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ABCDEF s.VGHIJKL
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d – dalmut
dam – dancsagen
dancwillen – dannen von
dannen vür – dæren
dâ(r)/ da(r) enbinnen – dâ(r)/ da(r) obe
darre – dast
dâte – deckeschûr
deckevël – dëhsen
dëhsîsen – denclîche
dencliute – derpkuoche
derpteic – diadrogant
dîâken – diehter
diehterîde – dienestbære
dienestbærecheit – dienestman|erbe
dienestmanguot – 2diep
diep- – diernkint
diernlach – dilde
dille – dincphliht
dincphlihte – dingelîn, dingel
1dingen – dirhalp
dirre – distelîn
distelsâme – diupe (?)
diupguot, diubsguot (?) – dôfheit
dôgen, dougen – donerec
donergebirge – dorferlêhen
dorfgebûwære – dorfschaft
dorfsmit – dorneht
dorneht – dörperdiet
dörperecheit – dôʒen
drabeknëht – drangen
drangest – drî
drîancasîne – drîgesæʒe
drîgevar – dringen
drî|nisse – drittelhof
drittestunt – drîzëhen
drîzëhenære – druc
drûch – drüʒʒelstôʒ
du, dû – dumme
dumpfe – duns
dünsel – durchbittern
durchbitzen – durchdœnen
durchdrengen – durchgerne
durchgesiht – durchgründen
durchgrunthaftec – durchkifen
durchkiusche – durchlësen
durchlestern – durchlûʒen
durchmâlen – 1durchrecken
2durchrecken – durchsaffen
durchsagen – durchschrecken
durchschrenzen – durchslac
durchslahen – durchsprëchen
durchspreiten – durchswingen
durchtân – durchverwen
durchvieren, durchwieren – durchvrô
durchvrœnen – durchweichen
durchweidec – durchziln
durchzimbern – dûrliche
durlinc – durstebërnde
durstec – düʒʒec

   dahe - danc    


dahe swF. auch tahe. 1 ‘Lehm, Ton’
2 ‘Scherbe’
   1 ‘Lehm, Ton’ also daz uaz der dahen [wahrscheinlich ungenaue Übers. von vas figuli, vgl. Anm.z.St.] zebrichest du sie PsWindb 2,9; PsTr 2,9; die dâ drænt ûz tahen [ : slahen ] / heven unde krüege Ottok 65698; daz vierd [die vierte Eigenschaft des Feuers] ist, daz ez sterkt oder starch macht, als wir sehen an den waichen vazzen, diu die hafner von tahen oder laime machent BdN 69,11. – im Vergleich: man sold goldes vnd silbers nit mer achten dann als vil [= vegel ‘Kehricht, Abfall’] vnd dahen, da man hefen aus macht Schachzb 70,322    2 ‘Scherbe’ erdorret ist als div dahe [ testa ] div chraft min PsM 21,16. – in der genauen Bed. unklar; Fehlverständnis der zweideutigen lat. Form testis: do gebrennet wart div sitte [l. sîte ] elliv mit dahen, ‘cher vmb’, ze dem rihtar sprach er [der hl. Laurentius] spottende, ‘des libes teil [...] gebraten [...]’ [interl. zu: vritur postquam latus omne testis ( ‘Zeuge’) uerte prefecto loquitur iocando corporis partem laniando coctam ] PsM H 81,6

MWB 1 1179,41; Bearbeiter: Tao

dahenîn Adj. ‘irden’ (vgl. dahe swF.): von ainem chünig, der as aus tächneyn schüsseln Schachzb 70,324

MWB 1 1179,62; Bearbeiter: Tao

dâ hër Adv. 1 räuml.
1.1 demonstr. ‘hierher, heran’
1.2 relativ ‘woher’ (auf den Ursprung bezogen)
2 zeitl. ‘(eine Zeit lang) bis jetzt, bis dahin’
   1 räuml.    1.1 demonstr. ‘hierher, heran’ Ymelot [...] ritit da here mit heris craft Roth 2863; iuch hât rehte gotes haz / dâ her gesendet beide / zallem iuwerm leide. / ir sît uns unwillekomen Iw 6105; du bist ir ainer sunder wan / die Ihesu warent undertan, / sin junger, im gevolget na / da har von Galylea WernhMl 8974    1.2 relativ ‘woher’ (auf den Ursprung bezogen): wanne ein ercebischof [...] von Meinze daz erkoberet an den herren, da die lehen her rurent UrkCorp (WMU) 1919A,25    2 zeitl. ‘(eine Zeit lang) bis jetzt, bis dahin’ ich hân sô vil dâ her geklaget, / daz ez versmâht den kinden MF:Reinm 45: 5,3; / ich hân vertriben / die mînen besten zît daher von einem kinde, / got weiz wol, nit wan in der lieben dienste gar SM:Te 2: 1,2; er wande im soͤlt an im gelingen / nach siner gewonhait als da har WernhMl 6887

MWB 1 1180,1; Bearbeiter: Plate

dahs stM. ‘Dachs’ daxus ze latein haizt ain dachs und ist wol in der grœz sam ain fuchs BdN 133,27; Reinhart Krimeln zv im nam, / einen dachs, der im zv staten qvam ReinFu K,1114; wenne der dachs ain hol hât gemacht, sô kümt der fuhs dar ein gegangen und læzt im seinen mist dar ein. daz gestank hazzet der dachs gar sêr und kümt nümmer in daz hol BdN 163,21; WernhMl 3684. – in med. Kontext: wil dû ein vil guot salben machen zaller slahte wunden [...], sô nim chazensmer unde eines dahses smer Barth 143,11. – mit Bezug auf die Eigenschaften und das Verhalten des Dachses, meist in Vergleichen: er was kündic als ein tahs StrAmis 1264; ein vuhs mit eime dahse streit / umbe ir zweir einvaltikeit [ ‘Einfalt, schlichter Sinn’, synonym zu triuwe V. 11 (vgl. Anm.z.St.)] . / [...] swelch ir dem andern dâ vertruoc [nachgab] , / daz hete ouch arger list genuoc KLD:Alex 2:14,1; stant ûf und slîch gar lîse, / stille swîgende als ein dachs HvFreibTr 5927. 5907; disiu michel gift [gemeint: die Gier nach irdischen Gütern] [...] gêt bî uns rehte als ein dahs / der slîchet durch einen nazzen flahs, / und als ein glîzender stelliô [Sterneidechse, Gecko] / des zuokunft selten ieman wirt frô Renner 13245; jener snûdet als ein dahs ebd. 366; ir keiner dar in [in die Minneburg] zuhet, / reht als der dahs daz fluhet, / da der fuhs geharnet hat Minneb 3730; reht als der hunt den hasen hast / [...] und der dahs den fuhs vil swer / haßt von natur sachen / und [...], / reht also wert ir, Mynne, / von widerwertigem synne / von in [bösen Aufpassern und hinterlistigen Verrätern] gehaßet swinde ebd. 3770. – als Schimpfwort: [betrogener Ehemann zu dem in der Fischreuse gefangenen Pfaffen] kunt ir in riusen suochen / vische, ir vil veiger dahs? HvPforzen 289

MWB 1 1180,19; Bearbeiter: Tao

dahsboum stM. ‘Eibe’ (Taxus baccata, vgl. Marzell 4,655): von dem dachspaum [Überschrift] . taxus oder daxus haizt ain dachspaum. der ist vergiftig BdN 349,20

MWB 1 1180,55; Bearbeiter: Tao

dahsloch stN. ‘Dachsbau’ zv siner bvrc er [Fuchs Reinhart] do reit, / daz was ein schonez dachsloch, / dar vlvhet sin geslechte noch ReinFu K,1165

MWB 1 1180,59; Bearbeiter: Tao

dâht stF. ‘das Denken, Gedanke’ des ist mîn dâht vil manecvalt, / wie ich wider verdiene ir minne UvTürhTr 1774

MWB 1 1180,62; Bearbeiter: Tao

dæhtec Adj. ‘nachdenklich, besonnen’ melancolicus / hat vil tadel. adel / doch ich sagen muß / von im: er ist dechtig unde wise Mügeln 332,4

MWB 1 1181,1; Bearbeiter: Tao

dalmaticâ stF. , dalmanke swF. auch dalmadia. ‘Dalmatika’ – als liturgisches Gewand: dalmatica: dalmadia SummHeinr 2:11,259; wenne er [d.i. dyacon ] die dalmaticam treit Lucid 93,6; die leitern [Vertikalstreifen (clavi)] , die an der dalmatica sint ebd. 93,8. 93,10; colobium hiez ein gewant / daz man ê zer messe truoc, / daz dûhte in widerzæme gnuoc, / wand ez der arme dahte niht. / dâ von gebôt er [Papst Silvester] , [...] daz vür daz wandelbære kleit, / würde ein anderz an geleit, / daz ist genant dalmaticâ; / ez wirt ze Rôme und anderswâ / vor gotes alter noch getragen KvWSilv 627; [Die Reliquie, die die rîchen liute vom hl. Gregorius bekamen und anfangs als nicht wertvoll verschmähten, war] ein dalmanken stucke [...]: / Iohannis ewangeliste, / der hete sie vor des getragen Pass III 208,86. – als weltliches, festliches Gewand: und einer rîchen frowen gewant, / [...]. / ez was vile lobesam: / ein pheller dalmaticâ. / in hete diu kunegin Êcubâ / ane, sô si die krône trûch En 793

MWB 1 1181,4; Bearbeiter: Tao

dalmut stM. talmut

MWB 1 1181,25;

dam stM. oder stN. ‘Verdammnis’ (?): [der böse Priester] irhing sich an ein seil: / allen sinen volgern sit / enpoten hat er al da mit / immer werndes dammes strik TvKulm 3877

MWB 1 1181,26; Bearbeiter: Tao

dâme, damme swM. aus lat. dāma, damma (Kluge, S. 178). – Bezeichnung für rehartige Tiere ‘Damhirsch; Hirschkalb; Reh’ u.ä.: damma, dammula: hintcalb, damo SummHeinr 2:258,110; so snel [...] alse Asael, der mit sinem loufe die damen [ caprea, vgl. II Sm 2,18 und Hamm, Lucid., S. 525] fúr lief Lucid 146,12; von den dammen [Überschrift] . damula ist ain tier, daz möht man ze däutsch haizen ain scheuhhant, dâ von, daz ez von der hant fleucht. [...] die dammen sint unstreithaft. [...] daz tier lauft in Engellant und ist niht vil anders an der grœze und an der gestalt danne ain rêch BdN 133,2

MWB 1 1181,30; Bearbeiter: Tao

dâmeltier stN. ‘Damhirsch; Reh; Ziege’ u.ä. (vgl. dâme): dammula: damiltier, quod de manu fugiat SummHeinr 1:142,382; damula: dameltier oder wilde geis VocClos Da20

MWB 1 1181,43; Bearbeiter: Tao

damnen swV. ‘(jmdn.) verurteilen, verdammen’ got wil die werlt uz sundern / und wil sine irkornen / uz den vorlornen / mit rechten urteilen kiesen / und die selben sich vorliesen, / mit rechten urteilen damnen HeslApk 19549. 10776; got dampnet recht und redelich, / alleyn der vertumte nicht se / nach [= noch ] dunke daz im recht gesche Hiob 4110; daz du [Hiob] in [den Gerechten] dampnes durch dyn swil [vgl. Iob 34,17] ebd. 12840

MWB 1 1181,47; Bearbeiter: Tao

damnisse stF. 1 ‘Verdammnis’
2 ‘Unheil, Verhängnis’
   1 ‘Verdammnis’ diser vier tugende gebot / entwanten in die geiste, / des gestatte der meiste [Gott] / durch vorsuchen der irkornen / und durch damnis der vorlornen HeslApk 12442; daz wazzer, dâ vil maniger [Ungarn (als Feinde des Christentums)] inne ertranc, / die nû diu êwic dampnüsse mit ir dinset Loheng 2846    2 ‘Unheil, Verhängnis’ Policrates [...], / den nie betrubte damnis / und also selig was, / das gar nach sinem mute / zu gute im quamen alle ding Mügeln 358,3

MWB 1 1181,57; Bearbeiter: Tao

damnunge stF. ‘Verdammnis’ die israhelische diet / bewainte er vil haizze, / daz si Abrahames gehaizze / also solten verliesen / vn̄ ewige damnunge erkiesen Wernh A 3292

MWB 1 1182,3; Bearbeiter: Tao

damoisêl stM. ‘junger Adeliger’ (aus afrz. damoisel, mnl. damoyseel): der kvnec von Riel / der ne worte [= vuorte ] decheinen damoysel, / sunder alliz alde lute Erz 8r,3 (vgl. Anm.z.St.; Nellmann, ZfdPh 125 (2006), S. 112-115)

MWB 1 1182,7; Bearbeiter: Gärtner

damoisêle stF. ‘(junge) Dame’ (aus afrz. damoisele): er hiu unde sprancte / und lie hin gân punieren, / punierende crôieren: / ’schevalier damoysêle! [Auf! Ritter der Dame!] / ma blunde Îsôt, ma bêle!’ Tr 9165

MWB 1 1182,12; Bearbeiter: Gärtner

dampf stM. 1 ‘Dampf, Ausdünstung, Dunst, Rauch’
1.1 als Naturerscheinung, Folge von Hitzeeinwirkung, Verbrennungsprozessen
1.2 ausgehend von Menschen, Blut, Pferden, Drachen, Teufeln usw.
1.3 in med. Zusammenhang
2 übertr. ‘Bedrängnis, Not, Pein’
   1 ‘Dampf, Ausdünstung, Dunst, Rauch’    1.1 als Naturerscheinung, Folge von Hitzeeinwirkung, Verbrennungsprozessen: dû êwiger sunneschîn, [...] daz dû uns ûf zuo dir zügest mit dîner hitze, alsô disiu sunne ûf ziuhet der erde tamph unde lûtert in ze klârem lufte DvASchr 342,10; wo das die luft enkan / ir süßes strouwen hin und dan, / da sit man sunder früchte stan / oft manchen zwig von damphes art Mügeln 197,8; unde wirf in [Hasen] in einen haven unde vermach den haven oben mit leime, daz der tamph ninder ouz nemeg Barth 149,3; die versamenunge der krúter macht diser priester und enzúnt die und machet dannan ab einen tampf Tauler 166,22; PrSchw 2,119; [Feuerprobe als Gottesurteil:] sus stunt ich in dem dampfe / wol ein halbe stunde / ane aller serde wunde Vät 8772. 8800; daz si [die weltzugewandten Seelen] an [= âne ] ir willen lîden muͦzen den tampf der aller niderôsten hellegruͦbe TrudHL 113,14; ErzIII 6,103 (La.); Tund 1214; nû was der rouch und der tamph, / der dâ gie von dem âs, / daz in der erden verbrunnen was, / sô gar unmæzic und sô grôz, / daz [...] Ottok 49250. 49043    1.2 ausgehend von Menschen, Blut, Pferden, Drachen, Teufeln usw.: ûz der platten [Glatze] im [dem zornigen Abt] brach / und ûz dem hirne ouch / ein tamph und ein rouch / als ûz einer kolgruoben Ottok 36045; sin lib wart aller alse heiz, / daz ein damp unde ouch ein sweiz / durch alle sine cleider dranc Elis 8521. 8534; dâ wart ein strît vil herte / und ein gar engestlicher kampf, / dâ wuohs ein griuwelicher tampf, / der von dem heizen bluote rouch KvWTroj 12270; GTroj 2642; dâ wart gestôzen vil manic stôz, / der tampf was von den orssen grôz UvLFrd 88,26; KvWTroj 3970; GTroj 5890; er [der Drache] vuorte mit im an den kampf / beidiu rouch unde tampf Tr 9018. 9441; KvWSilv 705; [die Seele im Kampf gegen den Teufel] sal sich imme campfe / bewaren vor deme dampfe, / daz ir des vleisches bradem / bedempfe nicht den adem HeslApk 4908; MügelnKranz 693    1.3 in med. Zusammenhang: swenne di vmmacht ist uon hitze oder uon dampfe, so sal man deme ummechtigen gebin [...] SalArz 47,15; ez [ wermuot ] ist guot [...] für des hauptes siehtum, der von pœsem dunst und von pœsem dampf kümt BdN 381,3; wer [im Traum] sich durch enge löcher wint / und wirt gedruckt in slafe sunder güfte, / dem mensch die ror versperret sint / von damphes art, mit den er züt die lüfte Mügeln 52,10    2 übertr. ‘Bedrängnis, Not, Pein’ Philippus der herre gut / leit durch got diesen camp / vnde den bitterlichen damp / der in betwanc so daz er starb PassI/II 282,13; Pass III 680,77; der tuvel sere mit im ranc, / des wart dicke sine gedanc / beweget zu der unvlat. / [...] do er geleit disen dampf / volleclichen nun jar [...] Vät 16732 u.ö.; als er [der Anführer des Heeres der Laster] die rede vol gesprach, / ein wunder grôz dô geschach: / daz her sich zuo einander krampf / in einem engstlîchen tampf Helbl 7,1066; daz uff todes tampf / üch all hie wurd geben kampff GTroj 21035; mitt röbe und mit furie [= fiure ] / stift der ungehüre / dem kaysser jemerlichen tampff ebd. 3357; zcwivils damph von in [den Gläubigen] vortreib / warer syn Cranc Vorr. 6. – übertr. für ‘Askese’ mit manigerhande dampfe / derret er [der hl. Antonius im Kampf gegen den Teufel] des vleisches gruse Vät 834

MWB 1 1182,17; Bearbeiter: Tao

dampfe swM. ‘Heiserkeit, Erkrankung der Luftröhre’ brancus morbus: dampho, dempho SummHeinr 2:201,03.4; swer den dampfen habe uon einer vuchte, der sal si [die Arznei diamargariton ] des nachtes in dem munde haben, daz si zege vnde in in rinne SalArz 105,51; dyacitoniten ist ein lectuarie vnde ist gut [...] fur den husten vnde fur den damphen ebd. 108,27

MWB 1 1183,22; Bearbeiter: Tao

dampfen swV. s.a. dempfen. ‘rauchen, qualmen’, hier subst. in bildl. Gebrauch: totlicher sunden dampen / blendet im der ougen liecht Daniel 6770

MWB 1 1183,30; Bearbeiter: Tao

dampflich Adj. in der Verbindung dampflicher schîn als Umschreibung für dampf ‘(erstickender) Rauch, Qualm’ von füre er [Paris] tampflichen schin / tett in allen [den Räubern in der Höhle] unde roch GTroj 8088

MWB 1 1183,34; Bearbeiter: Tao

damwilt stN. oder stM. ‘Damwild’ sunst mag er vnd sein erben clains wild vnd gegaitfogeln [ gejeit-vogele, ‘jagdbarer Vogel’] oder andrn̄ [l. anderez?] damwild jagen UrkCorp (WMU) 2299,20

MWB 1 1183,39; Bearbeiter: Tao

dan abe, dannen abe Pron.-Adv. dannen Adv. und abe Präp.

MWB 1 1183,43;

danc stM. sw. nur PrLpz (L) (s. 1); Pl. denke Elis 4458, denk (apok.) GrAlex 6074. 1 ‘Gedanke’ ;
2 ‘Wille, Absicht, Wunsch’
2.1 als adv. Gen. dankes ‘freiwillig, absichtlich, mutwillig, willkürlich’
2.1.1 ohne Attr.
2.1.2 mit Poss.-Pron. und / oder eigen
2.2 in Präp.-Gefügen, außer nach ze / zuo meist mit Poss.-Pron.
2.2.1 mit âne, sunder
2.2.2 mit in , bereits zum Adverb erstarrt, s. unter → endanc ; vgl. aber noch, falls hierher gehörig
2.2.3 mit mit
2.2.4 mit über, under, wider ‘gegen’ .
2.2.5 mit ze , stets ohne Poss.-Pron.; Verständnis i.S. von ‘Dankbarkeit’ (s. unter 4 ) ist in einigen Fällen möglich, aber unwahrscheinlich; zur jüngeren Umdeutung vgl. 2 DWB 6,215
3 ‘Anerkennung, Lob, Ruhm’ für etw. (Gen., Obj.-Satz) (vgl. danken 4 )
4 ‘Dank: Dankesbezeugung (in Worten oder Gesten), Dankbarkeit, Dankeslohn, -gabe’
4.1 allg.
4.2 mit bestimmten Verben
4.2.1 haben
4.2.2 jmdm. sagen (für etw.), mit Dat.d.P. (und Gen.d.S., auch Präp.-Gefüge mit durch )
4.2.3 tuon , ‘vergelten’ , iron.
4.2.4 vinden
4.2.5 wizzen
   1 ‘Gedanke’; Sg.: daz sehst jâr wart sô kranc, / daz der herr hêt mangen danc, / wie er di liut nerte EnikWchr 6086; wen mechte er nicht trenchen [betrunken machen] , / so er solich lotter tranch [gemeint: verführerische Trugbilder] / einem geit in den danch? HvBurg 3430; ze Alexandrie so enhabe ich keinen danc [daran verschwende ich keinen Gedanken] Tannh 5,11; (hierher oder zu 2.2.5?:) do was deme helede wal zo danche [war er zuversichtlich (vgl. Rückert, Roth. z. St.)] Roth 2640. – Pl.: aller der sunden, die ich ie getet an danchen, an worten, an werken WessobrGlBII 37; sin herze begunde wanken / von manicfalden danken, / waz er tun wolde Herb 11450; daz sie nicht durfe wanken / vor zwivelichen danken HeslApk 17352; do der herr in dangken lag HvNstAp 37; ein igelich sech sich selben an, vnd niht alleine die werk inbuͦzen, suͦnder uͦch die danken vnd die gerunge PrLpz(L) 54,21; da zu der werde schenke / Ruͦdolf sine denke / druweliche legete, / wie daz er si gedegete / [...], / der frouwen ungemude Elis 4458; GrAlex 6074.    2 ‘Wille, Absicht, Wunsch’ daz beste uf gotis danc [das sei Gottes Willen vorbehalten] Daniel 4777; vgl. auch dancwillen Adv. – sonst nur als adv. Gen. oder in adv. Präp.-Gefügen:    2.1 als adv. Gen. dankes ‘freiwillig, absichtlich, mutwillig, willkürlich’    2.1.1 ohne Attr.: duo si danches newolten chomen, ir sculde sich ergeben, / duo was iz ime leit Gen 377; die tîefil, die danches veruîelin vnde do gezwivelôtin Spec 8,25. 63,14; is komit dicke vuele [= übele ] , / daz man dankes not besta Elmend A 733; ob diu künegîn dankes wære / mit Falerîne entrunnen, / sô daz sium wolte gunnen / ir süezer minne unerwert UvZLanz 7384; und swer ouch dankes missetuo, / daz man dem erbolgen sî Iw 2736; Wig 10460; Eracl 162. dankes oder undankes: der reht sint noch driu. / durch not erliden wir diu, / undanches ode danches [...] : / wir wurden eines geborn, / wir muozzen andirstunt vervaren, / wir muozzen drittenstunt erstan VRechte 526; swie ich gesvntet han, wizzente oder vnwizzente, danches oder vndanches Spec 3,5; ez wêre dankis oder undankis, er starb iedoch PrMd(J) 342,16; wir muͤssent zuͦ kore gon und singen und lesen, es si danckes oder undanckes Tauler 59,11    2.1.2 mit Poss.-Pron. und / oder eigen: sô daz er niene gepflac / dehein zît sînes dankes / weder âzes noch trankes UvZLanz 3685; Ägidius 916; ich enweiz warumbe si daz tuont [...] unt ir dankes wellent / die sêle versenchen Wernh 5614. wie redilîche unsir herre dar zû quam, daz er den tôt leit nicht ungerne, sundir sînis eigin dankis PrMd(J) 342,13; weme der vater den geist geit, dem git in auch der sun; dem in der sun git, dem git in auch der vater. er chuͤmet auch eigens danches PrOberalt 110,38    2.2 in Präp.-Gefügen, außer nach ze / zuo meist mit Poss.-Pron.    2.2.1 mit âne, sunder: an iren danc viel sie dar nieder Roth 913; ich mvste an minen danc / gedenken an ir minne Herb 17653; dv hast mir gedienet ane danc [gegen meinen Willen] ReinFu K,155; wiez âne danc [ohne Absicht] geschæhe / daz du den wîn vergüzze Parz 153,30; daz er mit der frouwen ranc / nâch sînem willen ân ir danc ebd. 525,22; liet ein man bi einimi wiebisnamin an urin danc undi widir urin willin Mühlh 107,6. ich enhân niht wan ein schouwen / von ir und den gruoz, / den si teilen muoz / al der welte sunder danc MF:Mor 2: 3,8; vielet ir sunder iuwern danc? / michn triege danne mîn wân, / ir habet ez gerne getân Iw 2594; SM:Tu 6:5,3    2.2.2 mit in, bereits zum Adverb erstarrt, s. unter → endanc ; vgl. aber noch, falls hierher gehörig: Josebe wurten si [der Bäcker und der Mundschenk] bevolehen, er nelie si nieht swellen; / er gab in maz unde tranch, er dienôte in gotes danch [in Gottes Willen, wie es Gottes Wille war] Gen 1932    2.2.3 mit mit: ez geschach niht sunder danc: / ez ergie mit danke Neidh WL 31:5,7; ist es mit euerm danche / oder von schulden geschechen, / das sult ir alles verjechen HvBurg 638. 6082    2.2.4 mit über, under, wider ‘gegen’. daz geschach vber iren danc ReinFu K,1385; einer juncvrouwen si dâ pflâgen / leider über ir willen. / [...] sus wolden si über ir danc / ir willen mit ir gehabet hân Wig 2074. 2446. 3272; wider seinen willen uber seinen dankch HvBurg 2304; er muste paytten uber danck, / in daucht di zeit unmassen lanck HvNstAp 5921. daz ir da zênir werelt ieht beduûngenlîche ûntir iwern danc muͦzzit wͦffin Spec 44,19; doch kom er under ir danc / vor in ûf die burc geriten UvZLanz 1508; daz er under sînen danc / muoste widerkêren Ottok 5958; Märt 6902. 6904. daz gar wider minen dank / die untugent meret sich HvNstGZ 210    2.2.5 mit ze, stets ohne Poss.-Pron.; Verständnis i.S. von ‘Dankbarkeit’ (s. unter 4 ) ist in einigen Fällen möglich, aber unwahrscheinlich; zur jüngeren Umdeutung vgl. 2DWB 6,215: – jmdm. etw. ze danke tun ‘zu jmds. Zufriedenheit, Gefallen, nach Wunsch’ er phlac ir zv danke / mit ezzen vnde mit tranke Herb 14589. 7839. 8132; ich gediene iu wol ze danke an ir Tr 7873; HvNstAp 11271; von diu sô seht hie selbe zuo, / waz ich gespreche oder getuo, / ob ich ez iu mit eide / ze danke bescheide Tr 15704; wer kan nû ze danke singen? / der ist trûric, der ist vrô: / wer kan daz zesamne bringen? Walth 110,27. – etw. ist jmdm. ze danke ‘lieb, recht, passend’ du salt hie silue wirt sin, / wandiz mir zo danke is, / daz du minis gotis [= guotes ] gerochis Roth 985; ich bin ein Vranke. / ez ist mir wol ze danke, / daz ich iuwer sprâche [Deutsch (statt Griechisch)] hân vernomen StrAmis 1636; solte mir daz leit sin? es solte mir wunderlich zuͦ dancke sin Tauler 18,10. 59,35; wær si nicht so lobeliche, / si wær ze danke an daz bette mir SM:Had 35: 4,2. dâ von muoz ich ze danke [willig, gerne] nemen / ein lôn, daz mir der meister gît Winsb 67,9; RvEWchr 17367    3 ‘Anerkennung, Lob, Ruhm’ für etw. (Gen., Obj.-Satz) (vgl. danken 4) vor allem in den Wendungen jmdm. ~ sagen ‘ihn loben, preisen’ und habe ~ ‘sei gelobt, gepriesen’ er saget in gnâde unde danc, / daz in sô ofte wol gelanc. / swer gerne vrümeclîchen tuot, / der dem gnâdet, daz ist guot Iw 3075; die sageten im des prîses danc, / den er het aldâ bezalt Parz 45,12; dô sageter Parzivâle danc / prîses des erwarp sîn hant / an dem von Kukûmerlant: got lôn dir ebd. 156,12. si [...] sanch Magnificat. / si sagete unde sanch gote gnade unde danch AvaLJ 10,2. so singe wir zwire / alleluja, daz frosanch, wir sagen got gnade unde danch, / wir loben gotes ere mit libe unde mit sele AvaJG 29,5. swer danne jage daz beste, des sol er haben danc NibB 931,3; Gunther, ritter edele, des schuzzes habe danc ebd. 461,2; habe danc menlicher dat GrRud B 6; dîn [Reimars] sêle müeze wol gevarn, und habe dîn zunge danc Walth 83,13; ir êre ist niender kranc, / dest an ir güete schîn. / des habe ir wîplich leben danc KLD:Rub 3:3,6; hab er dank, / der lât dur got lîb unde guot! / lobes ist er wert, wer alsô tuot Boner 85,10    4 ‘Dank: Dankesbezeugung (in Worten oder Gesten), Dankbarkeit, Dankeslohn, -gabe’    4.1 allg.: nv lerne och da bye, / daz ez dir al zu danke sye, / swaz dir ieman gibet sines gutes. / danke im froliches mutes. / daz saltu tun obir lut / [...] doch in ist di gabe nicht so vergulden. / gutes willen danke mit worten, / wider gift sal man gabe warten Elmend A 486; nu sprich waz du mir biedis [...] ich wise dich uf den scaz min / des nim dir trut geselle / swe uile du willis / [...] ich ne uersume dich minis dankis nich Roth 3089; dank oder lon oder gunst oder wider als vil geton Tauler 186,9. – besonders vom Lohn für Minnedienst: dâvon râte nicht ze spâte, minne, mir, / wan ich kranke nâch ir danke: / füege, [...] daz ich vinde trôst an ir SM:Wi 3: 2,12; nûst ir danc / al ze kranc. / dest mîn klage / alle tage KLD:UvL 21: 5,9; diu liet ich ûf dem wege sanc / von mîner vrowen âne danc. / daz kom dâ von: der bote mîn / was ze verte; des moht niht sîn, / daz ichs iht sande ir bî im UvLFrd 131,30; ir lop daz wil ich trîben / gerne und dienen umbe ir danc [...] âne danc / singe ich der vil lieben diech dâ meine KLD:KvK 5:5,9.12    4.2 mit bestimmten Verben    4.2.1 ~ haben: her bat sie grozen danc haven Roth 2842; der rabe wolde nemen dan / den kese, er wandes haben danc ReinFu K,277; (iron.:) ir fürspan wart sô vertân / daz es mîn tôrheit danc sol hân Parz 270,4. habe ~ : nv habe danc ReinFu K,1667; here got nu haue danc / waz du genaden hast getan / zu mir uil sundigin man Roth 4775; der kaiser sprach: Oliuir, / uile wole getruwe ich dir. / nu habe michelen danc, / siz widere an dinen banc Rol 1322    4.2.2 jmdm. ~ sagen (für etw.), mit Dat.d.P. (und Gen.d.S., auch Präp.-Gefüge mit durch): des [ guoter gâchspîse ] saget er ir gnâde und danc Iw 1223; ern sagtes [ sîner helfe ] im danc noch undanc ebd. 5404; si neig in unde sagte in danc Parz 780,4; er seite ouch sîme knehte danc / des râtes und der helfe HBirne 412; lebte noch Elêne / von Kriechen, si seit im ir danc / durch sîn adellichez dœnen, daz dâ klinget hôhe enbor KvWLd 32,293. – mit Dat.d.S.: swaz wir liebis vnde meistis / uon gote uernumen vnde gescriben habin, / des muge wir allir meist danc sagen / dines selbis [Gregors des Großen] gnedicheite / unde des herren [Hieronymus] arbeite Litan 733; wie rehte tobelîche er ûz dem bluote spranc! / sîner snelheite er mohte sagen danc NibB 2050,2; ich wil des mînen ougen / sagen danc, / daz sî si vunden alsô guot MF:Wolfr 8: 6,2. – übertr.: swie harte sô in durste, der helt doch niene tranc, / ê daz der künic getrunke; des sagt er im vil bœsen danc [vergalt es ihm übel] NibB 978,4    4.2.3 ~ tuon, ‘vergelten’, iron.: er tete Daclyme danch / unde frumit manegen swertslach VAlex 1309    4.2.4 ~ vinden: ich bin beliben / alsô daher, daz ich von ir nit dankes vinde SM:Te 2: 1,6    4.2.5 ~ wizzen: got inphie daz lamp unt wesse im es michelen danch Gen 616; ich waiz im disez ezzens danc ReinFu K,487; dune darft mir wizzen keinen danc, / swaz dir mîn dienst hie zêren tuot Parz 68,4; hôhen muot ich von dir hân; / des weiz ich niemen mêre danc KLD:UvL 1: 4,2

MWB 1 1183,45; Bearbeiter: Plate