k – cadmia kaf – kalc calcaire – 2kalle 3kalle – kaltlîchen kaltnisse – kamerærse kamerbëlle – kamerselde kamersidel – kampfer kampfgenôʒ – kampfwât kampfwërc – kanonîen kanonike – kanzelschrîbære kanzwagen – Cappadociære kappân – kappûnen capût (?) – kardenâldiaconus karele – karra(t)sche karre – karthiusære kartur – kæselîn kæse|lüppe – kasten kastenære – kathecuminus kathezizieren – kauerære (?) kauergerihte – kefse 1kegel – keisertuom keitivic (?) – kelken këllære – këlre këlstëchære – 2kemelîn kemelînvleisch – kendelîn kenecte – keppechîn keppeler – kerkerhaft kerl – kerrîne kerschlich – kerzîn kerzlach – ketenwambîs kettelinc – keʒʒelære keʒʒelærinne – kîche kîchen – kiesærinne kiesen – kindebet kindechîn – kindestac kindestohter – kintbettegemach kintbetten – Kiperære Kiper(e) – kirchenbrëchære kirchenerbe – kirchhërre kirchhof – kirchtac kirchtor – kirnen kirnîn – kitzelen kitzelîn – kiuwe kiuwen – klâfterlanc klâftermâʒe – klagenôt klagerede – klamben klamen – klæret klârheit – klëber klëbereht – klegerse klêgrüene – kleinlîche kleinlîcheit – kleinvüegunge kleinzëhende – klepfze kleppisch – klinge klingelære – klobeholz klobelouch – klôsterknëht klôsterlëben – klôsterweide klôsterwërre – klûde klüege – klupfen kluppe – klutterât klûwen – knëhtelîn knëhten – kniel (?) knieleip – knodebôʒe knödel – knubelen knugelîn – kobel kobel – kochman kochsudel – kôle kôlegruobe – kolner kölnisch – komelinc komen – condewier condewierde – konkavelite, konkavelit conplêt – convëntkopf convëntswester – koraze (?) körbelîn, körbel, körblî – körnære kornban – kornmesse kornmetze – corporâl corporâlgewæte – kostebæric kostebærlich – kötze kotzeht – koufgenôʒ koufgiric – koufschalc koufschanze – krachen kradem – krâme kræmel – kranc- krancmüetic – 1krapfe 2krapfe – krëb(e)ʒ krëbeʒen – krefticheit krefticlich – kreiʒgengel kreiʒlingen – kreter kretscheme – kriechelîn kriechen – krîgen krîieren – krippen- krîsch – kristâbent kristalle – kristenin kristenisch – kristiâne kristier – kriutener kriuzaltære – kriuzloht kriuzphenninc – 1krœnen 2krœnen – krotenstein krotenstutz – krülle krüllel – krupfei krüpfen – krûtmezzer Krûtnowe? – kûchen kuchenære – küechelmël küefelære – kugelhuot kügellîn – kumberlich kumberlîn – kûmen kumer – kunde künde – künftigære kunftlich – künigeslêhen künigessilber – künstelîn künstelôs – kuntmeister kuntsame – kuosërtærinnesun kuo|smër – kuppe 1kuppel – kurdewân kurdewænære – kurpen kürre – kurtois kurtoisîe – kurzwîle kurzwîlen – kuster kusterîe – kutzelvleisch kützen – kûze
|
kugelchîn
stN.
‘Kügelchen, Pille’
eyn kulchyn won semil mel unde von eyis wys gewollen
Albrant
3,15.
3,28
MWB 3,2 670,29; Bearbeiter: Bohnert
kugele
swF.
kontrahiert kule
Athis
C* 87;
Brun
10488.
– vereinzelt stF.
MinneR 52 (M)
36
(Hs. a. 1455).
‘Kugel’
ein antwerc [...], / dâmit man hin
in warf / grôz kugeln, dâ was innen, / daz dâ solde brinnen Ottok
92847;
svmelichvͥ [Akrobatin] vf
den kvgelen gie TürlArabel
*A 96,14;
daz des mônen kugel dicke ist und vinster und mag der sunnen
lieht niht genemen durch sich BdN
65,10.
64,27.
– im (Glücks-)Spiel:
daz dehein purger [...] niht mer sol verspilen danne
sehzic haller [...] mit wurfeln, mit kugelen, mit pôzen,
mit seiben, mit welzelen NüP
45;
ist der kugeln niht vil gâch, / sô loufet er balde hinten nâch / und schrîet:
‘loufâ, kugel frouwe [...]!’
Renner
11411.
11438;
KLD: Schulm
2:2,1;
Reinfr
2910.
– in Vergleichen:
ein gôz [Metallguss]
[...] / als ein kugele gedrân UvZLanz
8125;
daz aber daz ertreich sinbel sei als ain kugel
KvMSph
14,10;
des wurden in die vüeze / als die kugeln sinewel [sie gerieten
ins Taumeln]
Freudenl
114;
er sach [in einer Vision] vor im die ganze werlt
als in einer kugel alzemâle versamenet Eckh
3:260,4;
Athis
C* 87;
Brun
10488;
Renner
19403;
BdN
78,5
MWB 3,2 670,32; Bearbeiter: Bohnert
kugeleht, -oht
Adj.
kontrahiert kul-
MarcoPolo
50,18,
wo u wohl = mhd. û oder iu (vgl. frnhd.
käulich(t), DWB 5,351, FWB 8,735).
‘kugelig, kugelrund’
diu erde [...] ist kugeleht
MNat
1,3.
1,7;
kuglot und haubot [haubenförmig; vgl. lat.
tumor terre
]
KvMSph
14,19;
zedozzen
[geschwollen]
[...] und
kuglot [vgl. lat. terra ... habeat tumorem
]
ebd.
14,21;
daz wasser [...] ist och cugeleht umbe
daz ertriche MNat
1,22;
di rotin perlin [...] sint wol groz und kulecht
MarcoPolo
50,18
MWB 3,2 670,55; Bearbeiter: Bohnert
kugelen
swV.
kontrahiert kul-.
‘mit Kugeln (um Geld) spielen’
wer do spelt adder kulet StRHeiligenst
35;
swer mit dem andern spilt oder chugelt
StRMünch
352,16.
– subst. Inf.:
wrzavel, wirfelspiel, kugilen unt anders SiebenTodsünden III
335;
man verpewt auch allez [...] kugeln
StRMünch
415,17;
von chugeln ebd.
352,15
MWB 3,2 671,1; Bearbeiter: Bohnert
kugelhuot
stM.
→
gugelhuot
MWB 3,2 671,8;
kügellîn
stN.
Dimin. zu kugel.
‘kleine Kugel, Kügelchen’
ir brüste sinewel, / alsam zwei kügellîn gedrât
KvWTroj
20215;
fünf pillulas, daz sint fünf kügellein, in der apoteken
gemacht BdN
90,3;
durch einen holen stap [Blasrohr] mit âtem trîben /
sach ich vil kleiner kügellîn Litschauer
1:2,2;
daz die xxiiii ratgeben [...] drei
stiwermaister ouzz in nemen suͤlen ouf ir ait mit brivelinen in
chvͤgelinen [in Kügelchen getan (oder zu Kugeln gerollt?), DWB
5,2537]
StRAugsb
75,8;
des nahtes besamnent si [Fliegen]
sich auf ain cleu oder zuo aim kügäll BdN
299,33
MWB 3,2 671,9; Bearbeiter: Bohnert
kugelspil
stN.
‘Kugelspiel’
zabeln unde kugelspil UvZLanz
2677;
wir verpieten ales spil, do man mit pfenning verliesen macht,
niur rehtez pretspil und sachzagel und auseralbe der stat chugelspil mit matzen und
mit cholben und mit armbruͤsten zuͦ dem zil StRMünch
247,15.
– bildl.:
triffet er daz zil / mit der sinne kugelspil
KvWLd
25,111;
diu minne kan sus weltzen ir kugel spil so waehe JTit
1821,1
MWB 3,2 671,21; Bearbeiter: Bohnert
cuire
stF.
aus afrz. cuir M. (Tobler/ Lommatzsch 2,1132; Suolahti
1,136).
‘Haut (eines erlegten Tieres)’ (s. 2Okken, Tr. S. 182f.;
in den Hss. ist das Wort teilw. mit →
curîe
verwechselt, s. Tr (M) ,
App.):
ez heizet curîe umbe daz, / durch daz ez ûf der
cuire [Laa. cuyre, cure, curie u.a.] lît, /
swaz man den hunden danne gît; / als hât diu jegerîe / den selben namen curîe / von
cuire vunden unde genomen Tr
3023.
3028.
3183
(La. daz herze: Verwechslung mit afrz. cuer)
MWB 3,2 671,30; Bearbeiter: Bohnert
kukuk
stM.,
Interj.
1 stM., ‘Kuckuck’
2 Interj. 2.1 Ruf des Kuckucks 2.2 in fluchendem Ausruf verhüllend für den Teufel
1
stM., ‘Kuckuck’
von dem cukuk [Überschr.] . cuculus
haizt ain cukuk oder ain gauch BdN
178,9;
cuccuc Gl
3:364,67;
swer einen gucguc [La. gucgouch
] haben
wil / an eines habches stat RvZw
154,1.4.6;
SummHeinr
1:165,737.
– personif.:
ein kra zu einem edelen valken sprach: / ‘her guckuc
[La. gugguc
] , sit ir da?’
Wartb (H)
524:7,8
2
Interj.
2.1
Ruf des Kuckucks:
der [Kuckuck] verändert sein
stimm niht, er singt neur cukuk, cukuk, dar umb spottent sein diu kint
BdN
178,11
2.2
in fluchendem Ausruf verhüllend für den Teufel
(so Grimm, Dt. Myth. 3,196; Wackernagel, Kl. Schr. 3,211, Anm.
10):
des wirt guot rât, kukuk! Helbl
8,1234.
– phras.:
‘kukuk hiur unde vert!’ / ‘daz sint benamen zwei
jâr! [...].’ Helbl
2,484;
kukuk hiur unde vert! / sô koment zwei jâr für ebd.
4,800
MWB 3,2 671,40; Bearbeiter: Bohnert
kukul (?)
Subst.
ein Tier mit gestreiftem Fell:
von czoblin veln und hermeln und cuculn und von manchir hande buntwerke
[Überschr.]
MarcoPolo
74,10
(vgl.
di tier di do heysin [...] cucullini ebd.
74,18
)
MWB 3,2 671,57; Bearbeiter: Bohnert
kul-
s.a. →
kugel-
MWB 3,2 671,62;
kulbe
swM.
→
kolbe
MWB 3,2 671,63;
kûle
stswF.
‘Grube’
[jmd. gräbt nachts einen Gang unter die Stadtmauer] des
dais [= tages
] deckde hie die kule weder
HagenChr (G)
5379;
jene die den acker ern, / die enwizzen sich wa genern, / so
sie die angest [vor dem Antichrist] vulen, / und vlien zu
den kulen / in gramelichen ergen HeslApk
18816.
– für das Grab:
vil schiere du irstirbis [...]. / si legent dih under
di erde. / da mustu in der culen / stinken vnde vuͦlen Glaub
2526;
[Myrrhe] behelt uz der kulen / toden lip daz her vulen /
noch vorwerdin nicht enmag Brun
5967;
er geweyde [die Eingeweide der Toten] heysch he vs
samen / ind in eyne kule reichen [hineinlegen]
Karlmeinet
467,45
(entspr.
si bestattenz in di gruͦbe Rol
7595
).
– als Bestandteil eines Personennamens:
heren Hermannis van der kulen UrkCorp (WMU)
53,9
MWB 3,2 672,1; Bearbeiter: Bohnert
kûlen
swV.
‘in der Grube liegen’
ob er [Jesu Leichnam] gelegen und
gekûlt / hît ûf erden tûsent jâr, / vrisch wêre er bliben zwâr, / von der gotheit
wol bewart JvFrst
11144
MWB 3,2 672,18; Bearbeiter: Bohnert
kulken
swV.
‘etw. erbrechen’
sie dunt [...] alse ein hvnt, / der daz az gekvlkit
hat / vnde anderwerbe drvber gat / vnde iz wieder in sich friszit [vgl.
Prv 26,11 sicut canis qui revertitur ad vomitum suum
]
PrHess
13,249.
46,212
MWB 3,2 672,22; Bearbeiter: Bohnert
küllinc
stM.
→
künnelinc
MWB 3,2 672,27;
kulpe
F.
zu →
kolbe
, s. DWB 5,1621 s.v. kolpe und 5,2587 s.v.
kulpe.
‘Haarbüschel, (Schwanz-)Quaste’, lat. flekt.:
caput, id est culpam, caude leonis exsicca et serva, et apud te semper habe
HvBPhys
7:3,46.48.52.53
MWB 3,2 672,28; Bearbeiter: Bohnert
kulpeht
Adj.
zu →
kulpe
.
in der Verbindung kulpehtiu hâr
‘Haarschopf’
ich bin under der huben nyrgent so kal, / ich habe in dem nacke kulpechte har
OsterSpI
492
MWB 3,2 672,33; Bearbeiter: Bohnert
kulsch
Adj.
→
kölnisch
MWB 3,2 672,37;
cult
stN.
lat. culter M.
‘Messer’
zwene ubele dufele [...] hant zwei gluwende cult
[vgl. igneis cultris PL 172,865C] durch
mich gestozen HlReg
40,2
MWB 3,2 672,38; Bearbeiter: Bohnert
kulter, kolter
Subst. , kulte,
kolte
swF. , kuter
stswF.
Form kulter häufig belegt seit
Rol
2498;
Iw
1373;
mit -o- z.B.
En
7991
u.ö.;
NibB
1825,1;
JTit
2508,1;
Herb
7233;
auch g- (z.B.
StRAugsb
41,31.34.
151,11;
StrKD
1,21;
NibB (B)
1825,1(La.);
RvEWh
6062.
13305
);
überw. stMN.; stM.:
En
7991;
Iw
1373;
App. zu
Parz
24,4.
353,5;
stN.:
SM:Had
35: 3,6.
41: 2,5;
stF.:
Boner
48,27;
UrkWorms
2:112,38
(a. 1321);
swF.:
Parz
549,29;
WeistGr
6,400
(a. 1338);
Mechth
6: 2,25;
swMF.:
Parz
565,19.
627,30.
760,13;
Wh
132,16(La.).
132,29.
248,16(La.).
– Form kulte, kolte
(vgl. mnd. kolte F. MNDWB 2,617;
Nellmann, Erec-Roman S. 65-71):
Wh 35
248,16;
Wig
3332(La.);
StatDtOrd
39,14.
108,26;
RbGörlitz
458.
– Form kuter (auch g-, -tt-, -d-; s.a. SchmidtWB S.
212),
stF.:
Boner
48,27(Laa.);
ParzRapp
295,46.
341,10.
374,21;
swF.:
ebd.
565,33.
679,1;
KgvOdenw
13,51;
stswF.:
UrkStraßb
3:69,9
(a. 1288);
WeistGr
5,374
(a. 1344).
–
die verschiedenen Formen beruhen auf mehrfacher Entlehnung aus dem Afrz., viell.
auch Mlat.;
zugrunde liegt lat. culcit(r)a, woraus afrz. coute, coutre
F. mit (Schreib-)Varianten co(u)lte, co(u)ltre u.a.
(vgl. Tobler/ Lommatzsch 2,967f.;
Germ. Rom. 2,205f. 544;
Vorderstemann, Fremdw. S. 163 mit Lit.);
wegen -l- vgl. auch me. quilt (MED Q,88f.), mlat.
cultra (MlatWB 2,2080;
StatDtOrd
39,14.
108,26
);
wegen des Genus mlat. culcit(r)us, -um (MlatWB 2,2069).
– eine Weiterbildung mit dem Suffix -âte (Mhd. Gr. (KSW) 3 § S
57)
scheinen die sw. Akk. goltraten, -roten
Pass III
440,44.
515,19
zu belegen, s. DWB 4,1,5,879.
–
‘gefütterte Steppdecke über dem Bett, Polster’
(s. Schultz, Höf. Leben 1,87-89;
Nellmann, Erec-Roman S. 66f.;
Belegsammlungen:
Suolahti 1,136;
Rosenqvist 1,142. 2,334):
zu den bettecleideren an eime sacke, einem carpitele, eime
lîlachen, einer kolten von lînenem tûche oder von buckerame unde ab eime kussene
lâze im igelich brûder genûgen StatDtOrd
39,14
(entspr. lat. cultra, afrz. coute);
ein colter von zendâle / lach underm bette ûf dem strô En
1284;
daz spanbette [...]. / ein kulter
was dar ûf gespreit / von samît grüene als ein gras. / diu bettewât vil linde was, /
der pfülwe und ouch daz küssîn: / diu zieche guot sîdîn: / wîz unde reine, / niwe
und cleine / was daz lîlachen UvZLanz
4154;
durch den kulter, der dâ [auf dem
Bett] lac, / gie manec stich unde slac Iw
1373;
ein kulter wart des bettes dach
[...] / mit einem pfellel
[...] / gesteppet ûf palmât Parz
552,13;
dar nâch bettet man in / under daz gezelt hin / beidiu ûf
loube und ûf gras; / vil manic guot kulter was / ûf daz loup gedecket; / dar ûf
wâren gestrecket / vil wîziu lîlachen Wig
3478;
von rîchen pfellen kulter breit / wâren drûf
[Betten] gestrecket ebd.
10394;
er hêt sich hövischlîche / ûf einen kulter rîche / in sîner
âmîen schôz geleit ebd.
2762;
der des gezeltes herre was, / dem was dar under ûf ein gras /
gebettet hövischlîche / mit einem kulter rîche / von zweier hande pfellen ebd.
3332;
kulter und lîlachen, / purper unde plîât, / küniclîcher
bettewât / wart über daz bette vil geleit Tr
18148;
[
diu vlô
] was komen / ûz der gulter an den lîp
Boner
48,27;
Er
378;
NibB
1825,1;
HvFreibTr
2803;
Ottok
16851.
34968.
– zum Sitzen:
[
si sâzen
] in diu venster wît / ûf ein kultr
gesteppet samît, / dar undr ein weichez pette lac Parz
24,4;
mit senften plûmîten / manec gesiz dâ wart geleit, / dar ûf
man tiure kultern treit ebd.
627,30;
kultern maneger künne / von palmât niht ze dünne / wurden dô
der matraze dach. / tiwer pfell man drûf gesteppet sach, / beidiu lanc unde breit
ebd.
760,13;
manec kulter rîche / gestrecket vlîzeclîche, / derfür manec
teppech breit ebd.
82,27;
mit mengem rilichem gulter was / gestuͤlet uf dem
palas / und tepit vil da fúr gesprait RvEWh
13305.
6062;
pflumîte und kulter rîche / ûf einen teppich hiez der wirt /
legen; daz doch der gast verbirt, / daz er sô sanfte iht sæze Wh
132,16.
132,29.
244,14;
Herb
7233.
– zum Zudecken:
mit dem gulter in [einen Toten] niemen dachte
Warnung
2975;
diu kint het er gedecket wider / mit einem dünnen kulter
KvWEngelh
6293;
dû maht dich vor armuot niht bedeken, / wan dîn gulter ist von
alten seken SM:St
11: 4,8;
sie leite in ûf ein bette heimlîch zetal / under einen golter sîdîn
WolfdD (J)
8:274,4;
ander warbe setzin ich [...] ein koltere, die
uͦber mir lieget mit zuͦ decken UrkWorms
2:112,38
(a. 1321);
KvWPart
1199.
7842.
– Beschaffenheit (s.a. vorangehende Belege):
ein kultr gesteppet samît Parz
24,4;
und waren die
cooperturen [Pferdedecken] mit baumwollen gesteppet
als ein kolter Lanc
465,25;
ein culter / mit golde beslagen Rol
2498;
die kuter hettent moren genot, / durch ein dyapel [=
dîasper, s. Rosenqvist 1,98] wis
daz golt rot ParzRapp
295,46;
uf eine kutere mit bluomen guldin / sattent sü in ebd.
374,21;
daz [
bette
] wolde ich von
bluomen machen [...]; / die wanger müesten sîn von bluot, /
daz culter von bendichten guot, / diu lînlachen clâr von rôsen SM:
Had
35: 3,6;
golter [...] / gestickelt wol mit sîden Wigam
(B)
4402;
einen wiszen bracken [...] uf einer siden koltern
WeistGr
6,400
(a. 1338);
StRAugsb
41,31;
ûf dem kolter rôten / lach der edele tôte, / Pallas En
7993;
tegumentum, dictum ein gruͤne kuter UrkStraßb
3:69,9
(a. 1288)
MWB 3,2 672,42; Bearbeiter: Bohnert
kulterlîn
stN.
Dimin. zu →
kulter
.
‘kleiner kulter’
dem selben bette was alsô, / in ein spanbette was ein strô, / dar ûf ein
kulterlîn geleit, / lîlachen wîz dar ûf gebreit Philipp
8814;
man darf sin niemir svochin / wan in den cranken tuochin / und in den swachin
gudirlin: / da want in div maget in Martina
27,107
MWB 3,2 674,19; Bearbeiter: Bohnert
kûlwîhen
stN.
‘das Weihen mit Keulen’, scherzhaft für Schläge:
sie tâten / in [den
Sarrazînen
] wê, die gotes prêlâten: / vor die sprengel
starke kûlen / sie fûrten, manige bûlen / [...] frumten sie
[...]. wâ die / prêlâte alsô wîhen, /
[...]
[muss man sich vor ihnen
hüten] . / ich weiz ouch, daz die Sarrazîn / ir kûlwîhens niht
geheiliget sîn Kreuzf
7244
MWB 3,2 674,26; Bearbeiter: Bohnert
kumber
stM.
wohl aus gall. *komboros, aus dem Galloroman. ins Dt.
entlehnt
(zu Herkunft und Bed.-Entwicklung s. Pfeifer, EtymWB S. 743;
Wartburg, FEW 2,938f.;
Germ. Rom. 2,193f.;
K. Hyldgaard-Jensen in Fs. W. Besch, Frankfurt a.M. u.a. 1993, S.
126-131);
früheste Belege:
SAlex
1530.
1657.
1 eigentl., ‘Schmutz, Unrat’
2 übertr. 2.1
‘Belastung, Bedrängnis, Mühsal, Not’
2.1.1 allg. 2.1.2 auf eingeschränkte materielle Verhältnisse, (finanzielle) Bedürftigkeit bezogen 2.2
‘Schaden, Beeinträchtigung an Eigentum oder Vermögen’
2.3
‘finanzielle Belastung, Abgabe’
2.4
‘Beschlagnahmung, Pfändung’ ,
~ ûf etw.
tuon
1
eigentl., ‘Schmutz, Unrat’
mit sime swerte er
[Willehalm] rumde / daz moz von
Rennewarte [der im Moor eingesunken ist] . / mit beiden
henden harte / begunde er in do regen, / beide ziehen und wegen
[...], / biz er von kummers laste /
[...] erloͤset wart Rennew
16466.
– einen Wasserbau (Graben, Wehr) behinderndes Material:
das wir [...] den kumber der in dem graben ist
sullen [...] vz fuͤren UrkCorp
(WMU)
3046,39;
der in den selben bach [...] oder in dem êgraben
kain stro oder kainen kumiber [l. kumber?, vgl. Zs. f.
noch ungedruckte schweiz. Rechtsquellen 2
(1847), S. 121]
darin trucket oder wirft, davon er verswellet wirt, das er sinen gantzen fluss
nit haben mag, der git an die stat drige schilling UrkThurgau
4,576
(a. 1331);
wenne man das wuͦr ruͦmen sol, so sol
[...] der meyer zwen knecht und oͮch zwen
karren haben [...], die den kumber dannan vertgen
[fortschaffen]
UrkAargau
2,5:250,12
=
WeistGr
1,301
(um 1350)
2
übertr.
2.1
‘Belastung, Bedrängnis, Mühsal, Not’
2.1.1
allg.:
im tete der kumber alsô wê Iw
1344.
7802;
Eracl
3001;
KLD: RvR
1,60;
wer wær, den der kumber niht enmüete? Neidh
WL 23:1,12;
so dich dehain kumbir anevalle PrGeorg (Sch)
22,11;
swenne in kumber ane gât RvEAlex
4950.
5577;
mîn kumber / ir ze herzen nâhen gât KLD:
UvL
47: 2,6;
bî sîme herzen kumber lac Parz
176,30;
der kumber der mir nâhen lît Iw
5484;
daz mir der kumber [die Last, die
Mühe] ist gespart, / daz ich hie sage ir hôhen prîs
KvWTroj
19686;
~ hân
Iw
4029;
Walth
97,22;
Parz
467,21.
650,18;
DvASchr
338,13;
~ doln
ReinFu
K,270;
Parz
583,18;
Walth
52,30.
121,18;
~ lîden
Parz
408,5;
Iw
7801;
als einer grôzen kumber leit, / der ander mit gemache
was Eracl
2746;
daz tier [...] / von hitze
lîdet kumber KvWTroj
20157;
~ erlîden
Iw
4389;
daz ich mit arbeitlîchen siten / vil kumbers hân durch
dich erliten RvEBarl
1644;
~ tragen
Wernh
A 1692;
Iw
7800;
Parz
137,28.
442,6;
solhen kumber, den ich von ir trage SM:
JvW
5: 2,3;
~ gewinnen
Iw
5785;
Parz
367,12;
Neidh
WL 10:1,5;
(jmdm.) sînen ~ klagen
Iw
5770;
Walth
63,11.
72,36;
NibB
1943,4;
Winsb
10,3;
diu frouwe [...], / diu im
vil kumbers machte Parz
531,10;
ach, Minne, wie du mînen kumber mêrest! SM:
JvW
5: 3,1;
~ wenden
Parz
635,26;
Tannh
14,27;
KLD:UvL
50: 2,3;
~ büezen
Iw
5597;
Tannh
6,125;
unze ich mînen kumber [...] volende
Neidh
WL 16:5,10.
–
~ unde nôt
NibC
1315,4;
Iw
5449;
PrLeys
4,23;
Yolande
2642;
~ unde arbeit
AHeinr
292;
Flore (P)
5438;
~ unde pîn
Krone
27658;
Ottok
4714;
kumber unde haz KLD: RvR
1,62;
laster unde cumber /
[...] und scade unde scande
SAlex
1657;
kummer und scham Renner
11718;
iuwer ungemach / und iuwer kumber
Eracl
3577;
VirgH
362,2;
vrie dich von allem dem, daz zuͦval,
anhaft und kumber mag bringen Seuse
288,14
(=
Eckh
5:435,1
).
–
daz er mislîcher nôt / âne kumber genas
Iw
2727;
ob er von lenge des weges âne kummer
[
oportune
] dar mach komen
StatDtOrd
92,3;
in ~ komen
Iw
6324;
Parz
657,26;
SM:HvT
2: 4,4;
in ~ bringen
Walth
71,37;
Athis
Ac 11;
des ich in grôzem kumber stân RvZw
25,5
(vgl.
der kumber dâ ich inne stên Iw
4184
);
ob ich verschaide oder in andern chummer geuiele von
vanchnuͤst oder von andern dingen UrkCorp (WMU)
1533,16;
er zuckit sih in einen cumber, / dâ er nit ûz ne
mac comen SAlex
1530;
er was mit kumber sô geladen Parz
473,20;
KvWTroj
18730;
und muoz [...] / mit
kumber nâch ir [Ehre] strîten
RvEAlex
14974;
wande mich sîn manheit / von grôzem kumber lôste
Iw
5835;
daz er in schiet von kumber grôz
Parz
280,11.
–
kumbers phlegen
Parz
210,26.
467,18;
[
im wart
] kumbers buoz ebd.
12,14.
76,24;
KLD:UvL
7: 2,8;
ez tuot dir kumbers buoz Parz
127,28.
171,3;
HvBer
3249;
sô bin ich kumbers wol gewon Iw
7798;
des kummers joch Renner
11446;
kumbers nôt Wig
11623;
Renner
24192;
kumbers swære LvRegFr
4331;
kummers ungeval Elis
5004;
kumbers weter [schweres
Unwetter]
Iw
7808.
–
mannes kumber Parz
673,17;
rîter kumber
[Kampfesnot]
Wh
3,17;
minnen kumber Parz
588,6;
siechtuomes kumber LvRegFr
4674;
des tôdes kumber RvEAlex
7245;
KvWSilv
362;
ez sî mîn sender kumber grôz / weisen kumbers hûsgenôz
[der Not eines Verwaisten gleichkommend]
UvLFrd
150,15;
der welt kumber Krone
16970;
Hornb
1,Überschr.;
Regenb
3,468ia.
–
alter/ niuwer ~
MF:Reinm
38: 1,6.
39: 1,7;
Parz
10,23.
530,14;
KLD: WvK
1:1,3;
grimmer ~
KvWTroj
16638;
KvWPart
15387;
herzelîcher ~
Rennew
16364;
hôher ~
Parz
137,28.
442,6;
langer ~
MF:Reinm
49: 1,3;
SM:UvS
24: 1,4;
strenger ~
SM:JvW
4: 2,7;
VirgH
363,3;
süezer ~
MF:Reinm
15: 1,1;
sæliger ~
KLD:UvL
10: 2,1;
sender ~
UvLFrd
150,14;
SM:HvT
2: 2,6;
senelîcher ~
Walth
71,37.
– Pl.:
[kein Abenteuer der anderen Ritter] gap sô
hôhen pîn [...]. / solten dise kumber sîn al
ein, / Gâwâns kumber slüege für Parz
584,2;
die kumber die er danne hât, / die kan ich dir niht zelen wol
WälGa
3116
2.1.2
auf eingeschränkte materielle Verhältnisse, (finanzielle) Bedürftigkeit
bezogen:
wie diu Sælde kleiden kan, / daz si mir gît kumber unde hôhen muot.
/ sô gîts einem rîchen man / ungemüet: owê, waz sol deme selben guot?
[...] / mîn kumber stüende im dort bî sînen
sorgen baz Walth
43,2.8;
man sach die reinen süezen / den armen livten büezen / ir kvmber vnd
ir armekeit Martina
5,89;
armût, kummer unde leit Erlös
984;
dîn kumber und dîn arbeit Eracl
683.
–
won im ander kumber bî, / ez sî pfantlôse oder
kleit, / des sol er alles sîn bereit Parz
651,24;
sîn kumber wart sô veste, / daz er niht mêr
vergelten kunde [er steckte so tief in
Schulden]
StrAmis
322;
StrKD
161,98;
vnd verkofet min vater Heinrich [...]
dise wise vmbe sin rethe nôth vnd enphiench die haller vnd vertraib sin
noth vnd sinen kumber mit den hallern UrkCorp (WMU)
2326,32
2.2
‘Schaden, Beeinträchtigung an Eigentum oder Vermögen’
daz ich [Vorbesitzer] vnde min erbvn, swas sie
[die neuen Besitzer] lihte kumbers an diseme
guͦte ane gîenge vnd coste, abetuͦn sulnt UrkCorp
(WMU)
N99,8
(oder zu 2.3?);
[...] sol ich enkain kvmber alde nôt han von den
vorgenanten koͮfern noch von ir erbon ebd.
1978,10;
zweient si och mit iemanne, wir sulen si husen inde halden also, dat des
de selue grieuinne ane schadin inde ane kumber bliue ebd.
59,26;
vnd hab inen ledig gelâssen âne allen kumber vnd widervorderunge
allú irú guͦt ebd.
3212,6;
ane kumber vnd ane vnrehte ansprache ebd.
N639,43
2.3
‘finanzielle Belastung, Abgabe’
das suͥ niemer enkain stuͥr geben suͥln noch niemer
enkain andern kuͥnber, der die stat an valet UrkZürich
8,368
(a. 1311)
2.4
‘Beschlagnahmung, Pfändung’,
~ ûf etw.
tuon
(vgl. frnhd. kummer tun
WeistGr
2,339.340.
5,258;
FWB 8,1776):
man hette in [zwecks Befriedigung seiner
Geldforderung] geweiset an hutten, heuser und bergwergk,
dorauff er dann gericht, kumer und verbot thun hat BgRIglau
452,24
MWB 3,2 674,33; Bearbeiter: Bohnert
kumberbære
Adj.
‘Bedrängnis, Mühsal, Not verursachend’
kummirbêre armût NvJer
9433
MWB 3,2 676,50; Bearbeiter: Bohnert |