k – cadmia kaf – kalc calcaire – 2kalle 3kalle – kaltlîchen kaltnisse – kamerærse kamerbëlle – kamerselde kamersidel – kampfer kampfgenôʒ – kampfwât kampfwërc – kanonîen kanonike – kanzelschrîbære kanzwagen – Cappadociære kappân – kappûnen capût (?) – kardenâldiaconus karele – karra(t)sche karre – karthiusære kartur – kæselîn kæse|lüppe – kasten kastenære – kathecuminus kathezizieren – kauerære (?) kauergerihte – kefse 1kegel – keisertuom keitivic (?) – kelken këllære – këlre këlstëchære – 2kemelîn kemelînvleisch – kendelîn kenecte – keppechîn keppeler – kerkerhaft kerl – kerrîne kerschlich – kerzîn kerzlach – ketenwambîs kettelinc – keʒʒelære keʒʒelærinne – kîche kîchen – kiesærinne kiesen – kindebet kindechîn – kindestac kindestohter – kintbettegemach kintbetten – Kiperære Kiper(e) – kirchenbrëchære kirchenerbe – kirchhërre kirchhof – kirchtac kirchtor – kirnen kirnîn – kitzelen kitzelîn – kiuwe kiuwen – klâfterlanc klâftermâʒe – klagenôt klagerede – klamben klamen – klæret klârheit – klëber klëbereht – klegerse klêgrüene – kleinlîche kleinlîcheit – kleinvüegunge kleinzëhende – klepfze kleppisch – klinge klingelære – klobeholz klobelouch – klôsterknëht klôsterlëben – klôsterweide klôsterwërre – klûde klüege – klupfen kluppe – klutterât klûwen – knëhtelîn knëhten – kniel (?) knieleip – knodebôʒe knödel – knubelen knugelîn – kobel kobel – kochman kochsudel – kôle kôlegruobe – kolner kölnisch – komelinc komen – condewier condewierde – konkavelite, konkavelit conplêt – convëntkopf convëntswester – koraze (?) körbelîn, körbel, körblî – körnære kornban – kornmesse kornmetze – corporâl corporâlgewæte – kostebæric kostebærlich – kötze kotzeht – koufgenôʒ koufgiric – koufschalc koufschanze – krachen kradem – krâme kræmel – kranc- krancmüetic – 1krapfe 2krapfe – krëb(e)ʒ krëbeʒen – krefticheit krefticlich – kreiʒgengel kreiʒlingen – kreter kretscheme – kriechelîn kriechen – krîgen krîieren – krippen- krîsch – kristâbent kristalle – kristenin kristenisch – kristiâne kristier – kriutener kriuzaltære – kriuzloht kriuzphenninc – 1krœnen 2krœnen – krotenstein krotenstutz – krülle krüllel – krupfei krüpfen – krûtmezzer Krûtnowe? – kûchen kuchenære – küechelmël küefelære – kugelhuot kügellîn – kumberlich kumberlîn – kûmen kumer – kunde künde – künftigære kunftlich – künigeslêhen künigessilber – künstelîn künstelôs – kuntmeister kuntsame – kuosërtærinnesun kuo|smër – kuppe 1kuppel – kurdewân kurdewænære – kurpen kürre – kurtois kurtoisîe – kurzwîle kurzwîlen – kuster kusterîe – kutzelvleisch kützen – kûze
|
knëtstuol
stM.
hölzernes Gestell, auf dem bei der Teigherstellung der →
knëttroc
abgestellt wird, ‘Knetstuhl’, hier als Bestandteil von Personennamen
(vgl. Nölle-Hornkamp, Handwerkerbez., S. 110):
ditze dinges sint gezivge [...], Chvͦnrat knetstvl
[...]
UrkCorp
1360,1.
1285,33
MWB 3,1 395,34; Bearbeiterin: Wemhöner
knëttroc
stM.
auch knëte-.
hölzerner Trog, in dem Teig geknetet wird, ‘Backmulde, Backtrog’
ascia: chnetetroc [La. chnetrôch
]
SummHeinr
2:180,01.87
MWB 3,1 395,40; Bearbeiterin: Wemhöner
knie
stN.
‘Knie’
1 allg. 1.1 vom Menschen 1.2 von Tieren 2 als Bezugspunkt in Maßangaben 3 in der Beschreibung besonderen Gedränges in Kampf und Turnier 4 in Wendungen 4.1 zum Ausdruck von Demutsbezeugungen und Gesten des Flehens (vgl.
kniewen
) 4.1.1
‘(vor jmdm./etw.) auf die Knie fallen, niederknien’
4.1.1.1
ane/ûf diu/ sîniu ~
4.1.1.2
sich ane/ûf diu/ sîniu ~ lân 4.1.1.3 ( vür/ zuo jmdm.) daʒ/ diu ~
4.1.1.4 Einzelnes 4.1.2
‘(vor jmdm./etw.) in kniender Position verharren, knien’
4.1.2.1
ane/ûf (den/ sînen) knien 4.1.2.2 (vor jmdm.) ûf einem ~ /ûf knien dienen 4.2 zur Umschreibung des Fallens 4.2.1
ûf diu ~ gân 4.2.2
ane/ûf diu ~ komen 4.2.3
ane diu/ sîniu ~ strûchen
1
allg.
1.1
vom Menschen:
dâ diu gelider auf ainander stôzent, sam in dem knie
BdN
386,7;
sô deheime menschen wê sî an dem chnie
Barth
140,6;
OvBaierl
164,10;
SummHeinr
1:133,244.
– erotisch konnotiert:
ich endackt ir ir rechtes beyn biß uber ir kny. sie
begunde ußermaßen sere weynen und wert sich Lanc
358,29.
610,28
1.2
von Tieren:
do sint gar schone wize rinder [...]; sy bygin
ouch ir kny wen man si burdit MarcoPolo
8,19;
in der provincien sint slangin groz [...]. dy han
czwey kny bi dem houpte unde lewin vuze unde eyn krumme klawe ebd.
33,19;
der wurm [...] heft sich zwischen
dem chnie und dem huf Albrant
1,24.
3,6;
daz der elephant in der jugent seiniu knie gepiegen müg,
aber in dem alter niht BdN
136,8
2
als Bezugspunkt in Maßangaben:
setze diu bein dar în [in den
Pflanzensud] unze an diu chnie Barth
147,6;
das wasser alle sampt hie / den rossen gie untz an di knie
HvNstAp
10931;
unz ûf sîn [des Pferdes] knie
reicht im diu man Wig
2401;
do hob die magit wolgetan / ir wat lossam / vaste ande kne /
sie nigedachte der zvcht nie Roth
2091;
Tr
6682.
– hyperbolisch in der Beschreibung blutiger Kampfszenen:
helede gûte / wûten in den blûte / vaste biz an di knî
SAlex
2147;
Rol
4151;
das veld ward pluetes also vol / das es den rossen an dy
knie / auff dem praitten velde gie HvNstAp
3803.
– in Rechtstexten (vgl. DRW 7,1154 mit weiteren, späteren Belegen):
der hak, der zwischen dien selben wingarten hin gat
[...], sol alse sin, swenne er nider gedrukket wirt
vnd nider gebunden, das er nit hoher slahen sol denne einem man vntz an sine
knie UrkCorp (WMU)
2389,29;
einen wekken, der alse lang si, das ern mvͤge setcen vffe sinen vvͦs vnde
oberhalb sime knie mvge ime selben abe sniden ein morgenbrot ebd.
N818,32
( →
kniebrôt
und →
knieleip
);
ez sol ouch dehein man deheinen ku̍rzern rock dragen, danne der fu̍r die
knye abe get SpeyrerP
60
3
in der Beschreibung besonderen Gedränges in Kampf und Turnier:
manic knie geswal / von hurte und von gedrenge
Wig
9015;
Heidin III
4330;
die vluht gen allen porten si heten, doch gedrenge / geriet. sie, wæn,
bekorten stoze vil, da von diu knie die lenge / wurden groz JTit
5009,2;
biz in die burc der buhurt gie. / des wart durchstôzen manic knie / in dem
grôzen gedrenge Mai
85,16;
die ritter [im Buhurt] wurden gar / hôch gemuot
dort unde hie. / des wart entrennet manic knie: / von hertem stôzen daz geschach
ebd.
7,24.
239,33;
Ottok
8141;
Parz
263,28;
Wh
78,27
4
in Wendungen
4.1
zum Ausdruck von Demutsbezeugungen und Gesten des Flehens (vgl.
kniewen
)
4.1.1
‘(vor jmdm./etw.) auf die Knie fallen, niederknien’
4.1.1.1
ane/ûf diu/ sîniu ~
:
–
vallen:
do gink zv
im [Jesus] ein mensche der viel vor im
an di chnye EvAug
40,16;
EnikFb
873;
er viel dicke an sîniu knie / mit zäherunden
ougen Eracl
5254;
Salomon der wise man / vroͤliche fúr den
alter gie / und viel dafúr ansinú knie RvEWchr
32812;
Loheng
3061;
sie vielen vür in ûf diu knie
RvEBarl
2847;
sant Peter viel uf sinú knú
Tauler
341,17;
RvEBarl
13204
u.ö.;
do sú das kint gesachent, / und vielent all
uf irú knie WernhMl
4253.
13648;
Wig
7197;
Lanc
280,6.
243,21
u.ö.
–
~ im Sg.:
do er gesach das
kindelin [Jesus] , / wol bekant er den
herren sin / und viel nider uf sin knie WernhMl
5355.
– selten (nider) kniewen:
mit zwelf vanen er daz lant enphie / und kniet
nider ûf diu knie EnikFb
878;
do chniet er auf sineu chnie und bat unsern
herren daz er ins vergæb PrOberalt
20,2
(=
Konr
2 O,32
)
4.1.1.2
sich ane/ûf diu/ sîniu ~ lân:
hiemite sich daz volc lie / gein unserme herren an die knie
Pass III
663,6;
der junge vürst(e) sich dô lie / vür den künig ûf diu knie
Bussard
290;
Jôsaphât sich dô lie / bî dem grabe ûf sîniu knie
RvEBarl
15674.
12336
4.1.1.3
(vür/ zuo jmdm.) daʒ/ diu ~
:
–
biegen:
sî begunden biegen / houbet, herze unde chnie
KvFuss
1271;
grâven, frîen, herzogen / habent mir ir knie
gebogen KvWWelt
208;
StrKD
37,38;
ich búge minú knú zuͦ dem vatter unsers
herren Jhesu Christi Tauler
364,18.
–
~ als Subj.:
dir sich biegent älliu knie / ze himel und ûf
der erde hie RvEBarl
25;
im dienent alle zu aller frist, / sich mußent
bigen alle knie HvNstGZ
1999.
4743;
KvHeimHinv
1169;
Seuse
395,5.
– bildl.:
des biuge ich mînes herzen knie / vür got
RvEBarl
6119.
7433;
RvEGer
1015;
NvJer
60;
nu spricht S. Paulus: ‘ich búge minú knú’
und meinde die innewendigen knú, nút die uswendigen
Tauler
365,15.
–
böugen:
unde alle diner dy boygin das kny MarcoPolo
22,14;
si böugent vür ime al ir kniͤn
MarlbRh
38,26;
EvAug
78,23.
–
brouchen (‘biegen’):
ich broͮche miniv chnie zoͮ gote
Spec
135,30
4.1.1.4
Einzelnes:
mit der rede chusten sie / dem herren hende unde
chnie, / dar zuo genuoge weinten KvHeimUrst
1376;
chnie werdent chrumpent [interl. zu genu
curvantur
]
PsM
H 31,4
4.1.2
‘(vor jmdm./etw.) in kniender Position verharren, knien’
4.1.2.1
ane/ûf (den/ sînen) knien:
–
ligen:
Eraclîus an sînen knien lac / die naht gar
unz an den tac Eracl
4919;
Elsam von Prâbant diu pflac, swenn sie durch gebet an blôzen
kniewen lac, / daz sie ein schellen got ze êren haete
Loheng
302;
mit allen zuchten er gelac / vor dem swerte
uffen knien Pass I/II (HSW)
38197;
vor dem crucz lag ein geistlich man off syn
knyen und betete Lanc
192,17.
416,18.
–
stân:
Thiederich gezoginliche stont / uor ime an den
knien Roth
917;
die andern stuonden ûf ir chnie / mit armen ûf
gerahten KvHeimUrst
1588.
1528;
Iw
5158;
VatGeb
135
4.1.2.2
(vor jmdm.) ûf einem ~ /ûf knien dienen:
auch hant ir und uwer knappen dick vor im
gedienet off uwern knyen Lanc
496,6;
wann wer den luten dienen sol, / uf einem knie beschiht daz wol
Facetus
96
4.2
zur Umschreibung des Fallens
4.2.1
ûf diu ~ gân:
Îdêrs Êrecken sluoc / ûf den helm, daz er gie / von dem slage ûf diu
knie Er
849
4.2.2
ane/ûf diu ~ komen:
sîn slac sich sus gezôch, / daz Parzivâl kom ûf diu
knie Parz
740,25;
er sluoc in daz er an diu knie / kom vor vrouwen
Japhîten Wig
7549;
UvZLanz
2075
4.2.3
ane diu/ sîniu ~ strûchen:
daz [Pferd] strûchte vaste
unz an diu knie, / alsô daz ich den zoum verlie Iw
3669;
NibB
1560,3
MWB 3,1 395,43; Bearbeiterin: Wemhöner
knieâder
F.
Ader, Sehne unter dem Knie? (vgl. EWA 5,643):
varix: kniadere GlAnzfWK
41,23
MWB 3,1 397,40; Bearbeiterin: Wemhöner
kniebein
stN.
‘Unterschenkel’
crus: chniebain Gl
3:439,47
MWB 3,1 397,42; Bearbeiterin: Wemhöner
kniebëten
swV.
‘kniend beten’, hier subst.:
ir mochtet hûte / ûwir knîbeten lâzin, / wen ez ist eine unmâze / daz wir sô
lange hîr stân Eilh (L)
4211
MWB 3,1 397,44; Bearbeiterin: Wemhöner
kniebogerat
stN.
‘Kniegelenk’ (vgl.
knierat
):
pobles: knubograd VocOpt
1.266
MWB 3,1 397,48; Bearbeiterin: Wemhöner
kniebrôt
stN.
Bez. für ein vom Boden bis zum Knie reichendes Brot, ‘Kniebrot’ (vgl. DRW
7,1154 s.v. Knie; s.a.
knie
2,
knieleip
,
kniewelinc
2):
insuper duo panes, qui dicuntur chniprot UrbNAlteich
463a;
duos panes, qui dicuntur knyprot ebd.
463b
MWB 3,1 397,50; Bearbeiterin: Wemhöner
kniekël
swF.
‘Kniekehle’
dar nâch stiez / Erkenbolt ein diernelîn, / daz lief nâch dem balle. / er
stiez ez in dem schalle / übr Eppen bein: / dem kinde erschein / ein kniekel von dem
valle Neidh (HW)
43,6
MWB 3,1 397,55; Bearbeiterin: Wemhöner
kniel (?)
Subst.
wohl Dimin. zu knie (vgl. Weinhold, Bair. Gr. § 243), hier übertr. (in
einer Redewendung?):
ez habent auch andreu kräuter gar wunderleicheu werch, sam
patönigekraut und eisenkraut, daz ze latein verbena haizt. iedoch schol man in diu
kniel decken [ihre Wunderwirkung geheimhalten (vgl.
Glr.z.St.)] in disem strâzenlaufær [dem für ein
breites Publikum bestimmten Text] , wan ez wær niht tugentleich
getân, der die hailichait für die hunt würfe und der daz edel gestain under der
swein füez würfe BdN
380,22
MWB 3,1 397,60; Bearbeiterin: Wemhöner
knieleip
stM.
Bez. für ein vom Boden bis zum Knie reichendes Brot, ‘Knielaib’ (vgl.
knie
2; DRW 7,1155; s.a.
kniebrôt
,
kniewelinc
2):
nota ze Walhenstorf des Alnkhouers gut, daz sin was, des sint VIII. hub,
geltent VIII. schaf [Schaff] siliginis
[...]. item X. huͦner, VI. chnielaib vnd X. chæs ze
winahten UrbBayS
4,317(App.).
4,458
u.ö.
MWB 3,1 398,7; Bearbeiterin: Wemhöner
knielinc
stM.
→
kniewelinc
MWB 3,1 398,14;
knierat
stN.
‘Kniekehle, Kniegelenk’ (vgl. EWA 5,639):
genu: knierad SummHeinr
2:6,112;
ze deme chnieraden dâ sint si [die
Beine] gebogen, / daz si sich
leichen [biegen] swenne si scrîten Gen
173;
niderhalb des chnieraden an deme beine stânt die waden ebd.
175;
vertebrum: knurad VocOpt
1.265;
pobles: knoͤirad, knúrad ebd.
1.266
MWB 3,1 398,15; Bearbeiterin: Wemhöner
knierûnen (?)
swV.
Ansatz und Bed. unklar, ‘etw. auf Knien/ kniend raunen’? (vgl.
Anm.z.St., dort als Verschreibung für zwirûnen
‘durch Raunen Zwist säen’ gedeutet):
mit worten crenket si [die böse Zunge] den luft /
unt senket jene, die si dâ tragent, in der helle gruft: / knierûnen, spotten,
smeichen, lugelôsen, mein swern, vluoch bejagen, / daz kan diu bœse zunge
RvZw
94,6
MWB 3,1 398,22; Bearbeiterin: Wemhöner
knieschîbe
swF.
‘Kniescheibe’, häufig pars pro toto für ‘Knie’
sî sluoc mir ûz dem zeswen knie / des slages die knieschîben
BFrau
737;
durch beid chnyescheiben / sluog er im ein wunden, / daz im da von swunden /
beidiv chraft und sinne Krone
10062;
sette er horner [zum Aderlass]
bynnen an daz dye [Oberschenkel] ouer dy knyschyben
OvBaierl
130,20.
132,11;
alsiz [der Elefant] gevellet ouh
dernider, / [...] / iz mûz dâ ligende blîben, / wandiz ne
hât niht knieschîben; / [...] / des ne mach iz niht gebôgen
/ an den schenkelen sîn gebeine SAlex
4365.
– für den Unterschenkel:
der der stercke des pherdes nicht enacht, noch der knyescheyben des starcken
mannes [
tibiis viri Ps 146,10]
PsMb
32(Glossar);
sin [des Pferdes] knyeschijben teilten enzwey /
beynwachs und spat [entzündl. Erkrankung des
Fesselgelenks]
Krone
19847.
– zur Bez. eines Sterns im Sternbild Taurus (vgl. Anm.z.St.):
deu letst clo [Klaue] des
gekruͤmten ohsen mit seiner gepogenn knischeiben KvMSph
47,15
MWB 3,1 398,30; Bearbeiterin: Wemhöner
knieüberwërfen
stN.
‘Übereinanderschlagen der Beine’
der mensch sol lachen ane zene bleckin, sehin ane ougen steckin, redin ane
hende streckin unde ane vingirzaigin, [...], sizzin ane
knie ubirwerfen unde ain siten lainen SeeleSp
368,22
MWB 3,1 398,51; Bearbeiterin: Wemhöner
knieval
stM.
‘Kniefall’
ez ist sîn [Gottes] wille und sîn gebot / daz man
nâch sîner brust slegen / deheiner üppekeite phlege / und nâch sîner knie valle
[La. sînem chnievalle
] / niht engeude noch enschalle WälGa
10269
MWB 3,1 398,56; Bearbeiterin: Wemhöner
knievallen
swV.
‘auf die Knie fallen’
juden unde heiden die kome hiute [...] wider dem
heiligen Criste, daz sie in uble handeloten [...] unde
knievalleten vur in spotlichen PrMill (S)
55,18;
bede weip vnde man / vnde auch div himelische schar / muͤzzen
knievallen dar Wernh
A 692
(=
ebd.
D 768
).
– subst.:
hei waz er im dâ êren tet / mit knievallen und mit bet!
EnikWchr
3414;
PrMd
16
MWB 3,1 398,61; Bearbeiterin: Wemhöner
kniewe|linc
stM.
auch knie-, knî-.
1 Teil der Rüstung zum Schutz der Beine, ‘Knieling’
2 Bez. für ein vom Boden bis zum Knie reichendes Brot (vgl.
knieleip
,
kniebrôt
)
1
Teil der Rüstung zum Schutz der Beine, ‘Knieling’
ein riter der sol an tragen / ein ganzes harnesch;
[...] / [...] / halsperg,
schôs und îsnîn hosen, / büchel, beinbergen oder knieling genant / (si wissen wol,
den es ist erkant, / swas nôtdürftig ist an duͤ bein; / niht anders wan das selbe
ich mein) Ammenh
5829;
wâpenrocke, spaldenîre, knîlinge, vanen
StatDtOrd
108,7;
sine kniewelinge / warent ane stahelringe Herbst
71;
dô traf er ûf die schîben in / des kniewelinges herte
KvWTroj
34917
2
Bez. für ein vom Boden bis zum Knie reichendes Brot (vgl.
knieleip
,
kniebrôt
):
zu mittem meyen hat ein vogt zu recht 2 kniewelinge und 24 brodt
WeistBa
212
(a. 1343)
MWB 3,1 399,5; Bearbeiterin: Wemhöner
kniewen
swV.
auch kniuwen, knúwen.
‘knien, niederknien’ als Geste der Demut und/ oder im Gebet (vgl. zur
Sache 2HRG 2,1911-14; DRW 7,1155f. mit weiteren Belegen)
1 absol. 2 häufig mit präp. Erg. 2.1 meist mit vor/ vür
2.1.1 mit Dat. ‘vor jmdm. in kniender Position verharren, knien’
2.1.2 mit Akk. ‘vor jmdm. auf die Knie gehen, niederknien’ (nicht immer
klar von 2.1.1 zu trennen) 2.2 mit weiteren Präp.
1
absol.:
zwêne [Knappen] knieten unde sniten
Parz
237,17.
645,1;
als dikke únser froͮwe wart genant, so knúweti si
Mechth
2: 4,65;
dise [Heuchler] tuͦnt vil grosser
schinender werke und loͮffent umbe iren aplas, [...] sehent
die schoͤnen bilde an, und knúwent Tauler
247,4;
Daniel
5327;
Ottok
73572.
73637.
– Part.Präs.:
sus vant si Tristan alle / kniuwende unde an ir gebete
Tr
6039;
sô man ez kussen wil, so sal man vor dem crûce tûn eine
lange venie unde ez darnâch kniende kussen StatDtOrd
124,9;
Daniel
5366;
Seuse
42,27;
attr.:
swaz man dâ kniender schenken sach Parz
423,29;
BdN
468,33.
– subst.:
in minnen und in rúwen / mit andaht und knúwen
SHort
8206;
die [täglichen Sünden] vallent
ab mit rúwen [...], mit knúwende und des geliches
manigen dingen Tauler
272,28;
Daniel
6642
2
häufig mit präp. Erg.
2.1
meist mit vor/ vür
2.1.1
mit Dat. ‘vor jmdm. in kniender Position verharren, knien’
ir hant so lang vor mir geknyet Lanc
139,14;
Aiglins kam darzu gande und sah wo syn bruder vor dem
konig knyet ebd.
167,19
u.ö.;
Stephane, ich knúwe bi dir vor den júdeschen herzen
under den scharpfen steinen Mechth
2: 24,35.
3: 9,73;
Walth
11,11;
SchwSp
183b;
MF:Mor
23: 2,6
2.1.2
mit Akk. ‘vor jmdm. auf die Knie gehen, niederknien’ (nicht immer
klar von 2.1.1 zu trennen):
ûf stuont diu maget sâ zehant; / vür ir vrouwen
kniete si dô Wig
5650.
5436;
gein sînem bette gieng ir pfat: / ûffen teppech
kniete si für in Parz
193,1;
nach dez vater tode. kvmet der sun inner iare vnd tage zvͦ dem herren
[...] vnd bvͥtet im sine manschaft. mit
zesammen getanen handen. vnd gange im alse nahe ob er stande. daz er in
gereichen mvͥge. sitzet aber der herre. so sol er fvͥr in knvͥwen
SchwSp
183b;
StatDtOrd
127,8;
Ottok
73633;
er ging zu im und knyet fur yn Lanc
167,9.
341,4
u.ö.;
do gynk czu ym eyn mensche unde knyte vor en
EvBerl
109,3.
51,3;
VMos
23,22;
AvaLJ
116,1;
Tr
8163.
– subst. Inf. (?):
[zugleich mit dem Wirt] twuoc sich Parzivâl.
/ ein sîdîn tweheln wol gemâl / die bôt eins grâven sun dernâch: / dem
was ze knien für si gâch Parz
237,12
2.2
mit weiteren Präp.:
[Pharao] gibute daz man in
[Joseph] inphienge, / daz simi alle chniutin
ingagine [l. engegen
] alsô deme chunige Gen
2084;
Palmer von Assiria / kniete fur das pilde dar
HvNstAp
11891;
off jhem bette saß ein ußermaßen schone jungfrau, und
ein ander jungfrau knyete neben ir und kamte ir hare Lanc
316,11;
über Vîvîanzen kniet er dô Wh
61,23;
so si alle wolten wanen, / daz er an dem bette lage, / so
chnite er uf der erde Rol
2998;
PrOberalt
20,1;
er kniete im zuo der wunden, den helm er ab gebant
NibB
2115,2
MWB 3,1 399,20; Bearbeiterin: Wemhöner
kniewenke
stF.
‘Kniekehle’ (?):
suffrago: knuwenki VocOpt
1.264
MWB 3,1 400,14; Bearbeiterin: Wemhöner
knîp
stM.
rip. knîf.
‘Stechmesser, Dolch’ (vgl.
gnippe
swstF.
):
knipen uel stechmezzer [interl. zu cultellum
]
UrkWittelsb
1,91
(a. 1244);
man dede en ere cleyder aff / ind vant neyst erem lyue / wysse halsberch,
scharpe knyue Karlmeinet
390,37.
388,11.
388,42.
– als Bestandteil von Personennamen (vgl. Nölle-Hornkamp, Handwerkerbez., S.
473):
jch Meingoz Knibe von Grunenberc bekenne an diseme bribe
UrkCorp
1277,2.
1278,25
u.ö.
MWB 3,1 400,16; Bearbeiterin: Wemhöner
knir knei
Interj.
lautmalend für das Zerbrechen des Würfels:
er beginnet eim [Würfel] die ougen uzbrechen / und
hebet ein tobelich geschrei; / den andern bizet er enzwei; /
[zusätzlicher Vers im App.: sus lut der worfil knir kney
] den dritten muscht [zerschlägt] er mit
einem stein Jüngl
434
MWB 3,1 400,25; Bearbeiterin: Wemhöner
knisten
swV.
auch knüsten? (vgl.
zerknüsten
).
‘jmdn./etw. (nieder-)schlagen, -drücken’ (vgl. AWB 5,282f. mit weiteren
Belegen):
sámo mít den gûoten sálbon gehêilet uuérdent dîe
gekníston unte dîe sîechon lîchamon Will
70,11;
der eine hin, der ander her / wart von im geknüstet [Konjektur,
vgl. App.z.St.]
KvWEngelh
2855
MWB 3,1 400,31; Bearbeiterin: Wemhöner
knistunge
stF.
‘Reue, Zerknirschung’
der knistungi [
conpunctioni
] des herzin vnde der inthaltungi den vliz gebin BrZw
49
MWB 3,1 400,38; Bearbeiterin: Wemhöner |