dëheme
stswM.
auch dime/deime, dehtem/dehtum; bair. auch techel
(zur großen Varianz an Schreibformen und für weitere Belege vgl. DRW 2,746 und
2DWB 6,551).
Schweinezehnt (aus lat. decuma/ decima)
1
‘Abgabe für die Schweinemast in Eichen- und Buchenwäldern’
2
‘Recht, die Schweinemastabgabe zu erheben’
3
‘Schweinemast’
4
‘Zeit der Schweinemast’
1
‘Abgabe für die Schweinemast in Eichen- und Buchenwäldern’
de porcis [...] nullum dabunt pretium sive deheme
UrkWürtt
9,411
(a. 1291 kopial);
UrkCorp (WMU)
55,2;
swan auch âs wirt von akcherram in dem mitterholtz so sol man dem hertzogen
den techel geben von dem swein einen pfenning UrbBayS
4,100
2
‘Recht, die Schweinemastabgabe zu erheben’
ego [...] Eigelbertus episcopus
[...] tribuens ei [...]
tehemen in possessionibus suis UrkMichelf
25,104
(a. 1140/46);
waz der furgenante J. odir sin aldern [...] hatten in
dem dorfe zu Bessingen an gerichte an lude an deimen DRW
2,748
(Hs. ArchDarmstadt; a. 1343)
3
‘Schweinemast’
pastum porcorum quod dyme nuncupatur DRW
2,748
(Hs. Univ.-Bibl. Heidelb.; a. 1268)
4
‘Zeit der Schweinemast’
swann avch der techel wirt, so geit man ie von dem swein einen phenning
UrbBayS
4,47
MWB 1 1249,63; Bearbeiterin: Baumgarte
dëhemswîn
stN.
‘zur Eichelmast in den Wald getriebenes Schwein’ (vgl. DRW
2,750):
hii sunt porci, qui dicuntur techswein UrbSteierm
107
MWB 1 1250,22; Bearbeiterin: Baumgarte
dëhse
swF. , dëhsel
swF.
1
‘Queraxt, -beil’
2 möglicherweise ‘Spinnrocken’ (Lexer 1,416 und vgl.
dëhsen ) oder ‘Fichtenzweig, Fichtenbesen’
(Schmeller, BWB 1,482. 484 und vgl. samdehse ), swF.
1
‘Queraxt, -beil’
in der acches unde der dehselen hinewurfen si [interl. zu in
securi et ascia dejecerunt eam
]
PsTr
Ps 73,7
(= Vulg. 73,6);
ascia: dehsela Volucr(W)
350;
ascella: dehse ebd.
351;
ascia: dehsele VocBV287
3:678,21;
SummHeinr
1:250,284
2
möglicherweise ‘Spinnrocken’ (Lexer 1,416 und vgl.
dëhsen) oder ‘Fichtenzweig, Fichtenbesen’
(Schmeller, BWB 1,482. 484 und vgl. samdehse), swF.:
daz ein wib ein chalb rit, / daz wæren wunderliche sit, / ode rit vf einer
dehsen, / ode vf einem hvspesem / nach salze ze Halle fure Aberglaube
15
(vgl. dëhselrite)
MWB 1 1250,25; Bearbeiterin: Baumgarte
dëhselrite
swF.
‘Hexe’ (der berittene Stecken wird als Beil, Spinnrocken oder
Fichtenzweig bzw. -besen gedeutet, vgl. zusammenfassend BMZ 2,1:744b,51):
dû vil bœse dehselrit! Helbl
1,1196
MWB 1 1250,37; Bearbeiterin: Baumgarte
dëhsen
stV. (IV)
‘Flachs schwingen’ (die holzigen Teile aus dem gebrochenen
Flachs herausschlagen):
sî saz eins tages unde dahs, / dô viel ein wênigez vlahs / in die gluot
BFrau
311;
dô hôrte ich eine swingen: wan si dahs / wan si dahs, si dahs,
si dahs KLD:GvN
41: 1,5
u.ö.;
der werch in der stat swinget, blúwet oder tichset, der git oͮch an die
stat drige schillinge UrkThurgau
4,574
(a. 1331);
Iw
6203;
Helmbr
1360
MWB 1 1250,41; Bearbeiterin: Baumgarte
dëhsîsen
stN.
‘Eisen zum Schwingen des Flachses’
sî [...] sluoc mir eine wunden wît / mit dem dehsîsen
BFrau
325;
VocBV926
3:627,14;
SummHeinr
2:309,03.9
MWB 1 1250,50; Bearbeiterin: Baumgarte
dëhsschît
stN.
‘Flachsschwinge’
daz gehilze guldîn, starc und wît. / ze Nördelingen kein
dehsschît / hât da niemen alsô breit Wh
295,16
MWB 1 1250,54; Bearbeiterin: Baumgarte
dehtem, dehtum
M.
→
dëheme
MWB 1 1250,57;
deime
M.
→
dëheme
MWB 1 1250,58;
deisch
stM.
‘Mist’
fimus id est letamen, deisc vel stercus SummHeinr
2:303,170;
fimus: miste vel teische VocBV138c
67
MWB 1 1250,59; Bearbeiterin: Baumgarte
deise
swF.
‘Gitter, Rost’
suspensiua: dese, scilicet cratis super ignem VocClos
Su122
MWB 1 1250,62; Bearbeiterin: Baumgarte
deisme
swstM.
‘Sauerteig’
nym eygirschalen, wol gestossen, unde rockyn deyssym
Albrant
3,5.
– meist bildl.:
alle sin [des Abtes] lerunge si ein deisme dez
gotelinchen rechtis [
fermentum divinae
iustitiae
]
BrHoh
2;
daz rîche der himele ist glîch eime deismen EvBeh
Mt 13,33;
hutet uch vor deme deysme der glissenere EvBerl
113,7;
SummHeinr
1:336,318
MWB 1 1251,1; Bearbeiter: Diehl
deismen
swV.
‘etw. säuern, mit Sauerteig versehen’
ir [...] opphert vru uwer oppher, dri tage uwern
zenden, und heiliget lob von gedeysemten [
de
fermentato
] und heizet daz ein willigis oppher Cranc
Am 4,5
MWB 1 1251,9; Bearbeiter: Diehl
deiswâr
Interj.
→
wâr
Adj.
MWB 1 1251,14;
deklînen
swV.
‘deklinieren’
waren si dem chinde holt, / alle die schulære: /
[...] / decleinen, singen unt lesen / lerten siz
Jüdel
54;
swer schuolern nu wil wol declîne, / der sende mit in nâch guotem wîne / und
lêre si denne ein argument Renner
17567;
PsWindb
118,87 (Randgl.)
MWB 1 1251,15; Bearbeiter: Diehl
delfîn
stM.
→
talfîn
MWB 1 1251,21;
dëlfîn
stM.
1
‘Delfin’ (vgl. 2 ein (nicht identifizierbares) Meerwunder (vgl.
1
‘Delfin’ (vgl.
BdN
250,22ff.
):
ain merswein [...] haizt mit ainem
andern namen delphîn BdN
142,1;
delphinus ist ain visch, der haizt delphin. iedoch ist er
niht daz merwunder delphin ebd.
250,23
u.ö.;
ein visch der heizet delfîn, / der hiez si für sich viere / dâ komen harte
schiere KvWTroj
14024;
Krone
11599
2
ein (nicht identifizierbares) Meerwunder (vgl.
BdN
235,15ff.
):
delphinus haizt ain delphin. daz mertier hât kainen munt an
der stat, dâ in andreu tier habent BdN
235,16;
ist aber, daz der mensch des delphins niht izzt, sô tragent
si in auz dem wazzer an daz lant und beschirment in vor andern mertiern ebd.
236,1
MWB 1 1251,22; Bearbeiter: Diehl
delfînette
stF.
→
talfînette
MWB 1 1251,36;
delit
Subst.
‘Freude, Vergnügen’ (aus afrz. delit):
uch sael van mir noch groes delit / ind vele leves gescheyn KarlGalie
4812
MWB 1 1251,37; Bearbeiter: Diehl
dëmere
stF.
‘Dämmerung’
nâch werkis amte / gemach dî heidin hattin, / dise
[...] intslâfin wârn / gar intnumen allin vârn, / want
iz was in der demere NvJer
17013.
19167
MWB 1 1251,40; Bearbeiter: Diehl
dëmerunge
stF.
‘Dämmerung’
in einre demerunge geschach, / dâ man ûfgên dî sternen sach, / an einer
âbentstunden NvJer
26846.
5854.
22469.
–
‘Dunkelheit, Finsternis’
des obindis durchgrub ich dy want mit mynir hant. und in der demerunge
[
in caligine
] ging ich uz Cranc
Ez 12,7
MWB 1 1251,44; Bearbeiter: Diehl
demon
M.
ein Edelstein:
von dem demon. demonius ist ain stain zwaierlai varb und ist
den fibrigen läuten guot und vertreibt vergift BdN
443,33
MWB 1 1251,50; Bearbeiter: Diehl
dempfe
stF.
‘Atemnot, Asthma’ (vgl. dampfe):
der mentsch singt got wol, der nit haisri hat von súnden und der ain gerihtig
zungun hat und der enhain temphi in der bruste hat PrGeorg
181,5
u.ö.
MWB 1 1251,53; Bearbeiter: Diehl
dempfe
swM.
→ dampfe
MWB 1 1251,57;
dempfec
Adj.
1 zu dempfe
‘an Atembeschwerden leidend’
2 zu dampf
‘dampfend, muffig’
1
zu dempfe
‘an Atembeschwerden leidend’
daz er tempfige menschen gesunt mahte Seuse
466,10.
384,7;
asmaticus: tempfiger VocClos
As31
2
zu dampf
‘dampfend, muffig’
sin adem smecket sam ein demphig erde Mügeln
305,9
MWB 1 1251,58; Bearbeiter: Diehl |