Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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k – cadmia
kaf – kalc
calcaire – 2kalle
3kalle – kaltlîchen
kaltnisse – kamerærse
kamerbëlle – kamerselde
kamersidel – kampfer
kampfgenôʒ – kampfwât
kampfwërc – kanonîen
kanonike – kanzelschrîbære
kanzwagen – Cappadociære
kappân – kappûnen
capût (?) – kardenâldiaconus
karele – karra(t)sche
karre – karthiusære
kartur – kæselîn
kæse|lüppe – kasten
kastenære – kathecuminus
kathezizieren – kauerære (?)
kauergerihte – kefse
1kegel – keisertuom
keitivic (?) – kelken
këllære – këlre
këlstëchære – 2kemelîn
kemelînvleisch – kendelîn
kenecte – keppechîn
keppeler – kerkerhaft
kerl – kerrîne
kerschlich – kerzîn
kerzlach – ketenwambîs
kettelinc – keʒʒelære
keʒʒelærinne – kîche
kîchen – kiesærinne
kiesen – kindebet
kindechîn – kindestac
kindestohter – kintbettegemach
kintbetten – Kiperære
Kiper(e) – kirchenbrëchære
kirchenerbe – kirchhërre
kirchhof – kirchtac
kirchtor – kirnen
kirnîn – kitzelen
kitzelîn – kiuwe
kiuwen – klâfterlanc
klâftermâʒe – klagenôt
klagerede – klamben
klamen – klæret
klârheit – klëber
klëbereht – klegerse
klêgrüene – kleinlîche
kleinlîcheit – kleinvüegunge
kleinzëhende – klepfze
kleppisch – klinge
klingelære – klobeholz
klobelouch – klôsterknëht
klôsterlëben – klôsterweide
klôsterwërre – klûde
klüege – klupfen
kluppe – klutterât
klûwen – knëhtelîn
knëhten – kniel (?)
knieleip – knodebôʒe
knödel – knubelen
knugelîn – kobel
kobel – kochman
kochsudel – kôle
kôlegruobe – kolner
kölnisch – komelinc
komen – condewier
condewierde – konkavelite, konkavelit
conplêt – convëntkopf
convëntswester – koraze (?)
körbelîn, körbel, körblî – körnære
kornban – kornmesse
kornmetze – corporâl
corporâlgewæte – kostebæric
kostebærlich – kötze
kotzeht – koufgenôʒ
koufgiric – koufschalc
koufschanze – krachen
kradem – krâme
kræmel – kranc-
krancmüetic – 1krapfe
2krapfe – krëb(e)ʒ
krëbeʒen – krefticheit
krefticlich – kreiʒgengel
kreiʒlingen – kreter
kretscheme – kriechelîn
kriechen – krîgen
krîieren – krippen-
krîsch – kristâbent
kristalle – kristenin
kristenisch – kristiâne
kristier – kriutener
kriuzaltære – kriuzloht
kriuzphenninc – 1krœnen
2krœnen – krotenstein
krotenstutz – krülle
krüllel – krupfei
krüpfen – krûtmezzer
Krûtnowe? – kûchen
kuchenære – küechelmël
küefelære – kugelhuot
kügellîn – kumberlich
kumberlîn – kûmen
kumer – kunde
künde – künftigære
kunftlich – künigeslêhen
künigessilber – künstelîn
künstelôs – kuntmeister
kuntsame – kuosërtærinnesun
kuo|smër – kuppe
1kuppel – kurdewân
kurdewænære – kurpen
kürre – kurtois
kurtoisîe – kurzwîle
kurzwîlen – kuster
kusterîe – kutzelvleisch
kützen – kûze

   kiuschvarwe - klaffestat    


kiuschvarwe stF. ein Gras oder Kraut (genauere Bed. unklar; vgl. buschvarwe , Verschreibung aus diesem?): ascania: kúschvarwe, buschvarwe [im Kapitel de graminibus et herbis ] VocOpt 50.041

MWB 3,1 294,37; Bearbeiter: Hansen

kiutel stN. wohl ‘Tausch, Kauf’ (vgl. kûten swV.): man vindet in den kremen [Krämerbuden] / hantschu, rymen, buͤtel / daruz so werden kuͤtel KgvOdenw 6,100

MWB 3,1 294,41; Bearbeiter: Hansen

1kiuten swV. ‘sprechen, plaudern’ (hier subst.; vgl. quëden stV.): si lânt gedœnes wunder / dâ schellen unde erliuten. / ir kôsen unde ir kiuten / wirt mit ir vil manicvalt KvWTroj 15360

MWB 3,1 294,45; Bearbeiter: Hansen

2kiuten swV. ‘tauschen’ kûten

MWB 3,1 294,49;

kiuwe swstMF. auch kew(e) (:lëwe PleierMel (St) 10062, Krone (Sch) 12760 u.ö.; :êwe Marner (W) 1:4,11; :sêwe WhvÖst 1198 ), koͤwe, koͮwe. 1 ‘Kiefer’
2 ‘Schlund’ (meist von Tieren)
   1 ‘Kiefer’ in schedel unde in kiuwen / enpfiengens tiefe scharten Neidh WL 14:6h,13; des berges was dennoch me / oberhalb dem sewe; / eines visches chewe / was des sewes bruggen tor WhvÖst 1198; an der stunde do gesigt er an dem helle hunde. / sine chiwen er im brach AvaLJ 161,2; mandibula: baccho, ein kew SummHeinr 1:126,152. – im Pl. auch i.S.v. ‘Rachen, Schlund’ (vgl. 2): den grôzen leun / mit sînen wîten keun Iw 6688    2 ‘Schlund’ (meist von Tieren): in dem wysen stugk ain zöbelin lew, / der gint wyt mit siner chew PleierMel (St) 10062; wilde esel und löuwen / mit ir wîten köuwen [Hs. C loͤwen: koͤwen ] WvRh 72,50; und vuor ime diu zunge / enwâge in der chewen Krone (Sch) 10557. 12760; faux: choͮwe chiwe Gl 4:213,17; UvZLanz 1954. do nam sant Johannes das wisse lamp mit sinen roten wunden und leit es in den koͮwen irs mundes [in den Mund des Marienbildes] Mechth 2: 4,100. des tiuvels ~ bildl. für die Hölle: die muͦssen in des tievels kewen, / da sint si lebent in jamer tot von ewen und ze ewen Marner (W) 1:4,11; den hat des tivels chiwe / verslunden vntz andie fvzze Warnung 540; o wi sin gite gecuwe [l. gitege cuwe ] , / wi manigen si uerslunde / vnde wi manigen si uerwunde Litan 418. 1285

MWB 3,1 294,50; Bearbeiter: Hansen

kiuwen stV. (IIa) md. auch kiugen, kûgen ( NvJer 11342; PrLeys 3,21 ). ‘(etw.) kauen’ sô nam er brôt an sîne hant / und smucte sich zuo einer want. / dâ saz er unde kou genuoc UvZLanz 3691; als wir lipliche spise essent, so kúwen wir zem ersten, und denne sinket si nider in den lichamen senfteklich Tauler 294,22. 294,4; nim venkel [Fenchel] und kiwe den BenRez 15; ain iegleich tier, daz sein ezzen slindet und niht kewt, daz ist mager, sam der wolf BdN 118,12; sô nement si [die Wiederkäuer] ez [das Essen] dann her wider und kewent ez dann anderwaid ebd. 13,30; wenn man ez keut ebd. 355,33 u.ö.; toste [Oregano] gekuͦwen unde in dem munde lange gehalden, vertribet den zanswer Macer 48,14; der col vrischz gechiwen [...], hilfet der heisen stimme ebd. 50,14. 97,2 u.ö.; Neidh WL 5:5,8; MorantGalie 5184. vinger ~ (nâch etw.) ‘ungeduldig (auf etw.) warten’ wir suln ein niuwez briuwen, / dar nâch sî die vinger kiuwen Neidh (HW) 13,36. – bildl.: hie zwischent sol si dv́ gottis wort kv́wen vnde in trvken mit deme gebette DvAStaff 135; sam daz hâr diu milwe / kan tougenlichen wol zerkiun, / sus kiuwet er sîn selbes nest, der üppeclîche trûret KvWLd 32,80; Mechth 4: 3,41; Tauler 294,31 u.ö.; Seuse 302,14; subst.: Tauler 294,23 u.ö.; Martina 60,71; MvHeilFr 42

MWB 3,1 295,15; Bearbeiter: Hansen

kiv-, kîv- kib–

MWB 3,1 295,42;

kivelen swV. kibelen

MWB 3,1 295,43;

kivelwort stN. kibelwort

MWB 3,1 295,44;

kiver stM. wohl ‘gebisstragender Kopfknochen, Kiefer’ (nur als Bestandteil von Personennamen; vgl. WMU 3,2584): Cvͦnrat der Kiver UrkCorp (WMU) 1964,28; Hainrich der Kiver ebd. 3534,29

MWB 3,1 295,45; Bearbeiter: Hansen

kiverære stM. kiberære

MWB 3,1 295,49;

kiveren swV. kibelen

MWB 3,1 295,50;

kizze stN. kitze

MWB 3,1 295,51;

klâ, klâwe stswF. auch klô (ahd. klâuua, klôa stswF. vgl. AWB 5,225f.). ‘Klaue, Kralle’ ungula, daz spricht clâ BdN 372,17. 157,9; ungula: cla Gl 3:354,4. 3:439,12 1 (Vorder-)Tatze, Pfote, Pranke bzw. Krallen der (Raub-)Tiere
1.1 allg.
1.2 von Fabelwesen (vgl. auch 2 und 4 )
1.3 bildl. und im Vergleich
2 Krallen(-Fuß) der (Raub-)Vögel und vogelartiger Fabelwesen
2.1 allg.
2.2 bildl. und im Vergleich
3 verhornte Zehe, Huf der Paarhufer
4 Pranke, Krallen des Teufels und seiner Schergen
5 übertr.
5.1 vom Tag
5.2 vom Verstand
   1 (Vorder-)Tatze, Pfote, Pranke bzw. Krallen der (Raub-)Tiere    1.1 allg.: der leu in mit der klô gevie, / und zart im allez sîn gewant EnikWchr 12404; Iw 6690; nim einen hasen alsô ganzen, daz dar abe niht verschertet sî, weder hâr noch chlô Barth 149,2; jn ist daz houbet gescaffen nach den hunden, den die clawen sint groz vnde crunb Lucid 23,5; lupus haizt ain wolf [...]. wenn er auf laub gêt, sô macht er sein klâen naz mit der zungen, daz er iht rausch BdN 147,13; cocodrillus haizt ain kutschdrill. [...] ez hât auch gar scharpf klâen ebd. 233,13; [die ungeborenen Panther] zerrent die muoter inwendig mit iren scharpfen klâen ebd. 157,7; diu salamander ist vierfüezig [...]. ir kräwel [Krallen] an den klâwen sint hakot und gar behend ebd. 277,8; sô diu fruht [das Bärenjunge] geporn ist, sô scheint niendert ain glid dar an ân die klâen ebd. 162,25; Anno 13,5    1.2 von Fabelwesen (vgl. auch 2 und 4): der wurm sich san vf hup, / durch den schilt er in sluc / mit siner starken clan Herb 1113; der dracke zoch den werden / mit den cloen zu der erden HvNstAp 8426; BdN 237,28; GTroj 11752; Lanc 572,1 u.ö.; vgl. menschenähnlich gedacht: scharf alse dorne / wâren sîn [des Fährmanns Charon] oucbrâwen / unde scharf sîn clâwen / an fûzen unde an handen En 3064    1.3 bildl. und im Vergleich: die nagele [der Gralsbotin Cundrîe] [...] stüenden als eins lewen klân Parz 314,9; er [Alexander] hete grimmigen mût, / alse der zornige bere tût, / sô in di hunde bestân: / swâz er ir mit den clâwen mach gevân, / dar ane richet er sînen zorn SAlex 2797; SM:Go 1a: 4,3; Seuse 40,23    2 Krallen(-Fuß) der (Raub-)Vögel und vogelartiger Fabelwesen    2.1 allg.: vier adelar [...], / der ieglicher was des geil, / daz er des lîchnams einen teil / in sîn klô vazte Ottok 21500; grifis haizt ain greife. [...] er hât grôz scharpf klâen oder kræuel BdN 190,6; arpia ist ain vogel [...]. er hât gar scharpf klâen ebd. 167,33; strucio haizt ain strauz [...]. si habent auch gezwiselt klâen an irn füezen ebd. 223,17 u.ö.; der habch nam in in die claw GTroj 2801. – als etw. Kleines, Geringes (vgl. auch 3): der ar der ob dem helm swebt, / der da was geworht als ob er lebt, / der was zerslagen zehant, / daz man nindert dhein klô vant EnikWchr 16390. – unklar (bezogen auf den Hornstachel, Sporn am Lauf bestimmter Vögel?): ain iegleich vogel, der an dem pain ain klâen hât [ omne uolatile habens in crure ungulam ] , sam der hân, der ist pœses fluges und krankes BdN 164,22    2.2 bildl. und im Vergleich: mich hat in starkem grymme / in sinen clowen ein mechtig ar Minneb 5073 u.ö.; wir sîn daz blœde rephuon, / daz ein sperwer mit sîner craft / in sîne clâwen hât behaft KvWTroj 22760; LvRegFr 2404; KvWLd 32,328; sie het ein nase vil lange. / [...]; / ir nagel als grifen clan Rennew 30863; Daniel 3760; Wig 6317    3 verhornte Zehe, Huf der Paarhufer: swas [...] it truckit [wiederkäut] mit geklobenir [gespaltener] kla, / das wart in [zur Nahrung] irloubit da RvEWchr 12866; nim geizine clan. ich meine daz hurnine daz an geiz vuzen ist SalArz 28,15; swinin clawen BvgSp 89. 8; Solînus spricht, daz die hinden [Hirschkühe] gepern kälbel, der hüetent si gar vleizicleichen und verpergent si in die stauden und maisternt si mit den klâen BdN 130,2; deu [...] clo des gekruͤmten ohsen KvMSph 47,14. – von Christus als Lamm Gottes: den man noch mâlet für daz lamp, / und ouchz kriuze in sîne klân, / den erbarme daz tâ wart getân Parz 105,23; daz agnus dei, / ein kriuz in sîner zeswen klâ Helbl 7,399; Kröllwitz 1709; JTit 420,3. – als etw. Kleines, Geringes (vgl. auch 2.1): dô sach ich, daz di siben [mageren Ochsen] zwâr / die veisten [fetten Ochsen] vrâzen alsô gar, / daz dâ niht beleip ein klô EnikWchr 5675; behaldinde ir vie vil gar, / daz nî abquam ein clawe NvJer 13589; Exod 2334; RvEWchr 10397    4 Pranke, Krallen des Teufels und seiner Schergen: ach herr, wie oft er [der Teufel] mich gevangen hât, daz mich diu aller tugentleichst [Maria] [...] all zeit hât erlœst auz seinen scharpfen klâen BdN 182,8; si vischeten mit iren fúrigen klawen, wan si oͮch geiste und túfel waren Mechth 5: 14,8. 7: 39,23; Erinn 948    5 übertr.    5.1 vom Tag: da in die wahter taten kunt / [...] daz der tag sine cla / hete geslagen durch die naht Rennew 25280; sîne klâwen / durch die wolken sint geslagen, / er stîget ûf mit grôzer kraft; / ich sich in grâwen / tegelîch, als er wil tagen: / den tac MF:Wolfr 2: 1,1    5.2 vom Verstand: waz zwei herze wisheit / begrifen mügen mit sinnes klan Frl 7:41G,10

MWB 3,1 295,52; Bearbeiter: Hansen

klâbirboum stM. ‘Birnbaum’ (hier als Ortsname): aber II ager zuͦ deme clobirboͮme UrkCorp (WMU) N150,35

MWB 3,1 297,19; Bearbeiter: Hansen

klac stM. ‘Bruch’ (vgl. krac ) 1 ‘Knall, Krach, krachendes Geräusch’
2 ‘Riss, Sprung’ , nur übertr. i.S.v. ‘Makel, Unvollkommenheit’
   1 ‘Knall, Krach, krachendes Geräusch’ pusûner gâben dôzes klac, / alsô der doner der ie pflac / vil angestlîcher vorhte Parz 379,11; wan si diu sper zerstâchen / sô vaste daz des bruches klac / lûte [tönte] alsam ein donnerslac / der spaltet daz geböume KvWEngelh 4815; dô wart ein brasten und ein clac, / als ob der wilde donreslac / dâ klübe tûsent boume enzwei KvWTroj 12241. 14704    2 ‘Riss, Sprung’, nur übertr. i.S.v. ‘Makel, Unvollkommenheit’ do enhat dú minne niender clak Neidh (HW) 71,21 (La.); dv himilschlicher lylien smak / der nie maze [d.i. mâse ‘Fleck, Makel’ ] noch clac / an megde muote verstuont Martina 79,44. sunder ~ ‘makellos, vollkommen’ ez sî dir offenlîch geseit, / daz niemen êre haben mac / noch herzen liebe sunder klac / gar âne kumber und âne nôt Winsb 43,5

MWB 3,1 297,22; Bearbeiter: Hansen

kladertuoch stN. kleidertuoch

MWB 3,1 297,39;

klaf stM. 1 ‘Knall, Krach’ (vgl. klapf )
2 ‘Geschwätz, Gerede’
   1 ‘Knall, Krach’ (vgl. klapf ): man hôrt ein halbe mîl den klaf JSigen 73,2    2 ‘Geschwätz, Gerede’ swem niht behagt der paragraf / und von dem Rine dirre klaf, / der sol das ze lone han: / er sol ez ungelesin lan RvEWchr 2391; ir snappes gelupter winkels claff [ ‘verleumderisches Winkelgeschwätz’ (vgl. Glr.z.St.)] / derr an eren irs hertzen saff! Minneb 1279; wibclaffen affit mannis lib, / die man sa wieder ie die wib / mit claffe in gewinnent PrHess 37,221

MWB 3,1 297,40; Bearbeiter: Hansen

klaffære, kleffære stM. md. auch clepp(h)ere (vgl. mnd. klapper, klepper Schiller/  Lübben 2,472). jmd. der viel (bes. Dummes, Falsches) daherredet, ‘Schwätzer’ er waz gar ein cleffere und brach den orden und sine swien [sein Schweigen (Pl.), Schweigegelübde] zu allen ziten HlReg 49,11; claffer, die uz irem muͤnde / manig rede lippen lappen [plappern] / und boses fur daz gut ye snappen Minneb 558 u.ö.; garrulus [...] ist ze latein als vil gesprochen als ain klaffer BdN 199,8. 44,20; ein claffer, dem ich es nit engund / das er nem ein urkünd / unnd yement da vonn seyt / unnd brecht lieb zu leyt MinneR 36 49; der cleffere [ vir linguosus ] BrHoh 7; MinneR 239 90; clepphere Elmend A 1053; Hiob 5858; MF:Reinm 66: 2,5. – jmd. der Geheimes ausplaudert: dehein man sol dem klaffære / sagen tougenlîchiu mære WälGa 559; swar du einen cleppere weist, / vor deme hel dine geswasheit allir meist Elmend A 875

MWB 3,1 297,50; Bearbeiter: Hansen

klaffærinne, kleffærinne stF. ‘Schwätzerin’ zu Engelanden waz ein riche wip gar bosez lebenez. si waz ein clefferin, ein vrez in, hoffertic und unkuschez libez HlReg 43,19; sweigt si, si ist ain stümminn, rett si, si ist ain klafferinn BdN 286,20; ein lacherin [Spötterin] vnd ein chlaferin PrBerthKl 5,19; Minneb 1238; HvBurg 5876

MWB 3,1 298,5; Bearbeiter: Hansen

klaffe stF. auch kleffe ( KvWPant 1834, Pl.?). 1 ‘(verleumderisches, falsches) Geschwätz’
2 ‘(höfische) Konversation, Plauderei’ (vgl. klaffen 2.3 )
   1 ‘(verleumderisches, falsches) Geschwätz’ von swem du mugest hœren / hinderrede mit klaffe, / ûz dînem hove schaffe / in flühteclîchen strîchen Reinfr 14347; ir wænet lîhte tœren mich, / ir sint ein lügenære. / [...] / mirst iuwer klaffe unmære KLD:UvW 11:2,6; alle, die ir [der schlechten Frau] sunderlich in der sach mit boͤser klaf hein gehulfen Seuse 128,19; sine claffe vnd sine trüge Martina 53,105. 176,67; geswîc der kleffe dîn, / [...], / dû redest uppeclîchiu dinc KvWPant 1834; HeslNic 3039    2 ‘(höfische) Konversation, Plauderei’ (vgl. klaffen 2.3): ez ist niht lanc daz ich mit einer minneclîchen frouwen / begunde hübscher klaffe vil, / die ich von herzen minne KLD:UvW 11:1,2

MWB 3,1 298,12; Bearbeiter: Hansen

klaffe swF. ‘Klapper’ (hier als Signal der Aussätzigen, sozial Ausgegrenzten): Tristan [...] slouf in bœse huderwât [Lumpen] , / [...] er wart vil ungeschaffen. / er nam eins siechen klaffen, / gein Tintajoêle er gie UvTürhTr 2238

MWB 3,1 298,28; Bearbeiter: Hansen

klaffëht Adj. ‘geschwätzig’ der man clafohte [ vir linguosus ] nit wir geriht ufh der erde BrZw 7

MWB 3,1 298,33; Bearbeiter: Hansen

klaffen swV. vereinzelt kleffen ( Erz III 145,138 ). 1 ein (klapperndes, klatschendes, klingendes u.ä.) Geräusch von sich geben
2 ‘sich (laut) äußern’
2.1 meist abwertend, ‘schwatzen, unbedacht daherreden, sich auslassen’
2.1.1 allg.
2.1.2 mit Akk. ‘etw. daherreden’
2.1.3 mit präp. Erg. ‘sich (unbedacht/ unqualifiziert) über etw./jmdn. äußern, (schlecht) von etw./jmdm. reden’
2.1.4 subst. ‘Gerede, (verleumderisches, falsches) Geschwätz’ (vgl. klaffe 1 )
2.2 neutral ‘(laut) reden, sprechen’ (offen zu 2.1 )
2.2.1 allg.
2.2.2 mit Akk. oder Obj.-Satz, ‘etw. sagen’
2.2.3 subst.
2.3 ‘(höfische) Konversation betreiben, parlieren, plaudern’ (offen zu 2.2 )
2.4 ‘jammern, wehklagen’
2.5 von (sprechenden) Vögeln, ‘krächzen’ (vgl. 1 )
   1 ein (klapperndes, klatschendes, klingendes u.ä.) Geräusch von sich geben: dar ane horte man chlaffen / guldeine schellen Serv 506; von hymel kam der groͤste schal / (vil lute klaft er úber al) WernhMl 13768; si hôrten hüeve [Hufe] klaffen NibB 1601,2; dâ von ist daz niht ungefüege, ob die böume vil geklaffent [rascheln] die vil löuber hânt PrBerth 1:159,32. 1:158,38; SM:Go 2: 6,3. 2a: 5,3; von Zähneklappern: da von die zene claffent Martina 275,107; biben, zane claffen Herb 13210; LBarl 3610. 10460; PrBerthKl 3,93. ane/ ûf etw. ~ ‘klatschend gegen/ auf etw. schlagen’ daz hundel quam geloufen sâ / [...], / sîn houbt ez schutte weckerlich, / sîn ôren claften im dar an HvFreibTr 4571; sô daz sie gênt krüeglînes ganc / gein der twerh und manic swank / in klaffent ûf die necche [vgl. Anm.z.St. in: ZfdA 72 (1935), S. 274f.] Helbl 2,1367. – bildl. und im Vergleich (vgl. 2): ich wil in harte selten prisen. / er klaffendez hufisen! / owe, er karrende tur! Jüngl 916; [ maniger ] claffet als ein hamerslag Frl 13:26,4    2 ‘sich (laut) äußern’    2.1 meist abwertend, ‘schwatzen, unbedacht daherreden, sich auslassen’    2.1.1 allg.: der chlaffende man, / der sprechens die mazze nicht erchan Warnung 2832; der wein [...] macht das ainer chlaffet HvBurg 254; der chlaffond man [ vir linguosus ] ist vnwert vffin dim ertiche BrEng 7; Tauler 234,8. 370,31; PrGeorg 8,12    2.1.2 mit Akk. ‘etw. daherreden’ ich enruche, waz du gechlaffest OrtnA (K) 157,4; swaz menschin sin geklaffet / das ist gar ein trovn Martina 120,78; Himmelr 3,22    2.1.3 mit präp. Erg. ‘sich (unbedacht/ unqualifiziert) über etw./jmdn. äußern, (schlecht) von etw./jmdm. reden’ die [...] / die boses von frawen claffen Minneb 1291; uf die sol niemand nicht unnützes claffen Frl 9:19,4; do von swig vnd klafe nit von gotte; wande mit dem, so dv̍ von im claffest, so lv̍gest dv̍ Eckh 3:442,4. 3:442,5; HlReg 15,6    2.1.4 subst. ‘Gerede, (verleumderisches, falsches) Geschwätz’ (vgl. klaffe 1): lât selchen spot, dêswâr ich ahte ûf iuwer claffen harte cleine! SM:UvS 5: 1,6; la sin din liegen, claffen! SHort 219; lugelichez klaffen Frl 5:8,11; du [...] solt, swaz ich gesprochen han, / nicht haben vur ein klaffen [leeres Gerede, Unsinn] StrKD 4,467; dîn süezez klaffen [Schmeichelei] ist ein truglîch mære Hadam (Sch) 451; BdN 199,24; Lanc 568,23; personif.: weder Brufen falsch noch Claffen, / die groben ungeschaffen, / mugen gewonen nymmer / gentzlich in dem gezymmer Minneb 3739; Hadam (Sch) 288. 389    2.2 neutral ‘(laut) reden, sprechen’ (offen zu 2.1)    2.2.1 allg.: got der hat noch zunge und munt noch nihtes niht, do er mit mug chlaffen Eckh (J) 42,25    2.2.2 mit Akk. oder Obj.-Satz, ‘etw. sagen’ David gote zu eren / wolde gotes dinest meren / und sazte, daz mus ich claffen, / virundzwenzig phaffen HistAE 2199; in sîner geschriben botschaft, / di sulche meinung dûtlich klaft JvFrst 9838; ouch si claften al da bie / daz di selen liden nicht / durch di keinerhande schicht TvKulm 5810; Tauler 370,21    2.2.3 subst.: sein [Gottes] chlaffen mit den engeln ist, daz er sich ein iglichen engel offenbart, alzo daz er dar zu geordnent ist Eckh (J) 42,26; MvHeilGr 1520; Tauler 121,36    2.3 ‘(höfische) Konversation betreiben, parlieren, plaudern’ (offen zu 2.2): so ist si wolgeschaffen; / da bi so kan si gemelliche klaffen Tannh 11,54. – subst. (vgl. klaffe 2): ir vil minneclicher lîp / huop gen mir sîn klaffen. / hœret wie diu tugende rîche sprach KLD:UvW 36:2,5; mit guͦtlich, guͦnstlich, lieplich claffen / leert sy [die minne ] truͦerens vyl versenken MinneR 496 116; SHort 4059    2.4 ‘jammern, wehklagen’ bitterlich si danne weinet / michil not si bescheinet / si murmilt vnde claffet Martina 131,87    2.5 von (sprechenden) Vögeln, ‘krächzen’ (vgl. 1): ein vogel si gelert hette sprechen, der begunde claffen mit minslicher stimen HlReg 43,24; garrulus haizt ain heher, und ist ze latein als vil gesprochen als ain klaffer [...]. er fleugt von ainem vogel hinz dem andern und klafft ümmer mêr und mag selten ain ander vogel für in gevliegen [...], den er niht anschrei BdN 199,11; wenne man den vogel alsô jungen væht und in zeuht in ainem vogelhaus, sô lernt er reden und klaffet durch den tag ebd. 199,16. 199,17; ReinFu K,238

MWB 3,1 298,35; Bearbeiter: Hansen

klaffestat stF. ‘Ort, an dem geschwätzt, gelästert wird’ der tuvel sprach ‘die stat ist min. / min ist dise klaffestat, / wand ich hie dicke werde sat, / swes ich an den brudern ger. / [...]’ Pass III 369,59

MWB 3,1 299,58; Bearbeiter: Hansen