drîancasîne
Subst.
→ drianthasmê
MWB 1 1367,41;
drîangel
stM.
‘Dreieck’
[wenn man ein Viereck durch eine Diagonale teilt, hat es]
zwen dryangel [
triangulos
] , das sind zwo
figur, der ysleiche drey ekg hat oder winkel KvMSel
538
MWB 1 1367,42; Bearbeiter: Diehl
drianthasmê
stM.
kostbare Stoffart (mit dreißig Gold- oder Purpurstreifen, vermutl. zu mlat.
pallium triacontasimum; vgl. Nellmann, Parz. S. 766):
er prüevete kostenlîche / ein tavelrunder rîche / ûz eime drîanthasmê
[:ê
]
Parz
775,5;
hierher oder Adj. (?):
diu zieche was ôsterîn, / diu ander driancasîne
[:sarrazîne - La.
triantasme
]
En
9309
MWB 1 1367,46; Bearbeiter: Diehl
dribbendei
Subst.
‘Anschlagen mehrerer Glocken nach einem best. Takt in regelmäßiger
Folge’ (vgl. Rosenqvist 2,224):
item de pulsacione drybbendey in eodem festo 17 s. StRechAachen
119,8
(a. 1338)
MWB 1 1367,53; Bearbeiter: Diehl
drî|benemede
stF.
‘Dreiheit, Dreieinigkeit’ (vgl.
drînemede
):
ich gloube die heiligun tribinemmede an demo ungisceidenen einwesente
BambGlB
135,27
MWB 1 1367,58; Bearbeiter: Diehl
drî|bort
stN.
ein kleiner Bootstyp:
[am Zoll zahlt] ein nache, der ein stende rudil hat, i.
colnisch; item ein dribort i. lichin penning UrkFrankf
2,278
(a. 1329)
MWB 1 1367,62; Bearbeiter: Diehl
drîboum
stM.
übertr. in Grenzbeschreibungen ‘gerade Linie, Luftlinie’
certis terminis limitari, ac directis lineis, quas tribom appellamus
vulgariter, sic distingui UrkKulmBt
1,67
(a. 1285);
dy wir gemeynlich dribom heysin ebd.
(14. Jh.)
MWB 1 1368,1; Bearbeiter: Diehl
drîe
F.
‘Dreizahl, Dreiheit’
got, dîner trinitâte, / [...] / der jehen wir: mit
drîunge / diu drîe ist ein einunge Walth
3,4;
den dritten uz der drie / [...] / gotes sun, der
mitten saz TvKulm
1559;
der tiuvel schuof daz würfelspil / dar umbe daz er sêlen vil dâ mit gewinnen
wil:[...] / die drîen ûf die drîe namen, die er hât der
süeze wære Crist RvZw
109,6;
in der drie des todis, daz ist in den drin tagin noch deme tode Parad
31,23
MWB 1 1368,6; Bearbeiter: Diehl
drîecke
Adj.
‘dreieckig’
chruͦge [Krokus] diu hât
wîzin sâmen, er ist drîekke unde bezeichinet den uater unde den sun unde den
hailigen gaist TrudHL
60,7;
ain mantel och da mitte, / drú egge, nach der juden sitte WernhMl
6128;
ez wâren spieze [...] / si wâren drîeck
StrKarl
5093
MWB 1 1368,15; Bearbeiter: Diehl
drîeckeht
Adj.
‘dreieckig’
tau ist ein drieckecht buchstab Brun
8692;
die bluͦme hat ein hovet dat is drieckih: / da mide is bezeichent ein
got de is driveldich Lilie
61,27;
die egel hât ainen dreieckoten munt BdN
307,4
u.ö.;
Pass III
251,52
MWB 1 1368,21; Bearbeiter: Diehl
drieide (?)
Subst.
Bed. unklar (verderbt?, vgl. App.z.St. und DWB 11,1,2,489 s.v.
Triet):
cidus, sucus: drieide VocBV887
3:487,17
MWB 1 1368,26; Bearbeiter: Diehl
drîeinecheit
stF.
‘Dreieinigkeit, Trinität’
des helfe uns diu drîeinicheit in éiner götlîcher natûre Eckh
2:571,15;
Eckh (Pf)
520,38
MWB 1 1368,29; Bearbeiter: Diehl
drî|eit
stM.
‘dreifacher Eid’ (in Ermangelung von zwei weiteren Zeugen zu
sprechen):
so westet der chlager selbdritt auf dem rosse mit aiden, oder mag er niemant
zue im gehaben, so swer er ain dreiaid auf dem rozz StRWien
75;
so sol er ein dreyaid swern darauf StRMünch
330,24
MWB 1 1368,32; Bearbeiter: Diehl
drîen
Adv.
‘dreimal’
der muͤchte eß [
daz vitzduͦmes
ding
] des iares drywen siczen StRHeiligenst
93
MWB 1 1368,38; Bearbeiter: Diehl
drîen
swV.
‘etw./sich zu einer Dreiheit machen, zu drei werden’ (überw.
bezogen auf die Trinität):
gotlich ein lamp, [...], einvalt und
doch gedrîget SM:EvS
2: 1,2;
wie mag daz und daz gesein, / wie sich ainer müg gedrein /
und doch ainer sey da pey Teichn
564,3974;
an dem frîtage wurden wir vor der helle gefrîet / von dem, der sich
drivalteclîch in ein hât gedrîet Walth
36,32;
JTit
4975,4;
WhvÖst
1112.
–
von der gedrîeten nôt / wart aber des landes clage dô mê
Tr
1830;
daz diz buch [Apokalypse] gedriet
ist / und sprichet von drien sachen HeslApk
17754;
hôhvertic ses, nû stant gedriet Walth
80,8
MWB 1 1368,40; Bearbeiter: Diehl
drîerhande
Adj.
→
hant
MWB 1 1368,53;
drîerleie
Adj.
→
leie
stF.
MWB 1 1368,54;
drîerslahte
Adj.
→
slahte
MWB 1 1368,55;
drîerwarbe
Adv.
→
warp
MWB 1 1368,56;
drîes
Adv.
auch drîs.
‘dreimal’
swer mit sulcher sunde unvlat / sich besulwit
[
[...]
] , / den sal man
strafen touge zwer / oder dries HeslApk
23036;
wart er zer stupen wol dris / geslagen daz die besem ris / im zerissen sine
hut PassI/II
184,24;
der töufer crucewis / daz kint in di toufe drys /
[...] senket TvKulm
3252;
die [Prozessparteien] muͦzen wol gespreche
haben vmbe iewelche rede dries UrkCorp (WMU)
51,1;
Daniel
5126;
Frl
1:18,3
MWB 1 1368,57; Bearbeiter: Diehl
driesch
stMN. (nd. ?)
‘brachliegendes Ackerland’ (vgl. W. Foerste, Die Herkunft des
Wortes Driesch, in: Niederdt. Wort 6 [1966], S. 57-69):
terram incultam quae in vulgari drysch vel venne dicitur UrkNiederrh
1,397
(a. 1200)
MWB 1 1369,3; Bearbeiter: Diehl
drieʒ
stM.
‘Unwillen, Überdruß’
si [Elisabeth] sumet uwer hochzit. /
[...] / si lazzet uwer wirdekeit, /
[...] / mit driezes uberleiste [l.
überleste
]
Elis
2678
MWB 1 1369,8; Bearbeiter: Diehl
drieʒen
stV. (II)
‘drohen, drängen’ subst.:
von reisen [Kriegszügen] hœre ich niht mêr sagen /
denne dort hin trîben, dâ her jagen, / [...] / schiezen,
niezen, diezen [La. driezzen
] , brehten, /
[...] / unfuor trîben, slinden, frezzen Renner
6767;
sunder driezen / ist er [der Quell] und luter
vrisch, vil gar mit guͤte JTit
6274,2
MWB 1 1369,11; Bearbeiter: Diehl
drîformelîche
Adv.
‘dreigestalt’
alsô ist der vierzcênde numerus drîformelich gesatzet EvBeh
7
MWB 1 1369,18; Bearbeiter: Diehl
drîgesæʒe
stN.
‘Festsaal, Speiseraum’ (zur Übers. von
triclinium):
abir an dem geburtlîchen tage Hêrôdis spranc Hêrôdiadis tochtir
[Salome] in mitten dem drîgesêze, und iz behagite
Hêrôdes EvBeh
Mt 14,6
MWB 1 1369,20; Bearbeiter: Diehl |