dorneht
stN.
→
dornach
MWB 1 1352,16;
dornen
swV.
→
dürnen
MWB 1 1352,17;
dornenkrône
swF.
auch durnekrône.
‘Dornenkrone’
man kleit in [Jesus] bit dem pellem
gewande, / man kleit in erlich durch sin schande, / diͤ dornenkron bewint sin
houvet MarlbRh
22,27;
nu ging vz Ihesus vnd drug / die dornencronen vnd gnug / gesmehet mit dem
purpercleide EvStPaul
14265;
sich sinen roden roc, inde sine durne crone, / inde denke wat du ime muges
geven ze lone Lilie
35,31
MWB 1 1352,18; Bearbeiter: Schnell
dorn|ëʒʒen
stN.
‘das Dornenschlucken’ (zum sprichwörtlichen Hintergrund vgl.
TPMA 6,181f.):
ach got, dû waist wol, wâ dein stiglitz singent, dû waist
auch ir haimleich dornezzen wol: dû hâst selber gesungen auf erden unz in den
pittern tôt BdN
183,33
MWB 1 1352,27; Bearbeiter: Schnell
dorngewahs
stN.
‘Dorngestrüpp’
spinetum: dorngewechst VocOpt
48.220
MWB 1 1352,33; Bearbeiter: Schnell
dornhac
stMN.
‘Dornenhecke’
spinetum: dorn hag oder stude VocClos
Sp62
MWB 1 1352,35; Bearbeiter: Schnell
dornhecke
stswF.
‘Dornenhecke’
als das fewr in der dornhecken [
sicut ignis in spinis
Ps 117,12]
PsMb
28(Glossar);
der weg [...] / ist nit ferre von dem andern da; / es
ist als eins nit dan daz die hecke / da tuschen ist ein dorenhecke Pilgerf
6687;
war umb hait ye myn unmuͦße / so großen widerstant getaen / durch die
dorn hecke zu gaen? ebd.
10871
MWB 1 1352,37; Bearbeiter: Schnell
dornheit
stF.
‘Dorngestrüpp’
vröu dich, rose sundern dorn / in dörnheit uf gedrungen, / clar lilge schön
ensprungen, / von dem himeltowe naz, / suzer wen ein honec vaz! TvKulm
1415
MWB 1 1352,45; Bearbeiter: Schnell
dornhurst
stF.
‘Dorngesträuch’ (hier zur Ortsbezeichnung):
ein zweiteil bi der dornhurst UrkCorp (WMU)
N101,20;
item unus ager vf die dornhust an Criegesheimer weg UrkLicht
7,374
(a. 1320)
MWB 1 1352,49; Bearbeiter: Schnell
dornîn
Adj.
→
dürnîn
MWB 1 1352,53;
dornouwe
stF.
‘Dornenfeld’
die nehaizzent niht ein zartgarte, die mugin wol haizzin ein
dornowe, wande si stechent, suâ man siu widir ir willin ruͦret
TrudHL
59,18
MWB 1 1352,54; Bearbeiter: Schnell
dornslêhe
stF.
‘Schlehdorn’ (prunus spinosa, vgl. Marzell 3,1155f.):
da ze der winrebe da endarf man der dornslehe nith suochen, also endarf man
ouch da ze dem dorn der winbere niht suochen Konr(Sch)
137,23
MWB 1 1352,58; Bearbeiter: Schnell
dornstich
stM.
‘Dornenstich’
nu durschow oͮch [...] sin
minnencliches antlit, [...] von dem da us wielen die
bluͦtgiessenden brunnen von den grimmen dornstichen Seuse
542,10
MWB 1 1352,63; Bearbeiter: Schnell
dornstücke
stN.
Teil von der Dornenkrone:
vnde duchte in ein gelucke / hete er ein scharf dornstucke / von Jesu Christi
scheppil PassI/II
66,56
MWB 1 1353,3; Bearbeiter: Schnell
dornstûde
swF.
‘Dornenstrauch’
mein liep oder mein freundinn ist gestalt under andern
töhtern, die auf erd sint, sam diu lilig ist gestalt under den dornstauden
BdN
406,21;
spinetum: dorn hag oder stude VocClos
Sp62
MWB 1 1353,6; Bearbeiter: Schnell
dornswîn
stN.
‘Stachelschwein’ (lat. hystrix):
von dem dornswein. istrix haizt ze däutsch ain dornswein
BdN
141,26.
142,1
MWB 1 1353,11; Bearbeiter: Schnell
dornzûn
stM.
‘Dornenzaun, Dornenhecke’
namhafter singer ist nu lützel. / man siht etwenne, daz ein frisch stützel /
lange einen dornzûn ûf heltet Renner
1235;
den dornzwî [Konjektur, Hs. dornzûn
]
unde den sac / nieman wol versüenen mac Freid
123,10
MWB 1 1353,14; Bearbeiter: Schnell
dorp
stN.
→
dorf
MWB 1 1353,20;
dorpære
stM.
aus mnl. dorpere (s. MNW 2,353).
1 i.d.R. ‘ungehobelter Mensch’ ; Gegenentwurf zum höfischen
Menschen als literarische Fiktion (vgl. auch dörpel , dagegen aber
dorfære
) 2
‘Bauer’
1
i.d.R. ‘ungehobelter Mensch’; Gegenentwurf zum höfischen
Menschen als literarische Fiktion (vgl. auch dörpel, dagegen aber
dorfære
):
der ungevüege dörper Engelmâr Neidh
WL 34:5,4;
dar kam dörper vil mit grôzzem schalle SM:Had
15: 2,3.
15:1,2;
spræche sî, ich wære / von rehte ein dorpære / und hæte ir unreht getân
HeidinIV
1416;
jr mügt wol ein törper sein, / daz ir vart ze dirre zeit Krone
3756;
Neidh(HW)
23,20;
Flore(G)
6098
2
‘Bauer’
wan er wil alleine mit ir spilen ein spil, das der lichame nút
weis noch die doͤrper bi dem phluͦge noch die ritter in dem turnei
Mechth
1: 2,15
MWB 1 1353,21; Bearbeiter: Schnell
dörpecheit
stF.
‘unhöfisches, grobschlächtiges Benehmen’
des dankte ir der ritter, / der vor harte bitter / sîner vrouwen was gewesen,
/ der was dô gar wol genesen / von aller sîner dorpikeit; / des was diu vrouwe gar
gemeit Frauentrost
603
MWB 1 1353,35; Bearbeiter: Schnell
dorpel
stM.
‘Türschwelle’
Gerffin eme eyn vesper sanck / mit syme swerde in synen krach, / dat hei up
dem dorpel lach / harde geredeliche doit KarlGalie
1431
MWB 1 1353,40; Bearbeiter: Schnell
dörpel
stM.
auch törpel.
‘ungehobelter Mensch’ (vgl. dorpære):
so kont licht ain ander toͤrpel: / ‘drutz, nit pfiff! ez gilt din
koͤrpel, / wa du pfiffest nu ain blaß’ Teichn
591,29;
jâ tuont uns die dörpel vil ze leide, / gewinnent sî hegge / hiure undr ein
ander vil gelîche Neidh(HW)
21,10
(=Göli);
SM: Go
3:1,4
MWB 1 1353,44; Bearbeiter: Schnell
dörpelsite
stM.
‘unhöfisches, grobschlächtiges Benehmen’ (vgl.
dörpersite):
Roswîn Gôzwin und der smit: / die hânt alle dörpelsit Neidh(HW)
32,7
MWB 1 1353,51; Bearbeiter: Schnell
dörper
stM.
→
dorpære
MWB 1 1353,54;
dörperdiet
stF.
‘Gruppe unhöfischer Leute’
daz tet ich unde wânt des niht, daz mir dâ misselunge: / nu læt mir niht
gelingen ein vil hiuziu dörperdiet Neidh
WL 19:6,11
MWB 1 1353,55; Bearbeiter: Schnell |