drî|nisse
stF.
‘Dreiheit, Trinität’
wir gelauben daz diu hilig drinuͤsse, der vater und
der sun und der heilig geist, ein warer got ist an angeng und immer an ende
PrOberalt
110,26
u.ö.;
das cherczstal, das hat dri fuze, die bezaichent die heiligen
drinusse Konr
21,25;
daz wir einen got in der drinusse unde drinusse in einusse anbetten PsM
C 11,3
MWB 1 1373,35; Bearbeiter: Diehl
drî|nissede
stF.
‘Dreiheit, Trinität’
daz einen got in der drinusside unde die drinusside in dere einusside wir
erwirden WindbCant
141
u.ö.;
dere ewigen drinusside ere erchennen WindbGeb
494
MWB 1 1373,42; Bearbeiter: Diehl
drîs
Adv.
→
drîes
MWB 1 1373,46;
drischel
stF.
‘Dreschflegel’
swenn diu drischel bricht daz strô, / sô scheidet sî daz korn hin dan / von
dem ome [Spreu]
WälGa
4980;
ob ich etewenne / korn ûf dem tenne / mit der drischele ûz gebiez
Helmbr
317;
Neidhc
44:3,13
MWB 1 1373,47; Bearbeiter: Diehl
drischelslac (?)
stM.
‘Schlag mit dem Dreschflegel’
hie gât ez an ein strîten / mit prügeln und mit schîten. /
[...] / mit drischelslegen [Hs.
drischeln slegen
] ez hie gie BFrau
593
MWB 1 1373,52; Bearbeiter: Diehl
drischelstap
stM.
‘Schaft des Dreschflegels’
Eppe zuhte Geppen Gumpen ab der hant; / des half im sîn drischelstap
Neidh
WL 3:5,2
MWB 1 1373,56; Bearbeiter: Diehl
drî|schrœte
Adj.
‘in drei Teile zerschneidbar oder bereits zerschnitten’
swa man danne nennet geschriben halbgvͤltigev swein, der sol ie ainez
wert sein fvͤnf vnd viertzich phening. swa danne stet geschriben
drischroͤt swein, daz sol wert sein dritthalbs vnd dreizzich UrbBayS
4,3
MWB 1 1373,59; Bearbeiter: Diehl
drischûvel
stN.
stM. Dalimil , auch duͦrschuvel, torschufel (vgl.
2DWB 6,1403; Kluge, S. 930).
‘(Haus-)schwelle’
limina: driscuvile SummHeinr
1:265,229;
lauffet aber er hinin uber daz drisschufel mit gewaefenter
hant, so hat er aber den wirt vil sere geheimsuchet StRAugsb
119,10;
auswendig dez hausez drischufel NüP
156
u.ö.;
mit des [Lammes] bluͦte solden si bestrichen
daz duͦrschuͦfel vnd daz vbertuͦre PrLpz(L)
62,12;
do er vf den drischowel kniet Dalimil
30,81;
uf sime torschufele StRNaumb
309
MWB 1 1374,1; Bearbeiter: Diehl
drî|sinnec
Adj.
‘dreier Sinne (hier: Sprachen) mächtig’
wil ich die formen merken, / so mvz ich drisinnic sin; / eine
ist kriechisch, ein latin / vnde des welschen buches ein Herb
63
MWB 1 1374,12; Bearbeiter: Diehl
drî|spilden
swV.
‘etw./sich verdreifachen’
diu dritte ordenunge [...], daz sint alle die
heiligen maide, daz sint ouch alle die erwelten [...], den
wirt ouch ir lon getrispildet Konr(Sch)
192,16;
wen er daz nit helt [einhält] , so soll sich daz
selb 1 pfund heller hinnach all tag drispilen WeistGr
6,225
(a. 1353/74)
MWB 1 1374,16; Bearbeiter: Diehl
drîspitzec
Adj.
‘mit drei Spitzen, Zacken versehen’
ein geisel [...] beschlahen mit
moͤschinen [aus Messing gemachten] spizzigen
steften, die waren scharpf als ein grifel, und giengen die zwen spiz ietwedrent fúr
den riemen, also daz ein iekliches drispizig was Seuse
43,8.
– übertr. ‘scharfsinnig?’ (vgl.
durchspitzec):
kint kunnen vil baz denne die alten / ein rede gemerken und ouch behalten /
und bezzernt sich doch lützel dâ bî, / swie drispitzic zunge und herze in sî. / ûf
werltlich bôsheit hânt si witze Renner
14934
MWB 1 1374,23; Bearbeiter: Diehl
drîspiz
stM.
‘Gegenstand mit drei Spitzen’
–
‘Dreizack’
ainz haizt diu grôz erdgall und hât pleter geleich
trispitzen BdN
397,10;
swem guot ist lieber denne got, / der gêt durch guot in den tôt. / drîspitze
und tegelicher smerze / stechent in alle zît in sîn herze Renner
4927.
–
‘Dreifuß, Bock’
zwene knehte brahtent zwei drispitz, / [...] / dar uf
wart der tisch geleit ParzRapp
4,12
MWB 1 1374,34; Bearbeiter: Diehl
drîstrënec
Adj.
‘aus drei Strähnen, Fäden bestehend’
trifidus: drîstrenig VocAbstr
363;
funiculus triplex difficile rumpitur. daz dristrenige seil brichet ungerne
PrLpz
271,1
MWB 1 1374,42; Bearbeiter: Diehl
drîstrenge
Adj.
‘aus drei Strängen bestehend’
ditz ist der dristrenge reif, / von deme der wissage sus schreif: / funiculus
triplex difficile rumpitur [Ecl 4,12]
Brun
4679
MWB 1 1374,46; Bearbeiter: Diehl
drîstunt
Adv.
→
stunde
MWB 1 1374,50;
drîtegec
Adj.
‘dreitägig’
die êwarten dô sasten / ein dritägige vasten WvRh
2086;
febris terciana: dritegig ritte VocOpt
43.110;
terciana: diertegiger ritte VocClos
Te83
MWB 1 1374,51; Bearbeiter: Diehl
drîtegelich
Adj., Adv.
adv. -lichen.
‘dreitägig’ (in Verb. mit rite zur Übers. von
tertiana
‘Dreitagefieber’):
der den riten dritaglichen hab, der nem
[...]
BenRez
45;
der selb stain behüett seinen tragær
[...] vor dem dritägleichen riten BdN
466,31
MWB 1 1374,55; Bearbeiter: Diehl
drithalp
Adj.
flekt. neben unflekt. Formen, auch drittelhalp.
‘zweieinhalb’ (eigentl. ‘das Dritte
halb’):
der sunne dinete im dritehalben tác Rol
7022;
bathenie ein gewichte unde wasser drithalp teil also vil unde
daz zusamne getempert Macer
38,20;
igliches drittelhalb scrupulum SalArz
99,17;
ein goͮt [...], daz giltet drittenhalben
schillinch pheningen UrkCorp (WMU)
N675,16.
– präd.:
dirre acker lit trittehalber zoͮ der steinmvren UrkCorp (WMU)
N385,2.
– zur Bildung weiterer Num.:
das er drithalphundirt [zweihundertfünfzig] man /
hatte die im waren bi RvEWchr
13787;
UrkCorp (WMU)
898,22;
[sie] hat gekoufet ein reht eigen
[...] umb zwelf phunt Augsburger, daz giltet
drithalphunt haller UrkUlm
1,151
(a. 1275);
der ritter si [sei] nach rehter zal / drithalp
tusent [zweieinhalbtausend] úber al RvEWh
682
MWB 1 1374,60; Bearbeiter: Diehl
dritheit
stF.
‘Dreiheit, Trinität’
daz in dem menschen si daz bilde gotis [...] also vil
alse zuo der dritheit der personen [
ad trinitatem
personarum
] ; wan in got bestat in drin personen ein nature
ThvASu
258,16
MWB 1 1375,13; Bearbeiter: Diehl
dritman
stM.
‘Obmann, Vermittler’
geschege aber, daz die zwene raitman
[Ratsmitglieder] nit eindreictig worden, so han wir
ein dritteman gekoren [...], deme sullen die zwene raitman
ir beider rede vuͦrlegen UrkSiegen
112
(a. 1331)
u.ö.
MWB 1 1375,18; Bearbeiter: Diehl
dritte
Num.
Ordinalzahl zu drî
1
‘dritte’ (allgem.) 1.1 adj. 1.2 subst. 2 wichtige (oft letzte, entscheidende) Einheit bei der Durchführung von Rechtsgeschäften, Fristen u.ä. (oft in festen Verbindungen, vgl. ausführlich DRW 2,1117ff.) 3
niht der/die/daʒ ~
‘unter dreien nicht einmal eine/r/s’
4 Ausdrücke mit adv. Funktion des dritten, zem dritten 5 zur Bildung zusammengesetzter Ordinalzahlen
1
‘dritte’ (allgem.)
1.1
adj.:
daz er an dem drittim tage erstuͦnt
Spec
57,6.
–
der [Hofstatt] svllen si div zweiteil
niezzen vnz an iren tot, vnd daz drite teil svllen wir selbe niezzen
UrkCorp (WMU)
N761,15
( → dritteil).
–
‘als dritter zusammen mit zwei anderen’
he mach bat behalden mit sich dridden sine scuͦlt
UrkCorp (WMU)
2,10
(vgl. sëlpdritte).
–
‘zwei anderen gegenüberstehend, unbeteiligt’
got mage vil wol sin / undir ir beider
[der Eheleute] dechin / der dritte geselle
VRechte
365;
wan daz ros [beim Dritthandverfahren] an
den dritten kschollen [Gewährsmann] chumpt, der
selb schol iz behalten oder verliesen StRBrünn
402
1.2
subst.:
der dritte der gesellen der ist sô gremelîch
NibB
413,1;
der dritte frumt ime harte wol: /
[...] / er lêrtin alle wîsseheit
VAlex
183;
wer auch das under uns [...] drin herren zwene
wurden ze kriege, so sol der dritte maht und gewalt haben dar under ze tedingen
MGHConst
5:314a,39
(a. 1316)
2
wichtige (oft letzte, entscheidende) Einheit bei der Durchführung von
Rechtsgeschäften, Fristen u.ä. (oft in festen Verbindungen, vgl. ausführlich DRW
2,1117ff.):
–
dritteʒ geriht
‘dritter, für die Prozessparteien verbindlicher (entscheidender)
Gerichtstermin’
daz er den phant antwurte vnd da mit tvͦ, swaz er ze reht sol, vntz
in daz dritte gerihte StRLandau
227.
–
~ hant:
swer mit dem rechten fùr chumpt mit diuf, [...],
so sol der, dez daz guͦt gewesen ist, berechten mit zwain, daz sein hant
diu dritt sey OberBairLdr
36;
der pan mag nicht verrer [weiterverliehen
werden] , dann an die dritte hant SteiermLdr
135
( → hant).
–
dritteʒ kint
‘Geschwisterenkel’
wenn denn ain sach an gat ainen, der des ratz ist, der sol hinus gan
[während der Verhandlung den Raum verlassen] und
darzuͦ [...] die im sipp sind ze den dritten
kinden StRLeutk
71,27.
–
~ klage
‘dritte Klage, Klage am dritten (entscheidenden) Gerichtstag’
swem ze der tritten seiner chlag der muͤnsmaister
[...] niht rihtet StRMünch
279,4.
–
dritter tac
‘Endpunkt einer Frist von 3 mal 24 Stunden’
ez sol auch ein vogt [...] den
ersten tak rihten uf der phallenz [...] den andern tak
uf dem dinchhuse unde den dritten unz mittem tage StRAugsb
135,21.
–
dritter phenninc, dritte garbe o.ä. ‘jede(n)
dritte(n) eines Ganzen, d.h. ein Drittel einer Geldsumme oder des Wertes
einer Sache’
der hof [...] git die dritten
garbe vnde zwei swin UrbBayÄ
371;
wir haben ouch gelegin dem voyte von Plauen [...]
den dritten phennink, der do gevellet uf demeselben berge von gerichte
UrkFreiberg
2:5,30
(a. 1317);
UrkPreuss
3,70
(a. 1344).
–
~ zît
‘Terz, neun Uhr am Vormittag’
von prime biz an die drite zit HvNstGZ
367;
diu dritte zît des tages [...]
daz heizent die leien terzezît SpdtL
166,5
3
niht der/die/daʒ ~
‘unter dreien nicht einmal eine/r/s’
sîn triwe hât sô kurzen zagel, / daz si den dritten biz niht galt, / fuor si
mit bremen in den walt Parz
2,21;
ez lebt under heiden heren / ich wæne nit der dritte man
Rennew
669;
Rennewart der kuͤne man / der lie den dritten nit
genesen ebd.
3995
u.ö.
4
Ausdrücke mit adv. Funktion des dritten, zem dritten:
do sagete er daz erste leit / vnde daz ander vngemach, / waz
im zv dem dritten geschach / vnde zv dem firden da mite Herb
2077.
687;
des lewen weib. diu gepirt des aller êrsten fünf welfel, dar
nâch viereu, des dritten dreu, dar nâch zwai, und ze dem fünften mâl neur ainz
BdN
143,6
5
zur Bildung zusammengesetzter Ordinalzahlen:
do von gottes geburt waren zwelfhvndert in dem dritten vnd nvͥnzegostem
jar UrkCorp (WMU)
N564,10
MWB 1 1375,23; Bearbeiter: Diehl
dritteil
stN.
‘der dritte Teil, Drittel’
darzu must im der herre das dritteil von allem sim lande
geben Lanc
561,15;
nim der ain und zwaintzig stukke drittail, daz ist deu dik dez
uͤmbkraizzes KvMSph
19,19;
so nim [...] dri korn. vnde ein
drittel eines kornes SalArz
100,13.
– häufig von Einkünften, Abgaben etc. (vgl. ausführlich DRW 2,1225ff.):
also, daz si dem goteshv̂s [...] dinen svͤln
di zwai jar von dem hof daz drit tail vnd allen dienst vnd stêwer, di darzv
gehoͤrent UrkCorp (WMU)
989,11;
wil aber die frowe einen man naemen, dem mak si wol geben daz
dritteil ir varnden gutes unde daz dritteil gulte an eigen StRAugsb
144,29
MWB 1 1376,32; Bearbeiter: Diehl
dritteilen
swV.
‘etw. dreiteilen’
ez het der edel muotes rîch / gar ein guote gewonheit, / dâ mit er schanden
sich entseit: / er dritteilt alle sîne habe MarlbGr
19.
– rechtsspr. ‘ein Drittel als Abgabe leisten’ (vgl.
dritteil):
das sich nieman scheiden sol von sim erbe töd oder lebende, won mit dem
dritteil; scheidet er aber von dem erbe lebende mit dem abzug, so sol er
unverscheidenlich dritteilen, was er het WeistBr
280
(a. 1296 kopial)
MWB 1 1376,45; Bearbeiter: Diehl
drittelhalp
Adj.
→
drithalp
MWB 1 1376,54;
drittelhof
stM.
‘mit einem Drittel Abgabenlast belasteter Hof’ oder Name eines
best. Hofs (?):
curiam dictam Solbachshof et alteram curiam dictam Trittelhof huic monasterio
comparavit UrkWürttÄ
4,44
(Mitte 14. Jh.)
MWB 1 1376,55; Bearbeiter: Diehl |