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ABCDEF s.VGHIJKL
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k – cadmia
kaf – kalc
calcaire – 2kalle
3kalle – kaltlîchen
kaltnisse – kamerærse
kamerbëlle – kamerselde
kamersidel – kampfer
kampfgenôʒ – kampfwât
kampfwërc – kanonîen
kanonike – kanzelschrîbære
kanzwagen – Cappadociære
kappân – kappûnen
capût (?) – kardenâldiaconus
karele – karra(t)sche
karre – karthiusære
kartur – kæselîn
kæse|lüppe – kasten
kastenære – kathecuminus
kathezizieren – kauerære (?)
kauergerihte – kefse
1kegel – keisertuom
keitivic (?) – kelken
këllære – këlre
këlstëchære – 2kemelîn
kemelînvleisch – kendelîn
kenecte – keppechîn
keppeler – kerkerhaft
kerl – kerrîne
kerschlich – kerzîn
kerzlach – ketenwambîs
kettelinc – keʒʒelære
keʒʒelærinne – kîche
kîchen – kiesærinne
kiesen – kindebet
kindechîn – kindestac
kindestohter – kintbettegemach
kintbetten – Kiperære
Kiper(e) – kirchenbrëchære
kirchenerbe – kirchhërre
kirchhof – kirchtac
kirchtor – kirnen
kirnîn – kitzelen
kitzelîn – kiuwe
kiuwen – klâfterlanc
klâftermâʒe – klagenôt
klagerede – klamben
klamen – klæret
klârheit – klëber
klëbereht – klegerse
klêgrüene – kleinlîche
kleinlîcheit – kleinvüegunge
kleinzëhende – klepfze
kleppisch – klinge
klingelære – klobeholz
klobelouch – klôsterknëht
klôsterlëben – klôsterweide
klôsterwërre – klûde
klüege – klupfen
kluppe – klutterât
klûwen – knëhtelîn
knëhten – kniel (?)
knieleip – knodebôʒe
knödel – knubelen
knugelîn – kobel
kobel – kochman
kochsudel – kôle
kôlegruobe – kolner
kölnisch – komelinc
komen – condewier
condewierde – konkavelite, konkavelit
conplêt – convëntkopf
convëntswester – koraze (?)
körbelîn, körbel, körblî – körnære
kornban – kornmesse
kornmetze – corporâl
corporâlgewæte – kostebæric
kostebærlich – kötze
kotzeht – koufgenôʒ
koufgiric – koufschalc
koufschanze – krachen
kradem – krâme
kræmel – kranc-
krancmüetic – 1krapfe
2krapfe – krëb(e)ʒ
krëbeʒen – krefticheit
krefticlich – kreiʒgengel
kreiʒlingen – kreter
kretscheme – kriechelîn
kriechen – krîgen
krîieren – krippen-
krîsch – kristâbent
kristalle – kristenin
kristenisch – kristiâne
kristier – kriutener
kriuzaltære – kriuzloht
kriuzphenninc – 1krœnen
2krœnen – krotenstein
krotenstutz – krülle
krüllel – krupfei
krüpfen – krûtmezzer
Krûtnowe? – kûchen
kuchenære – küechelmël
küefelære – kugelhuot
kügellîn – kumberlich
kumberlîn – kûmen
kumer – kunde
künde – künftigære
kunftlich – künigeslêhen
künigessilber – künstelîn
künstelôs – kuntmeister
kuntsame – kuosërtærinnesun
kuo|smër – kuppe
1kuppel – kurdewân
kurdewænære – kurpen
kürre – kurtois
kurtoisîe – kurzwîle
kurzwîlen – kuster
kusterîe – kutzelvleisch
kützen – kûze

   complêt - confect    


complêt, complête stswF. auch conplêt(e), cumplêt(a), gumplêt; Neutr.: StatDtOrd 44,31. 50,14. – die letzte Hore eines Tages, unmittelbar vor der Nachtruhe, ‘Komplet’, auch als Zeitangabe 1 allg.
2 in Verbverbindungen
3 in Präp.-Gruppen (als Adv.-Best.)
   1 allg.: der vesper vnde der conplet ziht [ vesperae conpletoriique tempore ] BrZw 16; daz wir die ambt vnses dinstes irvollen zu der metten vnd zu der primen tercien sexten nonen vesperen vnd completen, wan von dissen geziden sprichit der prophete [Ps 118,164] ‘seben werde [l. werbe ] in dem dage lobede ich dich, herre’ BrEb 16; durch waz wurdent die siben dage cit gesezet: metin, prima, tercia, sexta, nona, vesper vnde conplete? Lucid 77,14; Priesterl 664; Pass I/II (HSW) 41329; Mechth 1: 30,8; do ist ewiclichin vinstir nacht, als mit uns ist spete conplete MarcoPolo 75,12    2 in Verbverbindungen: liuten: man liutet complête Renner 10596; Barfüsser 149; StRAugsb 190,35; die ~ singen: Lucid 81,17; sprechen: nachdem daz complête ist gesprochen, sô sulen die brûdere ir swîgen halden StatDtOrd 44,31. 50,14; volenden: unz daz man mit gesange / gar volendet het / vesper und gumplet Ottok 28311; ze ~ gân: StatDtOrd 44,12; Seuse 48,27; EbnerChrist 22,4    3 in Präp.-Gruppen (als Adv.-Best.): an der complete / lobe wir dine guote ArnoltSieb 52,17. mit der completen Lucid 81,19. daz nah cumplet niemen rede BrZw 42; nach complete meit er ezzen / vnd trinken Albert 422; StatDtOrd 49,35. 50,11; SpitEich 25,2; Tauler 272,16. 384,22; Seuse 45,30. 47,8. 415,10; EbnerChrist 20,36. 20,38; nach cvmpleta BrEng 42. dar nach von der complete hin WernhMl 12837. sô sulen die brûdere nâch vespere vor complête zu trinkene zu collacien kumen StatDtOrd 44,3; vor der conplet Seuse 31,9. zu complêten zu dem pater noster unde confiteor sal man sîn an der venien, biz man spricht converte nos deus salutaris noster StatDtOrd 121,29; WernhMl 12832; so man daz Salve Regina ze conplet sang Seuse 36,21. 47,17; das du [Jesus Christus] ze complet uss gangen bist / an die statt da man dich fieng KvHelmsd 3990; ze vesper und ze complêt / ich dicke wol getrunken het Helbl 7,711; PrOberalt 47,8

MWB 3,2 451,16; Bearbeiter: Tao

complêtzît stFN. auch gumplêtzît. Zeit, zu der die Komplet verrichtet wird: ze complete zit Mechth 7: 18,44; ze complet zeit, / daz man tavelte [zu der man duch Anschlagen an eine hölzerne Tafel ein Zeichen gab (statt des Glockenläutens)] in der stat Jüdel 330; das ist, das suͥ das wasser haben soͤnt vf ir matten dur die wochen alle wegen vntz an den fritag ze gumplete zit UrkFreiburgGr 13,213 (a. 1337); daz lút gevie / den sang und singet ie [l. in ie ] sit / ze abent in complet zit SHort 1918; daz man alle wochen ain tach an dem morgent den siehhen in der siechstuben den paternoster, daz Ave Maria und den gelauben vorspreche und nach gumpletzeit mit dem weichen prunne [Weihwasser] gesprenge StRMünch 115,25. 116,7

MWB 3,2 451,60; Bearbeiter: Tao

complexio, complexion, complexe, complexie F. teilw. in lat. Flexion; auch conplexe, -plexie, -plexte. 1 von Menschen (und Tieren)
1.1 ‘Mischung’ der Körpersäfte, Elementarqualitäten (Elemente), aus der sich Äußeres, Charakter und Krankheitsdispositionen eines Individuums ergeben; ‘Mischungsverhältnis, Beschaffenheit, Temperament’ (zur Komplexionen-/Temperamentlehre s. LexMA 8,533f.)
1.2 ‘Primärqualität der Körpersäfte, Elemente’
2 von Heil- und Nahrungsmitteln: ‘Mischung der Elementarqualitäten, humorale Beschaffenheit’
   1 von Menschen (und Tieren)    1.1 ‘Mischung’ der Körpersäfte, Elementarqualitäten (Elemente), aus der sich Äußeres, Charakter und Krankheitsdispositionen eines Individuums ergeben; ‘Mischungsverhältnis, Beschaffenheit, Temperament’ (zur Komplexionen-/Temperamentlehre s. LexMA 8,533f.): der elementen viere sint, / von der conplexen stiure / hât alle crêâtiure / lîp und lebelîche pfliht Reinfr 26405; ein fisicus [...] gelert von der natur conplexte JTit 4038,3; der [ melancolicus ] hat der kule mere vnde der trukene an siner complexionem. complexio heize wir di [La. C (Klosterneuburg, fol. 13v) complexionem heize wir di natvr, die ] da wirt von der vir qualitatum mischunge SalArz 6,49; ir [der Kondwiramurs und Sigune] natur complexio getempert und gemezzen / mit elementen was also, daz [...] JTit 681,1; mit wisheit die complexie din ist an dem ort gestalet Frl 5:9,12; din [der personifiz. Aventiure] menschlich getat / dir judiciert schone / menschlich complexione WhvÖst 3226; die vier complexione [vgl. V. 3227ff.: sanguineus, colericus, flema, melancolie ] , / der du von sinnen dinen / mich vragest in latinen ebd. 3302. 3323; als ungelich die lúte sint, also sint oͮch ir wege zuͦ gotte : [...] also als der lúte conpleccien sint und naturen, dar nach rihtet sich dicke ir genade Tauler 433,30. – in der Gesundheitslehre: gesunthait ist nichtt wann von der geleichen ordenunge der complexion [ nisi per equalitatem complexionis ] , unnd complexion ist nichtt wann von der temperung der feüchte [ et non est equalitas complexionis, nisi per temperantiam humorum ] HvHürnh 27,2; das ist gar ain gewisse lere zebehalltenn die gesunthait das der mensch esse die speis, die füegen seiner complexion in seiner gesunthait ebd. 28,9. – Fehlmischungen (Dyskrasien) als Krankheitsursachen: swenne di leber sich ist von der kalden complexionen SalArz 53,27; daz geschit von bosen complexion irs libes ebd. 63,49; der smæhen siecheit ungemach / genuogen liuten sô geschiht, / daz sich an in tempert niht / ir natûre complexiô RvEBarl 1195; daz nameliche malat [Aussatz] / von der conplexien vf stat, / die auch melancolia ist / geheizen PrHess 15,318. 15,349. 15,392. einem vogel, / des sin und des conplexen schin / wol eines elementen sin [ dessen innere Art und äußere Beschaffenheit dem gleichen Element entstammen (vgl. Anm.z.St.)] Minneb 3373    1.2 ‘Primärqualität der Körpersäfte, Elemente’ etwenne ist si [Leber] sich daz der vier complexion eine zu gewaldic ist an ir SalArz 53,19; ‘[...] den allen [ creatiuren ] si [die feie ] besloz ir art, / complexen und ir mische vart [gemeint wohl: Vorgang der Mischung aus den Elementen (FrlWB, S. 243)] .’ Frl 3:5,6; ein dunstlich bilde, / halp maget, halp man [Hermaphrodit] , [...] / daz truc die vier complexen [vgl. 3:10,1f.: kalt unde trucken, warm unde viuchte ] wilde / in siner hant ebd. 3:9,3; die forme worchte [...] / die vier complexen dicke in ein ebd. 3:13,3    2 von Heil- und Nahrungsmitteln: ‘Mischung der Elementarqualitäten, humorale Beschaffenheit’ [die Ärzte] haben der ercenie complexionem geteilit in vir teil [ gradus Grade] SalArz 6,54; unnd darinne [im Frühling] ist nütz ze essenn das geleicher complexion ist HvHürnh 37,10; an der zeit sol man essen was nasser unnd kalter complexion ist sam kelbrein fleisch mit essich [...] ebd. 38,9

MWB 3,2 452,11; Bearbeiter: Tao

complieren swV. zu afrz. complir, mlat. complere ‘die Komplet beten’ (vgl. Rosenqvist 1,132f.), oder zu contemplari, dann ‘fromme Betrachtungen anstellen’ ein state dem bette nâhe was, / dâ si betete ald las / alder complierte [vgl. contemplabatur (Anm.z.St.)] dâ WvRh 13634; Marîa niemer müezec was, / wan daz si worhte ald aber tet / mit grôzer andâht ir gebet / ald den salter sô las sie / ald complieren si gevie / ald si rihte al ir gelust / nâch der himelschen wollust ebd. 13641

MWB 3,2 453,18; Bearbeiter: Tao

comûne stFN. , comûn stM. zur Herleitung aus afrz. commun, conume, comugne oder mlat. communia, communa s. die Diskussion bei Vorderstemann, Fremdw., S. 148ff. – Pos. 1 und 2 nicht immer klar voneinander abzugrenzen. 1 ‘Stadtgemeinde, Bürgerschaft’
2 ‘Heeresaufgebot der Bürgerschaft, Bürgerwehr’
   1 ‘Stadtgemeinde, Bürgerschaft’ niht langer daz commune beit, / sie hiezen zu sturme luͤten Rennew 10454; wir wizzen selbe niht wie / iu iuwer rede hie / antwurt geben ân den rât / noch ân die comûn der stat UvEtzAlex Anh. 272; die comûne und der rât / haben uns [...] iu gesant ebd. Anh. 1734. Anh. 1687 u.ö.; der comûn [...] und von Triest der potestât Ottok 34079; von Kolne der comûn ebd. 58503; der biutel in der lenken hant [...] bediutent die [...], / die dâ stiur und zol în nement, / ungelt und solicher hande guot, / daz daz komûn im selber muot HvBer 8147; OrtnAW 303,2    2 ‘Heeresaufgebot der Bürgerschaft, Bürgerwehr’ an allen sîten zuo gedrabt / diu comûne von der stat / kom, als si der rihtær bat Wh 113,13; in die stat getrecket / wart dâ von al dem comûne ebd. 115,5; uz der stat von Kanfoleis si zogeten [...]. / mit aller ir conmune, lantzen, hatschen, kuͤlen, / gabilot, burdune, da mit si gaben wunden unde puͤlen JTit 4578,1; ûz der stat ein menge gie / des volkes gar grôze, / die comûne ân wâpen blôze UvEtzAlex Anh. 740; der comûn über al / und der povel macht sich ûf Ottok 76430

MWB 3,2 453,28; Bearbeiter: Tao

comunîe stF. wohl aus afrz. comuigne (mlat. communia) durch Anlehnung an die Bildungen auf -îe (Suolahti 1,126). wie → comûne 2: swer stab oder stangen truoc, / ze orse und ze vuoze was der genuoc, / et al diu comunîe Wh 117,19

MWB 3,2 453,56; Bearbeiter: Tao

kon stM. nur in der Form kun belegt. ‘Ehemann’ si [Sarai] sprach zu Abram, irem kun: / wirf uz di mait mit irem sun! HistAE 603; Isaias [...] sprach: [...] eine iuncvrouwe tugentlich / enphet und gebirt sunder kun / des vaters eingebornen sun ebd. 3545

MWB 3,2 453,61; Bearbeiter: Tao

concîlje stN. auch concili, zu lat. concilium; z. T. in lat. Form und Flexion; selten stF. 1 ‘(kirchliche oder weltliche) Versammlung, Konzil, Synode’
2 ntl.
2.1 ‘Gerichtsversammlung, Gericht’
2.2 ‘der Hohe Rat (der Juden)’ als oberstes Gericht
   1 ‘(kirchliche oder weltliche) Versammlung, Konzil, Synode’ in dieseme concilio / wirt ein rede gefrumit, / die al der werlde ze heile kumit TrSilv 717; nu Marke an daz concîlje gesaz Tr 15325; künec unde lantbarûne, / al daz concîlje schiet sich sâ ebd. 15533; durch reht und durch gehôrsam / zuo dem concili kam / bischolf Kuonrât von Frîsingen Ottok 19565. 28516. 28576 u.ö.; Rennew 4524. – häufig mit Ortsangabe (ze, von): disvͥ reht saste der babest Leo vnd der kvͥnig Karle, sin brvͦder ze einer concilie ze Rome SchwSp 145b. 153b; inme concilio zi Megenze [auf der Provinzialsynode von 1261] UrkCorp (WMU) N2AB,39; dirre lantfride wart gemachet vnd dirre brief wart gegeben ze dem offenne hove jn dem concilie [Reichstag] ze Wirzeburc an dem palmetage ebd. 1401,36; in einem concili ze Lateran BdN 173,1; die setze des concili von Saltzburch [der Bischofssynode von 1288] UrkCorp (WMU) N425,31. – in Verbindung mit bestimmten Verben: daz concîlje daz wart sâ zestunt / ze Lunders besprochen / nâch der pfingestwochen / ze ûzgêndem meien Tr 15308; durch daz und umb ander nôt / bischolf Friderich gebôt / hinz Salzpurg ein concilium Ottok 19560. 13019; sô sold er [der Bischof] si alle laden / die phaffen in sînem bistum / und ein offen concilium / haben mit in allen ebd. 28071; daz er [Marke] ze Lunders zEngelant / ein concîlje leite / und dâ der pfafheite, / den witzegen antisten, / die gotes reht wol wisten, / sînen werren tæte kunt Tr 15303; diu zît was nû komen, / ûf die der bâbst het genomen / hinz Lugdôn sîn concil Ottok 13427. – ‘Beratung’ do gingen aber vz di Pharisei mit Herodis ritern, daz si in machten ein concilivm wider in [ consilium faciebant adversus eum Mc 3,6] , wi si in begriffen EvAug 81,23    2 ntl.    2.1 ‘Gerichtsversammlung, Gericht’ hüetet ivch aber von den menschen, wan si gebent iuch in den concilien oder raeten EvAug 20,23 (Mt 10,17); EvBerl 142,22; EvAug 111,6 (Mc 13,9); der ist schuldich, dc man uͥber in hab ain concili alder ain gesprêche PrSchw (St) 3,36    2.2 ‘der Hohe Rat (der Juden)’ als oberstes Gericht: wer abir syme brudir sprichit: racha [Dummkopf] , der wirt schuldik des concilio EvBerl 110,19 (Mt 5,22); EvPass 232,15. – die Mitgieder eines solchen Gerichtes: abir di vuͦrsten der prîstere und alliz daz concilium sûchten valsch gezûcnisse wider Jhêsum, ûf daz si en hin gêbin dem tôde EvBeh Mt 26,59; EvAug 69,9; EvPass 230,11

MWB 3,2 454,1; Bearbeiter: Tao

concordieren swV. zu lat. concordare. 1 ‘übereinstimmen’
2 ‘einträchtig, einmütig sein’
   1 ‘übereinstimmen’ in der êrsten regulin [(canon) Kanon-Tafel] concordîren viere: Mathêus, Marcus, Lûcas und Jôhannes, und in der anderen drîe: [...] EvBeh 1:3; daz ist gereht, daz da concordieret mit dem beginne [ quod principio condordat ] ThvASu 254,23    2 ‘einträchtig, einmütig sein’ iv iv iv ivbiliern, / concordieren SionLd 1182,7; contempliern geit den chranz; / concordiern lait den tantz. / [...] concordiern / ist ivbiliern / von dem svzzen contempliern ebd. 1182,14. 16; EbnerChrist 30,5

MWB 3,2 454,53; Bearbeiter: Tao

condewier, kundewiers stNF. zu → condewieren , -s in kundewiers wohl nur reimbedingt (Suolahti 1,126); vgl. auch den Personennamen Condwîr âmûrs ‘Geleit der Liebe’ bei Wolfram (s. dazu O. Springer, Etymolog. Spiel, PBB 87 [1965], S. 181; Nellmann, Parz., S. 555f.). ‘Geleit’ man fuort in fürbaz schiere / mit werdem [La. manger ] condwiere Parz 821,28; dâne kunde niht geharren / sîn vane mit grôzem cundewiers / kom gevarn ze treviers / mit ungevüeger hers kraft / beneben an die rîterschaft Wh 391,1; dô frou Enîte / sîner [Erecs] freude was ein condewier Parz 401,13; durch der minne condwier [ wegen Geleites der Liebe, als Liebeszeichen (Bartsch/  Marti, Parz. u. Tit. z.St.)]] / ecidemôn daz reine tier / het im ze wâpen gegebn / in der genâde er wolde lebn, / diu küngîn Secundille ebd. 741,15; ob si in siner kondewier beschowet / wurden sus gebluͤmet JTit 2175,3

MWB 3,2 455,1; Bearbeiter: Tao

condewierde stF. Ableitung von → condewieren mit dt. Suffix (Suolahti 1,126). ‘Geleit’ do entwelte si nicht lange, unz si wart bereitet werdicliche / nach fursten kindes wis vil richer zierde, / als iz Kyot wol kunde, wan er bekant [zugestand, gab?] wol riche kondiwierde JTit 688,4; mit manger kondewierde ebd. 2329,2. – übertr.: uf der mure vil gezierde die koͤr al under viengen / mit fremder kondewierde [auf der Mauer grenzte viel Schmuck die Chöre mit außergewöhnlicher Ausstattung voneinander ab (Brokmann, Graltempel S. 78)] : spinneln stark, daruber bogen giengen JTit 398,2

MWB 3,2 455,19; Bearbeiter: Tao

condewieren swV. zu afrz. conduire (Palander, S.115, Suolahti 1,126, Rosenqvist 1,133). – auch kundewieren, vereinzelt gundewieren. 1 tr.
1.1 ‘jmdn. geleiten, begleiten, führen’
1.1.1 ohne weitere Bestimmung
1.1.2 mit Richtungsangaben.
1.1.3 mit Angabe der Art und Weise
1.1.4 subst. Inf.
1.2 ‘ein Heer, eine Truppe führen’
1.3 Einzelnes
2 refl.
   1 tr.    1.1 ‘jmdn. geleiten, begleiten, führen’    1.1.1 ohne weitere Bestimmung: Alexander der rîche / die vrouwen kondewierte RvEAlex 17829; die vrouwen kondewieren / die riter mousten aldâ Mai 239,10; daz des küneges sêle / von sante Michahêle / hiute gecondwieret [Hs. geantiwürt ] sî GFrau 2677; UvTürhTr 1178; UvEtzWh 4990. – übertr.: si hatte geconduieret / suͤzer schal und satspil, / flœter, tambur was da vil / und waͤlscher videlaͤre RvEWh 1000; in selben condewierde / sîn manlîch herze und des gedanc, / daz er nâch wîbe gruoze ranc Wh 382,20; JTit 4979,2    1.1.2 mit Richtungsangaben. von, ûz: der wirt [...] unde die sîne [...] kondewierten die geste / von dem hûs genuoc verre Er 9869; siu und Lanzelet [...] / müesen etswie manegen tac / Artûsen harte schône / kundewieren von Dôdône UvZLanz 9284; bildl.: Parzivâl der clâre / wart des âne vâre / überparlieret, / daz wart gecondwieret / elliu scham ûz sîme herzen dô Parz 696,18. von dan: her Gâwein und sîn geselleschaft / die konduwierten si von dan Wig 11515; des kúnges hovelúte [...] konduwiertent in von dan RvEWh 5497. – mit her: diu frouwe condwierte / den rîter mit dem zoume her Parz 593,4; die habent in condwiret her TürlArabel *A 229,13. – wohin: nû wurden si wirdeclîche / gekondewieret beide / unz an ir wegescheide Er 9994; si nâmen si ze handen / [...] und condewiertens under in / schône unde hêrlîche / hin vür daz künicrîche [die königliche Familie] Tr 11156. 3329; nu wart gecondwieret / Parzivâl zer künegîn Parz 199,22. 174,12; mit den brûtleichen wart sie dâ / in daz palas gecondwieret LvRegSyon 3213; die lvfte worden schallis vol / vn̄ dar zv himel vn̄ erden, / da si die magit werden / zv himel condvirten MarHimmelf 1572; RvEWh 13652. 14600; bildl.: swelhiu sîner minne enphant, / durch die freude ir was gerant, / unde ir schimpf enschumphiert, / gein der riwe gecondewiert Parz 155,18; ir minne condwierte / mir freude in daz herze mîn ebd. 495,22. 736,6; daz gesteine sô grôzer krefte rîch, / daz ez ze vreuden herzen gundewieret Loheng 5346    1.1.3 mit Angabe der Art und Weise: wirdeclîche: Er 9994; schône, hêrlîche: Tr 3329. 11156; geselleclîche: RvEWh 11963; swie si iuch condwieren Parz 511,28; hie wart gekondierit mite / Athis un̄ Gayte / so nie vor der gecite / iuncvrouwe [...] wurde / mit spile und mit buhurde, / mit zuchtigirn gelazin / zu hove und zu strazin / gevuorit wart ersamir Athis C* 122    1.1.4 subst. Inf.: Anfortas [...] mit im durch condwieren reit Parz 820,29; TürlArabel *A 217,17; der bvrkgrevin er nvͥt vergaz, / er nem ir zoͮm dvrch condwiren ebd. F 206; ûz dem her sîn cundewieren was / ab dem blüemînen gras / von manegem rîter sêre wunt Wh 467,9    1.2 ‘ein Heer, eine Truppe führen’ manlîch er cundewierte / die nâch Gyburge striten, / daz si mit hurte kômen geriten Wh 367,10; wie der herzog von Brabant / sine rittherschaft rotierte, / gein strite conduierte RvEWh 950; und mit liehten panieren / sach man sú condewieren / die ritterschaft hin uf den plan ebd. 6610; daz der beider kunige schar / in einander wâren gar / conduwieret und geflohten Ottok 17117    1.3 Einzelnes: diu stat [ diu niuwe Jherusalem ] gekonduiret [zugeführt] / gote was zuͦ einer brûte Kröllwitz 886. ainen helm silber wiz, / den het maisterlicher vliz / nach wunsche gekundewieret [ausgeführt] WhvÖst 3907; sin [Feirefiz’] kraft von herzen vieren zelt man in sinem libe, / ich wils iu kondiwieren [näher ausführen, erklären] JTit 5375,2. wie si [die Kurfürsten] mit dem rîch / geschüefen iren frum, / daz si gemêrten iren rîchtum; / wie daz die hern behenden / versuochten manigen enden / und wie siz conduwierten [durchführten, anstellten] / und mit der wal wentschlierten, / daz habt ir allez vor vernomen Ottok 38860. ieglicher [Ritter] kundewierte [überlegte] / wie er ze velde kæm, / daz man von im vernæm / prislich getæt WhvÖst 7886. – Bedeutung unklar: lât den seiten vorbereiten wie man dâ palliere [tanze] . / [...] nâch der gîgen sol er sîgen, swer ez kundewiere [den Tanz anführe?] KLD: UvW Leich 3,117; uf helme ir amises diu koste wart gen landen drin gemezzen[...]. / schilt, helm man kondewierde [schätzte, bewertete?] und wapen rok, daz iz wol zehen lande / were wert an wirde und an der edele JTit 1992,2; verwierens niht entwalen wold man, uf die berillen / entwerfen unde malen, daz man den brehnden glast moht gestillen, / und ouch der richen kost zu einer zierde, / got und dem gral zu eren, wan iz den tempel richlich kondiwierde [schmückte (vgl. Zarncke, Graltempel, S. 111 z.St.)?] ebd. 356,4; die kóch [...] waren clug und synnehafft, / wie si die koste czirtten. / mit mancher edlen wurcze klar / beraitten sie die speise gar, / alls sie es kundefirtten [dekorierten? anders Stark, Anm. zu Virg (St) 806,6] , / das es gar wol czu preisen was VirgW 801,6    2 refl.: – ‘sich jmdm. (zu)gesellen’ in dem lande dar und dar / geselleclichen fuͦrtent in [den jungen Willehalm] / die juncherren her und hin / kurzewile schoͮwen, / hoh gemuͦte vroͮwen / und sich den kundewieren RvEWh 3949; dâ [auf der Burg] vant man zuo der wîle / maniger hant kurzwîle, / [...] von den rittern etlich / menlich justieren, / etlich sich conduwieren / mit vil kluogem swanze / zden frouwen in dem tanze Ottok 90744 (anders Glossar z.St.). – ‘zusammentreffen’ ir ietweder niht vergaz, / dô man strîten wolde, / er tæte, swaz er solde / mit schicken unde mit rottieren, / ê daz sich conduwieren / diu [feindlichen] her zesamde [= zesamene ] begunden Ottok 21331 übertr., hierher?: diu vrowe sach mit jâmer dar / dicke und dicke und nam sîn war, / ob er ez wære oder niht. / dô began sich ir gesiht / cundewieren under in [trafen sich ihre Blicke] . / er sach her und sî hin RvEGer 4609. – ‘vor sich gehen’ alsus ez [der Streit] sich conduwiert / alle wîle under in, / unz daz ez doch kom dâhin, / daz man zwischen in bêden / ûf ebenung begunde reden Ottok 55504. – Bedeutung unklar: die wîle sich der [päpstliche] hof condwierde [versammelte?] , / und ê sich die cardinal / verrihten zuo der wal, / des was alle wîle: / wand man phligt niht île, / sô man den bâbest kiuset Ottok 8635; daz was der hoch geborne Ladamus, der kund sich kondiwieren / mit ritterschaft [wußte sich ritterlich zu verhalten?] , obz schimpf oder ernest were JTit 5313,2

MWB 3,2 455,32; Bearbeiter: Tao

condiment stN. aus afrz. condiment, lat. condimentum (Suolahti 1,126). ‘Gewürz, Gewürzbrühe, würzige Sauce’ diu klâren condiment / sint mir dicke tiure / bî mînem kleinen viure Helbl 2,12; roes flaisch ist ir kost, / [...] ir speyse ist ain [l. an (= âne ] condiment HvNstAp 10960; aber ein condiment. nim aschlauch vnd scheln, ribin mit saltze, mengin mit wine eder mit ezzige vnd druͤckez vz. dise salse ist guͦt zvͦ rinderinen braten BvgSp 33; vnd nim denne suͤzze milich vnd sehs totern vnd zwei haupt knobelauches [...], vnd schele die schone vnd stoz sie mit ein wenic saltzes vnd menge daz mit der milich vnd mit den totern, vnd saffran tuͦ dar zvͦ. vnd guͤz daz condiment vf die gans, laz sie erwallen vnd gibe sie hin ebd. 42; daz ~ in etw., über etw. giezen: ebd. 50. 51. 26; in dem ~ erwallen: ebd. 22. 31; ein ~ von etw. machen: ebd. 50. 51

MWB 3,2 457,35; Bearbeiter: Tao

condimentelîn stN. Dimin. zu condiment . ‘feine Würze, Sauce’ ein condimentelin. nim rintfleisch [...], suͤdez mot [= mat ‘weich’?] , saltzez wol, nim aschlauch vnd minzen dar zvͦ, des krutes nim genuͦc, laz ez wol sieden in eime veizten sode vnd reiz [bereite es] swie du wilt vnd gibz hin BvgSp 41; ein condimentlin. mal kuͤmel vnd enis mit pfeffer vnd mit ezzige vnd mit honige vnd mach ez gel mit saffran vnd tuͦ dar zvͦ senf. in diesem condimente mahtu suͤlze, petersielien, bern vnd clein cumpost oder ruͤben, waz du wilt ebd. 48

MWB 3,2 457,53; Bearbeiter: Tao

condimentieren swV. zu → condiment (Suolahti 1,126). ‘einbalsamieren’ in [den Leichnam Jakobs] hiez nah der warheit sage / Josep aromatieren / und condimentieren / mit edelm geselbe wol [vgl. Gn 50,1: praecepit ... suis medicis ut aromatibus condirent patrem ] RvEWchr 8329

MWB 3,2 458,1; Bearbeiter: Tao

kone, quëne swstF. auch kun HeslApk 180. 17109; NvJer 26427; UrkKlostern 1,111 (a. 1308). 1,140 (a. 1313); kan Furstengesl 683,12; quene s. u. 2. 1 ‘Ehefrau’
1.1 allg.
1.2 in Verbindung mit bestimmten Verben
2 wohl pejorativ ‘Weib’ (vgl. DWB 5,1689f.)
   1 ‘Ehefrau’    1.1 allg.: der sinen uater oder sine muͦter [...] sine chonin [ uxorem ] oder siniu chint mere minnit danne mich, der inist min nieht wirdich JPhys 24,19; mit rehtir gemehelen / so sol si sin chone sin. / er ist charl, si ist chone VRechte 396; ouch wære im ze sunden getân, / ob er mich ze kebese wolte hân – / ze konen wær ich im ze smæhe Kchr 12131; wie er Pentesilien, / sinre conen, nit sinre amyen, / mit sime libe gediente Rennew 32284; diu frou, die herzog Heinrich / het an konen stat [als Gattin] Ottok 92809; vnd ob der selbe Herman ververt ane erwen, so svl ez gentzleichen hin wider erwen avf anderew des vorgenanten hern Dietreiches chint, div er nv fvrbaz bei seinen chonen eleicher dinge gewinnet UrkHohenz 2,285 (a. 1303); mit Adj.-Attr.: diu sîn [Josephs] scône chone [Aseneth] gwan ime zwêne sune Gen 2109 (vgl. Gn 46,20); lobelich: Wernh A 641; wünneclich: ebd. 453; êlich: HeslNic 2716; SchöffIglau 84; BgRIglauD 24(App.); reht: Ottok 11631; liep, herzenliep: UvLFrd 318,25. 222,3; in einem Vergleich: ebe [= hebe ] ûf dîne uernunst mit gedingen hin ze deme wîstuͦme dînes urlôsâres. si wirt ime gefûgit same chone karle TrudHL 13,9. – von der Gottesmutter Maria: und sie gebar die gotes kun / iren eingebornen sun HeslApk 17109 (vgl. Apc 12,5); übertr. auf die Christenheit: mit Jhesu Criste [...], / den got uz sante siner kune, / der heiligen cristenheit ebd. 180    1.2 in Verbindung mit bestimmten Verben: der graff von Haimburch si ze chon erwarp Furstengesl 686,8; dô wart si geselt / dem marcgrâven ze konen Ottok 1207; sô er dîn ze konen giht NibB 1244,4; swer einem manne sin chonen hinfvͤrt, der ist in der æht UrkCorp (WMU) 475AB,41,18. geben: Pharao gap Joseph eine chonen GenM 87,2; jmdm. eine Frau ze konen geben: gebet ime si ze chonen, lât si iemer sament wonen! Gen 1612; Wernh 1565; Parz 494,19; Ottok 52023. eigen, haben: iz ist reht, daz der leie / eine chonen aige VRechte 408; der künec sol haben eine [allein] / ze rehte ein konen reine Parz 495,10; daz ir [...] ze iuwerr ê ein konen hân Eracl 1748; eine Frau ze einer konen haben: Eracl 1782. werden: Philipp 901. nemen: jmdm. seine konen nemen (‘wegnehmen’): Uriam [...], dem er sini chonin nam SuTheol 268; Vateruns 180; SüklV 489; Ottok 18103; (sich) eine konen nemen ‘eine Frau heiraten’ eine chonen er im genam, / ze mêren daz geslehte Aneg 1641; daz er næme êlîche / ein konen, diu im töhte / unde er haben möhte AlexiusF 46,75; wer ain konen nimpt und kind bei ir gewinnet UrkÖsterrErbl 61,12 (a. 1237 kopial); Dietr 7514; Aneg 2505; mit Präp.-Gruppe: er nam ein konen von sîme geslehte Philipp 39; daz si nâmen / chonen in daz verworhte chunne [einheirateten (vgl. Anm.z.St.)] Aneg 1788; eine Frau ze (einer) kone (konen) nemen u.ä.: da wil ich dich cze chone nemen Konr 6,45; UvLFrb 1007. 1123; Rennew 32271; EnikWchr 12427; Ottok 1109; UrkCorp (WMU) 2036,30; zuͦ einer êlîchen chonen Exod 204; EnikWchr 26923. 542 Prosa 2,24. 547 Prosa 2,24; zv einer rehten chonen UrkCorp (WMU) 3171,28; herczog Hainreichs tochter / er hat zu einer chonn genomen Furstengesl 685,8; StRWien 92; Philipp 1282    2 wohl pejorativ ‘Weib’ (vgl. DWB 5,1689f.): die alde quene do beschiet / Quincianum der mere / wie den sachen were Pass III 178,6; Phariens [...] fur wiedder zu syner burg und nam syn wib und beschloß sie allein off eim thorn, ir sere zu ungemach, ane alle gesellesschafft, ane ein alte quene die ir zu eßsen trug Lanc 22,16

MWB 3,2 458,7; Bearbeiter: Tao

konelich Adj. , konelîche, -lîchen Adv. ‘ehelich; als Ehefrau’ 1 Adj.
2 Adv.
   1 Adj.: wie Ysaac und Rebecca sament lâgen, / spileten zesamene mit chonlicheme gamine Gen 1105 ( in chonilicher gamene GenM 48,12 ); Jacob und Lia hêten ire minne / die naht lange mit chonelicher wunne Gen 1301 (= GenM 56,20 ); mit sô getânen sunden, / dâ von mehten chomen chint / âne chonlîchiu dinc Aneg 2484; ichn wil konlîcher ê / mit stæte gepflegen nimmer mê Wig 11384    2 Adv.: ich hân eine diu, die lege ich uber mîniu chniu. / die scolt dû chonelîchen bechennen daz ich doch von ire chint mege gewinnen Gen 1333 (vgl. Gn 30,3); die auer weder chonelîche noch witewelîchen noch magetlîchen ire kûsce behaltent Spec 98,26; aber ih hân dich geminnet herzeclîchen chintlîche unde chonlîche TrudHL 136,18

MWB 3,2 459,18; Bearbeiter: Tao

koneliute st.Pl. ‘Eheleute’ wier Otto vnd Margret, zway chonlevt, geheizzen von dem Steyn UrkCorp (WMU) N525,12; von schidvnge chonleute SchwSp (R) 79,93

MWB 3,2 459,35; Bearbeiter: Tao

konemâc stM. auch kene-, mit Dissimilation kelmâc. ‘Verwandter von Seiten der Ehefrau, Schwager’ den sînen konemâgen enbôt er an den Rîn, / er wolde harte gerne dâ z’ir hôchgezîte sîn NibB 763,3. 1411,4 u.ö.; mîner ougen wünne / an mînen konemâgen KlageB 825; von im wart grôz helfe getân / den sînen konemâgen Bit 10697. 12187; swaz iuwerm kenemâge / von vremeden liuten ist getân KvWTroj 32248; affinis: kenmag VocOpt 3.104; si hant ouh gezuge geleitet, die inen von sipschaft gebunden sint, vnd ouch sumeliche kelmage sint, die man dar vmbe nút verwrfe UrkCorp (WMU) N370,21; daz ich han fu̍rsezit zwelf schillinge enwerde geltez, [...] minem kelmage UrkGraub 5:93,26 (a. 1332). – sprichwörtl.: wan [man] siht den kenemac gestan [beistehen] , / da liht ain mac den andern lat RvEWh 13700

MWB 3,2 459,39; Bearbeiter: Tao

koneman stM. auch konen-, kon-, kanman. ‘Ehemann’ wil sy sein aber nicht ze konen man / und sunst nun freude mit im han UvLFrb 1123. – in Verbindung mit nemen: dô hiezn die priester al gemeine / daz Marjâ diu maget reine / einen koneman ir naeme / der ir leben reht gezaeme Philipp 904; di weil si ivnchvrowen sint oder her nah swan si chonman nement StiftZwettl 185; ob ein man chlæglich ein maget oder ein wip ansprichet, daz si mit im haimlich ze geluͦbde sei chomen vnd ze chon manne in habe gelobet ze nemen UrkCorp (WMU) 2345,1; daz chain witib daz guͤt irr chind [...] sulle noch enmüge [...] geben ainem andern irm mann den si dar nach nimt zuͤ einem chanman StRWienerNeust 77; mit geben: den gib ich ir zu konman HvNstAp 2060

MWB 3,2 459,56; Bearbeiter: Tao

koneminne F. ‘Liebe in der Ehe’ triwe ist rehte minne, so ist ouch minne triwe. / [...] ez ist hie niht gescheiden di kone minne noch kebse JTit 1907,1

MWB 3,2 460,8; Bearbeiter: Tao

koneschaft stF. auch kanschaft StRWien 14. ‘Ehe’ nœtigen ritter des gezimt, / daz er ze konschefte nimt / ein gebûrin umbe guot Helbl 8,370. 8,220; daz man ze manne solde geben / die megde alle in êlîch leben, / die komen waeren zuo ir tagen / und möhten konschaft getragen Philipp 897; al die man / die noch konschaft waeren ân ebd. 1105; ich will euch sechtzigk tausent march [...] zu morgengab geben, / solt ich mit kauffschaft [La. chonschaft ] pey euch leben HvNstAp 2025; waz si freuden triben / in dem himelrîch, / die dâ getriulich / beliben werhaft / an der ê und konschaft Ottok 1892 u.ö.; gelobt si dann [wenn sie zwölf Jahre alt geworden ist] cheusche oder chanschaft einem manne unbetwungenleich, daz hat chraft und anders nicht StRWien 14; StatTrient 191. – übertr.: unser beider lîp ist an ir tôt: / si was mîn muoter und iuwer wîp. / ist rehtiu konschaft ein lîp, / diu ist mit stæte iu an ir tôt Wig 11375

MWB 3,2 460,12; Bearbeiter: Tao

konewîp stN. s.a. → konvrouwe . ‘Ehefrau’ den konewîben tete man kunt, / si solden ligen bî ir man Bit 1866; swer den andern sin chonwip hinvuͦrt, den sol man lebenden begraben UrkWittelsb 1,151 (um 1255 kopial)

MWB 3,2 460,31; Bearbeiter: Tao

konewirt stM. wie → koneman : einen weingarten [...] den sie herbraht haet ze rehten perchreht mit sampt ir chonwirt Otten von La UrkEnns 5,605 (a. 1306); und ist daz geschehen mit gunst und mit willen aller irer erben und auch ir chonwirt erben des vor genanten Otten von La ebd. 5,605

MWB 3,2 460,36; Bearbeiter: Tao

confect stN. aus mlat. confectum (MlatWB 2,1313). – ‘zubereitete Arznei, Mixtur’ wenn man der slangen flaisch beraitt mit andern dingen, diu dar zuo gehœrent, dâ wirt ain electuarium auz oder ain confect, daz ist ain auzwal und ain beraitung sô edel, daz si die vergift auzwürzelt und auztreibt von dem menschen. daz confect haizt tiriaca BdN 284,13; convekt de anise [aus Anis] Minneb 5442; mache eyn hol in eyn boum mit eyme nebigere [...] vnd gos in das loch terebida das confect, mit wassir gemengit Pelzb 124,1. – bildl.: und daz min hertz auch genuße / ir gnaden suße confeckt / und auch ir helfflich bulver leckt Minneb 3507

MWB 3,2 460,42; Bearbeiter: Tao