drî|bort
stN.
ein kleiner Bootstyp:
[am Zoll zahlt] ein nache, der ein stende rudil hat, i.
colnisch; item ein dribort i. lichin penning UrkFrankf
2,278
(a. 1329)
MWB 1 1367,62; Bearbeiter: Diehl
drîboum
stM.
übertr. in Grenzbeschreibungen ‘gerade Linie, Luftlinie’
certis terminis limitari, ac directis lineis, quas tribom appellamus
vulgariter, sic distingui UrkKulmBt
1,67
(a. 1285);
dy wir gemeynlich dribom heysin ebd.
(14. Jh.)
MWB 1 1368,1; Bearbeiter: Diehl
drîe
F.
‘Dreizahl, Dreiheit’
got, dîner trinitâte, / [...] / der jehen wir: mit
drîunge / diu drîe ist ein einunge Walth
3,4;
den dritten uz der drie / [...] / gotes sun, der
mitten saz TvKulm
1559;
der tiuvel schuof daz würfelspil / dar umbe daz er sêlen vil dâ mit gewinnen
wil:[...] / die drîen ûf die drîe namen, die er hât der
süeze wære Crist RvZw
109,6;
in der drie des todis, daz ist in den drin tagin noch deme tode Parad
31,23
MWB 1 1368,6; Bearbeiter: Diehl
drîecke
Adj.
‘dreieckig’
chruͦge [Krokus] diu hât
wîzin sâmen, er ist drîekke unde bezeichinet den uater unde den sun unde den
hailigen gaist TrudHL
60,7;
ain mantel och da mitte, / drú egge, nach der juden sitte WernhMl
6128;
ez wâren spieze [...] / si wâren drîeck
StrKarl
5093
MWB 1 1368,15; Bearbeiter: Diehl
drîeckeht
Adj.
‘dreieckig’
tau ist ein drieckecht buchstab Brun
8692;
die bluͦme hat ein hovet dat is drieckih: / da mide is bezeichent ein
got de is driveldich Lilie
61,27;
die egel hât ainen dreieckoten munt BdN
307,4
u.ö.;
Pass III
251,52
MWB 1 1368,21; Bearbeiter: Diehl
drieide (?)
Subst.
Bed. unklar (verderbt?, vgl. App.z.St. und DWB 11,1,2,489 s.v.
Triet):
cidus, sucus: drieide VocBV887
3:487,17
MWB 1 1368,26; Bearbeiter: Diehl
drîeinecheit
stF.
‘Dreieinigkeit, Trinität’
des helfe uns diu drîeinicheit in éiner götlîcher natûre Eckh
2:571,15;
Eckh (Pf)
520,38
MWB 1 1368,29; Bearbeiter: Diehl
drî|eit
stM.
‘dreifacher Eid’ (in Ermangelung von zwei weiteren Zeugen zu
sprechen):
so westet der chlager selbdritt auf dem rosse mit aiden, oder mag er niemant
zue im gehaben, so swer er ain dreiaid auf dem rozz StRWien
75;
so sol er ein dreyaid swern darauf StRMünch
330,24
MWB 1 1368,32; Bearbeiter: Diehl
drîen
Adv.
‘dreimal’
der muͤchte eß [
daz vitzduͦmes
ding
] des iares drywen siczen StRHeiligenst
93
MWB 1 1368,38; Bearbeiter: Diehl
drîen
swV.
‘etw./sich zu einer Dreiheit machen, zu drei werden’ (überw.
bezogen auf die Trinität):
gotlich ein lamp, [...], einvalt und
doch gedrîget SM:EvS
2: 1,2;
wie mag daz und daz gesein, / wie sich ainer müg gedrein /
und doch ainer sey da pey Teichn
564,3974;
an dem frîtage wurden wir vor der helle gefrîet / von dem, der sich
drivalteclîch in ein hât gedrîet Walth
36,32;
JTit
4975,4;
WhvÖst
1112.
–
von der gedrîeten nôt / wart aber des landes clage dô mê
Tr
1830;
daz diz buch [Apokalypse] gedriet
ist / und sprichet von drien sachen HeslApk
17754;
hôhvertic ses, nû stant gedriet Walth
80,8
MWB 1 1368,40; Bearbeiter: Diehl
drîerhande
Adj.
→
hant
MWB 1 1368,53;
drîerleie
Adj.
→
leie
stF.
MWB 1 1368,54;
drîerslahte
Adj.
→
slahte
MWB 1 1368,55;
drîerwarbe
Adv.
→
warp
MWB 1 1368,56;
drîes
Adv.
auch drîs.
‘dreimal’
swer mit sulcher sunde unvlat / sich besulwit
[
[...]
] , / den sal man
strafen touge zwer / oder dries HeslApk
23036;
wart er zer stupen wol dris / geslagen daz die besem ris / im zerissen sine
hut PassI/II
184,24;
der töufer crucewis / daz kint in di toufe drys /
[...] senket TvKulm
3252;
die [Prozessparteien] muͦzen wol gespreche
haben vmbe iewelche rede dries UrkCorp (WMU)
51,1;
Daniel
5126;
Frl
1:18,3
MWB 1 1368,57; Bearbeiter: Diehl
driesch
stMN. (nd. ?)
‘brachliegendes Ackerland’ (vgl. W. Foerste, Die Herkunft des
Wortes Driesch, in: Niederdt. Wort 6 [1966], S. 57-69):
terram incultam quae in vulgari drysch vel venne dicitur UrkNiederrh
1,397
(a. 1200)
MWB 1 1369,3; Bearbeiter: Diehl
drieʒ
stM.
‘Unwillen, Überdruß’
si [Elisabeth] sumet uwer hochzit. /
[...] / si lazzet uwer wirdekeit, /
[...] / mit driezes uberleiste [l.
überleste
]
Elis
2678
MWB 1 1369,8; Bearbeiter: Diehl
drieʒen
stV. (II)
‘drohen, drängen’ subst.:
von reisen [Kriegszügen] hœre ich niht mêr sagen /
denne dort hin trîben, dâ her jagen, / [...] / schiezen,
niezen, diezen [La. driezzen
] , brehten, /
[...] / unfuor trîben, slinden, frezzen Renner
6767;
sunder driezen / ist er [der Quell] und luter
vrisch, vil gar mit guͤte JTit
6274,2
MWB 1 1369,11; Bearbeiter: Diehl
drîformelîche
Adv.
‘dreigestalt’
alsô ist der vierzcênde numerus drîformelich gesatzet EvBeh
7
MWB 1 1369,18; Bearbeiter: Diehl
drîgesæʒe
stN.
‘Festsaal, Speiseraum’ (zur Übers. von
triclinium):
abir an dem geburtlîchen tage Hêrôdis spranc Hêrôdiadis tochtir
[Salome] in mitten dem drîgesêze, und iz behagite
Hêrôdes EvBeh
Mt 14,6
MWB 1 1369,20; Bearbeiter: Diehl
drîgevar
Adj.
‘dreifarbig’ (vgl. drivar):
der drie gevar amechtist HeslApk
22098;
vgl.
ebd.
22038ff.
MWB 1 1369,25; Bearbeiter: Diehl
drîglestec
Adj.
‘dreifach glänzend’
durchtrechtic wart der gotlich gadem / driglestic vunkenricher kunft
Frl
7:1,11
MWB 1 1369,27; Bearbeiter: Diehl
drîgülte
stF.
‘dreifache Strafleistung’
swelich rihter der sætze ainen vbergriffet, der gelt mit der drigult also, daz
dem chlager werd ein tail vnd dem herren div zwai tail UrkWittelsb
2,32
(a. 1293)
MWB 1 1369,30; Bearbeiter: Diehl
drîgülten
swV.
‘jmdm. dreifache Strafleistung auferlegen’
swem vnzint har dv́ stat was verbotten von des râtes gewalt vnde von sime
gerihte, brach er daz erste gebot, dem zwigúlt mans, brach er das andir, wan
[l. man
] drigult jms UrkCorp (WMU)
1054,43,2
MWB 1 1369,35; Bearbeiter: Diehl
drîhe
swF.
‘Sticknadel’
ein wâfenroc wart dar getragen, / der was,
[...], / mit drîhen in den spelten / zen vuogen und zen
velten, / [...] / mit vrouwînen henden /
[...] vollebrâht Tr
6555;
wipliche kunst / mit nadiln und mit drihin: / nejen, brettin, rihin
RvEWchr
543;
Tit
137,2.
– übertr.:
doch wünsche ich daz ir an ir ram / mîn drîhe alsô schône müge erklingen
KLD:KvN
4,6;
– hierher wohl auch (Verschreibung?):
die rein es in ir kuͦsche wap / mit der dringen
[La. drien
] in der ramen
HvNstGZ
2049
MWB 1 1369,41; Bearbeiter: Diehl |