Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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k – cadmia
kaf – kalc
calcaire – 2kalle
3kalle – kaltlîchen
kaltnisse – kamerærse
kamerbëlle – kamerselde
kamersidel – kampfer
kampfgenôʒ – kampfwât
kampfwërc – kanonîen
kanonike – kanzelschrîbære
kanzwagen – Cappadociære
kappân – kappûnen
capût (?) – kardenâldiaconus
karele – karra(t)sche
karre – karthiusære
kartur – kæselîn
kæse|lüppe – kasten
kastenære – kathecuminus
kathezizieren – kauerære (?)
kauergerihte – kefse
1kegel – keisertuom
keitivic (?) – kelken
këllære – këlre
këlstëchære – 2kemelîn
kemelînvleisch – kendelîn
kenecte – keppechîn
keppeler – kerkerhaft
kerl – kerrîne
kerschlich – kerzîn
kerzlach – ketenwambîs
kettelinc – keʒʒelære
keʒʒelærinne – kîche
kîchen – kiesærinne
kiesen – kindebet
kindechîn – kindestac
kindestohter – kintbettegemach
kintbetten – Kiperære
Kiper(e) – kirchenbrëchære
kirchenerbe – kirchhërre
kirchhof – kirchtac
kirchtor – kirnen
kirnîn – kitzelen
kitzelîn – kiuwe
kiuwen – klâfterlanc
klâftermâʒe – klagenôt
klagerede – klamben
klamen – klæret
klârheit – klëber
klëbereht – klegerse
klêgrüene – kleinlîche
kleinlîcheit – kleinvüegunge
kleinzëhende – klepfze
kleppisch – klinge
klingelære – klobeholz
klobelouch – klôsterknëht
klôsterlëben – klôsterweide
klôsterwërre – klûde
klüege – klupfen
kluppe – klutterât
klûwen – knëhtelîn
knëhten – kniel (?)
knieleip – knodebôʒe
knödel – knubelen
knugelîn – kobel
kobel – kochman
kochsudel – kôle
kôlegruobe – kolner
kölnisch – komelinc
komen – condewier
condewierde – konkavelite, konkavelit
conplêt – convëntkopf
convëntswester – koraze (?)
körbelîn, körbel, körblî – körnære
kornban – kornmesse
kornmetze – corporâl
corporâlgewæte – kostebæric
kostebærlich – kötze
kotzeht – koufgenôʒ
koufgiric – koufschalc
koufschanze – krachen
kradem – krâme
kræmel – kranc-
krancmüetic – 1krapfe
2krapfe – krëb(e)ʒ
krëbeʒen – krefticheit
krefticlich – kreiʒgengel
kreiʒlingen – kreter
kretscheme – kriechelîn
kriechen – krîgen
krîieren – krippen-
krîsch – kristâbent
kristalle – kristenin
kristenisch – kristiâne
kristier – kriutener
kriuzaltære – kriuzloht
kriuzphenninc – 1krœnen
2krœnen – krotenstein
krotenstutz – krülle
krüllel – krupfei
krüpfen – krûtmezzer
Krûtnowe? – kûchen
kuchenære – küechelmël
küefelære – kugelhuot
kügellîn – kumberlich
kumberlîn – kûmen
kumer – kunde
künde – künftigære
kunftlich – künigeslêhen
künigessilber – künstelîn
künstelôs – kuntmeister
kuntsame – kuosërtærinnesun
kuo|smër – kuppe
1kuppel – kurdewân
kurdewænære – kurpen
kürre – kurtois
kurtoisîe – kurzwîle
kurzwîlen – kuster
kusterîe – kutzelvleisch
kützen – kûze

   kroum - krümbe    


kroum st. Subst. sunder croum formelhaft im Reim, Bedeutung?: er hib vaste sunder croum / bi dem Jordan einen boum HistAE 3289; daz er sich sach sunder croum / ho ufgewachsen sam ein boum ebd. 4321

MWB 3,2 639,63; Bearbeiter: Plate

kröuwel stM. 1 ‘Kralle’ von Tieren
2 ‘Gabel mit hakenförmigen Spitzen’
2.1 Küche
2.2 als Marterinstrument
2.3 als Kriegswaffe
2.4 als Symbol
   1 ‘Kralle’ von Tieren: got hâth uns geschafen anderen tieren ungelîch. wir heten an deme lîbe zuêne uuͦze, zwô hende rehte âne clâ âne crvͦwel slete unde schône TrudHL 2,29; des gîres chreulen Barth 156,6; [des Salamanders] kräwel an den klâwen sint hakot und gar behend BdN 277,7; drei zêhen mit drein kræweln ebd. 233,26; dem habich gleich an den kræuln ebd. 204,15 u.ö.    2 ‘Gabel mit hakenförmigen Spitzen’    2.1 Küche: die knaben / die man zer küchen ouch bedarf / die truogen kröul die wâren scharf Wig 8864    2.2 als Marterinstrument: siniu wizze [Folterpraktiken] werden manichvalt. / er heizet si stechen, mit chrouwelen zebrechen AvaA 1,4; sumelich wurden [...] mit ysninen crulin gecracet, das man in si sach Konr 20,39. 19,57; mit crowelen vil wassen / hût und flaisc abe crazzen Kchr 10926; und so man si sere martret und ir daz flaisch ab zoh mit kroͤlen, des froͤwet si sich PrGeorg 50,23; Vät 26026; Märt 1185 u.ö.; krumme isen man hervur truc / und darzu scharfe krowele Pass III 164,88 u.ö.; Vät 26038; MargAntioch II 358; PrStPaul 52,29    2.3 als Kriegswaffe: in sinen handen hater ainen crauwel mit keten beslagen Alischanz 569 u..ö;    2.4 als Symbol: der welt figur ain kroͤwel trait, / das betút die gÿtikait, / da mit sÿ an sich ziechen kan / in diser zÿt wÿb und man KvHelmsd 4617

MWB 3,2 640,4; Bearbeiter: Plate

krouwen swV. nhd. krauen. 1 ‘kratzen’
2 der Harfe (die Saiten) ‘zupfen’
3 mediz. ‘(die Haut) abreiben (mit etw.)’
   1 ‘kratzen’ so hevet sich daz gevugele [...] si bizzent unde chrouwent, ein ander si houwent AvaJG 7,5; si [...] sprach ze dem habech hinwidere:[...] ich chratze vnt chrowe / also vaste alsam ir FabelCorp 22,64; von bœsem gewurme [Insekten] / uil vnsenfte sturme / die in [den Menschen] dicke crawent / sinen lip vnrawent Martina 123,17; daz ich wolle crowen / min houbet von disen drowen / oder von leiden Herb 3793; der kratzet, der krouwet, der schabt, der schindet Renner 3736; vndi sal den dorn ave howin, / dat he niman inmuge crowin WildM 3,214. – bei Juckreiz: daz ez der tâhen [Dohle] ir haupt kräuselnt macht, und dâ von glust si, daz man si kräw auf dem haupt BdN 207,1; refl.: sô krouwet er sich als ein hunt den flœhe bîzent sêre Kolm (B) 18,50 (¹Frau/2/517a). – als Marter (vgl. → kröuwel stM. ): sô möhte in kein marter niht geschaden, allez daz krouwen und brennen, sieden, brâten, daz die tiufel immer mêre getuon künnen PrBerth 2:9,26    2 der Harfe (die Saiten) ‘zupfen’ die harfe hat vil süzen sanc, swer kreuwet ir nach prise Wartb (H) 397:16,7    3 mediz. ‘(die Haut) abreiben (mit etw.)’ senftiz crowen in dem bade tut di sveizloch uf. vnde machit di hut weich SalArz 26,18; scharfiz crowen ane maze. machit herte hut ebd. 26,21; setze im di vuze in warm wazzer. vnde crowe si im mit salce ebd. 33,45; refl.: swer sich crowet mit uiol ole. ader mit rosen ole. deme [...] wirt der lip weich ebd. 26,23

MWB 3,2 640,32; Bearbeiter: Plate

krûchære stM. krüegære

MWB 3,2 640,62;

krûche swF. ‘Kanne, Krug’ eine grôze kruchen, dâ fünf mâze în giengen PrNvStr 305,3

MWB 3,2 640,63; Bearbeiter: Plate

kruchel stM. ‘Krüppel’ dû frides und triwen bruchel, / dû manheit lôser kruchel Ottok 63506

MWB 3,2 641,1; Bearbeiter: Plate

krûchen swV. ‘krauchen, kriechen’ dez paradises adem / mit suße sie [die Gepriesene] hat behucht, / die erst uz irem balg krucht Minneb 1974

MWB 3,2 641,3; Bearbeiter: Plate

cruchinus M. ein safranfarbiger Edelstein, lat. (lapis) crocinus (Suolahti 1, 267 s.v. truchmus mit Besserungsvorschlag): perlin fîn und agathes, / truchmus unde adamas Erlös 403

MWB 3,2 641,6; Bearbeiter: Plate

krücke stswF. 1 ‘Gehstock, Krücke’ (mit oder ohne Stütze für Unterarm oder Achsel)
2 ‘Pilgerstab’
3 ‘Krummstab des Bischofs oder Abts’ (nicht immer deutlich, vgl. Richter, Rol. zu v. 1252)
4 ‘Ofenkrücke’
5 das Kreuz Christi
   1 ‘Gehstock, Krücke’ (mit oder ohne Stütze für Unterarm oder Achsel): ein krücke was sîn stiure, / der dâ saz in dem gemiure Er 290; sante Seruacius im solche chraft gab, / daz er danne gie ane chruchen unt ane stab Serv 3224; eine iserine krucke [Gehstock mit eiserner Spitze, 233,35 gabele genannt] / hete er, als ein alder man / er leinte sich bewilen dran, / als noch sumelicher muz Pass III 233,4; die alten sie [sieh] mit krucken gan Guter 1:3,5; vbber ses wochen [nach einem Beinbruch] , is, daz her daz beyn to eme vnde van eme czehe, so mach her vf crucken wol gen OvBaierl 164,9. (sich) an / über / ûf eine / sîne ~ lenen / leinen / bücken ‘sich auf eine / seine Krücke stützen’ an Pass III 233,4 (vgl. oben); [der greise Joseph] leint sih uber sin chruken Wernh D 1903; mit einem barte breite, / wol geflohten unde grâ, / stuont derbî ein rîter dâ / über eine krücken gleinet Parz 513,27; vil sanfte gie der grîse. / über sîne krucken lîse / leint er sich bî der stunde KvWTroj 4552 (vgl. unten unter 3.); dô lenete der meister hêre / vor ime ûf sîner krucken Tund 117; do er sich solde bucken / uf die krucke, als er pflac Pass III 233,11. – als Waffe gebraucht: ‘meister, da han ich sie erslagen.’ / ‘tatet ir daz mit der krucken?’ Rennew 36085. 36001; neina, ritter lobesam, / und gibest du mir einen slag, / ich vergilte es dir mit dirre krucken SalMor 194,4; di auff den steltzen huncken, / di slugen grosse lucken / mit schemeln und mit krucken HvNstAp 18410. – in Vergleichen; vom Kreuz Christi / vom Kreuzesholz (vgl. unten unter 5.): und machtont [die Juden] ain crúcz der selben frist, / als sam ain kruke geschaffen ist WernhMl 9608; in die erden stieze du [Adam] daz ris, / da wuss ez uf in crucke wis / der menscheit zu glucke HeslNic 2996. 1771; vom Buchstaben Tau: ein zeichen tav ist genant / gestalt obe als ein krucke Pass III 537,71. – bildl., eine Stellung im Schwertkampf, bei der die Arme mit beieinanderliegenden Händen nach vorne gestreckt sind und die Schwertspitze senkrecht nach unten gerichtet ist: nuncupatur illa obsessio krucke Fechtb 7    2 ‘Pilgerstab’ ich hæte gerne daz vernomen, / von wanne ir wallet in daz lant. / ir traget krücken an der hant / und palme über herte [Schulter] Bit 224    3 ‘Krummstab des Bischofs oder Abts’ (nicht immer deutlich, vgl. Richter, Rol. zu v. 1252): die fuͦrsten baten alle / den biscoph sante Iohannen / daz er ze houe were / ir uor redenaere. / [...] er linte uͦber sine kruchen / mit sinen grawen locken, / er sprach: [...] Rol 1252; ûf stuont der vürsten einer dô, [...] des lîbes edelîch und alt, / beidiu grîse unde wîse; / der bischof von Thamîse / über sîne crucken leinder sich: / ’künec hêrre’ sprach er [...] Tr 15349; Ottok 36039. 41915    4 ‘Ofenkrücke’ ich begunde zucken / den schürstap, sî die krucken BFrau 358. 370. 403    5 das Kreuz Christi: daz ist die selbe crucke, / da got die marter ane leit / durch alle die menscheit HeslNic 2998. – oberer Teil eines Pilgerstabs in Kreuzesform: der stab hat ein kruken, die ist einer spangen lang und ist von helfenbeine Mechth 4: 27,22

MWB 3,2 641,10; Bearbeiter: Plate

krücken swv

MWB 3,2 642,9; Bearbeiter: Plate

kruckestap stM. ‘Krückstock’ ze Narne in der stat was ein / kint, het ein krumbez bein, / daz ez sich niht moht enthaben / wan ûf zwein krückestaben LvRegFr 4428

MWB 3,2 642,10; Bearbeiter: Plate

krude stF. ‘Gewalttat, Grausamkeit’ dô dî dît [...] den [Bruder Gerhart Rudde] mit vreisir crudde / machtin sus des lebbins wan NvJer 25147. – ‘rechtliche Beeinträchtigung’ (vgl. → krot MN.): daz vnser vorgenante capelle vnd auch der kappellan zu Reygerberg aller kruͤde vnd bekummernisse gefryet vnd entladen sient UrkWürzb 40,193 (a. 1338)

MWB 3,2 642,14; Bearbeiter: Plate

krûde stN. gekürztes gekrûde, md. für → gekriute , Koll. zu → krût ‘Kraut’. ‘Kräuter’ als daz edele crude gut, / daz sich uz suzer erden tut / und brenget blumen mit der vrucht Hiob 1985; waz menschen wolde nu enbern, / des herze sulde nit begern / deme corper wonen bi, / des geruch als edel si, / alse alles krude ruche da, / balsamen unde aromata Elis 9427

MWB 3,2 642,21; Bearbeiter: Plate

kruden swV. → kroten

MWB 3,2 642,29;

krûdener stM. kriutener

MWB 3,2 642,30;

krüegære stM. rip. krûchære, wohl Abl. von rip. krûch (zu diesem vgl. RheinWb 4,1586 s.v. krug). ‘Kannenhändler’ (?), als Ortsangabe: inter cruheren UrkKölnSchr 1,303 (a. 1175-1205). inter cruchren ebd. 1,301 (a. 1185-1215); vgl. Glossar 2,2:311

MWB 3,2 642,31; Bearbeiter: Plate

krüegelîn stN. Dimin. zu → kruoc , auch krüeglî, krüchelîn. ‘kleiner Krug’ ein crugelin er [das Jesuskind] mit im nam Pass I/II (HSW) 4500; lâ dîn weinen sîn / umbe daz boese krüegelîn Philipp 4439. 4456; und braͮchent [zerbrachen] allú [Kinder] ir kruͤgli gar WernhMl 4818; [das Jesuskind] brahte in der hand ein kruͤgli mit frischem wasser Seuse 49,6; PassSpM 582

MWB 3,2 642,37; Bearbeiter: Plate

krûfen stV. kriechen

MWB 3,2 642,45;

kruft stF. gruft

MWB 3,2 642,46;

krülle swF. ‘Locke’ ires hores krullen Minneb 3444; umb münches blate [Tonsur] ein krülle, ein krône umb nunnen houbet KLD: Kzl 3: 1,6; die [...] zvͦ crvllen machent slechtiz har PrHess 4,210

MWB 3,2 642,47; Bearbeiter: Plate

krüllel stN. ‘Löckchen’ ich wold mîn crullil streichin NvJer 18920(S. 521)

MWB 3,2 642,51; Bearbeiter: Plate

krüllen swV. 1 ‘an den Haaren ziehen’
2 gekrüllet Part.-Adj. ‘gekräuselt’
   1 ‘an den Haaren ziehen’ siu sprach: [...]der ungeslahte bœsewiht / der hat sich wins ervüllet. / darumb er mich hie krüllet Kerbelkraut 78    2 gekrüllet Part.-Adj. ‘gekräuselt’ gekrullit reidiz har Baldem 110; gekruͤllet manig tolde / uff disem schilde fledert Minneb 2452

MWB 3,2 642,53; Bearbeiter: Plate

krüllîsen stN. ‘Brenneisen’ zum Kräuseln der Haare: calamistrum: chrullisen VocOpt 18.011

MWB 3,2 642,59; Bearbeiter: Plate

krumbe Adv. ‘schlecht’ der hohen kuͤnge vier entwert / wurden do des lebens, / krumme und niht ebens / was ez den ergangen WhvÖst 15004 (vgl. → ëben, ëbene Adj. Adv. unter 3)

MWB 3,2 642,61; Bearbeiter: Plate

krümbe stF. ‘Krümmung, Krummheit, Kurve, Kreis’, Ggs. rihte, slihte (vgl. → krump Adj., Ggs. reht, sleht) 1 vom Weg, Bahn, Lauf, Bewegung allg.
1.1 frei
1.2 eine ~ nemen
1.3 die ~ adv. ‘im Kreis herum’
1.4 sunder, âne ~ ‘geradeaus, ganz gerade’
2 in verschiedener Weise übertr. zu 1 , ‘Ausweichen, Um-, Abweg, Verirrung’
3 ‘Krümmung’ von Gegenständlichem
4 ‘Verkrüppelung’
5 ‘Kreis um etw. herum, Umkreis, Umgebung, Bezirk’
6 ‘Unrecht, Unordnung’
7 ästhetisch ‘nicht wohlgeformt’
   1 vom Weg, Bahn, Lauf, Bewegung allg.:    1.1 frei: guoter wec enmacht niht krümbe Philipp 3140; an [auf] guoten wegen ümbe [herum] / enschadet kein krümbe Freid 131,10; die wazzer indem lande, / ir richte, ir krumme Herb 14197; er jagete Tristanden / under den boumen umbe / maneg angestlîche crumbe Tr 16062; die kamphgesellen beide / einander ûf der heide / sich triben ümbe und ümbe. / si suochten wilde crümbe / und wunderlîche creize KvWSchwanr 1154; daz ors daz warf er umbe, / er machte ûz einer crumbe [Drehung] / eine rihtige slihte. / er lie her gân enrihte / [...] mit gesenketem sper Tr 6834. 17431; er fur zu den clostern umme. / er schuhete keine krumme [kein Weg war ihm zuviel] Elis 4216. – Kreisbewegung, Kreislauf: die cellen alum und umbe / mahte er in einer crumbe / mit sinem vinger einen creiz [Kreislinie] Vät 9308; wie die [Gestirne] ir loufen kunnen / in ir cirkels crumme Pass I/II (HSW) 51; ein cirkel, der wite umme / gienc der sunnen crumme ebd. 1942; enmitten gienc darümbe / ein schîbe diu mit crümbe [wendelförmig] / die liehten stangen dâ beslôz KvWTurn 460    1.2 eine ~ nemen: des engels gebot sie taten / vnt namen in eine chrumbe [Ausweichroute anstelle des direkten Wegs] / ioh ein ander uart umbe Wernh D 4683; der [Zobelpelzbesatz des Mantels] nam ouch sîne crumbe / reht an der wîze [des Hermelinfutters] al umbe, / dâ der zobel die vuoge [Naht] nimet Tr 10931    1.3 die ~ adv. ‘im Kreis herum’ der sunne loufet den pogen, / diu maninne die senewen. / [...] der sunne gat die chrumbe, / diu maninne chumet umbe / in einleven tagen e, / e der terminus geste / ze dere selben jares vriste ArnoltSieb 27,5; do loufet di sunne die crumbe vnde der mane die rehte Lucid 52,13; sî hîbin ouch dî crumme / dî burc allum und umme / [...] und vormachtin iz sô gar, / daz nicht inbleib den ôt ein pfat, / daran man zu der burc getrat NvJer 3713. die rihte/  rehte/  slihte und die ~ ‘in alle(n) Richtungen, überall (hin)’ do sluc er alvmbe / die rechte vnde die crunbe Herb 12732 (vgl. durch richte vnde durch krumbe / reit er vnde rante ebd. 1560); daz wazzer ûz den butechen fiel / in rinnen guot von silber grôz, / daz ez in der burc alumbe flôz / die rihte und ouch die krumbe ErnstD 2463; uf sten ich und loufe al umme / di stat di richte die krumme Brun 718. 143; daz triben sie in dem lande / mit roube und mit brande / nûn tage : alumme / die richte und die krumme / wart dâ vil wol gehert / wênic wart ez in gewert LivlChr 4281; wan úser wider sach / gat suͦchent um und umb, / die slihti und die krumb, / [...] wen er hie verslinde SHort 5032; de rechte ind de krumme / vluen sy do de Affrigere KarlGalie 5436    1.4 sunder, âne ~ ‘geradeaus, ganz gerade’ get vur uch sunder crumme, / mit nichte set uch umme HistAE 527; daz er [der gute Weg] eben si ane krúmbi PrGeorg 187,8; implôst vûrte er sîn swert / swenkende alumme. / er jaite sundir krumme / mit geschrei [...], / dâ Swantopolk sîn herre was NvJer 7902    2 in verschiedener Weise übertr. zu 1, ‘Ausweichen, Um-, Abweg, Verirrung’ diu frouwe suochte manige krümme, / wie si die missetât ümbzüge / daz si den priester doch niht trüge Renner 4628; du wilt in einer crumme, / des ich dich gevraget han, / mich wisen an den valschen man Pass I/II (HSW) 19478; von der slihte in die krumbe / mac sich wol unser sin gerihten [gerät auf Abwege] , / welle wir nâch wâne tihten [Vermutungen anstellen] , / wârumbe er [Gott] daz tuo und daz lâze LvRegSyon 3031; den [Märtyrern] gab er trost und rat, / daz si bestunden an gote / und nicht zu des tuvels spote / in einer valschen krumme / sich kerten wider umme, / des man sie twingen wolde Pass III 101,13; manige swere krumme / wirt zu der ere getreten ebd. 243,40; alse manige sunde, alse manige crumbe [Verirrung] . so wanne du willen haves zuͦ einicher sundin si ze dune, so is din wille crumb Lilie 3,12; sîn muot ân alle krümbe gein im was sleht Loheng 6465    3 ‘Krümmung’ von Gegenständlichem: ez [Gewand] hete velte gnuoge, / die bî den füezen ümbe / dâ suochten wilde krümbe / und mangen wunderlichen schranc KvWTroj 20262; ouch was mit hovelîchen siten / sîn hâr geslihtet und gesniten, / daz hâte schône sich geleit / wîz, val, mit krumbe reit [wellig gelockt] / wider ûf daz houbet sîn RvEGer 4486; ûz sînes zagels krümbe / maht er [ein Drache] schier eine slihte / und sluoc in dar enrihte KvWTroj 9906; bi im die erde al umme / viel [bei einem Grubensturz] in eine krumme [einen Hohlraum um ihn bildete] / Pass III 588,38; swenn alle krümbe werdent sleht [Adynaton] , / sô vindet man ze Rôme reht Freid 152,2. – die Krümmung des Bogenstabs, metaphorisch von einer Erzähltechnik: diu senewe gelîchet mæren sleht: / diu dunkent ouch die liute reht. / swer iu saget von der krümbe, / der wil iuch leiten ümbe Parz 241,15 (vgl. Nellmann z.St. und ArnoltSieb 27,5 oben unter 1.3)    4 ‘Verkrüppelung’ sus wart im der krümbe buoz, / diu in sehs jâr ê betwanc / mit grôzes jâmers sêre LvRegFr 4534    5 ‘Kreis um etw. herum, Umkreis, Umgebung, Bezirk’ da was in einer crumme / den garten um und umme / edeler boume vil gesat Pass I/II (HSW) 3221; dâ stuonden die brüeder umbe [um das Grab des Franziskus] / in einer ordenlîcher krumbe / und lobten got mit ir gebet LvRegFr 4996; barhoubit und barvûze / er des kirchhovis crumme / gînc vor den crûzin umme NvJer 9321; der keiser alzuhant do bat, / daz man alum und umme / in maniger witen krumme / suchte den, der was genant Pass III 303,56; er solde [...] an des gemerkes krumbe / alles varen umbe Ottok 84417; daz lant in der crumme [um Jerusalem] , / swaz Judea was benant, / daz gehorchte siner hant Pass I/II (HSW) 7806. 2496    6 ‘Unrecht, Unordnung’ ze Baldac nement se ir bâbestreht / (daz dunket se âne krümbe sleht) Parz 13,30; dâ wirt diu krümbe selten sleht. / man sprach dâ wênic rîters reht: / swer iht gewan, der habt im daz ebd. 78,9; ez teilet allez dâ daz reht, / dâ wirt reht ân krümbe sleht RvEBarl 3714. 10642; RvEWchr 30528; ich wirbe daz dinc untz an daz zil / an allen valsh nach triwen reht. / ich mache dise kruͤmme sleht Rennew 3246; er macht all krümbe sleht. / des stuonden alliu rîche / mit frid bî im gelîche EnikWchr 25126. 24934; der Düringe herre den stuol zuo Kölne brach / unde mahte krumbe sleht Wartb Fl 13,8; geyn unrecht noch krümbe KarlGalie 1195    7 ästhetisch ‘nicht wohlgeformt’ wie kunde er [Gottfried von Straßburg] sô wol tihten, / getihte krümbe slihten RvEAlex 3164; indisen selben ziten sa / irdahte Jubal [...] musẏcam [...], / mit der kunst man alle vrist / die chrumbe an sange slihtet RvEWchr 525

MWB 3,2 643,1; Bearbeiter: Plate