Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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k – cadmia
kaf – kalc
calcaire – 2kalle
3kalle – kaltlîchen
kaltnisse – kamerærse
kamerbëlle – kamerselde
kamersidel – kampfer
kampfgenôʒ – kampfwât
kampfwërc – kanonîen
kanonike – kanzelschrîbære
kanzwagen – Cappadociære
kappân – kappûnen
capût (?) – kardenâldiaconus
karele – karra(t)sche
karre – karthiusære
kartur – kæselîn
kæse|lüppe – kasten
kastenære – kathecuminus
kathezizieren – kauerære (?)
kauergerihte – kefse
1kegel – keisertuom
keitivic (?) – kelken
këllære – këlre
këlstëchære – 2kemelîn
kemelînvleisch – kendelîn
kenecte – keppechîn
keppeler – kerkerhaft
kerl – kerrîne
kerschlich – kerzîn
kerzlach – ketenwambîs
kettelinc – keʒʒelære
keʒʒelærinne – kîche
kîchen – kiesærinne
kiesen – kindebet
kindechîn – kindestac
kindestohter – kintbettegemach
kintbetten – Kiperære
Kiper(e) – kirchenbrëchære
kirchenerbe – kirchhërre
kirchhof – kirchtac
kirchtor – kirnen
kirnîn – kitzelen
kitzelîn – kiuwe
kiuwen – klâfterlanc
klâftermâʒe – klagenôt
klagerede – klamben
klamen – klæret
klârheit – klëber
klëbereht – klegerse
klêgrüene – kleinlîche
kleinlîcheit – kleinvüegunge
kleinzëhende – klepfze
kleppisch – klinge
klingelære – klobeholz
klobelouch – klôsterknëht
klôsterlëben – klôsterweide
klôsterwërre – klûde
klüege – klupfen
kluppe – klutterât
klûwen – knëhtelîn
knëhten – kniel (?)
knieleip – knodebôʒe
knödel – knubelen
knugelîn – kobel
kobel – kochman
kochsudel – kôle
kôlegruobe – kolner
kölnisch – komelinc
komen – condewier
condewierde – konkavelite, konkavelit
conplêt – convëntkopf
convëntswester – koraze (?)
körbelîn, körbel, körblî – körnære
kornban – kornmesse
kornmetze – corporâl
corporâlgewæte – kostebæric
kostebærlich – kötze
kotzeht – koufgenôʒ
koufgiric – koufschalc
koufschanze – krachen
kradem – krâme
kræmel – kranc-
krancmüetic – 1krapfe
2krapfe – krëb(e)ʒ
krëbeʒen – krefticheit
krefticlich – kreiʒgengel
kreiʒlingen – kreter
kretscheme – kriechelîn
kriechen – krîgen
krîieren – krippen-
krîsch – kristâbent
kristalle – kristenin
kristenisch – kristiâne
kristier – kriutener
kriuzaltære – kriuzloht
kriuzphenninc – 1krœnen
2krœnen – krotenstein
krotenstutz – krülle
krüllel – krupfei
krüpfen – krûtmezzer
Krûtnowe? – kûchen
kuchenære – küechelmël
küefelære – kugelhuot
kügellîn – kumberlich
kumberlîn – kûmen
kumer – kunde
künde – künftigære
kunftlich – künigeslêhen
künigessilber – künstelîn
künstelôs – kuntmeister
kuntsame – kuosërtærinnesun
kuo|smër – kuppe
1kuppel – kurdewân
kurdewænære – kurpen
kürre – kurtois
kurtoisîe – kurzwîle
kurzwîlen – kuster
kusterîe – kutzelvleisch
kützen – kûze

   knieüberwërfen - knolle    


knieüberwërfen stN. ‘Übereinanderschlagen der Beine’ der mensch sol lachen ane zene bleckin, sehin ane ougen steckin, redin ane hende streckin unde ane vingirzaigin, [...], sizzin ane knie ubirwerfen unde ain siten lainen SeeleSp 368,22

MWB 3,1 398,51; Bearbeiterin: Wemhöner

knieval stM. ‘Kniefall’ ez ist sîn [Gottes] wille und sîn gebot / daz man nâch sîner brust slegen / deheiner üppekeite phlege / und nâch sîner knie valle [La. sînem chnievalle ] / niht engeude noch enschalle WälGa 10269

MWB 3,1 398,56; Bearbeiterin: Wemhöner

knievallen swV. ‘auf die Knie fallen’ juden unde heiden die kome hiute [...] wider dem heiligen Criste, daz sie in uble handeloten [...] unde knievalleten vur in spotlichen PrMill (S) 55,18; bede weip vnde man / vnde auch div himelische schar / muͤzzen knievallen dar Wernh A 692 (= ebd. D 768 ). – subst.: hei waz er im dâ êren tet / mit knievallen und mit bet! EnikWchr 3414; PrMd 16

MWB 3,1 398,61; Bearbeiterin: Wemhöner

kniewe|linc stM. auch knie-, knî-. 1 Teil der Rüstung zum Schutz der Beine, ‘Knieling’
2 Bez. für ein vom Boden bis zum Knie reichendes Brot (vgl. knieleip , kniebrôt )
   1 Teil der Rüstung zum Schutz der Beine, ‘Knieling’ ein riter der sol an tragen / ein ganzes harnesch; [...] / [...] / halsperg, schôs und îsnîn hosen, / büchel, beinbergen oder knieling genant / (si wissen wol, den es ist erkant, / swas nôtdürftig ist an duͤ bein; / niht anders wan das selbe ich mein) Ammenh 5829; wâpenrocke, spaldenîre, knîlinge, vanen StatDtOrd 108,7; sine kniewelinge / warent ane stahelringe Herbst 71; dô traf er ûf die schîben in / des kniewelinges herte KvWTroj 34917    2 Bez. für ein vom Boden bis zum Knie reichendes Brot (vgl. knieleip , kniebrôt ): zu mittem meyen hat ein vogt zu recht 2 kniewelinge und 24 brodt WeistBa 212 (a. 1343)

MWB 3,1 399,5; Bearbeiterin: Wemhöner

kniewen swV. auch kniuwen, knúwen. ‘knien, niederknien’ als Geste der Demut und/  oder im Gebet (vgl. zur Sache 2HRG 2,1911-14; DRW 7,1155f. mit weiteren Belegen) 1 absol.
2 häufig mit präp. Erg.
2.1 meist mit vor/  vür
2.1.1 mit Dat. ‘vor jmdm. in kniender Position verharren, knien’
2.1.2 mit Akk. ‘vor jmdm. auf die Knie gehen, niederknien’ (nicht immer klar von 2.1.1 zu trennen)
2.2 mit weiteren Präp.
   1 absol.: zwêne [Knappen] knieten unde sniten Parz 237,17. 645,1; als dikke únser froͮwe wart genant, so knúweti si Mechth 2: 4,65; dise [Heuchler] tuͦnt vil grosser schinender werke und loͮffent umbe iren aplas, [...] sehent die schoͤnen bilde an, und knúwent Tauler 247,4; Daniel 5327; Ottok 73572. 73637. – Part.Präs.: sus vant si Tristan alle / kniuwende unde an ir gebete Tr 6039; sô man ez kussen wil, so sal man vor dem crûce tûn eine lange venie unde ez darnâch kniende kussen StatDtOrd 124,9; Daniel 5366; Seuse 42,27; attr.: swaz man dâ kniender schenken sach Parz 423,29; BdN 468,33. – subst.: in minnen und in rúwen / mit andaht und knúwen SHort 8206; die [täglichen Sünden] vallent ab mit rúwen [...], mit knúwende und des geliches manigen dingen Tauler 272,28; Daniel 6642    2 häufig mit präp. Erg.    2.1 meist mit vor/  vür    2.1.1 mit Dat. ‘vor jmdm. in kniender Position verharren, knien’ ir hant so lang vor mir geknyet Lanc 139,14; Aiglins kam darzu gande und sah wo syn bruder vor dem konig knyet ebd. 167,19 u.ö.; Stephane, ich knúwe bi dir vor den júdeschen herzen under den scharpfen steinen Mechth 2: 24,35. 3: 9,73; Walth 11,11; SchwSp 183b; MF:Mor 23: 2,6    2.1.2 mit Akk. ‘vor jmdm. auf die Knie gehen, niederknien’ (nicht immer klar von 2.1.1 zu trennen): ûf stuont diu maget sâ zehant; / vür ir vrouwen kniete si dô Wig 5650. 5436; gein sînem bette gieng ir pfat: / ûffen teppech kniete si für in Parz 193,1; nach dez vater tode. kvmet der sun inner iare vnd tage zvͦ dem herren [...] vnd bvͥtet im sine manschaft. mit zesammen getanen handen. vnd gange im alse nahe ob er stande. daz er in gereichen mvͥge. sitzet aber der herre. so sol er fvͥr in knvͥwen SchwSp 183b; StatDtOrd 127,8; Ottok 73633; er ging zu im und knyet fur yn Lanc 167,9. 341,4 u.ö.; do gynk czu ym eyn mensche unde knyte vor en EvBerl 109,3. 51,3; VMos 23,22; AvaLJ 116,1; Tr 8163. – subst. Inf. (?): [zugleich mit dem Wirt] twuoc sich Parzivâl. / ein sîdîn tweheln wol gemâl / die bôt eins grâven sun dernâch: / dem was ze knien für si gâch Parz 237,12    2.2 mit weiteren Präp.: [Pharao] gibute daz man in [Joseph] inphienge, / daz simi alle chniutin ingagine [l. engegen ] alsô deme chunige Gen 2084; Palmer von Assiria / kniete fur das pilde dar HvNstAp 11891; off jhem bette saß ein ußermaßen schone jungfrau, und ein ander jungfrau knyete neben ir und kamte ir hare Lanc 316,11; über Vîvîanzen kniet er dô Wh 61,23; so si alle wolten wanen, / daz er an dem bette lage, / so chnite er uf der erde Rol 2998; PrOberalt 20,1; er kniete im zuo der wunden, den helm er ab gebant NibB 2115,2

MWB 3,1 399,20; Bearbeiterin: Wemhöner

kniewenke stF. ‘Kniekehle’ (?): suffrago: knuwenki VocOpt 1.264

MWB 3,1 400,14; Bearbeiterin: Wemhöner

knîp stM. rip. knîf. ‘Stechmesser, Dolch’ (vgl. gnippe swstF. ): knipen uel stechmezzer [interl. zu cultellum ] UrkWittelsb 1,91 (a. 1244); man dede en ere cleyder aff / ind vant neyst erem lyue / wysse halsberch, scharpe knyue Karlmeinet 390,37. 388,11. 388,42. – als Bestandteil von Personennamen (vgl. Nölle-Hornkamp, Handwerkerbez., S. 473): jch Meingoz Knibe von Grunenberc bekenne an diseme bribe UrkCorp 1277,2. 1278,25 u.ö.

MWB 3,1 400,16; Bearbeiterin: Wemhöner

knir knei Interj. lautmalend für das Zerbrechen des Würfels: er beginnet eim [Würfel] die ougen uzbrechen / und hebet ein tobelich geschrei; / den andern bizet er enzwei; / [zusätzlicher Vers im App.: sus lut der worfil knir kney ] den dritten muscht [zerschlägt] er mit einem stein Jüngl 434

MWB 3,1 400,25; Bearbeiterin: Wemhöner

knisten swV. auch knüsten? (vgl. zerknüsten ). ‘jmdn./etw. (nieder-)schlagen, -drücken’ (vgl. AWB 5,282f. mit weiteren Belegen): sámo mít den gûoten sálbon gehêilet uuérdent dîe gekníston unte dîe sîechon lîchamon Will 70,11; der eine hin, der ander her / wart von im geknüstet [Konjektur, vgl. App.z.St.] KvWEngelh 2855

MWB 3,1 400,31; Bearbeiterin: Wemhöner

knistunge stF. ‘Reue, Zerknirschung’ der knistungi [ conpunctioni ] des herzin vnde der inthaltungi den vliz gebin BrZw 49

MWB 3,1 400,38; Bearbeiterin: Wemhöner

kniuwelîn, kniuwel stN. kliuwelîn

MWB 3,1 400,41;

kniuwen swV. kniewen

MWB 3,1 400,42;

knobel stM. ‘rundliche Bodenerhebung, kleiner Hügel’ (vgl. SchweizId 3,717 s.v. Chnubel): ein acher zem knobel UrkCorp (WMU) 395,24

MWB 3,1 400,43; Bearbeiterin: Wemhöner

knobelouch stM. ahd. regelhaft klobe-, seit dem 11. Jh. zunehmend dissimiliert zu knobe- (vgl. EWA 5,613); auch chloflech ( Albrant 3,17 ), chnoveluch ( Barth 157,29 ). ‘Knoblauch’ nim denne suͤzze milich vnd sehs totern vnd zwei haupt knobelauches, die groz sint, vnd schele die schone vnd stoz sie BvgSp 42; SalArz 13,33; UrkLicht 7,467 (a. 1340); StRMeran 413; wer sich vor ainem leoparden beschirmen well, der nem knoblauch und reib in zwischen den henden, sô fleucht der leopard BdN 145,10; sie [die Ägypter] wolden anebeten ouch / ziebollen, krût und knobelouch RvEBarl 10562; LBarl 11342. – als Bestandteil von Personennamen (vgl. Nölle-Hornkamp, Handwerkerbez., S. 132): Chvnrad der Chnoblavch UrkCorp (WMU) 1209,41

MWB 3,1 400,46; Bearbeiterin: Wemhöner

knobelouchhoubet stN. ‘Knoblauchknolle’ nime zwainzech phefers chorn unde chnobeluchhoubet unde temper die in warmem wazer Barth 154,7

MWB 3,1 400,62; Bearbeiterin: Wemhöner

knoche swM. auch knucke. ‘Knochen’ (vgl. bein ): do geist [...] / zoch an sich menschen knochen / in einer meide libe Frl 7:6,15; alle sine knochen / wurden im zubrochen / von mangem herten slage Zwickauer 375. – hier wohl ‘knorpeliges Stück Fleisch’ (vgl. Glr.z.St. in Hayer, BvgSp.): der eynen fladen woͤlle machen von fleische, der nem fleisch, daz do ge von dem lumbel [Lende] oder von dem wenste, vnd nim knucken, vnd daz daz wol gesoten werde vnd hackez cleyne BvgSp 86. 87

MWB 3,1 401,1; Bearbeiterin: Wemhöner

knöchelîn stN. hier md. knuohelîn. Dimin. zu knoche, ‘Fingerknöchel’ (vgl. knübel ): [sein kniefälliges Beten] daz was groz daz ime knorrin warin gewahsehin an den kniwen. [...] alsame was ime an sinen knuohelin an den handen gewahsin do [er] sich mite inthilt [abstützte] PrMd 16

MWB 3,1 401,12; Bearbeiterin: Wemhöner

knochen swV. knôpen

MWB 3,1 401,18;

knode, knote swM. obd. knode, md. knote, bereits in ahd. Zeit belegt (vgl. EWA 5,645ff.). 1 ‘rundliche Verdickung, Knoten’
1.1 organisch
1.2 andere Materialien
2 ‘festgezogene Verschlingung, Knoten’
2.1 eigentl.
2.1.1 an Riemen, Stricken u.ä.
2.1.2 an Kleidungsstücken, oft bildl. für verschlissene, schadhafte oder geflickte Kleidung
2.2 übertr. häufig in Texten der Deutschordensliteratur, oft semantisch verblasst und/  oder als Reimwort
2.2.1 ‘Verknüpfung, Verbindung, Zusammenhang; Struktur’
2.2.2 ‘Verstrickung, Verwirrung, Komplikation’
2.2.3 Einzelnes
2.2.3.1 ‘Urgrund, Anfang’
2.2.3.2 ‘Kern einer Sache, eines Problems’ (vgl. mit späteren Belegen TPMA 7,108)
2.2.3.3 ‘Schicksal’
3 ‘Fessel’ , in der Wendung des kerkæres ~ auch metonymisch für ‘Gefangenschaft, Gefängnis’
   1 ‘rundliche Verdickung, Knoten’    1.1 organisch: der weinreb hât die art, daz er ain seit an dem ast an ainem knoden [ in uno nodo ] daz weinplat auzscheuzt BdN 351,12. 390,29; her [der Löwe] envortilge mit den knoten / sines zageles die vuz trite, / [...] / so daz in niemant spor HeslApk 9460; diu kel [des Menschen und mancher Tiere] ist voller kruspeln und knoden BdN 18,25; ez sint auch die küen [jene kühn] , [...] der glider knoden [...] starch sint ebd. 49,27; dem ersten gieng es [das Wasser] an den knoden [Fußknöchel] , dem anderen gieng es an die knüw Eckh 2:467,1    1.2 andere Materialien: de kindre sloeghen si mit geislen do, / daran hiengen conoten van bli also: / daz bloet van irm libe vloes Alischanz 116; HeslApk 11052    2 ‘festgezogene Verschlingung, Knoten’    2.1 eigentl.    2.1.1 an Riemen, Stricken u.ä.: nim den riemen unde chnuphe dar an einen chnoden Barth 151,13; er treit den gurtel knoten-voll JvNürnberg 221; sie losten vrolich den knoten [des Galgenstricks] , / da jener an gestricket wart Pass I/II (HSW) 25618. – in Verbindung mit seil pars pro toto für das Mönchshabit: was sol münigen werltlich gewant, die knoten unde seil umme sich solten knupfen Meissner 17:13,8    2.1.2 an Kleidungsstücken, oft bildl. für verschlissene, schadhafte oder geflickte Kleidung: so ist min hemd voll knoten gar, / so manigen tak hat nit das jar JvNürnberg 223; der frouwen [...] heten die este und etslich dorn / ir hemde zerfüeret: [...] sine fuorte niht wan knoden an Parz 257,14. 260,6. – unklar, evtl. Bez. für einen Teil des Waffenrocks: nun sehet, wie gar lobebære, / als ob ez ein kotze wære / rehte dicke von zoten, / an einem ieglîchen knoten / ein vingerlîn gestecket. / alsô was ez bedecket / der wâpenroc pfellîn [vgl. Anm.z.St.] Wigam (B) 2031; die ungetrewen schintvezzel [d.i. schiltvezzel, Band zum Umhängen und Tragen des Schildes, hier metonymsch für Kriegsknechte] [...] machent knoden an die gugeln und an die röck BdN 235,11    2.2 übertr. häufig in Texten der Deutschordensliteratur, oft semantisch verblasst und/  oder als Reimwort    2.2.1 ‘Verknüpfung, Verbindung, Zusammenhang; Struktur’ noch wil ich stricken einen knoten: / danket bruoder Reimboten, / der mich die rede tihten bat EbvErf 4517; ich habe gesprochen da bevur, / daz ich nach miner willekur / daz buch von unsers herren boten / tichten wolde in einen knoten Pass I/II (HSW) 36410; sache [ prima causa = Gott] einen knoten stricte / mit underscheidener dinge kraft, / dar uf sneit sie vünf ecke / mit ir vil bernder meisterschaft Frl 7:9,1. 7:9,5; der knote was gelich aller creatiur ebd. 7:9,6; vort merket hi den knoten / van der bigraft [Grabstätte] der zwelfboten. / Petrus unde Paulus fin / zu Rome begraben sin HistAE 6121; di wile daz der knote / dem menschen ist so verstricket, / so weyz er nicht waz geschicket / got an ym hat bescheidenclich Hiob 3350; do stricten die zwelfboten / aber vorbaz den knoten / und satzten mit rate / pabeste, prelate, / die des libes sich irwegen / und der cristenheite pflegen HeslApk 3622. 10296. – von Erzählungen ‘Wendung’ do ich unse vrouwen / zu himele mit getichte liez, / do duchte mich, daz iren vliez / di materie und iren knoten / wol neme an die zwelfboten Pass I/II (HSW) 36441    2.2.2 ‘Verstrickung, Verwirrung, Komplikation’ min herre hat mir ouch enpoten / er wolle entlosen den knoten / den hie gestricket hat myn leben Vät 33452; da mite ouch in sin herze brach / ein liecht von dem gelouben, / daz in begonde rouben / von der e valschem knoten Pass I/II (HSW) 17841; si wonten, ein valscher knote / und der Juden koukelkunst, / hetten sines [Alexanders] mutes gunst / vorwandelt und ummegetan HistAE 5056. – ‘Konflikt’ er wolde losen den knoten / und ez rechen mit der hant Pass I/II (HSW) 19604; do [mit der Taufe] worde wir allentsamet / nach Criste cristene genamet / und wart entstricket der knote / zwischen uns heiden und gote / gotlicher unminne HeslApk 10339 (vgl. dagegen Anm.z.St.) – ‘Hindernis’ Symon der valschafte man / mit stetem willen bleib daran, / daz er den heiligen boten / stricte leidigen knoten / under der gemeinen diet Pass I/II (HSW) 20736; wider den luten sie triben / manigen werren unde knoten / uf die heiligen zwelfboten / in Babilonien lande ebd. 34299. – häufig von relig. Texten und deren Auslegung ‘Geheimnis, Schwierigkeit’ (vgl. TPMA 7,108): des wêne ich, daz die zwelf boten / niht sô manigerleie knoten / an iren predigen haben gemacht, / als man sider hât erdâht Renner 22364; zu stunt als die zwelfboten / der heiligen schrifte knoten / zu entlosene begunden HeslApk 13176; hir liget noch vorborgen ein knote ebd. 4487 u.ö.; ine kan gesprechen noch entar, / warumbe die minne des verhinc, / daz si den val [Adams] niht under vinc, / sit er doch vor kunt was gote. / hie belibet unzerloset der knote, / er ist zu ho gebunden Vät 54; Daniel 6509. 4738. – ‘Rätsel’ Clinsor ich loese dir die knoten Wartb (H) 359:4,1; Loheng 41    2.2.3 Einzelnes    2.2.3.1 ‘Urgrund, Anfang’ laze wir des walden [...] Gote, / der ist der höste knote TvKulm 4828    2.2.3.2 ‘Kern einer Sache, eines Problems’ (vgl. mit späteren Belegen TPMA 7,108): sich, Job, daz ist der knote! / got tut ane sache nicht, / des du lange bist bericht Hiob 4404. 14621    2.2.3.3 ‘Schicksal’ daz im bestricket ist der knote, / daz er ein vurste ist genant / in des himelriches lant Vät 33408; diz ist der warhafte knote, / da wider nymant mac noch sol Hiob 7082    3 ‘Fessel’, in der Wendung des kerkæres ~ auch metonymisch für ‘Gefangenschaft, Gefängnis’ du bist vri, / wand gelost ist din knote Pass I/II (HSW) 41929; do hiez er in besliezen / in des kerkeres knoten ebd. 23973. 19472 u.ö. – bildl.: dins jamers knoten / kund ich dir entstricken WhvÖst 11396; du entbindes gar den knoten / recht aller diner sunden HeslApk 7174; do twanc der grozen tugende craft / Jacobum den zwelfboten, / daz er von allen leides knoten / [...] / den vrunt wolde losen Pass I/II (HSW) 25924. 35318

MWB 3,1 401,19; Bearbeiterin: Wemhöner

knodebôʒe swM. spöttische Bezeichnung für einen kleinen, dicken Menschen: die kurczen und die grozzen / daz sint knorzen oder bozzen [La. die kurzen und die gestozen/ das sint alles knodebozen ] MinneR 52 90

MWB 3,1 403,15; Bearbeiterin: Wemhöner

knödel stN. Dimin. zu knode, ‘kleiner Knoten’ dar umb verhüllet diu nâtûr diu fruhttragerlein, daz sint die frühtigen knödel [Fruchtknoten] auf den paumen, mit pletern BdN 93,16

MWB 3,1 403,20; Bearbeiterin: Wemhöner

knoden swV. ‘(ver-)knüpfen’ knoden, stricken: nectere GlAnzfKdVz 7:301,326

MWB 3,1 403,24; Bearbeiterin: Wemhöner

knodoht Adj. ‘knotig’ daz ander [ kraut ] wehset an wäzzerigen steten [...] und hât ain knodot wurz BdN 404,6; der mertrack hât ainen knodohten swanz ebd. 235,2; [der Skorpion] hât an seim knodochten zagel ain scharf spitz, diu ist voller vergift ebd. 282,10 u.ö.

MWB 3,1 403,26; Bearbeiterin: Wemhöner

knögerlîn stN. ‘kleine (Blatt-)Knospe’ man nimt die probsen [Knospen] oder diu knögerlein [ tubera ] , diu ze laub sölten sein worden, und seudet die in ungesalzenr putern BdN 339,34

MWB 3,1 403,32; Bearbeiterin: Wemhöner

knolle swM. 1 ‘Klumpen, Ballen’
2 bildl. und übertr.
2.1 ‘Last’
2.2 von Personen ‘einfacher, ungebildeter Mensch’
2.3 in der Verbindung knollen gewinnen wohl ‘zornig, grob werden’ (vgl. Komm.  z.St.)
3 als (sprechender) Bestandteil von Personennamen
   1 ‘Klumpen, Ballen’ er nam bech unde vaiztez vlaichs unde hâr unde sôt dc under ainander unde machot dc ze knollon PrSchw 2,109; ab den schâfen schar si woll / des wart ein michel knoll EnikWchr 1436. 1504; der bâbst enruochet wer beschirt, / daz im der wollen ein knolle wirt Renner 9024. – von Metall, das in dieser Form aufbewahrt wird (vgl. silberknolle ): nâch blî der künic sante; / zuo einem knollen man ez rante EnikWchr 19168. 24469; ez lit manic guldin knolle / dort in jenen shrinen Rennew 12030; Parz 17,23; JTit 6234,2 u.ö.    2 bildl. und übertr.    2.1 ‘Last’ swer nu sîner sêle wölle frumen, / der lege vür sich der sünden knollen, / von dem sîn herze was zeswollen Renner 19455; PrBerth 1:67,27; nach minne sin gerunge was siner jugende ein berk mezer [berggleicher] knolle, / daz er si mit kuͤsche muͦst verdecken, / swie dick im liechte ougen und munde rot di minne kunde erwecken JTit 265,2    2.2 von Personen ‘einfacher, ungebildeter Mensch’ die knollen, / di propheten und David Brun 7001    2.3 in der Verbindung knollen gewinnen wohl ‘zornig, grob werden’ (vgl. Komm.  z.St.): singe ich mînen höveschen sanc, sô klagent siz Stollen. / dêswâr ich gewinne ouch lîhte knollen, / sît sî die schalkheit wellen, ich gemache in vollen kragen Walth 32,12    3 als (sprechender) Bestandteil von Personennamen: daz die Knollen zvͤ Gansheim lehen von mir habnt UrkCorp (WMU) 234,30. – hierher oder zu 2.2 (?): Conrat Knoll und sin wib Bauernh 105

MWB 3,1 403,36; Bearbeiterin: Wemhöner