k – cadmia kaf – kalc calcaire – 2kalle 3kalle – kaltlîchen kaltnisse – kamerærse kamerbëlle – kamerselde kamersidel – kampfer kampfgenôʒ – kampfwât kampfwërc – kanonîen kanonike – kanzelschrîbære kanzwagen – Cappadociære kappân – kappûnen capût (?) – kardenâldiaconus karele – karra(t)sche karre – karthiusære kartur – kæselîn kæse|lüppe – kasten kastenære – kathecuminus kathezizieren – kauerære (?) kauergerihte – kefse 1kegel – keisertuom keitivic (?) – kelken këllære – këlre këlstëchære – 2kemelîn kemelînvleisch – kendelîn kenecte – keppechîn keppeler – kerkerhaft kerl – kerrîne kerschlich – kerzîn kerzlach – ketenwambîs kettelinc – keʒʒelære keʒʒelærinne – kîche kîchen – kiesærinne kiesen – kindebet kindechîn – kindestac kindestohter – kintbettegemach kintbetten – Kiperære Kiper(e) – kirchenbrëchære kirchenerbe – kirchhërre kirchhof – kirchtac kirchtor – kirnen kirnîn – kitzelen kitzelîn – kiuwe kiuwen – klâfterlanc klâftermâʒe – klagenôt klagerede – klamben klamen – klæret klârheit – klëber klëbereht – klegerse klêgrüene – kleinlîche kleinlîcheit – kleinvüegunge kleinzëhende – klepfze kleppisch – klinge klingelære – klobeholz klobelouch – klôsterknëht klôsterlëben – klôsterweide klôsterwërre – klûde klüege – klupfen kluppe – klutterât klûwen – knëhtelîn knëhten – kniel (?) knieleip – knodebôʒe knödel – knubelen knugelîn – kobel kobel – kochman kochsudel – kôle kôlegruobe – kolner kölnisch – komelinc komen – condewier condewierde – konkavelite, konkavelit conplêt – convëntkopf convëntswester – koraze (?) körbelîn, körbel, körblî – körnære kornban – kornmesse kornmetze – corporâl corporâlgewæte – kostebæric kostebærlich – kötze kotzeht – koufgenôʒ koufgiric – koufschalc koufschanze – krachen kradem – krâme kræmel – kranc- krancmüetic – 1krapfe 2krapfe – krëb(e)ʒ krëbeʒen – krefticheit krefticlich – kreiʒgengel kreiʒlingen – kreter kretscheme – kriechelîn kriechen – krîgen krîieren – krippen- krîsch – kristâbent kristalle – kristenin kristenisch – kristiâne kristier – kriutener kriuzaltære – kriuzloht kriuzphenninc – 1krœnen 2krœnen – krotenstein krotenstutz – krülle krüllel – krupfei krüpfen – krûtmezzer Krûtnowe? – kûchen kuchenære – küechelmël küefelære – kugelhuot kügellîn – kumberlich kumberlîn – kûmen kumer – kunde künde – künftigære kunftlich – künigeslêhen künigessilber – künstelîn künstelôs – kuntmeister kuntsame – kuosërtærinnesun kuo|smër – kuppe 1kuppel – kurdewân kurdewænære – kurpen kürre – kurtois kurtoisîe – kurzwîle kurzwîlen – kuster kusterîe – kutzelvleisch kützen – kûze
|
kroum
st. Subst.
sunder croum formelhaft im Reim, Bedeutung?:
er hib vaste sunder croum / bi dem Jordan einen boum HistAE
3289;
daz er sich sach sunder croum / ho ufgewachsen sam ein boum ebd.
4321
MWB 3,2 639,63; Bearbeiter: Plate
kröuwel
stM.
1
‘Kralle’ von Tieren 2
‘Gabel mit hakenförmigen Spitzen’
2.1 Küche 2.2 als Marterinstrument 2.3 als Kriegswaffe 2.4 als Symbol
1
‘Kralle’ von Tieren:
got hâth uns geschafen anderen tieren ungelîch. wir heten an
deme lîbe zuêne uuͦze, zwô hende rehte âne clâ âne crvͦwel slete unde
schône TrudHL
2,29;
des gîres chreulen Barth
156,6;
[des Salamanders] kräwel an den klâwen sint hakot und gar
behend BdN
277,7;
drei zêhen mit drein kræweln ebd.
233,26;
dem habich gleich an den kræuln ebd.
204,15
u.ö.
2
‘Gabel mit hakenförmigen Spitzen’
2.1
Küche:
die knaben / die man zer küchen ouch bedarf / die truogen
kröul die wâren scharf Wig
8864
2.2
als Marterinstrument:
siniu wizze
[Folterpraktiken] werden manichvalt. / er heizet si
stechen, mit chrouwelen zebrechen AvaA
1,4;
sumelich wurden [...] mit
ysninen crulin gecracet, das man in si sach Konr
20,39.
19,57;
mit crowelen vil wassen / hût und flaisc abe crazzen
Kchr
10926;
und so man si sere martret und ir daz flaisch ab zoh mit kroͤlen,
des froͤwet si sich PrGeorg
50,23;
Vät
26026;
Märt
1185
u.ö.;
krumme isen man hervur truc / und darzu scharfe krowele Pass
III
164,88
u.ö.;
Vät
26038;
MargAntioch II
358;
PrStPaul
52,29
2.3
als Kriegswaffe:
in sinen handen hater ainen crauwel mit keten beslagen
Alischanz
569 u..ö;
2.4
als Symbol:
der welt figur ain kroͤwel trait, / das betút die
gÿtikait, / da mit sÿ an sich ziechen kan / in diser zÿt
wÿb und man KvHelmsd
4617
MWB 3,2 640,4; Bearbeiter: Plate
krouwen
swV.
nhd. krauen.
1
‘kratzen’
2 der Harfe (die Saiten) ‘zupfen’
3 mediz. ‘(die Haut) abreiben (mit etw.)’
1
‘kratzen’
so hevet sich daz gevugele [...] si
bizzent unde chrouwent, ein ander si houwent AvaJG
7,5;
si [...] sprach ze dem habech
hinwidere:[...] ich chratze vnt chrowe / also vaste
alsam ir FabelCorp
22,64;
von bœsem gewurme [Insekten] / uil vnsenfte
sturme / die in [den Menschen] dicke crawent / sinen lip
vnrawent Martina
123,17;
daz ich wolle crowen / min houbet von disen drowen / oder von
leiden Herb
3793;
der kratzet, der krouwet, der schabt, der schindet Renner
3736;
vndi sal den dorn ave howin, / dat he niman inmuge crowin WildM
3,214.
– bei Juckreiz:
daz ez der tâhen [Dohle] ir
haupt kräuselnt macht, und dâ von glust si, daz man si kräw auf dem haupt
BdN
207,1;
refl.:
sô krouwet er sich als ein hunt den flœhe bîzent sêre Kolm
(B)
18,50
(¹Frau/2/517a).
– als Marter (vgl. →
kröuwel
stM.
):
sô möhte in kein marter niht geschaden, allez daz krouwen und brennen,
sieden, brâten, daz die tiufel immer mêre getuon künnen PrBerth
2:9,26
2
der Harfe (die Saiten) ‘zupfen’
die harfe hat vil süzen sanc, swer kreuwet ir nach prise Wartb
(H)
397:16,7
3
mediz. ‘(die Haut) abreiben (mit etw.)’
senftiz crowen in dem bade tut di sveizloch uf. vnde machit
di hut weich SalArz
26,18;
scharfiz crowen ane maze. machit herte hut ebd.
26,21;
setze im di vuze in warm wazzer. vnde crowe si im mit salce
ebd.
33,45;
refl.:
swer sich crowet mit uiol ole. ader mit rosen ole. deme
[...] wirt der lip weich ebd.
26,23
MWB 3,2 640,32; Bearbeiter: Plate
krûchære
stM.
→
krüegære
MWB 3,2 640,62;
krûche
swF.
‘Kanne, Krug’
eine grôze kruchen, dâ fünf mâze în giengen PrNvStr
305,3
MWB 3,2 640,63; Bearbeiter: Plate
kruchel
stM.
‘Krüppel’
dû frides und triwen bruchel, / dû manheit lôser kruchel
Ottok
63506
MWB 3,2 641,1; Bearbeiter: Plate
krûchen
swV.
‘krauchen, kriechen’
dez paradises adem / mit suße sie [die
Gepriesene] hat behucht, / die erst uz irem balg krucht
Minneb
1974
MWB 3,2 641,3; Bearbeiter: Plate
cruchinus
M.
ein safranfarbiger Edelstein, lat. (lapis) crocinus (Suolahti 1, 267
s.v. truchmus mit Besserungsvorschlag):
perlin fîn und agathes, / truchmus unde adamas Erlös
403
MWB 3,2 641,6; Bearbeiter: Plate
krücke
stswF.
1
‘Gehstock, Krücke’ (mit oder ohne Stütze für Unterarm oder Achsel) 2
‘Pilgerstab’
3
‘Krummstab des Bischofs oder Abts’ (nicht immer deutlich, vgl. Richter, Rol. zu v. 1252) 4
‘Ofenkrücke’
5 das Kreuz Christi
1
‘Gehstock, Krücke’ (mit oder ohne Stütze für Unterarm oder Achsel):
ein krücke was sîn stiure, / der dâ saz in dem gemiure Er
290;
sante Seruacius im solche chraft gab, / daz er danne gie ane chruchen unt ane
stab Serv
3224;
eine iserine krucke [Gehstock mit eiserner Spitze,
233,35
gabele genannt] / hete er, als ein alder man / er
leinte sich bewilen dran, / als noch sumelicher muz Pass III
233,4;
die alten sie [sieh] mit krucken gan
Guter
1:3,5;
vbber ses wochen [nach einem
Beinbruch] , is, daz her daz beyn to eme vnde van eme czehe, so
mach her vf crucken wol gen OvBaierl
164,9.
–
(sich) an / über / ûf eine / sîne ~ lenen / leinen / bücken
‘sich auf eine / seine Krücke stützen’
an Pass III
233,4
(vgl. oben);
[der greise Joseph] leint sih uber sin chruken
Wernh
D 1903;
mit einem barte breite, / wol geflohten unde grâ, /
stuont derbî ein rîter dâ / über eine krücken gleinet Parz
513,27;
vil sanfte gie der grîse. / über sîne krucken lîse /
leint er sich bî der stunde KvWTroj
4552
(vgl. unten unter 3.);
dô lenete der meister hêre / vor ime ûf sîner krucken Tund
117;
do er sich solde bucken / uf die krucke, als er pflac Pass
III
233,11.
– als Waffe gebraucht:
‘meister, da han ich sie erslagen.’ /
‘tatet ir daz mit der krucken?’ Rennew
36085.
36001;
neina, ritter lobesam, / und gibest du mir einen slag, / ich vergilte es
dir mit dirre krucken SalMor
194,4;
di auff den steltzen huncken, / di slugen grosse lucken /
mit schemeln und mit krucken HvNstAp
18410.
– in Vergleichen; vom Kreuz Christi / vom Kreuzesholz (vgl. unten unter
5.):
und machtont [die Juden] ain
crúcz der selben frist, / als sam ain kruke geschaffen ist
WernhMl
9608;
in die erden stieze du [Adam] daz ris, / da
wuss ez uf in crucke wis / der menscheit zu glucke HeslNic
2996.
1771;
vom Buchstaben Tau:
ein zeichen tav ist genant / gestalt obe als ein krucke Pass
III
537,71.
– bildl., eine Stellung im Schwertkampf, bei der die Arme mit
beieinanderliegenden Händen nach vorne gestreckt sind und die Schwertspitze
senkrecht nach unten gerichtet ist:
nuncupatur illa obsessio krucke Fechtb
7
2
‘Pilgerstab’
ich hæte gerne daz vernomen, / von wanne ir wallet in daz lant. / ir traget
krücken an der hant / und palme über herte [Schulter]
Bit
224
3
‘Krummstab des Bischofs oder Abts’ (nicht immer deutlich, vgl. Richter,
Rol. zu v. 1252):
die fuͦrsten baten alle / den biscoph sante Iohannen /
daz er ze houe were / ir uor redenaere. / [...] er linte
uͦber sine kruchen / mit sinen grawen locken, / er sprach:
[...]
Rol
1252;
ûf stuont der vürsten einer dô,
[...] des lîbes edelîch und alt, / beidiu grîse unde
wîse; / der bischof von Thamîse / über sîne crucken leinder sich: / ’künec
hêrre’ sprach er [...]
Tr
15349;
Ottok
36039.
41915
4
‘Ofenkrücke’
ich begunde zucken / den schürstap, sî die krucken BFrau
358.
370.
403
5
das Kreuz Christi:
daz ist die selbe crucke, / da got die marter ane leit / durch alle die
menscheit HeslNic
2998.
– oberer Teil eines Pilgerstabs in Kreuzesform:
der stab hat ein kruken, die ist einer spangen lang und
ist von helfenbeine Mechth
4: 27,22
MWB 3,2 641,10; Bearbeiter: Plate
krücken
swv
MWB 3,2 642,9; Bearbeiter: Plate
kruckestap
stM.
‘Krückstock’
ze Narne in der stat was ein / kint, het ein krumbez bein, / daz ez sich niht moht
enthaben / wan ûf zwein krückestaben LvRegFr
4428
MWB 3,2 642,10; Bearbeiter: Plate
krude
stF.
‘Gewalttat, Grausamkeit’
dô dî dît [...] den
[Bruder Gerhart Rudde] mit vreisir crudde / machtin sus
des lebbins wan NvJer
25147.
–
‘rechtliche Beeinträchtigung’ (vgl. →
krot
MN.):
daz vnser vorgenante capelle vnd auch der kappellan zu Reygerberg aller
kruͤde vnd bekummernisse gefryet vnd entladen sient UrkWürzb
40,193
(a. 1338)
MWB 3,2 642,14; Bearbeiter: Plate
krûde
stN.
gekürztes gekrûde, md. für →
gekriute
, Koll. zu →
krût
‘Kraut’.
‘Kräuter’
als daz edele crude gut, / daz sich uz suzer erden tut / und
brenget blumen mit der vrucht Hiob
1985;
waz menschen wolde nu enbern, / des herze sulde nit begern / deme corper wonen bi,
/ des geruch als edel si, / alse alles krude ruche da, / balsamen unde aromata
Elis
9427
MWB 3,2 642,21; Bearbeiter: Plate
kruden
swV.
→ kroten
MWB 3,2 642,29;
krûdener
stM.
→
kriutener
MWB 3,2 642,30;
krüegære
stM.
rip. krûchære, wohl Abl. von rip. krûch (zu diesem vgl.
RheinWb 4,1586 s.v. krug).
‘Kannenhändler’ (?), als Ortsangabe:
inter cruheren UrkKölnSchr
1,303
(a. 1175-1205).
inter cruchren ebd.
1,301
(a. 1185-1215);
vgl. Glossar 2,2:311
MWB 3,2 642,31; Bearbeiter: Plate
krüegelîn
stN.
Dimin. zu →
kruoc
,
auch krüeglî, krüchelîn.
‘kleiner Krug’
ein crugelin er [das Jesuskind] mit im
nam Pass I/II (HSW)
4500;
lâ dîn weinen sîn / umbe daz boese krüegelîn Philipp
4439.
4456;
und braͮchent [zerbrachen]
allú [Kinder] ir kruͤgli gar
WernhMl
4818;
[das Jesuskind] brahte in der hand ein kruͤgli mit
frischem wasser Seuse
49,6;
PassSpM
582
MWB 3,2 642,37; Bearbeiter: Plate
krûfen
stV.
→
kriechen
MWB 3,2 642,45;
kruft
stF.
→
gruft
MWB 3,2 642,46;
krülle
swF.
‘Locke’
ires hores krullen Minneb
3444;
umb münches blate [Tonsur] ein krülle,
ein krône umb nunnen houbet KLD: Kzl
3: 1,6;
die [...] zvͦ crvllen machent slechtiz har
PrHess
4,210
MWB 3,2 642,47; Bearbeiter: Plate
krüllel
stN.
‘Löckchen’
ich wold mîn crullil streichin NvJer
18920(S. 521)
MWB 3,2 642,51; Bearbeiter: Plate
krüllen
swV.
1
‘an den Haaren ziehen’
2
gekrüllet Part.-Adj. ‘gekräuselt’
1
‘an den Haaren ziehen’
siu sprach: [...]der ungeslahte bœsewiht / der
hat sich wins ervüllet. / darumb er mich hie krüllet Kerbelkraut
78
2
gekrüllet Part.-Adj. ‘gekräuselt’
gekrullit reidiz har Baldem
110;
gekruͤllet manig tolde / uff disem schilde fledert
Minneb
2452
MWB 3,2 642,53; Bearbeiter: Plate
krüllîsen
stN.
‘Brenneisen’ zum Kräuseln der Haare:
calamistrum: chrullisen VocOpt
18.011
MWB 3,2 642,59; Bearbeiter: Plate
krumbe
Adv.
‘schlecht’
der hohen kuͤnge vier entwert / wurden do des lebens, /
krumme und niht ebens / was ez den ergangen WhvÖst
15004
(vgl. → ëben, ëbene Adj. Adv. unter
3)
MWB 3,2 642,61; Bearbeiter: Plate
krümbe
stF.
‘Krümmung, Krummheit, Kurve, Kreis’,
Ggs. rihte, slihte (vgl. →
krump
Adj., Ggs. reht, sleht)
1 vom Weg, Bahn, Lauf, Bewegung allg. 1.1 frei 1.2
eine ~ nemen 1.3
die ~
adv. ‘im Kreis herum’
1.4
sunder, âne ~
‘geradeaus, ganz gerade’
2 in verschiedener Weise übertr. zu 1 , ‘Ausweichen, Um-, Abweg,
Verirrung’
3
‘Krümmung’ von Gegenständlichem 4
‘Verkrüppelung’
5
‘Kreis um etw. herum, Umkreis, Umgebung, Bezirk’
6
‘Unrecht, Unordnung’
7 ästhetisch ‘nicht wohlgeformt’
1
vom Weg, Bahn, Lauf, Bewegung allg.:
1.1
frei:
guoter wec enmacht niht krümbe Philipp
3140;
an [auf] guoten wegen ümbe
[herum] / enschadet kein krümbe
Freid
131,10;
die wazzer indem lande, / ir richte, ir krumme
Herb
14197;
er jagete Tristanden / under den boumen umbe / maneg
angestlîche crumbe Tr
16062;
die kamphgesellen beide / einander ûf der heide / sich
triben ümbe und ümbe. / si suochten wilde crümbe / und wunderlîche creize
KvWSchwanr
1154;
daz ors daz warf er umbe, / er machte ûz einer
crumbe [Drehung] / eine rihtige slihte. / er lie
her gân enrihte / [...] mit gesenketem sper
Tr
6834.
17431;
er fur zu den clostern umme. / er schuhete keine krumme [kein
Weg war ihm zuviel]
Elis
4216.
– Kreisbewegung, Kreislauf:
die cellen alum und umbe / mahte er in einer crumbe /
mit sinem vinger einen creiz [Kreislinie]
Vät
9308;
wie die [Gestirne] ir loufen
kunnen / in ir cirkels crumme Pass I/II (HSW)
51;
ein cirkel, der wite umme / gienc der sunnen crumme
ebd.
1942;
enmitten gienc darümbe / ein schîbe diu mit
crümbe [wendelförmig] / die liehten stangen dâ
beslôz KvWTurn
460
1.2
eine ~ nemen:
des engels gebot sie taten / vnt namen in eine
chrumbe [Ausweichroute anstelle des direkten Wegs]
/ ioh ein ander uart umbe Wernh
D 4683;
der [Zobelpelzbesatz des
Mantels] nam ouch sîne crumbe / reht an der
wîze [des Hermelinfutters] al umbe, / dâ der zobel
die vuoge [Naht] nimet Tr
10931
1.3
die ~
adv. ‘im Kreis herum’
der sunne loufet den pogen, / diu maninne die senewen. /
[...] der sunne gat die chrumbe, / diu maninne
chumet umbe / in einleven tagen e, / e der terminus geste / ze dere selben jares
vriste ArnoltSieb
27,5;
do loufet di sunne die crumbe vnde der mane die rehte
Lucid
52,13;
sî hîbin ouch dî crumme / dî burc allum und umme /
[...] und vormachtin iz sô gar, / daz nicht inbleib
den ôt ein pfat, / daran man zu der burc getrat NvJer
3713.
–
die rihte/ rehte/ slihte und die ~
‘in alle(n) Richtungen, überall (hin)’
do sluc er alvmbe / die rechte vnde die crunbe
Herb
12732
(vgl.
durch richte vnde durch krumbe / reit er vnde rante
ebd.
1560);
daz wazzer ûz den butechen fiel / in rinnen guot von silber grôz, /
daz ez in der burc alumbe flôz / die rihte und ouch die krumbe
ErnstD
2463;
uf sten ich und loufe al umme / di stat di richte die krumme
Brun
718.
143;
daz triben sie in dem lande / mit roube und mit brande / nûn tage :
alumme / die richte und die krumme / wart dâ vil wol gehert / wênic wart ez
in gewert LivlChr
4281;
wan úser wider sach / gat suͦchent um
und umb, / die slihti und die krumb, / [...] wen er
hie verslinde SHort
5032;
de rechte ind de krumme / vluen sy do de Affrigere
KarlGalie
5436
1.4
sunder, âne ~
‘geradeaus, ganz gerade’
get vur uch sunder crumme, / mit nichte set uch umme HistAE
527;
daz er [der gute Weg] eben si ane
krúmbi PrGeorg
187,8;
implôst vûrte er sîn swert / swenkende alumme. / er jaite
sundir krumme / mit geschrei [...], / dâ Swantopolk sîn
herre was NvJer
7902
2
in verschiedener Weise übertr. zu 1, ‘Ausweichen, Um-, Abweg,
Verirrung’
diu frouwe suochte manige krümme, / wie si die missetât ümbzüge / daz si den
priester doch niht trüge Renner
4628;
du wilt in einer crumme, / des ich dich gevraget han, / mich
wisen an den valschen man Pass I/II (HSW)
19478;
von der slihte in die krumbe / mac sich wol unser sin gerihten
[gerät auf Abwege] , / welle wir nâch wâne tihten
[Vermutungen anstellen] , / wârumbe er
[Gott] daz tuo und daz lâze LvRegSyon
3031;
den [Märtyrern] gab er trost und rat, / daz si
bestunden an gote / und nicht zu des tuvels spote / in einer valschen krumme / sich
kerten wider umme, / des man sie twingen wolde Pass III
101,13;
manige swere krumme / wirt zu der ere getreten ebd.
243,40;
alse manige sunde, alse manige crumbe [Verirrung] .
so wanne du willen haves zuͦ einicher sundin si ze dune, so is din wille
crumb Lilie
3,12;
sîn muot ân alle krümbe gein im was sleht Loheng
6465
3
‘Krümmung’ von Gegenständlichem:
ez [Gewand] hete velte gnuoge, /
die bî den füezen ümbe / dâ suochten wilde krümbe / und mangen wunderlichen schranc
KvWTroj
20262;
ouch was mit hovelîchen siten / sîn hâr geslihtet und gesniten, / daz hâte
schône sich geleit / wîz, val, mit krumbe reit [wellig
gelockt] / wider ûf daz houbet sîn RvEGer
4486;
ûz sînes zagels krümbe / maht er [ein
Drache] schier eine slihte / und sluoc in dar enrihte
KvWTroj
9906;
bi im die erde al umme / viel [bei einem
Grubensturz] in eine krumme [einen Hohlraum um ihn
bildete] / Pass III
588,38;
swenn alle krümbe werdent sleht [Adynaton] , / sô
vindet man ze Rôme reht Freid
152,2.
– die Krümmung des Bogenstabs, metaphorisch von einer
Erzähltechnik:
diu senewe gelîchet mæren sleht: / diu dunkent ouch die
liute reht. / swer iu saget von der krümbe, / der wil iuch leiten ümbe
Parz
241,15
(vgl. Nellmann z.St. und
ArnoltSieb
27,5
oben unter 1.3)
4
‘Verkrüppelung’
sus wart im der krümbe buoz, / diu in sehs jâr ê betwanc / mit grôzes jâmers
sêre LvRegFr
4534
5
‘Kreis um etw. herum, Umkreis, Umgebung, Bezirk’
da was in einer crumme / den garten um und umme / edeler
boume vil gesat Pass I/II (HSW)
3221;
dâ stuonden die brüeder umbe [um das Grab des
Franziskus] / in einer ordenlîcher krumbe / und lobten got mit ir
gebet LvRegFr
4996;
barhoubit und barvûze / er des kirchhovis crumme / gînc vor
den crûzin umme NvJer
9321;
der keiser alzuhant do bat, / daz man alum und umme / in maniger witen krumme
/ suchte den, der was genant Pass III
303,56;
er solde [...] an des gemerkes
krumbe / alles varen umbe Ottok
84417;
daz lant in der crumme [um
Jerusalem] , / swaz Judea was benant, / daz gehorchte siner hant
Pass I/II (HSW)
7806.
2496
6
‘Unrecht, Unordnung’
ze Baldac nement se ir bâbestreht / (daz dunket se âne krümbe
sleht) Parz
13,30;
dâ wirt diu krümbe selten sleht. / man sprach dâ wênic rîters
reht: / swer iht gewan, der habt im daz ebd.
78,9;
ez teilet allez dâ daz reht, / dâ wirt reht ân krümbe sleht
RvEBarl
3714.
10642;
RvEWchr
30528;
ich wirbe daz dinc untz an daz zil / an allen valsh nach
triwen reht. / ich mache dise kruͤmme sleht Rennew
3246;
er macht all krümbe sleht. / des stuonden alliu rîche / mit
frid bî im gelîche EnikWchr
25126.
24934;
der Düringe herre den stuol zuo Kölne brach / unde mahte krumbe sleht
Wartb
Fl 13,8;
geyn unrecht noch krümbe KarlGalie
1195
7
ästhetisch ‘nicht wohlgeformt’
wie kunde er [Gottfried von
Straßburg] sô wol tihten, / getihte krümbe slihten
RvEAlex
3164;
indisen selben ziten sa / irdahte Jubal
[...] musẏcam [...], /
mit der kunst man alle vrist / die chrumbe an sange slihtet RvEWchr
525
MWB 3,2 643,1; Bearbeiter: Plate |