k – cadmia kaf – kalc calcaire – 2kalle 3kalle – kaltlîchen kaltnisse – kamerærse kamerbëlle – kamerselde kamersidel – kampfer kampfgenôʒ – kampfwât kampfwërc – kanonîen kanonike – kanzelschrîbære kanzwagen – Cappadociære kappân – kappûnen capût (?) – kardenâldiaconus karele – karra(t)sche karre – karthiusære kartur – kæselîn kæse|lüppe – kasten kastenære – kathecuminus kathezizieren – kauerære (?) kauergerihte – kefse 1kegel – keisertuom keitivic (?) – kelken këllære – këlre këlstëchære – 2kemelîn kemelînvleisch – kendelîn kenecte – keppechîn keppeler – kerkerhaft kerl – kerrîne kerschlich – kerzîn kerzlach – ketenwambîs kettelinc – keʒʒelære keʒʒelærinne – kîche kîchen – kiesærinne kiesen – kindebet kindechîn – kindestac kindestohter – kintbettegemach kintbetten – Kiperære Kiper(e) – kirchenbrëchære kirchenerbe – kirchhërre kirchhof – kirchtac kirchtor – kirnen kirnîn – kitzelen kitzelîn – kiuwe kiuwen – klâfterlanc klâftermâʒe – klagenôt klagerede – klamben klamen – klæret klârheit – klëber klëbereht – klegerse klêgrüene – kleinlîche kleinlîcheit – kleinvüegunge kleinzëhende – klepfze kleppisch – klinge klingelære – klobeholz klobelouch – klôsterknëht klôsterlëben – klôsterweide klôsterwërre – klûde klüege – klupfen kluppe – klutterât klûwen – knëhtelîn knëhten – kniel (?) knieleip – knodebôʒe knödel – knubelen knugelîn – kobel kobel – kochman kochsudel – kôle kôlegruobe – kolner kölnisch – komelinc komen – condewier condewierde – konkavelite, konkavelit conplêt – convëntkopf convëntswester – koraze (?) körbelîn, körbel, körblî – körnære kornban – kornmesse kornmetze – corporâl corporâlgewæte – kostebæric kostebærlich – kötze kotzeht – koufgenôʒ koufgiric – koufschalc koufschanze – krachen kradem – krâme kræmel – kranc- krancmüetic – 1krapfe 2krapfe – krëb(e)ʒ krëbeʒen – krefticheit krefticlich – kreiʒgengel kreiʒlingen – kreter kretscheme – kriechelîn kriechen – krîgen krîieren – krippen- krîsch – kristâbent kristalle – kristenin kristenisch – kristiâne kristier – kriutener kriuzaltære – kriuzloht kriuzphenninc – 1krœnen 2krœnen – krotenstein krotenstutz – krülle krüllel – krupfei krüpfen – krûtmezzer Krûtnowe? – kûchen kuchenære – küechelmël küefelære – kugelhuot kügellîn – kumberlich kumberlîn – kûmen kumer – kunde künde – künftigære kunftlich – künigeslêhen künigessilber – künstelîn künstelôs – kuntmeister kuntsame – kuosërtærinnesun kuo|smër – kuppe 1kuppel – kurdewân kurdewænære – kurpen kürre – kurtois kurtoisîe – kurzwîle kurzwîlen – kuster kusterîe – kutzelvleisch kützen – kûze
|
commendisse
stF.
zu afrz. commandise, lat. commendatio (vgl. Rosenqvist
2,308).
‘anvertrautes Gut’
dikein brûder neme dekeine commendisse ze behaltene, dan mit
schrifte, ob ez mit fûgen mac sîn StatDtOrd
58,8;
wie man commendisse unde almûsen antwirten sule dem trisêrere
ebd.
101,33
MWB 3,2 446,45; Bearbeiter: Tao
kommentiur
stM.
zu afrz. commendeor, mlat. commendator (vgl. Suolahti
1,125); zur Formenvielfalt s. WMU 2,1023.
‘Vorgesetzter, Verwalter, Komtur’ auf verschiedenen Hierarchieebenen bei
geistl. Ritterorden (vgl. LexMA 5,1295f. und Militzer, Dt. Orden, S. 110ff.)
1 ohne weitere Zusätze zur näheren Bestimmung des Amtes 2 mit einem Zusatz zur näheren Bestimmung bzw. Bestimmung des Amtes 2.1
der grôze ~
‘Großkomtur’ (Übers. für lat. preceptor , selten magnus
preceptor , s.a.
grôʒkommentiur
) 2.2
der kleine ~
, Untergebener des Großkomturs, der insbesondere die Aufsicht über die Werkstätten, Handwerker und Knechte hat (vgl. Militzer, Dt. Orden S. 120f.) 2.3
~ von der spîse
‘Speisekomtur’ (Untergebener des Großkomturs, vgl. Militzer, Dt. Orden,
S. 121 und
spîsekommentiur
) 2.4 Leiter des Ausschusses zur Wahl des (Hoch-)Meisters 2.5 mit Angabe des Wirkungsortes bzw. -gebietes: ‘Komtur, Landkomtur’ (
lantkommentiur
)
1
ohne weitere Zusätze zur näheren Bestimmung des Amtes:
sô sal er [der straffällige
Priesterbruder] in dem capitele zu der gegenwertekeit des
commendûres [
presente commendatore
] vor
dem priore [...] umme sîne schult gnâde sûchen
StatDtOrd
87,13.
87,16;
wir haben gesatzzet, daz nâh dem tôde des meisteres unseres
ordens zuͦ der welunge eins anderen meisters, der, der in des meisters stat
is, den commendûren [
commendatores
] zesamne
rûfen sol, dî hie gescriben sint [es folgt die Aufzählung der
einzelnen Landkomture]
ebd.
91,12;
darumme gezimt ez wol dem meistere, der dâ die stat heldet
unsers hêrren Jhêsu Christi, unde ouch den
commendûren [
preceptores
] , die under
ime sint, daz sî [...]
ebd.
96,23;
in allen hûseren, dâ convent von brûderen ist, daz sint zwelf
brûdere unde ein commendûr [
preceptor
] zu der
gezal der iungeren unseres hêrren Jhêsu Christi ebd.
41,19;
doch mac er ein sulchen brûder zu eime
commendûre [
alcui de balivis
] senden
ebd.
100,15;
wirt ain pruder mit ainem anderen ze chriege und chumt der ruef vuer den
chuemtiure [
procurator domus
] , sein
puze wirt siben tage StatJoh
143:10,1;
man befalch in dem komentúr vnd súnderliche dem aptt, / daz si
lerten den orden halden den fúrsten her WolfdD
2124,2;
grave Bertholt von Buͦchek, der da was ein swarz muͦnich, dar
nach ein túscher herre und ritter, dar nach commentúr und
lantcommentúr OberrhChr
59,16;
conmendator: comendur, comendúr VocOpt
36.028;
LivlChr
3092.
3107
u.ö.;
Ottok
21963;
BuchdRügen
517;
WhvÖst
19584;
UrkCorp (WMU)
1651AB,14,11.
1412A,27;
UrkDOKobl
1,356
(a. 1315);
StRMergenth
131
2
mit einem Zusatz zur näheren Bestimmung bzw. Bestimmung des Amtes
2.1
der grôze ~
‘Großkomtur’ (Übers. für lat. preceptor, selten magnus
preceptor, s.a. →
grôʒkommentiur
):
der meister unde der convent mit einander sulen setzen
unde entsetzen den grôzen commendûr [
preceptorem
magnum
] unde den marschalc unde den spitêlere unde den
trapîr unde den trisêrere StatDtOrd
97,15;
zu des grôzen
commendûres [
preceptori
] ambehte
gehôret der schaz unde daz getreide, die schif unde alle die brûder pfaffen unde
leigen unde alle der gesinde, dî dâheime wonent, die kemelîn, soumere, wegene,
slaven, hantwerclûte, daz snithûs, alle dî ambehthûsere, âne dî under dem
marschalke sint ebd.
106,13.
der spîsecommendûr gehôret zu des grôzen
commendûres [
magni preceptoris
]
ambehten ebd.
116,12.
97,32
u.ö.
2.2
der kleine ~
, Untergebener des Großkomturs, der insbesondere
die Aufsicht über die Werkstätten, Handwerker und Knechte hat (vgl. Militzer,
Dt. Orden S. 120f.):
diz ist von deme ambehte des cleinen
commendûres [
de officio
vicepreceptoris
] . der cleine commendûr sal allen den
ambehthûseren [Werkstätten] , des sî bedurfen,
gewinnen unde ouch knehte [...] unde sal den lônen,
ob [je nachdem, ob] sî umme solt oder in caritât
dienent StatDtOrd
108,37;
der cleine commendûr sal alle vrîtage
[...] capitel halden mit den knehten, die under ime
sint ebd.
109,13.
98,8
2.3
~ von der spîse
‘Speisekomtur’ (Untergebener des Großkomturs, vgl. Militzer, Dt. Orden,
S. 121 und →
spîsekommentiur
):
von deme ambehte des commendûres von der
spîse [
preceptoris expensarum
]
StatDtOrd
114,27;
daz sulen sîe dem commendûre von der spîse senden ebd.
115,31.
116,14
2.4
Leiter des Ausschusses zur Wahl des (Hoch-)Meisters:
von dem commendûre, der uber die zwelfe sal sîn in der
welunge StatDtOrd
92,27;
sô sal der brûder, der an des meisteres stat is, mit
gemeineme râte des conventes einen ritterbrûder zu
commendûre [
preceptorem
] under den
weleren setzen ebd.
92,34
2.5
mit Angabe des Wirkungsortes bzw. -gebietes: ‘Komtur, Landkomtur’ ( →
lantkommentiur
):
hern Friderichen Tuegil den kvmmenduͤr vnde dar zu die
bruͤder alle gemeine de [l. des
]
hvses zu Wyezele Elis
Einl. 50
(Urk. a. 1328);
de commentewer des deutschen hauses ze Nuͤremberch
UrkHohenz
3,37
(a. 1337).
3,94
(a. 1342);
MGHConst
6,2:317,15
(a. 1333).
– mit über:
der meister [...] von
Miurberc [...], / der comentiur über daz lant / was
datz Ôsterrîche Ottok
12514.
– mit von:
daz ist der
commendûre [
preceptor
] von
Prûsen, von Thûschen lande, von Ôsterîch, von Pulle, von
Ruͦmenie, von Armenie StatDtOrd
91,14;
wir haben oͮch das vorgenante gvͦt vf gegeben in des
comentivres hant von dem huse ze sante Johans von Vilingen UrkCorp
(WMU)
1020,42;
die kummentûre von Nieflant LivlChr
3139;
Ottok
14678.
61185.
88748.
– mit ze:
der commendvͤre ze Regenspurch UrkCorp (WMU)
418,7.
1960,27.
– mit dâ:
die sant Johannesære, / ich wæn si heizen
Spitalære, / habent ein hûs, [...] daz ist Pulst
genant. / dâ was ein bruoder wol erkant / comentiwer zuo der stunt
Ottok
60623
MWB 3,2 446,51; Bearbeiter: Tao
communio
F.
‘Kommunionlied’ in der Messe (vgl. LexMA 3,89f.):
die communio bezeichent die gnade, die wir gote suln sagen,
daz er uns erlidiget hat Lucid
102,20
(vgl. Hamm, Lucid., S. 372);
dar nach bewaret er sich der priester; [...] dar nach
singet man den [l. die
] conmunionem
PrGeorg
10,15;
biz man die communien anhebet, sal man sîn an der venien
StatDtOrd
122,20
MWB 3,2 448,26; Bearbeiter: Tao
kompân, kumpân
stM.
zu afrz. compain(g) (Suolahti 1,137). überwiegend
kum-;
auch gumpân (z.B.:
RvEWh
10082;
SM:Go
4: 2,10
);
Pl. vereinzelt kumpânde
NvJer
16962.
–
‘Gefährte, Kamerad, Freund’
lieber friunt, mîn kumpân Parz
158,18;
Tristan [...] unde Kâedîn, sîn kumpân
UvTürhTr
1541;
herzelieber kumpân ebd.
3057;
dêus sal, kurteis kumpân! HvFreibTr
1199.
4067;
‘wat wolt gi, sâlik kumpân?’ / ‘lieber friunt, wil dû
iht?’ Helbl
1,290;
di [beiden Kaufleute] woren sulche vrunde, /
[...] do daz dem kumpan was gesait, / he gap zcu wibe em
dise mait PfzdHech
287,21.
288,19;
ich und min werder gumpan Rennew
17277;
unde sy wenkten eren kumpanen [
sociis Lc
5,7] in dem andirn schiffe, daz sy quemen unde hulfen
EvBerl
109,20;
e denne ich irre vare / mit miner kumpane schare
Brun
619;
von hôher art er im gewan / einen kompân UvEtzWh
3377.
3395.
5965
u.ö.;
di andern pilgerime, sine kumpane Köditz
56,23;
Francisco wart ein kumpan / und darnach wart ir schiere / dri und darnach viere
[...] und also, daz / sie got merte vurbaz Pass
III
519,42.
523,95.
525,60
u.ö.;
Freudenl
183.
241.
– von Kampfgefährten:
die stolzen Troyane / vnd ir kumpane Herb
6752;
hin fûr er, die herren nâch, / sîn kumpân mit ime
Kreuzf
6946;
Albreht, ein lustic kumpân ebd.
972;
Ernst und sîne kumpân / sach man dâ ze were stân ErnstD
3129;
NvJer
14515.
16444.
16973
u.ö.
– von Glücksspielern, Räubern u.a.:
sprach er [ein Glücksspieler] zun kumpanen, / ich
wil in alhie anen / des pferdes, oder mir entgat / kunst unde spiles rat Pass
III
408,51;
noch hân ich einen compan Helmbr
1215;
do er [der gute Schächer am Kreuz] czu dem cumpan
sprach, / der Crist strafte TvKulm
4543;
ab her uzrete durch roubens genize / und her danne rouben
lize, / so vorsmeten in sine kumpan Brun
11216;
ein compân NvJer
22399;
Pass I/II (HSW)
2934.
3675;
KarlElegast
818.
821;
so ist der túfel sin gumpan Mechth
3: 21,48.
6: 7,19;
OsterSpI
292;
[der personifiz. Tod:] ouch wisse daz di helle, / myn
kumpan, myn geselle, / [...] giret noch der sele din
TvKulm
3614.
– von Amtskollegen:
wi Diterich [...], Henrich
[...], rat zv Mulhausen, mit andern vnsen
kumpan [Mitgliedern oder Beisitzern des Rates] ,
bekennen vnd bezvgen UrkCorp (WMU)
N651,6;
der ratismeister mit rate siner kompane StRSaalfeld
78;
daz ich [...] burgermeister, und ander mîn gumpân mit
rât unser eldesten von der stat und mit rât achter unser ummegesessen mulner uns
voreinet unde gesatz haben, [...]
StRZwick
54;
[
der ratman
] quam zcu den kumpanen
PfzdHech
216,4.
– übertr.:
si han eynen kunig, des lastirs unde des roubis eyn kumpan
MarcoPolo
9,3
MWB 3,2 448,34; Bearbeiter: Tao
kompânîe, kumpânîe
stF.
zu afrz. compaignie (Palander, S. 117).
– swF.:
Eilh (L)
5245
(Hss. d. 15. Jh.s);
LivlChr
10360;
Daniel
685.
MorantGalie
140.
336.
1394.
2147.
– überwiegend kum-; auch gumpanie, gumpenie.
1
‘Verbindung als cumpân, Kameradschaft,
Freundschaft’
2
‘Begleitung, Gesellschaft, Gemeinschaft’
3 Koll. zu kompân , ‘Begleiter, Gefährten; Gefolge, Schar,
Gesellschaft’
1
‘Verbindung als cumpân, Kameradschaft,
Freundschaft’
dô wolde he nicht brechin / sîme gesellin kumpanîen Eilh (L)
5245
(Hss. d. 15. Jh.s);
der knappe valsches vrîe / derbôt im kumpânîe
Parz
147,18;
fride unde suon / gewinnent si wol von den heiden: / ez ist
zwischen in beiden / ein solhe cumpanî, / daz si sint sicher und frî / solher
nôtdurft Ottok
48121;
de schonen Kardionesen, / de sin wif solde wesen, / de he
durch kompanye le Athis
Ae 46;
wolt ez iu niht versmâhen, / ich wolt vil gerne enpfâhen / iwer kumpanîe
PleierTand
12702.
– übertr.:
demuͦtichait vnde gnade hant rehte aine kumpanie vnde ain hainlichi
zainandiren PrGeorg (Sch)
20,145.
– vom Beischlaf:
slâfen gienk diu guote, / [...] mit irme amîse; /
si wurden von prîse / vrô, sunder vorhte, / wan er dô worhte / die lieben
kumpânîe / mit stolzer banekîe, / alsô lange in behagete RvMunre
1043
2
‘Begleitung, Gesellschaft, Gemeinschaft’
an swem diu kurtôsîe / unt diu werde cumpânie / lac, den
kunder êren Parz
297,2;
dirre cumpanîe wirt niemê! Tr
16620
(vgl.
diu gemeinde under uns drîn / diun mac niht langer gesîn
Tr
16607.
16612
).
– als Obj. bestimmter Verben:
geselleschaft gib ich iu dar, / lât ir mich mit iu rîten.
/ [...] sît ir cumpânîe bietet mir, / nu wer ist iur
hêrre oder ir? Parz
303,13;
dirre in kompânîe [um Begleitung] bat
UvEtzWh
5224;
wand sie nie bevilte / an siner kumpanie Pass I/II
(HSW)
4583;
deiner lieben conpaney / der muß ich layder nu enperen
HvNstAp
3337;
die pesten ertzney, / das was die companey / dy sie hett
mit Appolonie ebd.
1953;
do dis Herodes drie / sont han ir gumpanie / sament mit
Archelao / [...] dort in der tiefen helle
SHort
3712;
der künec der wizzentlîche hât / an minnen cumpanîe, /
deist michel dorperîe Tr
16615;
jmdm.
~ leisten
Krone
24985;
tuon
UvEtzWh
2498.
– in Adv.-Bestimmung mit Präp. (durch, in, mit):
im volgte manic hôher man / und ouch fursten durch
cumpanî Ottok
73651;
ein wibisnam / di em zcu der e gezcam, / me durch des lebins kumpanie /
wen durch des libis ribaldie PfzdHech
217,33;
vnder div zem ringe dranch / Erech [...] / vnd
Lanzelet [...] / jn einr
gvmpenye [gemeinsam]
Krone
850.
18370;
Morandes omen [= œheimen
] alle
dri. / den volgeden na inde waren bi / in ere companien / dienstman mit den
vrien, / zien dusent al mit alle MorantGalie
2147;
in dem palas / [...], da gesammelt was / der
frauwen maszenij / jn richer companij Krone
23322;
die rotte wâren âne zal, / die dâ mit cumpânîe
[gemeinschaftlich, zusammen] riten
Parz
340,17;
so ensult ir keinen tac daz lân, / irn gebet mit
kompanîe [Gen.] kraft / in [den
Gästen] swâ si wellent, geselleschaft UvEtzWh
2531;
der gie mit ainer conpanie / pey dem mer
HvNstAp
2630;
MorantGalie
336
3
Koll. zu kompân, ‘Begleiter, Gefährten; Gefolge, Schar,
Gesellschaft’
er und sîn kumpânîe / lâgen bî der strâze Er
4629.14;
algelîch was ir gewant, / der hübschen kumpânîe
UvZLanz
8861;
der fúrste [...] in sine
gumbenie nam / swas dar werder ritter kam RvEWh
7161.
7167;
in siner gumpanige ebd.
7167;
daz die zwô cumpanîe / ‘schevelier Parmenîe!’ /
sô vil geriefen unde getriben Tr
5597;
sie vurten von Kvmenie / schoner kvmpanie / drizzic schif al
vol Herb
3320;
sundermalîe [Einzelkampf] / âne
kumpânîe RvEAlex
7494;
sunder kompanîe / wart dâ diu malîe Georg
1347;
koufliute heizen wir binamen, / ich und mîn cumpanîe
Tr
8803;
diu getriuwe cumpanîe / bihanden si [Tristan und
Isolde] sich viengen ebd.
16628;
die schœnen alle drîe, / diu liehte cumpanîe ebd.
9414.
10473;
si [
diu meisterinne der Nachtigallen
(gemeint: Walther von der Vogelweide)] unde ir cumpanîe / die
müezen sô gesingen, / daz si ze vröuden bringen / ir trûren unde ir senedez clagen
ebd.
4816;
diu companîe / der gernden Reinfr
700;
mit siner kumpanyen / mante er [Daniel, vgl. Dn
2,17f.] got den vrien / gedenken aller gute Daniel
685;
mit der himelschen kvnpanie Martina
183,96.
– abwertend bzw. mit einem pejorativen Attribut:
daz ist allez éin geselleschaft. der tiuvel unde die gîtigen unde
die ketzer [...], daz ist allez éin kumpanîe
und éin gesinde PrBerth
1:245,19.
1:420,34;
MorantGalie
140;
do lief der topeler [Glücksspieler] beneben / zu
siner kumpanie Pass III
407,61;
diu valsche ~
:
Hiob
8810
MWB 3,2 449,25; Bearbeiter: Tao
kompânin, kumpânin
stF.
‘Gefährtin’
min liebe conpaninne Mechth
7: 48,25;
daz si irre kumpanine bette vant / und stal ouch daz kint
Brun
A 2,16
(vgl. III Rg 3,16)
MWB 3,2 450,52; Bearbeiter: Tao
kompânjûn, kumpânjûn
stM.
zu afrz. compaignon (Suolahti 1,137).
wie →
kompân
:
Tristan, Îsolde cumpanjûn Tr
15765;
Morgânes cumpanjûne, / die vrechen Britûne, / dien kunden ime dâ
niht gevromen ebd.
5459;
sus was der cumpanjûne / hundert unde dekeiner mê. / mit den vuor
Tristan über sê ebd.
8592.
8634.
13461;
Tr (M)
11192
(La. comp.).
– von Landesherren mit Bezug auf ihr Verhältnis zueinander
(vgl. 2Okken, Tr., S. 35f.):
an daz gerihte saz er [König
Gurmun] nider / und mit im vil barûne, / des landes cumpanjûne
Tr
9762;
der künec seit in den palas / sînes landes cumpanjûnen, /
rittern und barûnen, / daz diz Tristan wære ebd.
11369
MWB 3,2 450,56; Bearbeiter: Tao
kompf
stM.
→
kumpf
MWB 3,2 451,6;
compilieren
swV.
zu afrz. compiler, lat. compilare (vgl. Suolahti
1,126).
‘(Quellen) ausbeuten’
nâch sîner gernder suoche / vant er dô vil buoche / diu er
complierte [La. comptilierte
] , / die
schrift dâ mite zierte RvEAlex
13011
MWB 3,2 451,7; Bearbeiter: Tao
complende
F.
zu lat. complenda (vgl. MlatWB 2,1077).
Schlussgebet in der Messe, ‘Postcommunio’
dar nach singet man den conmunionem; [...]. dar nach
gat dú complende PrGeorg
10,16
MWB 3,2 451,12; Bearbeiter: Tao
complêt, complête
stswF.
auch conplêt(e), cumplêt(a), gumplêt;
Neutr.:
StatDtOrd
44,31.
50,14.
– die letzte Hore eines Tages, unmittelbar vor der Nachtruhe,
‘Komplet’, auch als Zeitangabe
1 allg. 2 in Verbverbindungen 3 in Präp.-Gruppen (als Adv.-Best.)
1
allg.:
der vesper vnde der conplet ziht [
vesperae
conpletoriique tempore
]
BrZw
16;
daz wir die ambt vnses dinstes irvollen zu der metten vnd zu der primen
tercien sexten nonen vesperen vnd completen, wan von dissen geziden sprichit der
prophete [Ps 118,164] ‘seben werde [l.
werbe
] in dem dage lobede ich dich, herre’
BrEb
16;
durch waz wurdent die siben dage cit gesezet: metin, prima,
tercia, sexta, nona, vesper vnde conplete? Lucid
77,14;
Priesterl
664;
Pass I/II (HSW)
41329;
Mechth
1: 30,8;
do ist ewiclichin vinstir nacht, als mit uns ist spete conplete
MarcoPolo
75,12
2
in Verbverbindungen:
liuten:
man liutet complête Renner
10596;
Barfüsser
149;
StRAugsb
190,35;
die ~ singen:
Lucid
81,17;
sprechen:
nachdem daz complête ist gesprochen, sô sulen die brûdere ir
swîgen halden StatDtOrd
44,31.
50,14;
volenden:
unz daz man mit gesange / gar volendet het / vesper und
gumplet Ottok
28311;
ze ~ gân:
StatDtOrd
44,12;
Seuse
48,27;
EbnerChrist
22,4
3
in Präp.-Gruppen (als Adv.-Best.):
–
an der complete / lobe wir dine guote ArnoltSieb
52,17.
–
mit der completen Lucid
81,19.
–
daz nah cumplet niemen rede BrZw
42;
nach complete meit er ezzen / vnd trinken
Albert
422;
StatDtOrd
49,35.
50,11;
SpitEich
25,2;
Tauler
272,16.
384,22;
Seuse
45,30.
47,8.
415,10;
EbnerChrist
20,36.
20,38;
nach cvmpleta BrEng
42.
–
dar nach von der complete hin WernhMl
12837.
–
sô sulen die brûdere nâch vespere vor complête zu trinkene
zu collacien kumen StatDtOrd
44,3;
vor der conplet Seuse
31,9.
–
zu complêten zu dem pater noster unde confiteor sal man
sîn an der venien, biz man spricht converte nos deus salutaris noster
StatDtOrd
121,29;
WernhMl
12832;
so man daz Salve Regina ze conplet sang
Seuse
36,21.
47,17;
das du [Jesus Christus] ze complet uss gangen
bist / an die statt da man dich fieng KvHelmsd
3990;
ze vesper und ze complêt / ich dicke wol getrunken het
Helbl
7,711;
PrOberalt
47,8
MWB 3,2 451,16; Bearbeiter: Tao
complêtzît
stFN.
auch gumplêtzît.
Zeit, zu der die Komplet verrichtet wird:
ze complete zit Mechth
7: 18,44;
ze complet zeit, / daz man tavelte [zu der man duch Anschlagen an
eine hölzerne Tafel ein Zeichen gab (statt des Glockenläutens)] in
der stat Jüdel
330;
das ist, das suͥ das wasser haben soͤnt vf ir matten dur die
wochen alle wegen vntz an den fritag ze gumplete zit UrkFreiburgGr
13,213
(a. 1337);
daz lút gevie / den sang und singet ie [l.
in ie
] sit / ze abent in complet zit
SHort
1918;
daz man alle wochen ain tach an dem morgent den siehhen in
der siechstuben den paternoster, daz Ave Maria und den gelauben vorspreche und nach
gumpletzeit mit dem weichen prunne [Weihwasser] gesprenge
StRMünch
115,25.
116,7
MWB 3,2 451,60; Bearbeiter: Tao
complexio, complexion,
complexe, complexie
F.
teilw. in lat. Flexion; auch conplexe, -plexie, -plexte.
1 von Menschen (und Tieren) 1.1
‘Mischung’ der Körpersäfte, Elementarqualitäten
(Elemente), aus der sich Äußeres, Charakter und Krankheitsdispositionen eines
Individuums ergeben; ‘Mischungsverhältnis, Beschaffenheit, Temperament’ (zur Komplexionen-/Temperamentlehre s. LexMA 8,533f.) 1.2
‘Primärqualität der Körpersäfte, Elemente’
2 von Heil- und Nahrungsmitteln: ‘Mischung der Elementarqualitäten,
humorale Beschaffenheit’
1
von Menschen (und Tieren)
1.1
‘Mischung’ der Körpersäfte, Elementarqualitäten
(Elemente), aus der sich Äußeres, Charakter und Krankheitsdispositionen eines
Individuums ergeben; ‘Mischungsverhältnis, Beschaffenheit, Temperament’
(zur Komplexionen-/Temperamentlehre s. LexMA 8,533f.):
der elementen viere sint, / von der conplexen stiure / hât alle crêâtiure
/ lîp und lebelîche pfliht Reinfr
26405;
ein fisicus [...] gelert von der natur conplexte
JTit
4038,3;
der [
melancolicus
]
hat der kule mere vnde der trukene an siner complexionem. complexio heize wir di
[La. C (Klosterneuburg, fol. 13v) complexionem heize wir
di natvr, die
] da wirt von der vir qualitatum
mischunge SalArz
6,49;
ir [der Kondwiramurs und Sigune] natur complexio
getempert und gemezzen / mit elementen was also, daz
[...]
JTit
681,1;
mit wisheit die complexie din ist an dem ort gestalet Frl
5:9,12;
din [der personifiz. Aventiure]
menschlich getat / dir judiciert schone / menschlich complexione
WhvÖst
3226;
die vier complexione [vgl. V.
3227ff.: sanguineus, colericus, flema,
melancolie
] , / der du von sinnen dinen / mich vragest in
latinen ebd.
3302.
3323;
als ungelich die lúte sint, also sint
oͮch ir wege zuͦ gotte : [...] also als
der lúte conpleccien sint und naturen, dar nach rihtet sich dicke ir
genade Tauler
433,30.
– in der Gesundheitslehre:
gesunthait ist nichtt wann von der geleichen ordenunge
der complexion [
nisi per equalitatem
complexionis
] , unnd complexion ist nichtt wann von
der temperung der feüchte [
et non est equalitas
complexionis, nisi per temperantiam humorum
]
HvHürnh
27,2;
das ist gar ain gewisse lere zebehalltenn die
gesunthait das der mensch esse die speis, die füegen seiner complexion in
seiner gesunthait ebd.
28,9.
– Fehlmischungen (Dyskrasien) als
Krankheitsursachen:
swenne di leber sich ist von der kalden complexionen
SalArz
53,27;
daz geschit von bosen complexion irs libes ebd.
63,49;
der smæhen siecheit ungemach / genuogen liuten sô
geschiht, / daz sich an in tempert niht / ir natûre complexiô
RvEBarl
1195;
daz nameliche malat [Aussatz] / von der
conplexien vf stat, / die auch melancolia ist / geheizen
PrHess
15,318.
15,349.
15,392.
–
einem vogel, / des sin und des conplexen schin / wol
eines elementen sin [ dessen innere Art und äußere
Beschaffenheit dem gleichen Element entstammen (vgl.
Anm.z.St.)]
Minneb
3373
1.2
‘Primärqualität der Körpersäfte, Elemente’
etwenne ist si [Leber] sich daz
der vier complexion eine zu gewaldic ist an ir SalArz
53,19;
‘[...] den allen
[
creatiuren
] si [die
feie
] besloz ir art, / complexen und ir mische vart
[gemeint wohl: Vorgang der Mischung aus den Elementen (FrlWB,
S. 243)] .’ Frl
3:5,6;
ein dunstlich bilde, / halp maget, halp man
[Hermaphrodit] , [...] /
daz truc die vier complexen [vgl. 3:10,1f.: kalt
unde trucken, warm unde viuchte
] wilde / in siner
hant ebd.
3:9,3;
die forme worchte [...] / die vier complexen
dicke in ein ebd.
3:13,3
2
von Heil- und Nahrungsmitteln: ‘Mischung der Elementarqualitäten,
humorale Beschaffenheit’
[die Ärzte] haben der ercenie complexionem geteilit in
vir teil [
gradus Grade]
SalArz
6,54;
unnd darinne [im Frühling] ist nütz
ze essenn das geleicher complexion ist HvHürnh
37,10;
an der zeit sol man essen was nasser unnd kalter complexion
ist sam kelbrein fleisch mit essich [...]
ebd.
38,9
MWB 3,2 452,11; Bearbeiter: Tao
complieren
swV.
zu afrz. complir, mlat. complere
‘die Komplet beten’ (vgl. Rosenqvist 1,132f.), oder zu contemplari,
dann ‘fromme Betrachtungen anstellen’
ein state dem bette nâhe was, / dâ si betete ald las / alder
complierte [vgl. contemplabatur (Anm.z.St.)] dâ
WvRh
13634;
Marîa niemer müezec was, / wan daz si worhte ald aber tet / mit grôzer andâht ir
gebet / ald den salter sô las sie / ald complieren si gevie / ald si rihte al ir gelust
/ nâch der himelschen wollust ebd.
13641
MWB 3,2 453,18; Bearbeiter: Tao
comûne
stFN. , comûn
stM.
zur Herleitung aus afrz. commun, conume, comugne
oder mlat. communia, communa s. die Diskussion bei Vorderstemann, Fremdw., S.
148ff.
– Pos. 1 und 2 nicht immer klar voneinander
abzugrenzen.
1
‘Stadtgemeinde, Bürgerschaft’
2
‘Heeresaufgebot der Bürgerschaft, Bürgerwehr’
1
‘Stadtgemeinde, Bürgerschaft’
niht langer daz commune beit, / sie hiezen zu sturme
luͤten Rennew
10454;
wir wizzen selbe niht wie / iu iuwer rede hie / antwurt geben ân den rât /
noch ân die comûn der stat UvEtzAlex
Anh. 272;
die comûne und der rât / haben uns [...] iu gesant
ebd.
Anh. 1734.
Anh. 1687
u.ö.;
der comûn [...] und von Triest der
potestât Ottok
34079;
von Kolne der comûn ebd.
58503;
der biutel in der lenken hant [...] bediutent die
[...], / die dâ stiur und zol în nement, / ungelt und
solicher hande guot, / daz daz komûn im selber muot HvBer
8147;
OrtnAW
303,2
2
‘Heeresaufgebot der Bürgerschaft, Bürgerwehr’
an allen sîten zuo gedrabt / diu comûne von der stat / kom,
als si der rihtær bat Wh
113,13;
in die stat getrecket / wart dâ von al dem comûne ebd.
115,5;
uz der stat von Kanfoleis si zogeten [...]. / mit
aller ir conmune, lantzen, hatschen, kuͤlen, / gabilot, burdune, da mit si
gaben wunden unde puͤlen JTit
4578,1;
ûz der stat ein menge gie / des volkes gar grôze, / die comûne ân wâpen blôze
UvEtzAlex
Anh. 740;
der comûn über al / und der povel macht sich ûf
Ottok
76430
MWB 3,2 453,28; Bearbeiter: Tao
comunîe
stF.
wohl aus afrz. comuigne (mlat. communia) durch Anlehnung an
die Bildungen auf -îe (Suolahti 1,126).
wie →
comûne
2:
swer stab oder stangen truoc, / ze orse und ze vuoze was der
genuoc, / et al diu comunîe Wh
117,19
MWB 3,2 453,56; Bearbeiter: Tao
kon
stM.
nur in der Form kun belegt.
‘Ehemann’
si [Sarai] sprach zu Abram, irem kun: / wirf uz di
mait mit irem sun! HistAE
603;
Isaias [...] sprach: [...]
eine iuncvrouwe tugentlich / enphet und gebirt sunder kun / des vaters eingebornen
sun ebd.
3545
MWB 3,2 453,61; Bearbeiter: Tao
concîlje
stN.
auch concili, zu lat. concilium; z. T. in lat. Form und
Flexion;
selten stF.
1
‘(kirchliche oder weltliche) Versammlung, Konzil, Synode’
2 ntl. 2.1
‘Gerichtsversammlung, Gericht’
2.2
‘der Hohe Rat (der Juden)’ als oberstes Gericht
1
‘(kirchliche oder weltliche) Versammlung, Konzil, Synode’
in dieseme concilio / wirt ein rede gefrumit, / die al der
werlde ze heile kumit TrSilv
717;
nu Marke an daz concîlje gesaz Tr
15325;
künec unde lantbarûne, / al daz concîlje schiet sich sâ
ebd.
15533;
durch reht und durch gehôrsam / zuo dem concili kam /
bischolf Kuonrât von Frîsingen Ottok
19565.
28516.
28576
u.ö.;
Rennew
4524.
– häufig mit Ortsangabe (ze, von):
disvͥ reht saste der babest Leo vnd der kvͥnig Karle, sin
brvͦder ze einer concilie ze Rome SchwSp
145b.
153b;
inme concilio zi Megenze [auf der Provinzialsynode von
1261]
UrkCorp (WMU)
N2AB,39;
dirre lantfride wart gemachet vnd dirre brief wart gegeben ze dem offenne
hove jn dem concilie [Reichstag] ze Wirzeburc an dem
palmetage ebd.
1401,36;
in einem concili ze Lateran BdN
173,1;
die setze des concili von Saltzburch [der Bischofssynode von
1288]
UrkCorp (WMU)
N425,31.
– in Verbindung mit bestimmten Verben:
daz concîlje daz wart sâ zestunt / ze Lunders besprochen
/ nâch der pfingestwochen / ze ûzgêndem meien Tr
15308;
durch daz und umb ander nôt / bischolf Friderich gebôt /
hinz Salzpurg ein concilium Ottok
19560.
13019;
sô sold er [der Bischof] si
alle laden / die phaffen in sînem bistum / und ein offen concilium / haben mit
in allen ebd.
28071;
daz er [Marke] ze Lunders
zEngelant / ein concîlje leite / und dâ der pfafheite, / den witzegen antisten,
/ die gotes reht wol wisten, / sînen werren tæte kunt Tr
15303;
diu zît was nû komen, / ûf die der bâbst het genomen /
hinz Lugdôn sîn concil Ottok
13427.
–
‘Beratung’
do gingen aber vz di Pharisei mit Herodis ritern, daz si
in machten ein concilivm wider in [
consilium faciebant
adversus eum Mc 3,6] , wi si in begriffen
EvAug
81,23
2
ntl.
2.1
‘Gerichtsversammlung, Gericht’
hüetet ivch aber von den menschen, wan si gebent iuch in
den concilien oder raeten EvAug
20,23
(Mt 10,17);
EvBerl
142,22;
EvAug
111,6
(Mc 13,9);
der ist schuldich, dc man uͥber in hab ain concili alder ain
gesprêche PrSchw (St)
3,36
2.2
‘der Hohe Rat (der Juden)’ als oberstes Gericht:
wer abir syme brudir sprichit:
racha [Dummkopf] , der wirt schuldik des concilio
EvBerl
110,19
(Mt 5,22);
EvPass
232,15.
– die Mitgieder eines solchen Gerichtes:
abir di vuͦrsten der prîstere und alliz daz concilium sûchten
valsch gezûcnisse wider Jhêsum, ûf daz si en hin gêbin dem tôde
EvBeh
Mt 26,59;
EvAug
69,9;
EvPass
230,11
MWB 3,2 454,1; Bearbeiter: Tao
concordieren
swV.
zu lat. concordare.
1
‘übereinstimmen’
2
‘einträchtig, einmütig sein’
1
‘übereinstimmen’
in der êrsten regulin [(canon)
Kanon-Tafel] concordîren viere: Mathêus, Marcus, Lûcas und
Jôhannes, und in der anderen drîe: [...]
EvBeh
1:3;
daz ist gereht, daz da concordieret mit dem
beginne [
quod principio condordat
]
ThvASu
254,23
2
‘einträchtig, einmütig sein’
iv iv iv ivbiliern, / concordieren SionLd
1182,7;
contempliern geit den chranz; / concordiern lait den tantz. /
[...] concordiern / ist ivbiliern / von dem svzzen
contempliern ebd.
1182,14. 16;
EbnerChrist
30,5
MWB 3,2 454,53; Bearbeiter: Tao
condewier, kundewiers
stNF.
zu →
condewieren
, -s in kundewiers wohl nur
reimbedingt (Suolahti 1,126);
vgl. auch den Personennamen Condwîr âmûrs
‘Geleit der Liebe’ bei Wolfram (s. dazu O. Springer, Etymolog. Spiel, PBB 87
[1965], S. 181; Nellmann, Parz., S. 555f.).
‘Geleit’
man fuort in fürbaz schiere / mit werdem [La.
manger
] condwiere Parz
821,28;
dâne kunde niht geharren / sîn vane mit grôzem cundewiers /
kom gevarn ze treviers / mit ungevüeger hers kraft / beneben an die rîterschaft
Wh
391,1;
dô frou Enîte / sîner [Erecs]
freude was ein condewier Parz
401,13;
durch der minne condwier [ wegen Geleites der
Liebe, als Liebeszeichen (Bartsch/ Marti, Parz. u. Tit.
z.St.)]] / ecidemôn daz reine tier / het im ze wâpen gegebn / in
der genâde er wolde lebn, / diu küngîn Secundille ebd.
741,15;
ob si in siner kondewier beschowet / wurden sus gebluͤmet
JTit
2175,3
MWB 3,2 455,1; Bearbeiter: Tao
condewierde
stF.
Ableitung von →
condewieren
mit dt. Suffix (Suolahti 1,126).
‘Geleit’
do entwelte si nicht lange, unz si wart bereitet werdicliche / nach fursten
kindes wis vil richer zierde, / als iz Kyot wol kunde, wan er
bekant [zugestand, gab?] wol riche kondiwierde
JTit
688,4;
mit manger kondewierde ebd.
2329,2.
– übertr.:
uf der mure vil gezierde die koͤr al under viengen / mit fremder
kondewierde [auf der Mauer grenzte viel Schmuck die Chöre mit
außergewöhnlicher Ausstattung voneinander ab (Brokmann, Graltempel S.
78)] : spinneln stark, daruber bogen giengen JTit
398,2
MWB 3,2 455,19; Bearbeiter: Tao
condewieren
swV.
zu afrz. conduire (Palander, S.115, Suolahti 1,126, Rosenqvist 1,133).
– auch kundewieren, vereinzelt gundewieren.
1 tr. 1.1
‘jmdn. geleiten, begleiten, führen’
1.1.1 ohne weitere Bestimmung 1.1.2 mit Richtungsangaben. 1.1.3 mit Angabe der Art und Weise 1.1.4 subst. Inf. 1.2
‘ein Heer, eine Truppe führen’
1.3 Einzelnes 2 refl.
1
tr.
1.1
‘jmdn. geleiten, begleiten, führen’
1.1.1
ohne weitere Bestimmung:
Alexander der rîche / die vrouwen kondewierte
RvEAlex
17829;
die vrouwen kondewieren / die riter mousten aldâ Mai
239,10;
daz des küneges sêle / von sante Michahêle / hiute
gecondwieret [Hs. geantiwürt
] sî
GFrau
2677;
UvTürhTr
1178;
UvEtzWh
4990.
– übertr.:
si hatte geconduieret / suͤzer schal und
satspil, / flœter, tambur was da vil / und waͤlscher
videlaͤre RvEWh
1000;
in selben condewierde / sîn manlîch herze und des
gedanc, / daz er nâch wîbe gruoze ranc Wh
382,20;
JTit
4979,2
1.1.2
mit Richtungsangaben.
–
von, ûz:
der wirt [...] unde die sîne
[...] kondewierten die geste / von dem hûs
genuoc verre Er
9869;
siu und Lanzelet [...] /
müesen etswie manegen tac / Artûsen harte schône / kundewieren von
Dôdône UvZLanz
9284;
bildl.:
Parzivâl der clâre / wart des âne vâre /
überparlieret, / daz wart gecondwieret / elliu scham ûz sîme herzen dô
Parz
696,18.
–
von dan:
her Gâwein und sîn geselleschaft / die
konduwierten si von dan Wig
11515;
des kúnges hovelúte
[...] konduwiertent in von dan
RvEWh
5497.
– mit her:
diu frouwe condwierte / den rîter mit dem zoume
her Parz
593,4;
die habent in condwiret her
TürlArabel
*A 229,13.
– wohin:
nû wurden si wirdeclîche / gekondewieret beide / unz an ir
wegescheide Er
9994;
si nâmen si ze handen /
[...] und condewiertens under in / schône
unde hêrlîche / hin vür daz künicrîche [die königliche
Familie]
Tr
11156.
3329;
nu wart gecondwieret / Parzivâl zer künegîn
Parz
199,22.
174,12;
mit den brûtleichen wart sie dâ / in daz palas gecondwieret
LvRegSyon
3213;
die lvfte worden schallis vol / vn̄ dar zv himel vn̄
erden, / da si die magit werden / zv himel condvirten
MarHimmelf
1572;
RvEWh
13652.
14600;
bildl.:
swelhiu sîner minne enphant, / durch die freude
ir was gerant, / unde ir schimpf enschumphiert, / gein der riwe
gecondewiert Parz
155,18;
ir minne condwierte / mir freude in daz herze mîn
ebd.
495,22.
736,6;
daz gesteine sô grôzer krefte rîch, / daz ez ze vreuden herzen
gundewieret Loheng
5346
1.1.3
mit Angabe der Art und Weise:
wirdeclîche:
Er
9994;
schône, hêrlîche:
Tr
3329.
11156;
geselleclîche:
RvEWh
11963;
swie si iuch condwieren Parz
511,28;
hie wart gekondierit mite / Athis un̄ Gayte /
so nie vor der gecite / iuncvrouwe [...] wurde /
mit spile und mit buhurde, / mit zuchtigirn gelazin / zu hove und zu strazin
/ gevuorit wart ersamir Athis
C* 122
1.1.4
subst. Inf.:
Anfortas [...] mit im durch
condwieren reit Parz
820,29;
TürlArabel
*A 217,17;
der bvrkgrevin er nvͥt vergaz, / er nem ir
zoͮm dvrch condwiren ebd.
F 206;
ûz dem her sîn cundewieren was / ab dem blüemînen
gras / von manegem rîter sêre wunt Wh
467,9
1.2
‘ein Heer, eine Truppe führen’
manlîch er cundewierte / die nâch Gyburge striten, / daz
si mit hurte kômen geriten Wh
367,10;
wie der herzog von Brabant / sine rittherschaft rotierte,
/ gein strite conduierte RvEWh
950;
und mit liehten panieren / sach man sú
condewieren / die ritterschaft hin uf den plan ebd.
6610;
daz der beider kunige schar / in einander wâren gar /
conduwieret und geflohten Ottok
17117
1.3
Einzelnes:
diu stat [
diu niuwe Jherusalem
]
gekonduiret [zugeführt] / gote was zuͦ
einer brûte Kröllwitz
886.
–
ainen helm silber wiz, / den het maisterlicher vliz /
nach wunsche gekundewieret [ausgeführt]
WhvÖst
3907;
sin [Feirefiz’] kraft von herzen
vieren zelt man in sinem libe, / ich wils iu kondiwieren [näher
ausführen, erklären]
JTit
5375,2.
–
wie si [die
Kurfürsten] mit dem rîch / geschüefen iren frum, / daz si
gemêrten iren rîchtum; / wie daz die hern behenden / versuochten manigen
enden / und wie siz conduwierten [durchführten,
anstellten] / und mit der wal wentschlierten, / daz habt
ir allez vor vernomen Ottok
38860.
–
ieglicher
[Ritter] kundewierte [überlegte]
/ wie er ze velde kæm, / daz man von im vernæm / prislich getæt
WhvÖst
7886.
– Bedeutung unklar:
lât den seiten vorbereiten wie man dâ
palliere [tanze] . /
[...] nâch der gîgen sol er sîgen, swer ez
kundewiere [den Tanz anführe?]
KLD: UvW
Leich 3,117;
uf helme ir amises diu koste wart gen landen drin
gemezzen[...]. / schilt, helm man kondewierde
[schätzte, bewertete?] und wapen rok, daz iz
wol zehen lande / were wert an wirde und an der edele JTit
1992,2;
verwierens niht entwalen wold man, uf die berillen / entwerfen unde
malen, daz man den brehnden glast moht gestillen, / und ouch der richen kost
zu einer zierde, / got und dem gral zu eren, wan iz den tempel richlich
kondiwierde [schmückte (vgl. Zarncke, Graltempel, S. 111
z.St.)?]
ebd.
356,4;
die kóch [...] waren clug und
synnehafft, / wie si die koste czirtten. / mit mancher edlen wurcze klar /
beraitten sie die speise gar, / alls sie es
kundefirtten [dekorierten? anders Stark, Anm. zu Virg
(St)
806,6] , / das es gar wol czu preisen
was VirgW
801,6
2
refl.:
–
‘sich jmdm. (zu)gesellen’
in dem lande dar und dar / geselleclichen fuͦrtent
in [den jungen Willehalm] / die juncherren her und
hin / kurzewile schoͮwen, / hoh gemuͦte vroͮwen / und sich
den kundewieren RvEWh
3949;
dâ [auf der Burg] vant man zuo
der wîle / maniger hant kurzwîle, / [...] von den
rittern etlich / menlich justieren, / etlich sich conduwieren / mit vil kluogem
swanze / zden frouwen in dem tanze Ottok
90744
(anders Glossar z.St.).
–
‘zusammentreffen’
ir ietweder niht vergaz, / dô man strîten wolde, / er
tæte, swaz er solde / mit schicken unde mit rottieren, / ê daz sich
conduwieren / diu [feindlichen] her
zesamde [= zesamene
] begunden
Ottok
21331
übertr., hierher?:
diu vrowe sach mit jâmer dar / dicke und dicke und nam sîn war, / ob er ez
wære oder niht. / dô began sich ir gesiht / cundewieren under in
[trafen sich ihre Blicke] . / er sach her und sî
hin RvEGer
4609.
–
‘vor sich gehen’
alsus ez [der Streit] sich
conduwiert / alle wîle under in, / unz daz ez doch kom dâhin, / daz man zwischen
in bêden / ûf ebenung begunde reden Ottok
55504.
– Bedeutung unklar:
die wîle sich der
[päpstliche] hof
condwierde [versammelte?] , / und ê sich die
cardinal / verrihten zuo der wal, / des was alle wîle: / wand man phligt niht
île, / sô man den bâbest kiuset Ottok
8635;
daz was der hoch geborne Ladamus, der kund sich kondiwieren / mit
ritterschaft [wußte sich ritterlich zu verhalten?] ,
obz schimpf oder ernest were JTit
5313,2
MWB 3,2 455,32; Bearbeiter: Tao
condiment
stN.
aus afrz. condiment, lat. condimentum (Suolahti
1,126).
‘Gewürz, Gewürzbrühe, würzige Sauce’
diu klâren condiment / sint mir dicke tiure / bî mînem kleinen viure
Helbl
2,12;
roes flaisch ist ir kost, / [...] ir
speyse ist ain [l. an (= âne
]
condiment HvNstAp
10960;
aber ein condiment. nim aschlauch vnd scheln, ribin mit
saltze, mengin mit wine eder mit ezzige vnd druͤckez vz. dise salse ist
guͦt zvͦ rinderinen braten BvgSp
33;
vnd nim denne suͤzze milich vnd sehs totern vnd zwei
haupt knobelauches [...], vnd schele die schone vnd stoz
sie mit ein wenic saltzes vnd menge daz mit der milich vnd mit den totern, vnd
saffran tuͦ dar zvͦ. vnd guͤz daz condiment vf die gans, laz
sie erwallen vnd gibe sie hin ebd.
42;
daz ~ in etw., über etw.
giezen:
ebd.
50.
51.
26;
in dem ~ erwallen:
ebd.
22.
31;
ein ~ von etw. machen:
ebd.
50.
51
MWB 3,2 457,35; Bearbeiter: Tao
condimentelîn
stN.
Dimin. zu
condiment
.
‘feine Würze, Sauce’
ein condimentelin. nim rintfleisch
[...], suͤdez mot [= mat
‘weich’?] , saltzez wol, nim aschlauch vnd minzen dar
zvͦ, des krutes nim genuͦc, laz ez wol sieden in eime veizten sode vnd
reiz [bereite es] swie du wilt vnd gibz hin
BvgSp
41;
ein condimentlin. mal kuͤmel vnd enis mit pfeffer vnd
mit ezzige vnd mit honige vnd mach ez gel mit saffran vnd tuͦ dar zvͦ
senf. in diesem condimente mahtu suͤlze, petersielien, bern vnd clein cumpost
oder ruͤben, waz du wilt ebd.
48
MWB 3,2 457,53; Bearbeiter: Tao
condimentieren
swV.
zu →
condiment
(Suolahti 1,126).
‘einbalsamieren’
in [den Leichnam Jakobs] hiez nah
der warheit sage / Josep aromatieren / und condimentieren / mit edelm geselbe
wol [vgl. Gn 50,1: praecepit ... suis medicis ut aromatibus
condirent patrem
]
RvEWchr
8329
MWB 3,2 458,1; Bearbeiter: Tao |