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ABCDEF s.VGHIJKL
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d – dalmut
dam – dancsagen
dancwillen – dannen von
dannen vür – dæren
dâ(r)/ da(r) enbinnen – dâ(r)/ da(r) obe
darre – dast
dâte – deckeschûr
deckevël – dëhsen
dëhsîsen – denclîche
dencliute – derpkuoche
derpteic – diadrogant
dîâken – diehter
diehterîde – dienestbære
dienestbærecheit – dienestman|erbe
dienestmanguot – 2diep
diep- – diernkint
diernlach – dilde
dille – dincphliht
dincphlihte – dingelîn, dingel
1dingen – dirhalp
dirre – distelîn
distelsâme – diupe (?)
diupguot, diubsguot (?) – dôfheit
dôgen, dougen – donerec
donergebirge – dorferlêhen
dorfgebûwære – dorfschaft
dorfsmit – dorneht
dorneht – dörperdiet
dörperecheit – dôʒen
drabeknëht – drangen
drangest – drî
drîancasîne – drîgesæʒe
drîgevar – dringen
drî|nisse – drittelhof
drittestunt – drîzëhen
drîzëhenære – druc
drûch – drüʒʒelstôʒ
du, dû – dumme
dumpfe – duns
dünsel – durchbittern
durchbitzen – durchdœnen
durchdrengen – durchgerne
durchgesiht – durchgründen
durchgrunthaftec – durchkifen
durchkiusche – durchlësen
durchlestern – durchlûʒen
durchmâlen – 1durchrecken
2durchrecken – durchsaffen
durchsagen – durchschrecken
durchschrenzen – durchslac
durchslahen – durchsprëchen
durchspreiten – durchswingen
durchtân – durchverwen
durchvieren, durchwieren – durchvrô
durchvrœnen – durchweichen
durchweidec – durchziln
durchzimbern – dûrliche
durlinc – durstebërnde
durstec – düʒʒec

   distel - diubinne    


distel stswM. ‘Distel’ dorn unde distel unde hagen Tr 18078; der selbe distel unde der dorn / weiz got der ist in an geborn ebd. 17931. 18105; wan niht alleine die bluͤgenden rosen von gotte sint sunder oͮch die ruhen tisteln Seuse 493,2; man schüll die egeln mit dornen stechen oder mit tisteln BdN 307,1. 183,27; Wh 98,19; KLD:Kzl 1:2,9. – Sprichw. (vgl. TPMA 2,266-268): ein ieglich man vermîden muoz / den distel, gêt er barvuoz Freid 119,15; so mag oͮch der herte tistel mit so manigem suͤssen meientowe begossen werden, daz er vergisset, obe er ein tistel oder ein rose ist Seuse 433,18

MWB 1 1322,17; Bearbeiter: Schnell

distelbluot stF. ‘Distelblüte’ des glîchseners trôst und hoffenunge sint / als distel blüete, die der wint / füert über velt und si zerströuwet, / der selten ieman wirt gefröuwet Renner 21888

MWB 1 1322,29; Bearbeiter: Schnell

distelec Adj. ‘distelartig, stachelig’ ir dornic rât, ir distelec muot / ist guoten liuten alsô guot / alsam der wolf bî schâfen in dem nebele RvZw 156,10

MWB 1 1322,33; Bearbeiter: Schnell

distelîn Adj. ‘distelartig, stachelig’ dân ist der hagen noch der dorn; / dân hât der distelîne zorn / mitalle niht ze tuone Tr 18074

MWB 1 1322,36; Bearbeiter: Schnell

distelîn stN. Dimin. zu distel: dô stach in [den Vogel] daz distelîn / in diu augen zehant Bîspel(Pf) 6,12

MWB 1 1322,39; Bearbeiter: Schnell

distelsâme swM. ‘Distelsamen’ do si der segilpaum do nimmer het, do slueg si sich do mit distelsomen, der ist spitzig als die nodeln AdelhLangm 53,4

MWB 1 1322,42; Bearbeiter: Schnell

distelspitzelîn stN. ‘kleiner Stachel der Distel’ pfî dich armez menschelîn, / dem ofte ein distel spitzelîn / oder ein vil kleinez würmelîn / wê tuot und machet grôze pîn! Renner 15524

MWB 1 1322,46; Bearbeiter: Schnell

distelvinke swM. ‘Distelfink, Stieglitz’ carduelus quod spinis et cardibus pascitur: distilvinco SummHeinr 1:165,746; swer wil, der mag es vil wol warn / an valken, hebchen, smierlîn, / sperwer und was krimvogel mag sîn, / tûben, tistelvinken und sparn: / man mags an allen tieren warn Ammenh 2721; vinke, nahtrappe, amer, distilvinke wie meise Volucr(B) 47

MWB 1 1322,50; Bearbeiter: Schnell

distelvinkelîn stN. Dimin. zu distelvinke: swem der guggouch sunge und ouch ein distelvinkelîn, / den bekande man dâ bî / tugende frî: / wê wie vil der müeze sîn! KLD:WvMezze 10:3,5

MWB 1 1322,58; Bearbeiter: Schnell

distelvogel stM. ‘Distelfink, Stieglitz’ carduellus: distilvogel VocBV262 3:714,58

MWB 1 1322,62; Bearbeiter: Schnell

distelzwanc stM. ‘Distelfink, Stieglitz’ buchvinken, lerchen, disteltwank, / mit den so gelfent iren sank / nahtegal, galander SHort 185; buͦchvinken, zinsel, distelzwank / erschellent, singent súessen sank / mit dem werden kalandere ebd. 5853

MWB 1 1323,1; Bearbeiter: Schnell

distelzwîc stNM. ‘Stieglitz’ achantis: achant oder distelzwig, avis VocClos Ac7; cardue: tústel zwig, avis ebd. Ca280

MWB 1 1323,6; Bearbeiter: Schnell

distempieren (?) swV. ‘(gehörig) mischen’ (zu lat. distemperare, hier bezogen auf die Körpersäfte; zum Lemmaansatz vgl. Felder, Krone, S. 321f.): das sie von iren krefften kemen icht, / als dem siechen gar licht geschiht, / [...] / das icht ir nature / dise temperierten da von [Hs. Das sie iht ir nature/ Dise tempirte da von ] Krone 12528

MWB 1 1323,9; Bearbeiter: Schnell

disunt, disent Adv., Präp. ‘diesseits, auf dieser Seite’ 1 Adv.
2 Präp.
2.1 mit Gen.
2.2 mit Dat.
   1 Adv. grave Arialt der provenzal / getailet wart mit siner kraft / ze der franzoýser ritterschaft, / die lagent disunt úbers velt RvEWh 7243    2 Präp.    2.1 mit Gen.: swenne ich stirbe hie dizant Pæheimer waldes UrkCorp (WMU) 2444,13; der mensche wirt teilhaft [...] aller der messen die in aller der werlte gelesen werdent ensit mers und hie disent mers Tauler 319,10; WeistÖ 1:320,4 (1354)    2.2 mit Dat.: lúte vnde guͦt, swas disent dem Howenstein ist UrkCorp (WMU) 742,37; daz guͦt stette halb disunt dem nusboͮme ebd. 1180,15

MWB 1 1323,16; Bearbeiter: Schnell

diu Instr. → dër 4.6

MWB 1 1323,28;

diu stF. auch diuwe. ‘Leibeigene, Magd, Dienerin’ so rihtet er [Gott im Jüngsten Gericht] rehte dem herren unde dem chnehte, / der frouwen unde der diuwe AvaJG 20,3; er hête diuwa unde scalche, scâf unde chuo melche Gen 1491; do pat dev frowe Sâre / den herren Abrahamen / daz er di dev unde ir sun / uͦz ire huͦse wolte tuͦn VMos 19,2; wil diu vrouwe und diu diwe / minnen die triuwe, / so sagent diu buoch zware, / si werdent ebenhere VRechte 221; du [Brünhild] solt noch hînte kiesen, wie diu eigene diu dîn / ze hove gê vor recken in Burgonden lant NibB 828,4; PrOberalt 72,13; HeslApk 2864

MWB 1 1323,29; Bearbeiter: Schnell

1diube stF. stM. StRAugsb 217,4; gelegentl. auch diebe (vgl. UrkCorp 1047,25, WeistGr 1,5). 1 ‘Diebstahl’ (durch Heimlichkeit abgesetzt vom roup , vgl. 2 HRG 1,1047ff.)
1.1 in Verbindung mit vrevel (vgl. DRW 2,812f. mit zahlreichen Belegen)
1.2 in Verbindung mit nôtnumft und tôtslac
1.3 in weiteren Verbindungen
1.4 phras. (vgl. TPMA 2,205 u. 209)
2 ‘Diebesgut, gestohlener Gegenstand’
   1 ‘Diebstahl’ (durch Heimlichkeit abgesetzt vom roup, vgl. 2HRG 1,1047ff.): gisciet ein duibi bi slaphindir diet Mühlh 111,9; ich begihe dem almahtigim got, daz ich mich versundet han mit nîde, mit hazze, [...] mit maineidin, mit hintirkosunge, mit diuve, mit roͮbe Spec 4,7; der burggrafe sol rihten umbe alle furfaenge unz an den diup, da sol danne der vogt rihten StRAugsb 217,4. 101,5; diebe, totschlege vnd bluͦtrunse UrkCorp 1047,25; Gen 1458; Walth 105,22; StatDtOrd 83,31. – Bußzahlung für Diebstahl: ze sante Margreden mes hebet der ebtissinne meier an ze rihtenne [...] drie wochen ane vnderlas, vnde dube vnde wette [Bußgeld] sint der ebtissin UrkCorp (WMU) N306,19    1.1 in Verbindung mit vrevel (vgl. DRW 2,812f. mit zahlreichen Belegen): duͥ herschaft hat oͧch [...] uber das dorf den halben teil thwinges und bannes und den halben teil ze richtenne dub und vrefel UrbHabsb 1:91,21; swaz von vrevele unde von dúbe alleine an des schultheisen hant gebessert wirt, daz ist des vogetes der dritteil UrkCorp (WMU) 77,3; UrkWürtt 7,424 (a. 1276). – die für diube unde vrevel anfallenden Einkünfte aus der Strafgerichtsbarkeit: daz der hof [...] ze voͤgtrehte sol gên [...] ze sante Michels mis ahzehen haller, ainn shoffel habern vnd ain hvͦn vnd diubi vnd fræveli UrkCorp (WMU) 2106,43; ez spricht der grave von Honberg, daz duͥ selb tuͥb und vrevel sin lehen si von der herschaft UrbHabsb 1:28,3; ein probst, der probst ist [...] ze Hoengg, hat alle gerichte [...] vnd twingnüst aller lüte, âne dieb vnd frävelinan, die einem vogt des selben dorfs zuͦ gehoernd WeistGr 1,5 (a. 1338); UrkWürtt 8,283 (a. 1281)    1.2 in Verbindung mit nôtnumft und tôtslac: vnd sol man da niht rvͤgen danne drev dinch, dev an den tode gêênt: notnvnft, totslach vnd devfe UrkCorp (WMU) 3305,5; dez ersten suln wir richten diu sachhe, di an daz leben gent, als tiufe, notnuft und totslege sint ebd. 3167AB,26; BairFreibr 1; StRMünch 136,12    1.3 in weiteren Verbindungen: swaz aber geschiht, tot slege oder dief oder notnvnft oder prant, swi des ein man schuldich wirt UrkSeitenst 125 (a. 1299); swer in diu aeht chumt mit reht umb totsleg, umb raube, umb diufe, umb valsche, umb strazraub, umb prant StRPassau 174,22; sus sal man ouch vorwinden einen toden, ob man ine an duve oder an roube oder an sogetanen dingen geslagen hat UrkCorp (WMU) 51,14; StRBamb 40; JusPrut 13,51    1.4 phras. (vgl. TPMA 2,205 u. 209): swer eine kleine diube tuot, / der stæle ouch lîhte ein grœzer guot Freid 47,22; ebenso Renner 4821. ein ieglich diep weiz vil wol, / wie er der diube louken [leugnen] sol Freid 47,2    2 ‘Diebesgut, gestohlener Gegenstand’ man phlieget daz man deme diebe die duͦbe vͦf sinen hals oder uf sinen ruͦcke bindet als man in verterben wil PrLpz(L) 42,4; Mühlh 159,19. 111,16; ir trost waz zvsliffen / wande man bi in die tube sach PassI/II 224,10; he hat ufgehalden einen dip mit der offenen dube unde brachte den zu gerichte StRFreiberg 121,6; Tr 12294; StrKD 103,14

MWB 1 1323,42; Bearbeiter: Schnell

2diube diupe

MWB 1 1324,42;

diubec Adj. ‘gestohlen, aus einem Diebstahl stammend’ (meist im Unterschied zu roubec): so sol er [...] den scaden zwiualt gelten dem er getan ist, er si dubich oder roubich UrkCorp (WMU) 494,16. 372,22; swa ein man sin reubigez oder sin diubigez vihe vindet StRAugsb 97,25. 217,7; ez sulen ouch dieselben meister einen iegelichen vleischaker ruͤgen, der deubigez oder roubigez vleisch chouffet NüP 38 [=85]; SchwSp(W) 50,10. – oft in der Verbindung ~ guot ‘Diebesgut, gestohlenes Gut’ swer wizentliche rovp kovfet oder dubic gut oder rovber oder diebe wizzentliche behaltet UrkCorp (WMU) 879,30; swem diufigez guͦt funden wirt, der scheub daz, als reht ist ebd. 475,46; vindet man bî einem manne diuvic oder roubic guot SchwSp(W) 171,1; StRAugsb 4,38

MWB 1 1324,43; Bearbeiter: Schnell

diubede stF. 1 ‘Diebstahl’
2 ‘Diebesgut’ , sprichw. (vgl. TPMA 2,211)
   1 ‘Diebstahl’ ouch sezzen wir, swer niht ein êlich kint en sie oder der die iârbûze hat getân umme unkûscheit oder umme dubede, daz der niemer hôhe meister muge werden StatDtOrd 93,27    2 ‘Diebesgut’, sprichw. (vgl. TPMA 2,211): is myr dievis dufde also leiff, / bruche ich sy myt, ich byn ein deiff HagenChr(G) 1571

MWB 1 1324,59; Bearbeiter: Schnell

diubelîn stN. Dimin. zu diep: dû alte diubin, dû hâst ein jungez diubelîn nâch dir gênde PrBerth 1:87,9; unde gêt ir ein jungez diuplîn hinden nâch ebd. 1:479,25

MWB 1 1325,1; Bearbeiter: Schnell

diubenunge stF. ‘Diebstahl’ rapina: roͮb, furtum: díubenunge, dise sunde heizent mortalia SiebenTodsündenI 366

MWB 1 1325,5; Bearbeiter: Schnell

diuberîe stF. 1 ‘Dieberei, Diebstahl’ (zur Definition vgl. RechtssA D1f. )
2 ‘Diebesgut’ nur in späten Hss., vgl. z.B.
   1 ‘Dieberei, Diebstahl’ (zur Definition vgl. RechtssA D1f.): dar umme ist roup und brant und vorrêtnisse und diberîe und zweiunge und nît und haz HvFritzlHl 4,5; welch mensch darinne [im Sternzeichen Waage] sich gebar, / uf swacheit alle frist, / uf düberi und erge mist / sin herze von dem zeichen ist / geneiget Mügeln 308,6; were doitslag, dieberie, felscherie dut, frauwen notzuchtiget, oder eynich dinge dut, [...], er sol entfallen sin liebe vnd gut WeistGr 2,6 (a. 1321); PfzdHech 339,25; Hiob 9576    2 ‘Diebesgut’ nur in späten Hss., vgl. z.B.: dube [La. dieberey ] StRFreiberg 120,13; diuf [La. deubrey ] RbRupr 98; vindet man dieberei oder raubiges gut in eines mannes gewalt SchwSp(R) 75,117

MWB 1 1325,8; Bearbeiter: Schnell

diubesch Adj. 1 ‘gestohlen, aus einem Diebstahl stammend’
2 ‘des Diebstahls überführt’
   1 ‘gestohlen, aus einem Diebstahl stammend’ swer wissentlichen roup koufet odir dubish gut UrkCorp 4W,51; ob ein man kaufet âne sîn wizzen diubisch guot unde hât daz in stiller gewer lenger danne driu jâr SpdtL 124,14    2 ‘des Diebstahls überführt’ daz sind die recht uber diepisch lewt SteiermLdr 161

MWB 1 1325,23; Bearbeiter: Schnell

diubinne stF. auch diebinne. ‘Diebin’ ir rouber, ir abetrager, ir diube, ir diubinne, waz sprechent ir dar zuo? PrBerth 2:70,4; pfî, dû diubinne! ebd. 1:479,27; sô diebe unde diubin ebd. 1:393,32; so bistu eine diebynne? Pilgerf 8650; und alsô ist hôhvart ein ungetriuwiu diebinne [...], diu von ir hêrren guote stilt, dâ si sich mite zieret und êre koufet, der sî niht bestêt DvASchr 333,30; daz sol man hinz ir rihten als hinz einer diuppinne StRAugsb 217,25. 217,28; Köditz 86,29

MWB 1 1325,30; Bearbeiter: Schnell