Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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k – cadmia
kaf – kalc
calcaire – 2kalle
3kalle – kaltlîchen
kaltnisse – kamerærse
kamerbëlle – kamerselde
kamersidel – kampfer
kampfgenôʒ – kampfwât
kampfwërc – kanonîen
kanonike – kanzelschrîbære
kanzwagen – Cappadociære
kappân – kappûnen
capût (?) – kardenâldiaconus
karele – karra(t)sche
karre – karthiusære
kartur – kæselîn
kæse|lüppe – kasten
kastenære – kathecuminus
kathezizieren – kauerære (?)
kauergerihte – kefse
1kegel – keisertuom
keitivic (?) – kelken
këllære – këlre
këlstëchære – 2kemelîn
kemelînvleisch – kendelîn
kenecte – keppechîn
keppeler – kerkerhaft
kerl – kerrîne
kerschlich – kerzîn
kerzlach – ketenwambîs
kettelinc – keʒʒelære
keʒʒelærinne – kîche
kîchen – kiesærinne
kiesen – kindebet
kindechîn – kindestac
kindestohter – kintbettegemach
kintbetten – Kiperære
Kiper(e) – kirchenbrëchære
kirchenerbe – kirchhërre
kirchhof – kirchtac
kirchtor – kirnen
kirnîn – kitzelen
kitzelîn – kiuwe
kiuwen – klâfterlanc
klâftermâʒe – klagenôt
klagerede – klamben
klamen – klæret
klârheit – klëber
klëbereht – klegerse
klêgrüene – kleinlîche
kleinlîcheit – kleinvüegunge
kleinzëhende – klepfze
kleppisch – klinge
klingelære – klobeholz
klobelouch – klôsterknëht
klôsterlëben – klôsterweide
klôsterwërre – klûde
klüege – klupfen
kluppe – klutterât
klûwen – knëhtelîn
knëhten – kniel (?)
knieleip – knodebôʒe
knödel – knubelen
knugelîn – kobel
kobel – kochman
kochsudel – kôle
kôlegruobe – kolner
kölnisch – komelinc
komen – condewier
condewierde – konkavelite, konkavelit
conplêt – convëntkopf
convëntswester – koraze (?)
körbelîn, körbel, körblî – körnære
kornban – kornmesse
kornmetze – corporâl
corporâlgewæte – kostebæric
kostebærlich – kötze
kotzeht – koufgenôʒ
koufgiric – koufschalc
koufschanze – krachen
kradem – krâme
kræmel – kranc-
krancmüetic – 1krapfe
2krapfe – krëb(e)ʒ
krëbeʒen – krefticheit
krefticlich – kreiʒgengel
kreiʒlingen – kreter
kretscheme – kriechelîn
kriechen – krîgen
krîieren – krippen-
krîsch – kristâbent
kristalle – kristenin
kristenisch – kristiâne
kristier – kriutener
kriuzaltære – kriuzloht
kriuzphenninc – 1krœnen
2krœnen – krotenstein
krotenstutz – krülle
krüllel – krupfei
krüpfen – krûtmezzer
Krûtnowe? – kûchen
kuchenære – küechelmël
küefelære – kugelhuot
kügellîn – kumberlich
kumberlîn – kûmen
kumer – kunde
künde – künftigære
kunftlich – künigeslêhen
künigessilber – künstelîn
künstelôs – kuntmeister
kuntsame – kuosërtærinnesun
kuo|smër – kuppe
1kuppel – kurdewân
kurdewænære – kurpen
kürre – kurtois
kurtoisîe – kurzwîle
kurzwîlen – kuster
kusterîe – kutzelvleisch
kützen – kûze

   knebelîn - kniebein    


knebelîn stN. Dimin. zu knabe , männliches Kind (im Ggs. zum weiblichen), ‘(kleiner) Junge’ (s.a. dëgenkindelîn , dëgenkint , knëhtchîn , knëhtelîn ), vereinzelt ‘junger Mann’ 1 vom Säugling und Kleinkind
2 vom Kind
3 vom jungen Erwachsenen
   1 vom Säugling und Kleinkind: dar nâch in kurzer stunde / diu frouwe ein knebelîn gebar KvWTroj 381; HvNstAp 7106; [Herodes] hiez älliu kindelîn, / diu man dâ funde knäbelîn [die als Knaben erkannt wurden] , / diu zweier jâre besunder / waeren ald dar under, / daz man diu ze stunde / tôte WvRh 4121; SHort 2075; Lanc 1,6; BdN 39,19    2 vom Kind: di kind alle waren / under zehen jaren, / junckfrawen und knebelein HvNstAp 9489; hie ligent tôt zewâre / alle die man [alle männlichen Kinder] in disem jâre / die in disem lande solden sîn / die knehte und die knebelîn. / swaz hie knaben wirt geborn, / die hânt zehant den lîp verlorn StrDan 4362; Ammenh 3195; Tr 5963    3 vom jungen Erwachsenen: ‘ir sult ew paden. / [...] : / so wert ir jungk als ain kint / di pey zwaintzig jaren sint.’ / [...] / yeder man sich under stieß [in den Jungbrunnen] , / [...] / si wurden alle wunnikleich / als di jungen knabelein / di in der pluenden jugend solten sein HvNstAp 13013

MWB 3,1 389,25; Bearbeiterin: Baumgarte

knëht stM. auch knet ( Roth 4816; SpitEich 13,4 ), und verschr. (?) kenc [recth:] ( Roth 3322 ). 1 ‘(junger) Mensch männlichen Geschlechts’ ,
1.1 überw. von Knaben, vom Neugeborenen bis zur Pubertät
1.2 auch vom Mann allg.
2 ‘Mann in dienender, einem Herren untergeordneter Funktion’ unabhängig vom Stand;
2.1 von Männern adeliger Herkunft mit und ohne Ritterwürde (dazu s.a. StrKD 4 , ‘ von zweier hande knehte ’, mit zeitgenössischer Diskussion des Themas), Pagen und Knappen
2.1.1 von Lehensmännern
2.1.2 von Rittern
2.1.3 von Pagen oder Knappen
2.1.4 in der Beschreibung des Verhältnisses eines Minneritters zu seiner Dame (zu eigen vgl. 2.2.1 )
2.2 von Personen nichtadeliger Herkunft
2.2.1 Diener oder Knecht, auch Handwerksgeselle; (junger) Mann, der Teil der Hausgemeinschaft eines Herren/  Meisters ist
2.2.2 im Gegensatz zum Ritter (vgl. bes. 3 )
2.3 in der Beschreibung des Verhältnisses eines Christen zu Gott/  Christus
2.4 in Umschreibungen für teuflische, dämonische Wesen
2.5 übertr. zum Ausdruck einer besonderen Hingabe an eine Idee, Tugend u.ä. oder der Unterworfenheit unter eine herrschende Gewalt
3 vom bewaffneten (adeligen wie nichtadeligen) Kämpfer im Gefolge oder Heer eines Herren
   1 ‘(junger) Mensch männlichen Geschlechts’,    1.1 überw. von Knaben, vom Neugeborenen bis zur Pubertät: alsus quam ez zu den tagen, / daz di vrouwe gelac / und vil grobelich erschrac, / wand ez ein schone knecht was, / des si muterlich genas Pass I/II (HSW) 34545; sît ich was ein swacher kneht, / sô lebt ich iuwers râtes ie Wh 146,28; swa der abe cheret, / der die schuolær leret, / so lernent unrehte / alle die chnehte VRechte 438; ich müeste mich sîn iemer schamen, / ob ich ze man kür einen kneht [den dreizehnjährigen Partonopier (nach einer Liebesnacht mit der Königin)] , / wan ez ist hie ze lande reht, / daz frouwen niht getürren haben / zer ê sô kindische knaben, / sam du, vil trût geselle, bist KvWPart 1903; Mühlh 177,17. – auch ‘Sohn’ he [das Kind Jesus] was gehorsam dim [Marias] gebode, / got was din knecht, he was din bode MarlbRh 61,27. – in Wendungen, die alle Menschen als Ganzheit umschreiben: ez wer man oder frauwe, kneht oder magt, bi dem die [falschen Gewichte] funden oder begriffen wuͤrden WüP 79,5. 89,18; sî mugen ouch lûte, wîp unde man, knehte unde dirnen, zu êwelicheme rehte besizzen StatDtOrd 30,15    1.2 auch vom Mann allg.: do waren in den geslahten / zvelefe tuerliche chnechte / di waren also warhaft / der tugent habeten si di craft VMos 64,27; is dan daz die mannisnamin urin [ihren] suestirin rechti wollin mieti vari [bei der Erbschaft] unde teili, so sulin su uri herrin [ihren Lehensherren] bite, daz su diz lein [Lehen] urin suestirin lien [...] undi un selbin· inwollin iz dan die herrin niemini lie, dan den kneichtin undi den sunin· so sulin su iz inpha· undi sulin iz dan urin suestirin widirsazi mit andirimi guti Mühlh 131,22    2 ‘Mann in dienender, einem Herren untergeordneter Funktion’ unabhängig vom Stand; auffallend häufig in der Verbindung guoter ~ , möglicherweise zur Unterscheidung adeliger Abhängiger von Bediensteten bzw. einfachen Kämpfern und Kriegsknechten (so Jackson S. 21f.; vgl. z.B. schiltknëht ), daneben die Verbindung mit edel (vgl. edelknëht ) und für Dienstboten und Knechte mit eigen (vgl. eigenknëht )    2.1 von Männern adeliger Herkunft mit und ohne Ritterwürde (dazu s.a. StrKD 4, ‘von zweier hande knehte’, mit zeitgenössischer Diskussion des Themas), Pagen und Knappen    2.1.1 von Lehensmännern: den guden knecten allent samint / lech he die richen Scottelant Roth 4825; dar horde manich got knet / Rotheres lant rech ebd. 3351    2.1.2 von Rittern: ir [Keie] erzeiget doch iezuo grôzen haz / disem guoten knehte. / nû tuot ir im unrehte. / ern gedâhte iuwer nie wan wol, / als ein rîter des andern sol Iw 2513; daz [der bei der Mantelprobe aufgedeckte Makel] was dem guoten knehte / swære und âne mâze leit / und ouch der vrouwen gemeit UvZLanz 5992    2.1.3 von Pagen oder Knappen: ditz ist von zweier hande knehte phliht; / der eine wolde ritter werden, der ander niht StrKD 4,1; so wil ich das du laitest swert / und dise liehten sumerzit / [...] / mit dienste min ritter sist. / so du knehtes namen begist / und man dich ritter nemmen sol, / so zimet dir erst ze dinen wol / nach werder vroͮwen lone RvEWh 5156; ine wil niht langer sîn ein kneht, / ich sol schildes ambet hân Parz 154,22; swer vil kûme wære kneht, / der wil nu rîter werden Wig 2333    2.1.4 in der Beschreibung des Verhältnisses eines Minneritters zu seiner Dame (zu eigen vgl. 2.2.1): sît aber ir geruochent jehen / mîn ze cnehte, sælic wîp, / sô sol mîn herze und mîn lîp / iu ze dienste sîn bereit KvWWelt 171; ich muoz iemer ûf gedinge / sîn ir eigen kneht SM:HvStr 2: 5,5; SM:Had 10: 2,11    2.2 von Personen nichtadeliger Herkunft    2.2.1 Diener oder Knecht, auch Handwerksgeselle; (junger) Mann, der Teil der Hausgemeinschaft eines Herren/  Meisters ist: man verbuͤtt auch allen hantwerkknehten und fremden knehten, die nit behuset sint, swert und mezzer bi tage und bi naht WüP 82,2. 17,3; StRFreiberg 289,13; ist er ein wirt, der die notnumpht begangen hat, dem sol man ze sime huse furgebieten: ist ez ein kneht [...], so sol man im furgebieten zem ersten male bi swem er gewaesen ist StRAugsb 88,13. 198,3; er gestalt [...] ze igelichem vihe einen chneht der ez tribe GenM 64,13; diu ross diu zôh man dan / zuo den herbergen; si heten manegen kneht, / die in mit vlîze wâren z’allem dienste gereht NibB 1897,3. 99,1; schweren zimt nur deinen undertanen und deinen chnechten [ subditorum enim est et servorum iurare ] HvHürnh 22,11; UvZLanz 778; VRechte 270; SpdtL 95,9; StatDtOrd 39,21; Hochz 512; VMos 15,7; Volmar 158; RvEBarl 6547. – übertr.: diu werc sint des muotes kneht Bîspel (Pf) 37,68. – mit eigen: daz sie weren eigen / und solden sich erzeigen / mit dienstlichem rechte / alsam die eigene knechte Pass I/II (HSW) 30346; alse soln tuͦn mit rehte / eigene gecoufte knehte Glaub 2071; der sînen eigen kneht slehet ze tôde âne schulde und âne gerihte [...] unde beklaget man in vor einem rihter dar umbe, man nimet im sînen lîp billîcher dar umbe, denne ob er einen fremeden erslagen hete SpdtL 137,1. – mit gemeine: unde an swelhen tagen der cristac gevellet, sô gebe man in gemeiner knehte spîse, wanne man den tach niht mit vastene begêt durch die wirdekeit der hôgegecît StatDtOrd 81,29. 81,16. – in Wendungen, die alle Menschen als Ganzheit umschreiben: dâ hete der herre und der kneht / so genuoc daz in niht gebrach Wh 449,6; ez si herre oder kneht, man oder wib, magt oder kint WüP 97,8; ez si pfaffe oder leye, herre oder kneht, frawe oder magt, rich oder arm ebd. 98,2; – phras. (?): da rihtet got mit rehte / dem herren joch dem chnehte, / der vrouwen joch der diwe Hochz 736; AvaJG 20,2; vnde richte nach rechte / herrin vnde knecten Roth 5077; er rihte wol ze rehte / dem ritter und dem knehte, / dem rîchen als dem armen RvEBarl 13684    2.2.2 im Gegensatz zum Ritter (vgl. bes. 3): wer ist der man? / [...] / weder ist er ritter oder kneht? Tr 10769; den ritteren gab man goldgewand, / von seyden nam sariant, / knechtes knecht von scharlachen HvNstAp 11440; niun tûsent knehte die lâgen tôt erslagen, / dar über ritter zwelfe der Dancwartes man NibB 1936,2. – in Wendungen, die alle an einem Hof versammelten Edlen und Bediensteten umfassen: künc Artûs der milte / lief gegen im und enpfienc in dô. / daz gesinde wart allez vrô; / rîter unde knehte / enpfiengen in wol von rehte Wig 1142. 682; dô wart dar für gesuochet vil manic hêrlîch gewant. / ê daz ez vol ertagete, dô kômen für den sal / vil ritter unde knehte NibB 807,2. 701,1; dâ [beim Gral] muoz der rîter unt der kneht / bewart sîn vor lôsheit Parz 473,2; sie bat vnde gebot, / daz er geselleschaft neme, / die ime wol gezeme. / ez were krump oder recht, / er enwolde ritter noch knech Herb 18313    2.3 in der Beschreibung des Verhältnisses eines Christen zu Gott/  Christus: ‘Abacuc, gotes chneht’, / sprach der engel wider in KvHeimHinv 334; da got die sine chnehte / brahte zuo ir rehte Hochz 1046; daz du [Christus] dine sculdigen knehte / mit ir schepfere versunes Litan 146; durch die schulde er [Christus] im erkôs / sô grôze dêmüete, / daz er durch sîne güete / des knehtes bilde an sich nam / und wart alsô gehôrsam, / daz er sich an daz kriuze bôt / und dar an leit durch uns den tôt RvEBarl 12879. 12901; iz waren zwene gotis knechte [Petrus und Paulus die gotis boten bede, V. 129] . / volge in, so tvͦstu rechte TrSilv 209; SüklV 330; VMos 78,14; RvEBarl 3997. 15017; Pass I/II (HSW) 2360. – auch gegenüber Maria: schöne muͦder vol edelcheide, / din sün ind dine knecht geleide MarlbRh 59,10 u.ö.    2.4 in Umschreibungen für teuflische, dämonische Wesen: so getan gesturme ist michel reht, so des tieveles chneht / mit gewalte vure gat AvaA 8,1; irn müezet morgen vehten / mit zwein des tiuvels knehten. / die sint alsô manhaft, / und hetet ir sehs manne kraft, / daz wære ein wint wider in Iw 6338. 6772; Serv 2953    2.5 übertr. zum Ausdruck einer besonderen Hingabe an eine Idee, Tugend u.ä. oder der Unterworfenheit unter eine herrschende Gewalt: [die ‘Kämpfer’ auf Tristans Seite gegen den 4 Männer starken Morold] daz eine got, daz ander reht, / daz dritte was ir zweier kneht / und ir gewærer dienestman, / der wol gewære Tristan Tr 6884; kneht der milte KvWSilv 1159; der unsælden kneht ZwBüchl 626; dat wir der sünden knecht niͤt ’n werden MarlbRh 59,12; des todes knehten StrKarl (S) 6495    3 vom bewaffneten (adeligen wie nichtadeligen) Kämpfer im Gefolge oder Heer eines Herren: si waren gute knehte / si getorsten wole fehten / si gurten sich mit sverten VMos 54,27; zu deme swerte was er ein gut knecht Rol 706. 71. 2643; do enmoht er wider überkraft / und mit als guoten knehten / langer niht gevehten UvZLanz 1533. 680; die burgære satzten sich ze wer / gelîch vil guoten knehten Eracl 2727; zem êrsten brâht’ er [Hagen] übere tûsent ritter hêr, / dar nâch sîne recken. dannoch was ir mêr. / niun tûsent knehte die fuort’ er an daz lant NibB 1573,3. 1647,4; ÄJud 111; VAlex 1453; Roth 4067. 4372; Er 4405; Iw 6934; Tr 11036. – übertr.: ouch wolde got sineme dienist man / siner arbeite lonan, / sime turen knechte, / der dicke wole gerechte / truͦc die geistlichen wafen Ägidius 1573. – in Wendungen, die das gesamte Heer mit Rittern und Kriegsknechten umfassen: vf die ros, vf die phert, / herren vnde knechte, / zv strite vnde zv fechte Herb 8733; ez gin da an ein fechten / mit herren vnde mit knechten / vnde mit den sarianten ebd. 11790. 9001; er gebôt, daz man swuor / (ez wære rîter oder kneht) / den herfride Eracl 2719. – Lit.: W. H. Jackson, Zum Verhältnis von ritter und kneht im 12. und 13. Jh., FS Stackmann, 1990, S. 19-35; 2HRG 2,1909-11 s.v. Knecht; Kochskämper, Frau u. Mann, bes. S. 212-245.

MWB 3,1 389,48; Bearbeiterin: Baumgarte

knëhtchîn stN. Dimin. zu knëht , ‘männliches Kind (im Ggs. zum weiblichen)’ (s.a. knabe , knebelîn , dëgenkint , -kindelîn ): worde iz ein knechtchin, so solde manz in tun zu Rumarsdorf, wordez abir ein meidichin, so solde manz in tun zu Aldinborg, des ordins der da heizt Premonstratenses unde haldin di regeln sente Augustins Köditz 53,1

MWB 3,1 392,56; Bearbeiterin: Baumgarte

knëhtelach stN. hier -lech; vgl. Mhd. Gr. (KSW) 3 § S 51-55, bes. § S 53. (abwertendes) Dimin. und Kollektivbildung zu knëht , ‘junge Männer, junge Burschen’ sô verwet daz sich, sô gilwet daz sîn gewant, sô hôhvertet daz mit wolsingen, sô hôhvertet daz von nihte, wan ez diu üppikeit dar zuo bringet. dem volkelîn unde den diernlech unde den knehtelech den vert daz herze alle zît gôlenzende, unde wirt manic tûsent menschen von hôhverten verlorn PrBerth 1:83,24

MWB 3,1 392,63; Bearbeiterin: Baumgarte

knëhtelîn stN. auch knechtel ( Pass I/II (HSW) 34523; HvNstAp 9629 ). Dimin. zu knëht 1 zum Ausdruck des geringen Alters ‘männliches Kind (im Ggs. zum weiblichen)’ (s.a. knëhtchîn , knabe , knebelîn , dëgenkint , -kindelîn )
2 zum Ausdruck der geringen Stellung, ‘Knecht, geringer Diener’
   1 zum Ausdruck des geringen Alters ‘männliches Kind (im Ggs. zum weiblichen)’ (s.a. knëhtchîn , knabe , knebelîn , dëgenkint , -kindelîn ): swaz knechtelîne wirt geborn, / den sî der tôt von ûch irkorn NvJer 3871; Pass I/II (HSW) 34523; man seite mir für wâr, daz ein diernlîn von ahte jâren mit einem hin wec gienge! dâ von sult ir [...] sie von einander legen diu knehtelîn unde diernlîn, wan sie sint gar gezîte schalkeite vol PrBerth 1:36,2; RvEWh 5443; EvBeh Lc 2,23; HvNstAp 9629; LvRegFr 4770. – in der umschreibenden übertr. von lat. filius Iudaea : bistu der knechtelin ein / die min vater brachte rein / gevangen von juden lant? [ tu es Danihel de filiis captivitatis Iudae Dn 5,13] Daniel 4627    2 zum Ausdruck der geringen Stellung, ‘Knecht, geringer Diener’ vernula: chnehtelin Gl 3:428,6; [ein gerufener Weiser ist verärgert, weil er seine Klugkeit mit einer Frau messen soll:] welch ist des kuniges rat, / der also wise meistere hat / durch ein dirn her gesamt, / sit unser knechtelin diz amt / wol hete bracht zu dime lobe! Pass III 674,61; ir lônet dem knehtelîn, daz den acker bûwet: dem gebet ir ein wênic güetelîns PrBerth 1:358,9

MWB 3,1 393,9; Bearbeiterin: Baumgarte

knëhten swV. ‘sich zum knëht machen, sich wie ein Diener verhalten’ swa sich der herre knechtet, da herret sich der knecht Frl 5:68,1

MWB 3,1 393,35; Bearbeiterin: Baumgarte

knëhtheit stF. 1 Befähigung als Kämpfer, ‘Mut und Kampfgeschick, Tapferkeit’
2 Glosse zu lat. clientela , ‘Gefolge, Gesinde’ (vgl. AWB 5,276)
   1 Befähigung als Kämpfer, ‘Mut und Kampfgeschick, Tapferkeit’ nehain frum man sol niemer verzagen, / swâ er mit sînem swerte / dehain sîn êre sol beherten. / selbe nesol er sih niht vor ruomen der knehthait, / daz iz im dar nâh iht werde lait Kchr 4605; da gewan der alte Dietrîch / ainen sun hêrlîch, / den kuonen Dietmâren, / dem si alle grôzer knehthaite sît jâhen ebd. 13852; di Baigere han ich selbe erchoren / ze vorderlicher chnechthaite: / zwaincec tusent er laite. / mit ir scarphen swerten / sculen si den sige an in erherten Rol 7793    2 Glosse zu lat. clientela, ‘Gefolge, Gesinde’ (vgl. AWB 5,276): clientela: knetheit SummHeinr 2:18,348

MWB 3,1 393,38; Bearbeiterin: Baumgarte

knëhthûs stN. ‘Unterkunft für Dienende’ er trúget sich selber berlich, der den kúnig aller kúnge wenet setzen in ein gemeines gasthus oder stossen in ein gesundertes knechthus. in blozer abgescheidenheit aller kreature muͦz er sich halten, der den werden gast reht wil enphahen Seuse 219,10

MWB 3,1 393,52; Bearbeiterin: Baumgarte

knëhtkint stN. ‘Knappe, Page’ ich was hofgesint, / herr, von einem knehtkint / bî einem ritter [von der Zeit des knehtkindes an] Helbl 4,566 (vgl. kint stN. 1.2.1)

MWB 3,1 393,58; Bearbeiterin: Baumgarte

knëhtküchen stF. unklar, ob Syntagma. ‘Küche für die Knechte’ (Mhd. Gr. Wortb. § S 367, ohne Beleg)

MWB 3,1 393,62; Bearbeiterin: Baumgarte

knëhtlëben stN. hier: adelige Lebensweise ohne die Ritterwürde (dazu vgl. StrKD 4, ‘von zweier hande knehte’, mit zeitgenössischer Diskussion des Themas; vgl. knëht 2.1): do sprach aber der erste kneht: / din rede ist chrumber denne sleht, / daz du ritter leben druckest / und knecht leben chuckest. / ist er tumb, der ritter wirt, / und ist er weis, der daz verbirt? StrKD 4,52

MWB 3,1 394,1; Bearbeiterin: Baumgarte

knëhtlich Adj. ‘wie ein Diener, nach Art eines Dieners, Untergebenen’ die zwene knappen [...] sahen ire knechte aldort / wol becleidet hine gan, / die vor des waren undertan / in nach knechtlicher art Pass I/II (HSW) 27063; wande sint ein leige brûder, der iârbûze tût, alle sunnetage offenlîche vor deme volke sîne disciplîne entphâhen mûz unde mûz ouch an knehtlichen werken dienen, sô ubersiet man alsô pheffenlicheme ordene daran, [...] StatDtOrd 88,35; hie sullen wir merken, daz der beschoͮlicher geist sol ân sv̍nde sin, want ‘wer svndet, der ist ein kneht der svnden’[...]. der geist sol oͮch zvͦ dem andern mal fri sin von begirde vnd sorge aller zitlicher dingen, daz sint ioch des herten knechlichen dienstes RvBib 51,17; Pass III 392,17; TvKulm 771. – zur Übers. von lat. timor servilis: dev erst vnd dev niderist wurtz ditz pavmes ist der chnehtleich voricht. so dev svndig sel got dannoch fürchtet als ein chneht seinen herren MinnebaumG 456; Seuse 182,10; Brun 11266

MWB 3,1 394,9; Bearbeiterin: Baumgarte

knëhtlîche Adv. ‘kämpferisch, wie ein guter Kämpfer, Ritter’ zehenen he den lîb nam, / [...], / die in slahen wolden. / knehtlîche er sich werde. / mit dem gûten swerde / slûch her vaste unde stach, / unze her dar nider lach En 7039; dû [Judith] hâst uns gevristet bêdû gût unde lîp! / [...] wande dû hâst sô chnehtlîchen getân, / daz nemohte nîmêr vur brâht hân dechein man JJud 1743; sanctus Iohannes hat getichtet, / swer knechtliche ujchtet [d.i. vichtet ] , / daz er den tuvil an gesiget Litan 28

MWB 3,1 394,29; Bearbeiterin: Baumgarte

knëhtlîcheit stF. ‘Knechtschaft (unter der Herrschaft irdischer Zwänge)’ (?): daz vierde ist: alle knehtlicheit vellet im abe, als sanctus Paulus sprichet unde nennet dise volkomenheit alle vier, dô er sprach ‘in Kristô enist weder wîp noch man, weder Jude noch Krieche noch kneht noch frîer, sunder sie sint alle ein in Kristô unde sint süne gotes.’ [Gal 3,28] Eckh (Pf) 482,2. 482,7; HvFritzlHl 55,8

MWB 3,1 394,40; Bearbeiterin: Baumgarte

knehts|phrüende stF. Unterhalt, der Untergebenen zusteht (?), vgl. DRW 7,1153 ohne Belegzitat

MWB 3,1 394,49; Bearbeiterin: Baumgarte

kneppelîn stN. knappelîn

MWB 3,1 394,51;

kneppischeit stF. ‘Knappenschaft, Dasein als → 1knappe manic gebûre sînes suon / in dem Noppenberge wart entwert, / der wol sîn vater hiet genert / mit kæse machen manige frist, / hiet er der kneppischeite list [Kunst, den Knappen zu spielen (Glr.z.St.)] / under wegen gelâzen Ottok 26191. 26419

MWB 3,1 394,52; Bearbeiterin: Wemhöner

kneppischen Adv. ‘wie ein Knappe, nach Art eines Knappen’ der tiuvel hât mir zuo brâht / mîner hûsgenôz sô vil! / für wâr ich daz sprechen wil, / swie sie sich kneppischen hân, / den einen sach ich zacker gân / und den andern rüeben graben. / die muoz ich hînt ze herren haben! Helbl 1,644. 3,103

MWB 3,1 394,59; Bearbeiterin: Wemhöner

knëtærinne stF. ‘Kneterin, Bäckerin (?)’ (vgl. AWB 5,282 mit weiteren mhd. Belegen): pistrix: kneterin SummHeinr 2:19,359. 1:286,243

MWB 3,1 395,1; Bearbeiterin: Wemhöner

knëten stV. (V) ‘(jmdn./etw.) kneten, stoßen’ (meist mit den Händen): pinso [...], premo id est cnito vel cnvson SummHeinr 2:414,319. 2:132,54 1 ‘kneten’
1.1 ‘etw. kneten, (mit etw.) knetend vermengen’
1.2 ‘etw. knetend formen’
2 mit den Füßen/  Knien ‘(herum-)stampfen, stoßen’
   1 ‘kneten’    1.1 ‘etw. kneten, (mit etw.) knetend vermengen’ ain rind wol wetten [ins Joch spannen] / ain taig wol knetten / ain vaden wol zwirnen Irregang (L) 82; PrGeorg 29,6; die jungfrauw [...] nam rockenmel und knat das mit sußer milch Lanc 567,25; Barth 138,13; bilsen bleter gestossen unde mit polenta gekneten ist guͦt vor iesliche swlst [Geschwulst] , als ein plaster druf geleit Macer 57,4 u.ö. – übertr.: er nam vor dem beginne [seiner geistlichen Laufbahn] / dî stucke gar zu sinne, / daran ein geistlîch lebin stât, / und dî in sîme herzin knat / hin und her betrachtinde NvJer 19039; swen si [die Missgönner] den valsch geknetent mit ir hende RvZw 151,7; PrGeorg 30,16    1.2 ‘etw. knetend formen’ diu bilde sîn, / diu er von erden letten / zesämen hât geknetten / in bilde kleiner vogellîn WvRh 5815. 5773; do hiez der kúnig das nieman me / dannen hin in gebe do / deweder hoi, paelle [Stroh] unde stro, / das si in den lein [Lehm] do tetin / den si ze ziegel knetin RvEWchr 9733. 9737    2 mit den Füßen/  Knien ‘(herum-)stampfen, stoßen’ mit iren knien si in knat / mit iren fuessen si in trat Zwickauer (DVN) H,183. – mit Ersparung d. Obj.: tôren arbeit mir behaget / als der mir ofte ein altez mêre saget, / und als ob einer den virlei trete [tanzt] / und [dabei] in einem tiefen horwe knete Renner 18224

MWB 3,1 395,4; Bearbeiterin: Wemhöner

knëtstuol stM. hölzernes Gestell, auf dem bei der Teigherstellung der → knëttroc abgestellt wird, ‘Knetstuhl’, hier als Bestandteil von Personennamen (vgl. Nölle-Hornkamp, Handwerkerbez., S. 110): ditze dinges sint gezivge [...], Chvͦnrat knetstvl [...] UrkCorp 1360,1. 1285,33

MWB 3,1 395,34; Bearbeiterin: Wemhöner

knëttroc stM. auch knëte-. hölzerner Trog, in dem Teig geknetet wird, ‘Backmulde, Backtrog’ ascia: chnetetroc [La. chnetrôch ] SummHeinr 2:180,01.87

MWB 3,1 395,40; Bearbeiterin: Wemhöner

knie stN. ‘Knie’ 1 allg.
1.1 vom Menschen
1.2 von Tieren
2 als Bezugspunkt in Maßangaben
3 in der Beschreibung besonderen Gedränges in Kampf und Turnier
4 in Wendungen
4.1 zum Ausdruck von Demutsbezeugungen und Gesten des Flehens (vgl. kniewen )
4.1.1 ‘(vor jmdm./etw.) auf die Knie fallen, niederknien’
4.1.1.1 ane/ûf diu/  sîniu ~
4.1.1.2 sich ane/ûf diu/  sîniu ~ lân
4.1.1.3 ( vür/  zuo jmdm.) daʒ/  diu ~
4.1.1.4 Einzelnes
4.1.2 ‘(vor jmdm./etw.) in kniender Position verharren, knien’
4.1.2.1 ane/ûf (den/  sînen) knien
4.1.2.2 (vor jmdm.) ûf einem ~ /ûf knien dienen
4.2 zur Umschreibung des Fallens
4.2.1 ûf diu ~ gân
4.2.2 ane/ûf diu ~ komen
4.2.3 ane diu/  sîniu ~ strûchen
   1 allg.    1.1 vom Menschen: dâ diu gelider auf ainander stôzent, sam in dem knie BdN 386,7; sô deheime menschen wê sî an dem chnie Barth 140,6; OvBaierl 164,10; SummHeinr 1:133,244. – erotisch konnotiert: ich endackt ir ir rechtes beyn biß uber ir kny. sie begunde ußermaßen sere weynen und wert sich Lanc 358,29. 610,28    1.2 von Tieren: do sint gar schone wize rinder [...]; sy bygin ouch ir kny wen man si burdit MarcoPolo 8,19; in der provincien sint slangin groz [...]. dy han czwey kny bi dem houpte unde lewin vuze unde eyn krumme klawe ebd. 33,19; der wurm [...] heft sich zwischen dem chnie und dem huf Albrant 1,24. 3,6; daz der elephant in der jugent seiniu knie gepiegen müg, aber in dem alter niht BdN 136,8    2 als Bezugspunkt in Maßangaben: setze diu bein dar în [in den Pflanzensud] unze an diu chnie Barth 147,6; das wasser alle sampt hie / den rossen gie untz an di knie HvNstAp 10931; unz ûf sîn [des Pferdes] knie reicht im diu man Wig 2401; do hob die magit wolgetan / ir wat lossam / vaste ande kne / sie nigedachte der zvcht nie Roth 2091; Tr 6682. – hyperbolisch in der Beschreibung blutiger Kampfszenen: helede gûte / wûten in den blûte / vaste biz an di knî SAlex 2147; Rol 4151; das veld ward pluetes also vol / das es den rossen an dy knie / auff dem praitten velde gie HvNstAp 3803. – in Rechtstexten (vgl. DRW 7,1154 mit weiteren, späteren Belegen): der hak, der zwischen dien selben wingarten hin gat [...], sol alse sin, swenne er nider gedrukket wirt vnd nider gebunden, das er nit hoher slahen sol denne einem man vntz an sine knie UrkCorp (WMU) 2389,29; einen wekken, der alse lang si, das ern mvͤge setcen vffe sinen vvͦs vnde oberhalb sime knie mvge ime selben abe sniden ein morgenbrot ebd. N818,32 ( → kniebrôt und → knieleip ); ez sol ouch dehein man deheinen ku̍rzern rock dragen, danne der fu̍r die knye abe get SpeyrerP 60    3 in der Beschreibung besonderen Gedränges in Kampf und Turnier: manic knie geswal / von hurte und von gedrenge Wig 9015; Heidin III 4330; die vluht gen allen porten si heten, doch gedrenge / geriet. sie, wæn, bekorten stoze vil, da von diu knie die lenge / wurden groz JTit 5009,2; biz in die burc der buhurt gie. / des wart durchstôzen manic knie / in dem grôzen gedrenge Mai 85,16; die ritter [im Buhurt] wurden gar / hôch gemuot dort unde hie. / des wart entrennet manic knie: / von hertem stôzen daz geschach ebd. 7,24. 239,33; Ottok 8141; Parz 263,28; Wh 78,27    4 in Wendungen    4.1 zum Ausdruck von Demutsbezeugungen und Gesten des Flehens (vgl. kniewen )    4.1.1 ‘(vor jmdm./etw.) auf die Knie fallen, niederknien’    4.1.1.1 ane/ûf diu/  sîniu ~ : vallen: do gink zv im [Jesus] ein mensche der viel vor im an di chnye EvAug 40,16; EnikFb 873; er viel dicke an sîniu knie / mit zäherunden ougen Eracl 5254; Salomon der wise man / vroͤliche fúr den alter gie / und viel dafúr ansinú knie RvEWchr 32812; Loheng 3061; sie vielen vür in ûf diu knie RvEBarl 2847; sant Peter viel uf sinú knú Tauler 341,17; RvEBarl 13204 u.ö.; do sú das kint gesachent, / und vielent all uf irú knie WernhMl 4253. 13648; Wig 7197; Lanc 280,6. 243,21 u.ö. – ~ im Sg.: do er gesach das kindelin [Jesus] , / wol bekant er den herren sin / und viel nider uf sin knie WernhMl 5355. – selten (nider) kniewen: mit zwelf vanen er daz lant enphie / und kniet nider ûf diu knie EnikFb 878; do chniet er auf sineu chnie und bat unsern herren daz er ins vergæb PrOberalt 20,2 (= Konr 2 O,32 )    4.1.1.2 sich ane/ûf diu/  sîniu ~ lân: hiemite sich daz volc lie / gein unserme herren an die knie Pass III 663,6; der junge vürst(e) sich dô lie / vür den künig ûf diu knie Bussard 290; Jôsaphât sich dô lie / bî dem grabe ûf sîniu knie RvEBarl 15674. 12336    4.1.1.3 (vür/  zuo jmdm.) daʒ/  diu ~ : biegen: sî begunden biegen / houbet, herze unde chnie KvFuss 1271; grâven, frîen, herzogen / habent mir ir knie gebogen KvWWelt 208; StrKD 37,38; ich búge minú knú zuͦ dem vatter unsers herren Jhesu Christi Tauler 364,18. – ~ als Subj.: dir sich biegent älliu knie / ze himel und ûf der erde hie RvEBarl 25; im dienent alle zu aller frist, / sich mußent bigen alle knie HvNstGZ 1999. 4743; KvHeimHinv 1169; Seuse 395,5. – bildl.: des biuge ich mînes herzen knie / vür got RvEBarl 6119. 7433; RvEGer 1015; NvJer 60; nu spricht S. Paulus: ‘ich búge minú knú’ und meinde die innewendigen knú, nút die uswendigen Tauler 365,15. böugen: unde alle diner dy boygin das kny MarcoPolo 22,14; si böugent vür ime al ir kniͤn MarlbRh 38,26; EvAug 78,23. brouchen (‘biegen’): ich broͮche miniv chnie zoͮ gote Spec 135,30    4.1.1.4 Einzelnes: mit der rede chusten sie / dem herren hende unde chnie, / dar zuo genuoge weinten KvHeimUrst 1376; chnie werdent chrumpent [interl. zu genu curvantur ] PsM H 31,4    4.1.2 ‘(vor jmdm./etw.) in kniender Position verharren, knien’    4.1.2.1 ane/ûf (den/  sînen) knien: ligen: Eraclîus an sînen knien lac / die naht gar unz an den tac Eracl 4919; Elsam von Prâbant diu pflac, swenn sie durch gebet an blôzen kniewen lac, / daz sie ein schellen got ze êren haete Loheng 302; mit allen zuchten er gelac / vor dem swerte uffen knien Pass I/II (HSW) 38197; vor dem crucz lag ein geistlich man off syn knyen und betete Lanc 192,17. 416,18. stân: Thiederich gezoginliche stont / uor ime an den knien Roth 917; die andern stuonden ûf ir chnie / mit armen ûf gerahten KvHeimUrst 1588. 1528; Iw 5158; VatGeb 135    4.1.2.2 (vor jmdm.) ûf einem ~ /ûf knien dienen: auch hant ir und uwer knappen dick vor im gedienet off uwern knyen Lanc 496,6; wann wer den luten dienen sol, / uf einem knie beschiht daz wol Facetus 96    4.2 zur Umschreibung des Fallens    4.2.1 ûf diu ~ gân: Îdêrs Êrecken sluoc / ûf den helm, daz er gie / von dem slage ûf diu knie Er 849    4.2.2 ane/ûf diu ~ komen: sîn slac sich sus gezôch, / daz Parzivâl kom ûf diu knie Parz 740,25; er sluoc in daz er an diu knie / kom vor vrouwen Japhîten Wig 7549; UvZLanz 2075    4.2.3 ane diu/  sîniu ~ strûchen: daz [Pferd] strûchte vaste unz an diu knie, / alsô daz ich den zoum verlie Iw 3669; NibB 1560,3

MWB 3,1 395,43; Bearbeiterin: Wemhöner

knieâder F. Ader, Sehne unter dem Knie? (vgl. EWA 5,643): varix: kniadere GlAnzfWK 41,23

MWB 3,1 397,40; Bearbeiterin: Wemhöner

kniebein stN. ‘Unterschenkel’ crus: chniebain Gl 3:439,47

MWB 3,1 397,42; Bearbeiterin: Wemhöner