Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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k – cadmia
kaf – kalc
calcaire – 2kalle
3kalle – kaltlîchen
kaltnisse – kamerærse
kamerbëlle – kamerselde
kamersidel – kampfer
kampfgenôʒ – kampfwât
kampfwërc – kanonîen
kanonike – kanzelschrîbære
kanzwagen – Cappadociære
kappân – kappûnen
capût (?) – kardenâldiaconus
karele – karra(t)sche
karre – karthiusære
kartur – kæselîn
kæse|lüppe – kasten
kastenære – kathecuminus
kathezizieren – kauerære (?)
kauergerihte – kefse
1kegel – keisertuom
keitivic (?) – kelken
këllære – këlre
këlstëchære – 2kemelîn
kemelînvleisch – kendelîn
kenecte – keppechîn
keppeler – kerkerhaft
kerl – kerrîne
kerschlich – kerzîn
kerzlach – ketenwambîs
kettelinc – keʒʒelære
keʒʒelærinne – kîche
kîchen – kiesærinne
kiesen – kindebet
kindechîn – kindestac
kindestohter – kintbettegemach
kintbetten – Kiperære
Kiper(e) – kirchenbrëchære
kirchenerbe – kirchhërre
kirchhof – kirchtac
kirchtor – kirnen
kirnîn – kitzelen
kitzelîn – kiuwe
kiuwen – klâfterlanc
klâftermâʒe – klagenôt
klagerede – klamben
klamen – klæret
klârheit – klëber
klëbereht – klegerse
klêgrüene – kleinlîche
kleinlîcheit – kleinvüegunge
kleinzëhende – klepfze
kleppisch – klinge
klingelære – klobeholz
klobelouch – klôsterknëht
klôsterlëben – klôsterweide
klôsterwërre – klûde
klüege – klupfen
kluppe – klutterât
klûwen – knëhtelîn
knëhten – kniel (?)
knieleip – knodebôʒe
knödel – knubelen
knugelîn – kobel
kobel – kochman
kochsudel – kôle
kôlegruobe – kolner
kölnisch – komelinc
komen – condewier
condewierde – konkavelite, konkavelit
conplêt – convëntkopf
convëntswester – koraze (?)
körbelîn, körbel, körblî – körnære
kornban – kornmesse
kornmetze – corporâl
corporâlgewæte – kostebæric
kostebærlich – kötze
kotzeht – koufgenôʒ
koufgiric – koufschalc
koufschanze – krachen
kradem – krâme
kræmel – kranc-
krancmüetic – 1krapfe
2krapfe – krëb(e)ʒ
krëbeʒen – krefticheit
krefticlich – kreiʒgengel
kreiʒlingen – kreter
kretscheme – kriechelîn
kriechen – krîgen
krîieren – krippen-
krîsch – kristâbent
kristalle – kristenin
kristenisch – kristiâne
kristier – kriutener
kriuzaltære – kriuzloht
kriuzphenninc – 1krœnen
2krœnen – krotenstein
krotenstutz – krülle
krüllel – krupfei
krüpfen – krûtmezzer
Krûtnowe? – kûchen
kuchenære – küechelmël
küefelære – kugelhuot
kügellîn – kumberlich
kumberlîn – kûmen
kumer – kunde
künde – künftigære
kunftlich – künigeslêhen
künigessilber – künstelîn
künstelôs – kuntmeister
kuntsame – kuosërtærinnesun
kuo|smër – kuppe
1kuppel – kurdewân
kurdewænære – kurpen
kürre – kurtois
kurtoisîe – kurzwîle
kurzwîlen – kuster
kusterîe – kutzelvleisch
kützen – kûze

   kote - köufelære    


kote swM. ‘kleines Haus, Hütte’ ein mulin gestelle / heten uonden di boten, / einen mosehten koten / ein arm heimoͮte Pilatus 2,94

MWB 3,2 492,53; Bearbeiterin: Herbers

kœte F. ‘Würfel’ (aus Knochen): die kint die spiln der koͤten KgvOdenw 1,156

MWB 3,2 492,56; Bearbeiterin: Herbers

kotte swM. Bedeutung unklar, evtl. zu lat. coda ‘Schlussteil eines Musikstücks’? (s. Anm.z.St.): den achselrotten / kan er wol ze prîse, / meisterlîch den houbetschotten, / singet wol des reigen kotten SM:Go 2: 3,10. 2a: 7,10

MWB 3,2 492,58; Bearbeiterin: Herbers

cottidiane F. Bezeichnung eines eintägigen Fiebers (?): musa enea ist ein opiate. di ist gut fur di cotidiane. vnde fur di terciane. vnde fur di quartane SalArz 104,23. 90,11 u.ö.

MWB 3,2 492,63; Bearbeiterin: Herbers

cottun stM. aus frz. coton (Rosenqvist 1,137). ‘Baumwolle’ bysse, pfellel, sîden / gâben si dien plîden / und coccum [Hs. cottun ] îngestôzen zwir, / wol geroetet nâch ir gir / in eines visches bluote WvRh 1671 (vgl. Anm.z.St.)

MWB 3,2 493,3; Bearbeiterin: Herbers

kotze Adj. wohl Konversion aus kotze swM. ‘zottig’ von chotzer siden Hirzelin 152

MWB 3,2 493,8; Bearbeiter: Bohnert

kotze MF. poln. Lehnw. nach Anm. z.St., s.a. W. Mitzka, Kleine Schriften, Berlin 1968, S. 102 und L. Diefenbach, Novum glossarium, Frankfurt a.M. 1867, S. 322. ein best. Messer zum Schneiden von Dornbüschen: runco, -onis, dicitur ferramentum recurvum cum longo manubrio ad densitatem veprium succidendam [vgl. Isidor, Etym. 20,14,5] : kozze VocGus 389b

MWB 3,2 493,10; Bearbeiter: Bohnert

kotze swF. zur Etymol. s. DWB 5,1901; J. de Vries, Nederlands Etymol. Woordenboek, Leiden 1971, S. 371. ‘Scheide’, in obszöner Beschimpfung einer Frau (vgl. MNDWB 2,716 s.v. 2kutte): do handelt dyser scheppe dy judinne ubil und sprach: ‘du verheyte chocze, du sleymige’ SchöffIglau 178 (vgl. dy hure, dy keczerische ebd.). – übertr., ‘Hure’ (vgl. MNDWB 2,655 s.v. 1kotze): [ein Gläubiger fordert Einhaltung eines vom Mainzer Domkapitel beurkundeten Vertrags und droht:] geschet des nicht [...], so habe ich eyne hachczit irfarn, daz der henger [Henker] zu Northusen sine tochtir sal gebin des hengers sane zu Molhusen, da endarf nicht me zu wan licht und kotzcen [...], so wel ich sii [die Wachssiegel der Urk.] gebin den selbin hengern und kotczen zu kerczen und lichtin zu lastere und sanden [= schanden ] dem stipht und capitil zu Mencze DRW 7,1367 (Thüringen/  ArchKulturg.; Mitte 14. Jh.)

MWB 3,2 493,18; Bearbeiter: Bohnert

kotze swM. , koz stM. vereinzelt g- Gl 3:630,9 (hierher? vgl. B. Meineke, scaf(t)-Bildungen, Göttingen 1991, S. 170, Anm. 1064). – stM.: koz SummHeinr 1:326,152; Gl 3:174,41; Akk. Sg. kotze [Hss. kotz ] MorantGalie 3132. – zu möglichem swF. s. AWB 5,357. 1 ‘Überwurf, (Kapuzen-)Mantel aus grober Wolle’
2 ‘Wolldecke’
   1 ‘Überwurf, (Kapuzen-)Mantel aus grober Wolle’ (in Gll. des 12./13. Jh.s für lat. birrus, cottus, cottum, lacerna, paenula: SummHeinr 2:195,130. 2:350,100; Gl 3:174,41. 3:358,5. 3:630,9. 3:668,15, s. AWB 5,357): ein rûher kotze was sîn kleit RvEGer 3714; ouch dede he ane [...] / einen alden kotze gra MorantGalie 3132; daz Ernst den kotzen von im tete ErnstD 5516; ein ellender man, / der truoc einen kotzen an Tund 656; wie balde Wolfdieterich den kotzen ufgewant WolfdD (H) 708,2; in einem kotzen vor iu gie / ein unberâten bilgerîn RvEGer 4196; sîn swert worhte er in ein kotzen WolfdB 797,3; er stieß im in den kotzen sin / bi dem ort ein cleines hornelin SalMor 392,1; Iohannes was gechleidet mit chotzen oder mit har des chembels EvAug 76,19 (Mc 1,6). – phras., sînen kotzen wern ‘sich zu verteidigen wissen’ (vgl. nhd. „sich seiner Haut wehren”): man sach die strîtmüeden komn, / von den sô dicke ist vernomn / daz se ir kotzen gerne werten: / si wârn gein strît die herten Parz 664,27; ich erwer wol den kotzen mîn Bit 7788    2 ‘Wolldecke’ (in Gll. aus mhd. Zeit für lat. lodex: VocOpt 20.021; und neben → zusse für lat. cussia, laena: Gl 3:664,54; SummHeinr 1:326,152, s. AWB 5,357): nehein wert hat der chozze da [im Himmelreich] also vile so diu zusse Himmelr 9,24; ze der bette streu genuget matte, tuͦh, choze und houptchusse [ matta, sagum et lena, et capitale ] BrAdm 55; einen alten kozzen [...] brâht’ ich wîlent über mer HDecke II (H) 100; den halben kozzen ebd. 138; des kozzen ort ebd. 175; daz ab dem kozzen ist gesniten ebd. 165. – wohl hierher: daz ich, oder swer daz phunt gelts nach mir innhat, iaerleichen dar umb chauffen sol leinein tuech oder chotzen [oder ‘grober Wollstoff’ ] UrkHeil 2,170 (a. 1337); lîlachen und pluomît, / mantel, deckelachen wît [...], / kotzen, tebich, stuollachen Ottok 34976

MWB 3,2 493,37; Bearbeiter: Bohnert

kötze swF. zu Bed. und Etymol. vgl. DWB 5,1903-1905; Germ. Rom. 1,174f.; EWA 5,729f. ‘Behälter zum Tragen von etw.’ – als Tragkorb o.ä. (vgl. ahd. kozza1 swF., AWB 5,357): der esel sprach: ‘[...] ich trug auch koͤtzen die woren swer’ KgvOdenw 10,77. – als Sack, Tasche, Kasten o.ä. für Proviant: sarcina vel sarcinula in qua portantur cibi: choce SummHeinr 2:468,207; sistarcium [= gr.-lat. sitarchia ] : coce ebd. 2:473,273 (aus Hs. Y nachgetragene Belege, s. ebd. Bd. 3, S. 98)

MWB 3,2 494,16; Bearbeiter: Bohnert

kotzeht Adj. zu → kotze swM. ‘zottig’ Appolonius [...] / stach sy [Flata, ein Ungeheuer] durch den schwartzen pauch, / der was kotzot und rauch HvNstAp 5554; der [ wilde man ] was kotzott und rauch ebd. 9888

MWB 3,2 494,26; Bearbeiter: Bohnert

kötzelîn stN. ‘kleiner → kotze swM. 1 von Walhen fuor ein pilgerîn mit sînem kötzelîne KLD: GvN 40: 1,2

MWB 3,2 494,31; Bearbeiter: Bohnert

kotzolt stM. zu → kotze swF. mit dem Eigennamensuffix -olt < -walt gebildet (Hornbruch, Deonomastika S. 101f.); vgl. den frnhd. Pers.-Namen Koczoldai Neidh (S) 2,86 c34:8,4 und J.-Chr. Schwarz, Derst alsô getoufet, Hildesheim 2005, S. 147. ‘jmd., der mit Huren verkehrt’, als Schimpfwort, auf eine Frau bezogen: du unreiner kotzolt Sibote 420(Hs. H)

MWB 3,2 494,34; Bearbeiter: Bohnert

kotzot Adj. kotzeht

MWB 3,2 494,42;

kouf stM. Nom. Akk. Sg. auch -e (z.B. UrkEssl 248,3.28. 273,27 (a. 1323, 1328) und s. WMU 1,1032); Pl.-Belege s.u. 1.1.1, 1.2.1 und 3.1 und s. WMU. 1 Geschäft zwischen Käufer und Verkäufer, ‘Kauf/  Verkauf, Handel, Tausch’
1.1 eigentl.
1.1.1 allg.
1.1.2 mit attr. Adj.
1.2 übertr.
1.2.1 allg.
1.2.2 guoter ~ (vgl. 1.1.2 ) und bœser ~
1.2.3 für den Schlagabtausch, Streit mit Waffen und Worten
1.2.4 verblasst.
2 kaufmännische Tätigkeit, ‘Handel’
3 ‘Ware’ , die gekauft oder verkauft wird
3.1 eigentl.
3.2 übertr.
4 ‘Erwerb, Gewinn’ im Allgemeinen, überw. mit Bezug auf das Erlösungswerk Christi
5 ‘Kaufpreis, Bezahlung’
5.1 eigentl.
5.2 übertr.
6 ‘Tauschwert, Kaufkraft (einer Münze)’
   1 Geschäft zwischen Käufer und Verkäufer, ‘Kauf/  Verkauf, Handel, Tausch’    1.1 eigentl.    1.1.1 allg.: swa ein kauf geschiht StRAugsb 204,6; RvEGer 1768; ob dirre kouf gevalle dir ebd. 2386; ist awer, das ir ainen der chauf geräuet, es sei der hingeber oder der chaufer, und den andern nicht, so mag der chauf nicht widergen und mues stet beleiben StRWien 61; daz [...] der chauf und der widerwechsel staet und unzebrochen weleib UrkHerzogenb 133 (a. 1334); UrkCorp 958,30; der ~ hât (niht) kraft ebd. 118,31; StRMünch 284,18. 318,24. 393,26; der kouf [Kauf] ist hie mir alze guot UvLFrd 214,11 (vgl. 1.1.2); daz im nutze was der kouf [Verkauf] Pass III 140,93; ~ tuon Roth 2067; UrkCorp 1985,10; UrkWeida 273 (a. 1324); sô sî der kouf gestætet [abgeschlossen] hie RvEGer 2415; daz si [die underköufel ‘Zwischenhändler’ ] keinen kouf mit der hant dar slahen noch bestæten StRMeran 426; JvFrst 1090; einen ~ gebrechen, geirren, krenken, wideren, widerziehen StRAugsb 204,8; UrkCorp 1481,8. 1687,25. 1864,25; (Pl.:) der burggrafe sol rihten alle keuffe unde swaz clage von keuffen kumt StRAugsb 204,4; liebe meistert wol den kouf [gegenseitige Freundlichkeit lässt einen Kauf leicht zustande kommen, vgl. Anholt, Sperv. S. 76; anders Lexer 1,1692] MF:Sperv 1:8,6; [die Ratsherren sollen] allem chauffe ze chauffen und ze verchauffen also auflegen, daz dem chauffær und dem verchauffer [...] werde behalten UrkCorp 2345,5; daz ich iu des koufes wil jehen [den Handel zusagen und abschließen] StrAmis 2133; mit jmdm. koufes überein komen UrkCorp (WMU) N532,35; er vreute sich des koufes dô, / ouch was ich des wehsels vrô RvEGer 2589; und versachet her des koufes SSp (W) 3:4,1; des koufes widerkomen Häslein 233. – mit Präp.: daz su an disem kouffe niht betrogen werent uber halb [um mehr als die Hälfte des Kaufwerts] UrkCorp (WMU) 1687,27 (s.a. → halp Adj. 1.5.6); als ein herre oder ein burger [...] fuoter koufen wolten in der vrist, und [während] ein gädemler in dem koufe wær oder kouft hæt, sô sol er dâ von stên StRMeran 423; er wænet iuch daz goltvaz / mit koufe an gewinnen Flore (P) 4845; ein stætiu sicherheit uns bant / ûf den kouf RvEGer 2421; ûf den ~ backen WüP 89,5. 90,2. 94,2; wir han ime gegeben ze koͮfende [...] unsern hof ze Eistat [...]. us disem hove und us disem koͮfe han wir genomen [...] der kilchun satz ze Eistat, schuz und ban, das der drier enheines in disen hof sol hoͤrin noch in disen koͮf ist gevallen UrkCorp 677,39.41; (Pl.:) swaer [...] der stet insigel gert [...] umbe keuffe [...], dem sol man daz gaeben StRAugsb 188,18; misse unt salmen / daz bringent si [Priester] allenthalben / ze etlîchem choufe Erinn 77; [ er ] gab ze koufe und virkoufte [...] einen halben akker UrkCorp N396,37; Erlös 4996; der [Silberpfennig] was [...] / zehen gemeiner pfeninge wert / der man do ze koufe begert [wie sie in Handel und Wandel gängig sind] Martina 255,46; (Pl.:) liegen triegen sint sô wert, / daz man ir z’ allen koufen gert Freid 166,2    1.1.2 mit attr. Adj. guoter ~ ‘(für den Käufer) gutes Geschäft, günstiger Handel’ (vgl. 1.2.2): daz ich guoten kouf gegeben hân StrAmis 2120; StrKD 54,22; KvWHerzm 553; da bi schaffet er [der Herzog] den besten fride übr elliu siniu lant, / guoten kouf umb allez dinc Tannh 1,46; dô kom er in ein vremedez lant, / da er guoten kouf inne vant SchneekindA 14; RvZw 134,4. – andere Adj.: eyn ewig [für alle Zeit gültiger] kouf UrkEinl 296 (a. 1327) (= UrkBerlin 210f.; UrkErf 2,41 ); nu als vil des minen, als vil denne des sinen: das ist ein gelich koͮf Tauler 231,18; Eckh 5: 197,2. 5: 295,3; ein gewinhafter chauf Baumgart 135,46; ze einem lîhten [geringfügigen] koufe PrBerth 1:149,6; man sal ouch an bire rechten kouf geben unde maz als die burgere setzen UrkDresd 18 (a. 1308); Renner 8324; WüP 22,2; mit worten, werken und geberden, die zuͦ âinem redelichen und rehten kôife hôrent UrkCorp (WMU) 2970,35; die kaufluͤte swuͦrn [...] bi dem tuͤren kaufe / den mit den juden tet Judas Rennew 10006    1.2 übertr.    1.2.1 allg.: ir liezet küneginne namn / und heizt durch mich [die Ehe mit mir] ein herzogin. / der kouf gît mir ungewin Parz 134,4; dirre werlde fröude ist / ein lêhen und unstæter kouf ErnstD 3; ein guit mensche tuit an dem tode einen seligin couf: he gibit pine umme di ewigin freude Parad 41,8; (Pl.:) ach, langez fremden scheidet liebe köufe [‘löst Liebesverhältnisse auf’ (TPMA 7,449)] Hadam 223,4; Glaub 2511; Parz 448,14; MarHimmelf 168. – mit Präp.: solhen wehsel nement, die dâ minnent, an ir koufe Neidh WL 13:6,8; ich kan mit vorhtlîchen siten / umb iuwer hulde werben [...] / mit dienstlîchem koufe Wh 92,11; auwê, wie ain wehsel daz ist [wenn Sünden mit Höllenstrafen vergolten werden] ! hilf parmherzigeu muoter, auz disem kauf an unserm letzten end BdN 202,27    1.2.2 guoter ~ (vgl. 1.1.2) und bœser ~ : er vunde guoten kouf an mînen jâren, / der âne vröide wolte werden alt MF:BvS 2:1,1; (mit Gen.d.S.:) [Menschen kommen zu Johannes dem Täufer] umb guͦte lere und umb den toͮf: / der gab er baider guͦten koͮf WernhMl 6730. ditz wër mir ain poser kauff HvNstAp 12749; si vindent hie ainen bôsen chouf, / si gewinnent hie durchelen pûch Kchr 6952; bœsen ~ gewinnen, haben, tuon: Ottok 26207; UvEtzAlex Anh. 1065; WälGa 3909; durch bœsen kouf ze markte gât / swer umbe schœn sîn êre lât ebd. 881    1.2.3 für den Schlagabtausch, Streit mit Waffen und Worten: swen er vor im vant, / der muose umb den tôt geben / beidiu lîp unde leben. / daz was ein kouf âne fromen StrDan 5589; mit spern und mit swerten stritens alsô sêre. / einander si dô werten, daz si des koufes sît niht gerten mêre Kudr 860,4; daz sî deheinen gewin / an ir koufe envunden, / des sî sich underwunden Iw 7187. sie gaben couf unde couf, / schimpfrede unde itele wort Pass I/II (HSW) 14758    1.2.4 verblasst. – ‘Abmachung, Übereinkunft’ wir haben al den kouf gedinget, / daz wir müezen hinnen varn, swâ got wil Unverzagt 1:5,2; do beriefen [versammelten] sich isa / die ubeln uf alsulchen kouf [zwecks Ausführung des wechselseitig Zugesicherten] Pass III 600,95. – auf das Verfahren, die Art zu handeln bezogen, ‘Tun, Treiben’ lügen, untriuwe mit valschen eiden [...]: / diu werlt wêr schaden und schanden frî / an irm koufe denne dise drî Renner 4412; [jmd. lebt] in wirdekeit an [= âne ] sunden kouf Hiob 11186; [vom Anrennen beim Turnier:] nâ ritterlîchem koufe / was hie kraft mit grôzer kunst Reinfr 17314    2 kaufmännische Tätigkeit, ‘Handel’ si triben danne alligen koͮf mit linwat, mit wachse, mit pheffer [...] UrkCorp (WMU) 33AB,10,8; sînen ~ (mit jmdm.) trîben Pass III 19,48; LivlChr 213. 222; sich koufes [...] begân RvEGer 2179; koufes phlegen: Parz 404,25; Kudr 253,1; EnikWchr 24998; sînes koufes varn: UrkCorp (WMU) 51,20. 1746,3; gelucke unde seldenlouf / was bi im an deme koufe Pass III 19,48; sich mit koufe begân: RvEGer 2180; Flore (P) 4007; daz er [...] guot gewinnet / mit koufe ebd. 4025; daz nieman umme kouf envert [auf Handelsfahrt geht] Erlös 6519. – übertr., ‘Berechtigung zu kaufmännischer Tätigkeit’ daz den chouf in dem lande von unserm rihter nieman gewinnen sol, niwan di cheufel, di in enneher ze reht gewnnen habnt UrkCorp (WMU) 1100AB,14,12    3 ‘Ware’, die gekauft oder verkauft wird    3.1 eigentl.: swâ market ist unde veiler kouf, dâ ist liegen unde triegen PrBerth 1:448,8; (Pl.:) do sine koffe [die gekauften Kleider] komen Pfennigwert 85; sie funden kouf genûgen En 3902; RvEGer 1374; den grôzen kouf den er mir bôt ebd. 1579; der sînen kouf ze hôhe biutet Eracl 764; daz er den kouf mir solde geben / sô, swaz wær drîer marke wert, / daz er dar umbe niht engert / wan einen pfenninc UvLFrd 213,32; daz ich ze wehsel kæme / mit im und daz ich næme / sînen kouf RvEGer 2049; En 950; (Pl.:) UrkCorp (WMU) 2345,10; chauft awer ein man einen chauf StRWien 62; den kouf ich gerne lœsen [bezahlen] sol RvEGer 2388; sus was vergolten in ir kouf Parz 201,3; der dar [zum Jahrmarkt] wil und feilen kauf furt, treit ader bringt ader keuffen wil WüP 8,21; UrkCorp (WMU) 380,44; swer [...] deheynen unrechten oder verbotten koͮf, ez si an krute oder an obzse [...], veil hêt ebd. 80,37; PrBerth 1:216,13; daz er [der betrügerische brôtbecke ] kleinen kouf backet ebd. 1:216,4; (Pl.:) alle chauf sullen gewegen sein RbRupr 268; [ er vant ] einen man der rîches koufes phlac StrAmis 2081. – mit Präp.: swer mit anderme koufe oder mit [sc. anderme ] koufmansatzhe, danne da vor gescriben stat, veret gegen Selse zuͦ marckete WeistGr 1,762 (a. 1310; ähnl. VitasPatr 283,22; SchneekindA 10 ); diz selbe gerichte gêt uber unrecht mâz und unrechte wâge und uber valschen kouf SSp (W) 2:13,3; swilich gast [fremder Kaufmann] nimit silbir umme sinen kouf zu eime burgere UrkCorp 1161AB,29,26; von sô rîchem koufe daz wunder nie geschach / [...], daz ie burgære / gæben guot sô ringe Kudr 324,2; (sentenzenhaft:) zu sus getame koufe / volget so getan gewin [wie die Ware, so das Geld] Herb 7044    3.2 übertr.: ich wil daz boͤse geben umbe daz guͦte [das irdische für das ewige Leben] / ich wil einen kof mit disem libe beheften [(an mich) binden, mich dessen versichern] , / den elli disuͥ welt [...] / niemer vergelten kan Cäc 1395; diͤ megtliche scharen [...], / diͤ koufent ’n allerselgsten kouf [d.i. jungfräuliche Reinheit, vgl. 63,31] MarlbRh 63,13; (obszön:) iuwer vriundinne / iu bestætiget ir minne / von dem gürtel hin ûf. / sie hât aber gemeinen kouf / niderhalp ûf geslagen Krone (F) 24217; iz kumt wol ouf, / ob sie veilent rehten kouf [treu sind? die Wahrheit sagen?] Helbl 4,484; lasurziere Kundrie was der selben kunst [Astronomie] an richem koufe JTit 5276,2    4 ‘Erwerb, Gewinn’ im Allgemeinen, überw. mit Bezug auf das Erlösungswerk Christi: wirt [Imp.] geloubic an den touf, / durch daz dir hôher sælden kouf / und elliu gnâde erschîne KvWSilv 1532; enmitten in der fröude mîn / gewünne ich herzeleides kouf KvWTroj 22175; wir kaufen da mit [Kampf gegen die Heiden] sælden kauf, / daz ist daz reine paradys Rennew 20796; [ein christgläubig Gewordener] hofte [...] an der genaden couf Pass I/II (HSW) 35887; durch den touf / und durch den êwigen kouf ErnstD 4624; dû soldest [...] umb iemer wernden kouf / alhie diz künicrîche lân RvEBarl 1060. 3830; Parz 813,30; JTit 33,2; UvEtzWh 36; Pass I/II (HSW) 37504    5 ‘Kaufpreis, Bezahlung’    5.1 eigentl.: drîzec penninge [...], / daz ist der kouf, dar um ich bin / zû koufe [...] gegeben in Erlös 4995; manniglich fant sînen chouf als er den sach intlouch [vgl. Gn 42,35] Gen 2226; wolfeile untiuret alle ding, / daz man sie ringes koufes git Frl 13:53,2; des koufes gelt JvFrst 1081; ân alles koufes gelt KvWTroj 28321 (vgl. → koufgelt). – mit Präp.: sie wil û [...] âne kouf genûch geben [umsonst, als Geschenk] En 635; KvWTroj 28317; umb choͮf ald ane choͮf UrkCorp 1150,8; in swelhem kauffe daz chorn ist StRAugsb 195,23; man darf dâ nâch niht kriegen [...] mit koufe [Bestechung] Höllefeuer 1:3,7; kauffet aber ein futeraer heu vor primzit, kumt ein burger [...] darzu, wil er ez danne haben umbe den selben kauf als er ez kauft hat, so sol er ez ime lazzen StRAugsb 130,30. 158,37; des vant er umbe kouf genuoc [davon fand er reichlich zum Kauf angeboten] Tr 2200; etw. umbe rehten ~ geben, verkoufen, vinden: PrBerth 1:276,37. 1:257,25; KvFuss 1941; von ir soldes koufe / diu künigîn sunder rotte phlac Wh 199,24. – wohl hier anzuschließen, ‘Einnahme’? sante Matheus [als Zöllner (Mt 9,9.10,3)] [...] saz mit unrehtem choͮffe unde mit unrehteme gewinne Spec 107,22    5.2 übertr.: chunden wir nu an uns selben sîn [Christi] willen erfullen, daz wære ein reiner chouf, vil bezzer danne rôtez golt PrStPaul 69,8; Minne [...] / diust umbe kouf gemeine Tr 12302. – vom Opfer Christi: daz dieser tuermeziger kauf [d.i. Gott Sohn] / in diz armeliche vleisch slouf / und der werlde daz truc veile HeslApk 8821; do gab got vor uns turen kouf ebd. 8814; das sîn chouf an uns iht werde vlorn PrStPaul 69,15; des reinen bluotes kouf Mai 23,38; mit edelem choufe mînes lîbes PrStPaul 114,2    6 ‘Tauschwert, Kaufkraft (einer Münze)’ izlicher [Silberpfennig] was zên wert / der phenning di nach irem louf / heten rechter munze kouf JvFrst 912

MWB 3,2 494,43; Bearbeiter: Bohnert

koufamt stN. ‘Geschäft des Kaufmannes’ durch daz treib er sin koufampt / daz er sich mohte irbarmen / mit gabe ubir die armen Vät 5808

MWB 3,2 498,41; Bearbeiter: Bohnert

koufære stM. auch -öu-, -eu-, -oͤ-, -uͤ- ( UrkCorp N410,35. N444,27; UrkWürzb 40,220.285–287.465 (a. 1338–  1343); StRMeran ). ‘jmd., der durch Kauf erwirbt, Käufer’ dises gutes ist choufer und werman gewesen her Chuͦnrat der Puller von Sala UrkCorp (WMU) 453,2; [die Ratsherren sollen] allem chauffe ze chauffen und ze verchauffen also auflegen, daz dem chauffær und dem verchauffer [...] werde behalten ebd. 2345,6; von einem fuoder wîn, daz verkouft wirt, ein zweinziger, halber von dem köufer und halber von dem hingeber StRMeran 426; [ die verschamten pfaffen ] gebent got hin offenbar. / si habent in alle tage veile / und iehent des zeinem heile, / swenne in die chouffaere zu gant. / daz sint, die veile messe hant StrKD 107,157; UrbBayS 4,207; StRAugsb 52,11; StRWien 123; StRMühlh 121; Tauler 391,5

MWB 3,2 498,44; Bearbeiter: Bohnert

koufbære Adj. Ansatz unsicher. ‘kaufbar, den Preis wert’ [ vrou Amelin hat sich für Geld zum Beischlaf bereit erklärt und erwartet Hogier:] ein kleinez hemde sidin / und einen mantel hermin / diu vrouw an irem libe truoc. / si was doch kampfbære [Hs. kaufbete, l. kaufbere ] genuoc. / ouch truoc diu vrouw ein senftenier / und ouch ein sulhen hurtbucklier / daz si den sic alsa ervaht [der Beischlaf wird im Folgenden bildl. als Kampf geschildert] RuprvWü 751 (vgl. kampf [Hs. kauf ] ebd. 773. 776; von den Konjekturen kampfbære, kampf M. Haupts, ZfdPh 7 (1876), S. 83f. und 90, übernimmt RuprvWü (DVN) nur kampf)

MWB 3,2 498,61; Bearbeiter: Bohnert

koufbrief stM. ‘Urkunde über einen Kauf’ das diser gewerft, chaufbrief und red stet beleib UrkPölt 214 (a. 1305); als wir [...] daz [...] verkaufft haben nach der kauffbriefe sage UrkWürzb 41,158 (a. 1345); daz ich [...] zwifeltig kaufbrief genomen han, also daz ich uber der [vorgenannten] drier kauf iglichem zwene kauf briefe, die gliche sten, inne han ebd. 41,274 (a. 1347)

MWB 3,2 499,11; Bearbeiter: Bohnert

koufbrôt stN. ‘verkäufliches, zum Verkauf bestimmtes Brot’ koufbrôt ist niht als daz dâ heime Renner 13540 (sprichw., vgl. TPMA 2,115); mit dem gewihte, do man daz itel ruͤckin kaufbroͤt mit wiget WüP 92,6 (vgl. daz heinbacken ruckin broͤt ebd. 92,2 )

MWB 3,2 499,19; Bearbeiter: Bohnert

koufe swF. → koife

MWB 3,2 499,25;

koufe swM. ahd. koufo (AWB 5,354). ‘Kaufmann’ darzuͦ sol der rat, ob er wil, das selbe guͦt an iuden oder an caurschin [= mhd. kawerzînen ] oder an koúfen usnemen [aufnehmen, borgen] UrkCorp (WMU) 1844,18

MWB 3,2 499,26; Bearbeiter: Bohnert

koufeigen stN. ‘durch Kauf erworbenes Eigentum’ daz selbe dorf, daz der [...] vrowen reht chouf aigen gewesen ist UrkCorp (WMU) N552,26; zu einer [...] sicherhait setz ich min choufaigen zu einer ewigen ebentiwer ebd. N553,10; daz wir [...] verchauft haben unsers rehten chauf aigens fiunf phunt [...] geltes ebd. 2967,29; UrkAltenb 100 (a. 1301). 104 (a. 1302). 151 (a. 1321); UrkEnns 4,526 (a. 1307). 5,98 (a. 1313). 5,434 (a. 1325); UrkWSchott 177 (a. 1325); UrkPölt 339 (a. 1341); UrkKlostern 1,319 (a. 1347)

MWB 3,2 499,31; Bearbeiter: Bohnert

köufel stM. ‘Händler; Kommissionär, Makler (der in jmds. Auftrag etw. verkauft)’ daz den chouf [Erlaubnis zum Handel] in dem lande von unserm rihter nieman gewinnen sol niwan di cheuvel, di in enneher ze reht gewnnen habnt UrkCorp (WMU) 1100AB,16,14; daz niemant fuͤrbaz chaeffel noch chaͤwfflinn sol sein, newr der daz ampt von dem rat enpfacht StRMünch 424,12; umbe keufel unde umbe verkaufferinne swaz man den enphilhet ze verkauffenne [Überschr.] StRAugsb 8,23; sendet ein man oder ein frowe ir guͦt uͦf den marcte [...] bi keufel oder bi verkauferinne ebd. 218,9; chauft ein man oder ein vrau wider einen chäuffel oder wider ein chauflin chlainat oder gwant, röch, oder mentel, und daz das eines purgers oder einer purgerin ist, der [für die] man es verchaufen schol StRWien 80; von wew ein chaeffel lon nimpt, wirt daz verloren in seiner gewalt, daz sol er gelten StRMünch 319,9; chain chaͤwfel, der hie purger ist, sol von den gaechaͤwfeln [= göuköufeln ] nichtz chauffen von getraid ebd. 456,2; chaͤwfel, die gest sind ebd. 455,28; die froͤmden chaͤwfel ebd. 456,11; StRAugsb 218,1. 218,5. 218,12; StRMünch 455,21. 456,8; NüP 160. 199. – als Bestandteil von Personennamen: Goͤtzlein den chaͤuffel UrkRegensb 739 (ca. 1325–1350). 754

MWB 3,2 499,42; Bearbeiter: Bohnert

köufelære stM. kuo- UrkBresl . wie → köufel: venditores, quos vulgus dicit cheufeler UrkÖsterrErbl 84,28 (a. 1244); die hingeber die man chüffler haist UrkÖsterrSt 50 (um 1310 kopial); die stuͤle der koͤifelere der tuben [ cathedras vendentium columbas ] EvAlem 71(Mc 11,15); (übertr.:) geistlicher gâbe [Pfründen] köufeler Renner 4396; den die alr slacht chaufent und verchaufent [Überschr.] . sagt den kiufelærn alsô: / [...] ir sît Jûdas gelîch BuchdRügen 1343; du armer kiufelære, / [...] / swenn du umbe loufest, / koufest und verkoufest, / mit swern gîst du got hin [schwörst falsch] [...], / wil du koufen etewaz, / du sprichst ‘bî got, êst des niht wert!’ / und bist du doch der sîn begert ebd. 1367 (vom koufman unterschieden, vgl. ebd. 1287–1342 ); daz si [ amtlute ] icht me begerin / von den koufelerin / wen so vil als en gebort PfzdHech 335,29; UrkBresl 66–67 (= UrkSchles 8,111–113; Anfang 14. Jh.)

MWB 3,2 500,4; Bearbeiter: Bohnert