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ABCDEF s.VGHIJKL
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k – cadmia
kaf – kalc
calcaire – 2kalle
3kalle – kaltlîchen
kaltnisse – kamerærse
kamerbëlle – kamerselde
kamersidel – kampfer
kampfgenôʒ – kampfwât
kampfwërc – kanonîen
kanonike – kanzelschrîbære
kanzwagen – Cappadociære
kappân – kappûnen
capût (?) – kardenâldiaconus
karele – karra(t)sche
karre – karthiusære
kartur – kæselîn
kæse|lüppe – kasten
kastenære – kathecuminus
kathezizieren – kauerære (?)
kauergerihte – kefse
1kegel – keisertuom
keitivic (?) – kelken
këllære – këlre
këlstëchære – 2kemelîn
kemelînvleisch – kendelîn
kenecte – keppechîn
keppeler – kerkerhaft
kerl – kerrîne
kerschlich – kerzîn
kerzlach – ketenwambîs
kettelinc – keʒʒelære
keʒʒelærinne – kîche
kîchen – kiesærinne
kiesen – kindebet
kindechîn – kindestac
kindestohter – kintbettegemach
kintbetten – Kiperære
Kiper(e) – kirchenbrëchære
kirchenerbe – kirchhërre
kirchhof – kirchtac
kirchtor – kirnen
kirnîn – kitzelen
kitzelîn – kiuwe
kiuwen – klâfterlanc
klâftermâʒe – klagenôt
klagerede – klamben
klamen – klæret
klârheit – klëber
klëbereht – klegerse
klêgrüene – kleinlîche
kleinlîcheit – kleinvüegunge
kleinzëhende – klepfze
kleppisch – klinge
klingelære – klobeholz
klobelouch – klôsterknëht
klôsterlëben – klôsterweide
klôsterwërre – klûde
klüege – klupfen
kluppe – klutterât
klûwen – knëhtelîn
knëhten – kniel (?)
knieleip – knodebôʒe
knödel – knubelen
knugelîn – kobel
kobel – kochman
kochsudel – kôle
kôlegruobe – kolner
kölnisch – komelinc
komen – condewier
condewierde – konkavelite, konkavelit
conplêt – convëntkopf
convëntswester – koraze (?)
körbelîn, körbel, körblî – körnære
kornban – kornmesse
kornmetze – corporâl
corporâlgewæte – kostebæric
kostebærlich – kötze
kotzeht – koufgenôʒ
koufgiric – koufschalc
koufschanze – krachen
kradem – krâme
kræmel – kranc-
krancmüetic – 1krapfe
2krapfe – krëb(e)ʒ
krëbeʒen – krefticheit
krefticlich – kreiʒgengel
kreiʒlingen – kreter
kretscheme – kriechelîn
kriechen – krîgen
krîieren – krippen-
krîsch – kristâbent
kristalle – kristenin
kristenisch – kristiâne
kristier – kriutener
kriuzaltære – kriuzloht
kriuzphenninc – 1krœnen
2krœnen – krotenstein
krotenstutz – krülle
krüllel – krupfei
krüpfen – krûtmezzer
Krûtnowe? – kûchen
kuchenære – küechelmël
küefelære – kugelhuot
kügellîn – kumberlich
kumberlîn – kûmen
kumer – kunde
künde – künftigære
kunftlich – künigeslêhen
künigessilber – künstelîn
künstelôs – kuntmeister
kuntsame – kuosërtærinnesun
kuo|smër – kuppe
1kuppel – kurdewân
kurdewænære – kurpen
kürre – kurtois
kurtoisîe – kurzwîle
kurzwîlen – kuster
kusterîe – kutzelvleisch
kützen – kûze

   kumberwende - kumpf    


kumberwende swF. ‘Abwenderin von kumber 2.1 du jamers kummer wende WhvÖst 9564

MWB 3,2 681,40; Bearbeiter: Bohnert

kûme Adv. ahd. kûmo (AWB 5,470). ein Adj. kûm(e) (vgl. schweiz. chūm, mnd. kü̂me u.a., s. EWA 5,868 s.v. kûmîg) ist unbelegt, von den früher dafür angeführten Stellen zeigen Tr 852 (s. DWB 5,352) und LvRegFr 1708 (l. kûme ir lîpnar) das Adv.; Fittiche 361 ist kranc zu lesen (Hs. Berlin, Staatsbibl., mgf 736, fol. 14#’r). diphthongiert koume (Reimbelege: Krone 3725; Mantel 965; Kudr 1603,4; Loheng 4736 ). kivm- RvEBarl (W) 596,20; Bihteb 9. häufig vil (auch harte) kûme. 1 ‘ mit Mühe, unter Anstrengungen, Schwierigkeiten’
1.1 deutlich auf körperliche Handlungen bezogen
1.2 in weiterem Sinne
1.2.1 allg.
1.2.2 jmd. tut etw. kûme , ‘es fällt jmdm. schwer, etw. zu tun’
1.2.3 ‘mit Mühe und Not, mit knapper Not’
2 ‘fast nicht, nur wenig, so gerade eben’
3 ‘eher/  wahrscheinlich nicht, schwerlich’
3.1 allg.
3.2 litotetisch i.S.v. ‘gar nicht, gewiss nicht’ (vgl. Hübner, Ironie S. 95f.)
4 ‘nicht völlig, nicht einmal; höchstens, bestenfalls, gerade einmal, knapp’
4.1 allg.
4.2 bei Zahlangaben
   1 ‘ mit Mühe, unter Anstrengungen, Schwierigkeiten’    1.1 deutlich auf körperliche Handlungen bezogen: doch was er sô sêre wuont, / den schilt er kûme dar getruoc Parz 595,27; einen swæren stein [...]. / in truogen kûme zwelfe NibB 449,4; einen pfarren [...] unmâzen starc [...]: / vil harte kûme in hundert man / gevüerent KvWSilv 4590; kum wart er [während eines Unwetters] [...] / zu der kirchen getragen / mit vil grozer arbeit / unde in ein grab da geleit Vät 23393; sin horn Olivanden [...] erhuͦbe er chuͦme genuͦch StrKarl (S) 7985; alsus neigir dô Riwalîn / vil kûme, als ez dô mohte sîn / von eime tôtsiechem man Tr 1288; sie mochten kvme vber daz felt / vor toten geriten Herb 13302; den adem her [ein Gelähmter] kvͦme behielt / in sineme libe Ägidius 1477; VMos 28,21; SAlex 6746. ir herzen sûft daz wort zebrach / daz si vil kûme gesprach Er 5349; [ er ] sprach / kûme unde kûmeclîchen Tr 9462; daz wort sprach er chume Rol 1541 (ähnl. Kchr 14460; StrKarl (S) 1802; GvJudenb 4641; Vät 25420 ); nû het er in gedrücket vor sô harte, / daz er kûm daz wort gewan Loheng 2217. mit der tjost er im sluoc / den schilt an daz houbet. / dâ von wart er betoubet / daz er kûme gesaz Er 772; an ir herze kom ein schric, / daz si dâ vor kûm gesaz Georg 2843; Rol 2055. 6064; Iw 3672; UvZLanz 4483; Häslein 452. – neben anderem Adv.: und lebete [...] in swacher wât / kûme und ermeclîche Flore (P) 2413; hart und choume / gie ich GvJudenb 3698; kûme und jæmerlîche / lebte [der sterbende Darius] RvEAlex 14889; diu kam durch daz gevilde [...] / kûm unde gar lancseime KvWTroj 5917    1.2 in weiterem Sinne    1.2.1 allg.: die [ maistere ] gewinnent etewenne den wîstuͦm alsô chûme sam man daz wazzer shephet ûz deme brunnen TrudHL 61,30; (Kompar.:) allez daz edel ist daz gewinnet man kûmer unde bekumt sîn müelîcher denne des unedelen DvASchr 346,11; swie kûme wirz gewinnen [so sauer es uns auch wird, es anzuschaffen] Tr 7130; ja erwarp ich daz vil kûme, daz si mir wart sô holt NibB 1129,3; sî brâhten vil chûme [ vix Idt 15,13] zesamene / den roub inner drîzich tagen JJud 1753; vil kûme wart der herre wider ze sinnen brâht NibC 1083,1; [ er ] behielt in kume mit aller not [hielt ihn ... ab (von seinem Vorhaben)] Vät 7658; sô gibest dû [Bauer] dînen dienst sô kûme [mit innerer Überwindung, widerwilliger Anstrengung] und sô trâge PrBerth 1:151,27; er lœset mangen hie diu pfant sô kûme [er ist nichts weniger als milde ] KLD: Schulm 2:3,14; KvWTroj 26728; AlbvHaig 2,7; Reinfr 27181    1.2.2 jmd. tut etw. kûme, ‘es fällt jmdm. schwer, etw. zu tun’ – oft ~ erbîten/  erbeiten: helt, niht ne sûme, / wandih erbeite dîn kûme SAlex 3655; vil chûme erbait der kunic hêre, / daz im der tagesterne / fruo kunte den tach Kchr 7864; owî wie kûme ih des erbîte! ebd. 5722; des erbeitete daz kint / harte kûme und über maht Flore (P) 3225; Iw 7449; Parz 621,5. 647,8; NibB 301,1. 660,1. – mit Verben des Unterlassens, Meidens, Scheidens, Ertragens: ouwî wie kûme er daz verlie [...], / daz er niht wider sî ensprach! / dô muoserz doch durch vorhte lân Iw 1700; Neidh WL 13:6,7; ir nâhen umbevange, / die wellent sî so kûme lân SM:Had 14: 1,10; swie kûme ich dîn doch müge enbern Tr 5127; SM:KvL 8: 4,2; KLD: RvR 2,91; KvWLd 31,118; wie kûm ich verbir / daz ich die vil guoten niht ennenne KLD: SvL 4:1,8; KLD:GvN 27: 3,5; [ er ] schiet von den gesten kûme, / wan er mit langer sûme / unsanfte sich von in gebrach KvWTroj 28149. 9453; si lât in kûme varn SM:Had 14: 2,3; swie kûme ich verdulde / solhen kumber SM: JvW 5: 2,2; wie kom er daz vertruog, / so muost ers doch vertragen Ratte 26    1.2.3 ‘mit Mühe und Not, mit knapper Not’ ~ enbresten/  entrinnen: daz sim [die Gans dem Falken] harte kûme enbrast Parz 282,17; Kudr 865,1; Helmbr 1868; daz er von dan / mit grôzer nôt vil kûme entran KvWTroj 45532; wie kûme er dannen entran! Kchr 4362. 2590; NibB 2311,4; Tr 8983. 9036; neben Sachsubj.: daz gut [...], daz dem rauplichen wazzer chovme entrinnet UrkCorp (WMU) 2345,12. ~ genesen: wer an den tagen [Unglückstagen] siech wart, der starb oder genas kume MNat 17,31; daz er vil kûme mohte genesen Wig 911; harte kvme er genas Herb 10986; sô daz er kûme iedoch genas Parz 16,21; En 10889; Iw 6210. ~ leben u.ä.: nv sihestu wol, daz ich kvme leben, / wen mir so leide nie enwart Herb 8646; wi chûme ez Iacob gelebete / daz dev wihe wart getan VMos 23,17 (vgl. er uorhte ime in den tôt ebd. 23,11 ); vil kûme hêten si ir leben Wig 5048; den lieb sie kume behielt Athis A* 42; AvaLJ 167,5; Wig 2161; Rennew 3999    2 ‘fast nicht, nur wenig, so gerade eben’ swie kumberlîche ez aber nu stê, / swie kûme sô mîn schîbe gê [obgleich das Glücksrad mir beinahe still steht; zum Bild vgl. de Boor, Fortuna S. 318, Wackernagel, Kl. Schr. S. 254f. (mit falscher La. krumbe)] Tr 14470; daz si [die gugel ] niden sî sô enge, / daz daz houbt kûm hin durch kumt Ottok 77626; ein velt [...] sô breit daz ein gezelt / vil kûme drûffe stüende Parz 398,21; ez ist kûm mitter tac Ottok 61337; in wart kûm diu wîle, / daz si mit balder île / entwichen ebd. 29238; [ sî was ] von vorhten alsô gar verzaget / daz sî vil kûme ûf gesach Iw 5231; dú mugge ist also klein irchant / das si vil kume oder niht / ieman von ir kleine siht RvEWchr 10076; dô er begunde wahsen, daz er chûme mahte sprechen Gen 897; wærn min eines drie, / die sagten kume die ærbeit / die ich [...] leit Rennew 12309; vil chume si iz geloupten AvaLJ 172,4; das glöbe ich harte kume VirgH 141,10. – zeitl.: der wirt sprach: ‘[...].’ / kûme volante er disiu wort, / den got ze dienste het erkorn [d.i. Wilhelm] / vazte daz ros mit den sporn, / daz sich erhuop mit sprungen UvEtzWh 3450. – neben Sachsubj.: diz weter dri tage stunt. / an dem fierden vmbe mitten tac / harte kvme ez gelac Herb 17133; siben ohsen, di wârn veist genuoc, / daz si ir bein kûm getruoc EnikWchr 5664 (oder übertr. zu 1.1)    3 ‘eher/  wahrscheinlich nicht, schwerlich’    3.1 allg.: ein ture rittere inlezit sich nicht vahin und wirdit cume gevangin, he in gebe sich dan selbe gevangin Parad 88,36; ich bin in dem wane, / daz kvme gelich ir si geborn TürlArabel *A 201,5; mit dienst man iezuo harte kûme guot erwirbet KLD: Schulm 4,1; wan och die burger alle kûme vnd vnsanfte moͤchtin vber ein komen [bei Wahl eines Pfarrers] UrkCorp (WMU) 838,36 (ähnl. StrKD 141,153 ); kûme unde kûmeclîche Tr 6577; kûme oder niemer ebd. 4925. 8155; kûm oder lîhte niemer KvWTroj 2299; kume oder niht RvEWh 7611. – Kompar.: daz ding, dc geschehen ist, mag mĕr gesterchet werden, minre angesprenget, chumer zirstoͤrt, dc mit dem urchu̓nde der schrift bestetet wirt UrkCorp 2789,24; dû wirdest als kûme rîch mit der unê als mit der ê, oder kûmer PrBerth 1:279,2; vil kumer danne kume [es hielt schwerer als schwer, dass] / dekein sun alda genas RvEWchr 8579; so man [...] ie verrer [von Gott] gat, so man ie kivmer wider komet Bihteb 9; dester kumer WolfdD (H) 1131,4; PrEngelb 185,139; PrNvStr 293,2. – Superl.: [ der vriunt ] wirt unsanfte funden und behalten aller kûmest KvWLd 32,148    3.2 litotetisch i.S.v. ‘gar nicht, gewiss nicht’ (vgl. Hübner, Ironie S. 95f.): ein wunder daz niht mac geschehn: / daz der ôster ôriens / werde wester okzidens [...]. / alsô kûme mac ergân / daz dû mir mügest widerstân RvEAlex 6049; fröide ist also tiure / und als edel und so hêre, / daz si kûm ieman vergelten kan [d.h. niemand] SM:KvL 17: 4,3; des dû vil kûme hie gewert / von mînem lîbe werden solt RvEBarl 12170; unreht ich kûme dulde / und mac sîn niht gelîden KvWSchwanr 642; wie kûme ich bræche mîne triuwe und mînen eit! [wie unmöglich ist es mir] MF:Hartm 17:1,8; kûme ich slüege ir wengel unde ir munt sô rôt [es würde mir nicht möglich sein] KLD: HvW 1:5,6; ân hinderrede und âne nît / vil liuten zunge kûm gelît Boner 3,4; Vät 8982. 27511. 28391; Boner 3,12. 6,41. 22,23. 42,58    4 ‘nicht völlig, nicht einmal; höchstens, bestenfalls, gerade einmal, knapp’    4.1 allg.: daz fúr der helle ist so starc, daz unser fúr vil kume sin schate were Lucid 8,16 (ähnl. Parad 120,33 ); sus wirt der michele Rîn / vil kûme ein cleinez rinnelîn Tr 19442 (ähnl. StrKD 6,122 ); der [ stein ] ist vil wunderkleine: / kûme als ein bône Volmar 411; sîn leben clebete / kûme alse an einem hâre Tr 9407; unser ist kume ein hantvol Rennew 31477    4.2 bei Zahlangaben: swer kûm driu ros geleisten kan EnikWchr 27648; si wârn alle tôt / unz kûm an driu hundert man Ottok 51645; kûm mit zehen knehten / reit er ebd. 7199. 79373. [ er fuor ] unz daz er kûm ein mîle / hêt ze Rôm in die stat EnikWchr 21380; kûm aht schuzze lanc Ottok 16069; ir hûs was dâ bî / vil kûme in einer mîle Iw 3435; Rennew 31164; er reit, unz er kûme an den tan / drî rosloufe mochte hân HvFreibTr 1689; Rennew 16396. PrBerth 1:147,28; Pass I/II (HSW) 32808. chume dri tage SalArz 39,55; kûme siben jâr / oder lützel mêre Tr 3673; wand ich dannoch kaum bi drin iaren waz UrkCorp (WMU) 3301,6; sehzic jâr, / diu er hie [auf Erden] kûme leben mac LvRegSyon 1807; Vät 11396; Ottok 47973. 91096

MWB 3,2 681,42; Bearbeiter: Bohnert

kûmeclîche, -lîchen Adv. vgl. ahd. kûmîg Adj. ‘schwach, kraftlos’ u.ä. (AWB 5,467). 1 ‘ mit Mühe, unter Anstrengungen, Schwierigkeiten’
1.1 auf körperliche Handlungen bezogen
1.2 in weiterem Sinne
2 ‘eher/  wahrscheinlich nicht, schwerlich’
   1 ‘ mit Mühe, unter Anstrengungen, Schwierigkeiten’    1.1 auf körperliche Handlungen bezogen: mit nœten kûmeclichen gar / brâht ich in [einen im Wasser liegenden toten Bären] ûf des landes griez KvWPart 18372; der gut ritter [...] zittert so sere das er die konigin kam [= kûme ] mocht gegrußen [...]. der gut ritter und der truchses knyten nyder fur die konigin und grußten sie, der gut ritter doch kumeclich Lanc 290,22. [ er ] sprach / kûme unde kûmeclîchen Tr 9462    1.2 in weiterem Sinne: ich hân [...] / vil kumberlîche [La. kumecliche ] her gebiten [vor der Tür der Geliebten] MF:Reinm 11: 5,14; daz si vil kûmeclîche erbeit, / daz ir diu naht hin zuo geschreit KvWTroj 10125; David [...] lebete kûmiclîche [Hs. kōmeclich; lat. Vorlage: plurimis distraheretur solicitudinibus ] LBarl 7832. des [verlorenen Garnknäuels] mocht sÿ kumerlich enbern KvHelmsd 3151 (l. kumeclich? vgl. kûme en-, verbern s.v. → kûme 1.2.2)    2 ‘eher/  wahrscheinlich nicht, schwerlich’ swie guot, swie lobebære / der wâfenroc doch wære, / er was doch sîner werdekeit, / der in dô hæt an geleit, / kûme unde kûmeclîche wert Tr 6577

MWB 3,2 684,46; Bearbeiter: Bohnert

kumel, kümel stM. kumin

MWB 3,2 685,7;

kumel stMN. Ansatz unsicher, viell. kumbel, wenn zu as. kumb(a)l stN. ‘schimmerndes Zeichen’ (SehrtWB S. 314f.), ahd. kumbalboro ‘Heerzeichenträger’ (AWB 5,458, s.a. EWA 5,861f., DWB 5,2589); vgl. mögliches ahd. kembil für lat. crista (AWB 5,88). ‘Helmschmuck’ dar ob ain kumel lise / guldin sich wegte, / uf dem helm sich regte / mit sprungen ain lebart WhvÖst 15554

MWB 3,2 685,8; Bearbeiter: Bohnert

kûmelîche, -lîchen Adv. kiumelîche KvWTroj 20454. 1 ‘mit Mühe, unter Anstrengungen, Schwierigkeiten’
2 ‘fast nicht, so eben gerade’
3 ‘eher/  wahrscheinlich nicht, schwerlich’
   1 ‘mit Mühe, unter Anstrengungen, Schwierigkeiten’ die vrowe kumelichen sprach: / ‘herre min, do ich dich sach, / do wart min herze in mir swach [...].’ / hie mite sie der rede sweic. / daz houbet ir aber nider seic / von ummacht Hester 1224. – in weiterem Sinne: daz golt daz was dar în [in ein Seidengewand] geweben / niht in der hovemâze: / die sîdenen strâze / die kôs man kûmelîche dâ: / si wâren [...] in daz golt versenket, / daz man daz werc dâ kûme sach Tr 11109; si twanc diu minne und ir gewalt, / daz [...] si des kûmelîche erbeit, / daz der tac ein ende enpfienc KvWTroj 8536. 20454    2 ‘fast nicht, so eben gerade’ dî [...] vant iren [unter Gefallenen liegenden] man / vil kûmelich daz lebin hân [ maritum suum semivivum ] NvJer 7230    3 ‘eher/  wahrscheinlich nicht, schwerlich’ swie guot, swie lobebære / der wâfenroc doch wære, / er was doch sîner werdekeit, / der in dô hete ane geleit, / kûme unde kûmeclîche [La. kumeliche ] wert Tr (M) 6581

MWB 3,2 685,16; Bearbeiter: Bohnert

kumelinc stM. komelinc

MWB 3,2 685,38;

kumelle Subst. nach Rosenqvist 2,142 zu mfrz. gommene, gumène, mlat. gumena (vgl. afrz. goume, s. K. Baldinger, Etymologien, Bd. 2, Tübingen 1998, S. 468-470); vgl. aber auch mlat. camillum (MlatWb 2,118). ‘Ankertau’, auf einem Wappen: der [ vane ] was [...] / hymel bla nach phyn lasur, / rubin rot was ain figur, / von chumelle sechs zincken entwer [sechs Querstreifen] WhvÖst 14469

MWB 3,2 685,39; Bearbeiter: Bohnert

kümelpulver stN. ‘Kümmelpulver’ wem diu augen rôt sein und krank, der nem kümelpulver [ pulvis cymini ] und twer daz mit rautensaf BdN 418,2

MWB 3,2 685,48; Bearbeiter: Bohnert

kûmen swV. vgl. ahd. kûmen, kûmôn (AWB 5,459). 1 ‘trauern, wehklagen’
2 ‘sich ängstlich um etw. bemühen’ (so Anm. z.St.; s.a. Lexer 1,1769 und BMZ 1,909a mit einem ähnl., wohl frnhd. Beleg)
3 Bed. unklar
   1 ‘trauern, wehklagen’ (s.a. → kûmern ): ir sanges phleget si [die Taube] niwan kvmende vnde wuͦffende Spec 35,30; kvmende vnde klagende ebd. 35,19; hi von ich kumen ane ende muz Pass I/II (HSW) 38984    2 ‘sich ängstlich um etw. bemühen’ (so Anm. z.St.; s.a. Lexer 1,1769 und BMZ 1,909a mit einem ähnl., wohl frnhd. Beleg): ir súllent uwer hertze zuͦ ime [Gott] keren in daz himelsche vatterlant [...], beitende dez willen gottes, kummende nach sinre eren Seuse 487,28 (oder l. kummernde und Bed. ‘sich um etw. bemühen’? vgl. → kumbern 2)    3 Bed. unklar: alle tage / von disen [göttlichen] sachen dû mir sage! / wir ensulen uns niht sûmen, / dâvon sul wir nu kûmen LBarl 6366

MWB 3,2 685,51; Bearbeiter: Bohnert

kumer M. vgl. nhd. dialektal Ku-, Gum(m)er u.ä. (Marzell 1,1259). ‘Gurke’ cucumer heizet zu duͦte cuͦmir. der ist calder nature Macer 94,1

MWB 3,2 686,3; Bearbeiter: Bohnert

kûmern swV. Ansatz unsicher; liegt Vermischung von kûmen mit kumbern vor (vgl. chummerlich Wernh A 416; chumber ebd. D 461 )? ‘klagen über etw. (Gen.)’ [Joachim will] vil veste wesen an siner ê, / an nihte sich versûmen, / clagen unde chûmern [Hss. chm̂eren, kummeren ] / in der einôde / mennischlicher brôde Wernh 464 (Wernh (W) , Glossar S. 307: „l. kûmen?”)

MWB 3,2 686,6; Bearbeiter: Bohnert

kumft stF. kunft

MWB 3,2 686,14;

kumi, kümi stM. kumin

MWB 3,2 686,15;

kumich stM. kumin

MWB 3,2 686,16;

kumin, kumi, kümi, kumich, kumel, kümel stM. ahd. kumîn (seit 8. Jh.) aus lat. cumīnum; die Formen kumel, -ü- sind seit dem 11. Jh., kumi, -ü- und kumich seit dem 12. Jh. in Gll. belegt, s. AWB 5,468-470, zur Erklärung s. EWA 5,868-869. kumin: Ipocr 70. 218. 287 und mhd. Gll. (v.a. SummHeinr ; einmal -vͤ- [14. Jh.]), s. AWB; nach gr.-lat. cy-, ciminum auch mhd. cy-, cimin: Gl 3:228,4; BiblMK 280. kumi, -ü- (auch F.? s.u. 2): UrkCorp 248A,20; VocOpt 49.028. 50.075; GlZfdW 5,21 (BStK 324e); ältere Gll. (auch kume, kome) s. AWB. kumich: Ipocr 131 und Gll. (auch -ü-) s. AWB. – neben kumel auch kom(m)el: OvBaierl 116,61; EvBeh Mt 23,23. ‘Kümmel’ 1 ‘Wiesenkümmel, Carum Carvi L.’
2 rœmische kümi (F.?), ‘Kreuzkümmel, Cuminum Cyminum L.’
3 ‘Echter Schwarzkümmel, Nigella sativa L.’
4 süezer kümel , ‘Anis, Pimpinella anisum L.’
   1 ‘Wiesenkümmel, Carum Carvi L.’ (vgl. Marzell 1,856ff.; in Gll. für lat. cuminum [cy-, ci-], auch careum, carvi, Belege s. AWB und carui: kvͥmi GlZfdW 5,21 ): cyminum haizt kümel. daz ist ains krautes sâm BdN 396,12; kumel mit ganzen secken gehort in den vron hof zu wegen StRPrag 62; wê abir ûch, scribêre und pharisêi ir glîsnêre di da zcêndet minzen und tillen und komel [ quia decimatis mentam et anethum et cyminum ] EvBeh Mt 23,23; zoͮ vnze cvmins Ipocr 70. 287; 1 centner kumels NüP 200; wer des kümels pulvern nimt BdN 396,25; ein phunt [...] von kûmi UrkCorp (WMU) 248AB,20,13; siler ist ein cruͦt, das ist gelich gestal dem kumele Macer 3,6. – wohl hierher (für mögliche andere Bed. s. Marzell 5,315): nim [...] wilden kumel unde mache da von ein stuppe SalArz 73,19. 96,32    2 rœmische kümi (F.?), ‘Kreuzkümmel, Cuminum Cyminum L.’ (vgl. Marzell 1,1266f.): ciminum: roͮmsche kvͥmi GlZfdW 5,21; VocOpt 49.028. 50.075    3 ‘Echter Schwarzkümmel, Nigella sativa L.’ (vgl. Marzell 3,325f.): git [La. gith ] : quoddam infirmum semen, id est ueltcumich, cumich, prothuurz SummHeinr 2:314,71 (= Gl 3:335,51 ). – wohl hierher: der sâm [...] ist mangerlai. etleicher ist swarz und etleicher gelbloht und ainez ist veltkümel [wildwachsender (Wiesen-)Kümmel] und ainez haimisch kümel [angebauter Kümmel (vgl. → gartkümen)] BdN 396,18    4 süezer kümel, ‘Anis, Pimpinella anisum L.’ (vgl. Marzell 3,751ff.): anisium haizt aneis und haizt auch rœmischer venichl [...] und haizt man ez auch süezen kümel BdN 385,1

MWB 3,2 686,17; Bearbeiter: Bohnert

kumme (?) swF. vgl. mnd. kum(me) (MNDWB 2,701), mnl. comme (MNW 3,1730); s.a. DWB 5,2588. ‘Holztrog, tiefe Schüssel’ (Glossar): wilt du machen ein gebraten milich, so nim, do niht veiztes zvͦ si, die kummen vnd, die gelebt si, den hafen, zvͦslahe sie, daz sie sanfte hervz glite BvgSp 25 (s. Anm. z.St.; liest man mit der Hs.: &pp;, so nim die (Milch), do niht veiztes zvͦ si kummen vnd die gelebt si. den hafen zvͦslahe, daz sie sanfte hervz glite, so gehört der Beleg zu kumen stV. und ist der Ansatz kumme swF. zu streichen)

MWB 3,2 686,63; Bearbeiter: Bohnert

kummentûr stM. kommentiur

MWB 3,2 687,10;

kummer stM. kumber

MWB 3,2 687,11;

kumpân stM. kompân

MWB 3,2 687,12;

kumpânîe F. kompânîe

MWB 3,2 687,13;

kumpânin stF. → kompânin

MWB 3,2 687,14;

kumpânjûn stM. kompânjûn

MWB 3,2 687,15;

kumpas stM. zu afrz. compas (vgl. Rosenqvist 1,143). ‘Zirkel’ an dez gezeltes ingang / von nigramanzigen gemachet waz / zwei schöne bilde mit kumpas ParzRapp 68,25

MWB 3,2 687,16; Bearbeiter: Tao

kumpf stM. auch -o-. – vgl. DWB 5,2613f.; zur Herkunft s. EWA 5,872-874 (germ. Bildung), Kluge S. 546 (Lehnw.), s.a. Germ. Rom. 1,91. 2,210f., Hildebrandt, Ton und Topf S. 375-377. Bezeichnung verschiedener Gefäße 1 ‘Napf, (Trink-)  Schale’
2 ein Kornmaß, 1/16 Malter
3 ‘(vom Mäher am Gürtel getragener, mit Wasser gefüllter) Wetzsteinbehälter’
4 wohl ‘Trog’ zum Färben, Waschen oder Walken von Tuchen
5 nähere Bed. unklar
   1 ‘Napf, (Trink-)  Schale’ einen koph [La. komph ] [...] / von rôtem golde geslagen Tr (Mass) 221,3. 224,7(La.) (entspr. Tr 8757. 8881 )    2 ein Kornmaß, 1/16 Malter: xvi. partem maldri, que mensura vocatur chûnf UrkMainz 2,999 (a. 1194). – latinisiert kumpus: ix. kumpos siliginis UrkHess (B) 2,912 (a. 1325)    3 ‘(vom Mäher am Gürtel getragener, mit Wasser gefüllter) Wetzsteinbehälter’ (vgl. Schmeller, BWB 1,1252; SchwäbWB 4,836; PfälzWB 4,691): dem vater er brâhte einen wetzestein, / daz nie mâder dehein / in kumph bezzern gebant Helmbr 1059    4 wohl ‘Trog’ zum Färben, Waschen oder Walken von Tuchen (vgl. FWB 8,1773 und → kümpfel ): quod in dicta area [...] nullum tensorium, quod wlgariter rame dicitur, nec instrumentum ad idem [dazu gehörig] , quod in wlgo kumph vocatur, quoquomodo locare debent UrkHess (B) 2,631 (a. 1303)    5 nähere Bed. unklar: cimpus: chumph Gl 3:694,9 (s. AWB 5,471); pro uno kuͦmp ad novum hospitale ponendo, furato StRechAachen 182,4; vgl. auch altjidd. komp (Timm, Berner Aruch [a. 1290], S. 31, Nr. 230)

MWB 3,2 687,20; Bearbeiter: Bohnert