Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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k – cadmia
kaf – kalc
calcaire – 2kalle
3kalle – kaltlîchen
kaltnisse – kamerærse
kamerbëlle – kamerselde
kamersidel – kampfer
kampfgenôʒ – kampfwât
kampfwërc – kanonîen
kanonike – kanzelschrîbære
kanzwagen – Cappadociære
kappân – kappûnen
capût (?) – kardenâldiaconus
karele – karra(t)sche
karre – karthiusære
kartur – kæselîn
kæse|lüppe – kasten
kastenære – kathecuminus
kathezizieren – kauerære (?)
kauergerihte – kefse
1kegel – keisertuom
keitivic (?) – kelken
këllære – këlre
këlstëchære – 2kemelîn
kemelînvleisch – kendelîn
kenecte – keppechîn
keppeler – kerkerhaft
kerl – kerrîne
kerschlich – kerzîn
kerzlach – ketenwambîs
kettelinc – keʒʒelære
keʒʒelærinne – kîche
kîchen – kiesærinne
kiesen – kindebet
kindechîn – kindestac
kindestohter – kintbettegemach
kintbetten – Kiperære
Kiper(e) – kirchenbrëchære
kirchenerbe – kirchhërre
kirchhof – kirchtac
kirchtor – kirnen
kirnîn – kitzelen
kitzelîn – kiuwe
kiuwen – klâfterlanc
klâftermâʒe – klagenôt
klagerede – klamben
klamen – klæret
klârheit – klëber
klëbereht – klegerse
klêgrüene – kleinlîche
kleinlîcheit – kleinvüegunge
kleinzëhende – klepfze
kleppisch – klinge
klingelære – klobeholz
klobelouch – klôsterknëht
klôsterlëben – klôsterweide
klôsterwërre – klûde
klüege – klupfen
kluppe – klutterât
klûwen – knëhtelîn
knëhten – kniel (?)
knieleip – knodebôʒe
knödel – knubelen
knugelîn – kobel
kobel – kochman
kochsudel – kôle
kôlegruobe – kolner
kölnisch – komelinc
komen – condewier
condewierde – konkavelite, konkavelit
conplêt – convëntkopf
convëntswester – koraze (?)
körbelîn, körbel, körblî – körnære
kornban – kornmesse
kornmetze – corporâl
corporâlgewæte – kostebæric
kostebærlich – kötze
kotzeht – koufgenôʒ
koufgiric – koufschalc
koufschanze – krachen
kradem – krâme
kræmel – kranc-
krancmüetic – 1krapfe
2krapfe – krëb(e)ʒ
krëbeʒen – krefticheit
krefticlich – kreiʒgengel
kreiʒlingen – kreter
kretscheme – kriechelîn
kriechen – krîgen
krîieren – krippen-
krîsch – kristâbent
kristalle – kristenin
kristenisch – kristiâne
kristier – kriutener
kriuzaltære – kriuzloht
kriuzphenninc – 1krœnen
2krœnen – krotenstein
krotenstutz – krülle
krüllel – krupfei
krüpfen – krûtmezzer
Krûtnowe? – kûchen
kuchenære – küechelmël
küefelære – kugelhuot
kügellîn – kumberlich
kumberlîn – kûmen
kumer – kunde
künde – künftigære
kunftlich – künigeslêhen
künigessilber – künstelîn
künstelôs – kuntmeister
kuntsame – kuosërtærinnesun
kuo|smër – kuppe
1kuppel – kurdewân
kurdewænære – kurpen
kürre – kurtois
kurtoisîe – kurzwîle
kurzwîlen – kuster
kusterîe – kutzelvleisch
kützen – kûze

   kugelchîn - kumberbære    


kugelchîn stN. ‘Kügelchen, Pille’ eyn kulchyn won semil mel unde von eyis wys gewollen Albrant 3,15. 3,28

MWB 3,2 670,29; Bearbeiter: Bohnert

kugele swF. kontrahiert kule Athis C* 87; Brun 10488. – vereinzelt stF. MinneR 52 (M) 36 (Hs. a. 1455). ‘Kugel’ ein antwerc [...], / dâmit man hin in warf / grôz kugeln, dâ was innen, / daz dâ solde brinnen Ottok 92847; svmelichvͥ [Akrobatin] vf den kvgelen gie TürlArabel *A 96,14; daz des mônen kugel dicke ist und vinster und mag der sunnen lieht niht genemen durch sich BdN 65,10. 64,27. – im (Glücks-)Spiel: daz dehein purger [...] niht mer sol verspilen danne sehzic haller [...] mit wurfeln, mit kugelen, mit pôzen, mit seiben, mit welzelen NüP 45; ist der kugeln niht vil gâch, / sô loufet er balde hinten nâch / und schrîet: ‘loufâ, kugel frouwe [...]!’ Renner 11411. 11438; KLD: Schulm 2:2,1; Reinfr 2910. – in Vergleichen: ein gôz [Metallguss] [...] / als ein kugele gedrân UvZLanz 8125; daz aber daz ertreich sinbel sei als ain kugel KvMSph 14,10; des wurden in die vüeze / als die kugeln sinewel [sie gerieten ins Taumeln] Freudenl 114; er sach [in einer Vision] vor im die ganze werlt als in einer kugel alzemâle versamenet Eckh 3:260,4; Athis C* 87; Brun 10488; Renner 19403; BdN 78,5

MWB 3,2 670,32; Bearbeiter: Bohnert

kugeleht, -oht Adj. kontrahiert kul- MarcoPolo 50,18, wo u wohl = mhd. û oder iu (vgl. frnhd. käulich(t), DWB 5,351, FWB 8,735). ‘kugelig, kugelrund’ diu erde [...] ist kugeleht MNat 1,3. 1,7; kuglot und haubot [haubenförmig; vgl. lat. tumor terre ] KvMSph 14,19; zedozzen [geschwollen] [...] und kuglot [vgl. lat. terra ... habeat tumorem ] ebd. 14,21; daz wasser [...] ist och cugeleht umbe daz ertriche MNat 1,22; di rotin perlin [...] sint wol groz und kulecht MarcoPolo 50,18

MWB 3,2 670,55; Bearbeiter: Bohnert

kugelen swV. kontrahiert kul-. ‘mit Kugeln (um Geld) spielen’ wer do spelt adder kulet StRHeiligenst 35; swer mit dem andern spilt oder chugelt StRMünch 352,16. – subst. Inf.: wrzavel, wirfelspiel, kugilen unt anders SiebenTodsünden III 335; man verpewt auch allez [...] kugeln StRMünch 415,17; von chugeln ebd. 352,15

MWB 3,2 671,1; Bearbeiter: Bohnert

kugelhuot stM. gugelhuot

MWB 3,2 671,8;

kügellîn stN. Dimin. zu kugel. ‘kleine Kugel, Kügelchen’ ir brüste sinewel, / alsam zwei kügellîn gedrât KvWTroj 20215; fünf pillulas, daz sint fünf kügellein, in der apoteken gemacht BdN 90,3; durch einen holen stap [Blasrohr] mit âtem trîben / sach ich vil kleiner kügellîn Litschauer 1:2,2; daz die xxiiii ratgeben [...] drei stiwermaister ouzz in nemen suͤlen ouf ir ait mit brivelinen in chvͤgelinen [in Kügelchen getan (oder zu Kugeln gerollt?), DWB 5,2537] StRAugsb 75,8; des nahtes besamnent si [Fliegen] sich auf ain cleu oder zuo aim kügäll BdN 299,33

MWB 3,2 671,9; Bearbeiter: Bohnert

kugelspil stN. ‘Kugelspiel’ zabeln unde kugelspil UvZLanz 2677; wir verpieten ales spil, do man mit pfenning verliesen macht, niur rehtez pretspil und sachzagel und auseralbe der stat chugelspil mit matzen und mit cholben und mit armbruͤsten zuͦ dem zil StRMünch 247,15. – bildl.: triffet er daz zil / mit der sinne kugelspil KvWLd 25,111; diu minne kan sus weltzen ir kugel spil so waehe JTit 1821,1

MWB 3,2 671,21; Bearbeiter: Bohnert

cuire stF. aus afrz. cuir M. (Tobler/  Lommatzsch 2,1132; Suolahti 1,136). ‘Haut (eines erlegten Tieres)’ (s. 2Okken, Tr. S. 182f.; in den Hss. ist das Wort teilw. mit → curîe verwechselt, s. Tr (M) , App.): ez heizet curîe umbe daz, / durch daz ez ûf der cuire [Laa. cuyre, cure, curie u.a.] lît, / swaz man den hunden danne gît; / als hât diu jegerîe / den selben namen curîe / von cuire vunden unde genomen Tr 3023. 3028. 3183 (La. daz herze: Verwechslung mit afrz. cuer)

MWB 3,2 671,30; Bearbeiter: Bohnert

kukuk stM., Interj. 1 stM., ‘Kuckuck’
2 Interj.
2.1 Ruf des Kuckucks
2.2 in fluchendem Ausruf verhüllend für den Teufel
   1 stM., ‘Kuckuck’ von dem cukuk [Überschr.] . cuculus haizt ain cukuk oder ain gauch BdN 178,9; cuccuc Gl 3:364,67; swer einen gucguc [La. gucgouch ] haben wil / an eines habches stat RvZw 154,1.4.6; SummHeinr 1:165,737. – personif.: ein kra zu einem edelen valken sprach: / ‘her guckuc [La. gugguc ] , sit ir da?’ Wartb (H) 524:7,8    2 Interj.    2.1 Ruf des Kuckucks: der [Kuckuck] verändert sein stimm niht, er singt neur cukuk, cukuk, dar umb spottent sein diu kint BdN 178,11    2.2 in fluchendem Ausruf verhüllend für den Teufel (so Grimm, Dt. Myth. 3,196; Wackernagel, Kl. Schr. 3,211, Anm. 10): des wirt guot rât, kukuk! Helbl 8,1234. – phras.: ‘kukuk hiur unde vert!’ / ‘daz sint benamen zwei jâr! [...].’ Helbl 2,484; kukuk hiur unde vert! / sô koment zwei jâr für ebd. 4,800

MWB 3,2 671,40; Bearbeiter: Bohnert

kukul (?) Subst. ein Tier mit gestreiftem Fell: von czoblin veln und hermeln und cuculn und von manchir hande buntwerke [Überschr.] MarcoPolo 74,10 (vgl. di tier di do heysin [...] cucullini ebd. 74,18 )

MWB 3,2 671,57; Bearbeiter: Bohnert

kul- s.a. → kugel-

MWB 3,2 671,62;

kulbe swM. kolbe

MWB 3,2 671,63;

kûle stswF. ‘Grube’ [jmd. gräbt nachts einen Gang unter die Stadtmauer] des dais [= tages ] deckde hie die kule weder HagenChr (G) 5379; jene die den acker ern, / die enwizzen sich wa genern, / so sie die angest [vor dem Antichrist] vulen, / und vlien zu den kulen / in gramelichen ergen HeslApk 18816. – für das Grab: vil schiere du irstirbis [...]. / si legent dih under di erde. / da mustu in der culen / stinken vnde vuͦlen Glaub 2526; [Myrrhe] behelt uz der kulen / toden lip daz her vulen / noch vorwerdin nicht enmag Brun 5967; er geweyde [die Eingeweide der Toten] heysch he vs samen / ind in eyne kule reichen [hineinlegen] Karlmeinet 467,45 (entspr. si bestattenz in di gruͦbe Rol 7595 ). – als Bestandteil eines Personennamens: heren Hermannis van der kulen UrkCorp (WMU) 53,9

MWB 3,2 672,1; Bearbeiter: Bohnert

kûlen swV. ‘in der Grube liegen’ ob er [Jesu Leichnam] gelegen und gekûlt / hît ûf erden tûsent jâr, / vrisch wêre er bliben zwâr, / von der gotheit wol bewart JvFrst 11144

MWB 3,2 672,18; Bearbeiter: Bohnert

kulken swV. ‘etw. erbrechen’ sie dunt [...] alse ein hvnt, / der daz az gekvlkit hat / vnde anderwerbe drvber gat / vnde iz wieder in sich friszit [vgl. Prv 26,11 sicut canis qui revertitur ad vomitum suum ] PrHess 13,249. 46,212

MWB 3,2 672,22; Bearbeiter: Bohnert

küllinc stM. künnelinc

MWB 3,2 672,27;

kulpe F. zu → kolbe , s. DWB 5,1621 s.v. kolpe und 5,2587 s.v. kulpe. ‘Haarbüschel, (Schwanz-)Quaste’, lat. flekt.: caput, id est culpam, caude leonis exsicca et serva, et apud te semper habe HvBPhys 7:3,46.48.52.53

MWB 3,2 672,28; Bearbeiter: Bohnert

kulpeht Adj. zu → kulpe . in der Verbindung kulpehtiu hâr ‘Haarschopf’ ich bin under der huben nyrgent so kal, / ich habe in dem nacke kulpechte har OsterSpI 492

MWB 3,2 672,33; Bearbeiter: Bohnert

kulsch Adj. kölnisch

MWB 3,2 672,37;

cult stN. lat. culter M. ‘Messer’ zwene ubele dufele [...] hant zwei gluwende cult [vgl. igneis cultris PL 172,865C] durch mich gestozen HlReg 40,2

MWB 3,2 672,38; Bearbeiter: Bohnert

kulter, kolter Subst. , kulte, kolte swF. , kuter stswF. Form kulter häufig belegt seit Rol 2498; Iw 1373; mit -o- z.B. En 7991 u.ö.; NibB 1825,1; JTit 2508,1; Herb 7233; auch g- (z.B. StRAugsb 41,31.34. 151,11; StrKD 1,21; NibB (B) 1825,1(La.); RvEWh 6062. 13305 ); überw. stMN.; stM.: En 7991; Iw 1373; App. zu Parz 24,4. 353,5; stN.: SM:Had 35: 3,6. 41: 2,5; stF.: Boner 48,27; UrkWorms 2:112,38 (a. 1321); swF.: Parz 549,29; WeistGr 6,400 (a. 1338); Mechth 6: 2,25; swMF.: Parz 565,19. 627,30. 760,13; Wh 132,16(La.). 132,29. 248,16(La.). – Form kulte, kolte (vgl. mnd. kolte F. MNDWB 2,617; Nellmann, Erec-Roman S. 65-71): Wh 35 248,16; Wig 3332(La.); StatDtOrd 39,14. 108,26; RbGörlitz 458. – Form kuter (auch g-, -tt-, -d-; s.a. SchmidtWB S. 212), stF.: Boner 48,27(Laa.); ParzRapp 295,46. 341,10. 374,21; swF.: ebd. 565,33. 679,1; KgvOdenw 13,51; stswF.: UrkStraßb 3:69,9 (a. 1288); WeistGr 5,374 (a. 1344). die verschiedenen Formen beruhen auf mehrfacher Entlehnung aus dem Afrz., viell. auch Mlat.; zugrunde liegt lat. culcit(r)a, woraus afrz. coute, coutre F. mit (Schreib-)Varianten co(u)lte, co(u)ltre u.a. (vgl. Tobler/  Lommatzsch 2,967f.; Germ. Rom. 2,205f. 544; Vorderstemann, Fremdw. S. 163 mit Lit.); wegen -l- vgl. auch me. quilt (MED Q,88f.), mlat. cultra (MlatWB 2,2080; StatDtOrd 39,14. 108,26 ); wegen des Genus mlat. culcit(r)us, -um (MlatWB 2,2069). – eine Weiterbildung mit dem Suffix -âte (Mhd. Gr. (KSW) 3 § S 57) scheinen die sw. Akk. goltraten, -roten Pass III 440,44. 515,19 zu belegen, s. DWB 4,1,5,879. ‘gefütterte Steppdecke über dem Bett, Polster’ (s. Schultz, Höf. Leben 1,87-89; Nellmann, Erec-Roman S. 66f.; Belegsammlungen: Suolahti 1,136; Rosenqvist 1,142. 2,334): zu den bettecleideren an eime sacke, einem carpitele, eime lîlachen, einer kolten von lînenem tûche oder von buckerame unde ab eime kussene lâze im igelich brûder genûgen StatDtOrd 39,14 (entspr. lat. cultra, afrz. coute); ein colter von zendâle / lach underm bette ûf dem strô En 1284; daz spanbette [...]. / ein kulter was dar ûf gespreit / von samît grüene als ein gras. / diu bettewât vil linde was, / der pfülwe und ouch daz küssîn: / diu zieche guot sîdîn: / wîz unde reine, / niwe und cleine / was daz lîlachen UvZLanz 4154; durch den kulter, der dâ [auf dem Bett] lac, / gie manec stich unde slac Iw 1373; ein kulter wart des bettes dach [...] / mit einem pfellel [...] / gesteppet ûf palmât Parz 552,13; dar nâch bettet man in / under daz gezelt hin / beidiu ûf loube und ûf gras; / vil manic guot kulter was / ûf daz loup gedecket; / dar ûf wâren gestrecket / vil wîziu lîlachen Wig 3478; von rîchen pfellen kulter breit / wâren drûf [Betten] gestrecket ebd. 10394; er hêt sich hövischlîche / ûf einen kulter rîche / in sîner âmîen schôz geleit ebd. 2762; der des gezeltes herre was, / dem was dar under ûf ein gras / gebettet hövischlîche / mit einem kulter rîche / von zweier hande pfellen ebd. 3332; kulter und lîlachen, / purper unde plîât, / küniclîcher bettewât / wart über daz bette vil geleit Tr 18148; [ diu vlô ] was komen / ûz der gulter an den lîp Boner 48,27; Er 378; NibB 1825,1; HvFreibTr 2803; Ottok 16851. 34968. – zum Sitzen: [ si sâzen ] in diu venster wît / ûf ein kultr gesteppet samît, / dar undr ein weichez pette lac Parz 24,4; mit senften plûmîten / manec gesiz dâ wart geleit, / dar ûf man tiure kultern treit ebd. 627,30; kultern maneger künne / von palmât niht ze dünne / wurden dô der matraze dach. / tiwer pfell man drûf gesteppet sach, / beidiu lanc unde breit ebd. 760,13; manec kulter rîche / gestrecket vlîzeclîche, / derfür manec teppech breit ebd. 82,27; mit mengem rilichem gulter was / gestuͤlet uf dem palas / und tepit vil da fúr gesprait RvEWh 13305. 6062; pflumîte und kulter rîche / ûf einen teppich hiez der wirt / legen; daz doch der gast verbirt, / daz er sô sanfte iht sæze Wh 132,16. 132,29. 244,14; Herb 7233. – zum Zudecken: mit dem gulter in [einen Toten] niemen dachte Warnung 2975; diu kint het er gedecket wider / mit einem dünnen kulter KvWEngelh 6293; dû maht dich vor armuot niht bedeken, / wan dîn gulter ist von alten seken SM:St 11: 4,8; sie leite in ûf ein bette heimlîch zetal / under einen golter sîdîn WolfdD (J) 8:274,4; ander warbe setzin ich [...] ein koltere, die uͦber mir lieget mit zuͦ decken UrkWorms 2:112,38 (a. 1321); KvWPart 1199. 7842. – Beschaffenheit (s.a. vorangehende Belege): ein kultr gesteppet samît Parz 24,4; und waren die cooperturen [Pferdedecken] mit baumwollen gesteppet als ein kolter Lanc 465,25; ein culter / mit golde beslagen Rol 2498; die kuter hettent moren genot, / durch ein dyapel [= dîasper, s. Rosenqvist 1,98] wis daz golt rot ParzRapp 295,46; uf eine kutere mit bluomen guldin / sattent sü in ebd. 374,21; daz [ bette ] wolde ich von bluomen machen [...]; / die wanger müesten sîn von bluot, / daz culter von bendichten guot, / diu lînlachen clâr von rôsen SM: Had 35: 3,6; golter [...] / gestickelt wol mit sîden Wigam (B) 4402; einen wiszen bracken [...] uf einer siden koltern WeistGr 6,400 (a. 1338); StRAugsb 41,31; ûf dem kolter rôten / lach der edele tôte, / Pallas En 7993; tegumentum, dictum ein gruͤne kuter UrkStraßb 3:69,9 (a. 1288)

MWB 3,2 672,42; Bearbeiter: Bohnert

kulterlîn stN. Dimin. zu → kulter . ‘kleiner kulter dem selben bette was alsô, / in ein spanbette was ein strô, / dar ûf ein kulterlîn geleit, / lîlachen wîz dar ûf gebreit Philipp 8814; man darf sin niemir svochin / wan in den cranken tuochin / und in den swachin gudirlin: / da want in div maget in Martina 27,107

MWB 3,2 674,19; Bearbeiter: Bohnert

kûlwîhen stN. ‘das Weihen mit Keulen’, scherzhaft für Schläge: sie tâten / in [den Sarrazînen ] wê, die gotes prêlâten: / vor die sprengel starke kûlen / sie fûrten, manige bûlen / [...] frumten sie [...]. wâ die / prêlâte alsô wîhen, / [...] [muss man sich vor ihnen hüten] . / ich weiz ouch, daz die Sarrazîn / ir kûlwîhens niht geheiliget sîn Kreuzf 7244

MWB 3,2 674,26; Bearbeiter: Bohnert

kumber stM. wohl aus gall. *komboros, aus dem Galloroman. ins Dt. entlehnt (zu Herkunft und Bed.-Entwicklung s. Pfeifer, EtymWB S. 743; Wartburg, FEW 2,938f.; Germ. Rom. 2,193f.; K. Hyldgaard-Jensen in Fs. W. Besch, Frankfurt a.M. u.a. 1993, S. 126-131); früheste Belege: SAlex 1530. 1657. 1 eigentl., ‘Schmutz, Unrat’
2 übertr.
2.1 ‘Belastung, Bedrängnis, Mühsal, Not’
2.1.1 allg.
2.1.2 auf eingeschränkte materielle Verhältnisse, (finanzielle) Bedürftigkeit bezogen
2.2 ‘Schaden, Beeinträchtigung an Eigentum oder Vermögen’
2.3 ‘finanzielle Belastung, Abgabe’
2.4 ‘Beschlagnahmung, Pfändung’ , ~ ûf etw. tuon
   1 eigentl., ‘Schmutz, Unrat’ mit sime swerte er [Willehalm] rumde / daz moz von Rennewarte [der im Moor eingesunken ist] . / mit beiden henden harte / begunde er in do regen, / beide ziehen und wegen [...], / biz er von kummers laste / [...] erloͤset wart Rennew 16466. – einen Wasserbau (Graben, Wehr) behinderndes Material: das wir [...] den kumber der in dem graben ist sullen [...] vz fuͤren UrkCorp (WMU) 3046,39; der in den selben bach [...] oder in dem êgraben kain stro oder kainen kumiber [l. kumber?, vgl. Zs. f. noch ungedruckte schweiz. Rechtsquellen 2 (1847), S. 121] darin trucket oder wirft, davon er verswellet wirt, das er sinen gantzen fluss nit haben mag, der git an die stat drige schilling UrkThurgau 4,576 (a. 1331); wenne man das wuͦr ruͦmen sol, so sol [...] der meyer zwen knecht und oͮch zwen karren haben [...], die den kumber dannan vertgen [fortschaffen] UrkAargau 2,5:250,12 = WeistGr 1,301 (um 1350)    2 übertr.    2.1 ‘Belastung, Bedrängnis, Mühsal, Not’    2.1.1 allg.: im tete der kumber alsô wê Iw 1344. 7802; Eracl 3001; KLD: RvR 1,60; wer wær, den der kumber niht enmüete? Neidh WL 23:1,12; so dich dehain kumbir anevalle PrGeorg (Sch) 22,11; swenne in kumber ane gât RvEAlex 4950. 5577; mîn kumber / ir ze herzen nâhen gât KLD: UvL 47: 2,6; bî sîme herzen kumber lac Parz 176,30; der kumber der mir nâhen lît Iw 5484; daz mir der kumber [die Last, die Mühe] ist gespart, / daz ich hie sage ir hôhen prîs KvWTroj 19686; ~ hân Iw 4029; Walth 97,22; Parz 467,21. 650,18; DvASchr 338,13; ~ doln ReinFu K,270; Parz 583,18; Walth 52,30. 121,18; ~ lîden Parz 408,5; Iw 7801; als einer grôzen kumber leit, / der ander mit gemache was Eracl 2746; daz tier [...] / von hitze lîdet kumber KvWTroj 20157; ~ erlîden Iw 4389; daz ich mit arbeitlîchen siten / vil kumbers hân durch dich erliten RvEBarl 1644; ~ tragen Wernh A 1692; Iw 7800; Parz 137,28. 442,6; solhen kumber, den ich von ir trage SM: JvW 5: 2,3; ~ gewinnen Iw 5785; Parz 367,12; Neidh WL 10:1,5; (jmdm.) sînen ~ klagen Iw 5770; Walth 63,11. 72,36; NibB 1943,4; Winsb 10,3; diu frouwe [...], / diu im vil kumbers machte Parz 531,10; ach, Minne, wie du mînen kumber mêrest! SM: JvW 5: 3,1; ~ wenden Parz 635,26; Tannh 14,27; KLD:UvL 50: 2,3; ~ büezen Iw 5597; Tannh 6,125; unze ich mînen kumber [...] volende Neidh WL 16:5,10. ~ unde nôt NibC 1315,4; Iw 5449; PrLeys 4,23; Yolande 2642; ~ unde arbeit AHeinr 292; Flore (P) 5438; ~ unde pîn Krone 27658; Ottok 4714; kumber unde haz KLD: RvR 1,62; laster unde cumber / [...] und scade unde scande SAlex 1657; kummer und scham Renner 11718; iuwer ungemach / und iuwer kumber Eracl 3577; VirgH 362,2; vrie dich von allem dem, daz zuͦval, anhaft und kumber mag bringen Seuse 288,14 (= Eckh 5:435,1 ). daz er mislîcher nôt / âne kumber genas Iw 2727; ob er von lenge des weges âne kummer [ oportune ] dar mach komen StatDtOrd 92,3; in ~ komen Iw 6324; Parz 657,26; SM:HvT 2: 4,4; in ~ bringen Walth 71,37; Athis Ac 11; des ich in grôzem kumber stân RvZw 25,5 (vgl. der kumber dâ ich inne stên Iw 4184 ); ob ich verschaide oder in andern chummer geuiele von vanchnuͤst oder von andern dingen UrkCorp (WMU) 1533,16; er zuckit sih in einen cumber, / dâ er nit ûz ne mac comen SAlex 1530; er was mit kumber sô geladen Parz 473,20; KvWTroj 18730; und muoz [...] / mit kumber nâch ir [Ehre] strîten RvEAlex 14974; wande mich sîn manheit / von grôzem kumber lôste Iw 5835; daz er in schiet von kumber grôz Parz 280,11. kumbers phlegen Parz 210,26. 467,18; [ im wart ] kumbers buoz ebd. 12,14. 76,24; KLD:UvL 7: 2,8; ez tuot dir kumbers buoz Parz 127,28. 171,3; HvBer 3249; sô bin ich kumbers wol gewon Iw 7798; des kummers joch Renner 11446; kumbers nôt Wig 11623; Renner 24192; kumbers swære LvRegFr 4331; kummers ungeval Elis 5004; kumbers weter [schweres Unwetter] Iw 7808. mannes kumber Parz 673,17; rîter kumber [Kampfesnot] Wh 3,17; minnen kumber Parz 588,6; siechtuomes kumber LvRegFr 4674; des tôdes kumber RvEAlex 7245; KvWSilv 362; ez sî mîn sender kumber grôz / weisen kumbers hûsgenôz [der Not eines Verwaisten gleichkommend] UvLFrd 150,15; der welt kumber Krone 16970; Hornb 1,Überschr.; Regenb 3,468ia. alter/  niuwer ~ MF:Reinm 38: 1,6. 39: 1,7; Parz 10,23. 530,14; KLD: WvK 1:1,3; grimmer ~ KvWTroj 16638; KvWPart 15387; herzelîcher ~ Rennew 16364; hôher ~ Parz 137,28. 442,6; langer ~ MF:Reinm 49: 1,3; SM:UvS 24: 1,4; strenger ~ SM:JvW 4: 2,7; VirgH 363,3; süezer ~ MF:Reinm 15: 1,1; sæliger ~ KLD:UvL 10: 2,1; sender ~ UvLFrd 150,14; SM:HvT 2: 2,6; senelîcher ~ Walth 71,37. – Pl.: [kein Abenteuer der anderen Ritter] gap sô hôhen pîn [...]. / solten dise kumber sîn al ein, / Gâwâns kumber slüege für Parz 584,2; die kumber die er danne hât, / die kan ich dir niht zelen wol WälGa 3116    2.1.2 auf eingeschränkte materielle Verhältnisse, (finanzielle) Bedürftigkeit bezogen: wie diu Sælde kleiden kan, / daz si mir gît kumber unde hôhen muot. / sô gîts einem rîchen man / ungemüet: owê, waz sol deme selben guot? [...] / mîn kumber stüende im dort bî sînen sorgen baz Walth 43,2.8; man sach die reinen süezen / den armen livten büezen / ir kvmber vnd ir armekeit Martina 5,89; armût, kummer unde leit Erlös 984; dîn kumber und dîn arbeit Eracl 683. won im ander kumber bî, / ez sî pfantlôse oder kleit, / des sol er alles sîn bereit Parz 651,24; sîn kumber wart sô veste, / daz er niht mêr vergelten kunde [er steckte so tief in Schulden] StrAmis 322; StrKD 161,98; vnd verkofet min vater Heinrich [...] dise wise vmbe sin rethe nôth vnd enphiench die haller vnd vertraib sin noth vnd sinen kumber mit den hallern UrkCorp (WMU) 2326,32    2.2 ‘Schaden, Beeinträchtigung an Eigentum oder Vermögen’ daz ich [Vorbesitzer] vnde min erbvn, swas sie [die neuen Besitzer] lihte kumbers an diseme guͦte ane gîenge vnd coste, abetuͦn sulnt UrkCorp (WMU) N99,8 (oder zu 2.3?); [...] sol ich enkain kvmber alde nôt han von den vorgenanten koͮfern noch von ir erbon ebd. 1978,10; zweient si och mit iemanne, wir sulen si husen inde halden also, dat des de selue grieuinne ane schadin inde ane kumber bliue ebd. 59,26; vnd hab inen ledig gelâssen âne allen kumber vnd widervorderunge allú irú guͦt ebd. 3212,6; ane kumber vnd ane vnrehte ansprache ebd. N639,43    2.3 ‘finanzielle Belastung, Abgabe’ das suͥ niemer enkain stuͥr geben suͥln noch niemer enkain andern kuͥnber, der die stat an valet UrkZürich 8,368 (a. 1311)    2.4 ‘Beschlagnahmung, Pfändung’, ~ ûf etw. tuon (vgl. frnhd. kummer tun WeistGr 2,339.340. 5,258; FWB 8,1776): man hette in [zwecks Befriedigung seiner Geldforderung] geweiset an hutten, heuser und bergwergk, dorauff er dann gericht, kumer und verbot thun hat BgRIglau 452,24

MWB 3,2 674,33; Bearbeiter: Bohnert

kumberbære Adj. ‘Bedrängnis, Mühsal, Not verursachend’ kummirbêre armût NvJer 9433

MWB 3,2 676,50; Bearbeiter: Bohnert