drittestunt
Adv.
→
stunde
MWB 1 1376,60;
drittewarbe
Adv.
→
warp
MWB 1 1376,61;
driuhen
swV.
‘etw. drücken, pressen’ (vgl.
drûhen
):
ir herze was in sorgen drûch gedriuhet Loheng
2026;
reht als dâ ein presse den wîn von trûben gît, / sus wurden sie mit kraft
zesamne gevalten / [...] / sus wart daz volc von in zesamne
gedriuhet ebd.
4590
MWB 1 1376,62; Bearbeiter: Diehl
driujærec
Adj.
‘dreijährig, drei Jahre alt’
dô diu maget alse zart / ir muoter brust entwennet wart / und driujaerec was
WvRh
933;
do das kint drú jærig ward WernhMl
599;
die voln werdent nith alter dan drú iar alt [La.
druieric
]
Lucid
31,13
MWB 1 1377,4; Bearbeiter: Diehl
drîunge
stF.
‘Dreiheit’
got, dîner trinitate, / [...] / der jehen wir: mit
drîunge / diu drîe ist ein einunge Walth
3,4;
nû, lieber sun, waz ist daz dû / sprichest von der drîunge nû? / nû wer ist
diu drîvaltekeit MarlbGr
742;
ere unt ein rehte reine wîp, / swem die zwô bî geligent, daz ist ein wol
gedrîet lîp / nâch gote unt ouch nâch êren: der drîer drîunge ist wol wandels vrî
RvZw
47,6
MWB 1 1377,9; Bearbeiter: Diehl
drîvach
Adj.
‘dreifach’
diz drivach sper Frl
5:111,16
MWB 1 1377,17; Bearbeiter: Diehl
drîvalt
Adj., Adv.
adv. auch drivalden.
1
‘dreifach, dreifaltig’
2 übertr. ‘reichlich, in großer Menge’
1
‘dreifach, dreifaltig’
– adj. (überw. bezogen auf die Trinität):
si gernt der durnahticheite / ze der drivalten gotheite
Vateruns
234;
als ie ân anegenge was / dîn einic drîvalt unitas
RvEBarl
24;
daz ander dier was ein beri wilde. / her havide drîvalde zeinde
[
tres ordines ... in dentibus eius Dn
7,5]
Anno
13,2.
– präd.:
e was drifalt ir leit, / nv wart ez fierfalt gebreit
Herb
5394;
do Lucifer ein chint wart / uber mutes unt hohfart, / do
wart ouch unrehte gewalt. / do was diu schulde drivalt [von
dreierlei Art]
StrKD
13,24;
Ottok
68887;
Mechth
4:3,49.
– adv.:
drîvalt bedâchte er sîne nôt HvFreibTr
2731;
ich wil dryfaltt üch, here, wern GTroj
24715;
des vleischlich ouge sich lie sehen / und bezeichenlîche
spehen / drîvalten mit der gesiht RvEBarl
2149
2
übertr. ‘reichlich, in großer Menge’
waz gütter dinge ie ward bekantt, / daz waz all da dry valtt
GTroj
12865;
ich sage dir, [...], / min leit ist
so drivalt / daz [...]
Rennew
18872;
Virg
51,12
MWB 1 1377,19; Bearbeiter: Diehl
drîvalt
stF.
‘Dreiheit’
frauwe muter, habent den gewalt / von mir in der drivalt /
einer kuͤniginne glich, / gewaltig, her und eben rich HvNstGZ
7641.
– meist ‘Trinität’
ein gewalt, / den eine in einer drîvalt / diu menscheit
anbeten sol RvEBarl
1966;
got al eine, / des drîvalt ist gemeine Parz
817,14;
HvNstGZ
7467;
DvAStaff
512;
vier misse, di ersten von der driualte vnsers herren, diͤ andern von
vnser frowen vnd zwo selmisse UrkCorp (WMU)
933,8.
– übertr., Antonym zu einvalt:
einvalt, wârheit unde sleht / hât drivalt
[Verschlagenheit] , lügen und krump vertriben
Renner
8747
MWB 1 1377,40; Bearbeiter: Diehl
drîvaltec
Adj., Adv.
auch drinvaltec
DvAPatern .
1
‘dreifach’
2 übertr. ‘reichlich, in großer Menge’
1
‘dreifach’
von disen drinvaltigen vbeln so loͤs vns, herre
DvAPatern
374;
min ore, min ouge, min mvnt / vnde daz man vbet mit disen
drin / (daz ist trifaldic sin: / sprechen, horen vnd sehen) Herb
11190;
sie kan sin forcht auch meren / drivaltig, wann er zu ir kumt
Minneb
4185.
–
‘von dreierlei Art’
der aufgank und der underval der himelzaichen nach der
sitenstraffer weis ist drivaldig: der werltleich, der zeitleich, der
suͤnnenleich KvMSph
33,24;
Spec
98,1.
– überw. bezogen auf die Trinität:
got drifaltig, / einig und gewaltig, / in der gantzen
trinitat HvNstGZ
6822;
ze himele er drîvaltic ist / mit drin benemeden ein got
RvEBarl
3012;
drifaldig got sin forme drang in menschen wachs
Mügeln
11,2
2
übertr. ‘reichlich, in großer Menge’
des dritten tages im sich bot / mit drivalteger grozer not /
der bekorunge strit Vät
4706.
– adv.:
waz ain ritter sol han, / daz fürtte er dry faltig an
GTroj
17082
MWB 1 1377,53; Bearbeiter: Diehl
drîvaltecheit
stF.
‘Dreiheit’
1
‘Dreifaltigkeit, Trinität’
2 selten allgem. ‘Dreiheit’
1
‘Dreifaltigkeit, Trinität’
diz heilige lob sprechen ich dir herro zelobe unde zeren. diner
heiligen gotheide. unde diner heiligen dríueldicheide VatGeb
9;
[er] brach dru kit [Halme]
grases in die ere der heyligen dryvaltikeit unsers herren des heiligen Cristes
Lanc
13,16;
herre himmelscher vatter, herre Jhesu Christe, herre heliger
geist, herre heligú drivaltkeit Mechth
7: 51,4.
– übertr. auf die menschl. Seele:
da ich sagede van der selen driveldicheide: /
[...] die si na der gotlicher driveldicheide hat
Lilie
24,20.
– in Datierungen bezogen auf das Trinitatis-Fest (erster Sonntag nach
Pfingsten):
der tach der hiligen drivaltikeit UrkCorp (WMU)
3033,2;
von der octaven der drîvaldekeit biz zu dem advente an
dem sunnabende StatDtOrd
125,2
2
selten allgem. ‘Dreiheit’
drifaldikeit sint viere [im Tierkreis sind vier
Quadranten mit je drei Zeichen] , / ein drifalt machen zeichen dri
Mügeln
302,11;
unserm herren ist wâriu einveltikeit / lieber denne valsch driveltikeit
[trügerische Vielfalt]
Renner
11126;
daz man zwene knien sicht / [...] / vor der beinînen
drîveltikeit [des Würfels] , / diu ofte der einveltikeit /
abgezogen hât ir kleit ebd.
11319
MWB 1 1378,9; Bearbeiter: Diehl
drîvalteclich
Adj., Adv.
adv. auch -lichen.
‘dreifach, dreifaltig’
[Gott] , der sich drivalteclîch in ein hât gedrîet
Walth
36,33;
so spottot der tiufel der sele drivalteclichen [auf dreierlei
Weise] . [...] so ist uns driger hande
spot bezaichent. den der tiufel die sele anleget PrSchw
2,62;
dem an dem er gefrevelt hat, bessert er sine missetat trivaltickliche
StRStrassb
57,36.
– selten adj.:
den vil zarten / erwelten lebarten, / des drivalteclicher sprunc / daz wilde
tier, alt unde junc, / mac ergahen [...] / swaz er mit drin
sprüngen niht / gevahet, des tuot er sich abe KvWGS
747
MWB 1 1378,33; Bearbeiter: Diehl
drîvalten
swV.
1
‘etw. in drei teilen’
2
‘etw. anhäufen’
1
‘etw. in drei teilen’
daz er die engele ruͦfen sach / mit drîn stimmen ein wort, / vnde in
wie manigen ort / sie daz konden spalten, / drîvalten vnde einvalten
Kröllwitz
1024;
ich wil iu die geselleschaft / drîvalten unde teilen HvBer
4832
2
‘etw. anhäufen’
daz ich mus alten / und leides mer drivalten / uff mich, dann
ich vor ye getet Minneb
4682
MWB 1 1378,45; Bearbeiter: Diehl
drîvaltigen
swV.
‘etw. verdreifachen’
so svlen wir an dem dritten iare den zins drivaltigen UrkCorp (WMU)
2816,25;
slach hant zu hande, so wirt das swert gezwevaldigit und
gedrevaldigit [
triplicetur
] der toter
Cranc
Ez 21,14
MWB 1 1378,53; Bearbeiter: Diehl
drîvaltlich
Adj., Adv.
‘dreifach, von dreierlei Gestalt’
wie sein werch waz drivaltleich Teichn
313,17;
ez wirt wiͤder got gestriten / drivaltleich ebd.
442,233
u.ö.
MWB 1 1378,58; Bearbeiter: Diehl
drîvar
Adj.
‘dreifarbig’ (vgl. drîgevar):
daz der edele amechtist / also drivar gevar ist
HeslApk
22112;
vgl.
ebd.
22038ff.
MWB 1 1378,62; Bearbeiter: Diehl
drîvuoʒ
stM.
‘Dreifuß’ (dreibeiniges Gestell für Gefäße am Feuer):
stecke sie [die Gans] in einen
irdinen hafen, [...], guͤz daz wazzer vf, daz sie
betuͤche, setze sie vf einen drifuͦz, der vnden offen si
BvgSp
42;
eyne want alumme beslisinde dy vyer pletze, und drevuze gesmit warin undir den
hallin alumme Cranc
Ez 46,23;
becher, köpf und angstær, / salzvaz, drîfuoz, phanne Helbl
1,662
MWB 1 1379,1; Bearbeiter: Diehl
drîwëgec
Adv.
‘auf dreierlei Weise’
unsers hêren lobes kreie / und der êren wirdikeit, / di hî
drîwegic wirt geseit JvFrst
8826
MWB 1 1379,9; Bearbeiter: Diehl
drîweide
Adv.
→
weide
stF.
MWB 1 1379,12;
drîwen
Adv.
→
drîen
MWB 1 1379,13;
drîwinkelec
Adj.
‘mit drei Ecken’
ein kleit, / [...] / gemachet und gesnitten / nâch
der juden sitten. / drîwinkelec was daz gewant WvRh
6572
MWB 1 1379,14; Bearbeiter: Diehl
drîʒec
Num.
‘dreißig’
drizzec der waren / di sich fur Genelunen gaben
Rol
8863;
mit drîzec sîner man NibB
1476,2;
der walt was wol vierczig engelscher milen lang und wol
drißiger breyt Lanc
348,30.
–
die drîzec er ze tôde vil werlîche sluoc NibB
191,1.
– im Zusammenhang mit Rechtsgeschäften, Fristen u.ä. (vgl. ausführlich DRW
2,1098f.):
swelich mvͤlner mer nimt dann daz driͤzzigk teil
UrkCorp (WMU)
475A,5;
ez sol oͧch einhein vierundzweinzig [Mitglied des
24er-Rates] sin, der under drizig iaren si StRFreiburg
675;
auch schul wir aller iärchlichen dri drisik [subst. Seelmesse,
vgl. drîʒigeste
] mit sele messen, siner sele ze trost,
wegen [begehen]
UrkKastl
346
(a. 1310).
– zur Bildung weiterer Num.:
drîzech tûsint helede Kchr
259;
siben unde drisec pheffers korn Macer
38,19;
daz grâve Ritschart fürbaz / über hundert ritter
drîzec [130] vie UvZLanz
3209;
do zwei hundert iar vnd driv vnd driͤzech iar ergangen
waren Konr
10,4.
– Lit.: Meyer/Suntrup, Zahlenbed., Sp. 692ff.
MWB 1 1379,17; Bearbeiter: Diehl
drîʒecjærec
Adj.
‘dreißigjährig’
so ist sîn drîzzechjærich leit mit liebe hin
SM:UvS
15: 1,5
MWB 1 1379,38; Bearbeiter: Diehl
drîʒecvalte
Adv.
‘dreißigfach’
dîn êre wirt sus drîzecvalt / vast an mir rezeiget Parz
213,4;
und di anderen vîlen in eine gûte erde und gâbin vrucht, etlich hundirtvalt,
etlich sechzikvalt, etlich drîzecvalt EvBeh
Mt 13,8
MWB 1 1379,40; Bearbeiter: Diehl
drîʒecvaltec
Adv.
‘dreißigfach’
vnd etlicher viel in div guten erden. vnd gab vfgentiv fruht.
vnd wahsentiv. vnd ainre braht drizzichvaltich. vnd ainre sehzichvaltich. vnd ainre
hvndertvaltik [Mt 13,8]
EvAug
83,27
MWB 1 1379,45; Bearbeiter: Diehl
drîzëhen
Num.
neutr. driuzëhen, kontrahiert auch drîzên.
‘dreizehn’
si wonte in manigem sêre driuzehen jâr NibB
1142,2;
igliches drizehen korn SalArz
95,44.
– subst. (vgl. drîzëhener):
swaz er sie zelte und uberlas, / so vant er drizene ie da Pass III
203,11;
vnd die svln alle dreizehen avz Regenspurch nimmer choͤmen
UrkCorp (WMU)
1944,1.
– zur Bildung weiterer Num.:
der groͤste tak hat dreizehen stunde und ain halb
KvMSph
53,7;
nach Cristi geburte drucehin huͦndert jar dar noch in
dem sibin und drizigesten jare WüP
9,20
MWB 1 1379,50; Bearbeiter: Diehl |