donre
stM.
→
doner
MWB 1 1344,53;
donren
swV.
auch dunren.
intr. ‘donnern, krachen’
dar zuo siht man regen und snê, hagel und plitzen und hœrt
man donren und her ab vallent stain mit dem donren BdN
74,28.
94,18;
do dy schare dese stymme horten, do sprochen sy, iz hette gedunret
[Io 12,29]
EvBerl
54,8;
ob es hett geduͦnret, man enkunde in der burg nit hann
gehöret Lanc
8,25;
Krone
6240.
– übertr.:
allêrste nu donrete der walt / von lanzen krache und der sper
Wh
372,12;
herr, nieman laze sich an din swigen, wan gewerlich din stilles swigen geratet
ze jungste ze einem grimmen tonren Seuse
230,6;
in siner hoen wisheit Got / donert in siner stymme hel Hiob
13839
MWB 1 1344,54; Bearbeiter: Schnell
dorf
stN.
wmd. dorp.
‘Dorf’, ländliche Siedlungsgemeinschaft, vom einzelnen Hof bis
zur großen Dorfsiedlung; lässt sich nicht immer eindeutig von der Rechtsgemeinschaft
abgrenzen (vgl. 2HRG 1,1120-1132):
in dem lande niuwen / sach man nû vaste biuwen /
[...] / dörfer stiften, acker riuten UvEtzAlex
26124;
sy quamen bernende myt vuyre, / sy enleissen huys, dorp noch schure
HagenChr(G)
966;
die herren [...] lihen in dorfer
unde lêhen EnikFb
1861;
sú [...] fuͦrten den gesellen
gevangen fúr des dorfes vogt Seuse
76,16.
139,15;
ReinFu
K,1569.
– in Abgrenzung zu burc, stat, velt u.ä.:
dorf, burg vnde stat / siner sele
[Hektors] gutes bat Herb
10451;
SAlex
4776;
fuͤrt der dunst mit im aschen und feur und verprent
doͤrfer und stet KvMSph
17,29;
BdN
113,11;
RechtssB
M12,5;
den zehent paide grosse und klain ze veld und ze dorf UrkPölt
255
(a. 1322);
allen enden uͦffe dem velde, uͦffe deme lande, in
buͦrgen, in steten unde in den dorfern UrkCorp (WMU)
2302,23;
HvNstAp
3839;
vicus [...] ponitur pro villa rurali quod vulgariter
dicitur dorf, viculus [...] vulgariter dicitur willer
VocBV324e
18;
hube, doͤrfer oder lant Warnung
2366.
– Ortschaft (im Unterschied zur Dorfflur):
ûzsewendig des graben, der umbis dorf gat UrkCorp (WMU)
N325,12.
–
‘Einzelhof, Landgut’ (in Übers. bibl. Texte für lat.
villa):
der eine chot hâti gechouffet ein dorf vile
guot [Lc 14,18] , / er muose daz bescouwen, bat sich
firsprechen Gen
2906;
er hiet ein dorf gechauffet, da muͤst er hin
PrOberalt
121,10.
122,21;
ich hân ein dorf gekoufet, ich enmac niht komen Eckh
1:337,2.
–
‘dörflicher Rechtsverband, Rechtsbezirk, Gemarkung’
ez gehort ze peilstain diu stat ze horn unt der marcht ze
polan unt ein dorf ze rorenpach EnikLB
724,11;
es sey an herscheften, puͤrigen, steten, maerkchten, fogtayen,
gerichten, chirichensaetzen, doͤrffer, weiler, [...]
wazzer, aekcher UrkEnns
6,241
(a. 1337);
von allem ierm guet, [...] iz sein dorfer, mairhof,
eckher oder welcherlai erb iz sei StRBrünn
384;
daz ich den herren von dem tutescenhus han gegeben diu kirchen ze Wineden und
diu ehafte uber daz dorph mit allem dem rehte und mit allem dem, daz dar zo horet
UrkCorp (WMU)
1184,1;
SpdtL
203,2;
OberBairLdr
136.
– die zum Dorf gehörende Dorfflur, Dorfgemarkung:
vierdhalbe hube, di gelegen sint in dem dorfe [
villa
2579A,36] ze Vrezen UrkCorp (WMU)
2579B,36;
die [Äcker] ligent in dem banne oder in der gewande
dez dorfes genant Mvnewilre ebd.
N811,25
MWB 1 1345,4; Bearbeiter: Schnell
dorfære
stM.
‘Dorfbewohner’ (s.a.
dorpære
):
den dorferen, di gar wacker / sint mit pherden uf dem acker Hiob
14583;
unseren heylant de engil virmeldetin / den hirtin uf deme velde, / nit den
greven noch den landesherren, / wande den oytmudichen
[einfachen] dorferen MynnenR
196.
– als Name:
des bitet der Sîfrit Dorfære Frauentrost
638
MWB 1 1345,55; Bearbeiter: Schnell
dorfban
stM.
‘Dorfgemarkung’
alle diese vorgeschriebene recht und gült die die vorgenante Repper hant in
dem dorfban und gericht Einsmingen globen wir für uns und unser nachkommen und erben
gutlichen lassen geniszen und volgen WeistGr
6,423
(a. 1348)
MWB 1 1345,63; Bearbeiter: Schnell
dorfbecke
swM.
‘Dorfbäcker’
H. der dorfpech UrkCorp (WMU)
2044,1
MWB 1 1346,5; Bearbeiter: Schnell
dorfbëte
stF.
‘Bitte an die Nachbarn’
‘herre, uns wer ouch feͧwers not!’ / ‘so nim, zu howe
daz betbret [Bettbrett] / und uber hebe uns dorf
bet’ ErzIII
40,64
MWB 1 1346,7; Bearbeiter: Schnell
dorfbrunne
swM.
‘Dorfbrunnen’
[er] hat iez ein sekli her us genommen und hat es in den
dorfbrunnen getan, dar umbe daz alle die, die her koment ze markte, muͤssin
sterben, alle die des brunnen trinkent Seuse
75,19
MWB 1 1346,11; Bearbeiter: Schnell
dörfelîn
stN.
auch dorfle.
Dimin. zu dorf:
bei der selben stat nahen ist ein doͤrfelin, daz
haizzet Chana PrOberalt
33,38;
ditze wenig doͤrffelin daz betuͤtet diu hilige
christenheit ebd.
7,11.
7,14;
sament giengent sú also, / und fúr die stat sú kament do, / under den Olei
berg da bi: / ze Betphaie hies ain doͤrfeli WernhMl
8384;
dar nach daz dorfle Zalazeit UrkCorp (WMU)
1294,9
MWB 1 1346,16; Bearbeiter: Schnell
dorferlêhen
stN.
‘Bauerngut’
si gab dem pawren manig pfundt /
[...], / guter dorffer lehen drey
HvNstAp
15436
MWB 1 1346,24; Bearbeiter: Schnell
dorfgebûwære
stM.
‘Dorfbewohner’
daz ich niht frœlîch singe, / [...] / dise
dorfgebûwer / die nimt des gar untûwer: / si tragent mir haz Neidh
SL 22:6f,4
MWB 1 1346,27; Bearbeiter: Schnell
dorfgebûwe (?)
stN.
‘zum Dorf gehöriges Gebäude’
umbe nicheiner hande ungerichte sal man ûf howen
[abbrechen] dorfgebûwe [Hs. dor
gebuwe
] , iz en sie daz dâr magt oder wîb nôteget werde
oder genôtiget inne vûrt sî SSp(W)
3:1,1
MWB 1 1346,31; Bearbeiter: Schnell
dorfgerihte
stN.
‘Dorfgericht, (niedere) Gerichtsbarkeit in einem Dorf’
vnd sol der selbe maister haben [...] sin dorfgerihte
an fliezende wunden vnd an diupstal UrkCorp (WMU)
899,44;
daz daz dorfgerich ze Prant an mich ist chomen von minen vodern
[...] mit allem dem recht vnt dorfgerichtes recht
ebd.
2074,13.
2653,19;
UrkWittelsb
2,187
(a. 1311);
UrkWürzb
40,105
(a. 1337)
MWB 1 1346,36; Bearbeiter: Schnell
dorfgesinde
stN.
‘Dorfbewohner’
und nam fraw Metzen bi der hant: / er fuort si zu der linden. / do kam als
dorffgesinde, / vier und dreissig oder me MeierBetz
279
MWB 1 1346,44; Bearbeiter: Schnell
dorf|getelinc
stM.
‘Bauernbursche’
[der] vierde ist Sigewîn / und ist der geilen
dorefgetelinge ein michel trünne Neidh
WL 17:3a,9
MWB 1 1346,48; Bearbeiter: Schnell
dorfgrabe
swM.
‘Dorfgraben’
undenan nebent den dorfgraban UrkFreiburg
3:109,25
(a. 1308);
uf dem dorfgraben nebent Ruͤdins des meigers gebreitun ebd.
3:109,27
MWB 1 1346,51; Bearbeiter: Schnell
dorfguot
stN.
‘Dorfgut’, hier als Flurbezeichnung:
von dryn huͦffen, dyͤ da sint geheiszn dorf guͦt, gelegen
zcu Howindin UrkCorp (WMU)
N407,31
MWB 1 1346,55; Bearbeiter: Schnell
dorfhërre
swM.
‘Dorfherr’, hier Bestandteil von Personennamen:
bruͤder Chunr. der dorfherre UrkCorp (WMU)
1954,3
MWB 1 1346,58; Bearbeiter: Schnell
dorfhüetære
stM.
‘Dorfhüter’, hier Bestandteil von Personennamen:
Perhtolt der Dorfhuter, Heinr. Dorfhuter UrkCorp (WMU)
2329,19
MWB 1 1346,61; Bearbeiter: Schnell
dorfhuobe
swF.
‘Bauernstelle’ (Besitz eines Hofes):
der riche Walther hot zwa dorfhoeben, der iecliche gilt en malter kornis und
acht schillinge hellere uf sant Martins tach UrbSchweinf
650
u.ö.;
dev dorfhvb giltet anderhalben mvtt rokken UrbBayS
4,26
MWB 1 1347,1; Bearbeiter: Schnell
dorfknabe
swM.
‘Bauernbursche’
daz ist Irenber. / vert von Botenbrunne er / durch sîn höfschen dâ her abe, /
ein vil hiuzer dorefknabe, / guoter wîbe minne müeze im nimmer werden teil
Neidh
WL 35:4,4
MWB 1 1347,7; Bearbeiter: Schnell
dorfknëht
stM.
‘Bauernbursche’
Troll und Engelhart, / Rüsch und ander dorffknecht / gabent nit me durch recht
/ denn zwen ain gantzen haller Bauernh
439
MWB 1 1347,12; Bearbeiter: Schnell
dorfkrage
swM.
‘Bauernbursche’
alle vîretage / kumt der œde dorefkrage / wol selpfünfter her gegân. / sîn hâr
hât den widerspân. / zwên die tragent îsnîniu swert, die zwêne wîze stabe
Neidh
WL 35:6e,2
MWB 1 1347,16; Bearbeiter: Schnell
dorfliut
stN. , dorfliute
stM. (Pl.)
dient als Pl. für dorfman.
‘Dorfbewohner’
daz ist wol halbe ketzerîe und daz ermordet aller meiste der dorfliute
PrBerth
2:70,27;
so soll das dorflüte zusammen gon und sollent kiesen einen heimburger
WeistGr
1,728
(a. 1338 kopial);
nach gewonheit der dorflaͤut RechtssA
K47,15;
UrkCorp (WMU)
N306,40
MWB 1 1347,21; Bearbeiter: Schnell
dorfmaget
stF.
‘Dorfmädchen’
es was ein sêlige dorfmaget / ir rinder hette sie ûz gegaget
SelDorfmagd
196,33;
dô sprach der eine prediêre: nu sage / mir, vil liebe dorfmaget ebd.
197,7
MWB 1 1347,28; Bearbeiter: Schnell |