kebesen
swV.
1 tr. ‘jmdn. zu einer
kebese
machen; wie eine kebese behandeln’ (sie ggf. dann auch verlassen bzw. verstoßen; vgl. DRW 7,683f.) 2 intr. ‘Ehebruch begehen’
1
tr. ‘jmdn. zu einer
kebese
machen; wie eine kebese behandeln’ (sie ggf. dann auch
verlassen bzw. verstoßen; vgl. DRW 7,683f.):
si giht, mich habe gekebset Sîfrit ir man NibB
853,3;
ze Triere nam er ain frowen: / bî der gewan er entriwen /
ainen tiurlîchen sun, / den cuonen Constantînum. / die frowen wolt er duo kebesen
Kchr
7614;
daz er dâ kebse mînen lîp / und er dâ neme ein ander wîp
KvWTroj
8745.
17930;
Iw
3171
2
intr. ‘Ehebruch begehen’
wan wer da lêzit sîne hûsvrowen nuͦr durch unkûscheit und eine andere nimet,
der kebeschit [
moechatur
] ; und wer di gelâzen [
dimissam
] nimet, der kebschit ouch EvBeh
Mt 19,9;
si wartent beide ûf einen man / der kebesen unde triegen kan KLD:Alex
2:17,11
MWB 3,1 177,29; Bearbeiter: Luxner
kebeshalp, -halben
Adv.
‘von Seiten einer
kebese
’
einen ritter von der stat, / der kebeshalp sîn bruoder was
KvWTroj
29789;
Casilân, Prîandes barn, / der kebeshalben was sîn kint
ebd.
33581;
wir sin geborn / niht kebeshalb! wir sin erkorn / so, daz wir
got zu vater han EvStPaul
12475;
Lanc
261,19.
– übertr.:
diu cluokeit ist der kündikeit / kebshalp vil nâhen sippe RvZw
123,2
MWB 3,1 177,44; Bearbeiter: Luxner
kebesisch (?)
Adj.
‘ehebrecherisch’
der selbe was ein kebis kint / von
kebischir [La.: kepslicher
] missetat RvEWchr
19410
MWB 3,1 177,52; Bearbeiter: Luxner
kebeskint
stN.
‘uneheliches Kind’
woldestu gedenken, Dieterich, wer du wærest? du bist ein kebeskint; wie ist
der künic und diu künigin so gar an dir ertœret PKchr
157,17;
ouch is mir worden bekant, / dat Karlle mit anderen wyven / vil heymlicheit
plach zo dryven, / van den er vil keyfskinder gewan Karlmeinet
317,6;
ein wîp mac gewinnen êkint, vrîiu kint, eigen kint unde
kebskint SSpAug
141,19;
Boppe
1:7,18;
RvEWchr
5318
u. ö.
– nicht erbberechtigt:
chebs chinder vnd pankhart [uneheliche Kinder] , die
von den eltern geporn werdent, die niht eleich auf die zeit mochten werden, alz die
chind enpfangen vnd geporn wurden, noch dar nach, die muͤgen niht nemen in chainer
weiz dez vater guͦt RechtssA
E104,16;
im wolten sîne bruoder sin lant niht dienen lân: / si jâhn er wære ein
kebeskint, ern möht niht erbes hân WolfdB
267,4
u. ö.;
WolfdD
1816,4;
UrkCorp (WMU)
2237B,34.
–
[die "falsche Ginover" verleumdet Ginover:] sie ist von
zwein halben [von zwei Seiten, doppelt] kebschkint
[evtl. i. S. eines doppelten Ehebruchs der Eltern? vgl. aber auch
frz. Vorlage: qui estoit ma suer. et ma serve
‘die meine Halbschwester und meine Dienerin war’ (zu einer anderen
Vorlagenvariante vgl. Anm.z.St.)]
Lanc
494,4
MWB 3,1 177,55; Bearbeiter: Luxner
kebeslich
Adj. , -lîche
Adv.
adv. auch -lîchen.
1 Adj. ‘ehebrecherisch, illegitim’
2 Adv. ‘auf uneheliche Weise, unehelich’
1
Adj. ‘ehebrecherisch, illegitim’
umb sündic guot ich sie vil schalt, / sist kebeslîcher minne balt, / ze
gotelîchem dienste laz KLD:Alex
2:9,11.
2:18,7;
wirt dir iht von im [deinem Ehemann] gesagt / von
kebeslîcher minne, / daz lege in dîne sinne / mit bescheidenlîcher phliht: / tuo als
du es wizzest niht Reinfr
11651.
6264;
Parz
415,26
2
Adv. ‘auf uneheliche Weise, unehelich’
ich habe ein kint / erworben kebeslîche Tr
1495.
5429;
man saget daz dehein kint sîner muoter kint kebslîchen sî
SSpAug
141,15;
das si niht wêrin von der art / dú kebeslich geborn wart
RvEWchr
6995;
JTit
1591,4;
SchwSp
132a
MWB 3,1 178,17; Bearbeiter: Luxner
kebesôt
stM.
‘Konkubinat’
pelicatus: kebisoth SummHeinr
2:130,3
MWB 3,1 178,31; Bearbeiter: Luxner
kebesôtære (?)
stM.
‘jmd., der in einem Konkubinat lebt’ (anders AWB 5,63):
pelicatus concubinatus: kebesoter, kebeselinc SummHeinr
2:410,268
MWB 3,1 178,33; Bearbeiter: Luxner
kebessun
stM.
‘unehelicher Sohn’
naturales dicuntur concubinarum filii kebessuni, idem et pueri dicuntur
SummHeinr
2:3,8;
diu schrift heizet Ismahêlen der dirnen sun. daz ist ouch wâr: er was
Abrahâmes kebessun; er hete in bî sîner dirnen SchwSp (W)
253,30;
dar umme was si ime vortrûwet, daz man Jêsum icht ein kebissun hize
HvFritzlHl
110,3;
Herb
12952
u. ö.;
Seuse
147,1
MWB 3,1 178,36; Bearbeiter: Luxner
kebesunge
stF.
‘Ehebruch’, hier i. S. einer Auflösung der Ehe:
Moyses gestate uns zuͦ scrîbene ein bûchelîn der kebesunge [
libellum repudii
]
EvBeh
Mc 10,4
MWB 3,1 178,44; Bearbeiter: Luxner
kebeswîp
stN.
meist negativ konnotierte Bez. für eine (auch unfreie) Frau in einem
außerehelichen Liebesverhältnis ‘Geliebte, Konkubine, Nebenfrau’ (s.a.
kebese
):
concubina: kebeswib SummHeinr
2:3,3;
daz Esiona die reine, / die vil liebe swester min, / ein kebes
wip sol sin Herb
1894;
alsô verlôs ouch Êly sînen lîp, / daz er sîne süne ir kebeswîp / mit opfer
fleische liez spîsen Renner
16866.
5676;
HvNstAp
13866
MWB 3,1 178,48; Bearbeiter: Luxner
këc-
→
quëc
-/quic-
MWB 3,1 178,57;
kefach
stN.
Koll. zu
kaf
.
‘Spreu, Streu’
von stro kumt keffehe, / daz machet daz vihe freche KgvOdenw
5,153
MWB 3,1 178,58; Bearbeiter: Luxner
kefe
swF.
auch kebe.
‘Erbse, Linse, Schote’ (vgl. ahd. keva (AWB 5,64f.) und
schweizerdt. chäfen Mask., Fem. (SchweizId 3,159f.)):
siliqua: cheua SummHeinr
2:474,283;
alle die, so kriesuͥ [Kirschen] und kêfen feil
habent StBZürich
144;
rettich, zibellen, samen, kebene, vnd swaz von krute ist UrkEls
2,78
(a. 1302)
MWB 3,1 178,61; Bearbeiter: Luxner
kefige
stF.
→
kevie
MWB 3,1 179,4;
kefse
stswF.
→
kafse
MWB 3,1 179,5;
1kegel
stM.
‘Kegel’
1 allg. für kegelförmige Gebilde 2 als Spielkegel
1
allg. für kegelförmige Gebilde:
alles, daz wir sehen, daz sehe wir in ainer form aines kegels,
dez spitz in unser aug ruͤrt und dez grunt ruͤrt an daz dinch, daz wir sehen
KvMSph
13,30;
[ein Schatten] haizzet der kegler, daruͤmb, daz er geleich
ainem kegel ist, oben prait und unden spitzzig ebd.
61,11
u. ö.
–
viereckehter ~
‘Pyramide’
in ainer ander betzaichnunge spricht man, daz ein igleich zaichen sey ein
‘virekkter chegel’, dez fuͤz an dem fletze [Fläche]
des himels ist [...], awer sein spitz ist in der erden
mittel Sphera
70,13;
KvMSph
26,3
2
als Spielkegel:
swer spilen welle der kegel, / der sol gên ûf den plaz Schlegel
1183;
sîn kegel er [
ein behender kegeler
] nâch gewinne stellet / mit listiclicher behendikeit
Renner
3674
MWB 3,1 179,6; Bearbeiter: Luxner
2kegel
stM.
‘uneheliches Kind’ (jüngere Belege vgl. DRW 7,692):
[Rupart zur Kupplerin:] ‘[...] /
erdenke wie ich bi si kome! / dines kindes kegel [Hs.: kekel
] sol ez vrome.’ Schampiflor
228
MWB 3,1 179,22; Bearbeiter: Luxner
kegelære
stM.
1
‘(gewerbsmäßiger) Kegelspieler’
2 Bez. für einen sich hinter dem Objekt verengenden Schatten
1
‘(gewerbsmäßiger) Kegelspieler’
ez ensol kain kegeler cheime kinde niht gestaten daz ze sinen
tagen niht chomen ist, daz er im sine phenninge abegewinne oder kain sin gut
StRAugsb
126,11
u. ö.;
meide bitel, spiler, rostûscher, / âbrecher und viertêter, / riemenstecher und
kegeler / wurden nie sô grôze trügener / als leider valsch geistliche liute, / bœse
erzte und bœse judisten hiute Renner
10481
u. ö.;
PrBerth
1:480,1
2
Bez. für einen sich hinter dem Objekt verengenden Schatten:
der kegler ist ain schat, der oben groͤzzer ist danne unden
und kuͤmt davon, daz daz leuhtend dink groͤzzer ist danne daz dunkel. und haizzet
der kegler, daruͤmb, daz er geleich ainem kegel ist, oben prait und unden spitzzig
KvMSph
61,8.
60,30
MWB 3,1 179,26; Bearbeiter: Luxner
kegelstebelîn
stN.
Stäbchen, mit dem nach den Kegeln geworfen wird:
sô kumt aber einer und siht hin în / der suochet driu kegel stebelîn
Renner
16784
MWB 3,1 179,42; Bearbeiter: Luxner
kegelwërfen
stN.
subst. Verb.
‘das Kegeln’
von kegel werfen Renner
Überschrift vor 16783
MWB 3,1 179,46; Bearbeiter: Luxner
kegen
Präp.
→
gegen
MWB 3,1 179,48;
kegen
swV.
‘sich schleppend (hinterher) bewegen’ (vgl. DWB 11,5,393f.):
zuo dem fuhse ein affe sprach: / ‘friunt, mîn hinder hât kein
dach, / gib dâfür dîns zagels mir ein cleine, / der dir keget in den mist’
KvWLd
18,24
MWB 3,1 179,49; Bearbeiter: Luxner
këgzen
swV.
→
gëckzen
MWB 3,1 179,54;
keibe
stF.
‘Mastkorb’ (vgl. Kluge, Seemannssprache, S. 436):
dô rief der nôklier [Steuermann] vaste, der in der
keibe saz OrtnAW
258,1;
nu begunde vaste schrîen, / der oben in der keibe saz
Ottok
4515;
Kudr
1140,1;
TürlArabel
*A 149,15.
*R 154,15
MWB 3,1 179,55; Bearbeiter: Luxner
keibe
swM.
abwertende oder derbe Bez. für einen Menschen ‘Bösewicht, Schelm’ (vgl. DWB
11,5,431f.), hier wohl eher in abgeschwächter Verwendung:
dú sehste tugent ist kúnschi [Keuschheit] in
jugent. weller kaibe solte aim alten man und ainer alten baben geben dank daz sú
kúnsch sint? PrGeorg
52,11.
– als Bestandteil von Personennamen:
Otto Chaibe UrkCorp (WMU)
929,13.
3109,36;
UrkCorp
981,22
MWB 3,1 179,61; Bearbeiter: Luxner |