kürne
stN.
Koll. zu korn stN.
‘Getreide’
swer daz bricht, der gibet ie von dem suͤmer [Getreidemaß,
Scheffel] sehtzic haller, ez sei haber oder corn oder swelherhande
kuͤrn dez ist NüP
119.
120
MWB 3,2 771,14; Bearbeiterin: Herbers
kürnen
swV.
zu →
kürne stF.
‘mahlen, zermalmen’
da vint der han den edeln stein, den er vil cleine kürnet Frl
5:87,6
(s. Anm.z.St. Ettmüller, Frl. S. 306)
MWB 3,2 771,18; Bearbeiterin: Herbers
kurnestein
stM.
auch qui-.
‘Mühlstein’
molaris: churnistain Gl
3:667,14;
ein gebot sprach er [...] / von den zwein quirnsteinen
Pass III
440,56
MWB 3,2 771,22; Bearbeiterin: Herbers
kurnewalisch
Adj.
‘von Cornwall’
von curnewalscher diete Tr
7217.
– mit frz. Suffix:
edeler künic curnewalois Tr
3356
MWB 3,2 771,25; Bearbeiterin: Herbers
kurpen
swV.
Etymol. und Bedeutung unklar.
‘einverleiben’? (kurpeln?) oder ‘einkerkern’?
(kerchen?) (zu den verschiedenen Ansätzen s. F. Bech in: Alemannia 18
(1890), S. 58):
wie dv die tievillichen schar / het gewalteclicher gar / gekvrpit in der helle
sloz Martina
158,23
MWB 3,2 771,28; Bearbeiterin: Herbers
kürre
Adj.
‘zahm, sanft, nicht wild’
die viende wurden kürre. alle ir hohmut gelac Pass III
97,67.
257,50.
475,42;
zuhant wart ouch der selbe man / wol an den gelouben bracht /
und doch alrest mit not bedacht, / di in machte kurre Pass I/II (HSW)
39455.
39634;
jungiu magt sol kürre und wilde sîn, / so belîbt ir lîp und ir lop vîn: / gein
friunden kürre, gein fremden wilde Renner
12097.
5630;
sin [des Königs] wildekeit wart kurre
Hester
1198;
sie waren also kurre / daz sie hielten sin gebot
Vät
7734;
HeslApk
20486
MWB 3,2 771,34; Bearbeiterin: Herbers
kurren
swV.
‘knurren, grummeln’, subst. für Blähungen:
di ruͦte gesoten in wasser unde das mit starkem wine
gemenget, vertribet das curren in dem buche Macer
8,6.
18,5
u.ö.
MWB 3,2 771,45; Bearbeiterin: Herbers
kurrent
stswM.
‘junges Schwein, Läuferschwein’
2 lehen ze Praitenperch gebent ze cinse [...] 2 current
und 2 lember UrbSonnenb
4;
Agareit geit ze cinse [...] 1 schoͤtlamp, 1
currenten ebd.
6
u.ö.
MWB 3,2 771,49; Bearbeiterin: Herbers
kurrier, kurier
stM.
aus afrz. courrier (Rosenqvist 1,144).
‘Läufer, eilender Bote’
hin giengen die kuriere. / si wâren harte schiere / ze Tintaiôle komen în
UvTürhTr
2327.
2433.
– Figur in einem Brettspiel:
wurfzabel und kurrier [
fier
:] / geworht von helfenbeine Wig
10582;
im Schachspiel:
die kurrier sider sint erdâht / und in daz spil durch zierde brâht
HvBer
9702;
sô mügent ir si [die großen Spielsteine] erkennen: /
es ist ein trülle und zwên currier / und ein râtgeb, das werdent vier
Ammenh
2629
MWB 3,2 771,53; Bearbeiterin: Herbers
currît
stN.
aus afrz. cuiret (Suolahti 1,140); stM.
KarlGalie .
‘Lederharnisch’
Irenwart und Uoge, / [...] die sach man ze Wienne koufen
currît unde platen [Brustpanzer]
Neidh
WL 28:9,4;
mich hiez ein frowe ein currît tragen / an blôzzer hût SM:
Ta
3: 1,5;
halsperge unde hosen, schinier, banzier, gurrit, blaten,
ysenhute, armbrust StRAugsb
151,15;
den wapenrock guet ind riche / zoch hey ouch stilliche / op dat kuret enboven
KarlGalie
3860;
synen schilt, ind synen kuret / verhawen hatte der schencke mere ebd.
5637
u.ö.;
MorantGalie
3786.
– als Teil eines Personennamens:
ich Hainreich der alt richter von Egenburch genant der Currit
StiftZwettl
640.
641.
642
MWB 3,2 772,1; Bearbeiterin: Herbers
1curs
stM.
aus mlat. cursus.
‘Stundengebet’ (s.a. →
kursære
stM.):
sô gie si aver schône / t;hint;fur den altâre, / daz si ir churs lâre
[betete] : / dâ stuont si unz an die vesper
Wernh
1384
MWB 3,2 772,15; Bearbeiterin: Herbers
2curs
stM.
aus afrz. cors (Suolahti 1,140).
‘Körper’, nur in Parz , immer in Verbindung mit
bêâ:
diu truoc den rehten bêâ curs. / der name ist tiuschen
schœner lîp Parz
187,22.
283,8.
327,19.
333,24
MWB 3,2 772,19; Bearbeiterin: Herbers
kursære
stM.
aus mlat. cursarius (MlatWB 2,2149; AWB 5,543).
‘Stundengebetsbuch, Brevier’
zarianz: cursere GlHvB (GE)
313
MWB 3,2 772,23; Bearbeiterin: Herbers
kursat
stNM.
→
kursît
MWB 3,2 772,26;
kürsen, kursen
stF.
stM. kürse
UrkRegensb ;
Entlehnung aus dem Slaw. (vgl. EWA 5,923f. s.v. kursin(na)); vereinzelt
mit n-Abfall kürse
Herb ; Nom. Pl. -ne
Himmelr .
‘Kleidungsstück aus Pelz’ (s.a. Brüggen, Kleidung, S. 230):
pelles: chursene Gl
3:626,25;
manstruga: kursen VocOpt
17.098;
SummHeinr
1:322,94.
2:33,71;
si nelegent ze næhiste dere liche hemide noch bruoche, / umbe
chursenne unde bellize habent si neheine ruoche Himmelr
9,6;
röckel, pheit dem wîbe / zôch er ab dem lîbe, / ir kürsen und ir mandel
Helmbr
679.
1285;
ir mandel grüene als ein gras: / ein vêhiu kürsen drunder was
UvLFrd
348,6;
die kvrse vnder der wat, / die was von grozzer ziere
Herb
8476.
8479;
der hêt vernomen alsô mær, / daz der belz, diu kursen wær /
elliu beidiu ohsîn EnikFb
992;
ein kürsen wîze TeufelsÄchtung
212;
ein kürsen schæfîn Helbl
15,67.
3,234;
miner tohter Elspeten schaff ich [...] den guͦten
chuͦrse und min gutiu gærnætsch UrkRegensb
123
(a. 1308);
Martina
231,34;
StRAugsb
151,9;
StRMeran
425;
Holzschuher
173
MWB 3,2 772,27; Bearbeiterin: Herbers
kürsenære
stM.
auch kürsner, kursner; latinisiert kursator
Holzschuher
2166.
‘Kürschner’
swer den vinger uf daz mezzer leget, / so er snidet, als ein
kürsner phliget TannhHofz
102;
ir [der Venetianer] herzog ist ein mehtic kürsenære,
/ unt wart kürsenære crônebære / mit sînem igelvarwen glatze, / sô mac ouch er wol
crône tragen RvZw
145,7f.;
alsô sprach ein kursenær. / ‘lât mich gewinnen ein
kalpfel’ EnikFb
1006.
1002;
die meister von den hiuten, / die schuoster und die lederær, / kürsnær und die
metzigær. / diu hantwerc sullen sich nit schamen HvBer
4701;
ein iglich hvter. ein weizgerwer. ein kursner. sie machent alt werch oder newe
werch RbHohenlohe
31;
Ottok
65673;
UrkCorp (WMU)
244AB,8,3;
UrbBayÄ
282;
WeistErf
111
(a. 1332);
UrkSchles
3,98
(a. 1340).
– als Bestandteil von Personennamen:
Heinrich der chvrsenær UrbBayÄ
547;
brvder Cvnrat der kvrsenær UrkCorp (WMU)
2062,24.
1436,22
u.ö.
MWB 3,2 772,49; Bearbeiterin: Herbers
kürsenbelz
stM.
‘Pelzüberrock’
ir nemet der kursenbelze [aus Schaffell] war: / die
sint swarz unde wiz KgvOdenw
6,54
MWB 3,2 773,4; Bearbeiterin: Herbers
kürsenerknëht
stM.
‘Kürschnergeselle’
Jekel dem kuͤrsnerkneht und dem Mertel von Pazzawe ist die stat auch in
demselbn rehten zwai jar verboten NüAchtb
58;
Ainrinch der chursner und Andre und Ekel und Ottel die vier chursnær chnecht
UrkRegensb
746
(ca. 1325–1350);
Uͤlin der Stötzlin [...] ain kürsnerknecht
DRW
8,192
(ZSchwabNeuburg; a. 1344)
MWB 3,2 773,7; Bearbeiterin: Herbers
kürsenerlêhen
stN.
‘Verpflichtung zur Abgabe von (verarbeitetem) Pelzwerk’
Vlreich und Tacian habent 1 hof ze chuͤrsnerlehen UrbSonnenb
112
MWB 3,2 773,15; Bearbeiterin: Herbers
kürsenhûs
stN.
‘Verkaufsstätte der Kürschnerzunft’ (s. DRW 8,187f.):
dass enkein n[âter], der mit nüwem werke umbe gat, niendert anderst ze markte
stan sol damite, wan in dem kürsenhuse SchweizId
4,849
(Lauff.,Beitr.; a. 1335);
DRW
8,188
(ZürichZftG; a. 1336)
MWB 3,2 773,18; Bearbeiterin: Herbers
kürsenlêhen
stN.
‘Verpflichtung zur Abgabe von (verarbeitetem) Pelzwerk’
Maetzel und Sophey habent 1 hof ze chuͤrsenlehen UrbSonnenb
112
MWB 3,2 773,24; Bearbeiterin: Herbers
kürsenlîn
stN.
Dimin. zu kürsen stF.
‘kleiner Pelzrock’
[Gawan erhält] eine garnasch märderîn, / des selben ein
kürsenlîn Parz
588,18;
daz ir im snel und drât / sendet [...] /
einen belz und ein kursenlîn, / diu schullen beidiu ohsîn sîn EnikFb
999
MWB 3,2 773,27; Bearbeiterin: Herbers
kürsenmeister
stM.
‘Kürschnermeister’
dirre dinge sint gezivge brvͦder Ortolf, vnser hofmæister, vnd
brvͦder Hartman, vnser kvͤrsenmæister UrkCorp (WMU)
2137,25
MWB 3,2 773,33; Bearbeiterin: Herbers
kürsenwolle
stF.
grobe Wolle, die der Kürschner von Fellen abschneidet (s. WMU 2,1063):
man [
sol
] wurchen guͦt lemberin
gewant an [
âne
] alte wolle, vn̄ zv dem
lemberinen tuͦch mag man nemen einen virdvnch chvͤrsenwolle vnd niht mêr
UrkCorp (WMU)
614AB,11
MWB 3,2 773,37; Bearbeiterin: Herbers
kursît
stNM.
aus afrz. corset (Suolahti 1,140);
auch kursat
WolfdD , JvKonstanz , SHort ,
Yolande , kurset
WolfdD , korset
Darifant , gursit
PleierGar ;
sw. Pl. WhvÖst .
‘pelzgefütterter Oberrock’ (s.a. Brüggen, Kleidung, S. 78f. u. Anm.
210):
– meist von Rittern über dem Waffenrock getragen:
sin decke was vnd sin kvrsît / ein undir webin brun samît /
mit golde deme rôtin Athis
E 109;
ieslîcher truog ein kursît / von pfelle oder von samît
Parz
802,17.
320,18.
36,28
u.ö.;
der vürste nam sîn kursît, / einen pfelle brâht von Trîant
Wh
59,12.
129,1
u.ö.;
sîn gursît tiwer unde rîch / noch blâwer danne ein lâzûr
PleierGar
13162.
2177
u.ö.;
sîn kursît ist ein Schampeneis Neidh (HW)
23,19;
kurset vnd gesmide wolt sÿ im abe han gezogen WolfdD
1384,1;
ein kursat schone ebd.
247,1;
des wart von bluͦte nazzen / daz velt und die
kursiten: / ir mænliches striten / kain zage moͤht gesehen han
WhvÖst
17499;
ich wenne och, menge switze / insugin, cursat, mantel ve, /
daz es tuͦt sel, lip, guͦt we SHort
5283;
ein kursât gruͤne als ein gras Yolande
2770;
sîn korsît und sîn wâpenkleit / mit grôter rîcheit was beleit
Darifant
113;
Crane
2581;
GTroj
7625;
UvEtzAlex
13877;
KvWTurn
430;
Ottok
33953.
– auch für Frauen:
von brûnem samît het sie [Dulciflûr] ein kleit, /
einen roc lanc und wît, / hermlîn was ir kursît Wigam (B)
5332.
4459.
864;
zwô juncvrowen reine, / in zwein kursîten / von grüenen
samîten, / die trâten vor in den sal UvZLanz
885;
in deme kursite / irschein di frouwe dougen / vor dirre herren ougen
Elis
2556;
do fuͦrt si ainen kursat an, / [...] / der waz
bortsidin JvKonstanz
689
MWB 3,2 773,43; Bearbeiterin: Herbers |