Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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d – dalmut
dam – dancsagen
dancwillen – dannen von
dannen vür – dæren
dâ(r)/ da(r) enbinnen – dâ(r)/ da(r) obe
darre – dast
dâte – deckeschûr
deckevël – dëhsen
dëhsîsen – denclîche
dencliute – derpkuoche
derpteic – diadrogant
dîâken – diehter
diehterîde – dienestbære
dienestbærecheit – dienestman|erbe
dienestmanguot – 2diep
diep- – diernkint
diernlach – dilde
dille – dincphliht
dincphlihte – dingelîn, dingel
1dingen – dirhalp
dirre – distelîn
distelsâme – diupe (?)
diupguot, diubsguot (?) – dôfheit
dôgen, dougen – donerec
donergebirge – dorferlêhen
dorfgebûwære – dorfschaft
dorfsmit – dorneht
dorneht – dörperdiet
dörperecheit – dôʒen
drabeknëht – drangen
drangest – drî
drîancasîne – drîgesæʒe
drîgevar – dringen
drî|nisse – drittelhof
drittestunt – drîzëhen
drîzëhenære – druc
drûch – drüʒʒelstôʒ
du, dû – dumme
dumpfe – duns
dünsel – durchbittern
durchbitzen – durchdœnen
durchdrengen – durchgerne
durchgesiht – durchgründen
durchgrunthaftec – durchkifen
durchkiusche – durchlësen
durchlestern – durchlûʒen
durchmâlen – 1durchrecken
2durchrecken – durchsaffen
durchsagen – durchschrecken
durchschrenzen – durchslac
durchslahen – durchsprëchen
durchspreiten – durchswingen
durchtân – durchverwen
durchvieren, durchwieren – durchvrô
durchvrœnen – durchweichen
durchweidec – durchziln
durchzimbern – dûrliche
durlinc – durstebërnde
durstec – düʒʒec

   dürre - duzen    


dürre stF. (sw. BdN ) zur Form dürrein BdN 243,30 vgl. 2DWB 6:1810,21f. 1 ‘Trockenheit’
2 ‘trockener, unbewachsener Boden’
3 ‘Trocknung’
4 ‘Magerkeit, Ausgezehrtheit’
   1 ‘Trockenheit’ ein ander zeichin heizit taurus [...] unde als ein ohse sterker ist danne ein wider, als ist die zit danne sterker danne die erste an durre unde an wermede MNat 14,13; der munt ist nu gar verdorret, daz dú kúsch zung dem rachen an haftet von dúrre Seuse 552,6; wann sie [das Flüsschen] den anger wijten / al tage úbervert. / da von sie der dúrre wert, / des ist der anger vnbehert Krone 21145. – ‘Trockenperiode’ do was verdorben fúr war / von diurre alles vil nahe gar / das fruht uf erden ie gebar RvEWchr 34423; dürrein schat den vischen sêr, wan si werdent gemaincleich vaizt wenn regenzeit ist BdN 243,30; RvZw 181,2    2 ‘trockener, unbewachsener Boden’ si zeuuͦrten si sam der wint / an der duͦrre tuͦt den stuͦp Rol 2347; ob si sprechent iht da widir, / so gúz vor in ein wazer nidir / uf eine dúrre: das wirt sa / virkert vor in ze bluͦte da, / das in min warheit werde irkant RvEWchr 9572; der leite in allez hinewart / über manic ungeverte, / über velse und über herte, / über dürre und über gras Tr 17339    3 ‘Trocknung’ di gedertin winber habin di selbe nature di si hetten uor der dure SalArz 16,4    4 ‘Magerkeit, Ausgezehrtheit’ dis ist türri der crefte. beidiu vszwendig vnd inwendig [...] dis ist das er mager vnd arm wird. vnd sin ovgen werdent ime tieff PrEngelb 591,307. – ‘auszehrende Krankheit, Schwindsucht’ (vgl. derre und dorren ): van der derre. ptysys heyszet de derre eder de swinsucht OvBaierl 109,1; für die dürren der prust mache diapapaveron BdN 414,14. 367,3

MWB 1 1459,20; Bearbeiterin: Baumgarte

dürrecheit stF. ‘Trockenheit’ reht als ein rein erfûhtet / die durrecheit der erden EbvErf 721; wann danne die lute versmahtent sint von hitzen unde von durrekeit MNat 14,20 u.ö.; Vät 34334; interl. für lat. sterilitatem PsM 34,12

MWB 1 1459,52; Bearbeiterin: Baumgarte

dürremûre (?) F. dürre Adj. 1.4.2

MWB 1 1459,57;

dürren swV. intr. ‘(aus)trocknen’ daz houwe [...] e dann ez wrde gebruchen, durrete PsTr 128,6

MWB 1 1459,58; Bearbeiterin: Baumgarte

durrene stswF. ‘Brand’, Krankheit bes. des Getreides (vgl. AWB 2,758): uredo: durrene SummHeinr 2:538,356

MWB 1 1459,60; Bearbeiterin: Baumgarte

dürresuht stF. ‘Trockenheit’ ir arbeyt gebe keyne vrucht! / bremen, dysteln, di dirre sucht / verterbe ire wingarten Hiob 9770

MWB 1 1459,63; Bearbeiterin: Baumgarte

dûrsal stN. ‘unbefristetes, freies Eigen’ (vgl. dûr ): omnem suam hereditatem libere contulit et absolute et quod vulgo dicitur in dursale in eigen DRW 2,1169 (Andernach/NrhAnn.; a. 1200)

MWB 1 1460,1; Bearbeiter: Diehl

durst stM. ‘Durst’ 1 eigentl. (oft in der Verbindung hunger und ~ )
2 übertr. ‘Verlangen, Streben (nach etw.)’
   1 eigentl. (oft in der Verbindung hunger und ~ ): die genôzze die der sitzent in sîner [Abrahams] scôzze, / die nemuot hunger noh durst Gen 1046; ein dúrrir durst der brennet mih! RvEWchr 20892; von durste lident manege not, / die doch von durste sterbent niht TannhHofz 196; gesalcene vische sint heiz vnde trucken. vnde machint durst SalArz 18,17; lauter ezzeich mit wazzer gemischt sumerzeiten küelt und lescht den durst BdN 353,7; swenne mich dürstet, ob mîn muot / gedenkt an küelez wazzer guot, / so enzündet mich der durst vil gar WälGa 9403. – hierher als Beiname ‘der Säufer ?’ (vgl. → vrâʒ und Kunze, Namenkunde, S. 149): Ch. der Durst UrkCorp (WMU) 2942,4. – ‘Trockenheit, Dürre’ ich hân iu grôzen durst [ siccitates validas ] gegeben, / ich gab iu regenes alsô vil VrôneB 122. – sprichw. (vgl. TPMA 11,375): ez trinkent tûsent ê den tôt, / ê einer stürbe in durstes nôt Freid 95,1; dem tôde maneger winket, der âne durst trinket ebd. 177,7    2 übertr. ‘Verlangen, Streben (nach etw.)’ darvon sie [die Apostel] gewunnen [...] des himelriches durst HeslApk 13158; ich han nach sinem sun einen turst, der benimet mir allen irdenschen lust Mechth 3: 3,41; herr, erloͤsche in mir allen turst liplicher dinge, mache mich durstig nah geistlichen dingen Seuse 320,5; Tauler 425,14

MWB 1 1460,5; Bearbeiter: Diehl

durstbrunne swM. ‘Trinkwasserbrunnen’ jn deme dirtin velde andirsit des durst burn vbir ein setele liegint vir ackir UrkCorp (WMU) 3307,5

MWB 1 1460,32; Bearbeiter: Diehl

durstebërnde Part.-Adj. ‘durstbringend’ ach klingder bach / für durstebernden smerzen LobGesMar 88,7

MWB 1 1460,35; Bearbeiter: Diehl

durstec Adj. 1 ‘durstig, dürstend’
2 übertr. ‘begierig (nach etw)’
   1 ‘durstig, dürstend’ du wers durstich inde hüngerich MarlbRh 66,16; durstic menschen blutes / als die blut sugende eglen HeslApk 14542; nu merke, kint: / wo du die wolfe durstig sist, da saltu trinken miden Mügeln 66,17. – subst.: den hvngergen aczen, den dvrstëgen trenchen Konr 1,13    2 übertr. ‘begierig (nach etw)’ uns durstich herz steit zuͦ dir offen MarlbRh 12,11; die sint oͮch sælic, der herze unde gedanc hungerick unde durstic ist nach dem himelriche Spec 115,5; mache mich durstig nah geistlichen dingen Seuse 320,5

MWB 1 1460,38; Bearbeiter: Diehl

durstecheit stF. ‘Durst’ hier übertr.: die niht blîbende wesenheit alleine genüeget irre durstender durstekeit Eckh (Pf) 661,25

MWB 1 1460,49; Bearbeiter: Diehl

dürsten swV. ‘dürsten, Durst haben’ 1 unpersönl.
1.1 mit Akk.d.P.
1.2 übertr. ‘Verlangen haben’ mit Akk.d.P. (mit präp. Erg. nâch , ûf , ʒuo , oder Gen.d.S.)
2 mit persönl. Subj.
3 Part. Präs.
   1 unpersönl.    1.1 mit Akk.d.P.: daz ín húngerôta unte dúrsta Will 93,10; mich durste, ir tranctent mich, mich hungerte, ir azetent mich Lucid 141,4; ist iz [das Geschwür] uon heizir vuchte. so durstet den sichen sere SalArz 57,26 u.ö.; Barth 148,3; der des brunnin getrinchit, den gedurstet nimmir mêre Spec 41,15; Jhesus an dem cruͦce ho / sprach ein wort ‘sitio’. / (‘mich dorstet’ also betutet ez sich.) HvNstGZ 2941. – selten mit weiterer Erg.: doch enturste in nach win noch nah wasser PrGeorg 35,21    1.2 übertr. ‘Verlangen haben’ mit Akk.d.P. (mit präp. Erg. nâch, ûf, ʒuo, oder Gen.d.S.): den durstet nicht noch tranke / des bires, wines oder metes, / in durstet wachens und gebetes HeslApk 22104; alsus durste in gotes gebote / sîne sêle gar nâch gote RvEBarl 14999; in dürstet sêre / nâch der lêre / als er von Rôme was gewon Walth 6,32; wol dir, himelfürste, / daz nâch menschen heile / dîn gemüete dürste! KvWLd 1,211; dô durste sînen gedanc / ûf des lebenden brunnen tranc RvEBarl 14987; PassI/II 158,15; ez dürstet mîne sêle gar / zuo dînem lebenden brunnen dar RvEBarl 14995. – in Verbindung mit lâʒen und refl. Akk.: die sich des argen dursten / lazen und des unrechten HeslApk 14078; kuninge vnde vursten / die liezen sich ie tursten / nach dir in der alten e PassI/II 148,49; nach triuwe lat iuch dürsten Frl 7:26,15; Loheng 6876    2 mit persönl. Subj.: diu beschauung der hiligen drinuͤsse, diu ist der sæligen wirtschaft, da hungert niemant, da enduͤrst nieman PrOberalt 94,9; das roß durst und lieff zu dem waßer und sprang darinn Lanc 227,14; wenne kumt der rehte von Prâbant, / nâch dem daz herz uns mit gesihte dürstet Loheng 6120; si túrstet oͮch vil sere an dem crúze der minne Mechth 3: 10,30    3 Part. Präs.: Damaskus der name ist nicht gut, / her spricht zu duze [auf Deutsch] durstende blut / und bezeichent uns den tubel, / [...] / der do menschenblut durstende is Brun 2383; wie enpfenglich und wie túrstende got ist und engegen loͮffende in eime ieglichen oͮgenblicke Tauler 111,13. – subst.: ir scult den hungerigen moͮsen, den dvrstenten trenchen Spec 141,3

MWB 1 1460,52; Bearbeiter: Diehl

durstendec Adj. ‘durstig’ noch süzer dan dem durstendigen ackerman ein kalt ursprinc Frl 3:16,2

MWB 1 1461,33; Bearbeiter: Diehl

durstslange swM. eine Schlangenart: situla haizt ain durstslang. [...] diu ertœtt den menschen in hitz und in durst BdN 281,15

MWB 1 1461,36; Bearbeiter: Diehl

dursttôt Adj. ‘tot durch Durst, verdurstet’ und do er in nu ier brunnen genam und dc si nach waren durst tôt PrSchw 2,88

MWB 1 1461,39; Bearbeiter: Diehl

durwechec Adj. durchwechec

MWB 1 1461,42;

dus Adv. ‘so’ im Mfr. verbreitet, veraltend gegenüber → sus (vgl. AWB 2,797f.): nah dus mislichen gaben / saltu herre nah dinen gnaden / unseme durreme herzin gebin / dinen geistlichen regen Litan 163; wiͤ siͤn ich dich sus [La. dus ] hangen! MarlbRh 25,25. 25,30; dem dinge is rechte nu alsus [Hs. aldus ] Göllh 77; nú hélfe uuír íro sús. sîn dechêine in déro vocatione gentium. dîe dér [La. thus ] êdes uuâren clari ingenio Will 141,9; di giene di herin Henrichen [...] ane taisten, di sulen aldus bezzeren UrkNiederrh 2,235 (a. 1257). 2,236. 2,625 (a. 1300)

MWB 1 1461,43; Bearbeiter: Diehl

dûs stN. auf dem Würfel zwei Augen: numeri tesserorum: unio vel canis: essi. binio: dus SummHeinr 1:356,135; der tiuvel schuof daz würfelspil / [...] / daz esse [die Eins] er hât gemachet dar ûf daz ein Got gewaltec ist. / der himel in sînen handen stât / unt diu erde, dar ûf er daz tûs gemachet hât RvZw 109,5; von zinken, quater unde tûs / hât maniger ein unberâten hûs Renner 11451. 11457; Eracl 2617; Ottok 89525. – übertr. für etw. Kleines/ Geringes: [bei der Bewirtung] dane viel daz esse noch daz tus [ ‘wurde nicht gespart’] / niht an der handelunge StrAmis 2484

MWB 1 1461,55; Bearbeiter: Diehl

duster Adj. s.a. dinster . ‘düster, dunkel’ (aus dem Mnd.): wan so rechte duster is nu de nacht KarlGalie 4637; diͤ sunn’ begund duͦ düster sin, / si deckde wunderlich irn schin MarlbRh 55,15; wers du darinne [im Feuer] düster ind kalt? ebd. 90,27

MWB 1 1462,11; Bearbeiter: Diehl

dusternisse stFN. s.a. dinsternisse . ‘Dunkelheit, Finsternis’ dat licht luchtet in de dosternysse, inde dat licht dat inbegryff der dusternis neit [Io 1,5] Eckh 1:240,10; alsobalde viel in in [den Zauberer Elymas] eyne blodikeit der ougen und eyn duisternisse Apostelgesch 13,11; [der Mensch] liet in vinsternis / leider mit der tusternis / bekummert TvKulm 404; ir vorsten des dusternisses / tut uf uwer helletor HeslNic 3066. – wohl ‘dunkler Schatten, schattenhafte Erscheinung’ daz er [der auferstandene Christus] wer kein tusternis, / er bewiste daz er saz / und mit sinen jungern az / [...] / nach sinem uf erstende TvKulm 4860

MWB 1 1462,16; Bearbeiter: Diehl

duwen swV. ‘jmdn. mit du anreden’ wir sin von ainen liben / bechomen wærlich, / [...] / ich duwe dich wol mit eren WhvÖst 14117

MWB 1 1462,29; Bearbeiter: Diehl

duʒ stM. (vgl. dôʒ ) ‘Klang, Geräusch’ ir wiclît si sungen, / ir herhorn chlungen: / uil michel wart ir duz Rol 5857; NibB 945,2; SHort 6778; mit krache gap der doner duz Parz 104,5. – ‘Rauschen, Fließen’ dô kom er an ein wazzer snel: / daz was von sîme duzze hel Parz 180,22; in des rechten meres dus HvNstAp 6854

MWB 1 1462,32; Bearbeiter: Diehl

duzeln swV. Iterativbildung zu duzen: daz ich fürbaz iemen duzel, / ein semel, einen struzel / næm ich dar umbe niht ze miet Helbl 8,439

MWB 1 1462,39; Bearbeiter: Diehl

duzen swV. auch dutzen. ‘jmdn. mit du anreden’ (sowohl von Höherstehenden gegenüber sozial niedriger Stehenden, als auch unter Gleichrangigen, familiär Vertrauten): mîn jugent unt mîn armuot / sol sölher lôsheit sîn behuot, / daz ich iu duzen biete Parz 749,29; ich mac nu wol duzen dich: / unser rîchtuom nâch gelîchet sich ebd. 814,19; wann er [der Bauer] gevert ein hervart, / so tar nieman getutzzen mer. / sein vreunt dw wernt gepessert ser, / sprechent si nicht ‘her’ sider Teichn 130,7. 130,75. 116,21; daz ir an uns iht brechet mit irtzen nahe sippe, do von schulden / dutzen iwer munt mir solde bieten JTit 1771,3; Ottok 42062; RvEGer 1480; Helbl 8,446

MWB 1 1462,42; Bearbeiter: Diehl