kuchengarzûn
stM.
‘Küchenjunge, -knecht’
alsam ein kuchengarzûn [
quasi garcio in coquina
exsistens
]
LvRegFr
925
MWB 3,2 662,1; Bearbeiter: Bohnert
kuchengerihte
stN.
‘Zukost (die zum Hauptgericht hinzugegeben wird)’
swaz von koste möht gesîn, / ez wære brôt oder wîn, /
wiltpræt, fleisch oder visch, / kuchengerihte [Hss.
kúchen gerát, chuchel gerecht
] oder
tisch Ottok
69389
(s. Glossar z.St.)
MWB 3,2 662,4; Bearbeiter: Bohnert
küchenknabe
swM.
‘Küchenjunge, -knecht’
e ich gescheh ze vüern / iv vnder iwer chvchen knaben [bevor es
dazu kommt, dass ihr mich ... führt (zur Konstr. vgl.
2
5Mhd. Gr. § S 34 Anm. 1 und
OrtnAW
335,4 mit Anm.)]
Krone
9868
MWB 3,2 662,9; Bearbeiter: Bohnert
kuchenknëht
stM.
‘Küchenjunge, -knecht’
ir köche und ir kuchen knehte Renner
639;
diu bœsten hemde / diu ie küchenkneht getruoc
Iw
4923;
bœser ~
Herb
1580;
Ottok
66878;
HvNstAp
8640;
(bildl.:)
des [Leibes] küchen kneht ist mîn her Slunt
Renner
9645;
Cruselere deme kuchenknechte eine marc UrkCorp (WMU)
566,12;
hey waz er kuchenknehte von dem fiwer schiet!
NibB
959,2;
Rennew
3553;
Wildon
3,349;
Pass III
143,96
(vgl. LA (H) 1:430,13 qui coquinam faciebat);
HvNstAp
11433;
Glossenbeleg des 12. Jh.s s. AWB 5,455
MWB 3,2 662,14; Bearbeiter: Bohnert
kuchenlêhen, kuchilêhen
stM.
‘Lehnsgut, dessen Ertrag an die herrschaftliche Küche geliefert
wird’
(vgl.
Chuͦnrades lehen von Puͤhel [...]
gehoͤrt in deu chuchen UrbSonnenb
114
):
Vlricus cocus habet i chuchnlehen UrbNAlteich
351;
von dem chûchenlehen [...] cedunt nobis duo manipuli
TradSchäftl
461
(vor 1250);
proprietatem sive iurisdictionem curie site in Schaͤmmern nuncupate
kuchilehin UrkWürtt
8,*373
(a. 1283)
MWB 3,2 662,26; Bearbeiter: Bohnert
kuchen-, küchenmeister,
kuchelmeister,
kuchimeister
stM.
kuchel-
PrBerth
2:244,17.
2:245,21;
UrkCorp (WMU)
2297,28
u.ö.;
kuchi-
ebd.
197,32
u.ö.;
Kuchim
29,16;
küchi-
ebd.
96,149;
‘Küchenmeister, Oberkoch’
1 allg. 2 als fürstlicher Bediensteter, Inhaber eines Hofamtes 3 als Bestandteil von Personennamen
1
allg.:
archimagirus: princeps cocorum, chuͤchenmeister
SummHeinr
1:286,245;
swer chuchenmaister [
magister coquine
]
ist UrkGeisf
434
(13. Jh.);
der küchenmeister lac dâ tôt; / die anderen koche dolten nôt
Wh
202,1.
286,1
(entspr.
koch ebd.
286,8
);
(Pl.:)
die kuchenmeister wurben / daz man sæze ezzen Mantel
401;
her Cvͦnrat, der herren [= der minnern brvder
ordens
] kvchenmeister UrkCorp (WMU)
2293,42;
er were ein meister coch [...], si machten in kuchen
meister und bewulen ime genug dez closterez dingez HlReg
49,8;
Parz
637,2.
– bildl. von Gott:
ich wil ein wênic sagen von dem kuchenmeister oben ûf in dem himele, wie der
spîse machen kan PrBerth
2:244,3
2
als fürstlicher Bediensteter, Inhaber eines Hofamtes:
die amptlevt: hofmaister, chamermaister, marschalch, chelner, spiser,
chvchenmeister UrkWittelsb
2,56.57
=
UrkLandsh
92
(a. 1294 kopial);
Rûmolt der kuchenmeister, ein ûz erwelter degen
NibB
10,1.
1288,2.
1465,1;
NibC
1550,1;
des herzogen kuchenmeister gie / zuo der kuchen
EnikFb
1429;
daz wir [Erzbischof von Salzburg]
[...] Chvͦnen von Teisinge, vnserm chuchelmaister,
ein huͦbe [...] verlihen haben UrkCorp
(WMU)
2297,28.
2430,26;
UrkKlostern
1,89
(a. 1303);
UrkWSchott
236
(a. 1342);
Bit
10633.
10569;
Anteloye
398;
HvNstAp
18052.
– scherzhaft auf 1 bezogen:
Rûmolt der kuchenmeister, wie wol er rihte sît / die
sînen undertânen, vil manigen kezzel wît, / häven unde pfannen
NibB
777,1;
in grôzer wer wart funden / der Gunthêres ambetman [d.i.
Rûmolt
] , / vil lützel prîs im an gewan / Heime
der wîgant: / von des kuchenmeisters hant / wart er wol berâten. / er gap dâ für
die brâten / die verchtiefen wunden Bit
10562.
10609
3
als Bestandteil von Personennamen:
uvir Vͦlrich dir chvchimeister von Basel, ein rither UrkCorp
(WMU)
197,32;
her Lvpolt, der alte chvchenmeister von Nortenberch ebd.
258,15;
her Heinrich der chvchimeister, ein tvͦmhere von Basil ebd.
880,39;
Hainr̄ der chuchelmaister, burger ze Gurk ebd.
2935,13;
Cristâns des kuchimaisters Kuchim
29,16;
Cuͦnrat küchimaister ebd.
96,149
MWB 3,2 662,35; Bearbeiter: Bohnert
kuchenmeisterin, kuchi-,
küchimeisterin
stF.
‘Küchenmeisterin, Oberköchin’
daz ich [die personif. Hoffnung] in gotez kuchen
pin / oberste kuchenmaisterin Syon
238;
im Nonnenkloster:
welle frowe von dem convent underkelnerin und chuͥhimaistrin ist
UrkHeiligkreuztal
136,7
(a. 1323).
– als Bestandteil von Personennamen?
(vgl. Ring, Substantivderivation S. 286):
vro Anginesa, der chvchimeistiron swestir UrkCorp (WMU)
880,27;
zwischent hern Huge Stvͥbenwege vnd der kuchinmeisterin hus ebd.
N511,25
MWB 3,2 663,18; Bearbeiter: Bohnert
kuchenschrîber, kucheschrîber
stM.
frnhd. küchenschreiber (FWB 8,1750, bereits
MGHConst
10:527,4
[a. 1352]).
‘für die Verwaltung der Küche zuständiger
Hofbediensteter’
(entspr. lat. notarius/ scriba/ scriptor
coquine):
Vlrich, der weilen chvchen schreiber was des hertzogen Albrehtes von Oesterich
UrkCorp (WMU)
N414,20;
cucheschriber RechBTirol
1,105
u.ö.;
DRW
8,35
(Szaivert, TirolKanzleibuch; a. 1310)
MWB 3,2 663,29; Bearbeiter: Bohnert
kuchen-, küchen-,
kuchi|spîse
stF.
1
‘in der Küche zubereitete Speise’
2
‘Vorrat für die Küche’
1
‘in der Küche zubereitete Speise’
ein knappe [...] rief
[...] : / ‘holâ, holâ küchenspîse!’/ sô
rief aber einer: ‘holâ tranc!’ HvFreibTr
590;
[Nießbrauchvorbehalt eines Seelgerätstifters:] swan ich
ze Tirnstein pin, daz ich hab chuchenspeise von dem selben guet, di weil ich lebe
UrkCorp (WMU)
N428,10;
so sal man ume unn sinen luten gebe bier unn brot unn kuchchenspise
UrkErf
1,400
(a. 1311)
=
ebd.
2,30.72
und
UrkMühlh
339
(a. 1326-1330);
[am Jahrtag des Seelgerätstifters soll man] den herren in
dem refent die grozz herrenphruͤndt weyns geben vnd von chuechenspeys dester
vleizzer phlegen mit visch oder mit vleisch UrkWSchott
264
(a. 1350);
der gemeinen knehte kuchen spîse StatDtOrd
81,16.
– übertr. auf körperliche Plagen, die jmdm. bereitet
werden:
mit urluge hie besezzin / wir trinken alder ezzin [vgl. Gn
3,19]
[...]. / dise herten kuchi spise / machet uns der
[zur Sünde geneigten menschlichen] nature koch
Martina
130,56;
[der Teufel] git kuchi spise / mit steckin nit mit
rise ebd.
122,61
2
‘Vorrat für die Küche’
der nunnen ein genæmez rint / gap si ze kuchenspîse Helmbr
119;
so hete ouch der koning wise / des tages zu kuchenspise /
zehen ochsen veize / gemestet wol mit weize Brun
A 3,10;
ein halb malter weizzes ze kuchenspize UrkWürzb
40,310
(a. 1340);
Köditz
43,2
MWB 3,2 663,38; Bearbeiter: Bohnert
kuchen-, kuchel-,
kuchi|stiure
stF.
chuchel-
UrkSalzb
3,603
(a. 1244);
UrkCorp (WMU)
2419,13;
cuchi-
UrbSonnenb
31.
–
‘Abgabe für die Küche’
(entspr. lat. stiura coquine/ coquinalis/
coquinaria):
so der winter ane gie, / chain jar sy das verlie, / man must
ir chuchen stewer geben [...], / der den ochsen, der dew
chue HvBurg
5709;
langizstiure [Abgabe im Frühling
(lenze)] und chuchinstiure UrbSonnenb
4;
vmb die chuchenstiwer des guͦtes der Augstburger chirchen geit Seifrid
von sand Peter: 2 pfunt UrbTirol
121;
25 schill. ze chuchenstiur UrbSonnenb
77;
wie vil fell man iedem pfründer allen iar geit ze der cuchinstür ebd.
120.
4-8.
24-53
u.ö.;
UrbBayS
4,123
MWB 3,2 664,1; Bearbeiter: Bohnert
küchen-,
kuchi|swëster
F.
‘Laienschwester, die in der Küche arbeitet’
ein stillú senftmuͤtikeit, nút allein
gen den prelaten, oͮch gegen den minnesten kuchischwestran
Seuse
422,1
MWB 3,2 664,15; Bearbeiter: Bohnert
kuchentopf
stM.
‘Küchentopf’
die [Seele] hant sie mir gevnerit, / mit svnden
maculerit / wil swerzer dan ein kvchen dob PrHess
51,197
MWB 3,2 664,19; Bearbeiter: Bohnert
küchenvar
Adj.
‘nach der Küche aussehend, durch die Küchenarbeit fleckig, rußig, schmutzig
geworden’
Rennewart der küchenvar Wh
189,1;
daz küchenvar gewant ebd.
190,24;
mit küchenvarwem velle ebd.
201,24
MWB 3,2 664,22; Bearbeiter: Bohnert
küchenvarwe
stF.
Ansatz unsicher, auch ein Syntagma ist möglich.
‘Aussehen nach der Küche’, auf fleckige oder rußige Kleidung
bezogen:
ouch gap nâch küchen varwe schîn / sîn
[Rennewarts] swach gewant und ouch sîn har
Wh
188,16
MWB 3,2 664,27; Bearbeiter: Bohnert
kuchenviurære
stM.
‘jmd., der in der Küche das Feuer unterhält’
davon git man [...] zwein lantnærn zwen wek, vnd
dem chuchenvivrær [
fivrærio coquine
] einn
wek, vnd zwein haitzærn zwen wek UrkGeisf
422.
420
(13. Jh.)
MWB 3,2 664,32; Bearbeiter: Bohnert
kuchen-, kuchelvrischinc
stM.
‘in die herrschaftliche Küche abzuliefernder
vrischinc’
Marutayra geit [...] 1 faisten frischin und 1 chuchen
frischin UrbSonnenb
23.
34;
DRW
8,27;
ain kuchelfrisching ebd.
8,21
(beide Belege in: BeitrSteirG.; 1. H. 14.
Jh.)
MWB 3,2 664,37; Bearbeiter: Bohnert
kuder
Subst.
→
kulter
MWB 3,2 664,43;
kuderwan
stNM.
→
kurdewân
MWB 3,2 664,44;
küechelîn
stN.
Dimin. zu →
kuoche
.
1 eigentl., ein Backwerk aus Mehl (s.a. DWB 5,2494) 2 übertr., Pl., ‘Kindbettschmaus’
1
eigentl., ein Backwerk aus Mehl (s.a. DWB 5,2494):
prante chuchel aus semelmel UrkKlostern
1, Einl. 45 Anm. 8
(14. Jh.);
da von [einer Handvoll Mehl] wil /
ich machen ein kuchelin / mir und deme sune min / bi zwen
spenen [Brennholzstücken; III Rg 17,12]
Daniel
2521.
– in Glossen (Näheres zur Bed. s. AWB 5,525 s.v. kuohhil,
kuohhilîn); für lat. frixile:
kuochelin, cuchiliu SummHeinr
1:336,312.
2:90,72;
für lat. pastillus, -um:
chvͦchelin vel phanzelt ebd.
2:425,01.34;
cuͤchli, kuͤchli VocOpt
13.207.
13.208
2
übertr., Pl., ‘Kindbettschmaus’
darzuͦ ist verbotten, das kain froͧw ze den kuͤchlin noch
zuͦ den kintbetten nit gan sol StRStGall
83,6.9
MWB 3,2 664,45; Bearbeiter: Bohnert
küechelmël
stN.
Mehl für
küechelîn
:
du hast gepraten und gesotten / visch, vlaisch, wild und zam,
/ [...] und us kuͤchel mel / krapfen und bastel, /
gefúrriert mit edelen dingen SHort
4095;
wa buͦch ich dir ie min kuͤchel mel? ebd.
4108
MWB 3,2 664,59; Bearbeiter: Bohnert
küefelære
stM.
‘Küfer, Fassbinder’
(Matzel, Wortschatz S. 181):
Heinr. der muͤltzzer chneht von dem heiligen chrauts schol t.
[d.i. totslach
] umb Perhttolden den
chuͤffler UrkRegensb
734
(a. 1325–1350)
(oder zu →
köufelære
?)
MWB 3,2 665,1; Bearbeiter: Bohnert
küefer
stM.
zu →
kuofe
.
‘Fassbinder, Küfer, Böttcher’ (s.a. Nölle-Hornkamp, Handwerkerbez. S.
523f.):
[der Burggraf] sol setzen meister uber alle die anbaht in
der stat, uber di sateler [...], die kufere
[
eorum qui faciunt vasa vinaria
] , die
bechherere, [...]
StRStrassb
59,44;
die koufere [
cuparii
]
ebd.
77,113;
kuͤffer UrkStraßb
1:395,8
(a. 1263, kopial 1304).
– als Personenname bzw. Bestandteil von Personennamen:
jtem ein halb zweiteil v́ber das tâl bi deme Kuͤffere
UrkCorp (WMU)
N410,35;
jch Heinrich der Kvͦffer von Morswilre ebd.
N524,33;
Seyfrit dez chuͤffers sun UrkRegensb
733
(a. 1325– 1350);
Vlrich Chvͦfer SchenkRegensb
215
(undat., „Circa annum 1168” nach Th. Ried, Codex
chronologico-diplomaticus, Bd. 1, Regensburg 1816, S. 270, kopial 13. Jh.
nach Einl. S. 152);
TradRegensb
533
(a. 1219?);
UrkStraßb
3:173,10
(a. 1305);
s.a. Matzel, Wortschatz S. 179 mit weiteren Belegen aus
UrkRegensb
731–763
MWB 3,2 665,6; Bearbeiter: Bohnert
küeferknëht
stM.
‘Geselle eines Fassbinders’
Örtel fronpot schol ein w. [d.i. wunden
]
fuͤr Ch. den chuͤfferchneht UrkRegensb
732
(a. 1325–1350).
738
(a. 1325–1350);
UrkFreiburg (Sch)
2,144
(Mitte 14. Jh.)
MWB 3,2 665,25; Bearbeiter: Bohnert
küefermeister
stM.
‘Fassbindermeister’
und der koufer meister [
magister autem
cupariorum
] der git daz holtz [für den
becherere
]
StRStrassb
77,112;
und di chuffar meister schulen ie der meister zwei schaͤffel
[...] vertigen UrkRegensb
727
(um 1320)
MWB 3,2 665,30; Bearbeiter: Bohnert
küelde, küeldene
stF.
vgl. mnd. kölde, auch küldene (MNDWB 2,612).
‘Kühle’
do nazzete ouch daz gras, / die wile daz die kvlde was
Herb
7890;
der mittir tac zugienc / und die kuolde ane gevienc
Athis
C* 4;
were aber dy erde alleyne [wäre sie das einzige
Element] , so eyn mochte vor groze dorde vnde kulden nycht
gewaszen, so man wol suͤt in deme wyntere, alz et kalt yst, vnde yn deme
somere, alz ez heyz yst ader czu dorre OvBaierl
2,7;
wan et [
daz mensche
] eyn
wennig to kalt [i.S. der Humoralpathologie] yst, so mag
man eme eyn wenig warmez geben, dat en hilpet, vnde dy kuldene vortrybet ebd.
3,15
MWB 3,2 665,36; Bearbeiter: Bohnert |