d – dalmut dam – dancsagen dancwillen – dannen von dannen vür – dæren dâ(r)/ da(r) enbinnen – dâ(r)/ da(r) obe darre – dast dâte – deckeschûr deckevël – dëhsen dëhsîsen – denclîche dencliute – derpkuoche derpteic – diadrogant dîâken – diehter diehterîde – dienestbære dienestbærecheit – dienestman|erbe dienestmanguot – 2diep diep- – diernkint diernlach – dilde dille – dincphliht dincphlihte – dingelîn, dingel 1dingen – dirhalp dirre – distelîn distelsâme – diupe (?) diupguot, diubsguot (?) – dôfheit dôgen, dougen – donerec donergebirge – dorferlêhen dorfgebûwære – dorfschaft dorfsmit – dorneht dorneht – dörperdiet dörperecheit – dôʒen drabeknëht – drangen drangest – drî drîancasîne – drîgesæʒe drîgevar – dringen drî|nisse – drittelhof drittestunt – drîzëhen drîzëhenære – druc drûch – drüʒʒelstôʒ du, dû – dumme dumpfe – duns dünsel – durchbittern durchbitzen – durchdœnen durchdrengen – durchgerne durchgesiht – durchgründen durchgrunthaftec – durchkifen durchkiusche – durchlësen durchlestern – durchlûʒen durchmâlen – 1durchrecken 2durchrecken – durchsaffen durchsagen – durchschrecken durchschrenzen – durchslac durchslahen – durchsprëchen durchspreiten – durchswingen durchtân – durchverwen durchvieren, durchwieren – durchvrô durchvrœnen – durchweichen durchweidec – durchziln durchzimbern – dûrliche durlinc – durstebërnde durstec – düʒʒec
|
dienære
stM.
‘ein zu dienest Verpflichteter’ (vgl. sehr
differenziert DRW 2,847-853)
1 überw. ‘Dienst-, Lehnsmann’ (vgl. auch WMU 1,371f.) 2
‘Diener, Untergebener’
2.1 kirchl.-relig. ‘Diener Gottes, der Kirche’
2.2 weltl. 2.2.1
‘Bediensteter’ (jeglicher Rangstufe) 2.2.2
‘Arbeiter’
3
‘Höriger, Leibeigener’
1
überw. ‘Dienst-, Lehnsmann’ (vgl. auch WMU 1,371f.):
Otten, dem erberen ritter, vnserem diener UrkCorp (WMU)
3361,15;
vnd wellen vͥch han als vͥnser getruwen diener vnd des riches
[
fideles et ministeriales imperii (lat.
Vorlage)]
StRBern
1:4,31;
der kunig mit [...] andern seinen dieneren, helffern
vnde ratgeben UrkWürzb
39,218
(a. 1323);
do sie hiewen vnde snieten. / ir diener quamen zv gerieten
Herb
5025;
Crane
2524.
– im Bereich der Minne:
swer vrouwen diener wesen welle, / der sî ir lobes guot redegeselle
RvZw
275,1;
sus râtet mir diu minne, / daz ich ir diener sî
SM:JvW
2: 3,6;
SM:St
12:3,3;
guotiu wîp niht darf zemen, / sô sterbenlîcher mære / umb
ir dienære. / daz was almeistic der minnen her Wh
26,8
2
‘Diener, Untergebener’
2.1
kirchl.-relig. ‘Diener Gottes, der Kirche’
[Gott zu den Bewohnern Jerusalems] daz ir aller miner
dienst vnde miner botscheft flvͦchet vnde min dienær cruzegent vnde
stainent Konr
2 W1,21;
zwen priester vnd diener datz sant Peter UrkCorp (WMU)
2518,26;
StatDtOrd
66,17;
der getriuwe diener gotes den engelüstet niht
Eckh
5: 189,4;
auch mag der diener gotez metten, preim, tertz, sext, non lesen mit ein
ander [auf einmal] dez morgenz RechtssA
B44,53.
–
‘Ministrant’
der prister kusset vire / [...] / den altar,
[...], / und daz ewangelie rein, / den diner,
di patene TvKulm
3869
2.2
weltl.
2.2.1
‘Bediensteter’ (jeglicher Rangstufe):
Gebhart, des rihtters deͥner
[Büttel]
UrkCorp (WMU)
2346,20;
die amptliͤute, vorster und ander ir dyner MGHConst
8:351,40
(a. 1347);
die richter chnecht, oder diener, die die laͤut ladent
RechtssA
A26,61;
UrkSpeyer
496,36
(14. Jh.);
Malchus der dînêr einer was, / dem Jesus
[...] / heilt sîn abgeslagenz ôre JvFrst
576
2.2.2
‘Arbeiter’
stirbet och der diener e daz er sin lone verdiene SchwSp
16a;
er sei dan ein gedingter diner oder arbeiter eines herren und sei sein
tegelich gesind StRBrünn
393.
400;
allen [...] kuͦfluͤten, iren
dienern und iren furluͤten UrkAugsb
1,229
(a. 1322)
3
‘Höriger, Leibeigener’
diner von dem leib UrkCorp
2431,35;
under waz herschaft si siczent oder wez diener oder holden si sein
StRBrünn
376;
BairFreibr
5;
UrkEnns
2,430
(14. Jh.)
MWB 1 1273,28; Bearbeiter: Diehl
dienærinne
stF.
‘eine zu dienest Verpflichtete’
1 kirchl.-relig. ‘Dienerin Gottes, der Kirche’
2 weltl. ‘Bedienstete’
3 übertr.
1
kirchl.-relig. ‘Dienerin Gottes, der Kirche’
kinndisch an tugend und an jaren, / ain minnste dienerinn
unnsers herrenn HvHürnh
Vorr. 9;
aller vreude ein aneginne, / du [Maria] bist und
gotes dienaerinne Philipp
1613
2
weltl. ‘Bedienstete’
Joseph beraite sich zeflucht: / [...] / gesinde
fuͦrt er och mit in, / dri knecht und ain dienerin WernhMl
3596;
sô ir wercliute habet unde diener unde dienerin unde die dir durch daz jâr
dienent PrBerth
1:91,1;
Marîâ [...] wart ein dienærinne und ein wescherinne
der jünger Eckh
3:492,11;
UrkCorp (WMU)
702,34
3
übertr.:
Ephesum dy stat ist eyne gewaldige dinerinne der grosen Dyanen
Apostelgesch
19,35;
diu selb vorht ist ain dienerin, diu dient dem nutz und niht
der lieb BdN
462,4.
– im Bereich der Minne:
der ich hân daher gesungen, / diu ist ein kluoge
dienerinne: / nâh ir minne hân ich vil gerungen SM:St
14: 2,2.
11:2,3
MWB 1 1274,11; Bearbeiter: Diehl
dienât
stF.
‘Dienst’
swer vil ir [der Welt] richtumes hat / der wenet er
si da mide vri / vnde enweiz nicht daz im wonet bi / eigenliche
[leibeigener] dienat PassI/II
235,86
MWB 1 1274,30; Bearbeiter: Diehl
dieneblôʒ
Subst.
in einer Reihe von Schimpfwörtern, die sich gegen die personifizierte Lüge wenden,
Bed. unklar ‘Blöße-, Schandebringerin?’
du aller guoten tat verkius, / pfi dich, du reht verkere! / du dienebloz, du
vriuntverlius, / du veigest sælde unde ere! FvSonnenburg
57,13
MWB 1 1274,34; Bearbeiter: Diehl
dienen
swV.
im Rahmen eines (ursprünglich rechtl. gegründeten) Verpflichtungsverhältnisses
Leistungen oder Tätigkeiten erbringen bzw. erhalten, ‘dienen’
bzw. ‘verdienen’ (zur rechtl. und gesellschaftl. Spannbreite des
Dienens, sowie seiner verschiedenen Ausprägungen bis hin zu einfachem
‘helfen, nutzen’ vgl. dienest)
1 intr. 1.1 ohne Erg. 1.2 mit Dat. 1.2.1 der Person 1.2.2 der Sache 1.3 mit präp. Erg. 1.3.1
in
‘Erträge erbringen für’
1.3.2
nâch
‘um jmdn./etw. dienen’
1.3.3
ûf
‘dienen um etw.’ (vgl. 1.5.1 ) 1.3.4
umbe
‘dienen um etw.’ (vgl. 1.5.2 ) 1.3.5
ze , den Zweck des Dienens bezeichnend
‘nutzen’ (vgl. 1.5.3 ) 1.4
dâr (z.T. mit Dat.d.P.) die Richtung auf den Empfänger des Dienens hervorhebend 1.5 mit Dat. und präp. Erg. 1.5.1
ûf
‘jmdm. dienen um etw.’ (vgl. 1.3.3 ) 1.5.2
umbe
‘jmdm. dienen um etw.’ (vgl. 1.3.4 ) 1.5.3
ze
‘jmdm. bei etw. dienen; für etw. behilflich, nützlich
sein’ (vgl. 1.3.5 ) 2 tr. 2.1
‘(jmdm.) etw. geben, entrichten; etw. für jmdn. erbringen’
2.2
‘jmdn./etw. dienen; (durch einen Dienst) erreichen, verdienen (auch
Negatives)’
3 Part.-Adj. 4 phras. 4.1 in der Wendung
~ wider/ûf einander
‘miteinander im Wettstreit liegen’
4.2 im Sprichw. (vgl. TPMA 2,222-266)
1
intr.
1.1
ohne Erg.:
her ne mochte langir nicht dienen Ägidius
1583;
ich diende ie, mir lônde niemen MF:Reinm
13: 6,5;
alle heiligen mohten niht haben verdient mit allem irem
dienen, daz si got einen halben tach in dem himelrich liezze
PrBerthKl
6,86;
swaz aver ez
[Klosterangehörige] hat des ez gewaltick ist,
[...], daz ee mit der stat gedinet hat, swelher
hande oder swelher laie daz ist, daz sol ez stiuͤren
StRAugsb
76,11;
der marcht [Marktort] schol nicht besundern
dienst tuen, er schol dienen mit der gegent WeistÖ
6:160,26
(a. 1330).
– mit fakultativer adv. Erg. (vor, ze) zur
Charakterisierung der Art des Dienens:
da ging man eßsen, und Lancelot diente
[leistete den Tischdienst] vor syner frauwen
Lanc
91,27;
all die eßsenszit wart vor Lancelot und vor der
jungfrauwen gedienet ebd.
610,20;
den herron [...], die dinent sint ze der
cappellen ze Rivtelingen UrkCorp (WMU)
3164,15;
die priester vnd die schvͦler svlen ze dem alter
dienen in korloͤclinen vnd in phaflichen gewant
SpitEich
4,4;
ob iu daz iemen sagte, daz man diente baz / ze
fürsten hôchgezîte; ich wolde niht gelouben daz NibB
606,3;
ein vroͮwe hette sich begeben
[der Welt entsagt] und wolte dennoch ze hove
dienen Mechth
4: 17,3;
sehzich phenninge, daz wir [...] der
herzoginne davon ze rehtem pvrchreht dienen svln UrkCorp (WMU)
3102,29
1.2
mit Dat.
1.2.1
der Person:
ime dietin [l.
dientin
] andere heren / zvene vnde sibincih
kuninge / [...] / die waren ime al vnder tan
Roth
6;
im solte billîch unde wol / ein rîche dienen oder ein
lant Tr
10021;
fur aigen wil ich dir dinen Rol
8941;
er hiez si scalche sîn, dienen sînen bruoderen
Gen
755;
RbRupr
130;
er scholt auch sich nicht vnderwinden chains rehts
[...], wan denselben [l.
deuselben
] reht schüllen allev sampt dem
apt vnd dem gotshause dienen UrkNAltaich
1,261
(a. 1290).
–
duͦ Effraim dîenote den abgoteren
JPhys
2,21;
swie vil man gote gediente oder iemen dâ gesanc, /
des dûhte Prünhilde diu wîle gar ze lanc NibB
844,1;
sie was fast geistlich und diende gott gern
Lanc
112,14;
das ist der guͦten laigen leben, die minem
trehtin dienent von iren arebeiten vnd behaltent siniu gepot
Konr
16,27.
–
swer nu wil diu zît vertrîben, / der sol dienen werden
wîben: / wîbes lôn gît fröiden vil SM:Tr
4: 2,6;
die wîle ich lebe ich diene ir eigenlîche
KLD:GvN
23: 6,10;
KLD:Kzl
9:2,8;
SM:JvW
3:2,3.
–
Martha gie umbe den gesten dienende
AvaLJ
89,1;
ich muoz iu von ir spîse sagen. / diu wart mit
zühten für getragen: / man diende in rîterliche Parz
33,1.
–
der planeten sint sibene.
[...] der aller minneste ist der mane,
darnach die sunne. die zwene dienent [nutzen]
unz aller meist Lucid
47,14;
swaz dir ist sempfti undi wunniclich, / daz dinot
al deme gidingi [der Hoffnung] in daz
himelrich SuTheol
214;
Wahrh
165
1.2.2
der Sache:
er dienete [verbrachte seine freie
Zeit] mit vederspil / sînen müezegen tagen
Tr
13100;
alse er an Îsolde / der liebe dienen wolde, / sô
wantes in der arcwân ebd.
13770;
owê dir, wandelbære welt, / daz wir dir dienen
SM:JvR
1: 8,2;
diu selb vorht ist ain dienerin, diu dient dem nutz
und niht der lieb BdN
462,5
1.3
mit präp. Erg.
1.3.1
in
‘Erträge erbringen für’
so sol das gvt [...] in daz siechvͥz
dienan, vnd die phennig, die son in den kelre dienan UrkCorp (WMU)
214,24,25;
so soll after des die gult dienen hintz Wilhering in das kloster
UrkHohenf
76
(a. 1328);
UrkAargau
1:2,3,29
(a. 1317)
1.3.2
nâch
‘um jmdn./etw. dienen’
dine du nach dinem lone Rol
7007;
si dienten nâch der gâbe, die man dâ rîche vant
NibB
38,3;
ez gediente noch nie recke nâch einer küneginne baz
ebd.
296,4;
der diene ze flîze mit triuwen vil schône / nâch der
minne lône KLD:UvL
16: 1,3;
Wig
7585
1.3.3
ûf
‘dienen um etw.’ (vgl. 1.5.1):
reht manlîche sinne / dienent ûf wîplîchen lôn
Wh
456,13;
dar nâch dienich ûf
sînen [Gottes] trôst RvEBarl
5261;
ich enhân dar ûf gedienet niht UvZLanz
948;
MF:Wolfr
3:2,3.
– in ironischer Verkehrung des Dienstgedankens:
[er] dienet ûf ungewin
MF:Reinm
29: 6,6
1.3.4
umbe
‘dienen um etw.’ (vgl. 1.5.2):
ob wir nu niht gerne wolten / dienen umb iuwer hulde
Wh
252,3;
so ain knecht vmbe lone dienet SpitEich
26,9;
dekeinen kneht, der deme hûs umme solt oder in
caritâte [
quemquam famulorum ... pro precio seu ex
caritate serviencium
] dînet
StatDtOrd
53,19.
108,43
1.3.5
ze, den Zweck des Dienens bezeichnend
‘nutzen’ (vgl. 1.5.3):
daz bereitet dich alles und dienet alles zuͦ
dem edeln wunnenclichen wesende Tauler
18,1
–
nihtes endienent unseriu werk dar zuo, daz uns
got iht gebe oder uns tuo Eckh
5: 261,5
1.4
~
dâr (z.T. mit Dat.d.P.) die Richtung auf den Empfänger des Dienens
hervorhebend:
sælic wîp, süez unde reine, schœne und minneclîchen var, /
owê daz ir mîn sô kleine / nemt mit spilnden ougen war! / ich diend ie mit
triuwen dar. / sît ich iuch mit triuwen meine, lât mich niht verderben gar
KLD:GvN
42: 2,5;
er ist ein so gewaltic man / daz alle werlt im dient dar
/ dishalb mers und enhalp gar GvJudenb
4635;
MF:Mor
7:5,6
1.5
mit Dat. und präp. Erg.
1.5.1
ûf
‘jmdm. dienen um etw.’ (vgl. 1.3.3):
ja dinten im uf minne / sechzig gekronte koniginne Brun
176;
frouwe, ûf die genâde dîne / diene ich dir, swiez mir
dar umbe ergât KLD:GvN
21: 2,10;
ûf lieben wân diene ich doch ir SM:Had
3: 3,7;
SM:UvS
8:1,2.
–
~ ûf den tisch
‘jmdm. zur Verpflegung, Ernährung dienen’
vnd dc gelt sol iemer wern vnd sol dem convente dienen vf den
tische UrkCorp (WMU)
400,25
u.ö.
– (phras.?)
~ ûf daz velt
‘jmdm. Kriegsdienst leisten’
ez sal [...] Heinrich unser sun unserm
vorgenannten herren dienen auf daz felt mit sin selbes leibe uffe den
nehsten sumer MGHConst
5:565,39
(a. 1323)
1.5.2
umbe
‘jmdm. dienen um etw.’ (vgl. 1.3.4):
swelch wîp [...] des
gedenke, / daz si den beschrenke, / der ir dienet umb ir minne, / daz kumet
ir ze ungewinne UvZLanz
8011;
MF:Reinm
17:3,4;
er hat auch mietluͤt die im dient umb daz
himelrich PrOberalt
47,16
1.5.3
ze
‘jmdm. bei etw. dienen; für etw. behilflich, nützlich
sein’ (vgl. 1.3.5):
er diente dem kónig zu syner tafel
Lanc
48,25;
dis bereitet dich alles und dienet dir zuͦ
worem friden Tauler
18,12;
ir vernunft dienet in zuͦ allen dingen
minnenklich ebd.
19,31
2
tr.
2.1
‘(jmdm.) etw. geben, entrichten; etw. für jmdn. erbringen’
was das land gedienen mag, / das legt er nicht in seinen
sack HvNstAp
4803;
aine swaige vnde zwai pfvnt, da von dienet er ahte savme
winis UrbBayÄ
1206;
ein lehen, da si mir zwelf schillinge [...] von
gedient habent UrkCorp (WMU)
N490,39;
der clager sull wol öffen von wem man im das purkrecht [eine
Abgabeform] dienen sulle StRWien
122;
daz wil ich immer vmb evch dienen vnd vmb ewer gotshavs
UrkCorp (WMU)
N267,1;
NibB
540,4.
–
si [Ruals Kinder] dienten
ime ze manegen tagen / turnieren, pirsen unde jagen, / swaz kurzewîle er
wolte pflegen Tr
18683.
–
‘etw. durch Dienst erwidern, vergelten, abdienen; für etw.
danken’
drie vnde zwæinzic mvtt habern dez metzen, da mite man
dienit daz æigen UrbBayÄ
714,a;
dô ein keiser einen grôzen hof hæte, sô müesten die fürsten alle dâ
sîn und müesten ir lêhen dienen PrBerth
2:99,17;
ich gedienez iemer als ich sol Iw
7761;
alse lange sô ich leben / sô wil ich die gebe iemer
dienen Kchr
13021;
so lonet ime min herre / unde dinent iz die
fuͦrsten alle gerne Rol
1297.
2567
u.ö.;
du hast geret gen mir so wol / das ich ez iemer
gedienen sol, / vil suͤzes kint, umbe dich RvEWh
2970.
– mit Obj.-Satz und präp. Erg.:
lât uns an im dienen, daz er ie hât begân / an uns
vil grôze triuwe NibB
2262,3.
–
‘sich für etw. erkenntlich zeigen’
daz ich ie wart geborn, / daz riuwet mich vil sêre,
dune beredest, künic, mich / der vil grôzen schande; daz diene ich immer
umbe dich NibB
854,4
2.2
‘jmdn./etw. dienen; (durch einen Dienst) erreichen, verdienen (auch
Negatives)’
swer wirde und fröide erwerben wil, / der gediene guotes wîbes gruoz
Walth
96,16;
KLD:UvL
7:2,6;
mit strîte wânde er dienen daz minneclîche wîp
NibB
1908,3;
sîn manheit dâ gediente lop Wh
394,26;
sît wir mit also maneger nôt / müezen daz gotes rîche /
gedienen kumberlîche RvEBarl
4464;
daz hant si mit irme gebete gedienet Lucid
158,19;
ez ist ein bœsiu herren kunst, / der sich an nimt sô swache sit, / dâ man
die galgen dienet mit UvLFrd
531,4.
–
swenn er gediende dînen haz / mit sündehaften dingen
Wh
2,28;
swâ er mit houbetsünden / habe gedienet dînen zorn
RvEBarl
14397.
– mit Obj.-Satz:
[die Königin] wart erslagen, die hunde vrâzen ir
âs. daz hete si wol gedienet an dem armman und an sînem wîbe und an sînen
kinden diu [wegen ihrem Verhalten] nâch dem
almuosen giengen BuchdKg
59,8;
iwer muoter hât gedienet wol / an allen dingen mit ir
tugent, / daz ir an alter und an jugent / von rehte müezet sælic sîn
UvZLanz
4720.
– mit Gen. abh. von niht:
wil dû dar umb mîn vînt sîn? / des hân ich doch
gedienet niht EnikWchr
16211;
dâ von west ich
[Menelaos] gern die mær, / von wem mir leid
geschehen wær, / daz dû mit Paris füer von dan, / wan ich sîn
[dieses Leid (durch mein - vorher geschildertes -
Verhalten)] niht gedient hân ebd.
16156
3
Part.-Adj.:
– als Part. Präs. ‘dienend’
der heilige sunnentac [ist
gesezzet
] ze rawe allen dienten unde
arbeitenten luten Spec
147,17;
disen mitern chreften [der
Tugenden] svln gehorsam sin di liplichen gervnge vnd des libes
sinne vnd gelider, als die dienvnden chnehte ze des libes berihtvnge an siner
notdvͤrfte DvAPatern
91;
üver der diͤnender engel scharen
MarlbRh
53,8.
– als Part. Prät. ‘verdient, angesehen’
er vuorte iegeslîchen mit der hant / gein sîner gedienten
tohter Wh
250,25.
268,7;
daz er [Christus] dannen
künftic ist, / über al der welte leben / gedienten lôn nâch werken geben
RvEBarl
6806.
5212;
daz gediente ungemach PassI/II
117,79;
der gedienet ban Winsb
53,8
4
phras.
4.1
in der Wendung
~ wider/ûf einander
‘miteinander im Wettstreit liegen’
diu zîse und der galander / die dienden wider ein ander /
inwette unde inwiderstrît Tr
16892;
turnaý, taͤgedinc, hohgezit / laitens oͮch
in wider strit / und diendtent uf an ander vil RvEWh
299
4.2
im Sprichw. (vgl. TPMA 2,222-266):
swer lange dienet, dâ man díenst níht verstât [nicht
schätzt] , / [...] dem wirt sîn spîse
harte sûr MF:Sperv
1:7,1;
swer dienet, dâ man sîn niht verstât, / der verliuset al
sîn arebeit MF:Reinm
22: 2,1;
swem ich betwungen dienen sol, / dem diene ich selten immer wol
Renner
11539;
swer wol dient dem lônt man wol ChristophB
1895;
wer dinet ane dank, do er niht sol, / dem wirt gelonet selten wol
Jüngl
127.
– häufig ‘man kann nicht zwei Herren dienen’ (Mt
6,24):
er sprach: nieman zwein herren mac / gedienen sô, daz
sîn bejac / müge ir beider lôn bejagen RvEBarl
4434;
KLD:BvH
13:2,7;
von diu sprach unser herre: nieman mag zwein herren
gedien PrOberalt
158,32.
159,9;
ir muͤget got nicht gedinen und dem richtum
ebd.
159,18;
wan sô müg wir weder got gedienen noch der werlt
BdN
424,32
MWB 1 1274,40; Bearbeiter: Diehl
1dienest
stMN.
durch ein (ursprünglich) rechtl. gegründetes Verpflichtungsverhältnis festgelegte
Leistung oder Tätigkeit (vgl. sehr differenziert DRW 2,855-875),
‘Dienst’
– wird aus dem Bereich der Grundherrschaft (servitium) und des
Lehnswesens (z.T. religiös und ethisch überhöht) auf weitere Lebensbereiche
übertragen und zu einer Leitvorstellung der adelig-höfischen Welt
1 in Lehnswesen und Grundherrschaft (vgl. LexMA 5,1807ff.
‘Lehnswesen’ und 6,636ff.
‘Ministerialität’ ) 1.1 als Grund- und Personallasten (in Form von Abgaben und Dienstleistungen, vgl.
LexMA 4,1739ff. ‘Grundherrschaft’ ) 1.2 als Tätigkeit im Interesse von Landes- oder Lehnsherren (z.B. Heeresfolge) 1.3 im Zusammenhang der Hörigkeit 1.4 in mehrgliedrigen Ausdrücken (häufig in Verbindung mit anderen Leistungen) 2 oft (v.a. in lit. Texten) nicht auf ein genauer definierbares Rechtsverhältnis festzulegen oder (z.B. in festen Wendungen) über ein solches hinausgehend 2.1 in Wendungen (nur in Auswahl, vgl. für weitere Beispiele DRW und WMU) 2.1.1
‘jmdm. ze ~
(Nutzen)’ 2.1.2 in Verbverbindungen 2.1.2.1 jmdm. seinen
~ (en)bieten 2.1.2.2
‘in. jmds. stehen’ , ‘jmdm.
leisten’
2.1.2.3
‘jmds. verlassen’ , ‘jmdn. aus dem
entlassen’
2.2
‘Hilfe, Unterstützung’
2.3
‘Verdienst’
3 im Bereich der Minne 4 Dienst an Gott als Lebensform oder einzelne fromme Handlung (oft in der Fügung
gotes dienest , s.a.
gotesdienest
) 5
‘Arbeit’
5.1 Tätigkeit von Untergebenen (vgl.
~ knëht ;
~ maget ) 5.2 als Handlung im Rahmen eines Amts 6 Sprichw. (vgl. TPMA 2,222-266)
1
in Lehnswesen und Grundherrschaft (vgl. LexMA 5,1807ff.
‘Lehnswesen’ und 6,636ff.
‘Ministerialität’):
ez [das Lehen] ist gelihen auf ein zeit vmb einen
genanten dienst RechtssA
L1,7
1.1
als Grund- und Personallasten (in Form von Abgaben und Dienstleistungen, vgl.
LexMA 4,1739ff. ‘Grundherrschaft’):
so suln wîr [...] vf dez von Nidelingen
guͦten [...] weder stellen noh herberge nemen,
noh snitter, noh phluͤge vordern oder nemen, noh kaînerslaht dîenst, noh
kaînerslaht reht UrkCorp
2239,35;
kain dienst [...], weder mit gaben, noch mit
anderen dingen UrkFürstenb
2,16
(a. 1303);
di selbm holden di auf dem selbm lehen sizzent schullen anders nichtz
punten sein denn iͤren rechten dienst UrkPölt
412
(a. 1348).
–
vur dienst drizzic pfenninge UrbBayÄ
141;
so die wægen choment, die den dienest
[
redditus
] tragent
UrkGeisf
426
(13. Jh.);
dise schultheizen suln ze drin ziten imme jare
[...] geben deme voite driu dienst
[...] von rintflesche
[...] vnd von wine des abendes vnd des morgens
UrkCorp (WMU)
29,12.
–
kleiner/kleinez ~
, Abgabe in Form von Kleinvieh u.ä. (vgl.
kleindienest):
sehtzich phenninge fvr hev vnd chleiniv dîenst von hvnern aiern vnd
chesen UrkCorp (WMU)
N446,8;
daz wir [...] kainer schlath dienst noch
rehte, ez si gros alder clein, [...] svln vorderun
ebd.
3449,26
1.2
als Tätigkeit im Interesse von Landes- oder Lehnsherren (z.B.
Heeresfolge):
von herverten, di ich in dez gotshuͦs dinst han getan
UrkCorp (WMU)
1995,13;
in den dingen, so zum kriege gehoren, uns [...]
ewige dienste zu erzeygen UrkGlatz
36
(a. 1316 kopial);
ob er in des rîches dienst ist oder in gotes dienst
ûzerhalp landes SpdtL
109,23;
die fursten alle gelîche, / die von irn amten dem rîche
/ dienstes sint gebunden, / die leisten daz zden stunden / all ân widerrede
Ottok
73471
1.3
im Zusammenhang der Hörigkeit:
swer eigen liute hât, und einez in sînem dienst in
siechtuom kumet SpdtL
135,11;
in eigenlicher dienste bant / leit er die israhelische diet
[Idc 4,2]
RvEWchr
17883;
Spec
72,26;
seit der chaiserleich [...] gewalt
[...] den selben juden gepoten hat den ewigen
dienst und aigenschaft StRWienerNeust
109
1.4
in mehrgliedrigen Ausdrücken (häufig in Verbindung mit anderen
Leistungen):
daz er div guet vnd ir nutz vnd ir dinst inn hab UrkCorp (WMU)
2584,19;
mit den alten rehten und dienst UrkPölt
183
(a. 1293);
die [...] dienest vnd helfe tatent
UrkCorp (WMU)
93,42;
enkeiner stúre noch anderre dienste gebunden UrkFürstenb
2,34
(a. 1309);
aller stiwer, bet, dienst und voderung ledig und los UrkMühlh
405
(a. 1332);
beswaͤrt mit stewr, mit schatzung, mit werltleichen diensten
RechtssA
B9,27
2
oft (v.a. in lit. Texten) nicht auf ein genauer definierbares Rechtsverhältnis
festzulegen oder (z.B. in festen Wendungen) über ein solches hinausgehend:
genühtec man an sippeschefte, prüeve in dîme sinne, / wie dîn
getriuwer dienest und dîn lûterlîchiu minne / friunde gnuoc gewinne
KvWLd
32,137;
wan ir hânt êren mir getân / mê denn ich ie wirdic / würd, dâ von sol girdic /
mîn herz in iuwerm dienste sîn Reinfr
24883;
dâ ergienc ein dienest zühte rîch / von den die ez
[das Essen] vür truogen Wh
265,6;
sîn wîp ir dienstes niht vergaz, / si brâhte im ein liehtez
glas, / dar inne im bereitet was / sîn trinken RvEBarl
5556
2.1
in Wendungen (nur in Auswahl, vgl. für weitere Beispiele DRW und WMU)
2.1.1
‘jmdm. ze ~
(Nutzen)’:
daz wir der stat ze eren [...] vnd dem richen
ze dienst ain mawr machen wellen UrkCorp (WMU)
3056,43;
Kchr
16185;
Iw
4910;
boeser liute nîden / wil ich im ze dienste
[zu Liebe] gerne lîden MF:Reinm
55: 3,11
2.1.2
in Verbverbindungen
2.1.2.1
jmdm. seinen
~ (en)bieten:
mir is gesaget daz du so gewaldich sis / min
dienist biedeich dich an / [...] / ne wiltu
mich an din dienist nicht nemen / so moz ich Rothere den liph gibin
Roth
935;
dir enbiutet der kuͦnc Marsilie / sin
dinist uil willecliche, / dar nach in sinem riche / alle sine
uvͦrsten, / [...] / si enbietent dir die
toufe, / den cins uon ir houbte Rol
735;
iu unt den mâgen sîn / enbiutet sînen dienest der
hergeselle mîn NibB
545,2;
er enbôt der chuniginne / dienest und minne, /
aldaz der sun der muoter enbieten solte Kchr
8347.
–
vil diens [Laa.
dienstes
] im dâ maneger bôt
Parz
331,17;
ze dienste sich der recke vroun Kriemhilde
bôt NibB
614,2.
– abgeschwächt als Gruß- und Ergebenheitsformel:
den erbern bescheiden luten [...] von
Luzerne enbieten wir [...] vnsern
fruntlichen gruͦs vnd vnsern dienst UrkCorp (WMU)
3057,23;
sîn dienest er in allen bôt; / sus nam er
urloup in den tôt Wig
1849.
6213;
Iw
6300
2.1.2.2
‘in. jmds. ~ stehen’, ‘jmdm. ~
leisten’
Dietherich der manne / ses dusint gewan / die ime
waren vnder dan / mit dieniste aller tagelich Roth
1391;
NibB
1385,1;
niht durh die rîcheit dîn, / was er dir dienstes
undertân / in der mâze als ob er wære dîn man Wh
347,11;
TürlArabel
*R 84,7;
der sol dar nah decheim herren dienstes gebvnden sin wand der stat
herren UrkCorp (WMU)
574,14;
schullen die selben holden den dienst geben vierstund in dem jar
UrkEnns
6,169
(a. 1335);
Lanc
1,22;
vnd taͤt dem andern einen dienst RechtssA
V39,215.
D8,16;
ih bin Darien man / und hân ime dicke getân /
manic dienist scône SAlex
2830
(vgl.
2.2
);
daz ich [...] in sinem dienst niht mer
sitzen wil UrkCorp (WMU)
2908,26;
wir sv́len oͮch in disem criege
[...] mit v́nseren dienern werliche ze
dienste sitzen [zum Kriegsdienst
bereitstehen] , als die buͦrger von Vilingen
dvͦnket UrkFürstenb
2,58
(a. 1317)
2.1.2.3
‘jmds. ~ verlassen’, ‘jmdn. aus dem
~ entlassen’
daz ich [...] nimmer van sinem dienst
schaide, als ein dienstman sinem herren ze rehte sol UrkCorp (WMU)
1794,17;
daz ich [...] auz sínem
[...] díenst ze froͤmder herschaft
nímmer cheren sol ebd.
1976,47;
so mag er wol [...] den dienst ab sagen
RechtssA
B14,63;
daz er den dienst auf sagt ebd.
B14,69;
herre, dir widerbietent [kündigen
auf] die / die ich dir benenne hie / ir dienest und ir
vriuntschaft Wig
10066;
triu und wârheit, / ir dienst iu habent widerseit Helbl
7,144;
daz wir sev niht lazzen schvllen van vnserm dienst UrkCorp
(WMU)
1197B,7
2.2
‘Hilfe, Unterstützung’
vmbe die liebin vnd die vrúntschaft vnd den dienst, den uns graue Thiebalt
[...] getan hat UrkCorp (WMU)
N154A,15.
3305,42;
umbe den dancberen dienst, den er uns getan hat MGHConst
5:173,33
(a. 1315)
(vgl.
2.1.2.2
);
und wil úch der genaden bitten / durch minen dienst das
ir / geruͦchent des gestatten mir RvEWh
3115;
die lúte gebent ir almuͦsen oder tuͦnt
grosse minne werk oder dienst ieman oder grosse goben,
[...]; wissest das die gobe der dienste wurmstichig
ist Tauler
185,20
2.3
‘Verdienst’
dirre tac [des Jüngsten
Gerichts] wart ûf geleit, / daz got an sînes endes zil / nâch
dienste uns allen lônen wil RvEBarl
3794
3
im Bereich der Minne:
da wart uil dienstis irbotin / den wol getanin vrouwin
Athis
C* 160;
manlîch dienst, wîplîch lôn MF:Wolfr
9: 3,7;
ichn sî doch ir eigen gar und ouch mit dienste bî
MF:Reinm
40: 4,2;
daz ich wil guoten wîben / mit dienest âne valschen muot immer
bî belîben KLD:UvL
25,4;
ich muoz in der stæten wîbe dienest sunder lôn verderben
ebd.
25,69
4
Dienst an Gott als Lebensform oder einzelne fromme Handlung (oft in der Fügung
gotes dienest, s.a.
gotesdienest
):
swaz der frowen ist, die bei dem chloster wonent sein in gotes dienst
UrkCorp (WMU)
1860,21;
den wiedemin der kuninc gap, / mineme trechtene her dienistis
phlac Ägidius
824;
ern bot dem almæchtigen got deheinen dienst, er stunt vil
hohvertichlich PrOberalt
149,4;
sît er der welte wünne vlôch / und sich in gotes dienest zôch
RvEBarl
15848;
alsus ist des ritters ampt geistlich und fleischlich zu
gottes dienst gemacht Lanc
122,19;
Mechth
5:23,28;
das si das here gotes dienist emczigen Konr
1,12;
UrkCorp (WMU)
2130,9
5
‘Arbeit’
swelh wintrager oder saktrager einem burger sinen dienst
versagt der ist dem vogte schuldik zwaier schillinge StRAugsb
50,15
5.1
Tätigkeit von Untergebenen (vgl.
~ knëht;
~ maget):
unser herre, der uns ladet von diseme vorgenglicheme dienste, als daz ein
knecht sime herren dienet PrLpz
277,31;
die herren suln auch die knehte niht nœten deheines
dienstes der wider got ist BuchdKg
52,7;
wie man zu des hûses dîneste wîbesnamen sule entphâhen
StatDtOrd
52,1;
GenM
98,36;
Eckh
5:17,3
5.2
als Handlung im Rahmen eines Amts:
daz er die minneren dienest tû in dem chôre
StatDtOrd
88,30;
vnd swer bvrgermeister ist, dem ist der rât [...]
gebvnden ze gebende fv́nfzehen march silbers vmbe sinen dienst vnd vmbe sin
erbeit iergelich UrkCorp (WMU)
1797AB29,30
u.ö.
6
Sprichw. (vgl. TPMA 2,222-266):
waz hilfet sterchi, der si niht versuochet? / waz hilfet
dienest, dâ man sîn niht ruochet? SM:UvS
28: 1,8;
dâ über sprach her Frîdanc / einen spruch niht ze lanc: / ‘dicke worden
ist ze hœn / getwungen dienst, geribeniu schœn’ [geschminkte
Schönheit]
Helbl
2,150;
betwungen dienst, valschiu meisterschaft, / kindes heilikeit hât mager kraft
Renner
18303;
swâ man dienst für dienest hât, / dâ sol man dienen, deist mîn rât; / swâ sô
dienest wirt verlorn, / dâ wære dienest baz verborn Freid
50,8;
wen [d.i. man
] spricht (ich weiz ouch
selber wol), / daz der dienst wirt niemer guot, / den man dem argen menschen tuot
Boner
31,41
MWB 1 1278,13; Bearbeiter: Diehl
2dienest
stM.
1
‘Dienstmann’
2
‘Diener, Helfer’
1
‘Dienstmann’
den riemen, den er mir sante, / dâ mite er mir bechante, / daz
er sich mir zeigen welle geben / [...], / daz er mîn
dienest welle sîn / ze allen herverten mîn VAlex
1121;
ich wil ummer uwer dienst darumb syn und uwer ritter
Lanc
316,20.
423,24
u.ö.;
Tr
5139;
ReinFu
K,503.
– übertr. auf den Bereich der Minne:
ich bin dîn dienst, du min gebietærinne RvZw
26,12;
MF:Reinm
66:1,8
2
‘Diener, Helfer’
wer och das ein dinst, es si die vrowe, kneht oder jungfrowe,
[...], sol der wirt, des gesinde es ist
[...], zehen pfunt bessern UrkStraßb
4,2:44,13
(a. 1301);
sol der keller sinen botten oder dienst da haben, der sol das korn wären
WeistGr
1,168
(a. 1303 ?);
UrkWorms
2:304,30
(a. 1352).
– als Kollektivum ‘Gesinde’
ir stætez ingesinde / daz was diu grüene linde, /
[...] / ir dienest was der vogele schal: / diu
cleine reine nahtegal, / diu troschel unde daz merlîn / und ander waltvogelîn
Tr
16887
MWB 1 1281,17; Bearbeiter: Diehl
dienestambet
stN.
‘gegen Lehensdienste verliehenes Reichsamt’
alle furstentume sint dinstampte des keisers, vnd der lonte den dinstluten mit
den ampten KlKsr
3,6
u.ö.
MWB 1 1281,36; Bearbeiter: Diehl
dienestbære
Adj.
‘zu dienest verpflichtet, dienstbar’
daz êr vor manigen stunden / dem stuol hinz Rôme wære / mit zinse dienstpære
Ottok
80717;
und suͥllen si mir heissen gehorsam und dienstber sin UrkSoloth
1:37,34
(a. 1314);
[sie] warend onne arge pin / den gesten one schwere /
willig und dienst bere GTroj
4904;
ussz dises groͤnes boschen brand / taͤtt Got her Moÿsenn bekannt
/ das er [...] / woͤlt loͤsen gar von
schmertzen / und auch von dienstbaren we [Knechtschaft] /
die juden KvHelmsd
343.
–
daz der lip der chneht wære / und der sele dienst bære
StrKD
139,162;
mirst leider minne tiure, und bin ir doch vil gerne dienstbære JTit
3054,4;
sy fry, frisch unnd dinstbar unverdrossen MinneR 240
32;
Parz
541,7.
–
‘ fähig zum dienest’
sîn kint, daz dienestbære / und an dem lîbe wære / sô schœne
und sô genæme Tr
5959
MWB 1 1281,40; Bearbeiter: Diehl
dienestbære
stF.
‘Dienst, Verehrung’
daz dú goͤtlichú oͤbung vnd dienstbæri von uns gemeret und
gefurdert werde [stiften wir dem Altar ...]
UrkHohenz
1,184
(a. 1352)
MWB 1 1281,57; Bearbeiter: Diehl
dienestbærecheit
stF.
1
‘Dienstbereitschaft’
2
‘Abhängigkeit’
1
‘Dienstbereitschaft’
daz in [den Amtleuten] gepoten wirt, mit ganczer
andacht und untertanichait und dinstperchait [...] jere
ampt treulich zu folfuren StatTrient
114;
in den kuͦmenden ist ein vormezzinheit des vrevelis, abir in den
gesanten ist ein dînst der dînstbêrikeit [vgl. Io 4,34 u.
10,8]
EvBeh
5
2
‘Abhängigkeit’
dann solte sij an allen enden dienerynne han, / das qweme ir zu uneren und
grosser dinstberkeit / me dan zu frijheit odir zu ir wirdickeit Pilgerf
1774
MWB 1 1281,61; Bearbeiter: Diehl
dienestbærelîche
Adv.
‘dienstbereit, hilfreich’
stille stuͦnt der Jordan, / [...] / und
umbegab den werden Crist / dienstberlich inder frist WernhMl
6768
MWB 1 1282,7; Bearbeiter: Diehl
dienestbietære
stM.
‘jmd., der seinen dienest anbietet’
ein ieslîch wîp enpfienge haz / von ir dienstbietære, / op dir ungelônet wære
Parz
767,27
MWB 1 1282,10; Bearbeiter: Diehl
dienestbote
swM.
‘Diener’ (in untergeordneter Funktion):
dy warin dine cremer, si brachten dinem volke dinstbotin
[
mancipia
]
Cranc
Ez 27,14;
stirbet ouch der gemîtter [gemieteter] dînstbot, ê
er sîn lôn vordînt StRZwick
116;
[wer] dowider tete vnd begriffen wurde von irn
dienstboten [Polizeidienern]
DRW
2,884
(Prag/CJMunBohem.; a. 1347);
vort so en sal man gheine deinstboden
[Handwerksgesellen] die bruderschaff leynen, he en
have geseissen up sijne eygene koist druͦ jair UrkKöln(St)
1:71,23
(a. 1355)
MWB 1 1282,13; Bearbeiter: Diehl
dienestdanc
stM.
‘Dank für geleisteten dienest’
dô des ûzern hers gast / innen wart daz im gebrast / dienstdankes von dem
meister sîn Parz
388,13
MWB 1 1282,24; Bearbeiter: Diehl
dienestgëlt
stN.
‘Lohn für geleisteten dienest’
och wil diu edele fürstîn / sô verre ziwerm gebote sîn / daz ir diu niemen
dienen lât, / swie vil si dienstgeltes hât Parz
327,4
MWB 1 1282,27; Bearbeiter: Diehl
dienestgesinde
stN.
‘Dienstboten’
dasz sye uns dester paß mit unseren dienstgesinde nutzen
2DWB
6:1004,71
(a. 1346)
MWB 1 1282,31; Bearbeiter: Diehl
dienestguot
stN.
‘gegen dienest verliehenes Land’
dienstlude, die wanent uf deme guͦde der voigdie, van deme
dienstguͦde sint si sculdich zuͦ diene dem apte UrkMoselQ
97,25
(a. 1291).
97,17;
were ader der anfall [das Erbe] dinstgut, das
sullen sie vorkouffen UrkPreuss
3,87
(a. 1349 kopial);
DRW
2,895
(ArchSchweizG.; a. 1344)
MWB 1 1282,34; Bearbeiter: Diehl
dienesthaft
Adj.
‘jmdm. zu dienest verpflichtet, untertan’ (oft
präd.):
daz ich im an allen dingen getrewe vnd diensthaft si vnd vndertenich sei als
ein man sinem rehten herren UrkCorp (WMU)
2125,23.
3424AB,32;
die vierd chraft ist an der ee, daz si an ein ander diensthaft suͤllen
sein, vnd ir ainez dem andern helffen mit allen dingen RechtssA
E1,33;
es ist schamliche dat / das der tugenthaffte man / so gar
soll wesen undertan / mit diensthafften sachen: / wir sullen in ledig machen
HvNstAp
9769;
KvWHvK
415;
AvaLJ
15,2;
[der,] dem winde, mer und elliu craft / bibenende sint
dienesthaft Tr
2410;
Wernh
D 2073;
got der würket die geburt aleine, mêr: die engel hânt ein diensthaft
[dienendes] werk hie zuo. allez, daz dar zuo würket,
daz ist ein diensthaft werk Eckh
2:236,5.
– hierher wohl auch (Verschreibung?):
[das Gut] ist ir erbe worden vnd des riches eygen, vnd
dinstschaft von allererst dem keiser KlKsr
2,119.
–
‘dienstbereit’
ein zwelf jâr alter jungelinc / stille, zühtic, dienesthaft RvZw
200,2;
si in fürbaz wæren / wider al meniclich / diensthaft unde helfelich
Ottok
35139.
– in der Wendung
~ muot:
mich dunket guot / daz ir vil dienesthaften muot / traget
iuwerm gaste Iw
4768.
7468
MWB 1 1282,41; Bearbeiter: Diehl
dienesthaftec
Adj.
‘jmdm. zu dienest verpflichtet’
[diejenigen, die] hetten gud liegen in dem Rinkgauw vnd
nit da inwonten, das dinsthafftig gud wer, das sol vnserm hern dienen als
dinsthafftig gut nach der satzung WeistGr
4,575
(a. 1324);
niman lute noch gut sal zwifeltig dinsthaftig machen KlKsr
2,119.
–
‘dienstbereit’
also vil als wir kúsch sin mit aller luterkeit,
diemuͤtig mit aller undertenikeit, diensthaftig mit aller helikeit,
unschuldig von aller bosheit Mechth
6: 32,13;
dâ got geborn sal werden in der sêle, dô muz her ime di stat selber bereiten,
und di krêatûre hât wol ein diensthaftig werg dâ zu HvFritzlHl
17,18
MWB 1 1283,1; Bearbeiter: Diehl
dienesthafteclich
Adj.
‘dienstbereit’
dv solt dinen fliz darwert kerin, daz immer dine wort an dime grvze svze sin
[...] vnde din dvn tienestheftekliche SalHaus
46,1
MWB 1 1283,14; Bearbeiter: Diehl
dienesthërre
swM.
‘Ministeriale, Dienstmann von höherer gesellschaftl. Stellung’
(vgl. DRW 2,897):
diu milte wirdet künigen leben, / herzogen, grâven, vrîen und
dienestherren SM:JvR
1: 14,8;
her Otte vnd her Reimprecht [von Liechtenvels] , di
dinstherren sint in Osteriche UrkCorp (WMU)
3150,6;
die dienstherrn und andere herren und ritter und chnappen StiftStBernh
161
(a. 1312);
Mechth
4:14,44
MWB 1 1283,18; Bearbeiter: Diehl
dienesthulde (?)
stF.
‘Treuepflicht’ (homagium des Dienstmannes):
undir desen allen got hete / im eine irwelit und irkorn, / der hat her
dinstholde gesworn, / di ist uns bezeichent bi Hester Brun
2036;
vgl.
dinstes holde ebd.
185
MWB 1 1283,27; Bearbeiter: Diehl
dienesthuobe
stF.
‘dienst- und zinspflichtige Hufe (landwirtschaftl. Grundeinheit von
regional unterschiedl. Größe)’
sunt alii xv mansi dinstehuͦue quorum quilibet solvit iii denari in
medio maio et duas iuvenes gallinas UrkMittelrhein
2,363
(um 1250).
2,427
(a. 1220)
MWB 1 1283,32; Bearbeiter: Diehl
dienesthuon
stN.
‘Huhn als Abgabe an den Grundherren’
daz si alle iar dienen svͦlen vnserm gotishaus
[...] zwai diensthvͦener UrkSalzb
1,858
(a. 1308)
MWB 1 1283,38; Bearbeiter: Diehl |