k – cadmia kaf – kalc calcaire – 2kalle 3kalle – kaltlîchen kaltnisse – kamerærse kamerbëlle – kamerselde kamersidel – kampfer kampfgenôʒ – kampfwât kampfwërc – kanonîen kanonike – kanzelschrîbære kanzwagen – Cappadociære kappân – kappûnen capût (?) – kardenâldiaconus karele – karra(t)sche karre – karthiusære kartur – kæselîn kæse|lüppe – kasten kastenære – kathecuminus kathezizieren – kauerære (?) kauergerihte – kefse 1kegel – keisertuom keitivic (?) – kelken këllære – këlre këlstëchære – 2kemelîn kemelînvleisch – kendelîn kenecte – keppechîn keppeler – kerkerhaft kerl – kerrîne kerschlich – kerzîn kerzlach – ketenwambîs kettelinc – keʒʒelære keʒʒelærinne – kîche kîchen – kiesærinne kiesen – kindebet kindechîn – kindestac kindestohter – kintbettegemach kintbetten – Kiperære Kiper(e) – kirchenbrëchære kirchenerbe – kirchhërre kirchhof – kirchtac kirchtor – kirnen kirnîn – kitzelen kitzelîn – kiuwe kiuwen – klâfterlanc klâftermâʒe – klagenôt klagerede – klamben klamen – klæret klârheit – klëber klëbereht – klegerse klêgrüene – kleinlîche kleinlîcheit – kleinvüegunge kleinzëhende – klepfze kleppisch – klinge klingelære – klobeholz klobelouch – klôsterknëht klôsterlëben – klôsterweide klôsterwërre – klûde klüege – klupfen kluppe – klutterât klûwen – knëhtelîn knëhten – kniel (?) knieleip – knodebôʒe knödel – knubelen knugelîn – kobel kobel – kochman kochsudel – kôle kôlegruobe – kolner kölnisch – komelinc komen – condewier condewierde – konkavelite, konkavelit conplêt – convëntkopf convëntswester – koraze (?) körbelîn, körbel, körblî – körnære kornban – kornmesse kornmetze – corporâl corporâlgewæte – kostebæric kostebærlich – kötze kotzeht – koufgenôʒ koufgiric – koufschalc koufschanze – krachen kradem – krâme kræmel – kranc- krancmüetic – 1krapfe 2krapfe – krëb(e)ʒ krëbeʒen – krefticheit krefticlich – kreiʒgengel kreiʒlingen – kreter kretscheme – kriechelîn kriechen – krîgen krîieren – krippen- krîsch – kristâbent kristalle – kristenin kristenisch – kristiâne kristier – kriutener kriuzaltære – kriuzloht kriuzphenninc – 1krœnen 2krœnen – krotenstein krotenstutz – krülle krüllel – krupfei krüpfen – krûtmezzer Krûtnowe? – kûchen kuchenære – küechelmël küefelære – kugelhuot kügellîn – kumberlich kumberlîn – kûmen kumer – kunde künde – künftigære kunftlich – künigeslêhen künigessilber – künstelîn künstelôs – kuntmeister kuntsame – kuosërtærinnesun kuo|smër – kuppe 1kuppel – kurdewân kurdewænære – kurpen kürre – kurtois kurtoisîe – kurzwîle kurzwîlen – kuster kusterîe – kutzelvleisch kützen – kûze
|
Kratziân
stM.
Ableitung zum swV. →
kratzen
6 mit deonymischem Suffix -iân (vgl. Wackernagel,
Appellativnamen, S. 326).
– Personifikation wie → Kratzhan:
Renner
9077
MWB 3,2 555,21; Bearbeiter: Tao
kratzmûs
stF.
‘kratzende Maus’
da hais ich kratzmusz / vnd kan wol mit der ubli min / sin maister als min selbes
sin Sibote l
776
MWB 3,2 555,25; Bearbeiter: Tao
kraz
stM.
Pl. krezze (Seuse ).
1
‘das Kratzen’
2
‘Habgier’
3
‘Krätze’
1
‘das Kratzen’
min schilt vor aller schiutze und vor des tivels kratze / ist wol daz vrone
kruͤze JTit
968,1;
si begunden harte kratzen / einander ûf den glatzen, / sô enphienc eins
iesliches glaz / manegen ungefüegen kraz, / daz ie nâch dem kratze / gienc daz bluot
uz dem glatze HundesNot
212f.;
der valscheite widersaz / kêrt ûf der huofslege kraz
[Spur]
Parz
249,2;
Terramêrs huove kraz Wh
314,10.
– als Gebärde der Totenklage:
wîbe siufzen, herzen jâmers kratz / gap Ithêrs tôt von
Gaheviez Parz
155,12
(vgl. Bartsch/ Marti, Parz. u. Tit. z.St.; anders Eichholz, Komm.
z.St.: h. j. k. ‘Herzenswunde aus Trauer’).
– die durch Kratzen entstandene Schramme, Wunde:
etslîcher grôze wunden / ahte als einer brâmen kraz
[Stich]
Wh
449,15;
si muoz deun [
döuwen,
‘büßen’
] den kraz, daz bluot, / daz si umb sust hât
getân EnikWchr
26840;
er machet als grúlich krezze, als ob in ein ber
under sinen spizigen klawen heti zerkrawet Seuse
40,22
2
‘Habgier’
sie taten, daz in wart bevoln, / durch iren girlichen hat [nd. =
haz; La. cratz
] / und namen der juden
schat HeslNic
2445
3
‘Krätze’
prurigo: kratz, kracz VocOpt
43.007.
MWB 3,2 555,28; Bearbeiter: Tao
krazte
F. (?)
‘Angriff, Anfechtung’
ditz ist der stein den Jakob sazte / zu eime zil kegen des tubels
krazte Brun
1234;
got uns dru leben sazte / kegen des leidigen tubels krazte ebd.
2022
MWB 3,2 555,52; Bearbeiter: Tao
crêatiure, crêatûre
swstF.
zu afrz. creature, lat. creatura (vgl. Palander 116;
Suolahti 1,130f.; Rosenqvist 1,137).
‘(von Gott) Geschaffenes, Schöpfung, Geschöpf’
1 bezogen auf die Gesamtheit (im Sg. oder Pl. mit alle ) oder jedes geschaffene Ding 2 bezogen auf unbelebte Dinge und nicht vernunftbegabte Wesen, die den Menschen gegenübergestellt werden 3 bezogen auf Lebewesen. 3.1 allg. 3.2 von Seelen, Engeln 3.3 von Menschen 3.4 von Waldmenschen, Ungeheuer u.ä.
1
bezogen auf die Gesamtheit (im Sg. oder Pl. mit alle) oder
jedes geschaffene Ding:
gêret sî diu gotes hant / und al diu crêatiure sîn
Parz
283,3;
diner creature du gist / misliche gnade unde wnne: / uon
regen ioh von sunne / machestv die erde berhaft, / den uogellinen gistu die chraft /
daz [...]
Wernh
D 560
(vgl.
gescheffede Wernh
554;
schepfede ebd.
A 492
);
wart ez von lûten niht geseit, / ez sprach die creatûre gotes: / die was
gehôric sînes gebotes EbvErf
3743;
von anebegynne der creaturen, dy got
geschuf [
ab initio creaturae quam condidit Deus Mc
13,19]
EvBerl
124,18;
ain iegleich crêatûr ist belaidigt mit der sünd des êrsten
menschen, aber allermaist die edeln stain BdN
472,20.
– im Pl.:
er [Gott] hât in sîner
meisterschaft / alle crêatiure, / bœse unde tiure. / die himel stênt in
sîm gebot; / aller dinge ist er got Wig
6877;
ir [Marias] nevbornes kint, /
dem alle createvre vndertan sint Wernh
A 3868;
alle creatur die da sind, / luft, wasser, man, weib und
kind, / schacz, perig und stain HvBurg
4233;
alsus hat got alle creaturen gemacht wirklich im selber
gelich: den himel, die sunne, die sternen und denne úber alle ding verre
den engel, den menschen, ieklichs nach siner wise Tauler
156,30;
gelust an allem dem das creatúrlich ist, es sin
creaturen lebendig oder tot ebd.
235,7;
diu vernunft ist begreifleich aller dinge gotes und aller
crêatûr BdN
212,18
2
bezogen auf unbelebte Dinge und nicht vernunftbegabte Wesen, die den
Menschen gegenübergestellt werden:
do geschvf got den menschen vber alle creatvr
PrBerthKl
1,59;
ob niht leut da [am Nordpol]
wonten, so wonten doch ander creatur an den selben steten, als die element luft,
wazzer und erd und ander dink KvMSph
51,14;
kain ander crêatûr hât vernunft ân den engel und den menschen
BdN
3,8;
die [
edele creature, d.i. der
Mensch] muͦs vil adellicher wirklich sin wan die
unvernúnftigen creaturen Tauler
157,6;
nu hat got alle creaturen wider
die [menschliche] nature gesast: den himel, die sunne,
die sternen; nu frúrt dich, nu ist dir ze heis; nu riffen, nu sne; nu ist
dir wol, nu zehant we; nu hunger, nu turst [...]
ebd.
198,8;
da von en mach chein ander creatvr got geniezzen, wan div nach
im gebildet ist an der natvr vnd geordent ist, als der gvͦt engel an den
tvgenten vnd der gvͦt mensch DvAPatern
171
3
bezogen auf Lebewesen.
3.1
allg.:
wazzer früht al die geschaft, / der man für crêatiure
giht Parz
817,27;
elliu creatiure / diu müeze da von jungen!
Tannh
7,11;
crêatiuren zam und wilden beiden tet der arge winter wê
KLD: Kzl
7: 2,1;
syn [sind (die vier Elemente bzw.
Primärqualitäten)] an eyner yclichen creatuͤren glich
getemperyrt [...], so
weszet [wächst] se OvBaierl
3,7;
alle toten creaturen, da zuͦ alle lebenden
creaturen: vische, vogele, [...] túfel, heiden,
juden [...]
Mechth
5: 31,19
3.2
von Seelen, Engeln:
ich [die Seele] waz ein edel
creature, / und nach gotes figure / selig und dugende rich / zu gnaden waz
geformet ich, / und waz vor allem meine / in dem taufe worden reine
HvNstVis
53;
o du edele sele, o edele creature, waz gest du uz dir
suchen den der alzuͦmole und aller werlichest und bloͤslichest in
dir ist, und sit das du bist teilhaftig goͤtlicher nature, waz hest du
denne zuͦ tuͦnde oder zuͦ schaffende mit allen creaturen?
Tauler
10,5;
niͤ ’n dwanc
in [Gott] diͤ engelsch creature, / dat he
an sich nem diͤ engelsch nature MarlbRh
60,17.
61,28.
87,21.
88,18;
die edelsten crêatûren daz sint die engel und sint zemâle vernünftic und
enhânt niht lîplicheit an in Eckh
1:65,8;
dise nidirsten dinc schephit got mit mittele der obirsten
dinge. abir der engil und die sele, geistliche creature [vgl.
creatura spiritualis, Seppänen, Parad., S.
209] , werden alleine von gode geschaffin one mittil
Parad
23,29.
32,23
3.3
von Menschen:
dirre man der ist / ein menlîch crêatiure
Tr
10855;
got gebe süeze âventiure / sô süezer crêatiure! ebd.
3272;
ist dehein crêatiure / diu ganzer triuwe geniezen sol, /
so genist mîn vrouwe Japhîte wol Wig
7900;
get in alle dy werlt unde prediget daz ewangelium allen
creaturen [
omni creaturae Mc 16,15]
EvBerl
97,29
(Mc 16,15);
GvJudenb
2824;
ich unwirdigú creature Mechth
4: 21,17;
wie mohte ich nu geliden, / daz mich vor
ime [Christus] sehe ieman / mit golde sten
gecronet dan, / mich arme creatúre? Elis
955.
1919;
in dûht an dem wîbe, / daz nie von wîbes lîbe / kein
crêatiure als ûz erkorn / ze dirre werlde würde geborn Tr
17443;
schœne ~
:
dô si der meister ane sach, / in sînem herzen er des jach / daz
schœner krêâtiure / al der werlte wære tiure AHeinr
1199;
Wig
936;
KLD: UvW
20:4,1;
Tannh
2,39.
3,32;
KLD:GvN
18: 5,2;
werdiu ~
:
Tannh
5,112;
SM:UvB
6: 2,1;
HvNstAp
2028;
edeliu ~
:
gedenkch, herre, das ich / dein edlew creatur pin
HvBurg
4539;
Tauler
157,6;
daz so wiplich ungemach / dü edel creatüre laid
GTroj
7445
3.4
von Waldmenschen, Ungeheuer u.ä.:
waz crêatiure bistû? Iw
487;
daz got sô ungehiure / deheine crêatiure / geschepfen ie
geruohte ebd.
986;
sol ich [...] âne wer ersterben
/ von dirre crêatiure? Wig
6393.
6540;
in dirre vinster lief in an / ein vremdiu crêatiure
ebd.
6932;
daz sô ungehiure / deheine crêâtiure [wie den
Drachen Pfetân
] / ie gesæhe dehein man ebd.
5023
MWB 3,2 555,56; Bearbeiter: Tao
crêatiurlich
Adj.
‘kreatürlich, geschöpflich’
1 attr. 2 präd.
1
attr.:
dâ diu crêatûre endet, dâ beginnet got ze sînne. nû begert got niht mê von
dir, wan daz dû dîn selbes ûzgangest in crêatiurlîcher wîse und lâzest got got in
dir sîn Eckh
1:92,8.
1:93,4;
Tauler
117,29;
Seuse
329,3;
das gnade ain creaturlich mittel ist der verainunge gottes vnd des menschen
Gnadenl
1,325.
1,131.
–
bilde:
Eckh (J)
90,11;
PrWack
62,29;
Seuse
494,19;
HvFritzlHl
187,12.
–
dinge:
Tauler
155,30.
218,33;
Seuse
476,17.
–
geist:
Seuse
193,17.
–
iht:
es ist oͮch in im selbe ein kreatúrlichs
iht Seuse
353,35.
–
kunst:
man mac mit aller nâtiurlîcher crêatiurlîcher kunst niht für baz komen
Eckh (Pf)
417,19.
–
vernunftikeit:
Seuse
328,22.
–
werc:
Seuse
348,17.
–
wesen:
wan waz hat der stein dest me oder der mensche oder kein
kreature in ire kreaturlichem wesenne, daz sú ewklich in gotte got sint
gewesen? Seuse
332,20
2
präd.:
die weltliche italkeit der herzen mit aller affechtiger
gelust an allem dem das creatúrlich ist, es sin creaturen lebendig oder tot
Tauler
235,7;
daz furben lit an usgetribenheit alles des, daz creatur ald
creatúrlich ist Seuse
390,7.
– im Ggs. zu götlich:
och úwere guͦten werk die goͤtlich
solten sin, die werdent alle creaturlich Tauler
222,6.
MWB 3,2 557,37; Bearbeiter: Tao
crêatiurlîcheit
stF.
‘Geschaffenheit, Kreatürlichkeit; Kreatürliches, Geschöpfliches’ (vgl. Rosenqvist
1,139):
und dar umbe: als man sprichet, daz der mensche mit gote ein sî und nâch der
einicheit got sî, sô nimet man in nâch dem teile des bildes, an dem er gote glîch ist,
und niht nâch dem, und er geschaffen ist. wan dâ man in got nemende ist, dâ ennimet man
in niht nâch der crêatiurlicheit; wan als man in got nimet, sô enlougent man der
crêatiurlicheit niht, daz diu lougenunge ze nemenne sî nâch dem, daz diu crêatiurlicheit
ze nihte werde, sunder [...]
Eckh
2:277,10f.;
hie dringet der geist fúrbaz in mit einer verlornheit
anhaftender creaturlichkeit, dur den ring in, der da betútet die ewigen gotheit,
und kunt da in geistrich volkomenheit Seuse
193,2.
335,20.
332,17;
es was ein mensche einest in einem so froͤlichem
gegenwurf der suͤssen goͤtlichen gegenwúrtikeit, und was doch so
gelassen von aller creaturlicheit ebd.
430,7.
490,28;
es ist grosse sorge obe sú iemer behalten werdent, wanne
ir grunt ist gewennet und wissenliche verstricket mit creatúrlicheit
Tauler
127,30;
sol got in, so muͦs creatúrlicheit uz und alle
besitzunge ebd.
314,12
MWB 3,2 557,62; Bearbeiter: Tao
crêatiurlîn
stN.
‘kleines Geschöpf’
aller tierlin und voͤgelin und gotes creatúrlin
mangel und truren, so ich daz sah ald hort, so gie es mir an min herz
Seuse
85,13;
so ist kein creaturli so kleines, es si dir ein stapf, got
zuͦ nehen ebd.
455,18
MWB 3,2 558,22; Bearbeiter: Tao
krëbe
swM.
‘Korb’ (vgl. DWB 5,2126):
do hiez si ir gewinnin / ein wol gezúnit
koͤrbelin, / das man sach gevlohten sin, / gedrungen nahe alsam ein
krebe [vgl. sumpsit fiscellam scirpeam Ex 2,3] .
/ mit zehim letten [Lehm] unde klebe / hiez si vil wol
bestrichen das / fúr wazzer und hiez in das vaz / mit vesteklichen sachen / das
kindelin [Moses] virmachen RvEWchr
8934;
Maria / half das kint virmachin sa / in das vaz [La.
den kreben Hs. P, fol. 53#’r#’b]
ebd.
8942;
swelche wingartman on des herren wizzende deheine bere heimtreit
[...], der giͤt ie von dem kreben oder hengelen 60
#(pfennig) WüP
106h,3
MWB 3,2 558,27; Bearbeiter: Tao
krëb(e)ʒ,
krëb(e)ʒe
stswM.
auch kriuʒ (
der krewss HvNstAp
10032),
krouʒ (
eynen chrouczzyn Albrant
3,22),
auf älteren Varianten beruhend; zur Formvarianz in der Glossenüberlieferung (zu
cancer) aus mhd. Zeit (vor allem SummHeinr ) s. AWB
5,390.
–
‘Krebs’
1 das Tier 2 die Krankheit 3 das Sternbild
1
das Tier:
von dem krebz. cancer haizt ain krebz BdN
248,20;
crebeze di da wachsin in suzeme luttern wazzere daz uaste
rinnet SalArz
18,21;
uns enwil min træhtin / dar umbe niht verderben lan, / daz
wir daz vleisch versprochen han! / den chrebzem hat uns got gesant / her uz dem
wazzer an daz lant StrKD
49,51;
der kreuß viel wider in den pach HvNstAp
10066;
e danne ich lange lebt alsô, / den crebz wolte ich ê ezzen rô
Walth
76,9;
du [...] truͤge der smeh erbolge
[Zorn über die Schmach] noch groͤzer dann den
krebz ezzen rohen JTit
4333,2;
swer [...] boͤse oder fule
krebze veil hat, der git 1 #(pfennig), als dicke er daz tuet WüP
29,5;
NüP
131;
das selbe wazzer slangen treit / die groz und egebere / sint:
si hant krebzen schere RvEWchr
1819;
man sol nemen chrebsen vnd sol die gar wol sieden in wazzer
BairFärb
7,1;
wazzer da krebze inne sin gesoten SalArz
75,44.
– der Gang des Krebses:
der krebz gât allez hinder sich / mit füezen vil, deist wunderlich
Freid
142,5;
[Marias] sun der machet uns den crebez / bi siner art
bezeichenlich: / den siht man allez hindersich / criechen unde gahen
[...] sin tot der verwet in gesoten / vil
schœner dan sin leben tuo. / da wil ich crist gelichen zuo
[...] er gie des males unde crouch / von dir, maget
wünneclich, / alsam ein crebez hindersich, / do wider menschlicher art / sin lip
von dir geboren wart / her uf des ertriches grien [...]
KvWGS
900;
er gêt hinder sich, und spricht Adelînus, daz er nümmer
nâch seinem antlütz gê. iedoch hân ich den krebz für sich sehen gên gar sain und
trægleichen BdN
248,24;
im Vergleich:
ez gênt sam krebzen ûz dem bach / mîn herre und alle sîne man / von slegen
rückelingen dan Bit
11116;
er muose ouch die widervart / nâch der krebze site gân ebd.
11145.
– häufig als Bestandteil von Arzneien:
des crebzes bein Ipocr
167;
gestozen krebeze mit esel milc SalArz
74,39;
dri dragme gebranter krebze aschen ebd.
75,40;
zo stos eynen chrouczzyn Albrant
3,22.
– in Namen:
jch Krebes von Liehtenberg UrkCorp (WMU)
2197,43,8;
vnd welre gebure [...] von der vorgenanten Krebes
mv́le zuͦ Gybichwilre fuͦre maln ebd.
2197,4
2
die Krankheit:
cancer: krebs [im Abschnitt über die Krankheiten des
Menschen]
VocOpt
43.117;
so wirt da uon ein krebz. daz ist ein geswer daz uleisch hin
izzet SalArz
76,13;
di salbe ist guͦt wider den crebiz
Macer
75,9;
guot für den siehtuom, der der krebz haizt BdN
320,33
3
das Sternbild:
die zal der himelzaichen die sint also: wider, ohs, zwinlein,
krebs, leo, [...]
KvMSph
23,3;
als Wendezeichen:
ein ander zeichen heizit kanker. wan als der crebse hinder
sich gat, als gat danne die sunne zuo dem understen emisperio von irme hohsten gange
MNat
14,15;
KvMSph
23,16;
in einem Merkreim:
der krebs die sunwenden geit / uͤmb dez heiligen Veits
zeit ebd.
28,2
MWB 3,2 558,40; Bearbeiter: Plate
krëbeʒen
swV.
‘Krebse fangen’; in einer Unsinnsformulierung:
si begunden ruoben graben / und sâhen dort her traben / jenen, des diu huote was.
/ im was leit umbe daz gras: / er sprach: lât iuwer krebzen sîn Wachtelm
(W)
1154,19
MWB 3,2 559,39; Bearbeiter: Plate
krëbeʒer
stM.
‘Krebsfänger’, nur als Bestandteil von Personennamen:
daz her Johannes [...] vnde juncfrowe Fine
[...] hant verluhen ir ouenhus
[...] Nyclawese Crebzere UrkCorp (WMU)
3514,43.
1888,12;
UrkRegensb
745.
763.
744
(alle ca. 1325–1350)
MWB 3,2 559,44; Bearbeiter: Plate
krëbeʒîn
stF.
‘weiblicher Krebs’
von der kriebßein [Überschrift] / ein kriebßein zu ir
dochter sprach, / dye sye vnrecht gend sach: ‘[...]
deinem gange soltú werden gram.’ Krebsin
1
MWB 3,2 559,49; Bearbeiter: Gärtner
krechse
swF.
‘Rückentrage, Tragreff’ (vgl. 1DWB 11,1925 s.v.
krachse):
ein krehsen gewan der selb man / unde sazt daz kint dar in. / ûf
sînem rucken truoc erz hin EnikWchr
27758;
bî den selben zîten / wart der grabe umb Wienne erhaben: / den
[das dafür ausgehobene Erdreich] muosten die engeloys ûz
tragen / in krechsen ûf ir rucke EnikFb
1497
MWB 3,2 559,53; Bearbeiter: Plate
krecken
swV.
vgl. AWB 5,396 s.v. krecken, krehhen mit Lit.
‘krachend erschüttern’
die mûre hiez er krecken [
:
schrecken
] / und den turn undergraben Ottok
30513
MWB 3,2 559,61; Bearbeiter: Plate
crêdeler
stM.
wohl nicht aus lat. credulus
‘Leichtgläubiger; Gläubiger’ (MlatWB 2,1999ff.), sondern zu → crêde
(eigentl. lat. Imperativ) wie in → crêde-mich (vgl. auch → crêde-lîche und
→ crêd-isch-heit) mit dem erweiterten Suffix -ler (zu diesem Mhd.
Gr. (KSW) 3,82).
‘Frömmler, Scheinheiliger’
wie heilich disie svͤn [Mönche] sin
[...] vnd welich ein credeler der [der eine
oder andere] si SelbhReg
438,50
MWB 3,2 560,1; Bearbeiter: Plate
crêdelîche
Adv.
‘frömmlerisch, scheinheilig’
daz sehte ist bruͦder Gelichesere [Heuchler] .
der zuͤchet sich an er si gvͦt vnde gebaret vil credesliche
[l. credeliche
] vnde sahe vil gerne daz die
lvͦte wenden daz er gvͦt were SelbhReg
437,4
MWB 3,2 560,10; Bearbeiter: Plate
kredem
stM.
→
kradem
MWB 3,2 560,15;
kredemen
swV.
→
krademen
MWB 3,2 560,16;
crêdemich
Modalpartikel
aus lat. crede mihi.
‘glaube mir, sei versichert, wirklich’
[der Abt zu Gregorius:] sun, dû hâst mir vil geseit, / manic
tiutsch wort vür geleit, / daz mich vil sêre umbe dich / wundern muoz, crêde mich, / und
weiz niht war zuo daz sol: / ich vernæme kriechisch als wol Greg
1628.
1025.
sûr muot unt ungewizzen lîp, / swer diu zwei an im hât, ez sî ein man, ez sî ein
wîp, / dâ trûwe ich nimmer inne vinden süeze sêle, crêdemich! RvZw
142,3;
[der Abt zu Rennewart:] crede michi, bruder, du
reist [redest] / zu tieffe von den buͦchen
Rennew
10894;
[der Abt zum Mönch:] crêde mich, ez was ein wîp
Gänslein
267.
85.
– subst.:
durch juden unt durch vürsten golt / ist man ir [der
Heuchelei] dâ ze Rôme holt: / ir crêdemich kan schatzes wol
gevâren RvZw
141,12
MWB 3,2 560,17; Bearbeiter: Plate
crêdendêwen
M.
aus lat. credo in deum (Beginn des Apostolischen
Glaubensbekenntnisses).
‘das Credo, Glaubensbekenntnis’
sie [verweltlichte Mönche] sin mit den
hersten / und knien neben ir oren / dicker dan in den koren / an iren venjen knewen /
und sprechen den credendewen / vor oder iz pater noster HeslApk
6646;
vgl.
der [...] sprech dar obe einen pater
noster unde credo in deum Barth
150,16
MWB 3,2 560,34; Bearbeiter: Plate
crêdenzen
swV.
zu it. far la credenza (FremdWB 1,402).
‘vorkosten’ (um die Speise als vertrauenswürdig, unvergiftet zu
erweisen):
doch muost er [Vorkoster] ê credenzen
daz, / swaz man im [dem Herrn] truoc ûf den tisch, / ez wær
fleisch oder fisch Ottok
78081.
78208.
68312
MWB 3,2 560,43; Bearbeiter: Plate
crêdenzier
stM.
‘Vorkoster’, übertr.:
alle heiligen sint eins lidenden menschen credencier, wan
sú hein es [das Leiden] vor wol versuͦchet und
ruͤfent mit gemeinem munde, daz es aller gift ane ist und ein heilsames trank ist
Seuse
252,17
MWB 3,2 560,49; Bearbeiter: Plate
crêdischeit
stF.
‘Frömmelei’
uns wæhset chreftiger schade / von disses mannes credischæit: / swaz ze eren
ziuhet, daz ist im læit. / er chan niewan venigen und beten Serv
763
MWB 3,2 560,54; Bearbeiter: Plate
crêdô
stN.
‘das Credo, Glaubensbekenntnis’
si sprach mir nach ain guͦt gepaͤt, / das da haissen credo
tuͦt. WolfSchule
140;
unse geloube credo / ist von zwelf schonen geliden, / wan die
aposteln nicht vermiden, / ir ieglicher uf unse heil / enleite dar an sin teil
Pass I/II (HSW)
10718
MWB 3,2 560,58; Bearbeiter: Plate |