klôsterminne
stF.
‘klösterliche Liebe’ (bewusst zweideutig):
gesamen wir uns auf ain stro, / so wirt uns sicut in celo. / et in terra warts
nie so gut: / daz dein gspil Wendel-Mut / wolt mein gesellen bedenken, / der da
haizt prudr Swenken- / Den-Pecher-Aus-Piz-An-Grunt. / der tut ir klosterminne kunt
PaternPar
26;
des gepets [der Paternoster-Parodie] werden fro /
alle tugentleich kint, / [...], / die ir gemüt also keren,
/ wie si mit listen gemeren / den kloster minne samen ebd.
57
MWB 3,1 366,25; Bearbeiter: Hansen
klôstermünch
stM.
‘Mönch’
alsô daz man ûf prîsis sin / mochte wêrlîch jên von
in [den Deutschordensrittern] : / sî sîn zu
clôstremunche gût / und hân zu velde rittirs mût NvJer
8871
MWB 3,1 366,35; Bearbeiter: Hansen
klôstermûre
stF.
‘Klostermauer’
auch sol man alle peuͤ vf den clostern abtuͦn, on als vil waz vf der
cloͤstermaur gepawen ist UrkWürzb
41,85
(a. 1344)
MWB 3,1 366,39; Bearbeiter: Hansen
klôsternarre
swM.
‘Klostertrottel, Klosternarr’ (vgl.
klôstergiege
):
ez warn nit closter narren / die des goldes da pflagen
Rennew
12270
MWB 3,1 366,42; Bearbeiter: Hansen
klôsternunne
swF.
‘Nonne’
in einem richen kloster waz / so vil der klosternunnen, / die sich gote verre
baz / dann zu der werlt versunnen HeinzelJoh
10,2;
nu was ein selec frouwe / [...], / ein reine
closternunne / nach gotlichen dingen / alda zu Kitzingen / der frouwen eppetisse
Elis
5360;
welch pfaffe, welch münich beheltet rehte / sîn gehôrsam und welch
klôsternunne? Renner
3753;
HvFritzlHl
203,1;
PfzdHech
290,18
MWB 3,1 366,45; Bearbeiter: Hansen
klôsterorden
stM.
‘Klosterleben, Ordensregel’
die münze sint nu sêre genge worden, / si triegent die werlt und klôster orden
Renner
13816;
muotwille, unkiusche und eigenschaft / swachent klôster ordens kraft ebd.
3026.
10864
MWB 3,1 366,54; Bearbeiter: Hansen
klôsterpriester
stM.
‘Priestermönch’
einen alten klôster priester ich sach, / der ze sînen friunden sprach / in
riuwe daz er ie münich wêr worden Renner
3867
MWB 3,1 366,59; Bearbeiter: Hansen
klôsterritter
stM.
‘Ritter, der wie im Kloster lebt’
von hovemünchen und clôsterrittern kan ich niht gesagen. /
[...] / in clôster münche suln genesen, / sô suln des
hoves sich ritter underwinden RvZw
129,6.
129,7
MWB 3,1 366,63; Bearbeiter: Hansen
klôstersite
stM.
‘klösterliche Gewohnheit, Brauch’
hâr unde bart nâch clôstersiten / unt clôsterlich gewant nâch clôsterlîchen
siten gesniten, / des vinde ich genuoc: in vinde ab der niht vil diez rehte tragen
RvZw
129,1
MWB 3,1 367,4; Bearbeiter: Hansen
klôsterstat
stF.
1
‘Grund und Boden, auf dem ein Kloster steht bzw. stehen könnte’
2
‘Kloster’
1
‘Grund und Boden, auf dem ein Kloster steht bzw. stehen könnte’
swaz si dar zuͦ hofstete vmbe das selbe gesêse bedúrfen ze einer closterstat
[...], da sun si die selbe vriheit haben UrkCorp
(WMU)
2741A,17
2
‘Kloster’
das si den selben weg, der zwischen der mure vnd ir klosterstat sol gan,
besliessen mugen mit torn UrkCorp (WMU)
1591,2
MWB 3,1 367,9; Bearbeiter: Hansen
klôstertor
stN.
‘Klosterpforte’
in allen reit der konig vor. / do er kam zuo dem closterdor, / on dienst er
erbeissete TristMönch
1086
MWB 3,1 367,17; Bearbeiter: Hansen
klôstertür
stF.
‘Klosterpforte’
si wâren mit gemache / innerhalp [auf der inneren
Seite] des klôsters tür [La. der kloster
tür
]
Sperb (N)
33
MWB 3,1 367,20; Bearbeiter: Hansen
klôstervrouwe
swF.
‘Nonne’
dar nach quam ein clostirfrouwe uz Hessin uz eime clostir
Köditz
84,5;
zeinem klôster sante Severînes / dâ phlâgen des lembelînes / die
klôsterfrouwen dâ mit vollen LvRegFr
2982;
den erbern geistlichen frauwen der priolin vnd dem couent gemeinlich der
klosterfrauwen zv Rotenbuͦrg UrkWürzb
41,459
(a. 1350);
Brun
7708;
Elis
2207.
4060;
HvFritzlHl
108,9;
EbvErf
3853;
UrkCorp (WMU)
3216,5
u.ö.
MWB 3,1 367,23; Bearbeiter: Hansen
klôsterwant
stF.
‘Klostermauer’
in den closter wenden [im Kloster]
HeslApk
6570
MWB 3,1 367,32; Bearbeiter: Hansen
klôsterweide
stF.
‘einem Kloster gehörende Weide’
dô sprach der münich: ‘ [...] / wie kumt daz wir niht
gense hân? / die möhten sich vil wol begân / an unser klôsterweide’
Gänslein
89
MWB 3,1 367,34; Bearbeiter: Hansen
klôsterwërre
swM.
jmd., der ein Kloster stört, in Verwirrung bringt:
der selbe [der verlogene Mönch] ist ofte ein
klôster werre / und wêr des nôt, daz er vil verre / in einer zelle wêre aleine /
denne mit nîde in der gemeine Renner
3593
MWB 3,1 367,38; Bearbeiter: Hansen
klôsterwîn
stM.
‘Wein als Abgabe von klösterlichen Gütern’
→ DRW 7,1123 (Bastgen, DomkapTrier; 13. Jh.)
MWB 3,1 367,43; Bearbeiter: Hansen
klôsterwîp
stN.
‘Nonne’
die nvnnen hatten daz ver zorn [dass ein Kamel
ihre Äbtissin werden sollte]
[...]. / do schreiten die chlosterwip, / des wart der
ebtissin lip / zeblven vntz an den tot ReinFu
K,2149
MWB 3,1 367,46; Bearbeiter: Hansen
klôsterwîse
stF.
‘klösterliche Gewohnheit, Brauch’
ein gebærde ich von iu sach, / die ist boͤse closter wise. /
ir hat gezzen gar die spise / die wir alle solten ezzen, /
[...] : / daz reht hat niht diu kutte
Rennew
10765
MWB 3,1 367,51; Bearbeiter: Hansen
klôsterwort
stN.
‘dem Klosterleben angemessenes Wort’
klôsterzuht und klôsterwort / hœrt man von in selten Renner
2902
MWB 3,1 367,56; Bearbeiter: Hansen
klôsterzuht
stF.
‘dem Klosterleben angemessenes Verhalten’
ir klosterzucht in wirde schein / fur ander klosterleute
HeinzelJoh
13,1;
in einem klôster [...] / in dem er hete manic jâr /
mit dêmuot klôsterzühte gepflogen / und ofte die glockestrenge gezogen / in gotes
dienste spât und fruo Renner
23849.
2902
MWB 3,1 367,59; Bearbeiter: Hansen
klotz
stMN.
→
klôʒ
MWB 3,1 368,1;
klotzbir
swF.
‘Dörrbirne, Kletze, Klotzbirne’ (vgl. 2
5Kluge, S. 499):
von dem vas oͤppfel oder chlotzpirn [gibt man als
Zoll]
[...] I. phenning UrbBayS
4,207
MWB 3,1 368,2; Bearbeiter: Hansen
klotzelîn
stN.
→
klœʒelîn
MWB 3,1 368,6;
klouben
swV.
→
klûben
MWB 3,1 368,7; |