Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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d – dalmut
dam – dancsagen
dancwillen – dannen von
dannen vür – dæren
dâ(r)/ da(r) enbinnen – dâ(r)/ da(r) obe
darre – dast
dâte – deckeschûr
deckevël – dëhsen
dëhsîsen – denclîche
dencliute – derpkuoche
derpteic – diadrogant
dîâken – diehter
diehterîde – dienestbære
dienestbærecheit – dienestman|erbe
dienestmanguot – 2diep
diep- – diernkint
diernlach – dilde
dille – dincphliht
dincphlihte – dingelîn, dingel
1dingen – dirhalp
dirre – distelîn
distelsâme – diupe (?)
diupguot, diubsguot (?) – dôfheit
dôgen, dougen – donerec
donergebirge – dorferlêhen
dorfgebûwære – dorfschaft
dorfsmit – dorneht
dorneht – dörperdiet
dörperecheit – dôʒen
drabeknëht – drangen
drangest – drî
drîancasîne – drîgesæʒe
drîgevar – dringen
drî|nisse – drittelhof
drittestunt – drîzëhen
drîzëhenære – druc
drûch – drüʒʒelstôʒ
du, dû – dumme
dumpfe – duns
dünsel – durchbittern
durchbitzen – durchdœnen
durchdrengen – durchgerne
durchgesiht – durchgründen
durchgrunthaftec – durchkifen
durchkiusche – durchlësen
durchlestern – durchlûʒen
durchmâlen – 1durchrecken
2durchrecken – durchsaffen
durchsagen – durchschrecken
durchschrenzen – durchslac
durchslahen – durchsprëchen
durchspreiten – durchswingen
durchtân – durchverwen
durchvieren, durchwieren – durchvrô
durchvrœnen – durchweichen
durchweidec – durchziln
durchzimbern – dûrliche
durlinc – durstebërnde
durstec – düʒʒec

   dieʒen - dincbanc    


dieʒen stV. (IIb) intr. 1 ‘schallen, (laut) tönen’
1.1 vom Wind ‘rauschen, brausen’
1.2 von Wasser (übertr. auch von Blut, Tränen) ‘strömen, rauschen’
1.3 ‘sausen, rauschen’ (meist von Ohren)
1.4 in der Wendung sëgel ~ ‘knattern, sich blähen’ (mit Übergang zu 2 )
2 ‘schwellen, sich aufblähen’
3 ‘hervorsprudeln, aufsteigen’ (i.d.R. von Abstrakta)
   1 ‘schallen, (laut) tönen’ sîn stimme alsam ein horn dôz Tr 4046; swaz der doner ie gedôz Parz 567,20; der walt von sange diuzet MF:Veld 37:2,3; irn [Keîî] sult iuwer gewonheit / durch nieman zebrechen. / der humbel der sol stechen: / [...] / der hornûz der sol diezen [brummen] Iw 209; maniger leie dœne [...]: / sieden, diezen, siusen, singen, / zwitzern, grellen, snurren, klingen Renner 4; Anno 27,3; Rol 6058; HeslApk 5606    1.1 vom Wind ‘rauschen, brausen’ der wint uon Aspriane doz Roth 4234; swer ie gehôrte winde diezen Renner 18703; der wint vast von in [aus den Blasebälgen] dôz EnikWchr 24466    1.2 von Wasser (übertr. auch von Blut, Tränen) ‘strömen, rauschen’ dev fluͦt begunde gizen / dev wazer harte dizen VMos 12,26; ich hôrte ein wazzer diezen Walth 8,28; ein brunne ûz herzen grunde gât, / der vor der heizen helle vil manic sêle behüetet hât; / er diuzet in die hœhe, sich vröut sîn allez menschlîche her RvZw 233,3; Frl 2:3,2; Tr 4867; ôwê der schœnen ougen dîn, / [...] / sol dâ von wazzer diezen / und an diu wengel vliezen? EnikWchr 2253; HvNstGZ 2916; dô vaht man schôn, daz daz bluot / vil schôn durch die ringe dôz EnikFb 1211; ein durnîn krône ûf daz houbt / wart im gesatzt, dâ von stoub / des blûtes dîzen durch den bart JvFrst 7297    1.3 ‘sausen, rauschen’ (meist von Ohren): ‘waz bringestu aber her wider [vom Saufgelage] ?’ / ‘toubez houbt und müediu gelider / und daz mir diu ôren diezent / und diu ougen über fliezent’ Renner 9679. 13. 23749; [die Arznei] ist ouch gut uor di diezenden oren SalArz 100,34; her Trunc [...] machet daz daz hirne diuzet / und dirre gein jeme sêre hiuzet Renner 9448    1.4 in der Wendung sëgel ~ ‘knattern, sich blähen’ (mit Übergang zu 2): lude duzzin die segele / die kiele giencgen euene Roth 3638. 182; man hôrte in [ihnen] ir segele diezen unde wagen Kudr 809,2; die roupgalîne fluzzen vaste ûf dem sê. / ir segel lûte duzzen OrtnAW 250,2; GTroj 19796; EnikWchr 2735 u.ö.    2 ‘schwellen, sich aufblähen’ und wer diezend oder zeblæt slæf hât pei den ôrn und grôz âdern BdN 46,26; [Kresse] ist guot für des milzes diezen und für sein plæn ebd. 410,19; swer Got vol minnende wirt, / [...] / unde so mit Gote vuget / daz im an sime gnuget, / so daz sin geist nicht duzet [anschwillt, übermütig wird] HeslApk 2605. 5893. – bildl. von der Fruchtbarkeit der vrouwe (vgl. Anm.z.St.): swer wart ie minneclicher gast, / der vröu sich nach dem diezen Frl 3:29,6    3 ‘hervorsprudeln, aufsteigen’ (i.d.R. von Abstrakta): ware gute, mutes vrut, / an di nicht mac wesen gut, / von der alle gabe duest / und doch nimmerme verluest, / du ursprinc aller gabe / der uͤzérwelten habe TvKulm 387; in der gotheit wol gemeit / dust di erczety des lebn ebd. 4631; ouch di hochvart, di da vluzet / und uz grozem schatze duzet, / hat bedacket sin antlitze Hiob 6272; priester, [...] / so bistu ein reb in gotes herzen, / uß dem lebens frucht / immer sprüßet, düßet Mügeln 322,6; uß reines wibes güte flüßt, / düßt, sprüßt minn ebd. 386,9; si het frowen lobes tor / mit ir kivsche beslozzen / dez kvnt ir lob gedozzen / dvr die siben climata / der erde hie vnde da Martina 165,100. 64,24. 142,23. – wohl hierher: waz sol dem blinden speher varbe diezen Frl 8:24,15

MWB 1 1294,39; Bearbeiter: Schnell

differenz stF. 1 ‘Unterschied, Differenz’
2 musikalischer Terminus (?)
   1 ‘Unterschied, Differenz’ ubermuͦt git ubel arge ræte, / wol gemuͦt wirt selten funden mit der argen, boͤsen tæte. / dise differentze ist helle und himelriche, / die vinster und di glentze JTit 2406,1; nu suochent ir der underscheit / und sliezent ûf der sinne rât, / ir meistersenger an der schar, / und haltent iuch in glîcher differanz Kolm(B) 84,21 (¹Regb/4/479). – ‘Unterscheidung gewährende Belehrung (?)’ in einer figure stet meinsterlich geschriben / ein differentz, bescheit uns uß und innen / von sieben tochtern lobesan / [...]. / die differentz betütet, / [...] / Philosophia und ire gespillen sieben FrlSuppl 9:206,4; das hat mir geben ein differenz / hie uber disen bunt ebd. 9:206,197    2 musikalischer Terminus (?): gesanges kunst, des lop ist wol zu krœnen. / die differentz und melodi zerdönen FrlSuppl 8:214,37; der meister von nâtûre / der lêrt uns singen âne sin, / wie waz wir sollen mezzen wort und melodî, / silben rîme differenz, musicâ underscheit Kolm(B) 188,20 (¹Marn/6/505.1)

MWB 1 1295,42; Bearbeiter: Schnell

diffinieren swV. ‘etw. beschließen, entscheiden’ die meister [...] heten dâvon / ein disputacion / pro et contra. / doch wart ez diffinieret dâ / ze leste von in allen gelîch Ottok 91354

MWB 1 1295,63; Bearbeiter: Schnell

dige stF. ‘Bitte, Gebet’ nu solt du, gote werde, / mine dige irhoren SüklV 150; pitet sey [Maria] mit steter dige, / daz si fleizzechlich an lige / ir trout svne an den fuezzen, / vnz er vns gebuezze / vnser lait Wernh A 1131; geneige ore din ze dige miner [interl. zu inclina aurem tuam ad precem meam ] PsWindb 87,3; Spec 119,32; PsM 60,2 u.ö.

MWB 1 1296,3; Bearbeiter: Schnell

digeln swV. Iterativbildung zu digen ‘bitten, flehen’ daz treib sie vnd wart digeln, / bis er sie aber begond strigeln StriegelK 186

MWB 1 1296,10; Bearbeiter: Schnell

digen swV. ‘beten, flehen’ 1 absol.
2 mit präp. Erg.
2.1 ohne Zusatz
2.2 mit zusätzl. abh. Satz
   1 absol.: Aaron unde er [Moses] digeten VMos 62,21; der sinem gescholn niht vergibit, / wie unsæliche er gedigit [La. disses digit ] ! Vateruns 166    2 mit präp. Erg.    2.1 ohne Zusatz: dô huob er ûf die hente, was ze gote digente Gen 1503; dô diget er hin ze Criste Kchr 14690; er flêgte got inneclîche, / er diget umbe di sêle ebd. 14366; dâ man an got ze rehte diget KvFuss 358; Rol 8924; ÄJud 144    2.2 mit zusätzl. abh. Satz: hin zehimele si digeten / daz Tirrich gesigete: / wol gehalf im daz Rol 8889. 4868; Jacob bigunde ze gote digen, / daz er durch willen sîner forderen in giruoht irhôren Gen 2680. – mit Gen.: des digite also ofte zuo ze gote / Moyses der getriuwe bote, / daz er got selben muose sehen Vateruns 107; deiz gnædiclich uber unsich werd(e), des dige wir ze dir Himmelr 6,18

MWB 1 1296,13; Bearbeiter: Schnell

dignicheit stF. ‘Ernst, Würde’ cehant ane tvale so sten si [die Mönche] vf, vnd vurderin sich vnder ein ander ce gotis diniste, jedoch mit aller dignicheite [ cum gravitate ] BrHoh 22

MWB 1 1296,30; Bearbeiter: Schnell

digradieren swV. degradieren

MWB 1 1296,34;

dîhen stV. (Ib) intr. ‘wachsen, gedeihen, geraten’ der [Alexander] dêch baz in drîn tagen / dan al ander chint, / sô si drîer mânôt alt sint VAlex 118; dineme uihe unde din fruht / deme ne wirret hagel noh suht / uile wole ez allez dihet VMos 22,25; sust kan freude wol gesigen, / da sie glúck heiszet digen Krone 22131; Merseburc wart lêre, / sunder bischof ez dâr bleip. / daz selbe bistuom man dâ treip / ze einer abbatîen. / sus muoste ez wider dîen EbvErf 436; Pelaie kunde borgen noch entlihen: / swann si niht was sehende Lohrangrin, man sach si ubel dihen JTit 6016,4; Will 52,31. – mit präp. Erg.: uuîe sîu [die Morgenröte] dîhet álliz ána de uirtute in uirtutem Will 106,6. 69,14; daz groz ungeweter dech do zu gute [klarte auf, geriet zum Guten] HlReg 37,26; nün habenn sy die herren lann, / und ist die selbe chünst [Arznei] gesigen / und in die gemain gedigenn [an das gemeine Volk gekommen] Märt 13416; wir wahsen an der edelkeit und dien an der klarheit und stigen uf an der hoͤhin Mechth 4: 25,7. – mit Dat.d.P. ‘jmdm. geraten, gelingen’ sô wil ich dich wîhen daz dir elliu dîniu dinch iemmer wole dîhen Gen 1122; daz in deste baz dige ebd. 609. 1374

MWB 1 1296,35; Bearbeiter: Schnell

dîhsel stF. ‘Deichsel’ swacheit und aller itewîz / dem wagen was entwahsen. / sîn dîhsel und sîn ahsen, / die wâren lûter silberîn KvWTroj 30026; swaz danne ander wægen abget gen Wienen [...], der geit von der deichsel [hier: Mitteldeichsel] swaz si treit wenich oder vil lx phenning [...], der æntzwagen [...] geit xxx UrbBayS 4,51; swenne diu deichsel mit pretern oder mit zimmerholz gegen der stat ist gechert StRMünch 191,16. 231,21; HvNstGZ 838. – bildl.: ein wagen wart gar lobelich / bereit; da gab die Warheit dar / die dichsel MügelnKranz 1102; die erste [Grammatik] leite iren fliz / an die dissel zu dem wagen HvNstGZ 797

MWB 1 1296,59; Bearbeiter: Schnell

dîhselwagen stM. ‘Wagen mit einer (Mittel-)Deichsel’ der deihselwagen mit getraid UrbBayS 4,333; swelch wagen vuert getraide [...], ist daz ers in der stat wil verchaufen, so gibt der einczwagen czwen phenning und der deichselwagen vier phenning StRBrünn 373 u.ö.

MWB 1 1297,8; Bearbeiter: Schnell

dîhte Adj., Adv. ‘dicht’ in dichtim ertriche vnde vuchtim vnd vettim do wachsin si [Kastanien] kvme Pelzb 128,19; dî gotis zucht in warf / eins in ein sûche scharf, / dî an im wart sô dichte [heftig] , / daz er zu jungist bîchte / und unsirs hêrren lîcham / mit dem heiligen ole nam NvJer 26000. dar umbe daz der luft dünne ist und niht dîhte zesamengezogen ist, sô enmac sich kein bilde in im geoffenbâren, als man prüeven mac an dem regenbogene Eckh 3:396,13; alsô muoz diu sêle zesamengezogen sîn und dîhte an die edelste kraft, diu an ir ist, ob si den götlîchen ‘vluz’ enpfâhen sol, der sie ervüllet und ervröuwet ebd. 3:396,17

MWB 1 1297,14; Bearbeiter: Schnell

dil, dille stswF., swM. (nicht sicher zu trennen, vgl. ahd. thil stM., thilla swF., thilo swM.) 1 ‘Balken, Bohle, Bodenbrett’
2 aus Brettern gemachte Fläche
2.1 ‘Fußboden’
2.2 ‘Decke eines Raumes’
2.3 ‘Bretterwand, Wand’
3 ‘Raum’
3.1 ‘Hausflur’
3.2 ‘Dachboden’
4 ‘Floß’
5 ‘Diele, Fallbeil’ (zur schmachvollen Hinrichtung vorwiegend beim Delikt der Vergewaltigung, vgl. HRG 1,735f.)
   1 ‘Balken, Bohle, Bodenbrett’ arm vnde gnaden los / vf einer dil er vz swam, / vnz er doch zv stade quam Herb 17112; si vluhen unz an des kieles ort, / etslîche unz in die sentîn: / dâ wolten si genesen sîn. / er brach die dillen nâch in dan, / unz er si gar her vür gewan Wh 415,11; her künic, heizet gâhen; decken man uns sol / unser schif mit dillen Kudr 255,2; Set stiez daz ris uf sines grabes griez. / da wart des criuzes dille Frl 2:15,12; ich sah das funffundvierczig dielen uff einer brucken lagen Lanc 502,12; da ging nit anders steges uber dann ein schmal tiel kum eins fuß breit ebd. 570,6 u.ö.; pretter sol man niht mer hauwen unde tiln niht mer clieben NüP 174    2 aus Brettern gemachte Fläche    2.1 ‘Fußboden’ er streut di rôsen umb daz bat, / sô vil daz al diu dille gar / wart wünneclîch nâch rôsen var UvLFrd 228,31; sie heten unverdrozzen / die diln wol begozzen, / gewaschen schôn die benke Helbl 3,28    2.2 ‘Decke eines Raumes’ [der böse Geist] kam zuͦ ir gar grúlich, und schan als lang das im das hobt untz an die tile gieng Stagel 31,33; do wuͦchs er vor ir angesicht, untz er fil nach an die tili schluͦg ebd. 53,2; wan für die zît als ez [das Kind] êrste bœsiu wort sprichet, sô sult ir ein kleinez rüetelîn nemen bî iu, daz alle zît ob iu stecke in dem diln oder in der want PrBerth 1:35,6    2.3 ‘Bretterwand, Wand’ ‘wa bistu nu, Machmet? / [...] din hus wil ich prechen, / [...] / dine golde garwen dille / muzen alle zu der erde Rol 4182; ist ez ein stat vnde hat si muren oder tuͥllen wen sol [man soll] si nider brechen SchwSp 114a; schonez gras und grunez loup, / des lac der estrich vol. / dille und wende waren wol / mit schonen blumen gedechet StrKD 145,375    3 ‘Raum’    3.1 ‘Hausflur’ boͤser muͦt der ist ain dill / aller boͤser ding benamen Teichn 482,6; in vinster dillen / muez des liechtes warten ein man, / daz er hin naher nicht chan, / uncz man pringt ein liecht hin ein ebd. 564,1184. 564,1440; so ist daz der tail der Hainreich gefallen ist: daz ist daz alte haus und diu dille dieu drunder leit UrkRod 28 (a. 1326)    3.2 ‘Dachboden’ si barc si mit sinne / ufen ir dillen / mit flahse si si beleite [Jos 2,6] VMos 63,14; daz ich din wip, ist ez din will, / mit sterk wil heben uf die dill Wirt 456    4 ‘Floß’ von der laern diln deu von Landawe her enawe get, IIII pfenning, ist aber mautschaeftigs auf dem diln, so geit der dil niht UrbBayJ 494    5 ‘Diele, Fallbeil’ (zur schmachvollen Hinrichtung vorwiegend beim Delikt der Vergewaltigung, vgl. HRG 1,735f.): do sprachen si in einer hohen wise, si liezein in ê die helse ab stozen mit tiln, ê si dc iemer getetin UrkCorp (WMU) 902,19; man warf in zuͦ der erden - sin martel die waz gros: / mit eim tilen snelle daz hŏbet man jm abe schos WolfdD 1071,2; diu dille manigem edelen man / den tac sîn houbet angewan Wildon 3,397

MWB 1 1297,28; Bearbeiter: Schnell

dilære stM. ‘Hersteller von Dielenbrettern, Zimmermann’ bretsnyder, deler [in einer Aufzählung verschiedener Handwerker] OsterSpI 330

MWB 1 1298,23; Bearbeiter: Schnell

dilde Adj. ‘gering, schlecht’ (aus mnl. dulde), hier ‘leicht’? (vgl. Anm.z.St.): mennych gereicht bracht man en zo / beide zam ind wylde. / der denst en was neit deilde / de do was zo dem hove KarlGalie 711

MWB 1 1298,26; Bearbeiter: Schnell

dille F. dil

MWB 1 1298,30;

dillebüne stF. ‘Bretterboden, Bühne’ tabulatum: tu̇len bu̇ne VocClos Ta18

MWB 1 1298,31; Bearbeiter: Schnell

dillen swV. auch tüllen ( UrkAugsb ). ‘mit Brettern verkleiden’ man dete die dielen hinder uch abe allesampt biß an denselben da ir off warent, und die bruck was furbas nit gedielt Lanc 502,15. – übertr.: ez ist als [alles] mit iͤr [Maria] bedekchet / und gedillet maisterleich Teichn 155,207. – als Part.-Adj.: die Crichen hetten manige list / zv dem gesetze erdacht, / vnde hetten vur die stat bracht / [...] gedilte hamiden / gein den turnen vnde den berfriden Herb 14141; gedillet und getrâmet [mit Balken versehen] diu schif man dô vant / gên wetere und gên strîte Kudr 269,1; WernhSpr 7,2

MWB 1 1298,33; Bearbeiter: Schnell

dillestein stM. ‘Fundament, Grundfeste’ für der himel dach du [allmächtiger Gott] blickest / unde durch der helle dillestein KvWLd 1,4; sin [des Marienlobs] ende ich niemer fünde, / grüeb ich biz uf den dillestein KvWGS 33; wannen kumet des tiuvels schrei, / dâ von wir sîn erschrecket? / der dillestein der ist entzwei, / die tôten ûf gewecket Virg 732,9

MWB 1 1298,46; Bearbeiter: Schnell

dime M. dëheme

MWB 1 1298,54;

dimpfen stV. (IIIa) s.a. dempfen. ‘dampfen, rauchen’ dô got mit sîme munde / die sünde rîchen âne trôst / schicket in der helle rôst, / der êweclichen timphet KvWPart 7637; so wirt min hertze [...] sam ein kol dimpfen Minneb 2342. 1286; des muͦsten helme dimpfen, der walt gap luten krach von swerte klenge JTit 4929,2; KvWTroj 33881. – häufig von Pferden: ieweder ors von müede dampf Parz 211,20; riechen und dimpfen / sach man oͤrsh und man WhvÖst 18112. 14804. – refl.: von orsen und von luͤten began der luft sich dimpfen JTit 4149,1

MWB 1 1298,55; Bearbeiter: Schnell

dîn Poss.-Pron. ‘dein’ (als Ausdruck einer Zuordnung zur angeredeten Person) 1 attr. (i.d.R. vorangestellt)
1.1 in Verbindung mit best. oder unbest. Art. (vgl. 2 5 Mhd. Gr. § S 119)
1.2 nachgestellt
2 präd.
3 subst.
   1 attr. (i.d.R. vorangestellt): ôige mir dîn ántlúzze. dîn stímma schélle in mînen ôron. uuánta dîn stimma íst sûoze Will 44,1. 70,1; er dinen vater und din muter PrOberalt 35,31; din rede ist unnvzze Roth 1797; neve Tristan, / sag an, wie stât dîn muot hie zuo? Tr 4403; Maie, ich fröwe mich dîner craft SM:Go 1a: 1,7; Eckh 5:199,4; BdN 203,13    1.1 in Verbindung mit best. oder unbest. Art. (vgl. 2 5Mhd. Gr. § S 119): der dîn charch sin ist gilîch der nâteren Gen 2842; diu genade und der din geist Vateruns 71; dîe dîne scâf Will 13,6 u.ö.; VMos 72,1; ein dîn fürste Turkentâls Parz 128,8. – und mit Ersparung des Bezugswortes: tvͦ dv mir niht, so tvn ich dir niht, verswige dv min bosheit, so versweige ich di dinen PrBerthKl 6,31    1.2 nachgestellt: geheiligit werde der name din Vateruns 65; min herre gerit der tochtir din Roth 315; ich muoz und wil / genâden biten dîn SM:Ro 1: 2,13; VMos 29,8    2 präd.: sê, daz ist dîn Walth 10,26; dô sprach von Tronege Hagene [zu Gelpfrât ] : was der verge dîn? / der wold’ uns niht füeren NibB 1604,1; die schult ist din Frl 4:13,12. 9:1,20. 14:34,8; Rol 8024; Mechth 7:63,12    3 subst.: unde ist iedoch daz unser din, / du la daz din daz unser sin BenGeb 16; hierher oder zum Pron. (?): hêrre, alsus mochte ich und mich / werden ein dû und ein dich, / und daz mir und al daz mîn / gar ein dir und ein dîn Widerstr 325. – im Pl. die dînen ‘die Deinen, deine Angehörigen’ so getanere eren, diu den dinen da [im Paradies] gescihit Himmelr 10,19; di dine ligent alle erslagen Rol 5428. 7925; nv uar heim zu den dinen Wernh D 729; Frl 5:21,1

MWB 1 1299,3; Bearbeiter: Schnell

dinc stN. Pl. auch dinger (z.B. BdN 82,27; Hiob 9855; UrkCorp (WMU) N109A,6 ). 1 rechtsspr. ‘Gericht’ und davon abgeleitete Bedeutungen (vgl. 2 HRG 1,1063-1075; zahlreiche weitere Belege WMU 1,380-382)
1.1 ‘Gerichtsversammlung, -verhandlung, -termin’
1.1.1 in Wendungen mit Adj.
1.1.1.1 ehteʒ, ungeboteneʒ, offeneʒ : Gericht zu einem bestimmten Termin (oft dreimal im Jahr), im Ggs. zum öffentl. ausgerufenen botdinc
1.1.1.2 gehegeteʒ ~ ‘rechtmäßig eröffnetes und abgehaltenes Gericht’
1.1.2 in der Wendung mit Präp. binnen ~ ‘während der Verhandlung’
1.1.3 in Wendungen mit Verben
1.1.4 in der Doppelformel ze ~ und (ze) rinc ‘zum Gericht’
1.2 ‘Gerichtspflicht’
1.3 ‘Gerichtsstätte’
1.4 ‘Gericht’ (Personenkreis, der das Gericht bildet)
1.5 ‘Rechtssache, Rechtsfall, Rechtsfrage’
1.6 ‘Termin, Rechtsfrist’
2 ‘rechtsverbindliche Vereinbarung, Abmachung’
2.1 bezogen auf den Ehestand
2.2 als adv. Gen. dinges ‘auf Kredit, gegen Pfand’ in der Verbindung dinges gëben/ nëmen (s.a. dingesgëben, dingesgëbære )
3 ‘Sache, Angelegenheit, Gegenstand’
3.1 allg.
3.2 ‘Merkmal, Eigenschaft’
3.3 meist generalisierend mit Pers.-Pron. ‘persönliche Angelegenheit, Belange’
3.3.1 oft in Wendungen mit ergên, stân, vâren u.ä.
3.3.2 ‘Anliegen, Vorhaben’
3.4 ‘Handlung, Tat’
3.5 umschreibend oder verhüllend für Geschlechtsteil
3.6 ‘Gegenstand’
4 verblasst
4.1 in Wendungen mit al
4.1.1 ‘alles’
4.1.2 ‘in jeder Hinsicht, gänzlich’
4.1.3 in der Wendung vor/vür alle(n) ~ ‘vor allen Dingen, insbesondere’
4.2 in der Wendung einer dinge ‘gewisser Dinge’
4.3 meist im Pl. mit Attr. mit ... dingen zur Umschreibung der Art und Weise
4.4 in den Wendungen von alten/ niuwen dingen ‘von alters her/ neuerdings’
4.5 in der Wendung in/ under disen/ den dingen ‘unterdessen, währenddessen’
   1 rechtsspr. ‘Gericht’ und davon abgeleitete Bedeutungen (vgl. 2HRG 1,1063-1075; zahlreiche weitere Belege WMU 1,380-382)    1.1 ‘Gerichtsversammlung, -verhandlung, -termin’ an deme jungesten tage, sô er [Gott] sîn dinch habet, / sô nimit er uns scône zuo dem paradîse Gen 2888; daz wir hie nu begen, daz heizet christenlich ding, daz wir umme daz gotes recht und umme die gotis ewe reden suln PrLpz 236,37; ez antwurt auch dehein man umbe sîn eigen, ob man in beklaget vor gerihte, ê in vogtes dinge, ob er ez in der gewer hât; etwâ heizet ez bûteidinc SpdtL 143,9; Mühlh 134,21; UrkCorp (WMU) N818,36. – ‘Jahrding’ (jährlich zu bestimmter Zeit gehaltenes Gericht; vgl. 1.1.1.1): dú ebtizhin von Andelahe [...] sol ze drien citen imme iare in ieclicheme hove ding han, daz ist nah sancte Martins mes vnde ze mitteme hornunge vnde ze mitte meie UrkCorp (WMU) 679,26; dirre dinger sint driu zeme jare ebd. N109A,6    1.1.1 in Wendungen mit Adj.:    1.1.1.1 ehteʒ, ungeboteneʒ, offeneʒ ~ : Gericht zu einem bestimmten Termin (oft dreimal im Jahr), im Ggs. zum öffentl. ausgerufenen → botdinc : leget man aver ding ûz umme ungerichte von deme echten dinge over vîrzênacht SSp 20,4; der schultheize heuet dru echte ding UrkBresl 19 (a. 1261); daz alle die, die dar hoͤrent, drú ungebottenú ding suͦchen sulent UrkCorp (WMU) 244AB,7; in tribus placitis, quae dicuntur ungebothene ding UrbPantKöln 231,31; unde manz [ daz reht ] jnme offen dinge erteilet hat UrkCorp (WMU) 244AB,14    1.1.1.2 gehegeteʒ ~ ‘rechtmäßig eröffnetes und abgehaltenes Gericht’ stirbet die man, das wip ne hauet in sime guͦte nicht, her ne hab iz ir gegeben in gehegeteme dinge UrkBresl 19 (a. 1261); eynes bergmeysters tafel noch buch mag uff nymande gezcukenysse thun, sunder alleyne daz da geschryben wyrt yn den vyer benken yn gehegeten dyngen myt wissen der, dy daz dyng helfyn syzcen UrkFreiberg 2:299,5 (Mitte 14. Jh.); ob ein schepphe in gehegeteme dinge uf der bank mit vnbillichen worten van einem manne missehandelet worde UrkCorp (WMU) 2265,11. 606,24    1.1.2 in der Wendung mit Präp. binnen ~ ‘während der Verhandlung’ ab her binnen dinge icht spricht oder tûd weder recht, oder nicht ne gilt gewonnen schult binnen dinge SSp 47,13; de schult, de der richtêre dâ ûph getzûgen mach gewunnen binnen dinge ebd. 88,21; ab he im nicht leistet binnen dinges, [...], wer im denne zu rechte sines geldes gehelfen sulle StRFreiberg 101,18    1.1.3 in Wendungen mit Verben: ~ (be)sitzen, auch ze ~ sitzen ‘zu Gericht sitzen’ sua ein richteri sizzit ein bisezzin dinc Mühlh 168,14; der kelner sol hie vier ding bisizzen imme iare UrkCorp (WMU) N816,28. 51,39; ein vrien voget [...] geschicket [...], daz offen ding ze besitzenne UrkFürstenb 4,440 (a. 1275); WeistGr 1,669 (a. 1336); der sehste [ meister ] bestunt in mit grôzen witzen / und lartin ze dinge sitzen SAlex 246. ze ~ bringen ‘jmdn./ etw. vor Gericht bringen’ ir ieclich sal sînen herren zu dinge bringen SSp(W) 2:42,1; welch man des nicht tut, den mac sin nakebure zu dinge brengen StRFreiberg 31,25; der richter muz [...] manen den burgermeister, daz he den brif zu dinge brenge ebd. 118,26. – (jmdm.) ~ gebieten, auch (jmdn.) ze ~ gebieten ‘(jmdm.) einen Gerichtstermin ankündigen, (jmdn.) vor Gericht laden’ swâ ein gerihte ist, dâ sol sîn ein scherge oder mêr danne einer. der sol gebieten vogtes dinc SpdtL 82,12. 165,16; der meier sol das ding gebieten siben dage vor den, die hie gesessen sint UrkCorp (WMU) N818,7; so sol men in dis ding gebieten, den huͦberen vnd den ban luͤten ebd. N816,33; so muz man im zu dinge gebiten StRFreiberg 44,20. ~ suochen ‘am Gericht teilnehmen, die Gerichtsversammlung aufsuchen’ und ist diu dritte zît des tages hin, sô ist wol zît, daz man daz dinc suochen sol; daz heizent die leien terzezît SpdtL 166,6. 223,7; RbNeumarkt 130. ~ ûzlegen ‘eine Gerichtsversammlung anberaumen’ vnd so leget her des schultheizen ding uz van deme nehesten tage over vierzen nacht UrkCorp (WMU) 51,4; SSp 20,2    1.1.4 in der Doppelformel ze ~ und (ze) rinc ‘zum Gericht’ quorum beneficiorum possessores [...] ibunt in curiam [...] zuͦ dinge inde zuͦ ringe UrkMoselQ 140,25 (a. 1325); iura que vulgariter vocantur ce rinc et dinc UrkNiederrh 2,331 (a. 1266). 2,371 ( a. 1272); [die Pflicht, zum Gericht zu erscheinen] quod vulgariter zu dingge inde ze ringge gayn vel navolgin dicitur WeistRh 2,1:317 (a. 1304); UrkGerKöln 84 (a. 1225)    1.2 ‘Gerichtspflicht’ eynen man von iewelkem dorphe mût her wol dinges irlâzen, ob her nicht beclagit nis SSp 141,5. 20,6    1.3 ‘Gerichtsstätte’ clagen des ersten tages ynme dinge und dy andern zwene zu huse und zu have UrkFreiberg 2:272,11 (Anfang 14. Jh.); swaer auh in dem dinge vor dem vogte funden wirt [...] den mak man wol beclagen vor dem vogte StRAugsb 135,8    1.4 ‘Gericht’ (Personenkreis, der das Gericht bildet): dâ sâzen ouch [...] / die vierundzwenzic râtman, / [...] / die alle hôrten an daz dinc Erlös 390    1.5 ‘Rechtssache, Rechtsfall, Rechtsfrage’ vmbe des marcgrauen Heinriches vnd der burger dinc von Vriburg sezzen wir und heiscen also UrkCorp (WMU) 94,48. 333,16; wez dunchet dich umb ditz dinch [...] : schol man dem chaiser den zins geben oder nicht? PrOberalt 170,10. – ‘Straftat’ ist ouch daz diehein man der dirre dinge gezigen wuͦrde, wolte gerichten, des gerichte sal man nemen WüP 7c,8; dâ nâch sol her thûch [Zeuge] sîn aller dinge, der men an ine zêt SSp 139,15; swer an gesprochen wirt vmb ein grozzez dinck, daz vf den tot geziuht UrkCorp (WMU) 1975AB,5. 93,14.    1.6 ‘Termin, Rechtsfrist’ der voit sal in beiden bescheiden in daz neiste dinc StRFreiberg 137,8    2 ‘rechtsverbindliche Vereinbarung, Abmachung’ Zambrî hât ain dinch mit dem tievel getân Kchr 10134; sus wurden si zwêne under in zwein / ir dinges alles inein Tr 7324; Martina 255,41. – formelhaft in Urkunden (vgl. WMU 1,381): vnd ze aime ewigem vrkunde dirre dinge han ich geleit an disen brief min jnsigel UrkCorp (WMU) 247,9; des dinges sint gezevg ebd. 1143B,46; ditz ding ist geschehn ze Tyrnstain in minem houe ebd. 2140,37    2.1 bezogen auf den Ehestand: ist och daz die frowe ir dink veraendert mit einen anderm man StRAugsb 116,30; hât ein man ein wîp ze êlîchen dingen unde begibet er sich in einen orden âne ir willen SpdtL 108,25; hat ein man eine frovwe ze ledeclichen dingen [unehelich] . unde hat kint bi ir [...] vnde nimet er si. dar nach ze rehter ê SchwSp 162a    2.2 als adv. Gen. dinges ‘auf Kredit, gegen Pfand’ in der Verbindung dinges gëben/ nëmen (s.a. dingesgëben, dingesgëbære): unde git ein gast sinen kaufschatz dinges uf ein zil StRAugsb 27,15; nimt auh ein man gut dinges uz unde vert damit uf daz lant ebd. 226,1; got welle, swaz ich dinges nime, / daz ich wider geben daz / müeze sanfter unde baz KvWHerzm 530    3 ‘Sache, Angelegenheit, Gegenstand’    3.1 allg.: zu allen disen dingen ist di nezzele guͦt Macer 4,14; nv merket, wie daz ding stat Herb 988; ain kol ist ain prinnend dinch, daz niht flammen gibt BdN 71,15; Lanc 207,28; Eckh 5:14,10; Mügeln 10,15    3.2 ‘Merkmal, Eigenschaft’ daz oͤle hat zwei dinch an im: ez luͤhtet, ez hailet die wunden PrOberalt 7,21; ter leo hebit triu dinc ann / imo. ti dir unserin trotinin bezeichenint ÄPhys 1,6; welich di dinc sin di czu der spise gehoren. si sin heiz oder kalt. trucken ader vuchte SalArz 7,37. 110,33; hie solt dû zwei dinc merken, diu an der minne sint Eckh 5: 219,3; Mechth 2:9,1    3.3 meist generalisierend mit Pers.-Pron. ‘persönliche Angelegenheit, Belange’ si hæten gerne vernomen / sîn dinc und sîn ahte [seinen Stand] Tr 3089; daz er [Marjodo] ir ding lûtbærete / und ez al dâ vermærete ebd. 13611    3.3.1 oft in Wendungen mit ergên, stân, vâren u.ä.: dinev dinc solen dir wole irgen VMos 14,24; vil wol im al sîn dinc ergienc UvZLanz 5222; Vateruns 124. ir dinc ir nôtlîchen stât Kchr 2851; sît im sîn dinc nâch Helchen sô rehte kumberlîchen stât NibB 1198,4; Parz 797,20; Eracl 1533. des weisen [Tristans] dinc, [...] / daz gevuor nâch ungenâden wol Tr 1820; Gen 1707. dem müeze wol gelingen / zallen sinen dingen Tannh 3,117; ein man [...] wil siner sele dinck schaffen StRAugsb 187,13; Iw 1596; Tannh 12,11    3.3.2 ‘Anliegen, Vorhaben’ nv behvte mich sent Galle / vor Reinhartes vbelen dingen ReinFu K,333; sie kunden wol geben lêr / und rât ze strîtes dingen UvEtzAlex 2369    3.4 ‘Handlung, Tat’ do man ein gottes huͤs wiͤhet, do beget man fumf nemlichiu dinck. das ist aspersio, inluminatio, vnctio, inscripcio et benedictio Konr 23,84; ein ritter sol [...] dheynerley ding thun das im ymant zu schand möge verwißen Lanc 120,31. 103,14; vasten, barvuoz gân und ander dinc des glîche, daz pênitencie heizet Eckh 5: 244,6; Lucid 75,5. 102,24; UvZLanz 7278; WüP 44,2. – ‘Ereignis’ mir mocht in der welt kein lieber ding geschehen Lanc 515,14; da trost in vnser herre vnd eroffenot im elliu dinch, div ergangen waren vnd dennoch die ergen solten Konr 12,14; ouch kan ich künftic dinc ersehen / von dingen, diu ê sint geschehen RvEBarl 3345. 3631; Exod 476; Eckh 5:211,6    3.5 umschreibend oder verhüllend für Geschlechtsteil: diu äffinn hât ain ding sam ain weip und der aff ainz sam ain hunt BdN 159,10; vâhet [eine Frau bei einem Streit zwischen zwei Männern] jenes mannes dinc under den beinen SchwSp(W) 172,121; HvBer 4880    3.6 ‘Gegenstand’ daz was ein dinc, daz hiez der Grâl Parz 235,23; und von der vier element mischung in sich selber werden alleu andern dinch: stain, paum und tyr KvMSph 10,3; sîn gesinde und ander sîn dinc Tr 7353. 1382. 5317; Macer 3,5; WüP 25,3    4 verblasst    4.1 in Wendungen mit al    4.1.1 ‘alles’ daz er an allen dingen / wil volbringen / mit den werken sînen muot Iw 1503; schephare allir dinge, / cheiser allir chuͦninge Rol 1. 8713; sîn kraft, sîn gotlîcher rât / alliu dinc gemachet hât RvEBarl 12870; GenM 18,21    4.1.2 ‘in jeder Hinsicht, gänzlich’ frou Blanschiflur diu was an allen dingen kluoc Tannh 4,29; Tr 5066; dâ [in der Ähre] sint vil körner inn, diu sint dem hirs aller ding geleich BdN 403,22. 231,14; Litan 1005; daz si [die Königin beim Gottesurteil] die isen ubergienc / alles dinges unverschart Pass III 388,91; Parad 16,14    4.1.3 in der Wendung vor/vür alle(n) ~ ‘vor allen Dingen, insbesondere’ nim der gotes lêre war! / vür alliu dinc minne got; / erbarmherze ist sîn gebot RvEBarl 14821; dis ist vor allen dingen nôt Eckh 5: 277,4. 5:282,6; Tr 11441; RechtssB L8,4    4.2 in der Wendung einer dinge ‘gewisser Dinge’ nu weset einer dinge wis [vgl. Anm.z.St.] MorantGalie 1396. 4071; der hêrre ist guot, sîn lant ist sam: / wan deich mich einer dinge sêre bî in beiden scham, / daz mich nieman wirdet, ez ensî ob erz al eine tuot RvZw 150,5    4.3 meist im Pl. mit Attr. mit ... dingen zur Umschreibung der Art und Weise: [ich sah Tiere] vehten unde ringen / mit eislîchen dingen Iw 408. 1526; mit susgetânin dingen sult ir ivch mineme trehtine genâhen Spec 45,31; er forcht das im ieman sin lant angewúnne mit abenturlichen dingen Lanc 304,25; RvEBarl 3474; Mühlh 105,4    4.4 in den Wendungen von alten/ niuwen dingen ‘von alters her/ neuerdings’ als ovch iz an sev was chomen von alten ding vnd von alter herschaft UrkCorp (WMU) 3383,25. 1220,19; AvaJo 9,6; VRechte 402. vnt nevn weingartn [...], die ich het haizzen setzen von newen dingen UrkCorp (WMU) 3366,28. 695,29    4.5 in der Wendung in/ under disen/ den dingen ‘unterdessen, währenddessen’ in disin dingin wart iz nacht, / und giengin die lute slafin Athis A* 74. A** 15; in den dingen ez geschach Tr 3408; under disen dingen gie / Brangæne zuo Tristande ebd. 14386. 2401; under den dingen bat er got PrStPaul 84,1

MWB 1 1299,37; Bearbeiter: Schnell

dinc- s.a. gedinc-

MWB 1 1303,23;

dincbanc stF. ‘Gericht, Gerichtsbezirk’ und in allen gericht daz zu den dingpenken gehört, daz Sand Gorgen, daz den Heiligen Chreuz und daz Sand Stephan hat er [der Landrichter] den tod zu richten WeistÖ 6:377,16 (a. 1340 kopial); einer louft zu der dingbangk ader zu dem richtstule mit synem geschrey RbMagdeb 400,41; man sol in [den vogthaber, eine Abgabe] enpfahen an der dinchbanch ze Mænnse UrkEnns 1,109 (14. Jh.)

MWB 1 1303,24; Bearbeiter: Schnell