d – dalmut dam – dancsagen dancwillen – dannen von dannen vür – dæren dâ(r)/ da(r) enbinnen – dâ(r)/ da(r) obe darre – dast dâte – deckeschûr deckevël – dëhsen dëhsîsen – denclîche dencliute – derpkuoche derpteic – diadrogant dîâken – diehter diehterîde – dienestbære dienestbærecheit – dienestman|erbe dienestmanguot – 2diep diep- – diernkint diernlach – dilde diernlach stN. diet stFN. dietdëgen stM. diête stF. dietlant stN. dietschalc stM. dietvaste F. dietzage swM. dieʒ stM. dieʒâder stF. dieʒen stV. (IIb) differenz stF. diffinieren swV. dige stF. digeln swV. digen swV. dignicheit stF. digradieren swV. dîhen stV. (Ib) dîhsel stF. dîhselwagen stM. dîhte Adj., Adv. dil, dille stswF., swM. dilære stM. dilde Adj. dille – dincphliht dincphlihte – dingelîn, dingel 1dingen – dirhalp dirre – distelîn distelsâme – diupe (?) diupguot, diubsguot (?) – dôfheit dôgen, dougen – donerec donergebirge – dorferlêhen dorfgebûwære – dorfschaft dorfsmit – dorneht dorneht – dörperdiet dörperecheit – dôʒen drabeknëht – drangen drangest – drî drîancasîne – drîgesæʒe drîgevar – dringen drî|nisse – drittelhof drittestunt – drîzëhen drîzëhenære – druc drûch – drüʒʒelstôʒ du, dû – dumme dumpfe – duns dünsel – durchbittern durchbitzen – durchdœnen durchdrengen – durchgerne durchgesiht – durchgründen durchgrunthaftec – durchkifen durchkiusche – durchlësen durchlestern – durchlûʒen durchmâlen – 1durchrecken 2durchrecken – durchsaffen durchsagen – durchschrecken durchschrenzen – durchslac durchslahen – durchsprëchen durchspreiten – durchswingen durchtân – durchverwen durchvieren, durchwieren – durchvrô durchvrœnen – durchweichen durchweidec – durchziln durchzimbern – dûrliche durlinc – durstebërnde durstec – düʒʒec
|
diernlach
stN.
Dimin. und Kollektivbildung (vgl. Mhd. Gr. Wortb. § S 52ff.) zu
dierne:
dem volkelîn unde den diernlech unde den knehtelech den vert daz herze alle
zît gôlenzende [sehr ausgelassen]
PrBerth
1:83,23
MWB 1 1292,1; Bearbeiter: Diehl
diet
stFN.
vereinzelt stM. (z.B. Roth 964).
‘größere Menschengruppe’, ausnahmsweise auch
‘Einzelperson’ (vgl.
3
), oft nur über ein entspr. Adj. genauer zu differenzieren
1
‘Volk, Bewohner eines Landes’ (vgl.
lantdiet ) 2
‘Schar, Gruppe’
3 Einzelperson 4 phras. 4.1
varnde ~
und gernde ~
‘fahrendes Volk, Gaukler’
4.2
elliu ~
‘jedermann, alle Welt’
4.3
werltlîchiu ~
im Ggs. zur Geistlichkeit 4.4
gemeine ~
‘das gemeine Volk’ (vgl. abwertend
dörperdiet ) 4.5
bî (naht)slafender ~
‘während die Leute schlafen’ übergehend zu ‘bei
nachtschlafender Zeit’ (vgl. DRW 2,931 und 9,1300) 4.6 sprichw. ungewizzer ~ borgen 5 intensivierend in verschiedenen Komposita (vgl. z.B. dietdegen ,
dietschalc , dietzage ).
1
‘Volk, Bewohner eines Landes’ (vgl.
lantdiet):
der in iseninere gerte rihtet liute unde diete
[
dabo illi potestatem super gentes, et reget eas in virga
ferrea Apc 2,27]
Himmelr
4,22;
ez stet auf ein tyet wider der andern und ein rich wider daz
ander PrOberalt
10,1;
die heiligen die rîchsent unde rihtent die diet unde hêrschent über diu volk
[
sancti de mundo iudicabunt I Cor 6,2]
PrBerth
1:182,1.
– als Paarformel (vgl. lant unde liut):
gebieten / in landen unde in dieten StrKarl
2470;
so scolt du gebieten / in lande ioh in dieten /
uͦber al mines herren riche Rol
1913.
2312.
– zur Bezeichnung von nichtchristlichen Völkern (vgl. z.B.
heidendiet, hellediet, judendiet):
sî vil unraine diet, / nu ensol ir genesen niet, / si
muozen ze dem tôde Kchr
847;
sie sin vncristine diet Roth
2675;
ez was ein heidennische diet. / sie achten anders
gelouben niet Herb
3507;
da die krisstenhait [...] wefridt
[
ist
] vor den keczern vnd vor
andern vngelaubhëfftigen dieten SchlierbAT(LS)
1,78;
wie in sünden was vernarrt / jüdische diet, der salden
fri Mügeln
97,8
2
‘Schar, Gruppe’
man sach Artûsen komen dort / mit der tavelrunder diet Parz
307,14;
Artûs [...] / lît hie bî mit werder diet
[
schar
754,3
]
ebd.
754,1;
uns entpfa der engel diet / ewiclich zu beschirme / vor allem
ungehirme Daniel
5970.
–
‘(Hof-)Gesellschaft, Gefolgschaft, Abhängige’
manec juncfrouwe unde ir ander diet / sich von der küneginne schiet
Parz
804,1;
den [Gral] truoc man zallem mâle / der diet
niht durch schouwen für ebd.
807,17;
nu kom dar al des landes diet, / künege, grâven, herzogen
UvZLanz
7768;
der künec unt tiu diet Iw
7593;
UvZLanz
7489;
der solte gein der hervart / bereiten des marhgrâven diet
Wh
195,15;
Priamus vnde sine diet / von zorne vz dem rate schiet
Herb
15594;
Eustachius, der herre vri, / dingete
[verhandelte] mit der diete Vät
37413;
in Verbindung mit under:
wis obe diner undern diet Frl
8:4,11.
–
‘Kriegerschar’
Achilles vnde sine dit / quamen des tages vz niet / in
den strit Herb
11867;
diz ist ein vreislicher diet / den sulwir grozliche geben
/ daz sie uns lazen daz leben Roth
964;
wan Noupatrîses diet / und Thesereizes her sich schiet
Wh
267,17;
Gedeon der degin guͦt / sinir schar, der kleinin diet, /
[...] beschiet / wie si varn soltin RvEWchr
18583;
Parz
676,26.
– Christen (s.a.
kristendiet
):
daz si gelaubich wuͤrden und gotes diete
wuͤrden PrOberalt
151,16;
under der getouften diet / vil maniger von dem leben
schiet Wh
20,29;
der pabest in dem hosten hove, / kardinale, dar zu
bischove / [...] / diz nidert sich biz an die diet
[Kirchenvolk]
HeslApk
13541.
– verallgemeinernd ‘Menschen(-menge)’ (vgl.
4.2):
daz ist vor sô vil diet geschehen / daz irs niht wider
muget komen Iw
7666;
in alsô hôhem werde / kom nie mannes prîs geswebt / bî
der diete diu hiute lebt Wh
453,24;
und leite uns, got der diet, / in bekorunge niet
HeslApk
5875.
– abschätzig (vgl. 4.4):
ungefüegiu diet, / di geloubent mir des mæres niet
UvZLanz
4863;
wan was geschen sol, das geschit, / also spricht dy tumme
dit Hiob
8516;
RvEBarl
9871;
wer tæte diz, wan tœrschiu diet, / die got ie von witzen
schiet? ebd.
9943
3
Einzelperson:
do envant er nüt me an der stunt / wan ein getwerc, die cleine diet /
[...] / ‘getwerg’ sprach er, ‘sage
mir nu, / ob ieman me hie si denne du’ ParzRapp
181,28;
hierher (?):
nu merket an dem wibe, / wie rechte gutlich si beriet / ein ieglich arme diet
Pass III
620,22
4
phras.
4.1
varnde ~
und gernde ~
‘fahrendes Volk, Gaukler’
die varunde diet begunde gan / vor den Dietherichis dish /
her gaph in schone Roth
1883;
swie vil si kurzewîle pflâgen al den tac, / vil der
varender diete ruowe sich bewac NibB
38,2;
ritter unde varnde diet / mit hôhen gâben er beriet
KvWTurn
1153;
Krone
13865;
sîn habe was aller gernder diet gemeine Loheng
386;
wis gernder diet in triuwen holt Frl
7:14,12
u.ö.
4.2
elliu ~
‘jedermann, alle Welt’
unde frumte in [Paulus] zeinime
lerare allir diete Spec
76,7;
daz gebot chom duo von Rôme / uber alle irdisce diet
Kchr
73;
mich schiltet elliu diet NibB
2154,3;
älliu sündigiu diet Greg
57
4.3
werltlîchiu ~
im Ggs. zur Geistlichkeit:
weltlîchiu diet ist gote kunt, / geistlîcher liute beten
unde wachen KLD:Kzl
16: 8,13;
die brudere sazen / under werltlicher diet
Vät
8251;
ein geistlich herre [...] / sant Dominicken lêre
/ weltlîcher diet durch êre / den sin vor mir betihtet hât HvBer
40
4.4
gemeine ~
‘das gemeine Volk’ (vgl. abwertend
dörperdiet):
wand im die gemeine diet [
das volc
195,48
] / daran nicht ubeles riet Pass III
195,45;
daz dî bestin joch / [...] / reiztin unde jaitin
/ dî gemeine dît darûf NvJer
20404.
16390
4.5
bî (naht)slafender ~
‘während die Leute schlafen’ übergehend zu ‘bei
nachtschlafender Zeit’ (vgl. DRW 2,931 und 9,1300):
gisciet ein duibi bi slaphindir diet, edir sui su giscit,
daz iz die luiti nicht unsien Mühlh
111,10;
beclaget man aver einen bederven man bi nachtslafender dieth vmbe totslach
oder vmbe wnde, die nachtes geschet UrkBresl
62
(a. 1295);
UrkWetzl
1,662
(a. 1349)
4.6
sprichw. ungewizzer ~ borgen:
man spricht, swer in dem sacke koufe / und ofte sich mit tôrn roufe / und
borge sîn guot ungewisser diet, / der singe vil ofte daz klageliet Renner
6141
5
intensivierend in verschiedenen Komposita (vgl. z.B. dietdegen,
dietschalc, dietzage).
– Lit.: Ehrismann, Volk, S. 20-59.
MWB 1 1292,6; Bearbeiter: Diehl
dietdëgen
stM.
‘allgemein bekannter, herausragender Kämpfer, Held’ (vgl.
volcdëgen):
wir habin sô gûte knehte / und sô manigen dietdegen, / wir
suln mit starken swertslegen / uns an in rechen SAlex
4546;
er uorderote sinen
scolen [Schuldner] , / Targis dar ingegene, / gelich
ainem dit degene Rol
4714;
Kchr
14069;
ein dietdegen tiure, / der was hübsch unde snel
UvZLanz
2934;
ErnstB
1199
MWB 1 1293,54; Bearbeiter: Diehl
diête
stF.
‘Diät, geregelter Lebenswandel’ (?) (vgl. Anm.z.St.):
ein stat wart jne beyden / v́ber ein wasser bescheyden, / da der lufft gesunt
was, / jn einen richen palas; / vnd zwen güt visicine
[Ärzte] , / so sie nirgent beste mohten sin, / wart
jne gewonnen schier / [...], / die ir diete bewarten
Krone
12514
MWB 1 1293,63; Bearbeiter: Diehl
dietlant
stN.
‘Heidenland’
do die zwene herren mit dem heiligen gots wort vil mænigiu dietlant dem tievel
also emphurten Konr(Sch)
194,20
MWB 1 1294,6; Bearbeiter: Diehl
dietschalc
stM.
‘besonders schlechter Mensch’
swîc, verfluochter balc! / dû bist ein rehter dietschalk. / ich wil mich gern
ânen dîn Helbl
9,123
MWB 1 1294,9; Bearbeiter: Diehl
dietvaste
F.
Bezeichnung für die große Fastenzeit von 40 Tagen vor Ostern (vgl.
dise vierzech tage heizent ein vaste dâ von, daz elliu diet und alle lûte
darzuo suln gedingen haben PrStPaul
60,27
):
daz wir [...] daz ewige leben des himelriches wider
giwinnen megen mit der heiligen dietuasten PrHoff
97,38
u.ö.;
daz ir luterlichen, rainechliche uon iwern suntin in dirre
heiligin dietuaste garnin muͦzzit mit lûterm herzen Spec
45,7
MWB 1 1294,12; Bearbeiter: Diehl
dietzage
swM.
‘besonders großer Feigling’
ir hat Achillen erslagen, / gliche eime diet zogen. / an dem
helde, bosez as, / den mort, den du begangen has, / du enwurde recht ritter nie
Herb
13946;
wir müesen es geunêret sîn, / wær unser veter Lînier erslagen
/ von eime dietzagen UvZLanz
3648
MWB 1 1294,21; Bearbeiter: Diehl
dieʒ
stM.
1
‘Schall, Lärm’
2 synästhetisch von strahlender Helligkeit
1
‘Schall, Lärm’
diu ritterschaft / ze vorhtlîchen sorgen kam, / dô man sînen [des
merwunders
] diez vernam RvEAlex
9320
2
synästhetisch von strahlender Helligkeit:
wie trutlich zartet spilendiger ougen diez [strahlender
Blick] ! Frl
3:20,1;
do kúng Nabochodonosor / die knaben do von Israhel /
[...] / in ainen aitofen werffen hiess, / dar
gluͤgte starke fúres diess [Glanz des Feuers]
KvHelmsd
2428
MWB 1 1294,27; Bearbeiter: Schnell
dieʒâder
stF.
‘Schlagader’ (Arterie):
dâ im der vînde einer sluoc / in die diezâder einen slac, / dâvon er gelac / tôt
sâ zehant Ottok
77430
MWB 1 1294,36; Bearbeiter: Schnell
dieʒen
stV. (IIb)
intr.
1
‘schallen, (laut) tönen’
1.1 vom Wind ‘rauschen, brausen’
1.2 von Wasser (übertr. auch von Blut, Tränen) ‘strömen,
rauschen’
1.3
‘sausen, rauschen’ (meist von Ohren) 1.4 in der Wendung sëgel ~
‘knattern, sich blähen’ (mit Übergang zu
2 ) 2
‘schwellen, sich aufblähen’
3
‘hervorsprudeln, aufsteigen’ (i.d.R. von Abstrakta)
1
‘schallen, (laut) tönen’
sîn stimme alsam ein horn dôz Tr
4046;
swaz der doner ie gedôz Parz
567,20;
der walt von sange diuzet MF:Veld
37:2,3;
irn [Keîî] sult iuwer gewonheit /
durch nieman zebrechen. / der humbel der sol stechen: /
[...] / der hornûz der sol diezen
[brummen]
Iw
209;
maniger leie dœne [...]: / sieden, diezen, siusen,
singen, / zwitzern, grellen, snurren, klingen Renner
4;
Anno
27,3;
Rol
6058;
HeslApk
5606
1.1
vom Wind ‘rauschen, brausen’
der wint uon Aspriane doz Roth
4234;
swer ie gehôrte winde diezen Renner
18703;
der wint vast von in [aus den Blasebälgen] dôz
EnikWchr
24466
1.2
von Wasser (übertr. auch von Blut, Tränen) ‘strömen,
rauschen’
dev fluͦt begunde gizen / dev wazer harte dizen
VMos
12,26;
ich hôrte ein wazzer diezen Walth
8,28;
ein brunne ûz herzen grunde gât, / der vor der heizen helle vil manic sêle
behüetet hât; / er diuzet in die hœhe, sich vröut sîn allez menschlîche her
RvZw
233,3;
Frl
2:3,2;
Tr
4867;
ôwê der schœnen ougen dîn, / [...] / sol dâ von
wazzer diezen / und an diu wengel vliezen? EnikWchr
2253;
HvNstGZ
2916;
dô vaht man schôn, daz daz bluot / vil schôn durch die ringe dôz
EnikFb
1211;
ein durnîn krône ûf daz houbt / wart im gesatzt, dâ von stoub / des blûtes
dîzen durch den bart JvFrst
7297
1.3
‘sausen, rauschen’ (meist von Ohren):
‘waz bringestu aber her wider [vom
Saufgelage] ?’ / ‘toubez houbt und müediu gelider /
und daz mir diu ôren diezent / und diu ougen über fliezent’ Renner
9679.
13.
23749;
[die Arznei] ist ouch gut uor di diezenden oren
SalArz
100,34;
her Trunc [...] machet daz daz hirne diuzet / und
dirre gein jeme sêre hiuzet Renner
9448
1.4
in der Wendung sëgel ~
‘knattern, sich blähen’ (mit Übergang zu
2):
lude duzzin die segele / die kiele giencgen euene
Roth
3638.
182;
man hôrte in [ihnen] ir segele diezen unde
wagen Kudr
809,2;
die roupgalîne fluzzen vaste ûf dem sê. / ir segel lûte duzzen
OrtnAW
250,2;
GTroj
19796;
EnikWchr
2735
u.ö.
2
‘schwellen, sich aufblähen’
und wer diezend oder zeblæt slæf hât pei den ôrn und grôz
âdern BdN
46,26;
[Kresse] ist guot für des milzes diezen und für sein plæn
ebd.
410,19;
swer Got vol minnende wirt, / [...] / unde so mit
Gote vuget / daz im an sime gnuget, / so daz sin geist nicht duzet
[anschwillt, übermütig wird]
HeslApk
2605.
5893.
– bildl. von der Fruchtbarkeit der vrouwe (vgl.
Anm.z.St.):
swer wart ie minneclicher gast, / der vröu sich nach dem diezen Frl
3:29,6
3
‘hervorsprudeln, aufsteigen’ (i.d.R. von Abstrakta):
ware gute, mutes vrut, / an di nicht mac wesen gut, / von der alle gabe duest
/ und doch nimmerme verluest, / du ursprinc aller gabe / der uͤzérwelten habe
TvKulm
387;
in der gotheit wol gemeit / dust di erczety des lebn ebd.
4631;
ouch di hochvart, di da vluzet / und uz grozem schatze duzet, / hat bedacket
sin antlitze Hiob
6272;
priester, [...] / so bistu ein reb
in gotes herzen, / uß dem lebens frucht / immer sprüßet, düßet Mügeln
322,6;
uß reines wibes güte flüßt, / düßt, sprüßt minn ebd.
386,9;
si het frowen lobes tor / mit ir kivsche beslozzen / dez kvnt ir lob gedozzen
/ dvr die siben climata / der erde hie vnde da Martina
165,100.
64,24.
142,23.
– wohl hierher:
waz sol dem blinden speher varbe diezen Frl
8:24,15
MWB 1 1294,39; Bearbeiter: Schnell
differenz
stF.
1
‘Unterschied, Differenz’
2 musikalischer Terminus (?)
1
‘Unterschied, Differenz’
ubermuͦt git ubel arge ræte, / wol gemuͦt wirt selten funden mit
der argen, boͤsen tæte. / dise differentze ist helle und himelriche, / die
vinster und di glentze JTit
2406,1;
nu suochent ir der underscheit / und sliezent ûf der sinne rât, / ir
meistersenger an der schar, / und haltent iuch in glîcher differanz Kolm(B)
84,21
(¹Regb/4/479).
–
‘Unterscheidung gewährende Belehrung (?)’
in einer figure stet meinsterlich geschriben / ein differentz, bescheit
uns uß und innen / von sieben tochtern lobesan / [...].
/ die differentz betütet, / [...] / Philosophia und ire
gespillen sieben FrlSuppl
9:206,4;
das hat mir geben ein differenz / hie uber disen bunt ebd.
9:206,197
2
musikalischer Terminus (?):
gesanges kunst, des lop ist wol zu krœnen. / die differentz und melodi
zerdönen FrlSuppl
8:214,37;
der meister von nâtûre / der lêrt uns singen âne sin, / wie waz wir sollen
mezzen wort und melodî, / silben rîme differenz, musicâ underscheit Kolm(B)
188,20
(¹Marn/6/505.1)
MWB 1 1295,42; Bearbeiter: Schnell
diffinieren
swV.
‘etw. beschließen, entscheiden’
die meister [...] heten dâvon / ein disputacion / pro
et contra. / doch wart ez diffinieret dâ / ze leste von in allen gelîch Ottok
91354
MWB 1 1295,63; Bearbeiter: Schnell
dige
stF.
‘Bitte, Gebet’
nu solt du, gote werde, / mine dige irhoren
SüklV
150;
pitet sey [Maria] mit steter dige,
/ daz si fleizzechlich an lige / ir trout svne an den fuezzen, / vnz er vns gebuezze
/ vnser lait Wernh
A 1131;
geneige ore din ze dige miner [interl. zu inclina aurem tuam
ad precem meam
]
PsWindb
87,3;
Spec
119,32;
PsM
60,2
u.ö.
MWB 1 1296,3; Bearbeiter: Schnell
digeln
swV.
Iterativbildung zu digen
‘bitten, flehen’
daz treib sie vnd wart digeln, / bis er sie aber begond strigeln
StriegelK
186
MWB 1 1296,10; Bearbeiter: Schnell
digen
swV.
‘beten, flehen’
1 absol. 2 mit präp. Erg. 2.1 ohne Zusatz 2.2 mit zusätzl. abh. Satz
1
absol.:
Aaron unde er [Moses] digeten
VMos
62,21;
der sinem gescholn niht vergibit, / wie unsæliche er
gedigit [La. disses digit
] !
Vateruns
166
2
mit präp. Erg.
2.1
ohne Zusatz:
dô huob er ûf die hente, was ze gote digente
Gen
1503;
dô diget er hin ze Criste Kchr
14690;
er flêgte got inneclîche, / er diget umbe di sêle ebd.
14366;
dâ man an got ze rehte diget KvFuss
358;
Rol
8924;
ÄJud
144
2.2
mit zusätzl. abh. Satz:
hin zehimele si digeten / daz Tirrich gesigete: / wol
gehalf im daz Rol
8889.
4868;
Jacob bigunde ze gote digen, / daz er durch willen sîner
forderen in giruoht irhôren Gen
2680.
– mit Gen.:
des digite also ofte zuo ze gote / Moyses der getriuwe
bote, / daz er got selben muose sehen Vateruns
107;
deiz gnædiclich uber unsich werd(e), des dige wir ze
dir Himmelr
6,18
MWB 1 1296,13; Bearbeiter: Schnell
dignicheit
stF.
‘Ernst, Würde’
cehant ane tvale so sten si [die Mönche] vf, vnd
vurderin sich vnder ein ander ce gotis diniste, jedoch mit aller dignicheite
[
cum gravitate
]
BrHoh
22
MWB 1 1296,30; Bearbeiter: Schnell
digradieren
swV.
→
degradieren
MWB 1 1296,34;
dîhen
stV. (Ib)
intr. ‘wachsen, gedeihen, geraten’
der [Alexander] dêch baz in drîn
tagen / dan al ander chint, / sô si drîer mânôt alt sint VAlex
118;
dineme uihe unde din fruht / deme ne wirret hagel noh suht /
uile wole ez allez dihet VMos
22,25;
sust kan freude wol gesigen, / da sie glúck heiszet digen Krone
22131;
Merseburc wart lêre, / sunder bischof ez dâr bleip. / daz selbe bistuom man dâ
treip / ze einer abbatîen. / sus muoste ez wider dîen EbvErf
436;
Pelaie kunde borgen noch entlihen: / swann si niht was sehende Lohrangrin, man
sach si ubel dihen JTit
6016,4;
Will
52,31.
– mit präp. Erg.:
uuîe sîu [die Morgenröte] dîhet
álliz ána de uirtute in uirtutem Will
106,6.
69,14;
daz groz ungeweter dech do zu gute [klarte auf, geriet zum
Guten]
HlReg
37,26;
nün habenn sy die herren lann, / und ist die selbe chünst
[Arznei] gesigen / und in die gemain gedigenn
[an das gemeine Volk gekommen]
Märt
13416;
wir wahsen an der edelkeit und dien an der klarheit und
stigen uf an der hoͤhin Mechth
4: 25,7.
– mit Dat.d.P. ‘jmdm. geraten, gelingen’
sô wil ich dich wîhen daz dir elliu dîniu dinch iemmer wole
dîhen Gen
1122;
daz in deste baz dige ebd.
609.
1374
MWB 1 1296,35; Bearbeiter: Schnell
dîhsel
stF.
‘Deichsel’
swacheit und aller itewîz / dem wagen was entwahsen. / sîn dîhsel und sîn
ahsen, / die wâren lûter silberîn KvWTroj
30026;
swaz danne ander wægen abget gen Wienen [...], der
geit von der deichsel [hier: Mitteldeichsel] swaz si treit
wenich oder vil lx phenning [...], der æntzwagen
[...] geit xxx UrbBayS
4,51;
swenne diu deichsel mit pretern oder mit zimmerholz gegen der stat ist gechert
StRMünch
191,16.
231,21;
HvNstGZ
838.
– bildl.:
ein wagen wart gar lobelich / bereit; da gab die Warheit dar / die dichsel
MügelnKranz
1102;
die erste [Grammatik] leite iren
fliz / an die dissel zu dem wagen HvNstGZ
797
MWB 1 1296,59; Bearbeiter: Schnell
dîhselwagen
stM.
‘Wagen mit einer (Mittel-)Deichsel’
der deihselwagen mit getraid UrbBayS
4,333;
swelch wagen vuert getraide [...], ist daz ers in der
stat wil verchaufen, so gibt der einczwagen czwen phenning und der deichselwagen
vier phenning StRBrünn
373
u.ö.
MWB 1 1297,8; Bearbeiter: Schnell
dîhte
Adj., Adv.
‘dicht’
in dichtim ertriche vnde vuchtim vnd vettim do wachsin si
[Kastanien] kvme Pelzb
128,19;
dî gotis zucht in warf / eins in ein sûche scharf, / dî an im wart sô dichte
[heftig] , / daz er zu jungist bîchte / und unsirs
hêrren lîcham / mit dem heiligen ole nam NvJer
26000.
–
dar umbe daz der luft dünne ist und niht dîhte zesamengezogen ist, sô enmac
sich kein bilde in im geoffenbâren, als man prüeven mac an dem regenbogene
Eckh
3:396,13;
alsô muoz diu sêle zesamengezogen sîn und dîhte an die edelste kraft, diu an
ir ist, ob si den götlîchen ‘vluz’ enpfâhen sol, der sie ervüllet und
ervröuwet ebd.
3:396,17
MWB 1 1297,14; Bearbeiter: Schnell
dil, dille
stswF., swM.
(nicht sicher zu trennen, vgl. ahd. thil stM.,
thilla swF., thilo swM.)
1
‘Balken, Bohle, Bodenbrett’
2 aus Brettern gemachte Fläche 2.1
‘Fußboden’
2.2
‘Decke eines Raumes’
2.3
‘Bretterwand, Wand’
3
‘Raum’
3.1
‘Hausflur’
3.2
‘Dachboden’
4
‘Floß’
5
‘Diele, Fallbeil’ (zur schmachvollen Hinrichtung vorwiegend beim Delikt der Vergewaltigung, vgl. HRG 1,735f.)
1
‘Balken, Bohle, Bodenbrett’
arm vnde gnaden los / vf einer dil er vz swam, / vnz er doch
zv stade quam Herb
17112;
si vluhen unz an des kieles ort, / etslîche unz in die
sentîn: / dâ wolten si genesen sîn. / er brach die dillen nâch in dan, / unz er si
gar her vür gewan Wh
415,11;
her künic, heizet gâhen; decken man uns sol / unser schif mit dillen
Kudr
255,2;
Set stiez daz ris uf sines grabes griez. / da wart des criuzes dille
Frl
2:15,12;
ich sah das funffundvierczig dielen uff einer brucken lagen
Lanc
502,12;
da ging nit anders steges uber dann ein schmal tiel kum eins
fuß breit ebd.
570,6
u.ö.;
pretter sol man niht mer hauwen unde tiln niht mer clieben NüP
174
2
aus Brettern gemachte Fläche
2.1
‘Fußboden’
er streut di rôsen umb daz bat, / sô vil daz al diu dille gar / wart
wünneclîch nâch rôsen var UvLFrd
228,31;
sie heten unverdrozzen / die diln wol begozzen, / gewaschen schôn die
benke Helbl
3,28
2.2
‘Decke eines Raumes’
[der böse Geist] kam zuͦ ir gar grúlich, und
schan als lang das im das hobt untz an die tile gieng Stagel
31,33;
do wuͦchs er vor ir angesicht, untz er fil nach an die tili
schluͦg ebd.
53,2;
wan für die zît als ez [das Kind] êrste bœsiu
wort sprichet, sô sult ir ein kleinez rüetelîn nemen bî iu, daz alle zît ob iu
stecke in dem diln oder in der want PrBerth
1:35,6
2.3
‘Bretterwand, Wand’
‘wa bistu nu, Machmet? /
[...] din hus wil ich prechen, /
[...] / dine golde garwen dille / muzen alle zu der
erde Rol
4182;
ist ez ein stat vnde hat si muren oder tuͥllen wen sol
[man soll] si nider brechen SchwSp
114a;
schonez gras und grunez loup, / des lac der estrich vol. / dille und wende
waren wol / mit schonen blumen gedechet StrKD
145,375
3
‘Raum’
3.1
‘Hausflur’
boͤser muͦt der ist ain dill / aller boͤser ding
benamen Teichn
482,6;
in vinster dillen / muez des liechtes warten ein man, / daz er hin naher
nicht chan, / uncz man pringt ein liecht hin ein ebd.
564,1184.
564,1440;
so ist daz der tail der Hainreich gefallen ist: daz ist daz alte haus und
diu dille dieu drunder leit UrkRod
28
(a. 1326)
3.2
‘Dachboden’
si barc si mit sinne / ufen ir dillen / mit flahse si si
beleite [Jos 2,6]
VMos
63,14;
daz ich din wip, ist ez din will, / mit sterk wil heben uf die dill
Wirt
456
4
‘Floß’
von der laern diln deu von Landawe her enawe get, IIII pfenning, ist aber
mautschaeftigs auf dem diln, so geit der dil niht UrbBayJ
494
5
‘Diele, Fallbeil’ (zur schmachvollen Hinrichtung vorwiegend
beim Delikt der Vergewaltigung, vgl. HRG 1,735f.):
do sprachen si in einer hohen wise, si liezein in ê die helse ab stozen mit
tiln, ê si dc iemer getetin UrkCorp (WMU)
902,19;
man warf in zuͦ der erden - sin martel die waz gros: / mit eim tilen
snelle daz hŏbet man jm abe schos WolfdD
1071,2;
diu dille manigem edelen man / den tac sîn houbet angewan Wildon
3,397
MWB 1 1297,28; Bearbeiter: Schnell
dilære
stM.
‘Hersteller von Dielenbrettern, Zimmermann’
bretsnyder, deler [in einer Aufzählung verschiedener
Handwerker]
OsterSpI
330
MWB 1 1298,23; Bearbeiter: Schnell
dilde
Adj.
‘gering, schlecht’ (aus mnl. dulde), hier
‘leicht’? (vgl. Anm.z.St.):
mennych gereicht bracht man en zo / beide zam ind wylde. / der denst en was
neit deilde / de do was zo dem hove KarlGalie
711
MWB 1 1298,26; Bearbeiter: Schnell |