d – dalmut dam – dancsagen dancwillen – dannen von dannen vür – dæren dâ(r)/ da(r) enbinnen – dâ(r)/ da(r) obe darre – dast dâte – deckeschûr deckevël – dëhsen dëhsîsen – denclîche dencliute – derpkuoche derpteic – diadrogant dîâken – diehter diehterîde – dienestbære dienestbærecheit – dienestman|erbe dienestmanguot – 2diep diep- – diernkint diernlach – dilde dille – dincphliht dincphlihte – dingelîn, dingel 1dingen – dirhalp dirre – distelîn distelsâme – diupe (?) diupguot, diubsguot (?) – dôfheit dôgen, dougen – donerec donergebirge – dorferlêhen dorfgebûwære – dorfschaft dorfsmit – dorneht dorneht – dörperdiet dörperecheit – dôʒen drabeknëht – drangen drangest – drî drîancasîne – drîgesæʒe drîgevar – dringen drî|nisse – drittelhof drittestunt – drîzëhen drîzëhenære – druc drûch – drüʒʒelstôʒ du, dû – dumme dumpfe – duns dünsel – durchbittern durchbitzen – durchdœnen durchdrengen – durchgerne durchgesiht – durchgründen durchgrunthaftec – durchkifen durchkiusche – durchlësen durchlestern – durchlûʒen durchmâlen – 1durchrecken 2durchrecken – durchsaffen durchsagen – durchschrecken durchschrenzen – durchslac durchslahen – durchsprëchen durchspreiten – durchswingen durchtân – durchverwen durchvieren, durchwieren – durchvrô durchvrœnen – durchweichen durchweidec – durchziln durchzimbern – dûrliche durlinc – durstebërnde durstec – düʒʒec
|
darmwurm
stM.
Wurmart:
lumbricus: regenwurn, darnwurn VocOpt
46.054
MWB 1 1219,3; Bearbeiterin: Baumgarte
dâ(r)/ da(r) nâch
Adv.
meist dar-; auch dara-/dare-,
dô-, -nah und -nâ.
Distanzstellung v.a. in Satzanfangsposition, dort gehäuft die Form
da.
Pron.-Adv., steht im Satz anstelle eines präp. Ausdrucks mit nâch
und kann in alle Bezugsverhältnisse eintreten, die die Präp. nâch
ausdrückt (vgl. 1.1)
1 demonstrativ 1.1 eine Abfolge bezeichnend ‘danach, anschließend, dahinter,
folglich’
1.1.1 einzelne Ausdrücke wiederaufnehmend (i.d.R. zum Ausdruck einer temporalen
Abfolge) 1.1.1.1 in Kontaktstellung 1.1.1.2 in Distanzstellung 1.1.2 den Inhalt des vorher Gesagten wiederaufnehmend (i.d.R. in Kontaktstellung) 1.1.2.1 temporal 1.1.2.2 zum Ausdruck eines Verhältnises von Ursache und Folge (selten) 1.1.2.3 reduziert auf die bloße Gliederungsfunktion innerhalb einer
schriftlichen Quelle (vgl. lat. item ) ‘außerdem,
ferner’
1.1.3 in konjunktionalen Wendungen, die die Beschaffenheit oder das Maß als
Variable des vorher oder anschließend Genannten darstellen ‘je nach
dem, wie; in dem Maße, wie’
1.2 das Ziel einer Bewegung oder eines Wünschens, Begehrens oder Strebens
bezeichnend ‘dahin, danach’
1.2.1 wiederaufnehmend 1.2.1.1 einzelne Ausdrücke 1.2.1.2 den Inhalt des vorher Gesagten wiederaufnehmend 1.2.2 vorausweisend 2 relativ ‘wonach’
2.1 in Kontaktstellung 2.2 in Distanzstellung
1
demonstrativ
1.1
eine Abfolge bezeichnend ‘danach, anschließend, dahinter,
folglich’
1.1.1
einzelne Ausdrücke wiederaufnehmend (i.d.R. zum Ausdruck einer temporalen
Abfolge)
1.1.1.1
in Kontaktstellung:
iegliches het sehz stunde. daz erste daz ist die
mittenaht. darzuo horint drie stunden die der vor sint unde drie dar
nach MNat
9,12;
von den lantherren, / darnâch von armen und von rîchen / urloubt
er sich minniclichen Ottok
70602
1.1.1.2
in Distanzstellung:
– lokal:
zehen soumær hiez er vazzen: / die zogeten hin
die gazzen. / dâ riten zweinzec knappen nâch Parz
18,21.
– temporal:
mich müet iwer beider strît: / dâ sult ir bî
mir ruowen nâch Parz
760,3
1.1.2
den Inhalt des vorher Gesagten wiederaufnehmend (i.d.R. in
Kontaktstellung):
1.1.2.1
temporal:
trvcchinez allez an der sunnun. older in eineme
ofene. dar nach pulverez Ipocr
199;
gevalle ab mir der ungewin [verliere
aber ich (den Kampf)] , / sô tuot ir dar nâch als ir
welt Wig
2832;
so hilf dir irst und mir do na Brun
8105;
Tr
11163;
Iw
7062.
– mit weiterer adv. Bestimmung zu dâ(r)/ da(r)
nâch: nachgestellt:
danach zu hant Mühlh
107,9;
dar nach uber lanch Capsula
2;
VAlex
1019;
Tr
410;
da nach in einer kurzen zit StrAmis
309;
dar nach vber ahte tage Konr
7,36;
Eilh
St,7475;
Spec
29,9;
vorangestellt:
in vil kurzer zît darnâ LvRegFr
4597;
unlang darnach Lanc
22,25;
uber ein kurcz wil darnach ebd.
36,22.
– mit weiterer adv. Bestimmung neben dâ(r)/ da(r)
nâch:
dar nâch eines tages vruo Iw
3703
1.1.2.2
zum Ausdruck eines Verhältnises von Ursache und Folge (selten):
– in Kontaktstellung:
sin huf [seine
Hüfte] was ime uirlenket / darnah muse er hinken
VMos
28,20;
von trumben unt von floyten wart der schal sô
grôz, / daz Wormez diu vil wîte dar nâch lût’ erschal
NibB
808,3.
– in Distanzstellung:
ez ist maneges herren site, / dêr entuot noch
enlât / durch deheines mannes rât, / wan durch sîn selbes sinne, /
er verliese ode gewinne. / dâ gêt dicke schade nâ
Eracl
2705
1.1.2.3
reduziert auf die bloße Gliederungsfunktion innerhalb einer
schriftlichen Quelle (vgl. lat. item) ‘außerdem,
ferner’
darnach ist ein tîer heizit panthera
JPhys
2,1;
des heizet her [...] Antemok, / Aroyme,
darnach Thitan HeslApk
19407.
– wohl hierher und keine zweite Wendung dâ(r)/ da(r) nâch
daʒ [s.u.
1.1.3
dâ(r)/ da(r) nâch daʒ
‘je nach dem’] mit anderer Bedeutung [
‘gemäß dem, dass; damit’]):
darnach [:] daz ein
ieglich arm man sin guͦt geluste herzefuͤren dester
baz, so hat man gesetzt, daz ein ieglich schif sol geben nur 18
[
phenninc
]
WüP
72,12
1.1.3
in konjunktionalen Wendungen, die die Beschaffenheit oder das Maß als
Variable des vorher oder anschließend Genannten darstellen ‘je nach
dem, wie; in dem Maße, wie’
der [Stein] wandelet sine
varwe / so diche nach dem himele; / ist er trube oder gra, / da nach varwet
er sich sa HimmlJer
391.
–
al dâ(r)/ da(r) nâch:
ich bin beidenthalp bereit, / al darnâch daz lôz
geseit SM:UvS
23: 4,6;
wie wir gewartet haben der gebvrte vnsers herren
mit gvͦten werchen; al danach so werden wir hivte getrostet von
siner zvͦkvnfte Spec
20,2.
–
dâ(r)/ da(r) nâch daʒ:
die hetten sich gelazzen / zv tode vnde zv libe,
/ dar nach daz die schibe / des gluckes leuffet vnde get
Herb
13166.
–
dâ(r)/ da(r) nâch als/sô:
daz sî des endes kêrte / dar nâch als sî lêrte /
von dem horne der schal Iw
5800;
Tr
10781;
SM:EvS
1:13,12;
kumet der anegrifer in etzliche der andern vorgenanten stat, da
nach so es in kundet wirt, die sol den vfhalten UrkCorp (WMU)
1788AB,41.
–
dâ(r)/ da(r) nâch unde:
la du den zorn din / uber mich verworhten niht
gan; / dar nah unde ich daz garnet han, / so wære ich ewiclichen vlorn
SüklV
434;
daz gerihte hât aver sîne vorderunge hin ze enem
der den vride zerbrochen hât, dar nâch und diu schulde ist
SpdtL
168,11;
WüP
47,3;
SSpAug
215,2.
221,17.
212,7,
auch mit Distanz zwischen dâ(r)/ da(r) nâch und
unde:
sô sol er ez im dar nâch gelten, und ez wert was
des tages dô im der schade geschach SSpAug
211,9.
– korrespondierend mit einem anderen Ausdruck mit nâch
oder dâ(r)/ da(r) nâch:
und dar nâch daz die krefte der sêle durnehtiger
und vürbaz blôz sint, dar nâch nement sie mê durnehticlîcher und wîter,
swaz sie nement Eckh
5: 28,16;
wan nâch dem, daz iht dem andern glîcher ist, dar
nâch jaget ez mê dar zuo ebd.
5: 32,14
1.2
das Ziel einer Bewegung oder eines Wünschens, Begehrens oder Strebens
bezeichnend ‘dahin, danach’
1.2.1
wiederaufnehmend
1.2.1.1
einzelne Ausdrücke
– in Kontaktstellung:
er lie wol balde hine gân / des endes, dâ diu
stange lac. / nu er die hant dar nâch gewac, / nu hæte ouch Tristan
sîn sper / von ime geworfen und kam her / gerüeret mit dem swerte
Tr
16046.
– in Distanzstellung:
do gesach der vere, / daz vf einem berge ein
fur bran. / [...] da berichten sie sich
nach Herb
17172;
si [...] ezzent doch
flaisch haimleich an dem freitag: dâ sint si gar girig nâch
BdN
241,16;
Parz
163,1
1.2.1.2
den Inhalt des vorher Gesagten wiederaufnehmend:
– in Kontaktstellung:
her wolde gerne wider heim; / mit der
kuniginnen wart her des inein, / daz sie sich dar / nach schufen
GrRud
Ib 64;
Iw
2772;
ist, daz ir danach arbeitet, so werdet ir
gechronet uon dem oberosten rihtare Spec
140,16;
AvaJG
31,5.
– in Distanzstellung:
du solt im dîner minne solt / teiln: dâ wil
er dienen nâch Parz
716,15;
ir wollet in fride gwinnen: / da werbet nach
mit sinnen Herb
11436;
Iw
3164
1.2.2
vorausweisend:
das ist die vlissende barmherzekeit, die iemer danach
hungeret, das si unverdrossen den siechen si bereit Mechth
7: 36,42;
sô solt si trahten darnâch, / daz daz leit
[...] / fürbaz wurde vermiten Ottok
1843;
Iw
1786.
2
relativ ‘wonach’
2.1
in Kontaktstellung:
wan lânt si mich erwerben daz, / dâ nâch ich ie mit
triuwen ranc MF:Reinm
9: 2,8;
jâ enist ez niht wan gotes hulde und êre, / dar nâch diu welt sô sêre
vihtet Walth
20,26;
KLD:GvN
20:2,4;
NibB
2261,4
2.2
in Distanzstellung:
ir sulten zins hie infâhen, / dâ ir vil manegen tach
habeth nâch gesant VAlex
1522;
daz wir gewert werden des wir geren, daz wir vinden daz
wir suchen, daz uns auf getan werde da wir nach chlopfen
PrOberalt
104,7.
84,14;
Parz
338,26;
Konr
23,21
MWB 1 1219,5; Bearbeiterin: Baumgarte
dâ(r)/ da(r) nëben
Adv.
→
dar enëben
MWB 1 1221,8;
dâ(r)/ da(r) nider
Adv.
auch der nider.
Meist verstärktes nider in trennbaren Verbzusammensetzungen ( →
nider-).
in der Funktion eines Pron.-Adv.:
– lokal ‘darunter’
ûf der burc und dernider UvZLanz
7366.
– direktional ‘daunten hin’
wan er sluoc ime die selben hant, / diu nâch der stange was
gewant, / dazs an der erden belac, / [...] Urgân der
schadehafte man / greif mit der linken hant dernider, / die stangen zucter aber
wider / Tr
16057;
korrelierend mit einer vor- oder nachstehenden präp. Richtungs-/Zielangabe:
er saz zuo in dâ nider Iw
889;
Wh
251,5.
174,6;
diu ros in ouch gesâzen / ûf die hehsen dernider
UvZLanz
2553;
Tr
7025;
er [...] stach yn durch all syn
wapen [...] und furt yn darnyder biß off die erde
Lanc
65,26
MWB 1 1221,9; Bearbeiterin: Baumgarte
dâ(r)/ da(r) obe
Adv.
auch drob; Distanzstellung v.a. in Satzanfangsposition, dort gehäuft
die Form da.
Pron.-Adv., steht im Satz anstelle eines präp. Ausdrucks mit obe und
kann in alle Bezugsverhältnisse eintreten, die die Präp. obe ausdrückt
(vgl. 1.1)
1 demonstrativ, i.d.R. einzelne Ausdrücke wiederaufnehmend
‘darüber’
1.1 in Kontaktstellung 1.2 in Distanzstellung 2 relativ ‘worüber’
2.1 in Kontaktstellung 2.2 in Distanzstellung
1
demonstrativ, i.d.R. einzelne Ausdrücke wiederaufnehmend
‘darüber’
1.1
in Kontaktstellung:
– lokal, über etw. positioniert (auch auf der Oberfläche), darüber
sich ereignend oder von außen darüber ragend:
alliz daz lobi, / swaz dir ist undir deme himili joch
dar obi SuTheol
324;
HvFreibTr
6385;
für das Hellîn [Gebiet des Hallstätter
Salzbergs] er kêrte / und machte darob ûf dem berc / ein
vestez hûs von holzwerc Ottok
8440;
al die porten und drob die wer / bevalh er dem
erlôsten her Wh
96,21;
Herb
7221;
ain hemd und ain rok, dar ob / ainen gaisthlichen mantel
WernhMl
12581;
Tr
15658.
6657;
KvWTurn
739;
NibB
365,3;
Agomennon do liez, / [...] /
in einen mermelsteine / Prothesilaum begraben. / mit guldinen buchstaben /
was gescriben dar dar obe / beide von sime lobe, /
[...] / vnd von anderre siner bideruekeit
Herb
6111;
Konr
10,12;
ain brot er in die hende nam: / [...] / sinen
segen er dar obe tet WernhMl
8194
u.ö.;
LvRegSyon
3139;
RvEBarl
6913;
als er die linden drobe [über dem
Brunnen] sach Iw
3930;
Tr
16741;
Lanc
141,10.
397,19;
übertr.
~ sitzen
‘an etw. lange/intensiv arbeiten’
ob ich ein jâr darob sæze, / mit getiht ich niht volmæze / ir klage
strenge / an der swær und an der lenge Ottok
21846;
wenne alle die engele drobe [
der
erzenîe
] gesezzen wæren
[...] sie möhten in drîzic hundert jâren sie sô
wol niemer hân gemachet PrBerth
1:292,34.37.
– auf ein Herrschaftsgebiet verweisend (im Vergleich zu dar
über nicht flächig sondern hierarchisch gedacht?):
swie ich der lande ein herre bin / und ein voget dar obe gezalt / so
enwil ich doch nicht mit gewalt / min undertanen twingen Hester
701.
– auf einen Grenzwert verweisend, über dem ein Wert liegt:
swer mit dien [verbotenen Münzen] ze Zúrich
marchtot under zehen schillingen, der git zehen schillinge, und dar obe, der
git ein pfunt der stat UrkAargau
1:5,45,14
(a. 1304).
– auf die Funktion des Wiederaufnehmens beschränkt:
so man daz zaichen hoͤret, so ist niemant so vestes mutes, er
erchom [erschrecke] dar obe PrOberalt
108,14;
im geschach gar wê dar obe PrBerth
2:84,31
1.2
in Distanzstellung:
dâ vlôz ein fonteine, / [...] /
dâ stuonden ouch drî linden obe Tr
16741
2
relativ ‘worüber’
2.1
in Kontaktstellung:
ez was ein grânât jâchant, / beide lanc unde breit. /
durch die lîhte in dünne sneit / swer in zeime tische maz; / dâ obe der wirt
durch rîchheit az Parz
233,24;
ze ain wenig hoͤwes [Heu] da was, / dar
ob sin vich stuͦnd und aͮs WernhMl
2588;
2.2
in Distanzstellung:
so endarf niemand wunder dunchen daz er von dem grab
ersten [auferstehen] mocht da der vil grozze stein ob
lach PrOberalt
85,14
MWB 1 1221,24; Bearbeiterin: Baumgarte
darre
swF.
→
derre
stF.
MWB 1 1222,20;
darren
swV.
→
derren
MWB 1 1222,21;
dart
Adv.
→
dort
MWB 1 1222,22;
dâ(r)/ da(r) über
Adv.
auch dir- und drüber. Distanzstellung v.a. in
Satzanfangsposition, dort gehäuft die Form da.
Pron.-Adv., steht im Satz anstelle eines präp. Ausdrucks mit über
und kann in alle Bezugsverhältnisse eintreten, die die Präp. über
ausdrückt (vgl. 1.1)
1 demonstrativ 1.1 wiederaufnehmend ‘darüber’
1.1.1 einzelne Ausdrücke 1.1.1.1 in Kontaktstellung 1.1.1.2 in Distanzstellung 1.1.2 den Inhalt des vorher Gesagten wiederaufnehmend 1.2 vorausweisend 2 relativ, einzelne Ausdücke aufnehmend ‘worüber’
2.1 in Kontaktstellung 2.2 in Distanzstellung
1
demonstrativ
1.1
wiederaufnehmend ‘darüber’
1.1.1
einzelne Ausdrücke
1.1.1.1
in Kontaktstellung:
– direktional (i.d.R. zum Ausdruck des Überwindens von
Distanzen, seltener Hindernissen):
daz mere bezêihchenet dise uuerelt. du schêf
bizeichenent dîe hêiligen boten dîe diruber uôren
ÄPhys
10,6;
und furter [weiter
dahinter] was so groß gebrúche
[Sumpfgebiet] das nymant darúber
mocht komen Lanc
374,34;
Parz
399,26;
ein mûre alsô starc, / daz nieman wære alsô
karc, / der imer des gedæhte, / daz er iht drüber bræhte
UvZLanz
218;
Tr
4664.
– mit lokaler Komponente (i.d.R. zum Ausdruck der Ausdehnung
[z.B. beim vollständigen Überdecken von etw. oder des Handelns in
einer Fläche auf oder oberhalb von jmdm./etw]; übertr. zur Angabe
eines Geltungsbereichs):
lege sie [die gebratene
Gans] in ein schoͤn vaz vnd guͤz daz
condimente dar vͤber BvgSp
26;
Herb
8721;
do tet er daz chræutz dar uͤber und
zebrast daz vaz [mit dem Gift]
PrOberalt
106,31;
Lucid
101,1;
ein bat [in der
Hölle]
[...] gemischet von
fúr [Feuer] und von beche,
[...]. ein dikke vinster nebel gieng
dar úber als ein swarzú hut gezogen Mechth
3: 15,32;
Wâleys und Anschouwe, / dar über was si
frouwe Parz
103,8;
Tr
13932;
dem iz gelobt wurde [...] derselbe
verwindet in [den Täter] wol
[...] des gelubdes mit den ratluten, di
darüber gewest sin StRFreiberg
110,16
1.1.1.2
in Distanzstellung:
sîn lant und sîn êre / dâ bat ern hêrre über sîn
Tr
18737;
ist hie icht, des ich han, / da svlt ir vber
gebieten lan Herb
12096;
ich wart vor disem buͦche gewarnet, und
wart von menschen also gesaget: woͤlte man es nit bewaren, da
moͤhte ein brant úber varen Mechth
2: 26,3
1.1.2
den Inhalt des vorher Gesagten wiederaufnehmend:
– ein Maß überschreitend (selten):
ich gab ime weizzes ubergnuht, oles und wînes
uberfluz. / neheine sâlde hân ich ûz genomen, waz mag ich dar ubere zuo
dir choden Gen
1209;
der [deren] krefte blibent also
gevangen in den gebresten daz sú darúber nút enkunnent kummen
Tauler
24,8;
[er soll nutzen] alse vil als im dâ von ûf sî
[sei] gesetzet; swaz er dar über nutzet,
daz ist unreht SpdtL
146,15;
Mühlh
126,11;
Iw
5735.
–
‘über ein genanntes Gebot/Gesetz hinweg’
wer darüber den andirn ledit [läd] zu
Menze oder anderswar an geistlich geryͤte [Gerichte
(und nicht vor die zuständige weltliche Instanz)]
UrkFriedb
70
(a. 1305);
unde tuont si ez dar über, ez rihtet got über si
BuchdKg
52,5.
– i.d.R. Bezugnahme zum Inhalt von Denken und Sprechen:
dû endarft in dér wîse niht sîn beworren mit
spîse noch mit kleidern, ob sie dich ze guot dünkent, sunder wene dînen
grunt und dîn gemüete, daz ez verre dar über erhaben sî
Eckh
5: 255,9;
der ne wil selbe nicht sin / dar ubir richtere
TrSilv
696.
– auf die Funktion des Wiederaufnehmens beschränkt ‘in
Bezug darauf’
âne die buͦzze, die daruͤber von
alter gesetzet ist WüP
106k,4;
Parz
465,7
1.2
vorausweisend:
herre laz uns dar uͦbre [dort
hinüber] / hin ze Marssilien: / ich gelege in da nidere
Rol
1845.
– mit dem folgenden Nebensatz korrelierend:
welh reht daruber hoeret, der den andern beschadiget
in sime chorn tages oder nahtes StRAugsb
6,32;
nieman ensol och dar úber griffen das die lerer gesprochen hant, die
es mit lebende ervolget hant und disem nach gegangen sint das si es von dem
heiligen geiste habent Tauler
299,25
2
relativ, einzelne Ausdücke aufnehmend ‘worüber’
2.1
in Kontaktstellung:
wer hoffe hat, darvber er voite [Vögte] hat
KlKsr
2,116;
dâ vor ein tiefez wazzer ran, / dar über ein brücke was bereit
PleierTand
5609
2.2
in Distanzstellung:
dô gelante Turnûs / vor eine borch dâ Dampnûs / sîn vater hêre uber was
En
7738;
das oberste teil des clotes das ist ein hoͤhi, da
nút úber ist Mechth
6: 31,31
MWB 1 1222,23; Bearbeiterin: Baumgarte
darüberjâ
Interj.
übers. lat. quippini
‘freilich, allerdings’
darubirjâ, sêlic sint di, di daz wort gotis hôrin und iz behalden EvBeh
Lk 11,28
MWB 1 1223,42; Bearbeiterin: Baumgarte
dâ(r)/ da(r) ûf, -ûfe
Adv.
auch dor, druf und druf(f)e; in Distanzstellung
häufig die Form uf(f)e, die sonst eher selten ist; Distanzstellung v.a. in
Satzanfangsposition, dort gehäuft die Form (bes. lokal ) da.
Pron.-Adv., steht im Satz anstelle eines präp. Ausdrucks mit ûf
und kann in alle Bezugsverhältnisse eintreten, die die Präp. ûf ausdrückt
(vgl. 1.1)
1 demonstrativ 1.1 wiederaufnehmend 1.1.1 einzelne Ausdrücke 1.1.1.1 in Kontaktstellung 1.1.1.2 in Distanzstellung 1.1.2 den Inhalt des vorher Gesagten wiederaufnehmend 1.2 vorausweisend 2 relativ, einzelne Ausdrücke aufnehmend ‘worauf’
2.1 in Kontaktstellung 2.2 in Distanzstellung
1
demonstrativ
1.1
wiederaufnehmend
1.1.1
einzelne Ausdrücke
1.1.1.1
in Kontaktstellung:
– lokal ‘darauf’
die svln von dem gvͦte enkein stivre gebin, aber die
livte, die da vf sizzent, die svln stivre gebin UrkCorp (WMU)
33A,33;
der rîter sich dô underwant / des schœnen
pfärdes sâ zehant / und alles des dar ûffe lac Wig
3257;
der vrouwen schiltvezzel ein edel porte was.
/ dar ûfe lâgen steine grüene sam ein gras NibB
436,2;
länkloteu
[längliche] dingl, diu hangent an den
haseln, ê daz die nuz dar auf gewahsen BdN
373,28;
Parz
459,26;
PrBerthKl
3,101;
– direktional ‘darauf, da hinauf’
das selbe subert ouch tifen wunden unde
heilet si, ob di wurzel mit wilder kerbiln unde mit honege gestosen
druf wirt geleit Macer
51,17;
dô sprungen fiures flammen / ûz helmen
[...] dô mit den swerten wart getân /
darûf sô manec grimmer slac KvWTurn
801;
suͤdez wol in mandelmilich vnd
tuͦ denne zvcker dor vf BvgSp
62;
Eckh
5:113,6;
BdN
443,18.
– final, übertr. auf das Ziel eines Wünschens oder Strebens
oder Handelns, oder den Fokus der Aufmerksamkeit:
dar umb schol man der stain pild in êren
haben. iedoch schol niemant sein hoffenung ganz dar auf werfen
BdN
466,21;
ich erloͤse auch in. / lant, luͤte, hertz und
sin / muͦz mir dar uf gân, ez geschehe! WhvÖst
15251;
swaz mir leides kan geschehen, / dar ûf ahte
ich harte kleine KLD:UvL
19: 4,6;
Wig
6197;
SM:UvS
21:1,2.
– Abfolge, in Bezugnahme übergehend:
nu hain wir gehort clage vͦnses herren
[...] inde antwͦrde der burgere
[...], inde dar vͦp sprechgin
wir alsus UrkCorp (WMU)
83,8;
alse die brieve sprechgint, die druͦp bescrieven sient
ebd.
83,14;
daz ich vnd min hosvrowe [...] dar vf
furbar dehein ansprach haben sulen ebd.
2917,19;
er [...] klagt
[...] / umb des goteshûses zehent, /
darûf der bischolf was jehent, / si heten sich gedienet ab / umb daz
guot, daz er gap / bischolf Uolrichen Ottok
24171.
– auf die Funktion des Wiederaufnehmens beschränkt
‘in Bezug darauf’
mit alme dem rechte, so er druffe [in Bezug auf
den Hof] het UrkCorp (WMU)
592,13;
vnd sol oͮch dv́ gemeinde
[...] niemer stúre noch gewerft dar vf
gelegen ebd.
3392,24;
so gent dar ovf ze wandel [...] sehse
schilling ebd.
2739,5;
dc si es [das Gut]
[...] niemer ansprechich machen noch si
drufe irren mit worten alde mit werchen ebd.
318,33;
swer eime gaste dirre geschichte deheine tete
unverschuldet, der sal die bezzerunge halbe tuͦn, die
daruͦf gesetzet ist WüP
7h,3.
106b,3
1.1.1.2
in Distanzstellung:
man legete sin fleisch vnde sin gebein / in einen
edeln mermel stein. / da stunt vffe gescriben, / wie er in strite was
bliben Herb
12047;
diu pluom hât ainen hôhen stengel, dâ stêt auf
diu pluom ze obrist BdN
412,22;
–
da mag aber nieman uf komen, im werde von
minne aller sin irdenscher wille benomen Mechth
4: 3,63
1.1.2
den Inhalt des vorher Gesagten wiederaufnehmend:
– Abfolge, in Bezugnahme übergehend:
daz was in unsirs hêrrin jârn / tûsint und drithalbhundirt / nûne
darûf gesûndirt NvJer
10512;
diu gotes hûs si mêrten / [...] / si
begunden dar ûf [in Bezug darauf, damit]
zeigen / ir lêhen und ir eigen / und sich selben
[...] / ze allem guote bereit Tund
1951;
ez sprichet unser herre: ich bin mit dem menschen
in lîdenne. dar ûf sprichet sant Bernhart: herre, bist dû mit uns in
lîdenne, sô gip mir lîden alle zît Eckh
5: 51,1.
– Abfolge, ins Temporale übergehend:
ind dan soilen vnse herren vanme raide [vom
Rat]
[...] weder vp in die kamer gaen, ind laissen
sijch [...] in den vurschr.
[vorher beschriebenen] saichen beraden,
ind darvp eyn yeclich man von vn vp synen eyt sprechen sal
UrkKöln
1,40
(14. Jh.);
dâ ainer pfifferling az und trank met dar auf
und starb zehant BdN
402,6
1.2
vorausweisend:
darûf ich ie schrîje wâfen: / ez ist gegen mir ir haz
SM:Had
11: 4,10;
er reit vil manege reise / [...] die er hæte
verlân, / wære si dar ûf [auf der Grundlage von,
deshalb] niht getân / daz mîn lieber herre / dir getriute
verre Er
6099.
– korrelierend mit einem abh. Satz:
si kan den man darûf wol reizen / daz er unbildes vil
begât KvWLd
2,43;
hie merke, daz man allen vlîz sol dar ûf legen, daz
man guot sî Eckh
5: 198,7;
swie doch diu werde herzogîn / darûf mit flîze stelle
/ daz si des landes welle / mit ir hêrschefte phlegen
KvWSchwanr
501;
daz ich her in mînen tagen / mich dar ûf geflizzen hân,
/ [...] / wie ich mit mîner zungen daz / verdiente
Wig
56;
Parz
458,10
2
relativ, einzelne Ausdrücke aufnehmend ‘worauf’
2.1
in Kontaktstellung:
– lokal:
daz vesteste fundament, dar ûf disiu volkomenheit
gestân mac, daz ist dêmüeticheit Eckh
5: 433,6;
wan ez [stehendes Gewässer]
nimt pœs dünst von der erden, dar auf ez stêt BdN
105,22;
an eim hohen reyn, daroff man alles das lant mocht
beschauwen Lanc
6,23;
MarlbRh
129,7;
Parz
816,22;
übertr.:
ein garten in dem mose, da vf ein schilling selgeretes lit
UrkCorp (WMU)
3024,15;
vmbe des jungen greuen burglehen ze Lutern, da vffe er giht ebd.
1524,33;
– direktional:
si spaltent und swerzent diu dinch, dar auf si
vallent BdN
95,6.
87,17;
– final, übertr. auf das Ziel eines Strebens oder Handelns:
si treit den helfelîchen gruoz, / der mich an vröiden
rîchen mac. / dar ûf ich iemer dienen muoz MF:Wolfr
3: 2,3;
kunic Stephan ungrischen fluochte. / swer daz immer widerspræche, /
daz er sich an dem kunic ræche. / darûf vil gerâten wart Ottok
10304
2.2
in Distanzstellung:
– lokal:
dîe sûle da der dísk ûffe lág. dîe uuâron sílberin
Will
52,2;
diu erde [...], / da wir uffe
in ungwis totliche leben Himmelr
2,21;
nû gienc er vür den palas, / da der junkherre ûffe was
RvEBarl
1446;
NibB
1050,2;
Herb
16297.
– direktional:
wan man vindet perg sô hôch, dâ nie kain regen auf
kom BdN
83,5.
– auf die Funktion des Wiederaufnehmens beschränkt ‘in Bezug
darauf’
da niemen dehain ansprach ouf hat UrkCorp (WMU)
N491,26;
vnd han im da fur geantwrt ein pfant in sin gewalt, da er daz
guͦt vffe sol haben ebd.
1080,38
MWB 1 1223,45; Bearbeiterin: Baumgarte
dâ(r)/ da(r) umbe
Adv.
auch der umbe,
do umbe,
dar umme und drumme;
Distanzstellung v.a. in Satzanfangsposition, dort gehäuft die Form
da.
Pron.-Adv., steht im Satz anstelle eines präp. Ausdrucks mit umbe
und kann in alle Bezugsverhältnisse eintreten, die die Präp. umbe
ausdrückt (vgl. 1.1)
1 demonstrativ 1.1 wiederaufnehmend 1.1.1 einzelne Ausdrücke (i.d.R. zum Ausdruck lokaler Bezüge) ‘darum
(herum)’
1.1.2 den Inhalt des vorher Gesagten wiederaufnehmend ‘deshalb, dafür,
hinsichtlich dessen’
1.1.2.1 in Kontaktstellung 1.1.2.2 in Distanzstellung 1.1.2.3 phras.: waz darumbe?
‘Was soll’s?, Na und?, Was macht das
schon?’
1.2 vorausweisend, korrelierend mit einem abh. Satz 1.2.1 Anschluss mit swaz 1.2.2 Anschluss mit obe 1.2.3 Anschluss mit wan 1.2.4 Anschluss mit daʒ 1.2.4.1 übergehend zur zweigliedrigen Konj. (?) (s.a. umbe daz
2
5 Mhd. Gr. § S 176) 2 relativ ‘weshalb’
2.1 in Kontaktstellung 2.2 in Distanzstellung
1
demonstrativ
1.1
wiederaufnehmend
1.1.1
einzelne Ausdrücke (i.d.R. zum Ausdruck lokaler Bezüge) ‘darum
(herum)’
Gyon was genant die vlut. / die lant darumme waren gut Pass III
485,14;
mit andirn doͤrfern, dv́ da vmbe ligent UrkCorp (WMU)
271,12;
JPhys
2,8;
da bisazzir [belagerte er]
eini burch [...] do sazzer drumbi, daz is war, /
mer danni ein jar ÄJud
109;
da mit wart Jericho gewunnen; / si gien drumbe siben
stunt, / do vil diu mure sa zestunt SiebenZ
39;
VMos
52,22
1.1.2
den Inhalt des vorher Gesagten wiederaufnehmend ‘deshalb, dafür,
hinsichtlich dessen’
1.1.2.1
in Kontaktstellung:
– kausal:
sie ne hatten die kleider noch die ros / dar
vmbe verbot / man en Constantinis hof Roth
1318;
er was ie miltes muotes. / dar umbe sul wir prisen / den
phaffen Amisen StrAmis
2479;
waz danne, ist mîn liebe ir nit bekant? / und
ob mir darumbe wê geschicht, / dulde ich dâvon smerzen
SM:Te
9: 3,7;
ReinFu
K,160.
– final:
daz disev rede stete vnd vnzeprochen hin fuͤr behalten
werde, do vmbe geben wir [...] disen
gegenburtigen prief UrkCorp (WMU)
3302,38.
– Gegenwert, -leistung angebend:
helfet mir daz ich gelebe / daz im der rede werde buoz. / swaz
ich dar umbe geben muoz / daz gib ich gerner danne ich lebe
StrAmis
2262;
gib mir zu sprechen sulche ding, / daz der vorste adir der
koning / dir dar umme ein lob sage Brun
1130;
– auf die Funktion des Wiederaufnehmens beschränkt
‘in Bezug darauf’
daz er im sagte mere, / waz sines rechtes
drvmme were ReinFu
K,1748;
herre, als mir dar vmbe ist kvnt, / so sprich
ich bi dem eide ebd.
K,1624;
ich enweiz niht vm die dri, / wie ez dar vmb
kvmen si Herb
4818
1.1.2.2
in Distanzstellung:
solt ich nu drumbe ersterben, / sô muoz ich
leisten sicherheit / die sîn hant an mir erstreit. / dâ râtet umbe: des
ist nôt Parz
424,27;
jst aber, daz ainer lavgent, [...] da sol
vmb geschehen, swaz die vorgenanten sehs ratgeben dar vmb ertailent
UrkCorp (WMU)
1699,31
1.1.2.3
phras.: waz darumbe?
‘Was soll’s?, Na und?, Was macht das
schon?’
waz dar umbe, ist verswunden uns der sumer? des
mac werden rât, / sîn zît wirt wol wider funden KLD:UvL
50: 1,1;
al die wîle mich diu guote / vremeden wil, sone
wirt mir niemer wol ze muote. / waz darumbe? ist ez nu sus, so was ez
lîhte anders dô SM:UvS
9: 1,7;
waz darumbe, heiliger vater? ich geloubez und binez sicher daz ich
got gesehen sol in aller siner vroweden HlReg
28,3;
SM:HvS
2:2,11;
MF:Reinm
10:4,3.
18:1,3
1.2
vorausweisend, korrelierend mit einem abh. Satz
1.2.1
Anschluss mit swaz:
sol mîn vröide alsô zergân, / sone gebe ich niht dar
umbe, swaz ich her gelebet hân MF:Reinm
33: 1,6
1.2.2
Anschluss mit obe:
wan ern gæbe drumbe niht ein strô, / ob sî mit glîchem
valle / dâ zehant alle / lægen ûf der bâren Iw
1440;
nieman darf darumbe frâgen, / ob ich geswigen an sange
bin SM:Tr
1: 5,1
1.2.3
Anschluss mit wan:
warumme der merretich zu erst gessin mit ander spise
immer uf get zu leszisten, daz ist dar umme, wan er zu ersten dowet
Macer
90,2;
‘warumb?’ sprach Key.
‘aldarumb’, sprach Lancelot, ‘wann er sere vil beßer
ritter sol syn dann ir, der herumb vechten sol.’ Lanc
525,33
1.2.4
Anschluss mit daʒ:
waz her drumme tete, / daz sin muͦter sus geredit hete
TrSilv
508;
daz sie [...] immer dar vmme
rungen / daz sie gotis hulde gewunnen Ägidius
1028;
SM:JvR
1:6,1;
die guͦten sehent die ubelen in der helle
darunbe, daz ir fróde deste grozer si, daz si bi in niht ensint
Lucid
130,11;
were aber, daz einer des nicht tuͦn wolte dar
umme, daz er lichte nicht hete gesworn WüP
7h,6;
‘warumb?’ sprach Key.
‘aldarumb’, sprach Lancelot, ‘das ich sie befridden wil
vor allen den die ir arg wollen thun.’ Lanc
602,16
1.2.4.1
übergehend zur zweigliedrigen Konj. (?) (s.a. umbe daz
2
5Mhd. Gr. § S 176):
– satzeinleitend (aber eingebettet in eine syntaktische
Gesamtstruktur, die nicht ganz klar ist):
dar umbe daz er swachen gruoz / vater unde muoter bôt, / des
leit er schande unde nôt Helmbr
1692.
– am Versanfang (darumbe nicht vor der Versgrenze;
die Hgg. der Prosaquellen interpungieren fast immer darumbe,
daz [vgl. z.B. die voranstehenden Belege aus
WüP und Lucid ]):
huote ist verlorn an wîbe, / dar umbe daz
dekein man / der übelen niht gehüeten kan Tr
17873;
Dares vnder dem fride / vmbe reit aller der
ritter schar, / dar vmbe daz er neme war, / wie ir iegelicher were
getan Herb
2910;
ouch minnen ich dich bit allen sinnen /
darümb, dat ich der vröud gesinnen, / diͤ allen minnern
gemeine is MarlbRh
68,38;
Wig
2937.
– satzeinleitendes darumbe daʒ, bei dem das
darumbe aus dem Folgesatz vorgezogen und verdoppelt
ist:
darumbe, das er die fursten vnd die altherren
strafte, darumbe hiengen si in Konr
10,90;
dar umbe daz etwenne raten under daz korn
vellet, dar umbe ensol man daz edel korn niht verwerfen
Eckh
5: 231,5
2
relativ ‘weshalb’
2.1
in Kontaktstellung:
nu ist reht daz ich leiste / dar umbe ich allermeiste / her zuo iu gesant
bin Mantel(W)
542;
han ich tzuobrochen din gebot, / da vmme ich diner hulde
vnpere, / daz soltu lutterliche / vur kiesen TannhBu
57
2.2
in Distanzstellung:
iren schaden [...], da si ir buͤrgen vmb
gemant heten UrkCorp (WMU)
2284,17;
ân vmb die sache, da wir vnser hantveste [...]
einander vmb gegebn habn ebd.
935,6
MWB 1 1225,44; Bearbeiterin: Baumgarte
dâ(r)/ da(r) unde
Adv.
auch drunde; oft im Reim.
1
‘(da)unten’
2 in der Funktion eines lokalen Pron.-Adv. (vgl. dâ(r)/ da(r) unden und
dâ(r)/ da(r) under ) 2.1
‘darunter’
2.2
‘dazwischen’
1
‘(da)unten’
sô daz trüebe danne gevellet / und sich der most ze wîne stellet / und er
gelûtert von grunde, / sô daz die gerben ligent drunde LvRegSyon
2657.
3434
2
in der Funktion eines lokalen Pron.-Adv. (vgl. dâ(r)/ da(r) unden und
dâ(r)/ da(r) under)
2.1
‘darunter’
an siner gehuhte / sint daz mer joch die lufte, / elliu
apgrunde / unde daz ist dar unde Hochz
479;
ir schilte sint von alter sô: / Tyturel si brâhte dô / an
sînen sun rois Frimutel: / dar unde vlôs der degen snel / von einer tjoste ouch
sînen lîp Parz
474,12.
687,28.
756,30;
Hector mit dem dritten / spielt im den helm mitten /
durch die huben dar vnde. [: wunde
]
Herb
10359.
4988
2.2
‘dazwischen’
wît unt hôch gelîche / als man der venster siule sach, /
der art was obene al daz dach. / dechein sûl stuont dar unde / diu sich gelîchen
kunde / der grôzen sûl dâ zwischen stuont Parz
589,27.
257,12;
do enwas da nieren dehein kiel / noch mensche dar vnde, /
er sluge in zv grunde Herb
17190.
10753
MWB 1 1227,30; Bearbeiterin: Baumgarte
dâ(r)/ da(r) unden
Adv.
in der Funktion eines lokalen Pron.-Adv. (vgl. dâ(r)/ da(r) unde und
dâ(r)/ da(r) under) ‘darunter’
wiste her [der Teufel] die brunnien dar unden
[die Brünne (das Göttliche) unter der menschlichen
Gestalt] / he inhedde sich is ni under wunden WernhvN
491;
dru des heiligin crucis ort / sint des giloubin dru wort; / dar
undin ist daz virdi, / der driir ein gimeiniu redi SuTheol
167;
wohl hierher (nämlich unter der Last, vgl. Wh
352,5) und nicht ‘dazwischen’ (vgl. dar
unde und dar under):
manec soumær muose tragn / kappeln unde kamergewant. / manec
soum mit harnasche erkant / giengen ouch dar unden, / helm oben drûf gebunden / bî
manegem schilde wol getân Parz
669,7
MWB 1 1227,51; Bearbeiterin: Baumgarte
dâ(r)/ da(r) under
Adv.
auch drunder; Distanzstellung (nur 1.1.1.1.2 und relativ) v.a. in
Satzanfangsposition, dort die Form da.
Pron.-Adv., steht im Satz anstelle eines präp. Ausdrucks mit
under und kann in alle Bezugsverhältnisse eintreten, die die Präp.
under ausdrückt (vgl. 1.1)
1 demonstrativ ‘darunter, dazwischen, unterdessen’
1.1 wiederaufnehmend 1.1.1 einzelne Ausdrücke 1.1.1.1 lokal ‘darunter’
1.1.1.2 direktional 1.1.1.3 temporal, zum Ausdruck der Gleichzeitigkeit 1.1.2 den Inhalt des vorher Gesagten wiederaufnehmend 1.1.2.1 direktional, Bewegung in etw./eine Menge hinein ‘da hinein,
darunter’
1.1.2.2 temporal, zum Ausdruck des zeitlichen Zusammentreffens mit etw.
anderem ‘indessen’
1.2 vorausweisend, mit dem Inhalt des folgenden Nebensatzes korrelierend 2 relativ, einzelne Ausdücke aufnehmend ‘worunter’
1
demonstrativ ‘darunter, dazwischen, unterdessen’
1.1
wiederaufnehmend
1.1.1
einzelne Ausdrücke
1.1.1.1
lokal ‘darunter’
1.1.1.1.1
Lage unterhalb von etw. ‘darunter, unterhalb
dessen’
ez sî ein schœniu burc vast
[...] / dar under lac ein market guot
UvZLanz
5433;
di geswer di da werdent an der leber di sint
etwenne oben dran. oder nider drunder SalArz
54,56;
eime andern [flog ein
Pfeil] durch des schildes ort / vnd durch den, der
drunder saz Herb
6395;
wenn diu jungen rephüendl sich fürhtent, daz
man si vâhen well, sô hebent si die ertschollen auf mit irn füezen
und verpergent sich dar under BdN
215,27;
daz was iedoch ein swærer last. / karroschen
giengen drunder: / die zugen dâ besunder / gewâpendiu merrinder
Wh
352,5;
übertr.:
swie grôz daz lîden sî, kumet ez durch
got, dar under lîdet got ze dem êrsten Eckh
5: 229,2;
wissent daz hievon manig mensche
gestorben ist, das man sich diseme wunderlichen grossen werke
[Gottes] also sere ergap das es
die nature nút erliden moͤhte und derunder brach
Tauler
53,31.
– ein Maß unterschreitend:
sie [die
Geldbeseher] suͤllen auch nemen ze
loͤne von 1 phunt [des nicht zugelassenen
Geldes] oder von 10 ß h einen heller und
drunder nisniht ab des geltes minner ist WüP
64,4
1.1.1.1.2
Lage innerhalb von etw./einer Menge ‘dazwischen,
darunter, darin’
daz lut was heidin / undi was doch
undirscheidin. / dar undir warin, / di dir von goti larin
ÄJud
5;
er geruochte selber dô / daz beste ûz sînen
rossen weln. / [...] im keinez drunder / ze
strîte lützel tohte KvWSchwanr
988;
NibB
90,2.
2242,2;
daz die dri herren iedoch dar
under [in den Evangelien] lv́zel
geschriben heten von der ewigen gotheit Konr
3 W1,136;
sint gewan sie mit deme helede / manige werlt
wunne / vnde ovch trube dar vnder Roth
1924;
er müese dâ grôzen kumber doln / dar under
den gewizzen tôt Wig
3371.
– Distanzstellung:
volkes ein michel wunder. / dâ wârn ouch
ritter under, / die wâren komen von Kardigân
UvZLanz
2256;
die frowen beliben mit sorgen /
[...] / dâ was vil manegiu under, /
diu der hôchzît wol hete enborn Eracl
1914;
si heten [...] / einen schoc
grôzen, / dâ wâren besunder / wol funfzic ros under Ottok
6122
1.1.1.2
direktional
1.1.1.2.1
Bewegung unter etw. ‘darunter, da hinunter, da
herunter’
ein tieffir charchære, /
[...] / der was mit wurmen besezzen. /
dar undir swief der herre / sine ungetriwe chnehte verre
Hochz
172;
sus heten si gevohten, / daz diu ors niht
mêre enmohten: / dô sturzten si dar under, / ensamt, niht besunder
Parz
211,23.
– rechtsspr.: sich ~ binden (aus der
Vorstellung des unter der Urkunde hängenden Sigels)
‘sich an einen Vertrag binden’
so binden wier ivns dar vnder ze tvnde, swaz dirre brief
set UrkCorp (WMU)
3256,4
1.1.1.2.2
Bewegung in etw./eine Menge hinein ‘da hinein,
darunter’
so es danne gesoten sei, so misch alaun dar
vnder BairFärb
4,5.
11,3;
so du wilt machen ein guͦt
vastenmuͦs, so nim bersige vnd dicke mandelmilich drunder
BvgSp
62;
KvWLd
32,71;
übertr.:
der bâbes hiez die rede scrîben, /
besigelen vil vaste, / daz nehaine bôse liste / dar under iht
wurden gestôzen / von anderen den genôzen Kchr
9846
1.1.1.3
temporal, zum Ausdruck der Gleichzeitigkeit
– bei parallelen Handlungssequenzen ‘unterdessen,
gleichzeitig; zu jener/ zur selben Zeit’
daz er zeiner stet daz heilige gotes wort
lert, dǐ hiez Ephesvs, vnde wie er och da vil mængez grozez zeichen
begienc, da er [...] die heidenschaft mit
bekert. dar vnder so was och da zer selben stete ein vil wiser man,
der was ein heiden Konr
3 W1,40.
– innerhalb einer Handlungssequenz (oder einer anderen
Einheit) ‘währenddessen, dabei’
der kaiser sin gebet / uil diche hin ze gote
tet. / uil innechliken er dar unter nante / sinen neuen
Roͮlanten Rol
3022.
3015;
frouwe, an dir ist wundir: / muotir und magit
dar undir MarseqM
29
1.1.2
den Inhalt des vorher Gesagten wiederaufnehmend
1.1.2.1
direktional, Bewegung in etw./eine Menge hinein ‘da hinein,
darunter’
der keiser wache oder slafe, / si huͦtent
alumbe. / [...] / swelhe dar under drungen, /
den were gereite der tot Rol
2302;
übertr.:
gehaz ie allen wiben / er [Keye]
wande, daz ez beliben / der künec also lieze. / er trahte wie er
stieze / dar under sine kündekeit Mantel
851
1.1.2.2
temporal, zum Ausdruck des zeitlichen Zusammentreffens mit etw.
anderem ‘indessen’
swie vil ich anders vröuden habe, / mich müet
doch dar under, daz si ist vor mir sô vrî MF:Reinm
40: 4,4;
nu hœrt von âventiure sagen, / und helfet mir dar
under klagen / Gâwâns grôzen kumber Parz
399,2.
– mit Bezug auf Gesprächssituationen:
diu frouwe jach, si wolde phlegen, / als ir got het geboten; /
darunder jâhen die boten / [...] / wolde si
gar wol verdienen, / sô solt si trahten darnâch, / daz daz leit
[...] wurde vermiten Ottok
1840;
ist daz war dar undir daz daheime noch ist ivr minnister
bruͦdir GenM
90,27
1.2
vorausweisend, mit dem Inhalt des folgenden Nebensatzes korrelierend:
das geschiecht / von der geitichait pesunder, / das sy
gewingnuss habent darunder [vgl. 1.1.1.3
] /
das man die menschen verderben tuet Teichn
602,60
2
relativ, einzelne Ausdücke aufnehmend ‘worunter’
dô gab si im ze minnen / eine hût alsô guot / dâ under er ist wol behuot
StrDan
4304;
des êrten si vil billîche / die tugende, dârunder sie / zuo der tohter von
Syon gie LvRegSyon
3205;
mit der stet insigel zi Beuron, dar vnder wir vns gibvnden haben
UrkCorp (WMU)
N739,4.
2445,40.
– in Distanzstellung:
dâbî sicht man boume blüen, / dâ wir under suln schowen /
schœner frowen mangen tanz SM:Had
21: 1,11;
das oberste teil von irme hemde, da si únsern herren
under hatte getragen Mechth
5: 23,58;
driu tûsent rîter vor und nâch, / dâ man under vüeren
sach / vil liehtiu baniere Wig
10648;
UrkCorp (WMU)
39,12.
MWB 1 1228,1; Bearbeiterin: Baumgarte
dâ(r)/ da(r) ûʒ
Adv.
auch druz. Distanzstellung nur in Satzanfangsposition, dort gehäuft die
Form da.
Pron.-Adv., steht im Satz anstelle eines präp. Ausdrucks mit ûʒ und
kann in alle Bezugsverhältnisse eintreten, die die Präp. uʒ ausdrückt
(vgl. 1.1)
1 demonstrativ 1.1 einzelne Ausdrücke wiederaufnehmend 1.1.1 in Kontaktstellung 1.1.2 in Distanzstellung 1.2 den Inhalt des vorher Gesagten wiederaufnehmend 1.2.1 in Kontaktstellung 1.2.2 in Distanzstellung 2 relativ, einzelne Ausdrücke aufnehmend, in Distanzstellung
1
demonstrativ
1.1
einzelne Ausdrücke wiederaufnehmend
1.1.1
in Kontaktstellung:
– direktional ‘daraus, da heraus’
diu grebere taten sih uf, / die toten stuonten dar
uz / [...] si irstuonten lebentich mit gote
VEzzo
270;
Wh
61,11;
der ein des andern slac enphinc. /
[...] / da brunsete ir gesmide / von dem
fure, daz dar vz spranc Herb
10387;
der nem [...]
fenechelwurze unde rîp den souch dar ouz Barth
145,3;
Macer
11,9;
daz
[
teschelîn
] was harte wæhe, /
geworht mit fremeder spæhe. / dar ûz nam diu maget sân / ein mantel
wunderlîch getân UvZLanz
5811;
Konr
2 W1,103;
den sol man in di æht tvͦn vnd sol in dar ovz niht lazzen
UrkCorp (WMU)
475AB,41;
Litan
1135;
Rol
2043;
Macer
22,3;
der sô lange rüeft in einen touben walt, / ez
antwürt im dar ûz eteswenne MF:Mor
6a: 2,2;
er fuorte [...] einen
schilt von lâsûr blâ. / darûz sach man glenzieren dâ / einen löuwen
vîentlich KvWTurn
480
u.ö.;
der fuͦz [des
Leuchters] teilet was ime in driv / ein schaft obene
dar uz gi VMos
81,18;
SM:Gl
3:2,8;
Wig
11113.
– partitiv:
ez sint manger hande dœne, / die da liebent guoten
muot; / darûz ich ir einen krœne, / der dem herzen sanfte tuot
SM:WvK
8: 1,3;
ainvndzwaintzeg der næsten vnd der besten auz der grafscheft, dar
auz siben UrkCorp (WMU)
631,32.
– die Quelle/ den Beweggrund von etw. angebend:
die spinnen habent in in ain wollentragend kraft,
dar auz si die fädemen spinnent BdN
294,30;
geloͮben und hoffunge, dar us betten wir
Mechth
7: 57,18;
Eckh
5:291,8.
– den Grundstoff/ die Ausgangsgröße bezeichnend, woraus etw.
gemacht wird:
qualitativ:
heiz du dir [...] / di
adirin [des Tieres] bringin. /
[...] dar uz werchi eini snuir
LobSal
94;
des paums plüet [...]
sterkent des menschen kreft, wenn man muos dar auz macht
BdN
348,16.
76,8;
Parz
14,24;
Wh
426,4;
Eckh
5:55,3;
quantitativ:
dc siv dar vz hant gimachot nivn vnd ziwainzich taile
UrkCorp (WMU)
1293,21;
als schier als im sin schappel wart, so brach ers
und macht dru daruß Lanc
91,12;
ich [...] wil yn sagen
wie ir mir geantwurt hant. was sie dann daruß ratent, das sage ich uch
wiedder ebd.
72,34.
– auf die Funktion des Wiederaufnehmens beschränkt ‘in
Bezug darauf’
wil aver er ez [das Gut]
im gar stæte machen [bei der Erbschaft] , sô
setze im einen zins drûz SpdtL
98,21;
wirt jenem denne diu gewer erteilet
[...], sô muoz man in dâ bî lâzen belîben,
man müge in danne mit urteile fürbaz dar ûz gewîsen
SSpAug
228,6
1.1.2
in Distanzstellung:
– direktional ‘daraus, da heraus’
so svͤln wir ze Jnsprukke in varen vnd da nimmer vz chomen
UrkCorp (WMU)
1450,21;
[Gott] geschuͦf in dem selben
poͮmgarten einen vrsprinch, da fluzzen vier wazzer vͦz
Konr
17,17;
ein brvnne ze Rome erspranch; da ran ein bach oles
vz Spec
21,16.
– den Grundstoff/ die Ausgangsgröße bezeichnend, woraus etw.
gemacht wird:
die niht von grôzem wesene sint, swaz werke die
würkent, dâ enwirt niht ûz Eckh
5: 198,6.
5:236,6
1.2
den Inhalt des vorher Gesagten wiederaufnehmend
1.2.1
in Kontaktstellung:
daz beste daz er kunde, / sô schuollist, sô hantspil,
/ daz ich niht sunder zalen wil, / daz leite er ir besunder vür, / daz si
nâch ir selber kür / ze lêre dar ûz næme, / swes sô si gezæme
Tr
7971;
dur valscher minne girde / an selke stat, da wirt ûz
kunter glentzet SM:Tu
1: 2,7.
– phras.:
ich tun, ob ich kan. / beitent vnz morne an den
tac. / swaz dar vz werden mac, / als ich in doch sprechen sol, / daz
geschit danne wol Herb
15559;
daz tuon ich, / swaz imer drûz werde
UvZLanz
7931.
3748;
daz tier hât hâr als ain pfärt und gespalten füez
und [...] ainen swanz als ain swein
[...] ez ist an der grœz als ain esel. dâ
mach auz waz dû wellest BdN
237,5
1.2.2
in Distanzstellung:
man sol nemen holdern vnd sieden in alaunwazzer, da
wirt grün [...] varb aus BairFärb
13,2;
wenn man der slangen flaisch beraitt mit andern
dingen, diu dar zuo gehœrent, dâ wirt ain electuarium auz BdN
284,13
2
relativ, einzelne Ausdrücke aufnehmend, in Distanzstellung:
dô suochter wider unde vür / und envant venster noch tür / dâ
er ûz möhte Iw
1147;
diz ist Libanus der in Arabien stêt, / dâ der Jordan ûz gêt
VAlex
796;
Spec
21,17;
si [...] leite in in eine chrippe, da
der esel unde der ôchse uz azzin ebd.
14,15;
ich wil und muͦs usser dem selben napfe trinken, da
min himelscher vatter us getrunken hat, sol ich sin rich besitzen
Mechth
7: 52,14.
5:33,18;
GrRud
Hb 21.
–
gedench, waz daz ware, / da du mich sundære / uz werden
hieze SüklV
792;
die giengen und chauften da si teur salben auz machten
PrOberalt
84,7
MWB 1 1229,61; Bearbeiterin: Baumgarte
dâ(r)/ da(r) ûʒe
Adv.
auch druz(e), duze.
in der Funktion eines Pron.-Adv.
– lokal ‘außerhab davon’
welich reht unde welhen gewalt ein ieglich vogt in der stat
unde druz haben sol StRAugsb
12,10;
so sal er die stat rumen einen manden duze ze sine
uͦber dri mile und nicht naher WüP
7h,11.
– direktional (Interferenz zu dar ûz?) ‘da heraus,
daraus’
si sluogen alsô sêre / ûf helme und ûf die schilte, / daz daz
viur wilde / wadelende drûze vlouc UvZLanz
5319
MWB 1 1231,31; Bearbeiterin: Baumgarte
dâ(r)/ da(r) ûʒen
Adv.
in der Funktion eines lokalen Pron.-Adv. ‘außerhalb
davon’
zwene man, die sint nu da / an eine tur gegangen / und
tragent eine stangen / allez twerhes vor in / und choment nimmer dar in. / nu
wellent si neben einander gen; / des muzzens immer dar uzzen sten
StrKD
94,52;
der steyn [in dem der Ritter gefangen
war] was so luter das der ritter alle die die da ußen stunden oder
gingen sah Lanc
238,15
MWB 1 1231,41; Bearbeiterin: Baumgarte
dâ(r)/ da(r) von
Adv.
i.d.R. da-; auch der- und dir-,
-van.
Oft wie eine Konjunktion in kausaler Verwendung in Satzanfangsposition (
‘daher, deshalb, dadurch’); sehr selten in
Distanzstellung.
Pron.-Adv., steht im Satz anstelle eines präp. Ausdrucks mit von und
kann in alle Bezugsverhältnisse eintreten, die die Präp. von ausdrückt
(vgl. 1.1)
1 demonstrativ 1.1 wiederaufnehmend 1.1.1 einzelne Ausdrücke 1.1.1.1 in Kontaktstellung 1.1.1.2 in Distanzstellung 1.1.2 den Inhalt des vorher Gesagten wiederaufnehmend 1.1.2.1 in Kontaktstellung 1.1.2.2 in Distanzstellung 1.2 vorausweisend 1.2.1 mit dem folgenden Hauptsatz korrelierend 1.2.2 mit einem abh. Satz korrelierend 2 relativ ‘wovon, von welchem, wodurch, worüber’
2.1 in Kontaktstellung 2.2 in Distanzstellung
1
demonstrativ
1.1
wiederaufnehmend
1.1.1
einzelne Ausdrücke
1.1.1.1
in Kontaktstellung:
– Trennung von etw. bezeichnend ‘von dort
(weg)’
gedenchet darane, daz ir nachent in dise
werlt bechômet unde nachent deruon sceiden moͮzzet
Spec
141,1;
diu ros von müede schûmden / mêre dan si wærn
gewon: / dô erbeizten si dervon / und liufen beide ein ander an
UvZLanz
2570;
du weist mîne nôt: davon mich, frowe, scheide
SM:KvL
1: 4,6;
VMos
39,22;
Tr
12515.
– partitiv:
wir svllen ime [...] dise vor
genanten reben bvwen vnd svn im der von geben den halben win
UrkCorp (WMU)
956,41.
– auf den Ausgangspunkt, die Herkunft verweisend ‘von
dort (her)’
ein guldîn keten was gehaft / dar
an [an den Stein] , diu dervon gienc
UvZLanz
8545.
– auf das Ausgangsmaterial verweisend:
die früht sint süez
[...] und daz öl, daz dâ von kümt, daz
ist gar lauter BdN
323,30;
unz im got ein rippe oͮz prach, / da uon
geschuͦf er ein wip GenM
11,9;
ein reine wahs, daz wol weich ist und guot,
dar ûz und dâ von ze würkenne Eckh
5: 55,2;
swaz denne vf dem tuͦche belibe, do von
mache einen kese BvgSp
39;
UrkCorp
3204,8.
– auf die Ursache verweisend:
Venus ein apfel wart gegeben, / da von so huop
sich michel not Tannh
4,22;
ich hôrte [...]
süezen sanc. / dâ von wart ich beide / vröiden rîch und an trûren
kranc MF:Mor
23: 1,3;
die [Wurzeln] der
nature warunt, swel wib die eze, daz die geburt dauon verwandelt
wurde Lucid
25,6;
Iw
5790;
Parz
505,16.
– auf den Inhalt von Mitgeteiltem bezugnehmend:
ouch ist ein ander tîer bî nîlo dem wazzere
unde heizzet ydris. dauon zellet Phisiologus JPhys
4,2
1.1.1.2
in Distanzstellung:
swâ daz swîn vant eine wurz, /
[...] dâ jagete er ez balde von / und az sî
RvEBarl
4251;
ein helm er fuorte ouch in der hant, / unde ein
swert daz Razalîc / durch ellen brâht in den wîc. / dâ was er von
gescheiden Parz
43,3.
–
des obezes, [...]
des enezen wir niht, wan da stvrbin wir lihte von
Konr
24,17;
er / [...] envant dâ
lieht noch mânen schîn; / wan von der kerzen, diu dâ bran, / dâ
gesach er lützel van Tr
13588.
17646
1.1.2
den Inhalt des vorher Gesagten wiederaufnehmend
1.1.2.1
in Kontaktstellung:
– Trennung von etw. bezeichnend ‘von dort
(weg)’
swa du sehest übel tuon, da von solt du dich
ziehen Tannh
12,45;
do Johannes wip nemen wolt, da von nam in
unser herre und behut in vor allen wertlichen dingen
Konr
3 O,11;
Tr
11353.
11763;
der eins iares meister ist, wie lange er der von sol sin
[Überschr.; (er muss 5 Jahre warten, bis er das Amt
wieder haben kann)]
UrkCorp (WMU)
N238B,32.
3474,4;
er wære ir mit gedenken bî, / si wart ouch selten dâ von vrî /
si muoste an in gedenken PleierTand
966;
Wig
7985.
– auf die Ursache verweisend:
sumerzît / vröide gît, / dâvon suln wir sîn
gemeit SM:HvS
1: 12,12;
daz er vertrinket sin gewant, / kumt er da von
in groze not, / der muoz ein tore sin genant
TannhHofz
183;
sô maneger wart geletzet, / daz dervon wart
ûf gesetzet / der turnei, der noch siben tage / solte weren
UvZLanz
3420;
daz bette her unt dar sich stiez. /
[...] mit hurte an
ieslîche [Wand] ’z swanc, / daz
al diu burc dâ von erklanc Parz
567,18.
– auf den Inhalt von Mitgeteiltem bezugnehmend:
sîne reise er alsus zierte, / dâ von möhte
i’u wunder sagn Parz
669,3;
da wissest daz man drier hande manoden war
nimet. [...] e danne ich da von iht sage,
so wil ich dir ein wenic kunden vor hin daz guot darzuo ze wissene
ist MNat
13,16;
Rol
2131;
SM:Te
10:1,7;
Eckh
5:22,2
1.1.2.2
in Distanzstellung:
– auf den Ausgangspunkt, die Herkunft verweisend ‘von
dort (her)’
‘von wannen kam diz bluot her
an?’ / ‘mîn âder brast, dâ giengez van’
Tr
15216.
– auf den Inhalt von Mitgeteiltem bezugnehmend:
daz er mînen œheim sluoc. / dâ würde rede von
genuoc Tr
14090;
vnde wie ein slange frezze
[...] sinen schif man. / da sagete er
harte vil van Herb
17475;
UrkCorp (WMU)
1751,24
1.2
vorausweisend
1.2.1
mit dem folgenden Hauptsatz korrelierend:
swaz ab uns da von geschiht, / wirn geben iu des
hundes niht Wig
2265
1.2.2
mit einem abh. Satz korrelierend:
und wil si ir swester enterben / und dâ von verderben
/ daz sî ein lützel alter ist Iw
6024;
daz ist da von daz si vns niht engel vindent
PrBerthKl
7,24.
–
welt ir mir dâ von iht sagn, / wer iu den rîter
habe erslagn Parz
139,5
2
relativ ‘wovon, von welchem, wodurch, worüber’
2.1
in Kontaktstellung:
er praht ir die chetene, da sant Peter mit gepunten was
in dem charchere, da von in der engel erlost Konr
15,19;
du hâst mich gar / mit dîner kraft gezogen dar / dâ von
ich niht gewenken mac Wig
8113.
10472.
–
und smeckt daz selbig wazzer von dem ding, dâ von der
dunst kümt BdN
81,16;
Lanc
93,2.
–
der berg, dâvon wart gesnitten / ein stein niht nach
menschen sitten, / bist du SM:EvS
1: 18,1;
daz er an der burge ze Buͤetert niht inne het, da von er dem
von Brvnecke ze reht iht antwuͤrten solte UrkCorp (WMU)
2930,17.
– auf die Ursache verweisend:
dazn kam von archeite niht, / dâ von doch manegem
schade geschiht Tr
292.
932;
uon der uns daz êuuige lieht erscinen ist, da uon
elliv disiv werlt erlûhtet ist Spec
94,29;
daz mir trûren kumet davon mir fröide solte komen
SM:Te
2: 3,12;
SM:Tu
6:4,11;
Parz
616,20.
150,28
u.ö.;
Wig
10490;
Roth
4563.
–
daz was ein kus den Jûdas truoc, / dâ von man
sprichet noch genuoc Parz
634,20;
si tâten solhe rîterschaft / dâ von ich wol sprechen
mac Wig
11041.
2.2
in Distanzstellung:
vnd svͤln im daz sælbe guͦt vor den lehenherren, da wirz von
haben, vf geben UrkCorp (WMU)
1450,19.
–
Achilles merkete den slac, / da der herre von tot lac
Herb
10316.
–
wande er de geweltigiste chunich was, / dâ man von ie
gelas VAlex
1438
MWB 1 1231,50; Bearbeiterin: Baumgarte
dâ(r)/ da(r) vor
Adv.
i.d.R. da vor, gelegentlich der vor, selten do
vor;
weist im Gebrauch Überschneidungen mit → dâ(r)/ da(r) vür auf (vgl.
3
).
Pron.-Adv., steht im Satz anstelle eines präp. Ausdrucks mit vor und
kann in alle Bezugsverhältnisse eintreten, die die Präp. vor ausdrückt
(vgl. 11.1).
Distanzstellung nur in Satzanfangsposition, v.a. bei lokaler Verwendung zur
Einleitung von Hauptsätzen
1 demonstrativ ‘davor; dagegen; deshalb’
1.1 wiederaufnehmend 1.1.1 einzelne Ausdrücke 1.1.1.1 in Kontaktstellung 1.1.1.2 in Distanzstellung 1.1.2 den Inhalt des vorher Gesagten wiederaufnehmend 1.1.2.1 in Kontaktstellung 1.1.2.2 in Distanzstellung 1.2 vorausweisend 2 relativ ‘wovor’
2.1 in Kontaktstellung 2.2 in Distanzstellung 3 Formen von da vür in Gebrauchsweisen von da vor
1
demonstrativ ‘davor; dagegen; deshalb’
1.1
wiederaufnehmend
1.1.1
einzelne Ausdrücke
1.1.1.1
in Kontaktstellung:
– lokal:
versoumet er daz eine tor, / so ist er immir
da vor Hochz
436;
in der stat und auch dervor WüP
81,5;
Tr
3168;
NibB
797,2;
Herb
8187;
grüene samît was der mandel sîn: / ein zobel
dâ vor gap swarzen schîn Parz
63,24.
553,5;
sus vuoren si [...] /
unz an daz palas. dâ vor / was gehangen ein slegetor
Iw
1079;
swer klaget umb ungerihte [wegen
eines Unrechts] ûf einen man der niht dâ vor
ist [der vor Gericht nicht anwesend
ist] , dem wirt für geboten SpdtL
193,14.
– Reihenfolge:
diu menige diu da vor gie und diu da nach gie,
die sungen lop dem almæchtigen got: osanna. die da vor giengen die
bezaichent die væter des alten urchundes die vor gotes geburt warn
PrOberalt
9,5.
– direktional (bis zur Berührung des Ziels
‘dagegen’ vgl. auch Iw in
1.2
):
als er quam vur daz tor, / do clopfete er da
vor Herb
18321;
En
2454.
– Übergang vom lokalen zum temporalen Gebrauch beim
Rückverweis auf das vorher Erwähnte:
in aprile sol man zoͮ diseme tranche
toͮn die wormate. vnde allez daz da vor gescribin ist
Ipocr
247;
kumt er nicht zuͦ dem rate, so sal er
uz der stat varen vierzehen tage uz ze sine, als davore geredet ist
WüP
7l,10;
alsô spriche ich und hân ez dâ vor gesaget
Eckh
5: 40,18;
Wig
2704;
Himmelr
3,3.
– temporal:
nach der glocken uf der brucken sol iederman
kauffen, alz ez von alter her ist kumen zuͦ rehte. swer
davoͤr kauffet, der sol die buͦzze gelten
WüP
34,3;
Iw
3307;
VAlex
1000;
so getan genad [...]
waz uns vil lang da vor mit vil herlichen pilden gezeiget
PrOberalt
73,14;
als Bezugspunkt einer best. Zeitangabe:
dâ vor an dem dritten tage Wig
9818;
Parz
383,29;
zwo stuͦnde da vor Macer
7,8;
Lanc
295,23.
– bei Ausdrücken des Beschützens, Hinderns, Standhaltens und
Fürchtens:
sein [des
Fürsten] wirdichait waͤr schier zeganen, / wolt
er nicht die posen widen [züchtigen] / und
di guten da vor befriden [vor den Bösen
beschützen]
Teichn
24,26;
sam tuot ain unêr weip, diu gesigt oft ainem
starken manne an, [...]. dâ vor besleuz
dein augen, wan diu tuont den schaden BdN
177,20;
– kausal:
der adler so der alt wirt so wirt im sin snabel krumb das er
da vor niut essen mag PrEngelb
199,205
1.1.1.2
in Distanzstellung:
– lokal:
ein wîtiu stat lac vor dem tor, / dâ wâren
tiefe graben vor Wig
667
u.ö.;
Iw
5852;
Tr
13589;
alle die dâ wâren vor Wig
9351;
dâ mohte sî wol vor /
[...] / ein selch gesinde schouwen
Iw
5932.
– bei Ausdrücken des Beschützens, Hinderns, Standhaltens und
Fürchtens:
pfifferling, dâ schol man sich vor hüeten
BdN
402,3;
Thelamon mit sime swerte schriet, / daz da
niet vor bestunt Herb
5300;
alle die pîne [...] dô vorchte wir
uns nicht vore HvFritzlHl
206,6
1.1.2
den Inhalt des vorher Gesagten wiederaufnehmend
1.1.2.1
in Kontaktstellung:
di haiden uergazen ir ainunge / di si da uor
swuren Rol
6256;
doch bin ich ir mit gedanken bî. / dâvor kan si
kleine huote / hân, swie ungenædeg sî mir sî SM:HvS
4: 3,3;
so si wanent daz si haben / so habent iz die tifel
hin getragen / si ne behuͦten sich da fore VMos
39,14;
VRechte
121;
Wig
10627;
UvZLanz
3865;
Parz
378,29;
si uachten mit grimme: / di uesten stalringe /
machten nicht da uor gestan Rol
8977;
Roth
2710;
Herb
4799
1.1.2.2
in Distanzstellung:
da solit ir uch baz uor warnan
Roth
3012;
da nemach niht vor gestan VRechte
119
1.2
vorausweisend:
– korrelierend mit einem abh. Satz:
und daz swert durch in gestochen / dâ vor dâ daz
herze lît Iw
5071
2
relativ ‘wovor’
2.1
in Kontaktstellung:
diu scham treip in in ein hol / dâ vor grôz gerüne was
Wig
5918;
beschiht aber das, das der selbe her Jacob verdirbet, da vor got si, kumet
danne dekaines / siner kinde, [...] / dem suln wir
[...] / das selbe maierampt bevelhen UrkCorp
3500,43
2.2
in Distanzstellung:
dîn [der Welt] gar unstæte
süezekeit / schaffet, daz wir dir volgen nâch in werendez leit, / da man sich
gerne hüeten vor solte SM:JvR
1: 8,6;
ob ez dar zu choͤm, da mich got vor behvͦt
[...], daz [...]
UrkCorp (WMU)
1282,3
3
Formen von da vür in Gebrauchsweisen von da vor:
– lokal:
unz an der kemenâten tür. / dâ gestuont er vorhtende vür
Tr
13570.
13562;
dô erz [das Kind] gefuorte vür die tür, / dâ ez
ê lac krumbez vür LvRegFr
4478.
– Übergang vom lokalen zum temporalen Gebrauch beim Rückverweis auf das
vorher Erwähnte:
als da vur gescriuen ist UrkCorp (WMU)
494,2;
als ich ouch da vüre sachte MarlbRh
116,28.
56,20.
– bei Ausdrücken des Beschützens, Hinderns, Standhaltens und
Fürchtens:
man hiez daz ros in einen marstal thûn, / daz si dâ fur
mehten gerûn [damit sie vor dem Pferd sicher sein
konnten]
VAlex
262;
swâ im kumbers wære bevilt, / dâ was ir minne für ein
schilt Parz
687,20
MWB 1 1233,44; Bearbeiterin: Baumgarte
dâ(r)/ da(r) vür
Adv.
i.d.R. da-, gelegentlich der-, selten do-; weist
im Gebrauch Überschneidungen mit → dâ(r)/ da(r) vor auf (vgl. 3).
Pron.-Adv., steht im Satz anstelle eines präp. Ausdrucks mit vür und
kann in alle Bezugsverhältnisse eintreten, die die Präp. vür ausdrückt
(vgl. 1.1). Distanzstellung sehr selten und überw. bei lokalem
Gebrauch
1 demonstrativ ‘davor, dafür, dadurch’
1.1 wiederaufnehmend 1.1.1 einzelne Ausdrücke 1.1.1.1 in Kontaktstellung 1.1.1.2 in Distanzstellung 1.1.2 den Inhalt des vorher Gesagten wiederaufnehmend 1.2 vorausweisend 2 relativ ‘wofür, wohin, wozu’
2.1 in Kontaktstellung 2.2 in Distanzstellung 3 Formen von da vor in Gebrauchsweisen von da vür
1
demonstrativ ‘davor, dafür, dadurch’
1.1
wiederaufnehmend
1.1.1
einzelne Ausdrücke
1.1.1.1
in Kontaktstellung
1.1.1.1.1
direktional: –
‘davor’
[er ließ] alle sine buche lechin in sin
grab under sin huͦbet dar nach uber lanch fuor ein keiser da
fure Capsula
3;
der rîche künec selbe dô beslôz die tür; /
vil starker rigel zwêne warf er snelle darfür NibB
664,4;
Tr
16729.
–
‘heraus’
ich [...] smouc
mich hinder ein tür / und dâhte, swenne er dâ für / gât, sône
nimt des nieman war KvHeimUrst
578;
NibB
1004,2.
2013,2;
er [...] hiez im
den sluzzel [des Stalles] gewinnen. /
ir neheiner getorste daz ros dâ fur ziehen, / want sie alle vil
ungerne dar în gingen VAlex
301.
–
‘vorbei’
ze ziten stunt offen ir tuͦr /
wecmuͦder man gienc selten dafuͦr
Albert
72;
swa daz
[Blut] stuont an dem uberture, / der
slahente engel vuor da fure VEzzo
358;
VMos
41,6.
1.1.1.1.2
den Gegenwert, die Gegenleistung angebend:
swaz aber des silbers niht gelaistet wirt, da fur sol der
pischolf daz phand inne han UrkCorp (WMU)
2435,32;
das ich sal vf rihten in dirre jares frist irre muter widemen
[Witwengut] vnde dar vur bewisen
achzik marc geldes ebd.
3451,2;
swer auch daran erwischet wirt, der git 5 ß
pfenninge so sol man in da fuͤr villen und scheren
WüP
106f,5.
60,4;
Tr
16235
1.1.1.1.3
auf die Funktion des Wiederaufnehmens beschränkt (oft bei der
Angabe eines Gegenmittels und bei Ausdrücken des Beurteilens und
Einschätzens) ‘in Bezug darauf’
loicinit he dan der sachchi der min umi scult
giebit ummi den toitin, so mac he woili davuri sueri mit sien einis
hant uffi din heiligin Mühlh
98,3;
– Gegenmittel:
so gebint si [übermäßig
viele kalte Speisen] surez ropzen ân durst.
ercenie di da vur gehoret ist drier slachte
SalArz
48,44;
swaz diu minne mir mit twingen tuot, dâ
für hân ich arzenîe, diu ist guot KLD:UvL
58: 1,6.
– Beurteilen und Einschätzen:
da wîzziu bein so lûchten dür / (ich hânz
dervür), wîz als der snê SM:Had
44: 4,6;
koniges kint bin ich geheißen und bin
auch darfur gehalten Lanc
41,29
1.1.1.2
in Distanzstellung:
der selbe ouch allrêst trat / in des paradîses
tür. / dâ was ê jæmerlîche für / unser vater Âdam getriben
KvHeimUrst
760.
KvHeimHinv
406
1.1.2
den Inhalt des vorher Gesagten wiederaufnehmend:
– den Gegenwert, die Gegenleistung angebend:
nûst mîn lîp in ungemüete komen: dâ für sult ir
mir wesen guot KLD:UvL
48: 2,4.
– auf die Funktion des Wiederaufnehmens beschränkt (oft bei der
Angabe eines Gegenmittels und bei Ausdrücken des Beurteilens und
Einschätzens) ‘in Bezug darauf’
daz herce in im prast; / uon im fuͦr ain
glast / sam ain prinnenter loͮc. / da fuͦr entuͦc /
zesagen nimere Rol
6523;
iz gini man nicht bikenti, daz heiz gitan hetti,
[...] unde buti sin recht davuri
Mühlh
174,9.
127,11;
Gegenmittel:
gein aspîs, ecidemon, /
[...], swaz iemen dâ für weiz, / unt für
ander würm diez eiter [Gift] tragent
Parz
481,12;
daz ich nicht wizzen chan die zeit, / wann mich
der tod greiffet an. / da fuͤr nieman nichtes
chan [dagegen kann keiner etwas machen]
Teichn
20,8;
Beurteilen und Einschätzen:
iuch dunket des man süln [den
Sieg] iu lân. / ouch solz mîn vrouwe dâ vür hân
Iw
122.
– final:
vnd daz iemen her nach kainen vnrehten kriech
[...] mveg an gelegen, da fvͤr han
ich [...] in gegeben disen brief
UrkCorp (WMU)
2874,17
1.2
vorausweisend:
– mit dem folgenden Hauptsatz korrelierend:
dâ für sî mîn triwe pfant, / des inren hers dechein
hant / kumt durch mîne nôt ze wer Parz
209,29;
iuwer liute / [...] habent
ez dâ vür, ir sît tôt Tr
10729.
– mit einem abh. Satz korrelierend:
Artûs, der dâ für erkant / was daz er prîs etswenne
truoc Parz
683,28.
50,25;
minne, ich hânz dâ für, ez sî niht guot getân
KLD:GvN
5: 3,4;
Appet
361;
ich han ims dofuͤr geben [im guten Glauben/ in der
Überzeugung] , als ze der zeit und ich ims gab chain tadel
dar nicht west StRMünch
359,20;
UrkCorp (WMU)
N141,17;
der dich mit golde wage, / daz ich iz da fure nine
name / daz ich dich ersehen han Rol
4388;
er lie sich martern da fur, / daz got Adames schulde
verchur StrKD
13,459;
daz nieman da fvͤr von vns dehein vreyung mvͤg gewinnen,
daz [er] die stiͤwer mit in iht geb
UrkCorp (WMU)
1817,15
2
relativ ‘wofür, wohin, wozu’
2.1
in Kontaktstellung:
fart ir an die statt
darfur [wohin] ich uch nit getar volgen, so sint
ir kúner dann ich ye ritter gesah Lanc
224,33;
als si [Akk., Isolde] diu Minne
dræte / [...] dem wunsche zeinem endezil, / dâ vür
er [worüber hinaus der Wunsch] niemer komen kan
Tr
10899.
–
fvr zwai min vierzich phvnt phenninge wienner mvͤntz, da fvr
ich sie reht vnd redlich gelediget vnd geloeset han aller dinge
UrkCorp (WMU)
3079,4.
–
sô weiz ich nindert den list / dâ für ez dir guot ist
SpdtL
157,30.
–
daz si [...] sich dar vmbe ervaren haben, als
er [der Schaden] geshehen si, dafur si ez haben
UrkCorp (WMU)
2466,10.
–
daz selbe guͦt [...] ze besizzenne vnd
ze niezenne fur ain fries aigen, dafur wir in ez vertegon suln vor gerihte
vnd âne gerihte UrkCorp (WMU)
1786,34
2.2
in Distanzstellung:
[die Bürgen müssen dort bleiben] die bruͦg
[der Vertragsbruch] ensi gebessirt der stede van
Kolne, dar si vuͦr gemaint [bestimmt] sint
UrkCorp (WMU)
3470,45
3
Formen von da vor in Gebrauchsweisen von da vür:
– Gegenwert/-leistung:
mins herzen span / entflammet ist von diner güte zunder.
/ dafür [La. dauor
] nem ich nicht alle rich
Mügeln
393,7.
395,7;
vnd sulle wie die [
phant
] davor
vorlorn habe UrkCorp (WMU)
1616B,47.
– final:
ich han uile guͦte knechte, / daz ich mit den da
uore uechte, / daz ih Roͮlanten erslahe Rol
3558
MWB 1 1235,21; Bearbeiterin: Baumgarte
darwërt
Adv.
direktional ‘dorthin, in jene Richtung, darauf zu’
die Troyane [...] zvgen sie mit den
haren / her vnd dar wert Herb
12985;
sie hiezen ir helm vf binden; / schilt, sper vnd swert / gap
man in darwert ebd.
4454;
‘nu bald off und darwert!’ sprach er
Lanc
517,26.
– wiederaufnehmend:
hie was ein garte bî der stat, / dar wert unser herre drat Erlös
4862;
ê er danne ie mêr bekêre / darwert [auf den Hügel
zu] ein halbe mîle, / sô dunkt in an der wîle, / wie ez ein
cleiner mûl [Maultier] sî UvZLanz
8113;
VAlex
1104;
Daniel
7252;
StrKD
26,164;
Lanc
18,32
u.ö.
– vorausweisend:
Miceres rante darwert / gegen dem kvnige Herb
6974;
Lanc
309,20;
mit einem abh. Satz korrelierend:
mit synen henden beyde / greyff hey des doden heyden swert / ind kerde sich
dar dar wert, / do hey de vyande vant KarlGalie
13179;
ich sol doch darwert deste dicker sehen da er ist
Lanc
44,26.
187,35
u.ö.;
Eilh(L)
7660;
übertr.:
dv solt dinen fliz darwert kerin, daz immer dine wort an dime grvze svze sin
SalHaus
45,28;
hierher?:
ir solt schier ritter werden von des besten mannes hant der
in der werlt lebet, das ist der konig Artus. wir mußen uns in dißer wochen die
angegangen ist darwert bereyten [auf das gesamte
Vorhaben?] , so das wir dar komen des nehsten fritages vor sant
Johans meße Lanc
124,27
MWB 1 1237,14; Bearbeiterin: Baumgarte
dâ(r)/ da(r) wider
Adv.
selten dar- oder der -widere. Distanzstellung
v.a. in Satzanfangsposition, dort gehäuft die Form da.
Pron.-Adv., steht im Satz anstelle eines präp. Ausdrucks mit wider und
kann in alle Bezugsverhältnisse eintreten, die die Präp. wider ausdrückt
(vgl. 1.1)
1 demonstrativ ‘dagegen, demgegenüber, andererseits’
1.1 wiederaufnehmend 1.1.1 einzelne Ausdrücke 1.1.2 den Inhalt des vorher Gesagten wiederaufnehmend 1.1.2.1 in Kontaktstellung 1.1.2.2 vereinzelt in Distanzstellung 1.2 vorausweisend 2 relativ ‘wogegen’ (relativer Gebrauch belegt im Tatian
( 2 DWB 6:443,21), bei Notker ( 2 DWB 6:442,16) und im Frnhd. (FWB 5,237)
1
demonstrativ ‘dagegen, demgegenüber, andererseits’
1.1
wiederaufnehmend
1.1.1
einzelne Ausdrücke:
– adversativ:
iz [Akk., das Schwert
‘Durndart’] uorcht elliu haidenscaft. /
der stal ne het da wider nehaine craft, / ne weder bain noh horn
Rol
3314.
8110;
ich meine di niht, di is an vihtet vnd der wider
strident PrBerthKl
6,54;
vnd vercihent vns [...] alles rehtes,
[...] do mitte wir disen brief verwerfen
mohtent oder der wider getvͦn UrkCorp (WMU)
N499,8;
sô gibt man ez [gedörrtes
Schlangenfleisch] in trinken und in ezzen wider den
auzsetzligen siechtum und ist dik dâ wider gar ain kreftigeu erznei
BdN
285,5.
– als Gegenmeinung gegenüberstellend:
ime was daz lahter niht lib / doh ne sprah er
dawidere niht VMos
14,10.
– als Gegenwert/-leistung gegenüberstellend, erwidernd:
jst aber, daz dev selb hueb dem vor gesprochen chloster ze
Reͣvn mit reht anbehabt wird [...], so
sol ich in als vil gult der wider geben UrkCorp (WMU)
2073,3.
1807,42;
‘froͮwe minne, ir hant mir benomen
mine kintheit.’ ‘froͮwe kúneginne, da wider han ich
úch gegeben himelsche vriheit.’ Mechth
1: 1,11;
ir herzen künicrîche
[...] wart Riwalîne, / dâ wider wart ir daz
sîne Tr
818;
dc wir in gesworen haben, beholfen ze sinne vnd si vns dawider
UrkCorp (WMU)
N17,18.
– vergleichend gegenüberstellend:
Tristan dô er daz hundelîn / gewan in die gewalt
sîn, / ern hæte wærlîche / Rôme und elliu rîche, /
[...] derwider niht gahtet ein ber
Tr
16268;
wan do ist so gros lust in der natúrlichen
vernunft daz aller lust der welte dawider nút enist in allem dem daz die
welt geleisten mag Tauler
48,25;
Iw
379
1.1.2
den Inhalt des vorher Gesagten wiederaufnehmend
1.1.2.1
in Kontaktstellung:
do mostin sie alle dare / swer sich ieht sazte dar
widir, / deme gebot man iz bi der widen Roth
1573;
si sezzent si ze ir zil / unt schizent dar zu. /
mochte wir da widire icht getuͦ, / des were uns nót
Rol
210.
449;
UrkCorp (WMU)
3536,40;
dieselben pen [Strafe]
sol voͤrdern der kieser. wer aber ieman im derwider, so sol er
foͤrdern ein pfant dafuͤr WüP
66,5;
ob iemen da widere si AvaLJ
107,4;
UrkCorp (WMU)
N526,10
u.ö.;
waz mege wir dâ widere? Gen
2366;
UrkCorp (WMU)
2518,21;
ich wil in haben ringe / umb drîzic pfenninge. / die wil ich iu
gern geben / und wil dâ wider nimer streben EnikWchr
5056;
also wirfet daz firmamentum die planeten von
oriente zuo dem occidente aller tegelich umbe. der wider strebint die
planete, unde sument sich, daz siu niht also schiere under gant also die
steten sternen MNat
3,11;
dô der hêrre chom und si iz ime al begunden
zellen, / und si ime gezeigte daz lachen, waz mahte Joseph dâ widere
sprechen [dagegen vorbringen]
Gen
1916;
VMos
37,12;
alle des menschen sinne die rvͤfent da
wider PrBerthKl
6,92;
BdN
18,12.
– als Gegenmeinung gegenüberstellend:
man giet: swer daz saf trinke, her sterbe. da
wider sprichet Plynius, ein meister, das her dar abe hat gegebin
heilsame trenke den, di dumfic warin Macer
52,5;
alsô wart erhaben / under dem her grôzez wetten. / etelich ez
dâmit heten, / der kunic kæme schiere, / dâwider jâhen viere, / sîn
vart wær widergenge Ottok
84442.
– als Gegensatz gegenüberstellend, meist in
Satzanfangsposition:
Esau wart ein achirman unde ein iægere, Jacob wonte in dem
gezelt da widere GenM
46,17;
wer den nack strackes heltet, / grozliches
mutes er weltet. / da wider wer in beuget, / demutigen mut ez zeuget
Physiogn
281;
die ivdin die enworhtin des samiztagis dehein
dielich werch, da wider wurchen wir an dem suntâge niht
Spec
54,20;
Iw
1695;
Tr
15690.
– als Gegenwert/-leistung gegenüberstellend, erwidernd:
ein vingerlîn daz legte er sâ / der
juncvrouwen an ir hant; / dâ wider gap si im daz lant
Wig
9427;
er minnite sine vrouwin / in sime herzin binnin
/ mit getruwelichin minnin: / da widir minnite sie in
Athis
A 37;
Tr
1354;
Gen
2344;
Greg
301.
– vergleichend gegenüberstellend:
ich sihe und hân biz her gesehen / sô manegen
schône redenden man, / daz ich des niht gereden kan, / ezn dunke
mich dâ wider ein wint Tr
4843.
2281
1.1.2.2
vereinzelt in Distanzstellung:
daz hân ich von mîner brût. / got hêt uns bêden êr gegeben, / dâ
begund si wider streben EnikWchr
1212;
wiedder unsers herren rache mag sich nymant
geseczen, da hört auch kein buß wiedder Lanc
244,32;
dâ rede ich niht widere Parz
424,6
1.2
vorausweisend:
ichn wil mich mit dem munde / niht gelîchen dem hunde, /
der dâ wider grînen kan, / sô in der ander grînet an Iw
877;
swaz er dâwider solde / tuon des was er gereit / ob der künic die
hövescheit / gegen im begienge / daz er in enpfienge StrDan
8034.
– mit einem abh. Satz korrelierend:
swaz ir noch not erliten hat, / daz ist allez ein niht / da wider daz
iu noch geschiht StrAmis
2384;
die zweinzic wâren sô gekleit / von pfelle und von
samîte / daz ich dâ wider strîte / daz man nu iht vinde / under deheinem
gesinde / alsô rîche vrouwen Wig
4115
2
relativ ‘wogegen’ (relativer Gebrauch belegt im Tatian
(2DWB 6:443,21), bei Notker (2DWB 6:442,16) und im Frnhd.
(FWB 5,237):
Gwydam schwur, [...] das im der jungfrauwen vatter
die lantschafft geben hett, darwiedder sie sich stalt LancII
198,14
MWB 1 1237,42; Bearbeiterin: Baumgarte
dâ(r)/ da(r) zegegen
Adv.
in der Funktion eines lokalen Pron.-Adv.,
vorausweisend, mit einem abh. Satz korrelierend:
man sol ir darnach die hut von den henden schinden da zu
gein da ir das heilig ölei dran gestrichen wart, wann sie sich gewicht konigin macht
Lanc
525,11.
16,21
MWB 1 1239,25; Bearbeiterin: Baumgarte
dâ(r)/ da(r) zuo
Adv., Konj.
auch der-,
dir-,
do- und dor-,
-zu und -zo.
Distanzstellung nur in Satzanfangsposition, dort gehäuft die Form
da.
Pron.-Adv., steht im Satz anstelle eines präp. Ausdrucks mit zuo
und kann in alle Bezugsverhältnisse eintreten, die die Präp. zuo
ausdrückt (vgl. 1.1)
1 demonstrativ ‘dahin, dazu’
1.1 wiederaufnehmend 1.1.1 einzelne Ausdrücke 1.1.1.1 in Kontaktstellung 1.1.1.2 in Distanzstellung 1.1.2 den Inhalt des vorher Gesagten wiederaufnehmend 1.1.2.1 in Kontaktstellung 1.1.2.2 in Distanzstellung 1.2 vorausweisend, mit einem abh. Satz korrelierend 1.2.1 in Kontaktstellung 1.2.2 in Distanzstellung 2 relativ 2.1 in Kontaktstellung 2.2 in Distanzstellung
1
demonstrativ ‘dahin, dazu’
1.1
wiederaufnehmend
1.1.1
einzelne Ausdrücke
1.1.1.1
in Kontaktstellung:
– direktional:
uns ratet Ysaias, / daz wir cherigen daz hus,
/ ob got dar zuo chome, / daz im dar inne gezeme
Hochz
574;
diu rehten werch
[sind] unser segelseil, / diu rihtent
uns di vart heim. / der segel deist der ware geloube, / der hilfet
uns der zuo wole VEzzo
402;
Iw
608;
Tr
655;
Wig
3871;
aber der die selben wurzel vil nützt und vil
dar zuo smeckt [daran riecht] , daz pringt
im daz vallend lait BdN
407,24;
phras. (?):
~ gân lazzen
‘das Pferd dorthin/ auf ein Ziel zu gehen
lassen’
velt vnde strazze / von den crichen vol lac.
/ Palimedes [...], / vnde Diomedes der
gewere / die lizzen beide dar zv gan Herb
11577.
– im weitesten Sinne final auf den Zweck, eine Aufgabe, eine
Zielvorstellung oder auch das Ziel eines inneren Gerichtetseins
verweisend:
er hiez dô gebieten herrevart / alsim dô
gerâten wart; / dar zû was ime vil liebe VAlex
595;
die
[
unweisenn
] da jehent das
die chunst der planetenn schwär sei, das niemant dartzu chömenn müge
HvHürnh
26,5;
Agomennon erdachte zv hant, / wer zv boten
dar gezam. / sinen bruder er dar zv nam Herb
13864;
Ein gebacken muͦs von vischen. Dar
zvͦ solt du nemen einen bersich gebeizt in ezzig
BvgSp
55.
– additiv:
swer daz ezzen wil, der ezze dartzu veize
vleis ader butter SalArz
9,36;
in maio [Mai] . sol
man lvbestechil dir zoͮ [zu dem
Trank] toͮn Ipocr
248;
wan ir habt mir erslagen alle mine botten vnde
darzvͦ min selbes chint Konr
2 W1,30;
Konj. (?):
er hête diuwa unde scalche, scâf unde chuo
melche, / darzuo esile Gen
1492;
min bruder hat er mir irslagin, / dar zu mine
liebin man Rol
3655;
man gap uns spîse, diu was guot, / dâ zuo den
willigen muot Iw
368;
Parz
320,23.
– Zugehörigkeit/Zuordnung ausdrückend:
sô vestint man die burc mit grabin, mit
gewere, mit andirn dingin, die dâ zû hôrint PrMd(J)
352,19;
swer die touffe hat enphangen, / dem wære ez
wol ergangen, / wolde er diu dinch began, / diu da zuo schulen
gestan Hochz
94
1.1.1.2
in Distanzstellung:
ein fôreis in dâ nâhen lac; / dâ erbeizte diu
juncvrouwe zuo Wig
2024;
gib ich den gensen haberkorn, / do mischent sich die valken zü
KvMSph
1,20
1.1.2
den Inhalt des vorher Gesagten wiederaufnehmend
1.1.2.1
in Kontaktstellung:
– direktional:
sîne seltsæne grüeze / die harpfet er sô
süeze / [...] / daz iegelîcher dâ zuo lief
Tr
3571;
daz ist mîn gelinge, / wan ich wil ir gerne
walden: / darzuo stiuret mich mîn vrîer muot SM:KvL
17: 3,6;
wie vngerne ich ez tv, / doch mvz ich griffen
dar zv, / ez ge zv schaden oder zv frumen Herb
13510.
– im weitesten Sinne final auf den Zweck, eine Aufgabe, eine
Zielvorstellung oder auch das Ziel eines inneren Gerichtetseins
verweisend:
swaz ir kurzewîle was, / dâ zuo was er
gedanchaft Tr
19191.
3118;
darzuo habe ich guot gedingen
SM:JvW
3: 4,4;
und ist mîn begerunge dar zuo grôz und ganz
Eckh
5: 218,4;
dat got van einer vrowen würd geboren? / wal
dir! du darzuͦ wers erkoren MarlbRh
54,40;
daz si es [das
Gotteswort] dorsten gesprechen, dar zuͦ
chom in der heilig geist PrOberalt
114,12;
ouch wyn gesotin odir gebrant, gemischt czu
dem moste, machit den wyn stet. ouch ist dorczu gut byvus samen
Pelzb
140,15;
ob ich ez gesagen kvnde, / die zit mir
widerstunde. / wolde ich die zit dar zv han, / so mvste ich ander
rede lan Herb
5581;
habt ir ruowens iuch
bewegn [aufgegeben zu ruhen] , / dar
zuo sît ir ze sêre wunt Parz
590,25.
– additiv:
daz ich den zins von ime neme / unde dar zû
von allen landen VAlex
1127;
als in da vor geschach, / also enphinc man
sie do / vnde baz darzo Herb
7836;
do erslvͦgen och do die romær den
keiser, [...] vnde zerstorten och do dar
zvͦ, swaz so er geschaffen [...]
hete durch sin vngvͤte Konr
3 W1,103;
Tr
10749;
ich vürhte, ich entuo niht genuoc vlîzes dar
zuo Eckh
5: 304,6;
Konj. (?):
diu klôs was freuden lære, / dar zuo aller
schimpfe blôz Parz
437,17.
441,7;
toͮn wir ubel, uns wirt mit ubele
gelonet, dar zoͮ diu grimme helle gegeben Spec
91,5;
gleichrangige Sätze verbindend:
ir porten wârn vermûret / und al ir wîchûs
werlîch, / dar zuo der zinnen ieslîch / mit armbruste ein schütze
pflac Parz
351,28;
[frische Bohnen] machent daz houbet
suere, so der dunst der sich uon in loset in deme magin uf get in
daz houbet. dar tzu machen si ouch suere troume
SalArz
10,19;
sô klag ich den grüenen walt und der vogel
singen: / dar zuo hât vil grôze nôt / diu liebe nahtegal
KLD:GvN
1: 1,7;
Konr
13,31;
NibB
1237,1;
GrRud
G 42;
SSpAug
94,12.
– Zugehörigkeit/Zuordnung ausdrückend:
sie vndergruzten sich da / mit so getanen
worten, / die dar zv gehorten Herb
2734;
diu küneginne sprach derzuo / vil baz denne
smorgens vruo Wh
180,1;
nu du darzu hast gesviget VMos
14,23;
dar zuo soltu antwurten MNat
6,8;
Iw
5667;
Herb
1011;
wil ich dir ein wenic kunden vor hin daz guot
darzuo ze wissene ist MNat
13,17
1.1.2.2
in Distanzstellung:
swaz er zuo dem mâle / zir wirde und zir êren /
sîner koste mohte kêren, / dâ hæte er spâte unde vruo / als inneclîchen
willen zuo Tr
5735.
16590;
sol ich kumber dâ von dulden, / da ist mîn lîp zuo
gar ze kranc KLD:UvL
30: 6,4.
–
ze mînes wirtes gebote / dâ bôt ich mich vil
dicke zuo Iw
395;
zwêne sint iemer eines her. / sold ich joch
einen bestân, / dâ müese ich angest zuo hân ebd.
6638
1.2
vorausweisend, mit einem abh. Satz korrelierend
1.2.1
in Kontaktstellung:
nv gebet dar zv uwern rat, / weder wir in schinden, /
brinnen oder blinden Herb
7244;
eines svnes sie gelac. / darzv horte manic tac, / e
er queme zv sinen tagen ebd.
18283.
– i.d.R. mit einem (meist finalen) daz-Satz:
sîn zorn in der zû trûch, / daz er mit tem swerte
umbe slûch VAlex
431;
rihte dû dich ie dar zuo, / daz tû hôhes muotes
sîs Tr
8416;
Rol
3122;
Will
47,15;
SM:We
1:2,9
1.2.2
in Distanzstellung:
dâ hœret grœzer wîsheit zuo / daz sî umb den wurbe /
von dem sî niht verdurbe, / dan sî sich den lieze erwerben / von dem sî
müese verderben Iw
3814
2
relativ
2.1
in Kontaktstellung:
ez [der Honig] sänftigt den
würzen und den kräutern und andern dingen, dâ zuo man ez mischet, ir pitterkait
BdN
293,18;
so ist er sculdic ze gebenne zwe hundert marc silbers, dar zv er sich vnd
sin nakomen gvbunden hat UrkCorp (WMU)
313,24
2.2
in Distanzstellung:
swaz ieman dâ geviel, / dâ in sîn wille zuo getruoc, /
des vant er umbe kouf genuoc Tr
2199.
6961;
unser herre lêret uns in disen worten, wie edel der
mensche geschaffen ist in sîner natûre und wie götlich daz ist, dâ er zuo komen
mac von gnâden Eckh
5: 109,4;
dâ sie diu minne zuo betwanc / in vil süezem dône LvRegSyon
3516;
Konr
23,67.
–
ane das gvͦt, da ich rehte ansprache zvͦ han
UrkCorp (WMU)
430,29
MWB 1 1239,31; Bearbeiterin: Baumgarte |