Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
  Ansicht: Standard Gliederung    |     Zusatzinformationen   Links      |     Portion: Artikel pro Seite

d – dalmut
dam – dancsagen
dancwillen – dannen von
dannen vür – dæren
dâ(r)/ da(r) enbinnen – dâ(r)/ da(r) obe
darre – dast
dâte – deckeschûr
deckevël – dëhsen
dëhsîsen – denclîche
dencliute – derpkuoche
derpteic – diadrogant
dîâken – diehter
diehterîde – dienestbære
dienestbærecheit – dienestman|erbe
dienestmanguot – 2diep
diep- – diernkint
diernlach – dilde
dille – dincphliht
dincphlihte – dingelîn, dingel
1dingen – dirhalp
dirre – distelîn
distelsâme – diupe (?)
diupguot, diubsguot (?) – dôfheit
dôgen, dougen – donerec
donergebirge – dorferlêhen
dorfgebûwære – dorfschaft
dorfsmit – dorneht
dorneht – dörperdiet
dörperecheit – dôʒen
drabeknëht – drangen
drangest – drî
drîancasîne – drîgesæʒe
drîgevar – dringen
drî|nisse – drittelhof
drittestunt – drîzëhen
drîzëhenære – druc
drûch – drüʒʒelstôʒ
du, dû – dumme
dumpfe – duns
dünsel – durchbittern
durchbitzen – durchdœnen
durchdrengen – durchgerne
durchgesiht – durchgründen
durchgrunthaftec – durchkifen
durchkiusche – durchlësen
durchlestern – durchlûʒen
durchmâlen – 1durchrecken
2durchrecken – durchsaffen
durchsagen – durchschrecken
durchschrenzen – durchslac
durchslahen – durchsprëchen
durchspreiten – durchswingen
durchtân – durchverwen
durchvieren, durchwieren – durchvrô
durchvrœnen – durchweichen
durchweidec – durchziln
durchzimbern – dûrliche
durlinc – durstebërnde
durstec – düʒʒec

   diapente - diemüetec    


diapente Subst. ‘Quinte’ (vgl. LmL 1,856ff. und 866ff.): wie diapente sal / han uß der quinten iren fal, / [...], / das leret gar uns musica die frie Mügeln 286,5; MügelnKranz 443

MWB 1 1266,53; Bearbeiter: Diehl

diaphan Adj. ‘durchscheinend’ wa sich duͤ sunn der welt ker / durchluͤchtiklich ist si dyaphan / luter clar ir corper gran / ganzes liechtez ist si vol MinneR 276 259

MWB 1 1266,57; Bearbeiter: Diehl

diasper M. ‘Diasper’, Bezeichnung für eine Art Seidenstoff (vgl. LexMA 3,971): sine cleider waren wijsz ─ / dar an lag michel flijsz ─, / von einem dyasper gesnitten Krone 29217. 14764. 514; cyclât unde cornît / dîasper und samît Eilh(L) 2080

MWB 1 1266,61; Bearbeiter: Diehl

diatesseron Subst. ‘Quarte’ (vgl. LmL 1,861ff. und 916ff.): wie uß der quart sich lösen wil / die wise diatesseron, / [...], / das leret gar uns musica die frie Mügeln 286,4; MügelnKranz 446

MWB 1 1267,1; Bearbeiter: Diehl

dicke Adj., Adv. 1 ‘dicht, massig’
2 ‘dick’ (im Hinblick auf Breite, Umfang, Durchmesser)
3 Adv., meist steigernd im Hinblick auf Häufigkeit und Intensität ‘sehr, besonders, oft’
   1 ‘dicht, massig’ so den himil habent bezogen / dei tunchelen jouch dei dichen regen wolchen Himmelr 4,29; daz der luft da neblik ist und dikke oder gar tunkel KvMSph 51,3; daz der dunst dicker ist und zæher an im selber BdN 89,2. 81,22. anabula ist ein krut. vnde hat einen langen stengel. vnde einen dicken wipfel uon bletern SalArz 87,25; umb dem waßer was ein hag gewahsen sere dick von starcken baumen Lanc 374,33 u.ö.; er brach nit anders durch die shar / wan als ein hirz durch dickes holtz Rennew 23485. der tzvn dovcht in ze dicke [undurchlässig] vnd ze hoch ReinFu K,47. in ist daz hare zu rehte, / genuck dicke, velwelehte Physiogn 48; ir berte wâren wol gestalt, / lanc, dic, ze mâze breit Wig 7094; Herb 17927; VAlex 129. si [die sündigen Engel] vielen eben alle / dri tage volle / so diche, so der regen tuot Hochz 1012; phîle vil dickir dan ein hagil / schuzzin schutzin im ingegin Athis E 146; Herb 4231; Lanc 66,14. – ‘zähflüssig’ das das waßer alles dick wart vor blut Lanc 460,5; hechede oder bersige geworfen in eine dicken mandelmilch, wol gemenget mit rys mele BvgSp 56; daz schol man dann sô lang sieden mit enander, unz ez sich verb und dick werd BdN 344,30; SalArz 37,9. – subst.: daz dicke von der mandel milich BvgSp 13; SalArz 1,41. – ‘gedrängt’ Turpin unt di sine / di huben sich mit nide / an di uil dicken scâr Rol 4423. 4527; Roth 2737; breit lanc und dicke / kom diu schar Wh 393,26; dâ mite liezens strîchen dar / ûf die dickesten schar, / dâ man die meisten herte vant UvZLanz 3286; gein dem strit da sie yn allerdickst sahen und da der sahsen allermeist zu hufen waren Lanc 473,34 u.ö. – ‘eng, dicht’ von diu sol der man unde daz wip / sin als ein lip [Mt 19,5f.] . / wande die diche samet stant / unde sizzent unde gant, / zwei samet enbette gant VRechte 359; hierher oder zu 3 (?): er îlte zuo dem hailigen man, / er viel im diche an die vuoze Kchr 10353    2 ‘dick’ (im Hinblick auf Breite, Umfang, Durchmesser): er stach Marcellen, / [...], / durch ainen schilt dicken / den spiz unz an daz mittel Rol 4325; von der trüchen wirt ein igelich dinch smal oder dunne, von der fiuhte wirt ein igelich dinch dicke Barth 128,2; die wange niht zu dicke, / wolgetan hat gut geschicke Physiogn 213; man saget, daz Eneas / ein kvrtzer dicke man was Herb 3210. – mit Gen.: der schilt was under buckeln, [...], / wol drîer spannen dicke NibB 437,2; eyne iunge buche, di do si eynis beynis dicke Pelzb 121,30; der was wol vier fúß breit und zweyer dick Lanc 615,17    3 Adv., meist steigernd im Hinblick auf Häufigkeit und Intensität ‘sehr, besonders, oft’ er chuste in vil dicche und sûfte ob ime ofte Gen 2536; ir sult dicher ze chirken gen Spec 45,24; in dînero prędicatione gehúge áller díkkost mîn Will 43,9; swer unrehte mizzet, der sol geben 30 [Pfennig] , als dicke er daz tuͤt WüP 19,3; UrkCorp (WMU) N332,18. 383,19; wil er ez vlîziclîchen üeben und dicke Eckh 5: 208,3; ofte und dicke Iw 3796; dicke und ze manegem mâle Tr 11517; das dich got minne sere, dik und lange Mechth 1: Reg. 26; sî müet, ist er ir ze dicke bî Iw 2872; Eracl 2314; dick schöner sun Dorin, vil liebes kint, ußermaßen schoner ritter Lanc 61,28. – phras.: daz dikk genant holtz UrkCorp (WMU) 3070,4; dem dikke unde dikke gesprochenen goteshuse ze Bregenz ebd. 2279,38. man sagt dick me ubels von einem menschen dann an im sy Lanc 98,17

MWB 1 1267,5; Bearbeiter: Diehl

dicke F. stN. WhvÖst 4760. 1 ‘Dichte’
2 ‘Dicke, Breite’
   1 ‘Dichte’ der wolken dicke Vät 15352; die von der dicke [der Finsternis] irstichten RvEWchr 10385; Wh 40,14; des harnes substantia ist sin dicke vnde sin dunne SalArz 110,37. – ‘Dickicht’ doch wil ich bî dem holze gên: / ob er mich lîhte wil bestên, / sô vliuhe ich snelle an die dicke: / ich vürht vil harte sîne blicke WälGa 13317; swâ ein birsær mûzet / bî wilde in einer dicke Hadam 543,2; Wh 88,28; die uͤbeln vraidigære / heten die magt wunnenclich / von den strazen in ein tich / gefuͤrt WhvÖst 4560. – ‘dichte Schar, Gedränge’, meist ‘Schlachtgetümmel’ Jacob unde sine sun [...] / die chomen in einer diche GenM 102,29; Salustîn der vuorte / den uanin vnd ruorte / manlichin in die dickin / daz ime moht ir stickin / sin ors uon gedrange Athis E 83; si cherten an die dicke, / si ualten in ainem blicke / mer denne sechs tusent mán Rol 4283; Roth 2743 u.ö.; Loheng 3187 u.ö.; Ottok 7185; er brach si von ein ander, die dicke macht er dunne JTit 4256,1; WhvÖst 4760    2 ‘Dicke, Breite’ sie heitten de hein vnderscheit, / [...], / weder an dicke noch an lenge Herb 2921; deu diken dez ertreichs hat sehs tausent und vier hundert und neunzig meil KvMSph 19,6; daz wir [...] ain mawr machen wellen [...] in der hoehe vnd in der dike als vns die beschaiden liͤvte [...] beweisent UrkCorp (WMU) 3056,45; Lanc 80,30

MWB 1 1268,12; Bearbeiter: Diehl

dickeleht Adj. ‘dicklich, voll’ sin lefczen warent dikelecht, / nút dúnne, gar zemaͮsse recht WernhMl 5883

MWB 1 1268,40; Bearbeiter: Diehl

dicken swV. 1 intr. ‘dick werden, sich verdichten’
2 tr. ‘dick machen, verdichten’
   1 intr. ‘dick werden, sich verdichten’ daz wazzer begunde / dicken von des nebels kraft Wig 6871. sin hals, houbt wol gedicket [zu rechtem Umfang ausgebildet?] / und ist ouch scharfes sinnes fri Mügeln 303,11. – refl.: daz sich der dunst dicket und in wolken verkêrt BdN 96,30    2 tr. ‘dick machen, verdichten’ dâ wirt der dunst dann aber gedicket an im selber von der sänften kelten BdN 87,29

MWB 1 1268,43; Bearbeiter: Diehl

dictam M. diptam

MWB 1 1268,52;

dieb- diub─

MWB 1 1268,53;

dieben swV. auch diuben. 1 ‘etw. rauben, stehlen’
2 ‘jmdn. als Dieb bezeichnen, anklagen, verurteilen’ (vgl. bediepsen )
3 ‘etw. heimlich hinbringen’
   1 ‘etw. rauben, stehlen’ ein geraubtes oder gedieptes guet StRWien 76    2 ‘jmdn. als Dieb bezeichnen, anklagen, verurteilen’ (vgl. bediepsen): swie man mengen biderben müller siht, / man vint ouch mengen boͤsen wiht, / der den biderben schaden tuot / an ir lop [an ihrem Ruf] ; doch ist niht guot, / swer si gemeinlich alle / [...] / wil dieben Ammenh 19039; der vater wart gedubet und och sin sune HlReg 36,1    3 ‘etw. heimlich hinbringen’ duͥ minne duͥ kan dieben / in zwai herzen ainen sin JvKonstanz 1810. – ‘sich zu jmdm. hinstehlen, einschleichen’ ir süezen, reinen, zarten, / zuo iuwern lieben lieben / sult ir bî zîten warten, / wan rûhez alter kan sich zuo in dieben Hadam 232,4

MWB 1 1268,54; Bearbeiter: Diehl

diebesgruoz stM. formelhafte Diebstahlsklage im Freiberger Recht: ‘her richter, wold ir nu hern Iohannus wort vernemen? he klaget [...] uber denselben Heinrich, [...], daz der quam an di stat, da Iohan unde sin gut vride unde gnade solde haben. da brach he den vride an Iohan unde an sime gute unde stal im daz dupliche. [...]’ daz ist der rechte dibesgruz unde ansprache. waz sin minner ist, des ist zu wenic StRFreiberg 124,11

MWB 1 1269,5; Bearbeiter: Diehl

diech stN. auch die, Pl. auch dieher. ‘Oberschenkel’ (von Mensch und Tier): niemmin nemach ainen parm gemachen uon sînen diehen, er nesitze ê TrudHL 108,24; im werden di diech swer vnde di bein SalArz 52,39; vnde sette er horner [zum Aderlass] bynnen an daz dye ouer dy knyschyben OvBaierl 130,20; Lanc 183,31. snit abe die fluͤgele vnd die diech, stecke sie in einen irdinen hafen BvgSp 42; ingwant bletze, terme und die, / daz uns der hie nit abegê! SM:Had 44: 2,1; ReinFu K,1948. – als pars pro toto ‘Körper’ sy woren selbe siech / beid an selen und an diech TvKulm 2200

MWB 1 1269,14; Bearbeiter: Diehl

diechbein stN. ‘Oberschenkelknochen’ der leo hât niht markes in seinen painen ân in dem diechpain BdN 144,35

MWB 1 1269,27; Bearbeiter: Diehl

diechbrâte swM. ‘Keulenbraten’ tributa: diehbrato SummHeinr 2:518,02.5

MWB 1 1269,30; Bearbeiter: Diehl

diechbruoch stF. ‘kurze Beinbekleidung, Kniehose, Lendenschurz’ lumbare vel renale, [...], modica braca id est diechbruͦch SummHeinr 2:350,96. 2:32,44; tribrucna: diechbruch ebd. 2:517,01.16

MWB 1 1269,32; Bearbeiter: Diehl

diechschënkel stM. ‘Oberschenkel’ diu îserhose sanc ûf den sporn: / [...] deiz bein stuont blôz. / den blanken diechschenkel grôz / der marcrâve hin ab im swanc Wh 79,6; den diechschenkel her im abe slûch En 12530

MWB 1 1269,36; Bearbeiter: Diehl

diechvëdere F. ‘Feder vom Oberschenkel’ ein diehe veder krump, / macht man die reizzel [Lockspeise beim Vogelfang] drump KgvOdenw 3,81

MWB 1 1269,41; Bearbeiter: Diehl

diehel stN. Dimin. zu diech: wiz sint ir beinel, / lint diu diehel, reitbrun ist ir meinel, / ir sitzel gedrollen. / swes man an frouwen wünschen sol, des hat si gar die vollen Tannh 11,34. 3,48; zwischen vier armen lagen / zwen libe in ain gestricket, / [...] / verworren si [die Liebe] do schickt / lindiu diehel, ærmel blanc WhvÖst 18319

MWB 1 1269,44; Bearbeiter: Diehl

diehter stswN. ‘Enkelkind’ ich wil lêren mîniu kint / und mîn tiehter ein bezzer dinc Renner 4527. 7456; diu dritten kint, der geswistrîde dîhter, habent die dritten sippe PrBerth 1:312,23; ein muͤnthbar unde vormunder [...] myner dichtere, kynder [...] mynes suͤnes UrkWetzl 1,667 (a. 1349); die diechtern sullen irs erbes nit beraubet sin von irm aldervater KlKsr 2,14. 2,34. – Lit.: Müller, Großvater, S. 86ff.

MWB 1 1269,51; Bearbeiter: Diehl

diehterîde stN. Kollektivbildung zu diehter, ‘Enkelkinder’ mit sô getâner îtelkeit gênt frouwen umbe. [...] unde swaz sie mit in selber tâten, daz tuont sie danne ir töhterlînen und ir diehterîden PrBerth 1:416,14

MWB 1 1269,60; Bearbeiter: Diehl

diemant stM. → diamant

MWB 1 1270,1;

diemüete, diemuot Adj. überw. präd. ‘demütig, bescheiden’ (entspr. lat. humilis): dande svlt ir senfte vnde devmvͦte sin, als iv der heilige Krist bilde hat gegeben Spec 47,30; mit demuten geberden / sprach der reine in gotes lobe / sine gebet Vät 14000; diu gotes chint, diu hie diemuote sint, / die ir scephare lobent unde hie ir vianden vergebent AvaJG 34,1; er was edele nach der werlt unde deumoͮte nach gote Spec 116,1; daz si [die Minne] ie sô diemüete wart / daz sî [...] so swache stat suochet, / diu ir von rehte wære / smæhe unde unmære Iw 1572; ‘sælic die dêmüeten sint,’ / sprichet Krist RvEBarl 14829. – ‘demütig, mitleidig’ lirnet uon mir. want ich milte bin. unte diemuͦtis herzen JPhys 3,25; ist got sô dêmuot, daz er sich / geruoche erbarmen über mich RvEBarl 13223; bis dêmüet und erbarme dich Marner 1,37

MWB 1 1270,2; Bearbeiter: Diehl

diemüete, diemuot stF. s.a. diemuotîn . ‘Demut, Bescheidenheit’ (paradigmatisch in der humilitas Christi [Phil 2,6-11], vgl. LThK 2,89ff.): nu merkent dez guͦten Gottes demuͦt, daz der gewaltig Got, der groz Got, der hoh Got [...] sich genaigte zuͦ aim kranken mentschen PrGeorg 292,19; [er] gab vns bilde siner devmvͦte, daz er dvrch vns arm was worden Spec 34,3. Gen 939; got selbi lerti unsich chuschi undi dimuot SuTheol 255; daz wir mit aller diemuͦt, mit aller gehorsam, mit reuichlicher buzze uns selben also gehandeln PrOberalt 16,23; her sach siner dirnen demute Brun 12282. daz ir der krône unrehte tuot / mit sô swacher diemuot [Unterwürfigkeit] , / daz hat missevallen / den grôzen fürsten allen LBarl 1965; ‘daz ich der demut [Ergebenheitsbezeigung] mich entzie’, / sprach Mardocheus, ‘daz ist recht, / [...] / der eren dunket mich zu vil / daz ich vur einen menschen hie / wolle bougen mine knie’ Hester 524. – ‘demütige, mitleidige Selbsterniedrigung’ daz unser dehein sich des schame, daz wir einen andirn durch dîemot die vuͦzze dwahen Spec 52,10; des erbat in sin heilige deumuͦt, / daz er loste wip unt man Rol 5796; uns lêret sîn dêmüete, / daz wir uns erbarmen / gên den vil reinen armen RvEBarl 4086. – in Wendungen und sprichw. (vgl. TPMA 2,184-195): wer allermeyst gudes ist vol, / so viel me demut ist in yme Pilgerf 134. – überwiegend im Sinne von ‘Demut überwindet Hochmut’ und ‘Wer sich erhöht, wird erniedrigt, wer sich erniedrigt, wird erhöht’ diemüet ie hôchvart überstreit Parz 473,4; dêmuot nidert hôhvart RvEBarl 4540; BdN 352,21; diu hôchvart sîget / und diu diemuot stîget Georg 4103; sent Iohannes hat gescriben dort, / daz diu deumuͦt hin ze himele stiget, / daz di ubermuͦt nider niget / in di uinsteren helle Rol 3509. – personif.: so ruͤget denn vrow Demuͦt vrow Ersamkait PrGeorg 21,13; MinneR 444 482

MWB 1 1270,19; Bearbeiter: Diehl

diemüetec Adj. ‘demütig, bescheiden’ (entspr. lat. humilis): wer in [den Nacken] beuget, / demutigen mut ez zeuget Physiogn 282; der aber miner ware ─ daz ist diemvͤtiger ─ der war hoher in dem himel PrBerthKl 1,33; Teichn 374,23; diemuͤtig mit aller undertenikeit Mechth 6: 32,13; BdN 184,11; vnser wille vnd auch dimvtivge bet UrkCorp (WMU) 3088,16; die diemuͤtigen [reuigen ?] suͤndær die sint ze den genaden erwelt PrOberalt 123,2. – von Dingen ‘schlicht, einfach’ so ain brvder reiten sol, so sol der satel tvͤmvͦtig sin SpitEich 13,17; die dêmûtegeren [geringere] stat in dem chôre sal er halden StatDtOrd 88,25; mæzic an allen iuwern dingen, an ezzen und an trinken, dêmüetic an dem gewande PrBerth 1:334,28; Elis 2113; JvFrst 9405. – ‘demütig, mitleidig’ daz wir zv den gvten werchen, di wir da tvͦn, auch demvͤtich, vil gedultich, vil barmhertzich sin, daz div erbarmde durch daz herze snide als ein scharsach PrBerthKl 3,58; ich bitte barmherzig, diemuͤtig und getrúwe unde gehorsam Mechth 7: 57,26; kunic sô dêmûtiger, / bi gewalde sô gar gûtiger Kreuzf 5481; HvHürnh Vorr. 23; Pass III 31,52. – in Wendungen und sprichw. (vgl. TPMA 2,184-195): Christus chom die devmoͮtigen ze hohenne Spec 143,5; den hochvertigen den macht er dimuͤtich PrOberalt 113,25; die armuͦt machet vil dikche den menschen vil dimuͤtich ebd. 123,3

MWB 1 1270,58; Bearbeiter: Diehl