dorfbecke
swM.
‘Dorfbäcker’
H. der dorfpech UrkCorp (WMU)
2044,1
MWB 1 1346,5; Bearbeiter: Schnell
dorfbëte
stF.
‘Bitte an die Nachbarn’
‘herre, uns wer ouch feͧwers not!’ / ‘so nim, zu howe
daz betbret [Bettbrett] / und uber hebe uns dorf
bet’ ErzIII
40,64
MWB 1 1346,7; Bearbeiter: Schnell
dorfbrunne
swM.
‘Dorfbrunnen’
[er] hat iez ein sekli her us genommen und hat es in den
dorfbrunnen getan, dar umbe daz alle die, die her koment ze markte, muͤssin
sterben, alle die des brunnen trinkent Seuse
75,19
MWB 1 1346,11; Bearbeiter: Schnell
dörfelîn
stN.
auch dorfle.
Dimin. zu dorf:
bei der selben stat nahen ist ein doͤrfelin, daz
haizzet Chana PrOberalt
33,38;
ditze wenig doͤrffelin daz betuͤtet diu hilige
christenheit ebd.
7,11.
7,14;
sament giengent sú also, / und fúr die stat sú kament do, / under den Olei
berg da bi: / ze Betphaie hies ain doͤrfeli WernhMl
8384;
dar nach daz dorfle Zalazeit UrkCorp (WMU)
1294,9
MWB 1 1346,16; Bearbeiter: Schnell
dorferlêhen
stN.
‘Bauerngut’
si gab dem pawren manig pfundt /
[...], / guter dorffer lehen drey
HvNstAp
15436
MWB 1 1346,24; Bearbeiter: Schnell
dorfgebûwære
stM.
‘Dorfbewohner’
daz ich niht frœlîch singe, / [...] / dise
dorfgebûwer / die nimt des gar untûwer: / si tragent mir haz Neidh
SL 22:6f,4
MWB 1 1346,27; Bearbeiter: Schnell
dorfgebûwe (?)
stN.
‘zum Dorf gehöriges Gebäude’
umbe nicheiner hande ungerichte sal man ûf howen
[abbrechen] dorfgebûwe [Hs. dor
gebuwe
] , iz en sie daz dâr magt oder wîb nôteget werde
oder genôtiget inne vûrt sî SSp(W)
3:1,1
MWB 1 1346,31; Bearbeiter: Schnell
dorfgerihte
stN.
‘Dorfgericht, (niedere) Gerichtsbarkeit in einem Dorf’
vnd sol der selbe maister haben [...] sin dorfgerihte
an fliezende wunden vnd an diupstal UrkCorp (WMU)
899,44;
daz daz dorfgerich ze Prant an mich ist chomen von minen vodern
[...] mit allem dem recht vnt dorfgerichtes recht
ebd.
2074,13.
2653,19;
UrkWittelsb
2,187
(a. 1311);
UrkWürzb
40,105
(a. 1337)
MWB 1 1346,36; Bearbeiter: Schnell
dorfgesinde
stN.
‘Dorfbewohner’
und nam fraw Metzen bi der hant: / er fuort si zu der linden. / do kam als
dorffgesinde, / vier und dreissig oder me MeierBetz
279
MWB 1 1346,44; Bearbeiter: Schnell
dorf|getelinc
stM.
‘Bauernbursche’
[der] vierde ist Sigewîn / und ist der geilen
dorefgetelinge ein michel trünne Neidh
WL 17:3a,9
MWB 1 1346,48; Bearbeiter: Schnell
dorfgrabe
swM.
‘Dorfgraben’
undenan nebent den dorfgraban UrkFreiburg
3:109,25
(a. 1308);
uf dem dorfgraben nebent Ruͤdins des meigers gebreitun ebd.
3:109,27
MWB 1 1346,51; Bearbeiter: Schnell
dorfguot
stN.
‘Dorfgut’, hier als Flurbezeichnung:
von dryn huͦffen, dyͤ da sint geheiszn dorf guͦt, gelegen
zcu Howindin UrkCorp (WMU)
N407,31
MWB 1 1346,55; Bearbeiter: Schnell
dorfhërre
swM.
‘Dorfherr’, hier Bestandteil von Personennamen:
bruͤder Chunr. der dorfherre UrkCorp (WMU)
1954,3
MWB 1 1346,58; Bearbeiter: Schnell
dorfhüetære
stM.
‘Dorfhüter’, hier Bestandteil von Personennamen:
Perhtolt der Dorfhuter, Heinr. Dorfhuter UrkCorp (WMU)
2329,19
MWB 1 1346,61; Bearbeiter: Schnell
dorfhuobe
swF.
‘Bauernstelle’ (Besitz eines Hofes):
der riche Walther hot zwa dorfhoeben, der iecliche gilt en malter kornis und
acht schillinge hellere uf sant Martins tach UrbSchweinf
650
u.ö.;
dev dorfhvb giltet anderhalben mvtt rokken UrbBayS
4,26
MWB 1 1347,1; Bearbeiter: Schnell
dorfknabe
swM.
‘Bauernbursche’
daz ist Irenber. / vert von Botenbrunne er / durch sîn höfschen dâ her abe, /
ein vil hiuzer dorefknabe, / guoter wîbe minne müeze im nimmer werden teil
Neidh
WL 35:4,4
MWB 1 1347,7; Bearbeiter: Schnell
dorfknëht
stM.
‘Bauernbursche’
Troll und Engelhart, / Rüsch und ander dorffknecht / gabent nit me durch recht
/ denn zwen ain gantzen haller Bauernh
439
MWB 1 1347,12; Bearbeiter: Schnell
dorfkrage
swM.
‘Bauernbursche’
alle vîretage / kumt der œde dorefkrage / wol selpfünfter her gegân. / sîn hâr
hât den widerspân. / zwên die tragent îsnîniu swert, die zwêne wîze stabe
Neidh
WL 35:6e,2
MWB 1 1347,16; Bearbeiter: Schnell
dorfliut
stN. , dorfliute
stM. (Pl.)
dient als Pl. für dorfman.
‘Dorfbewohner’
daz ist wol halbe ketzerîe und daz ermordet aller meiste der dorfliute
PrBerth
2:70,27;
so soll das dorflüte zusammen gon und sollent kiesen einen heimburger
WeistGr
1,728
(a. 1338 kopial);
nach gewonheit der dorflaͤut RechtssA
K47,15;
UrkCorp (WMU)
N306,40
MWB 1 1347,21; Bearbeiter: Schnell
dorfmaget
stF.
‘Dorfmädchen’
es was ein sêlige dorfmaget / ir rinder hette sie ûz gegaget
SelDorfmagd
196,33;
dô sprach der eine prediêre: nu sage / mir, vil liebe dorfmaget ebd.
197,7
MWB 1 1347,28; Bearbeiter: Schnell
dorfman
stM.
nur im Sg. (Pl. dorfliut, dorfliute).
‘Dorfbewohner, Bauer’
man schrîbit von eime dorfmanne, der hate gesniten in der erne daz her mude
was HvFritzlHl
206,34;
vnd wer der ist, er sig dorfman oder usserthalb dem dorf gesessen, er si man
oder frow WeistGr
1,7
(a. 1338);
die pauren pissen in den speck, / das in der treck / über die packen ran, /
davon manigem dorffman / sein maul und der part / überal schmalzig ward
MeierBetz
154;
ein dorfman [soll Kleider tragen] nach gewonheit
der dorflaͤut RechtssA
K47,17;
Neidh
WL 32:6,4
MWB 1 1347,32; Bearbeiter: Schnell
dorfmarc
stN.
Recht des Dorfherren aus dem Teilbesitz an der Dorfgemarkung:
vnd haben ze svnderlichen genaden ir lazzen daz dorfmarch, daz ovz dem selben
weingarten vns an horet UrkCorp (WMU)
1096,6;
urnas vini quatuor de curia, quam [...] colit i.
[...], que iure quod dorfmarch dicitur nos contingebant
DRW
2,1055
(Tirol; a. 1288)
MWB 1 1347,44; Bearbeiter: Schnell
dorfmarke
stF.
‘Dorfgemarkung’ (die zu einem Dorf gehörende Flur):
von den eigennen guͤtern, [...], ligenden in
den dorffmarchen oder selben doͤrffern UrkBern
3,503
(a. 1291);
dy vor genanden dorfe sollen [...] vor bringen allen
ufflofft vnd gezcoge, dy in den dorffen vnd dorfmarken geschyt WeistGr
3,324
(14. Jh.).
–
‘Gesamtheit der Gemeindebürger’ (Kollektivbildung in Anlehnung an
lant unde liute):
wir, dú dorfmark und gebursami von Arch, [...],
fúrjehen und tuͦn kunt UrkBern
6,808
(a. 1343)
MWB 1 1347,51; Bearbeiter: Schnell
dorfmeister
stM.
‘Dorfrichter’ in österr. Urk. (vgl. UrbSteierm ,
Einl., S. LXXXIIIff.):
item Rudel dorfmaister et fistulator de huba tantum ut Ulricus
UrbSteierm
179;
Gestnich: 23 vinee cum totidem mansis, dorfmaister preterea habet 1 mansum et
claviger unum mansum ebd.
7
u.ö.
– als Bestandteil von Personennamen:
Ott der Dorfmeister UrkCorp (WMU)
2127,16
MWB 1 1347,62; Bearbeiter: Schnell
dorfmeisterinne
stF.
‘Frau des Dorfmeisters’
der dorfmeisterinne hof giltet 5 pfunt UrbTirol
24
MWB 1 1348,6; Bearbeiter: Schnell |