k – cadmia kaf – kalc calcaire – 2kalle 3kalle – kaltlîchen kaltnisse – kamerærse kamerbëlle – kamerselde kamersidel – kampfer kampfgenôʒ – kampfwât kampfwërc – kanonîen kanonike – kanzelschrîbære kanzwagen – Cappadociære kappân – kappûnen capût (?) – kardenâldiaconus karele – karra(t)sche karre – karthiusære kartur – kæselîn kæse|lüppe – kasten kastenære – kathecuminus kathezizieren – kauerære (?) kauergerihte – kefse 1kegel – keisertuom keitivic (?) – kelken këllære – këlre këlstëchære – 2kemelîn kemelînvleisch – kendelîn kenecte – keppechîn keppeler – kerkerhaft kerl – kerrîne kerschlich – kerzîn kerzlach – ketenwambîs kettelinc – keʒʒelære keʒʒelærinne – kîche kîchen – kiesærinne kiesen – kindebet kindechîn – kindestac kindestohter – kintbettegemach kintbetten – Kiperære Kiper(e) – kirchenbrëchære kirchenerbe – kirchhërre kirchhof – kirchtac kirchtor – kirnen kirnîn – kitzelen kitzelîn – kiuwe kiuwen – klâfterlanc klâftermâʒe – klagenôt klagerede – klamben klamen – klæret klârheit – klëber klëbereht – klegerse klêgrüene – kleinlîche kleinlîcheit – kleinvüegunge kleinzëhende – klepfze kleppisch – klinge klingelære – klobeholz klobelouch – klôsterknëht klôsterlëben – klôsterweide klôsterwërre – klûde klüege – klupfen kluppe – klutterât klûwen – knëhtelîn knëhten – kniel (?) knieleip – knodebôʒe knödel – knubelen knugelîn – kobel kobel – kochman kochsudel – kôle kôlegruobe – kolner kölnisch – komelinc komen – condewier condewierde – konkavelite, konkavelit conplêt – convëntkopf convëntswester – koraze (?) körbelîn, körbel, körblî – körnære kornban – kornmesse kornmetze – corporâl corporâlgewæte – kostebæric kostebærlich – kötze kotzeht – koufgenôʒ koufgiric – koufschalc koufschanze – krachen kradem – krâme kræmel – kranc- krancmüetic – 1krapfe 2krapfe – krëb(e)ʒ krëbeʒen – krefticheit krefticlich – kreiʒgengel kreiʒlingen – kreter kretscheme – kriechelîn kriechen – krîgen krîieren – krippen- krîsch – kristâbent kristalle – kristenin kristenisch – kristiâne kristier – kriutener kriuzaltære – kriuzloht kriuzphenninc – 1krœnen 2krœnen – krotenstein krotenstutz – krülle krüllel – krupfei krüpfen – krûtmezzer Krûtnowe? – kûchen kuchenære – küechelmël küefelære – kugelhuot kügellîn – kumberlich kumberlîn – kûmen kumer – kunde künde – künftigære kunftlich – künigeslêhen künigessilber – künstelîn künstelôs – kuntmeister kuntsame – kuosërtærinnesun kuo|smër – kuppe 1kuppel – kurdewân kurdewænære – kurpen kürre – kurtois kurtoisîe – kurzwîle kurzwîlen – kuster kusterîe – kutzelvleisch kützen – kûze
|
kempfære
stM.
‘Kämpfer’ (vgl. mit weiterer Lit.
kempfe
)
1 allg. 2 vor allem im Rahmen eines Zweikampfs 2.1 in Schlacht und Turnier 2.2 im gerichtl. Zweikampf 2.3 in religiösem Zusammenhang gotes ~
‘Glaubenskämpfer’
2.4 im Zusammenhang mit Tugenden (vgl.
êrenkempfe
)
1
allg.:
agonista vel adletha: kempho, chemfere SummHeinr
2:21,414
2
vor allem im Rahmen eines Zweikampfs
2.1
in Schlacht und Turnier:
der achte kempfer was auch da: / der printz von
Anthiochia HvNstAp
18459.
19200;
so wil ich, lïber herre min, / mitt willen üwer kempffer
sin GTroj
15328
2.2
im gerichtl. Zweikampf:
vor dem tor des palas, / [...], / dabey, da die
dingstat / vnd den kemphern an ir recht gat, / da die suͦllen fechten / mit
kempflichen rechten PriestJohB
967,1036
2.3
in religiösem Zusammenhang gotes ~
‘Glaubenskämpfer’
an dem jungisten tage / sull wir gotes kempfer sein
HvNstAp
14834;
jüngst chomen dy cherczer dar / und töttenn alda Ursum, /
denn gottes chempher rain und früm Märt
9618
2.4
im Zusammenhang mit Tugenden (vgl.
êrenkempfe
):
owe, wie gar seleclich der stirbet, der mit
dir [Christus (gemeinsam)] uff den plan als ein
starcher kempfer in den strit der tugenden trittet Seuse
553,3
MWB 3,1 201,32; Bearbeiter: Diehl
kempfærinne
stF.
‘Kämpferin’
sant Johans baptiste / zu siner kempferinnen [einer mit ihrer
Mitschwester um den Vorrang zwischen ihm und Johannes dem Evangelisten
streitenden Nonne] kam / mit wunneclicher wunne
HeinzelJoh
42,1.
–
gotes ~
‘Streiterin Gottes, Märtyrerin’
slivz vf diner selden schrin / werdiv gotis kenpferin / teile vns diner
tugenden hort Martina
79,78
MWB 3,1 201,53; Bearbeiter: Diehl
kempfe
swM.
‘Kämpfer’
(vgl. differenzierter und mit weiteren Belegen DRW 6,1036-1041; s.a.
kempfære
)
1 allg. 2 vor allem im Rahmen eines Zweikampfs 2.1 in Schlacht oder Turnier 2.2 besonders im Rahmen eines gerichtl. Zweikampfs, hier z.T. als Lohnkämpfer für
Kampf- bzw. Waffenunfähige (vgl.
vorkempfe
und Renner vv. 11625-11650 von zwein kempfen ;
zur Sache vgl. 2 HRG 2,1705-1707 s.v. Kemphe und HRG
5,1835-1847 s.v. Zweikampf ) 2.3 in religiösem Zusammenhang 2.3.1 Kämpfer Gottes ‘Glaubenskämpfer’
2.3.2 Gott oder Christus als Kämpfer (vgl.
sünderkempfe
) 2.3.3 der Teufel als Kämpfer 2.4 Weiteres 2.4.1 im Minnekontext 2.4.2 im Bezug auf Tugenden (vgl.
êrenkempfe
) 2.4.3 im Sängerwettstreit 2.4.4 in der Wendung der kempfen buoch wohl bezogen auf das bibl.
‘Buch der Makkabäer’
3 als Bestandteil von Personennamen
1
allg.:
agonista vel adletha: kempho, chemfere SummHeinr
2:21,413;
campio: kempho ebd.
1:349,35;
gladiator: kempfe VocOpt
29.002;
pugillator: kempfe ebd.
29.001;
da uacht der biscoph Turpin: / di haiden allenthalben sin /
uielen in daz wál / sam di hunde zetal. / daz was der rechte chemphe
Rol
5159;
Joabis schar, / die er ze kempfen schichte dar, / sluͦgin
Abneris man RvEWchr
27148;
Mars, der vil gewære, / der kemphen nôthelfære
RvEBarl
9740;
Daniel
6959;
Brun
6109
2
vor allem im Rahmen eines Zweikampfs
2.1
in Schlacht oder Turnier:
nu nam der truhsæze allez war / und vrâgete her unde dar,
/ wâ der gewaltesære, / der vrouwen kempfe wære Tr
11028;
neweder her hête brâht / sînen kempfen in den rinc
Parz
691,13;
UvZLanz
5211;
nun müsse gott dem kampffe [l.
kempffen App.z.St.; vgl. V. 10041] din / durch
sine miltte genädig sin GTroj
8999;
die kampfgesellen beide / ze strîte kêrten alzehant; /
[...]. / die zwêne kempfen hôchgeborn
KvWTroj
3894;
die chempfen waren wol gar / und chomen vermezzenliche dar. / die
griezwarten si manten, / ein ander si an ranten. / sie begonden beide ein ander
gern / vil fientliche mit den spern StrKarl (S)
11785
2.2
besonders im Rahmen eines gerichtl. Zweikampfs, hier z.T. als Lohnkämpfer für
Kampf- bzw. Waffenunfähige (vgl.
vorkempfe
und Renner vv. 11625-11650 von zwein kempfen;
zur Sache vgl. 2HRG 2,1705-1707 s.v. Kemphe und HRG
5,1835-1847 s.v. Zweikampf):
die ir reht mit diupheit oder mit strâzraube verlorn
habent, [...], si enmugen mit ir eide niht unschuldic
werden. man sol in vor teilen drî kore [Möglichkeiten, die Unschuld
zu beweisen] : daz si daz heiz eisen tragen oder in einen
wallenden kezzel grîfen unz an den ellbogen, oder mit einem kempfen sich ze wern
SpdtL
120,11.
117,10;
sprichet ein frowe einen man kamphlichen an,
[...], wirt ir der kamph erteilt,
[...], so sol si einen kemphen an ir stat nemen
StRAugsb
112,16;
Boner
62,33;
StRBrünn
370;
StRFreiberg
164,20;
mit syme bewondenen eychenen cluppell, vp syne dry eegen gescherpt,
[...] ind mit syme roden schilde ind mit alle dem
gegher, dat eyn kemp billich brengen sall UrkKöln
1,185
(a. 1342);
UrkCorp (WMU)
1695,26;
swester, dû muost mir / mînen erbeteil lân / ode einen
kempfen hân Iw
5658.
6033;
Rol
8909;
KvWSchwanr
781
2.3
in religiösem Zusammenhang
2.3.1
Kämpfer Gottes ‘Glaubenskämpfer’
‘Erasme, lieber chemph min, chuͦme vnd ruͦwe mit
dinen genozzen, die heiligen martyrere, in die himelischen genaden.’
Konr
13,107;
dû wirdest gote ein kemphe wert. / reht geloube sî
dîn swert RvEBarl
6683;
KvHeimHinv
314;
RvEBarl
14610;
Thomas der zwelfbote gotes, / ein menlich kempfe
sines gebotes Pass I/II (HSW)
28016.
–
owe, minú lieben kint, wie mugent wir uns
selber so wol erbarmen, daz wir ellenden kempfen nút anders begerent
denne der kleinen troͤpflin, die da vallent von der himelschen Jerusalem
Seuse
432,14.
– hierher (?):
unz an den tac daz sich entslôz / der himel und in
[Christus] dar in enphie. / sîne cheben
[verschrieben aus chemphen
‘Jünger’?] er daz sehen lie. / si trûreten daz
er von in schiet, / unz er sie trôste KvHeimUrst
1122.
–
gotes ~
(vgl.
vrônekempfe
):
di haiden musen wenchen. / di waren gotes
chemphen / lizen si luzel rasten Rol
4436.
8453;
Märt
1246;
er [Samson] wurde ein
gotis wissage / und gotis kempfe RvEWchr
20506;
des wart der gottes
kempfe [Paulus] fro WernhMl
13206.
– Kämpfer für heidnische Götter bzw. den Teufel:
sô wil ich, daz die meister mîn / der gote
kemphen gên iu sîn. / swer dâ gesiget, des lêre ist guot
RvEBarl
8890;
súlt ir Baales kempfe sin RvEWchr
18328;
des tievels kempfe Cosdrôas / und des wâren gotes
wîgant / erbeizten bêde sâ zehant Eracl
5068;
in den kamph trâten sâ / gotes und des tiuvels
kemphen dâ RvEBarl
9142
2.3.2
Gott oder Christus als Kämpfer (vgl.
sünderkempfe
):
god, unsir kemphe Marner
1:17,3;
da drete du, starker kempfe, vor, / Jhesus in dez
dodes dor HvNstGZ
2207;
Crist [...]. / wer her nicht
unser kempfe / vor des tuveles gedempfe, / wir enkunden nicht genesen
HeslApk
9549;
KLD:Alex
1:2,2
2.3.3
der Teufel als Kämpfer:
der tuvel ist der kempfe, / der machet manic
gestempfe HeslApk
4915
2.4
Weiteres
2.4.1
im Minnekontext:
ich wil kenpfe wesen zuo der linden, / ze schalle und
ze ruome SM:Go
2a: 4,1;
ich wil ir aller [der
Frauen] dienestman / und ir kempfe immer wesen
Wig
9677
2.4.2
im Bezug auf Tugenden (vgl.
êrenkempfe
):
swelhem wîbe volget kiusche mite, / der lobes kemphe
wil ich sîn Parz
115,3;
der nôt gedâhter wol genesen, / wolt er der wârheit
kemphe wesen RvEBarl
9124
2.4.3
im Sängerwettstreit:
vergultest du der meister sang, die uf der künste heide / gebrochen
han und brechen noch vil rosen speher fünde? / der [alten
Meister] kempfe wil ich aller sin Frl
5:116G,7;
der meister gêt in kreizes zil: / gegen alle singer,
[...]reht als ein kempfe er stât
Wartb
Fl 1,8.
Fl 4,2
2.4.4
in der Wendung der kempfen buoch wohl bezogen auf das bibl.
‘Buch der Makkabäer’
diu buoch hern Salomônes, / der rihter und des thrônes / buoch, diu
kunde si [Maria] zehant / und daz der salter ist
genant. / der kempfen buoch und frôn Hestêr WvRh
1199
3
als Bestandteil von Personennamen:
Hainrich der chemphe UrkCorp (WMU)
981,24;
Jacob Kempfe, der rat ebd.
3037,30.
– Lit.: Christian Jaser: Infamis etiam campio non esse
potest. Kämpen in deutschen und italienischen Städten des
Spätmittelalters zwischen Marginalität und Rechtspflege, in: Das Mittelalter
19,2 (2014), S. 380–406.
MWB 3,1 201,61; Bearbeiter: Diehl
kempfel
stM.
‘Kämpfer’ (hier übertr.):
durchgraben mit dem stempfel / des scharfen minne ortes / ist mîner fröuden
kempfel [das Herz (vgl. 536,5)]
Hadam
538,3
MWB 3,1 203,48; Bearbeiter: Diehl
kempfen
swV.
auch kenpfen
(RvBib
169,9 );
Prät. auch kamfte
(SM:Had
18:5,9 ).
‘kämpfen’ neben allg. Schlachtschilderungen bes. im Rahmen eines Zweikampfs
(Turnier, Gerichtskampf) (vgl. differenzierter mit weiteren Belegen DRW
6,1041-1048)
1 intr. 2 tr., Herausforderung ( ‘jmdn. zum [Zwei-]kampf herausfordern’ ) und Kampf (
‘mit jmdm. kämpfen’ ) nicht immer klar zu scheiden 3 mit Präp. 3.1 meist mit 3.2 vereinzelt auch gegen, ûf, umbe, vür
1
intr.:
der künec selber trûric wart / daz man dô kemphen solte
KvWSchwanr
745;
von des paums holz [der
Mispel] macht man gar guot knütel ze kämpfen und ze vehten
BdN
333,24;
ob ieman kempfen wolte, / das sih der oigin
[zeigen] wolte RvEWchr
24099;
wan hoͤrt nit me: ‘wol her striten, wol her kemphen, wol her
vehten!’ nacht und tag Seuse
246,5;
swer êrste in den rinc kumet under zwein die dâ kemphen
sullen SpdtL
179,10;
StRAugsb
112,16.
– subst.:
ûf den plân / dâ daz kempfen solt ergân Reinfr
8330
2
tr., Herausforderung (‘jmdn. zum [Zwei-]kampf herausfordern’) und Kampf (
‘mit jmdm. kämpfen’) nicht immer klar zu scheiden:
diz ist gar wider den siten / daz einer kempfe drî man
Iw
4327;
daz die besten gesellen / ein ander kempfen wellen / die
iender lebeten bî der zît ebd.
6958;
ze vlîze begunde er sich bewarn, / alsam ein ritter der sol varn / kemphen
einen vrumen man Er
8644;
wandi inhein man zu Mulhusin din andirin gicemphi inmac, wan
ummi die toitin hant Mühlh
103,8;
dekein lantman mac dekeinen burger kempfen, niwan mit des burgers willen
UrkCorp (WMU)
372,32;
beschiht ez aber nahtis oder in eime winhvs, [...]so
sol man in kempfen ebd.
1797AB,25,26;
SpdtL
179,5.
–
ir bosheit und ir ubermuͤt / kempfte din
[Jesu] unschuldig bluͦt / umb drissig phennige
HvNstGZ
2282
3
mit Präp.
3.1
meist mit:
wir willen ovch, daz enhein lantman mv́ge kempfen mit deheime irem burgere
UrkCorp (WMU)
1671,6;
daz ein man mit dem andern wol kemphet der im sippe ist
über die fünften sippe SpdtL
174,14;
daz er / mit willecliches herzen ger / mit im dâ kempfen
wolte KvWTroj
3691.
– übertr.:
die vernunftigen sinne sint die ritter, die stritent vnd kenpfent mit
dien vngeordenotten begirden mit waffen der gerechtikeit
RvBib
169,9;
dô diu amsel kamfte / mit der nahtegal, do hôrte man
süezziu liet SM:Had
18: 5,9;
SM:Wi
1: 4,17;
BdN
228,33
3.2
vereinzelt auch gegen, ûf, umbe, vür:
im kunde niemen widerstân, / die man dâ gên im kemphen
sach RvEBarl
9241;
mit scharphen swerten liehtgemâl / wart ûf in sô gekemphet
/ daz im dâvon gestemphet / die ringe wurden in daz vel KvWTurn
851;
sît daz der hôchgeborne knabe / ist worden alsô rehte
wert, / daz man durch in hie strîtes gert, / sô wil ich kempfen ouch umb in
KvWTroj
3663;
vnd ist ioch daz ienr geniset der da gewvndet ist. als er gesvnt wirt si
kemphent vmbe die wvnden als vmb den totslac SchwSp
138b.
38b;
sît wir nu keinen ritter hân / der für uns kemphen müeze
KvWSchwanr
853;
SchwSp
36a
MWB 3,1 203,52; Bearbeiter: Diehl
kempfenbrôt
stN.
wohl ‘Nahrung für Kämpfer’ (vgl. MlatWB 2,901):
colifium: keimpfen brot, kemphen brot VocOpt
13.219
MWB 3,1 204,45; Bearbeiter: Diehl
kempfinne
stF.
‘Kämpferin’ (hier nur als ‘Streiterin Gottes, Märtyrerin’):
[Juliana von Nikomedia] wart der viende kunst ein spot, /
wand unser lieber herre got / nam siner kempfinne war, / und sante ir einen engel
dar Pass III
190,75;
swaz si [die Hl. Elisabeth] gedachte vahen / in ein
vleischlich gemach, / daruz si menlich enprach / sich als ein kempfinne ebd.
619,55
MWB 3,1 204,48; Bearbeiter: Diehl
kempflich
Adj.
→
kampflich
MWB 3,1 204,56;
ken (?)
Subst.
Bed. unklar, evtl. in der Verbindung liplich kennen als
‘Sexualität’ aufzufassen, vgl. Anm.z.St.):
sie vliehent guͦt essen und trinken und alles liplich ken und alles liplich
gemach PrGeorg
13,19
MWB 3,1 204,57; Bearbeiter: Diehl
kendelîn
stN.
→
kennelîn
MWB 3,1 204,62;
kenecte
stF.
‘Menge von Kähnen’ (zur Bildung vgl. Weinhold, Alem. Gr. § 248):
die kenecte und die schiffunge die uwer stat an hoeret, die koufschaz fuerent
old die kouflute von uwer stat uf dem sewe UrkEidgen (K)
108
(a. 1309)
MWB 3,1 204,63; Bearbeiter: Diehl
kenel
stM.
→
kanel
MWB 3,1 205,4;
kenelære (?)
stM.
→
kanelære
MWB 3,1 205,5;
kenemâc
stM.
→
konemâc
MWB 3,1 205,6;
kener
stM.
→
kanel
MWB 3,1 205,7;
kengel
stM.
röhrenförmiger Gegenstand, Ring (vgl. FWB 8,792):
Ecuba, die mütter sin, / hett im ain guldin vingerlin /
gegeben vor manigem jare. / des goldes kengell
[Ring] zware / gross waz von Araby GTroj
12630;
Agly diu lieht gemale / stuͦnt bi ir als ain engel. / ahy was
richer hengel [La. jüngerer Hs. von golde manig kengel
] / hieng an ir und gestain WhvÖst
9350.
–
sie hat keinen hores
kengel [Stengel] / uff irem haubt nyndert stan, / ez
sy so mynnenclich getan / sam gespunnen golt von Araby Minneb
4448
MWB 3,1 205,8; Bearbeiter: Diehl
kengelîn
stN.
Dimin. zu kengel, ‘Stengelchen’
der telre bluomen und daz gras, / daz ûf allen wisen was, / bugen ir kränkiu
kengellîn / und nigen gägen dem kindelîn, / als in gewizzen waere, / daz ez waere ir
schepfaere WvRh
4324
MWB 3,1 205,19; Bearbeiter: Diehl
kenlich
Adj.
→
kennelich
MWB 3,1 205,24;
kenmag
stM.
→
konemâc
MWB 3,1 205,25;
kennære
stM.
auch kenner.
‘jmd., der etw. oder jmdn. (er)kennt’, in myst. Sprache bei Beschreibung der
Trinität für die zweite Person:
diu vernunft in der nâtûre diu ist sich alvermügende in dem liehte der nâtûre,
unde dâ mite si sich kennet, daz ist ein anderz denne daz diu vernunft ist. diu
vernunft wirt niht geursprunget [hervorgebracht] , want ez
ist diu veterlîche persône, diu urspringet den kenner ûz der alvermügenheit sîn
selbes persône Eckh (Pf)
670,4
u.ö.;
der êwic ûzvluz ist ein offenbâren sîn selbes
[Gottes] in im selber. dâ ist der kennêre daz, daz
ist, daz dâ bekant ist. diz ist der êwige vluz, des nie ein trân ûz quam in die
vernemunge einiger crêâtûre; daz ist der sun von dem vater ZweiWege
248
MWB 3,1 205,26; Bearbeiter: Hansen
kenne (?)
stF.
wohl ‘(Er-)Kenntnis’
Clemens vaste in [Petrus] ansach. / in duchte in
rechter kenne [vgl. La. in rechte erkenne
] , / wie er ouch in eteswenne / anderswa hete gesehen, / idoch wa daz
was geschehen, / des konde er nicht begrifen da Pass III
653,13
MWB 3,1 205,41; Bearbeiter: Hansen
kennelich, kenlich
Adj.
‘bekannt, offenkundig’ (in der md. Rechts- und Urkundensprache, vgl. mnd.
kentlik, kennelik, kenlik Schiller/ Lübben 2,446; s.a. WMU
2,993 und DRW 7,750):
so han wir der stede van Colne seszin burgin gesat, of dis id gebrocgin worde,
dat kenlig si, dat diese seszine [...] lestin sulin ze
Muͦlinheim, alse burgin reit is UrkCorp (WMU)
62,33
u.ö.;
universa debita notoria, que vulgariter kenlige sculde dicuntur
UrkNiederrh
2,437
(a. 1279);
het des byschof ampman van Collen iemanne van des greuen luden van der Marche
geschat binnen vreyden dat kenlich is, dat sal hey weyder keren
UrkBerlin
59
(a. 1300)
MWB 3,1 205,47; Bearbeiter: Hansen
kennelîn, kentelîn
stN.
Dimin. zu
kanne
, kante swF.
‘kleine Kanne, Kännchen’
swer in glesern oder in chaenelin
[...] oder niht mit dem gesatzten masse schenchet, als
oft swer daz tuͦt, als ofte sol er daz fuͤr valsche buͤzzen StRMünch
193,14;
ein kentelîn / mit wîne Ammenh
15663
MWB 3,1 205,61; Bearbeiter: Hansen
kennelôs
Adj.
‘kenntnislos, ohne Wissen’
und sô diu abegescheidenheit kumet ûf daz hœhste, sô wirt si
von bekennenne kennelôs und von minne minnelôs und von liehte vinster
Eckh
5: 428,8;
Eckh (J)
34,38;
kennelos und minnelos und werklos und geistlos
Tauler
257,36
MWB 3,1 206,3; Bearbeiter: Hansen
kennen
swV.
Prät. kante.
‘kennen, erkennen’
1
‘etw. kennen, (um) etw. wissen’
2
‘etw. (als etw.) erkennen, erfassen, wahrnehmen’
3
‘jmdn. kennen, mit jmdm. bekannt sein’
4
‘jmdn. (als jmdn.) erkennen’
1
‘etw. kennen, (um) etw. wissen’
von des túfels bosheit wiste ich nit, der welte krancheit
kante ich nit Mechth
4: 2,7;
vnsre herre chent die gedenche dir monschon [
novit cogitationes hominum
]
BrEng
7;
von den berlen ich iu sagen sol, / die kennent ir alle wol
Volmar
508;
TrSilv
40;
VMos
19,3.
–
got mir gan / geluͤcks und ern, daz kenne ich!
WhvÖst
17367
2
‘etw. (als etw.) erkennen, erfassen, wahrnehmen’
der [
stein
] gibt kraft ze kennen die siehtüem an dem menschen BdN
470,26;
di [die Speise des heiligen
Geistes] gib vns, herre vater, [...] da
von wir starch sin wider die svnde zestreiten vnd weiz dinen willen zechennen
DvAPatern
189;
waz [welches Gebäck] semelin ist,
daz sol man zwicken [kennzeichnen] , und daz bollin
[aus feinem Mehl] sol man ungezwicket lazzen, also daz
man einz voͤr dem andern kenne WüP
91,6;
subst.:
zu allem kennen waz sie laz: / sie kante nit uf erden / dann
den reinen werden / Jhesum HvNstGZ
3832.
– in myst. Texten (häufig unter Ersparung des Obj.):
hi sagit meister Eckart [...] wi
daz ubirste gut ist geordinit zu der sele und wi di sele sinen influiz inphehit
und wi di sele mit ime minnit und kennit Parad
6,33;
der vader ist ein bekentlich nature in ume selbin und
fluzit in ume selbin in sinir nature, e dan he kenne oder icht wolle ebd.
97,14;
diu vernunft in der nâtûre diu ist sich alvermügende in dem liehte der
nâtûre, unde dâ mite si sich kennet, daz ist ein anderz denne daz diu vernunft
ist Eckh (Pf)
670,4
Eckh
5: 308,6;
Part.Präs.:
der mensche der sinen uswendigen und inwendigen menschen
mit allem vermúgende uf spannet und flúget in die hoͤhi kennende und minnende,
das enkein sinnelich kraft nút erlangen enmag Tauler
378,10;
subst.:
das kennen, das wissen, das wellen Tauler
257,23
3
‘jmdn. kennen, mit jmdm. bekannt sein’
ich kenne ouch wol den pilat da von Zasamanc
Tannh
5,9;
in kande do min selbes niht ebd.
12,17;
dannoch ritten uber das rat / zehen außerwelter man / der ich
nicht wol gekennen kan HvNstAp
11395;
ich súch einen ritter des ich nit enkenne und weiß auch
synes namen nit Lanc
441,10
u.ö.;
UrkCorp
2302,23;
WüP
7f,2
4
‘jmdn. (als jmdn.) erkennen’
er forcht sere das sie yn kente, und kert syn anczlit von ir
Lanc
190,11
u.ö.;
do nam Pilose urlof / unde rumete den hof, / daz in nieman ne
kande Eilh
St,7375.
St,7499;
dô wart gevrâget, war umbe denne got niht ennæme die liute,
die er kennet [bei denen er erkennt] , daz sie ûz der gnâde
des toufes sölten vallen, daz sie stürben in ir kintheit Eckh
5: 288,7;
Herb
17128;
GvJudenb
2340.
–
und enfrage nút nach hohen kúnsten, denne gang in dinen
eigenen grunt unde ler dich selber kennen Tauler
74,26
MWB 3,1 206,9; Bearbeiter: Hansen |