k – cadmia kaf – kalc calcaire – 2kalle 3kalle – kaltlîchen kaltnisse – kamerærse kamerbëlle – kamerselde kamersidel – kampfer kampfgenôʒ – kampfwât kampfwërc – kanonîen kanonike – kanzelschrîbære kanzwagen – Cappadociære kappân – kappûnen capût (?) – kardenâldiaconus karele – karra(t)sche karre – karthiusære kartur – kæselîn kæse|lüppe – kasten kastenære – kathecuminus kathezizieren – kauerære (?) kauergerihte – kefse 1kegel – keisertuom keitivic (?) – kelken këllære – këlre këlstëchære – 2kemelîn kemelînvleisch – kendelîn kenecte – keppechîn keppeler – kerkerhaft kerl – kerrîne kerschlich – kerzîn kerzlach – ketenwambîs kettelinc – keʒʒelære keʒʒelærinne – kîche kîchen – kiesærinne kiesen – kindebet kindechîn – kindestac kindestohter – kintbettegemach kintbetten – Kiperære Kiper(e) – kirchenbrëchære kirchenerbe – kirchhërre kirchhof – kirchtac kirchtor – kirnen kirnîn – kitzelen kitzelîn – kiuwe kiuwen – klâfterlanc klâftermâʒe – klagenôt klagerede – klamben klamen – klæret klârheit – klëber klëbereht – klegerse klêgrüene – kleinlîche kleinlîcheit – kleinvüegunge kleinzëhende – klepfze kleppisch – klinge klingelære – klobeholz klobelouch – klôsterknëht klôsterlëben – klôsterweide klôsterwërre – klûde klüege – klupfen kluppe – klutterât klûwen – knëhtelîn knëhten – kniel (?) knieleip – knodebôʒe knödel – knubelen knugelîn – kobel kobel – kochman kochsudel – kôle kôlegruobe – kolner kölnisch – komelinc komen – condewier condewierde – konkavelite, konkavelit conplêt – convëntkopf convëntswester – koraze (?) körbelîn, körbel, körblî – körnære kornban – kornmesse kornmetze – corporâl corporâlgewæte – kostebæric kostebærlich – kötze kotzeht – koufgenôʒ koufgiric – koufschalc koufschanze – krachen kradem – krâme kræmel – kranc- krancmüetic – 1krapfe 2krapfe – krëb(e)ʒ krëbeʒen – krefticheit krefticlich – kreiʒgengel kreiʒlingen – kreter kretscheme – kriechelîn kriechen – krîgen krîieren – krippen- krîsch – kristâbent kristalle – kristenin kristenisch – kristiâne kristier – kriutener kriuzaltære – kriuzloht kriuzphenninc – 1krœnen 2krœnen – krotenstein krotenstutz – krülle krüllel – krupfei krüpfen – krûtmezzer Krûtnowe? – kûchen kuchenære – küechelmël küefelære – kugelhuot kügellîn – kumberlich kumberlîn – kûmen kumer – kunde künde – künftigære kunftlich – künigeslêhen künigessilber – künstelîn künstelôs – kuntmeister kuntsame – kuosërtærinnesun kuo|smër – kuppe 1kuppel – kurdewân kurdewænære – kurpen kürre – kurtois kurtoisîe – kurzwîle kurzwîlen – kuster kusterîe – kutzelvleisch kützen – kûze
|
1kranc
stM.
‘Kreis, Umkreis’
–
in dem ~
:
daz ime in dem krange / ein pharre wart bescheiden EbvErf
1028;
zu dirre seleclichen not [diesem Zweck] / uz die
reine frouwe enbot [ließ verkünden] /
[...] al umme in deme crange, / daz
[...]
Elis
7596;
alle die darumme do / waren in deme crange so / Judee uz den
castellin [vgl. exierunt de omnibus castellis Iudae in
circuitu I Mcc 7,46]
Macc
3754;
vogil, tier, visch mit der diet / sint in dime crange gar
Daniel
3675;
wonthaftic in dem crange ebd.
7209.
–
in/ under des himels ~
:
so kumt er in des himels cranc Macc
352;
nie wart so groze schande / under des himels crange / geliden
[...] / sam Jerusalem hie leit Daniel
6327;
Brun
11825.
–
bin der burge ~
:
gene, dî dâ lâgin / bin der burge krange NvJer
16051
MWB 3,2 539,50; Bearbeiter: Tao
2kranc
stM.
1
‘Schwäche, Makel, Falschheit, Unvollkommenheit’
2
‘Schwächung, Beeinträchtigung, Schaden’ , meist in Sätzen mit Negation 3
‘(wertmindernder) Mangel, Fehler’
1
‘Schwäche, Makel, Falschheit, Unvollkommenheit’
mîn herze enpfienc noch nie den kranc / daz ich von wer
getæte wanc Parz
458,3;
der ku̍nig das gebot, / das sie dis cleynot [den
Handschuh] / den frauwen hin truͤgen, / vnd liesz es da
ruͤgen / zwijfels hertzen allen krang, / stille werck vnd gedang
Krone
23524;
merkt, ob daz niht sî ein kranc / der den andern wil betriegen mit dem gruoze
/ und im hin nâch ein kerder gît als einer slangen zagel KLD: DdS
2,4;
hât aber mich mîn tumber gedanc / an steln [zu
Diebstahl] oder an deheinen kranc / verleitet gegen der vrowen mîn
UvLFrd
51,8.
– mit Adj.-Attr. bœse, valsch, valschlich:
wan sol mîden boesen kranc / und minnen reiniu wîp MF:Joh
3b:2,5;
wir loben des got [...], / daz
iuch nû ân valschen kranc / erbarmet unser vliesen Wh
168,24;
wirt sie [...] an dir gewar / daz
dich niht krenket ein valschlîcher kranc, / vil wol bedenket dich ir habedanc
KLD: UvL
10: 4,6;
daz mail vnd valscher chranch / jn ir hertzen bowet Krone
1310.
– mit Negation:
die engel vragten wer div wær, /
[...] div nie menschen kranc erleit
TürlArabel
*R 111,13;
alsus enliez sîn gedanc / brüeten deheinen kranc / in sînem reinen herzen
LvRegFr
2250;
daz er an in vünde keiner slahte kranc, / sie taeten, swaz sîn heiz in
kunde gebieten Loheng
3772;
âne, sunder ~
:
ân valschen kranc Wh
168,24;
ir liebe ist âne kranc KLD: UvL
28: 3,4;
triuwe ân allen kranc, / rehtiu stæte ân allen wanc
ebd.
8: 3,6;
nu wis mir [...] / holt
aͤn alles wandels crac [La. chranch
]
RvEWh
8079;
dîn [Gottes] gewaltigiu drîvalt / sint in einer
majestât, / diu anegenges niht enhât / und iemer stêt ân ende, / ân underlâz, ân
allen kranc LvRegSyon
18;
daz ist mîn muot und mîn gedanc / mit triuwen immer sunder kranc
UvLFrd
151,26
2
‘Schwächung, Beeinträchtigung, Schaden’, meist in Sätzen mit
Negation:
daz schadet ir allez niht dar zuo / daz ir dehein kranc an mir geschehe, /
swie vil ich guoter wîbe sehe ZwBüchl
719;
[Arabels Schönheit:] nv merkent, wie sich sihet / der
svnnen glast dvrch edeln stein, / so daz ir volget kranc dehein – / ir
[Arabels] antlvͥt svs [wie der
Sonnenstrahl] ist in ganzer spehe TürlArabel
*A 200,18
(vgl. Wh
354,27ff.)
– mit tuon, bringen:
daz ich doch der wârheit / ungerne tæt deheinen chranc
KvFuss
617;
wer ouch, daz yn dheyn vnsir voruar [...]
dheynirley krank oder bruch getan hetten an iren rechten
UrkHohenz
3,159
(a. 1347);
kein kranck, noch schaden bringen ebd.
3,138
(a. 1346).
–
âne (allen) ~
:
ir minne gebôt und riet / daz sîn gelübde ân allen kranc
/ gein ir stuont und âne wanc Wh
176,29;
ze Genewîs, dâ im wol gelanc / und er ân ungelückes kranc
/ mit sælden was beschœnet UvZLanz
8760;
dc disiv sazzvnge vnd sclihtvnge [...] ane kranc
iemer stete belibe UrkCorp (WMU)
1293,45.
2975,26
3
‘(wertmindernder) Mangel, Fehler’
so man di pfenning in di mvͤnz [Münzstätte]
hat getragen vnd versuchet werdent nach reht vnd avz choment, ob man vuͤrbaz
deheinen chranch dar an vindet UrkCorp (WMU)
2237B,16.
– Sprichw. (vgl. TPMA 11,217 und Felder, Krone, S. 95):
kleinr chranch birget [verdeckt] grozen wert
Krone
2016
MWB 3,2 540,1; Bearbeiter: Tao
krancgemuot
Adj.
wie →
krancmüetic
‘schwach-, kleinmütig’
der bœsen haz / die biderben selten ie vermeit. / lebe dû in
tugentlîcher aht / und lâ die krancgemuoten leben, / als in von arte sî geslaht
Winsb
31,9
MWB 3,2 541,1; Bearbeiter: Tao
krancheit, krankeit
stF.
ahd. nicht belegt.
1
‘Schwäche’
1.1 körperlich-physisch, ‘Schwäche, Mangel an körperlicher Kraft,
Gebrechlichkeit’
1.1.1 allg. 1.1.2 infolge des jungen oder hohen Alters 1.1.3 infolge von Krankheiten 1.1.4 infolge des durch die Minne verursachten Kummers (auch geistlich) 1.2 geistig, seelisch 1.3 moralisch, ‘charakterliche Schwäche, nachteilige
Eigenschaft’ (von 2 nicht scharf zu trennen) 1.4
‘Schwäche der Frauen und des weiblichen
Geschlechts’
2
‘Schwäche der menschlichen Natur, Unzulänglichkeit,
Sündhaftigkeit’
3
‘Beeinträchtigung, Schädigung’
4
‘ Niedrigkeit (dem sozialen Rang nach)’
5
‘Krankheit’ (von 1.1 nicht immer klar zu trennen) 6 Vereinzeltes
1
‘Schwäche’
1.1
körperlich-physisch, ‘Schwäche, Mangel an körperlicher Kraft,
Gebrechlichkeit’
1.1.1
allg.:
an dem [Gawan] er vant
krancheite flust [d.h. große Stärke (Zimmermann, Komm.
z.St.)] , / lieht antlütze und hôhe brust, / und einen
ritter wol gevar Parz
361,21;
diu krancheit in [Golias]
dô niht bevilt. / er was sô starc EnikWchr
9872;
mit ezzinne si gewunnen wider / ir craft von
crancheit RvEWchr
23491;
da von [durch die Einhaltung der diät.
Vorschriften] laid [erlitt] der
krankhait des leibes HvHürnh
27,15;
biz er von krancheit erlac Herb
4472;
sprach Galia mit krancheyde [erschöpft, mit schwacher
Stimme]
KarlGalie
9824;
durch die vndersten kranchein [l.
-heit; gemeint: Pferde, die im Kampf durch Schläge an die
Beine verletzt und gelähmt wurden] , / die sie hine solde
tragen, / wart daz oberste [d.h. die Reiter]
zvslagen Herb
9068;
weder wir in schinden, / brinnen oder blinden /
[...], / oder wie wir in gekrenken / mit
svlcher krancheit [körperlicher Verstümmelung] , /
als ez den Crichen si leit, / daz sies zv Crichlande / imme haben schande
ebd.
7251;
wande ich lange stunde / mit krancheit [Gebrechen, hier
bildl. in geistl. Sinne] bin bevangen, / daz mich des
muoze erlangen: / ich bin ein blinder stumbe, ein touber und ein krumbe, /
sint sie daz alles buozen kan, / sô bitet fur mich armen man!
EbvErf
4375.
– bezogen auf die Kampfkraft:
daz ir mir iuwer krankheit saget
Iw
6640;
[Schilderung eines Kampfgetümmels:] here,
dare, vort, wider, / nach sterke vnde nach kranheit. / dirre baz, iener
wirs streit Herb
13911;
nun müss ich hie / versüchen mine krankhaitt
GTroj
21451.
– bezogen auf Körperorgane, übergehend zu
6:
daz sandelholz ist kalt an deme dritten gradu,
vnde kulet das hirn vnde kreftegit des hercin crancheit, di iz hat von
der hitze SalArz
22,19;
daz slahen der adern bezaichent uns des herzen
krankhait und sein sterken, auch des leibes hitz und sein kelten
BdN
36,26;
eder ez [eine große
Harnmenge] kommet von krancheyt der blasen vnde der
lenden, daz se dez harns nych behalden moghen OvBaierl
35,8;
ez ist auch nütz den die hend pidment von der
krankhait der âdern BdN
127,14
1.1.2
infolge des jungen oder hohen Alters:
div kranchait [
inbecillitas
(der Alten und Kinder)]
BrZw
37;
der kind unschult und ir kranchait BdN
151,6;
untz in daz alder getreib / in naturliche crancheit
Pass I/II (HSW)
27795;
der was sô alt, / daz er von crancheit gewalt / nu
mohte gerîten niht Kreuzf
6514;
dô sich der kunic dô versach / des lîbes krankeit
Ottok
38726.
38770.
38777;
durch die schwär des allters und die
kranckhait [
debilitas
] des
leibes HvHürnh
3,5
1.1.3
infolge von Krankheiten:
wêre ir [der Brüder, die Quartanfieber
haben]
crankeit [
debilitas
] sô grôz, sô
mohte man ez in in dem advente erlouben [nämlich in der
Krankenstube Fleisch zu essen]
StatDtOrd
70,24;
jst auer eyn mensche
bekart [genesen] von der sucht vnde en hat
nicht wol geswetet, alzo dat he noch in groter kranheyt ys
OvBaierl
30,2
1.1.4
infolge des durch die Minne verursachten Kummers (auch
geistlich):
al die wîle was ir kraft / mit solher krancheit behaft, / daz sie sich
lützel versan LvRegSyon
1575;
do funden sy [die
Ärzte] allaine / amächt und kranckhait / bechumert mit
bedanckait [Trübsinn]
HvNstAp
1948;
froͮwe minne, ir hant mich [die
personifiz. Seele] also sere betwungen, das min licham ist
komen in sunderlich krankheit Mechth
1: 1,18
(auch möglich zu
6)
1.2
geistig, seelisch:
–
‘Mangel an Fähigkeit’
alle geistliche
[geistigen] dinc sint bekentlich, wan ir wesin
lutir und unbetwungin ist. aber daz wir si nicht bekennin, daz ist fon
krancheit unsis bekentnisses Parad
96,25;
das durch menschlichir crancheit wille [vgl. propter
humane racionis fragilitatem
] nicht mogen
gemeynlich totliche lute [...] iczlichē
czukumftigen schaden begejnen UrkSchles (B)
131:12,3
(a. 1346 kopial).
–
‘Mangel an Willenskraft, Unentschlossenheit’
do zv ginc im der manheit. / er bleip in einer
cranheit / durch Polixenen minne Herb
11172;
[ich] han doch kvnst noch list, / die mich wider
leite / von sulcher kracheite / an mine alden stete ebd.
12852;
wolt ich tuon iht guotes, / diu krankheit mînes muotes / nam mir den
guoten willen [Absicht] abe RvEGer
942;
den liuten mac vorhte und krankheit dâ von komen, daz
unsers herren Jêsû kristî leben und der heiligen alsô strenge und arbeitsam
was und der mensche des niht vil vermac noch dar ûf ist getriben
Eckh
5: 249,5;
wêrt ir [so] , als ir solt
erwegen / sîn, einen tac nie gelegen / sie enhêten vor û hie, / sô vil ist
ûwer wider sie. / daz wîze ich û zu crancheit Kreuzf
6555
1.3
moralisch, ‘charakterliche Schwäche, nachteilige
Eigenschaft’ (von 2 nicht scharf zu trennen):
di kranchait sin so der libe so der
sithi [
infirmitates suas sive corporum sive
morum
] alrdulclichist dulten BrZw
72;
der sittin krancheit NvJer
2863;
swenne dir din swestir sprichit alde tuͦt, daz dich
betruͤbit, so solt du ir kranchait mit ir tragin,
[...] vnde solt gedenchin: "si het ez von kranchait
getan. so si sich nu iezo bedenchit, daz si ubile het getan, so wirt ez ir vil
lait." PrGeorg (Sch)
19,294f.;
menschliche chrankheit / er gedultechlichen lait / in
einer senften weise Wernh
A 269;
eine, zwo oder dri [Frauen] /
machent mit ir krancheit [Untreue] , / daz man der
zehenden sprichet leit Herb
8529.
–
~ begân
‘Unzucht treiben’
näwn tochter het sy dar zü, / dye paide spat und frue /
begingen chrankchait in der stat, / wer sy dar umbe patt Märt
2297
1.4
‘Schwäche der Frauen und des weiblichen
Geschlechts’
an maht, an kraft sî dir [Eva]
der lîp / krenker dann er im [Adam] sî: / elliu
krancheit sî dir bî EnikWchr
1000;
daz wort ‘homo’ nemen wir von vrouwen und von mannen, aber die
Walhe wellent ez niht den vrouwen lâzen durch ir krankheit Eckh
2:345,6;
er wolde [...] bi frouwelicher crancheit /
bedenken wol ir edelkeit, / daz si icht queme in ungemach Elis
6509;
so lasse soͤlich úbrig
[übermäßige] strenkheit underwegen, wan es diner
froͤwlichen krankheit und wol geordneten nature nit zuͦ
gehoͤret Seuse
107,10
2
‘Schwäche der menschlichen Natur, Unzulänglichkeit,
Sündhaftigkeit’
wir sulne ouch an úns selben driu dinc irkennin: daz erste ist
crankhait, daz wir so gar crank sien an allen guͦten werkin ane sin gotlichun
crafth, unde sulne in denne bittin durh sine crafth, daz er únsir crankhait
sterke PrGeorg (Sch)
12,134;
div kranchait, die der lip het von der nature ebd.
22,148;
muter der barmherzekeit. / ey, [...]
gute vrouwe, / an unser crancheit schouwe Pass I/II (HSW)
18874;
[der Mensch] sal merken sine krancheit vnde
vnvollekvminheit SalHaus
50,11;
der welte krancheit Mechth
4: 2,7;
ich suͦche an in zweigerleie krankheit, die si
allerschierest von gotte scheident: das ist helliche oder heimlichú
unkúscheit. [...]. das ander ist verborgen has in
der offenbaren zwidrachtikeit ebd.
4: 2,87;
volkomenheit der tugent kumet von dem strîte, als sant Paulus
sprichet: ‘diu tugent wirt volbrâht in der krankheit’
[
virtus in infirmitate perficitur II Cor
12,9]
Eckh
5: 213,11.
5: 26,3.
–
menschlîche ~
:
vnd du [Jesus Christus] wol bekennest
menschliche krangheit, die den menschen zu den sünden bringet
PrEls
70,204.
70,209;
daz din menschlich krankheit in der gnaͮd, die got ist, gesterket
vnd alle din werk in luter gnaͮd gottes volbraͮcht werden
Gnadenl
1:9;
als es denn menschlich krankheit
erzúgen [vollbringen] mag
Seuse
54,6.
162,2;
div menschivlichiv krancheit, div so snel ist ze krieg, da von manig ivbel
mag vf stan UrkCorp (WMU)
1645,17.
2077,41;
Tauler
224,15.
251,11
u.ö.;
Seuse
134,25.
116,23.
126,22.
–
des lîbes, vleisches ~
:
daz abir der gaiste alse stark sie, daz er niht ahte uf des libis
kranchait PrGeorg (Sch)
18,166.
26,60;
das der wirt zu der hawsfrawn nicht sol komen, / welle er
sein ee nicht swachen, / ane durich drey sachen: / durich krankchait seines
leibs / oder von plodikait seins beibs [...]
HvBurg
625;
umb krankeit des lîbes, / daz er sich des wîbes / niht
geânen kunde Ottok
91879;
alle die martir, dú dich anegat von der kestegunge des
túvils, von der kranchait des vlaischis PrGeorg (Sch)
10,58;
wie wechset ein lilie durch den dorn, / sus wuchs uz vleisches krankeit /
an im [dem hl. Bernhard] die edele kuscheit
Pass III
396,83
3
‘Beeinträchtigung, Schädigung’
vnd daz fvrbaz vber vnser geluͤbde vnd disem chouf dahain chrieg oder
dehain chrancheit dem chor her nah oufstê UrkCorp (WMU)
1171,1;
daz auch disiv red stæt beleib an chranchait, gib ich
[...] disen brief ebd.
1518,14.
2403,22
4
‘ Niedrigkeit (dem sozialen Rang nach)’
ir dienest mac si [die von den Heiden als Gott
verehrte Erde] niht entsagen / der ärmisten
krankeit [gemeint: Lebewesen] , / der ie name wart
geseit RvEBarl
9477;
so wirt si [die Seele] widir nider
geslan in sich selbir uf ir naturliche krancheit, daz si anesihit sine
[Gottes] grozheit und ire cleinheit
Parad
13,8.
–
mîne ~
als demütige, unterwürfige Umschreibung für die eigene
Person:
mich wundert ser, als ich nider siͤn, / dat miner
krankheit ’t mocht geschiͤn, / dat ich durch diͤ engel
quem als verre, / allerluterst leidesterre! MarlbRh
89,20;
[David zum König Saul:] diz sprich ich gein der
grozen craft / dinir richin herschaft / und gein minir crangheit
RvEWchr
25137
5
‘Krankheit’ (von 1.1 nicht immer klar zu
trennen):
er wart siech wan [bis] an den tôt, /
[...] in der krancheit geschiht / lag er nûn tage alsô
EbvErf
4124;
da [im Himmelreich] ist leben ane dot, jugent ane
alder, gesuntheit ane krancheit HlReg
21,10;
nu hatte er [...] / ein al zu siechez houbet. / niht
ist mir erloubet / zu sagene von der krancheit, / di an den armen was geleit, /
wenne [...] daz ime houbet unde har / was zu schouwene
eissam. / den kranken man di frouwe nam / gutliche bi der hende Elis
2303;
under wilen si gedreib / krancheit an ir bette ebd.
7109;
von überezzen kumt vergiht / und überic krankheit, hoere ich
jehen TannhHofz
170;
ain vierdaiͤl der selben guͦlt sol man iemer me ze Wilar den
suestern geben, die von tranͤch [mediz. Trank] ald
von laiͤssin [Aderlass] ald von ander
licher [ähnlicher] cranhaith ir reuendar nith
gehalten [ihre Mahlzeit im Refektorium nicht
einnehmen] múgen UrkCorp (WMU)
1624,21;
[Jesus] machte gesunt alle suche unde alle crankheit
[
omnem languorem et omnem infirmitatem Mt
9,35]
EvBerl
121,15;
EvAug
19,17.
19,24
(Mt 10,1);
her hat unse suche genumen unde unse crancheit
getragen [
infirmitates nostras accepit et aegrotationes
portavit Mt 8,17]
EvBerl
127,28;
EvAug
16,8;
der da ist in der kranckhait vnd dann dem artzt widersagt
Gnadenl
3:M1,176;
disú siechú geischlichú tohter bat
einest den diener, do er dar waz komen und si gesehen wolte in ire krankheit, daz
[...]
Seuse
109,32.
– in med. bzw. naturkundl. Texten:
si [
kebuli
] sint
ouch gut vur di krankheit der ougen [...]. si sint ouch
gut vur ander sichtum SalArz
83,8;
dyamargariton ist ein electuarium di ist gut fur des
herzen krancheit di da ist uon kelde ebd.
105,44
u.ö.;
jtzwanne wert de harne blyuar von cranchet dez gedermis:
dat saltu alzo erkennen: eme is vnder deme nabel we OvBaierl
43,15;
golt ist guot für des herzen krankhait und für die âmaht
und wider des magen kelten BdN
475,2
u.ö.
6
Vereinzeltes:
–
‘Wertlosigkeit’
daz kumt von der krankeit, / daz man sîn [des
Götzenbildes] niht geniezen mac RvEBarl
12808.
–
‘schlechte Qualität’ (?):
ab in der czit des wyn lesins si reyn wetir vnde vil
wassirs kvme czu dem moste, vnde wollis das wassir scheydin von dem moste durch
der krankheit des wynis, so los den most ruwen vnd sten bis czu dem erstin
valle [?] . so saltu yn vassin in eyn andir vas
Pelzb
137,10
MWB 3,2 541,6; Bearbeiter: Tao
kranc-, krenclich
Adj. , kranclîche,
krenclîche(n)
Adv.
1 Adj. 1.1
‘schwach’ , von der Kampfkraft 1.2
‘schlecht, armselig, elend’
2 Adv. 2.1
‘schwach’
2.1.1 körperlich: ‘kraftlos, geschwächt’
2.1.2 geistig, ‘klein-, wankelmütig’
2.1.3
‘in geringem Maße’
2.2
‘wenig, schlecht, armselig, mangelhaft’ , in unterschiedlichen Kontexten
1
Adj.
1.1
‘schwach’, von der Kampfkraft:
des wart von Assyrî geleit / daz volc in kranclîche wer, / wan in was hie
grôzez her / mit helfe ab gegangen Reinfr
20269
1.2
‘schlecht, armselig, elend’
daz sin gefoure [Essen,
Bewirtung] iz crenclich vnd nicht gut Elmend
A 1032;
daz er besach die arme welt / und ir krenclichez gelt, / des si mit deme
tode pflit Pass III
7,34;
diz ist ein crenclicher rat, / daz
[...]
Pass I/II (HSW)
26988;
uf daz ir durch unrat / ewiclichen beteln gat / in
crenclicher armut ebd.
27115
2
Adv.
2.1
‘schwach’
2.1.1
körperlich: ‘kraftlos, geschwächt’
vil crenclich [mit schwacher
Stimme] er do sprach / durch sin hertez ungemach
Pass I/II (HSW)
6773;
Vät
975;
HvNstAp
2735;
da det er uf die augen / krenklich und daugen
HvNstGZ
2920;
do quam crenclich her vur [aus dem
Kerker] / der vil heilige Thomas Pass I/II
(HSW)
28730
2.1.2
geistig, ‘klein-, wankelmütig’
wie dv der bechorunge widerstvonde? vaste oder kranchlich?
Bihteb
46
2.1.3
‘in geringem Maße’
[er] dâcht alsô / [...]
gar leschin [...] / des geloubin vunkin, / der dâ
krenclîch dennoch glam NvJer
7409
2.2
‘wenig, schlecht, armselig, mangelhaft’, in
unterschiedlichen Kontexten:
der sperlichen seiet [sät] ,
der meiet och krenklich Tauler
356,33;
do her [...] / an dem cruze leit
sulche pin, / di her mit sinem blute schonde / und si im so kranclich londe
Brun
7413;
nu muͦz ich leider hiͤ nider bliven / ind
muͦz dich [Maria] krenklich van verns beschowen
MarlbRh
128,33;
diu augen sint alsô zart, daz man si leiht betrüeben mag,
daz si niht mêr oder kränkleich gesehent BdN
10,17;
es kumet der tag das got sol vorderung tuͦn von
den minneklichen gaben die er nu so milteklichen umbe stroͤwet und der
man so krenklichen nu gebruchet sunder alle frucht Tauler
200,22;
daz daz rœmische rîch / nu stêt sô kränklîch Antichr
402;
sie muzen crenclich verlan / der werlde vreude und ir
habe, / wand in nicht volget zu dem grabe / dan ot jamerlich geschrei
Pass I/II (HSW)
27134;
mit armer habe crenclich / was er [Rock des
hl. Paulus] geworhte von balmblaten Vät
2096;
wie er [der Teufel] im swerte
daz leben [das Einsiedlerleben] , / dem er so
crenkeliche was ergeben ebd.
594;
wie cranchlichen du sigest geborn PrSchw
1,58;
wî sî dî lant behîldin, / der sî sô krenclîch wîldin / in
arbeitlîchir pîne NvJer
7528;
unde dâ von ist mir vil bezzer geswigen danne krenclîche von im geredet
oder gelobet PrBerth
1:170,11
MWB 3,2 544,52; Bearbeiter: Tao
krancmüetic
Adj.
s. a. →
krancgemuot
Adj.
‘schwach-, kleinmütig’
daz der han des nahtes die unrehten und die grausamen fürsätz
oder daz grausam bedünken an krankmüetigen läuten vertreib mit seim gesang
BdN
192,20.
226,19.
– subst.:
alliv dinc doh mazziclich werden durh di krancmvͦtigen
[
omnia tamen mensurate fiant propter
pusillanimes
]
BrZw
48;
BrEb
48;
der meister [...] sal entphân die
siechen unde sol die crancmûtigen trôsten StatDtOrd
54,11;
er was ein spigel rechter tugent
[...], / den crancmutigen ein stab, / den er reinen
trost gab Vät
33951;
si [die Gegenwart der Engel] bestêtiget di
krangmutigen HvFritzlHl
138,29
MWB 3,2 545,39; Bearbeiter: Tao
krancmüeticheit
stF.
‘Kleinmut’
welhes augen rindesaugen geleichent, die bezaichent
krankmüetichait BdN
44,22
MWB 3,2 545,52; Bearbeiter: Tao
krancvar
Adj.
‘schwach aussehend, blass’
ich hâte ein schœne bilde erkorn, / [...] ez
hât schœne und rede verlorn. / [...] / sîn
lilienrôsevarwe wart sô karkervar [La. kranc
var
] , / daz es verlôs smac unde schîn Walth
68,2
MWB 3,2 545,55; Bearbeiter: Tao
krane
swM.
vgl. frnhd. kran(e) (FWB 8,1543f.; s.a. DWB 5,2018 s.v. kran
3),
mnd. krāne (MNDWB 2,661)
sowie ablautendes mhd. →
kruon
.
‘Kranich’
grus: krane Gl
3:721,7.
3:364,49;
durch sîn gebot nâch sînen seden / wârn ûf sîn klêder cranen gesneden, / want
her Crane was genant Crane
1128;
[er aß] eyne pae off eyne crane [wohl
einen cranen zu lesen, s. Bartsch, Karlmeinet S.
300 und ebd. S. 215 die lat. Parallele
aut pavonem aut gruem
]
Karlmeinet
539,59;
einen weiteren möglichen Beleg s.u. →
krâ swstF. (
HDecke II (H)
44
)
MWB 3,2 545,60; Bearbeiter: Bohnert
kranech
stM. , kraneche
swM.
auch kranich, kranch,
kranc,
mit Umlaut kre- (Sg. und Pl.);
vgl. Suolahti, Vogelnamen, S. 290-294.
1
‘Kranich’
1.1 allg. 1.2 als Beute bei der Beizjagd 1.3 in Bildern und Vergleichen. 1.4
‘Fleisch vom Kranich’
2
‘Storch’
1
‘Kranich’
1.1
allg.:
grus: kranich SummHeinr
1:161,678.
2:65,228.
2:318,131;
VocOpt
44.126;
krench GlZfdW
5,20;
die [Zwerge] uethent wider die
creneche Lucid
21,15;
RvEWchr
1508;
BdN
491,1;
von dem kranichen ebd.
190,20;
ein pfâwe gienc als noch pfâwen tuont / in ein garten dâ ein kranich
stuont Bîspel (Pf)
24,2.
24,14;
des phawen ofte hat überstigen / des kraneches vluc Frl
5:23,18;
FabelCorp
11,13.
11,53;
PrBerth
2:120,7.
– als Schimpfwort:
ez muz den lerer betragen, / wenne der junge
[...] hat so gewischen mut. / er kranch, er
storch, er elbiz, / er eul, er gouch, er gibiz, /
[...]! / sol ich in zihen bi sinem schopf?
Jüngl
257
1.2
als Beute bei der Beizjagd:
ir vederspil dâ jagete / den kranch Parz
400,3;
der selbe mûzære / ervlüge den kranech wol, würf ich in
dar Wh
273,13;
Loheng
362;
Bit
6983;
swer einen habec stilt oder in slehet der den kranc væhet SchwSp
(W)
279,1
(vgl.
den krenech SchwSp
147a
);
Er
2046;
Bîspel (Pf)
14,54
1.3
in Bildern und Vergleichen.
– bezogen auf den Kopf und Hals des Kranichs:
die wâren an ir lîben, / [...] schœne
unde wol gestalt / an füezen und an henden / [...]
wan hals und houbet was gelîch / als den kranichen getân
ErnstB
2859.
3017.
3056;
er [der ideale Mann] müeste strûzes ougen
haben / unt eines cranches hals RvZw
99,5.
100,3.
137,7;
vor war ir [der idealen Frau] weren struzes
ougen gut; / eines sitiches munde ir munt glich,
[...] und eines kranches halz, czwei hazen
oren, turteltuben mut ebd.
302a,6.
302b,3;
Brun
A 6,8;
mit cranches hals kan er wol swîgen / unt mit strûzes ougen sehen
RvZw
185,9.
– bezogen auf den Fuß des Kranichs:
diss bild [Frau Welt]
[...] stat uff ains kranches fuͦss / und
waisszt nit wenn es vallen muͦss, / so der tod kunt und es erwischt /
und der welte hoffart lischt KvHelmsd
4643.
– bezogen auf die Gangart des Kranichs:
dikke trat er ouch wider, / [...] alles nâch
mit kranches schriten, / swen er iht dâ vernam RvMunre
336;
dô [...] im der lîp erstarp, / dô fuort er
mînen krenechen trit in die erde. / dô gienc ich slîchent als ein pfâwe,
swar ich gie, / daz houbet hanht ich nider unz ûf mîniu knie
Walth
19,31;
hôchvart diu hât kraneches schrite / und vil wandelbære site
Freid
30,13.
– bezogen auf den Flug des Kranichs:
Boppe gâhet enent her / sam er habe ein wilt ersehen. / sô kumt einer,
heizet Ber, / schehende umbe und wil ouch spehen / ob der bal im werden
müge. / unzîtiger kranches flüge / mac man wunder schouwen dâ Neidh
(HW)
42,2;
die vogel fliegent scharot sam die kränch
BdN
185,9.
swer reht wil leben, der sol niht kriegen, / der merke wie die krenche
fliegen / und wie rehte geselliclîche / si nahtes ir warte besetzen gelîche
Renner
19602.
– bezogen auf das Geschrei der Kraniche:
ein wunderlîche stimme, / starc unde grimme, / vor der bürge an dem
gevilde, / ob ez kraniche wilde / bevangen hæten über al, / alsô
ungefüegen schal / alse ie man vernam ErnstB
2822;
sie hôrte wîp unde man / schrîen nâch der kraniche site ebd.
3155.
3372;
die alten zuo den jungen, / die wuoften alsô sêre, /
[...] als ob kraneche waeren komen / schrîende
in daz rîche KlageB
2170
1.4
‘Fleisch vom Kranich’
crenche vnde pawen sin herte vnde deuwent sich nicht
SalArz
17,46;
uf ir tishe nieman sach / den kranich noch den trappen
Rennew
16251;
man siht ouch nu di kuchen din / vil gar wiltbretes
eine [ohne] sin, / beide des kranches vnd des swan
/ siht man sie vurder ane stan VisioPhil
80
2
‘Storch’
czu irem konig / machtin si [Frösche] einen krenich
Dalimil (B)
56,73
MWB 3,2 546,7; Bearbeiter: Tao
kranecheswurz
F.
‘Schwalbenwurz’ (vgl. Marzell 4,1152 und 1154), wohl in Umdeutung aus
trachenwurz
, Glossenbeleg des 14. Jh. s. AWB 5,379
MWB 3,2 547,18; Bearbeiter: Tao
kranechhals
stM.
‘Kranichhals’
mit kranches hals [La. kranchalse
] kan er wol swigen / unt mit strûzes ougen sehen RvZw
185,9
MWB 3,2 547,21; Bearbeiter: Tao
kranechinne
stF.
‘weiblicher Kranich’
diu kränchinn stêt, wenne si der kranch vogelt
BdN
192,8
MWB 3,2 547,24; Bearbeiter: Tao
kranech-, kraneches-,
kranechensnabel
stM.
Pflanzenname, ‘Reiherschnabel’ (vgl. Marzell 2,298 und 303)
oder ‘Storchschnabel’ (vgl. Marzell 2,645 und 647; AWB 5,382):
acus muscata: cranichsnabil Gl
3:534,1.
3:547,64;
alleluia: cranichsnabel ebd.
3:535,10;
reumatica herba: cranichessnabel [Laa. cranechesnabel,
cranchesnabel
]
SummHeinr
2:439,62
u.ö.;
revmatica: cranchensnabel Gl
3:564,41;
s.a. HvBPhys., Reg., S. 196 mit weiteren
Belegen.
MWB 3,2 547,26; Bearbeiter: Tao
kranensnabel
stM.
wie
kranechsnabel
, Glossenbeleg des 14. Jh. s. AWB
5,380
MWB 3,2 547,35; Bearbeiter: Tao
kranewitber
stF.
‘Wacholderbeere’
wizz auch, daz die velscher die cubeben oft velschent mit den
kranwitpern, wan si sint geleich enander BdN
326,32;
und sint sein früht klain gestalt sam die kranwitper ebd.
364,5;
Glossenbeleg des 14. Jh.s s. AWB 5,380
MWB 3,2 547,37; Bearbeiter: Tao
kranewitboum
stM.
‘Wacholderbaum’
von dem kranwitpaum. juniperus haizt ain kranwitpaum und ist
ain kriechisch wort, daz bedäutet sô vil sam ain feurpaum BdN
325,16;
der kranwitpaum haizt in meiner müeterleichen däutsch ain
wechalter ebd.
325,23;
auz dem kranwitpaum macht man öl ebd.
325,31
u.ö.
Glossenbelege des 14. Jh.s s. AWB 5,380
MWB 3,2 547,43; Bearbeiter: Tao
kranewite
stM.
‘Wacholder’ (vgl. Marzell 2,1072 und 1081f.):
der kranwit helf für der glider müeden BdN
326,21;
die kranwit rainigent und öffent die gäng und diu vaz der narung
ebd.
326,23;
reht sam man öl macht auz kranwiten ebd.
409,29;
Glossenbelege des 12. bis 14. Jh.s s. AWB 5,379 s.v.
kranauuitu
MWB 3,2 547,51; Bearbeiter: Tao
kranewitholz
stN.
‘Wacholderholz’
auz dem kranwitpaum macht man öl, alsô. man nimt zwên erein
häfen und setzet si über enander, und der ober hafen schol ain loch hân an dem podem.
den selben obern hafen schol man füllen mit kranwitholz [...]
BdN
326,1
MWB 3,2 547,58; Bearbeiter: Tao
kranewitstûde
swF.
‘Wacholderbusch’
ein kranwitstude was sin tach [
sederet subter
unam iuniperum III Rg 19,4]
RvEWchr
34704;
Glossenbeleg des 14. Jh.s s. AWB 5,380.
MWB 3,2 548,1; Bearbeiter: Tao
kranewitvogel
stM.
‘Wacholderdrossel’ (Suolahti, Vogelnamen, S. 62-64):
man hat auch gesetzet, daz man ain hasen mit palge mit alle sol niht hoher geben
dann umb 24 haller [...] und ain krawitvogel umb 2 haller
NüP
120.
122
MWB 3,2 548,5; Bearbeiter: Tao
krangel
stM.
1 eigentl. wohl ‘Verschlingung der Fäden, Verschränkung an Weinreben’ u.ä.
(vgl. DWB 5,1029, SchweizId 3,831), übertr., formelhaft âne ~
sleht 2
‘Not, Bedrängnis, Mangel’
1
eigentl. wohl ‘Verschlingung der Fäden, Verschränkung an Weinreben’ u.ä.
(vgl. DWB 5,1029, SchweizId 3,831), übertr., formelhaft âne ~
sleht:
sunder valsche naige / wuͦhs ir pris so gar uf reht /
und ane crangel also sleht / mit schoͤne in hohgemuͤte, / mit zuht in
rehter guͦte RvEWh
3804;
sîn wirde ist ân krangel sleht / für allez lop gewahsen Reinfr
11590;
ir triuten und ir minne / was gotlîch ordenlîch und reht, / ân valschen sin,
ân krangel sleht ebd.
10908
2
‘Not, Bedrängnis, Mangel’
daz ich in sol ufrihten an schaden, swas si crengel alder kumbers angat an dem
vorgesetten gel [= gelt oder gehel
Übereinkunft?]
UrkCorp (WMU)
1571,12;
vnd geschehe [...], daz die vorgenemetten vrowa imer
dehan kummer an geviel von dehainer schlate crangel ebd.
2599,31;
sus rîcher koste krangel / ist mînem hûse tiure [Hs.
untiure); "mangel solcher kost ist bei mir häufig" (DWB
5,1029)]
Reinfr
2864.
– meist formelhaft sunder ~
, im Reim mit
mangel:
der armen und der rîchen wart / hie sô keiserlîch gephlegen / daz man
nihtes underwegen / lie dâ sunder krangel Reinfr
10415.
18646.
24991;
er hiez ûf allen strâzen / rüefen unde schrîgen, / ob ritter grâven frîgen
/ ald iemen hette mangel, / dem wolt er sunder krangel / sînen kumber büezen
ebd.
14670
MWB 3,2 548,10; Bearbeiter: Tao
kranich
stM. , kraniche
swM.
→
kranech
MWB 3,2 548,36;
krankeit
stF.
→
krancheit
MWB 3,2 548,37;
kranken
swV.
1
‘schwach sein, werden’
1.1 körperlich 1.2 geistig, seelisch 2
‘gering, zunichte werden’
1
‘schwach sein, werden’
1.1
körperlich:
vor jamer der botscheft / Wildehelmes kreft / sah man da
kranken sere WhvÖst
9407;
der meister krankte an den tagen LivlChr
3578;
ave Marîa! maget, min leben kranket, / min gebeine wanket; / ez ist an der
zit: got wil niht me borgen, / [...] ouwe! todes loz du
bist gevallen! MarGr 10
38,1;
bildl.:
aber walt und ouch diu heide / krankent an ir kleide: /
winter wil si twingen SM:Wi
2: 1,2.
– mit Gen.:
do ich was huffehalz / und des libes krancte HeslNic
2927;
sie wâren mêr danne gnûc /
[...] gecranket der stêten arbeit
Kreuzf
7056.
– im Alter:
dô mir begunde kranken / der lîp in alters ungemach
Helbl
9,33;
so in daz alter uobit [auf ihn einwirkt] , /
balde er danne crankit Martina
124,71;
da Abraham begunde / cranken [vgl. Gn 24,1]
HistAE
668;
Kuchim
100,49
1.2
geistig, seelisch:
ir sin ir herze kranken / vor fröuden wolte
[...], / wan ir nâch geswunden was / in lieplîchem
gufte Reinfr
9392;
dô wart ir hôchvart cranken NvJer
27196;
ich kranke nâch ir [der
Geliebten] danke SM:Wi
3: 2,12;
des muͦs ich [die liebende
Seele] sere kranken, / wan ich mit dir
[Gott] gebunden bin Mechth
2: 25,16;
si [die Seele] slewet an der
minne, si chranchet an dem fleizze der tvgent, si stirbet
DvAPatern
200;
do Thomas also krancte, / des sinnes also toubete / daz
her des nicht geloubete / daz Crist waz irstanden HeslApk
3438;
ouch des houbtis gedanken / begonden sere cranken /
bibende von den sorgen [vgl. Dn 4,2]
Daniel
3532.
– subst. Inf.:
[Christus wollte] unser kranken krenken
[unsere durch den Sündenfall bedingte Schwäche überwinden
(vgl. FrlWB, S. 193)] , wenden in sin hulde
Frl
2:14,5
2
‘gering, zunichte werden’
unminne [unrechte Minne] was ir herzen gast, / diu
mit mislîchen gedanken / ein hôhez lop tuot kranken UvEtzWh
982.
4534
MWB 3,2 548,38; Bearbeiter: Tao |