Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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k – cadmia
kaf – kalc
calcaire – 2kalle
3kalle – kaltlîchen
kaltnisse – kamerærse
kamerbëlle – kamerselde
kamersidel – kampfer
kampfgenôʒ – kampfwât
kampfwërc – kanonîen
kanonike – kanzelschrîbære
kanzwagen – Cappadociære
kappân – kappûnen
capût (?) – kardenâldiaconus
karele – karra(t)sche
karre – karthiusære
kartur – kæselîn
kæse|lüppe – kasten
kastenære – kathecuminus
kathezizieren – kauerære (?)
kauergerihte – kefse
1kegel – keisertuom
keitivic (?) – kelken
këllære – këlre
këlstëchære – 2kemelîn
kemelînvleisch – kendelîn
kenecte – keppechîn
keppeler – kerkerhaft
kerl – kerrîne
kerschlich – kerzîn
kerzlach – ketenwambîs
kettelinc – keʒʒelære
keʒʒelærinne – kîche
kîchen – kiesærinne
kiesen – kindebet
kindechîn – kindestac
kindestohter – kintbettegemach
kintbetten – Kiperære
Kiper(e) – kirchenbrëchære
kirchenerbe – kirchhërre
kirchhof – kirchtac
kirchtor – kirnen
kirnîn – kitzelen
kitzelîn – kiuwe
kiuwen – klâfterlanc
klâftermâʒe – klagenôt
klagerede – klamben
klamen – klæret
klârheit – klëber
klëbereht – klegerse
klêgrüene – kleinlîche
kleinlîcheit – kleinvüegunge
kleinzëhende – klepfze
kleppisch – klinge
klingelære – klobeholz
klobelouch – klôsterknëht
klôsterlëben – klôsterweide
klôsterwërre – klûde
klüege – klupfen
kluppe – klutterât
klûwen – knëhtelîn
knëhten – kniel (?)
knieleip – knodebôʒe
knödel – knubelen
knugelîn – kobel
kobel – kochman
kochsudel – kôle
kôlegruobe – kolner
kölnisch – komelinc
komen – condewier
condewierde – konkavelite, konkavelit
conplêt – convëntkopf
convëntswester – koraze (?)
körbelîn, körbel, körblî – körnære
kornban – kornmesse
kornmetze – corporâl
corporâlgewæte – kostebæric
kostebærlich – kötze
kotzeht – koufgenôʒ
koufgiric – koufschalc
koufschanze – krachen
kradem – krâme
kræmel – kranc-
krancmüetic – 1krapfe
2krapfe – krëb(e)ʒ
krëbeʒen – krefticheit
krefticlich – kreiʒgengel
kreiʒlingen – kreter
kretscheme – kriechelîn
kriechen – krîgen
krîieren – krippen-
krîsch – kristâbent
kristalle – kristenin
kristenisch – kristiâne
kristier – kriutener
kriuzaltære – kriuzloht
kriuzphenninc – 1krœnen
2krœnen – krotenstein
krotenstutz – krülle
krüllel – krupfei
krüpfen – krûtmezzer
Krûtnowe? – kûchen
kuchenære – küechelmël
küefelære – kugelhuot
kügellîn – kumberlich
kumberlîn – kûmen
kumer – kunde
künde – künftigære
kunftlich – künigeslêhen
künigessilber – künstelîn
künstelôs – kuntmeister
kuntsame – kuosërtærinnesun
kuo|smër – kuppe
1kuppel – kurdewân
kurdewænære – kurpen
kürre – kurtois
kurtoisîe – kurzwîle
kurzwîlen – kuster
kusterîe – kutzelvleisch
kützen – kûze

   kupfermeil - kürbære    


kupfermeil stN. ‘Kupferfleck’ slan die Franzoise vil tornoise [Silbermünze] / groz von silbere, [...] / der weiz ich sumelichen valsch: / ich han daz kopfermeil an im gesen Rumelant (K) 7:5,4

MWB 3,2 762,7; Bearbeiterin: Herbers

kupfermünze stF. ‘Kupfermünze’ kupfermünze in goldes schîn / machent manigen einveltigen liuten pîn Renner 13811

MWB 3,2 762,11; Bearbeiterin: Herbers

kupferphenninc stM. ‘Kupferpfennig’ dennoch wirt unrecht wol bekant, / als ein kuppfer pfennig in der hant, / swenne im ûz blicket sîn rôte schîn SSp (W) Reimvorr. 250; (vgl. phenninge kupherin Cäc 1388 )

MWB 3,2 762,14; Bearbeiterin: Herbers

kupferrôt Adj. ‘kupferrot’ Fridebreht der junge [...] [ treit ] ein misencorden [ein Messer] lange: / daz [...] ist kopherrôt Neidh WL 31:8,5

MWB 3,2 762,19; Bearbeiterin: Herbers

kupferrouch stM. ‘Kupfersulfat’ du solt nemen ein teil wîzzes ingeber, daz ander teil muscât, [...] daz achte teil chopherrouch Barth (H) 473; Glossenbelege des 14. Jh.s AWB 5,533

MWB 3,2 762,22; Bearbeiterin: Herbers

kupferschîn stM. ‘Kupferfarbe’ ich enruͦch, daz Berner [Veroneser Münzen] kopfer sin [...]. / die ne bergent nicht ir kopferschin, / zuͦ koufe engelten sie nicht vil: / ich wene, ir wuͦgen drizich kume ein unze Rumelant (K) 7:5,11

MWB 3,2 762,26; Bearbeiterin: Herbers

kupfersinter stM. ‘Kupferschlacke’ möhte er sîns liumuntes golt / ze kupfer sinder mit nîdes zungen / verwandeln, sô wêr im gelungen Renner 7905

MWB 3,2 762,31; Bearbeiterin: Herbers

kupfersmidinne swF. Frau eines Kupferschmieds oder Angehörige einer Familie Kupferschmied: bi vron Hailun hus der kuphersmidinun UrkCorp (WMU) 1207,5

MWB 3,2 762,35; Bearbeiterin: Herbers

kupfersmit stM. ‘Kupferschmied’ cuprifaber: cuphersmit VocOpt 14.007; [ si ] geloubent, daz ein kupfersmit / ûf einen kezzel herte / sô balde nie geberte / als ûf ir helme wart geslagen KvWTroj 37250. – als Bestandteil von Personennamen: herre Waler, der kvphersmit UrkCorp (WMU) 229,29; Johans von Friburg, der kvphersmit ebd. 2844,10. 2100,10; UrkZürich 11,170 (a. 1329)

MWB 3,2 762,39; Bearbeiterin: Herbers

kupfervar Adj. auch kopfer-, chopher-. ‘kupferfarben’ her Dietherich hat einen wurm / mit slegen vir gefasset, / der was wol zwenzig ellen lang / [...], / gros und ungeviͤge gar / [...], / umbe das höbet kuppfer var VirgH 144,9. – bezogen auf die geringe Qualität von Kupfer: din rede ist schone als daz golt, / din triwe ist aber chopher var StrKD 63,69; [in einer Ausdeutung der Bestandteile des Standbilds im Traum Nebukadnezars im Hinblick auf die Weltzeitalter (Dn 2,39):] nû is se [ de werlt zût ‘die Weltzeit’ ] worden kopfervar, / diz ist bî unsen zîten schên [= geschên ] , / daz klagen kristen, heiden Wizlav Sp 7,22

MWB 3,2 762,47; Bearbeiterin: Herbers

kupfervaʒ stN. ‘Kupferfass’ sô giuz ez [die vermischten Flüssigkeiten] in ein chophervaz Barth 133,29. 145,5; nim ein cvphervaz. odir ein heriniz vaz Ipocr 314. 91; mische iz alliz zu samene in ein kupferuaz SalArz 36,36. 36,54; Macer 53,3

MWB 3,2 762,60; Bearbeiterin: Herbers

kupfervingerlîn stN. ‘Ring aus Kupfer’ [eine missetât ] wirt doch rehte wol erkant / als ein kupfervingerlîn an der hant, / dem ûzblicket sîn rôter schîn, / daz mac niht guot silber sîn SpdtL 79,17

MWB 3,2 763,1; Bearbeiterin: Herbers

kupfervlinke swM. ‘(kleine) Kupferplättchen’ geslacht [schön aussehend] quartz mit kupper vlinken Erz III 56,158

MWB 3,2 763,5; Bearbeiterin: Herbers

kupferwaʒʒer stN. ‘Kupfersulfat’ item calizenstain, cuppherwasser StRPrag 62

MWB 3,2 763,8; Bearbeiterin: Herbers

kuppe swF. kupfe

MWB 3,2 763,10;

1kuppel, kupel, koppel, kopel stF. auch MN. Kreuzf , Reinfr ; aus mlat. cop(p)ula vgl. EWA 5,913ff. s.v. kuppil und kuppula sowie DWB 5,1785 s.v. koppel. 1 ‘Band, Fessel’
1.1 ursprgl. ‘Doppelhalsband’ zur Fesselung und Führung von Tieren
1.2 weitere Arten von Bändern
2 übertr. auf die Bezeichnung für die verbundene oder zusammengedrängte Schar selbst (Tiere oder Menschen) ‘Menge, Gruppe’
3 übertr. auf das Recht auf Verpflegung von Pferden oder Jagdhunden (s. DRW 7,1295f.)
   1 ‘Band, Fessel’    1.1 ursprgl. ‘Doppelhalsband’ zur Fesselung und Führung von Tieren: gebunden wâren alle [Hunde] samt / an eine koppel rîch erkant KvWPart 2633. – übertr. auf die Fesselung von Menschen: die hæiligen habent sich vf gezogen, / von der chuppel sint si geflogen / vf zu ir schephære: / hie waren si vmmære Warnung 1768    1.2 weitere Arten von Bändern: copula: chuppula Gl 4:49,8; tuo mir fröide bendic, trûterinne; / dar zuo hôrt niht kupel wan dîn ermel blanc KLD: Schulm 6:3,4; got sprach ‘wir machen den menschen nâch unserm bilde.’ [...] sant Augustînus sprichet: dô er daz bilde suochen wolte in der sêle, dô suochte er ez in dem ûzern menschen; dô vant er vier gelîchnüsse unde drû kuppel unde zwei gesihte Eckh (Pf) 250,33    2 übertr. auf die Bezeichnung für die verbundene oder zusammengedrängte Schar selbst (Tiere oder Menschen) ‘Menge, Gruppe’ die alten und die iungen [Hunde] / durch wunder kament hie und dort / in kluppeln [La. kuppeln ] zu gedrungen HeinzelJoh 66,6; unt werdent du cupel der schaf zersprenget [ et dispertur oues gregis Mt 26,31] EvPerikZürich 63; [Schilderung einer Schlacht:] sich flâhten ‘sunder stricke’ / die rotten in ein kuppel Reinfr 1759; der heiden diet ein michel tropel [Truppe] / sich hêten zu hûfe in ein kopel / gedruct Kreuzf 5748. 1951    3 übertr. auf das Recht auf Verpflegung von Pferden oder Jagdhunden (s. DRW 7,1295f.): que potestates vulgariter appelantur. pėllince. grȧscaf. viltban. cu̇ppelle UrkMittelrhein 1,154 (a. 1222); uel quod ius illud quod in wlgari chuppel et forstreht sonat UrkFreisÖst 1,219 (a. 1262); jus nostrum dictum coppele UrkNiederrh 3,20 (a. 1303)

MWB 3,2 763,11; Bearbeiterin: Herbers

2kuppel stF. ‘Helmhaube’ (Kopfbedeckung unter dem Helm; s.a. → koife swF. und Steinhoff, Lanc., S. 839): [Claudas] schlug Lambegusen mit dem schwert, so das im die kuppel von dem halßberg in das heubt ging Lanc 101,35. 66,6

MWB 3,2 763,49; Bearbeiterin: Herbers

kuppelen, kupelen, koppelen, kopelen swV. 1 ‘an die kuppel legen’ , meist von Hunden
2 übertr. ‘(ver)binden, fesseln’
   1 ‘an die kuppel legen’, meist von Hunden: copulat: kupullot Gl 4:137,65; hie mite kêrten die jegere hin / und koppelten ir hunde Tr 3443; ein schar von edeln hunden, / gekoppelt und gebunden / zein ander KvWPart 2562; swer sô durch den banvorst rîtet, sîn boge und sîn armbrust sal ungespannen sîn, [...] und sine hunde gekoppelt SSp (W) 2:61,3; wen der man vint den lewin in dem walde, so hot he sich gewarnet eynis bogin und geschoz und czweyger hunde gekoppilt MarcoPolo 38,16    2 übertr. ‘(ver)binden, fesseln’ trût, du kupelst alle mîne sinne KLD: Schulm 6:3,1; ir nit mich chopelt / in sorgen bant Minneb 4660; div friheit vnser herzin / muoz mit mengem smerzin / uon vns werden bendic / vz wendic vnd in wendic / gekvppelt vnser wilden gedenke Martina 267,29; er quelt [La. koppelt ] mîn wilde gedanke an sîn bant, al mîn sin ist im bendec Tit 116,4; juden, heiden, valsche cristen, / die der tuvel hat mit listen / gekopelt hir zu samne, / daz her sie dort vordamne HeslApk 11699; daz wir garnen chinde diner zale gechupelet werden [ ut mereamur filiorum tuorum numero copulari ] PsWindb 81,Oratio. – sich ~ : ‘vater, daz wil ich dir sagen’, / sprach er, ‘ich wil topeln / unde mich also kopeln / zur vriheit nach gewinne. [...]’ Pass III 407,40

MWB 3,2 763,54; Bearbeiterin: Herbers

kuppeler stM. ‘Kuppler’ diu frawe schol ain vergiftigz kraut legen umb ir haus und umb ir wonung, daz all aufmacherinne und pœs werberinne oder werber [La. kuppler ] vliehent BdN 226,12

MWB 3,2 764,17; Bearbeiterin: Herbers

kuppelerin stF. ‘Kupplerin’ diu frawe schol ain vergiftigz kraut legen umb ir haus und umb ir wonung, daz all aufmacherinne und pœs werberinne [La. kupplerin ] oder werber vliehent BdN 226,12

MWB 3,2 764,21; Bearbeiterin: Herbers

kuppelgras stN. ‘Gras einer → kuppelweide omnes de eodem allodio liberi esse debent ab omni theloneo et copplegrase UrkNiederrh 1,322 (a. 1176)

MWB 3,2 764,26; Bearbeiterin: Herbers

kuppelvuoter stN. ‘Futter, das auf einer → kuppelweide wächst’ dê zwêunge [...] ûmb daz coppelfuͦter und ûmb dê lûte, dê daz coppelfuͦter gebent ZGO 14,407 (a. 1335). – als regelmäßige Abgabe s. DRW s.v. Koppelfutter

MWB 3,2 764,29; Bearbeiterin: Herbers

kuppelweide stF. auch swF. UrbHabsb . ‘gemeinschaftlich genutzte Weide mit gemeinschaftlichem Weiderecht’ umbe Veringen ligent 7 wisen, die man heisset kuppelweiden UrbHabsb 1:398,12; vmb prukk vnd vmb stêg vnd vmbe chuppelwaide vnd holtz haben wir dise chuntschaft gegeben UrkCorp (WMU) 787,32; jus illud, quod cupel-weyde dicitur DRW 7,1300 (Kehrein, Samml.; a. 1195); et ut ipsi justitiam annualis pascuae, quae vulgari nomine coppelweida dicitur ebd. 7,1300 (DuCange 2,555b; a. 1158); WeistErf 95 (a. 1332)

MWB 3,2 764,34; Bearbeiterin: Herbers

kür stF. md. kor(e), kur(e); auch stM. Meissner , Segremors , Crane . StRFreiberg ; selten swF. UrkNiederrh , HeslApk . Zur Bedeutungsvielfalt in der Rechtssprache s. DRW s.v. Kür. 1 ‘Überlegung, Erwägung, Prüfung’
2 ‘Wahl’
2.1 rechtsspr. Wahl zu einem bestimmten Amt (Königswahl, Ratswahl o.ä.)
2.2 ‘Auswahl, Wahl zwischen zwei oder mehr Alternativen’
2.3 ûʒ der ~ , aus der Zahl der Auserwählten
3 ‘Entscheidung, Beschluss’
4 ‘Strafe, auferlegte Buße’ (vgl. DWB 5,1795 s.v. Kör )
5 ‘Art und Weise, Beschaffenheit’ , mit Präp.
   1 ‘Überlegung, Erwägung, Prüfung’ wir wellen an der kür [wer der beste Dichter ist] ouch wesen Tr 4645; nû muostû disen selben strît / in disen jâren, ze dirre zît / under disen beiden / nâch diner kür scheiden, / swaz dû dir wilt erwerben, / genesen oder verderben Greg 1446; [die Dichtung Gottfrieds] ist eben und ganz, / kein getihte an sprüchen ist sô glanz, / daz es von künste gê der vür, / der ez wiget mit wîser kür UvTürhTr 14; der bischolf sprach ûz wîser kür Helbl 15,579; RvEBarl 6713. 5219; si sprach ‘lieber herre, / nu tuot als ir gebietet, / wan swaz ir mir gerietet, / sô tæte ich doch nâch mîner kür [...].’ Wig 2441; Märt 1164    2 ‘Wahl’    2.1 rechtsspr. Wahl zu einem bestimmten Amt (Königswahl, Ratswahl o.ä.): Otto was sin name erkant: / des kure was doch umme sus Elis 315; fürste ist von adel, nicht von kür Frl 11:6,3; nû hânt sî die kür gelân / an vier und zweinzic herren. / beginnent sich die werren / sô sitzent dem râte bî / erzbischove drî RvEGer 5322; sie iâhen mit gelîcher kür, / man solt in niwan keiser nennen hinnen vür, / swie er doch waer ze Rôme niht gewîhet Loheng 3151; in des keisers kore SSp (W) 3:57,2; er [hat] auch das gelobt, das er nu dem negsten sein chur, ir sey eine oder mer, wende vnd khere an einen man, an wen wir wöllen, also das er den khiese zue ainem römischen khunig UrkWittelsb 2,36 (a. 1294); swen dev maist menige mit rehter chuͦr zv dem rat erwelt UrkCorp (WMU) 2345,19; mit andern fursten, die zuo der kur dez Romichen Riches horent ebd. 3120,34; MarcoPolo 1,24; GFrau 2902. gemeine ~ ‘gemeinsame Wahl, einstimmig’ wirt von Sahsen herzoge Brûn von iu erkorn / mit gemeiner kür Loheng 3240; vnser aigen vogetaͥgen, zu der vnser vorderne von dez selben gottishuse frowen mit gemainer kur [vgl. communi consensu 970A,39 ] erwellet vnd genomen wrden UrkCorp (WMU) 970B,38; da nennen wir hivt mit gemeiner chvͤr graf Vlrichen von Hovnburch ze einem vbermanne ebd. 1114,19; vil kurzlich darnâch / enputen si her für, / daz si mit gemeiner kür / welten zwelfe ûz in allen Ottok 65996; si herbergeten der wider vür [vor der Stadt] , / und tæten ez mit gemeiner kür Wh 223,2; si fröuten sich ir armuot, / diu dûhtes süeze unde guot / und sazten in ir herzne vür / mit einer gemeinen kür, / daz sie deheiner slahte nôt / von gote schiede unz an ir tôt LvRegFr 1529. ~ stêt ane jmdm. ‘die Wahl steht jmdm. zu’ so sal man teilen: daz di kure an im ste zu rechte, wen he uzenwendic den benken si StRFreiberg 204,17. 204,14; houbet und füesse söln in blôsse sîn, und an den henden süln si hân dünne häntschuohe lederîn, und blœssiu swert in den handen, und ir ietweder aines umb sich oder swai: daz stât an ir kur SchwSp (W) 351,7. 404,11; SSp (W) 1:63,4; UrkCorp (WMU) 51,38; Segremors 13,128; SpdtL 175,19    2.2 ‘Auswahl, Wahl zwischen zwei oder mehr Alternativen’ [ich] biute iu zweier dinge kür, / diu leget iuwerm herzen vür: / weder ich belîbe oder var Tr 1529; die kur an zweine er mir do bot: / eintweder lesterlichen tot / oder grifen zu der e Vät 15987; man sol in vor teilen drî kore: daz si daz heiz eisen tragen oder in einen wallenden kezzel grîfen unz an den ellbogen, oder mit einem kempfen sich ze wern SpdtL 120,9; het’ ich die kür von allen vrouwen JvBrabant 7:4,1; nú was es in siner [Gaweins] kúr / zú tuͦn und zú laszen Krone 26238    2.3 ûʒ der ~ , aus der Zahl der Auserwählten: Gôdolîas [...], / der dritte meister ûz der kür KvWSilv 3052    3 ‘Entscheidung, Beschluss’ der herre nach eines wisen mannes chur sande einen boten fur GenM 101,26; Rennewart, nu han ich dir gewegen / din ding: tuͦ oder laz ez sin, / diu kur ste an dem willen din Rennew 17346; got gab uns frie willekür, die kür ein man behüte Frl 5:57,12; dô si sich schieden beide, / dô weinete si vor leide, / daz er sô schiere was genesen; / ir wære, weiz got, liep gewesen, / daz in dennoch lenger vrüre, / wær’ ez gestanden an ir küre RvMunre 560; ist ez mîner vrouwen kür, / ich tuo gern swaz ir gebietet Loheng 934; Albert 603; der bischof Albrecht legete vure / den lûten dâ des pâbestes kure, / waz man der lande solde geben / an ein geistlîchez leben LivlChr 620; bûtet si ez aber zu lôsene nâh der gebûre kore SSp (W) 1:20,2. 2:47,2; plebiscita, que vulgariter kuiren appellantur UrkNiederrh 2,527 (a. 1290). beide weich und hart [sowohl in milder als auch strenger Weise] / mûste man in [den Heiden] legen vor / biz daz sie vielen ûf die kor, / daz sie den touf entpfiengen LivlChr 2446. vrîe ~ ‘eigene Entscheidung, selbstbestimmt’ (s.a. → willekür ): sît ab er mit vrîer kür / den kampf wolde bestân, / sô lie sîz sîn und muosez lân Iw 4354; tut er dehein frumcheit, / so chumt daz erst lop her fur, / daz man in lobt mit frier chur StrKD 35,14; swelch man sich des voreinet / daz er dorch got liden wil [...], / deme schaden die geschoz nicht, / wen her sie dolt von vrier kor HeslApk 227. 9477; der aller besten drizech, / die [...] gaben sich gevangen / und gelopten mit frier chuͤr, / ob Pinabel den sich verluͤr, / daz ouch si wæren verlorn StrKarl (S) 11727; dô sprach der koninc al zohant / ‘mich hât ein vrowe ûz gesant / ûf daz felt durch iren prîs. / ir solt die juncfrouwe wîs / irn vrîen kur lâzen hân.’ Crane 1749; GTroj 2181. 7289; Eckh (J) 45,11; ez ist der lantlûte vrî kore, daz sie gôgrêven [Gaugrafen] kiesen zu îclîcher gâhen tât oder zu bescheidener zeît SSp (W) 1:56; so suͤln die selben erben vreiev chuͤr haben, ob si daz guͦt wellent haben UrkCorp (WMU) 3281,26    4 ‘Strafe, auferlegte Buße’ (vgl. DWB 5,1795 s.v. Kör): pene, que korin appellantur UrkNiederrh 2,436 (a. 1279); quinque solidos coloniensis nomine koere ebd. 2,146 (a. 1243). – Strafgeld: oder he muz besten mit der buze unde mit der kure, di si daruf setcen StRFreiberg 253,13; si muzen zu rechte di kure liden ebd. 244,15. 247,11    5 ‘Art und Weise, Beschaffenheit’, mit Präp.: kulter [Polster] von der kür / daz man in tiure müeze jehen Wh 244,14; man sach ouch manegen an der kür, / der [...] ebd. 361,22; den willen mac man achten / inzwisch zem êrsten in der kur / als er des menschen ist natûr; / [...] / der ander wille kumt sô vur / betracht mit des râtes kur JvFrst 3505. 8339. – häufig zusätzlich mit Adj.: der helt von hôher kür KvWTroj 23446; daz schœne wîp von hôher kür ebd. 354 u.ö.; fürste junc von hôher kür KvWEngelh 1322; man truog in hovelîcher kür / den edlen rittern schône für / daz trinken wünneclîche / in manigem kopfe rîche RvEGer 6005; do sah ich in kuͤnclicher kuͤr / dise werden suͤzen sitzen TürlArabel *R 165,4; RvEGer 5922; sie was wol in sô zarter kür Loheng 6648; in betelicher kur Pass III 302,13; RvEBarl 8292; in dirre zwîvellichen chür / sô lange denchende ich saz KvHeimUrst 1924; die Kriechen dô begunden / mit umberede in wîser kür / in kündeclichen legen für, / wie si in wolden iemer / hœhen KvWTroj 45921; er dranc hin durch in swacher kür Wildon 3,445; in vrecher kúr RvEWchr 16267; Neidh WL 29:3,7; RvEWh 9089; RvEBarl 12578; Physiogn 365. – mit Gen.: des wâpen [...] wart getragen nâch prîses kür Parz 204,4; Wig 10622; si sprâchen gruoz nâch zühte kür Parz 84,19; hie trat mîn ungelücke für / unt schiet mich von der sælden kür ebd. 688,30; SM:HvS 3: 2,7; ob man mich sæhe in jâmers küre Wh 445,28; do trat er vür der Düringe herren in eines trachen kür Wartb (H) 538:14,6; nach der juden kür / tihten ein buoch ebd. 564:8,13; nu greif er in astronomien kür ebd. 565:9,1; mit sanges kür ebd. 560:1,14; nâch sînes herzen kür KvWSchwanr 156; SM:UvS 4: 3,4; Parz 584,4. 509,22. Vät 23790

MWB 3,2 764,45; Bearbeiterin: Herbers

kürbære Adj. ‘vorzüglich, erwählenswert’ [Tristan: ich] bin ze ritterschefte / niht alsô kürbære, / als uns nu nôt wære Tr 6181

MWB 3,2 767,11; Bearbeiterin: Herbers