleidung
bezogen:
ouch gap nâch küchen varwe schîn / sîn
[Rennewarts] swach gewant und ouch sîn har
Wh
188,16
MWB 3,2 664,27; Bearbeiter: Bohnert
kuchenviurære
stM.
‘jmd., der in der Küche das Feuer unterhält’
davon git man [...] zwein lantnærn zwen wek, vnd
dem chuchenvivrær [
fivrærio coquine
] einn
wek, vnd zwein haitzærn zwen wek UrkGeisf
422.
420
(13. Jh.)
MWB 3,2 664,32; Bearbeiter: Bohnert
kuchen-, kuchelvrischinc
stM.
‘in die herrschaftliche Küche abzuliefernder
vrischinc’
Marutayra geit [...] 1 faisten frischin und 1 chuchen
frischin UrbSonnenb
23.
34;
DRW
8,27;
ain kuchelfrisching ebd.
8,21
(beide Belege in: BeitrSteirG.; 1. H. 14.
Jh.)
MWB 3,2 664,37; Bearbeiter: Bohnert
kuder
Subst.
→
kulter
MWB 3,2 664,43;
kuderwan
stNM.
→
kurdewân
MWB 3,2 664,44;
küechelîn
stN.
Dimin. zu →
kuoche
.
1 eigentl., ein Backwerk aus Mehl (s.a. DWB 5,2494) 2 übertr., Pl., ‘Kindbettschmaus’
1
eigentl., ein Backwerk aus Mehl (s.a. DWB 5,2494):
prante chuchel aus semelmel UrkKlostern
1, Einl. 45 Anm. 8
(14. Jh.);
da von [einer Handvoll Mehl] wil /
ich machen ein kuchelin / mir und deme sune min / bi zwen
spenen [Brennholzstücken; III Rg 17,12]
Daniel
2521.
– in Glossen (Näheres zur Bed. s. AWB 5,525 s.v. kuohhil,
kuohhilîn); für lat. frixile:
kuochelin, cuchiliu SummHeinr
1:336,312.
2:90,72;
für lat. pastillus, -um:
chvͦchelin vel phanzelt ebd.
2:425,01.34;
cuͤchli, kuͤchli VocOpt
13.207.
13.208
2
übertr., Pl., ‘Kindbettschmaus’
darzuͦ ist verbotten, das kain froͧw ze den kuͤchlin noch
zuͦ den kintbetten nit gan sol StRStGall
83,6.9
MWB 3,2 664,45; Bearbeiter: Bohnert
küechelmël
stN.
Mehl für
küechelîn
:
du hast gepraten und gesotten / visch, vlaisch, wild und zam,
/ [...] und us kuͤchel mel / krapfen und bastel, /
gefúrriert mit edelen dingen SHort
4095;
wa buͦch ich dir ie min kuͤchel mel? ebd.
4108
MWB 3,2 664,59; Bearbeiter: Bohnert |