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ABCDEF s.VGHIJKL
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d – dalmut
dam – dancsagen
dancwillen – dannen von
dannen vür – dæren
dâ(r)/ da(r) enbinnen – dâ(r)/ da(r) obe
darre – dast
dâte – deckeschûr
deckevël – dëhsen
dëhsîsen – denclîche
dencliute – derpkuoche
derpteic – diadrogant
dîâken – diehter
diehterîde – dienestbære
dienestbærecheit – dienestman|erbe
dienestmanguot – 2diep
diep- – diernkint
diernlach – dilde
dille – dincphliht
dincphlihte – dingelîn, dingel
1dingen – dirhalp
dirre – distelîn
distelsâme – diupe (?)
diupguot, diubsguot (?) – dôfheit
dôgen, dougen – donerec
donergebirge – dorferlêhen
dorfgebûwære – dorfschaft
dorfsmit – dorneht
dorneht – dörperdiet
dörperecheit – dôʒen
drabeknëht – drangen
drangest – drî
drîancasîne – drîgesæʒe
drîgevar – dringen
drî|nisse – drittelhof
drittestunt – drîzëhen
drîzëhenære – druc
drûch – drüʒʒelstôʒ
du, dû – dumme
dumpfe – duns
dünsel – durchbittern
durchbitzen – durchdœnen
durchdrengen – durchgerne
durchgesiht – durchgründen
durchgrunthaftec – durchkifen
durchkiusche – durchlësen
durchlestern – durchlûʒen
durchmâlen – 1durchrecken
2durchrecken – durchsaffen
durchsagen – durchschrecken
durchschrenzen – durchslac
durchslahen – durchsprëchen
durchspreiten – durchswingen
durchtân – durchverwen
durchvieren, durchwieren – durchvrô
durchvrœnen – durchweichen
durchweidec – durchziln
durchzimbern – dûrliche
durlinc – durstebërnde
durstec – düʒʒec

   donre - dorfmaget    


donre stM. doner

MWB 1 1344,53;

donren swV. auch dunren. intr. ‘donnern, krachen’ dar zuo siht man regen und snê, hagel und plitzen und hœrt man donren und her ab vallent stain mit dem donren BdN 74,28. 94,18; do dy schare dese stymme horten, do sprochen sy, iz hette gedunret [Io 12,29] EvBerl 54,8; ob es hett geduͦnret, man enkunde in der burg nit hann gehöret Lanc 8,25; Krone 6240. – übertr.: allêrste nu donrete der walt / von lanzen krache und der sper Wh 372,12; herr, nieman laze sich an din swigen, wan gewerlich din stilles swigen geratet ze jungste ze einem grimmen tonren Seuse 230,6; in siner hoen wisheit Got / donert in siner stymme hel Hiob 13839

MWB 1 1344,54; Bearbeiter: Schnell

dorf stN. wmd. dorp. ‘Dorf’, ländliche Siedlungsgemeinschaft, vom einzelnen Hof bis zur großen Dorfsiedlung; lässt sich nicht immer eindeutig von der Rechtsgemeinschaft abgrenzen (vgl. 2HRG 1,1120-1132): in dem lande niuwen / sach man nû vaste biuwen / [...] / dörfer stiften, acker riuten UvEtzAlex 26124; sy quamen bernende myt vuyre, / sy enleissen huys, dorp noch schure HagenChr(G) 966; die herren [...] lihen in dorfer unde lêhen EnikFb 1861; sú [...] fuͦrten den gesellen gevangen fúr des dorfes vogt Seuse 76,16. 139,15; ReinFu K,1569. – in Abgrenzung zu burc, stat, velt u.ä.: dorf, burg vnde stat / siner sele [Hektors] gutes bat Herb 10451; SAlex 4776; fuͤrt der dunst mit im aschen und feur und verprent doͤrfer und stet KvMSph 17,29; BdN 113,11; RechtssB M12,5; den zehent paide grosse und klain ze veld und ze dorf UrkPölt 255 (a. 1322); allen enden uͦffe dem velde, uͦffe deme lande, in buͦrgen, in steten unde in den dorfern UrkCorp (WMU) 2302,23; HvNstAp 3839; vicus [...] ponitur pro villa rurali quod vulgariter dicitur dorf, viculus [...] vulgariter dicitur willer VocBV324e 18; hube, doͤrfer oder lant Warnung 2366. – Ortschaft (im Unterschied zur Dorfflur): ûzsewendig des graben, der umbis dorf gat UrkCorp (WMU) N325,12. – ‘Einzelhof, Landgut’ (in Übers. bibl. Texte für lat. villa): der eine chot hâti gechouffet ein dorf vile guot [Lc 14,18] , / er muose daz bescouwen, bat sich firsprechen Gen 2906; er hiet ein dorf gechauffet, da muͤst er hin PrOberalt 121,10. 122,21; ich hân ein dorf gekoufet, ich enmac niht komen Eckh 1:337,2. – ‘dörflicher Rechtsverband, Rechtsbezirk, Gemarkung’ ez gehort ze peilstain diu stat ze horn unt der marcht ze polan unt ein dorf ze rorenpach EnikLB 724,11; es sey an herscheften, puͤrigen, steten, maerkchten, fogtayen, gerichten, chirichensaetzen, doͤrffer, weiler, [...] wazzer, aekcher UrkEnns 6,241 (a. 1337); von allem ierm guet, [...] iz sein dorfer, mairhof, eckher oder welcherlai erb iz sei StRBrünn 384; daz ich den herren von dem tutescenhus han gegeben diu kirchen ze Wineden und diu ehafte uber daz dorph mit allem dem rehte und mit allem dem, daz dar zo horet UrkCorp (WMU) 1184,1; SpdtL 203,2; OberBairLdr 136. – die zum Dorf gehörende Dorfflur, Dorfgemarkung: vierdhalbe hube, di gelegen sint in dem dorfe [ villa 2579A,36] ze Vrezen UrkCorp (WMU) 2579B,36; die [Äcker] ligent in dem banne oder in der gewande dez dorfes genant Mvnewilre ebd. N811,25

MWB 1 1345,4; Bearbeiter: Schnell

dorfære stM. ‘Dorfbewohner’ (s.a. dorpære ): den dorferen, di gar wacker / sint mit pherden uf dem acker Hiob 14583; unseren heylant de engil virmeldetin / den hirtin uf deme velde, / nit den greven noch den landesherren, / wande den oytmudichen [einfachen] dorferen MynnenR 196. – als Name: des bitet der Sîfrit Dorfære Frauentrost 638

MWB 1 1345,55; Bearbeiter: Schnell

dorfban stM. ‘Dorfgemarkung’ alle diese vorgeschriebene recht und gült die die vorgenante Repper hant in dem dorfban und gericht Einsmingen globen wir für uns und unser nachkommen und erben gutlichen lassen geniszen und volgen WeistGr 6,423 (a. 1348)

MWB 1 1345,63; Bearbeiter: Schnell

dorfbecke swM. ‘Dorfbäcker’ H. der dorfpech UrkCorp (WMU) 2044,1

MWB 1 1346,5; Bearbeiter: Schnell

dorfbëte stF. ‘Bitte an die Nachbarn’ ‘herre, uns wer ouch feͧwers not!’ / ‘so nim, zu howe daz betbret [Bettbrett] / und uber hebe uns dorf bet’ ErzIII 40,64

MWB 1 1346,7; Bearbeiter: Schnell

dorfbrunne swM. ‘Dorfbrunnen’ [er] hat iez ein sekli her us genommen und hat es in den dorfbrunnen getan, dar umbe daz alle die, die her koment ze markte, muͤssin sterben, alle die des brunnen trinkent Seuse 75,19

MWB 1 1346,11; Bearbeiter: Schnell

dörfelîn stN. auch dorfle. Dimin. zu dorf: bei der selben stat nahen ist ein doͤrfelin, daz haizzet Chana PrOberalt 33,38; ditze wenig doͤrffelin daz betuͤtet diu hilige christenheit ebd. 7,11. 7,14; sament giengent sú also, / und fúr die stat sú kament do, / under den Olei berg da bi: / ze Betphaie hies ain doͤrfeli WernhMl 8384; dar nach daz dorfle Zalazeit UrkCorp (WMU) 1294,9

MWB 1 1346,16; Bearbeiter: Schnell

dorferlêhen stN. ‘Bauerngut’ si gab dem pawren manig pfundt / [...], / guter dorffer lehen drey HvNstAp 15436

MWB 1 1346,24; Bearbeiter: Schnell

dorfgebûwære stM. ‘Dorfbewohner’ daz ich niht frœlîch singe, / [...] / dise dorfgebûwer / die nimt des gar untûwer: / si tragent mir haz Neidh SL 22:6f,4

MWB 1 1346,27; Bearbeiter: Schnell

dorfgebûwe (?) stN. ‘zum Dorf gehöriges Gebäude’ umbe nicheiner hande ungerichte sal man ûf howen [abbrechen] dorfgebûwe [Hs. dor gebuwe ] , iz en sie daz dâr magt oder wîb nôteget werde oder genôtiget inne vûrt sî SSp(W) 3:1,1

MWB 1 1346,31; Bearbeiter: Schnell

dorfgerihte stN. ‘Dorfgericht, (niedere) Gerichtsbarkeit in einem Dorf’ vnd sol der selbe maister haben [...] sin dorfgerihte an fliezende wunden vnd an diupstal UrkCorp (WMU) 899,44; daz daz dorfgerich ze Prant an mich ist chomen von minen vodern [...] mit allem dem recht vnt dorfgerichtes recht ebd. 2074,13. 2653,19; UrkWittelsb 2,187 (a. 1311); UrkWürzb 40,105 (a. 1337)

MWB 1 1346,36; Bearbeiter: Schnell

dorfgesinde stN. ‘Dorfbewohner’ und nam fraw Metzen bi der hant: / er fuort si zu der linden. / do kam als dorffgesinde, / vier und dreissig oder me MeierBetz 279

MWB 1 1346,44; Bearbeiter: Schnell

dorf|getelinc stM. ‘Bauernbursche’ [der] vierde ist Sigewîn / und ist der geilen dorefgetelinge ein michel trünne Neidh WL 17:3a,9

MWB 1 1346,48; Bearbeiter: Schnell

dorfgrabe swM. ‘Dorfgraben’ undenan nebent den dorfgraban UrkFreiburg 3:109,25 (a. 1308); uf dem dorfgraben nebent Ruͤdins des meigers gebreitun ebd. 3:109,27

MWB 1 1346,51; Bearbeiter: Schnell

dorfguot stN. ‘Dorfgut’, hier als Flurbezeichnung: von dryn huͦffen, dyͤ da sint geheiszn dorf guͦt, gelegen zcu Howindin UrkCorp (WMU) N407,31

MWB 1 1346,55; Bearbeiter: Schnell

dorfhërre swM. ‘Dorfherr’, hier Bestandteil von Personennamen: bruͤder Chunr. der dorfherre UrkCorp (WMU) 1954,3

MWB 1 1346,58; Bearbeiter: Schnell

dorfhüetære stM. ‘Dorfhüter’, hier Bestandteil von Personennamen: Perhtolt der Dorfhuter, Heinr. Dorfhuter UrkCorp (WMU) 2329,19

MWB 1 1346,61; Bearbeiter: Schnell

dorfhuobe swF. ‘Bauernstelle’ (Besitz eines Hofes): der riche Walther hot zwa dorfhoeben, der iecliche gilt en malter kornis und acht schillinge hellere uf sant Martins tach UrbSchweinf 650 u.ö.; dev dorfhvb giltet anderhalben mvtt rokken UrbBayS 4,26

MWB 1 1347,1; Bearbeiter: Schnell

dorfknabe swM. ‘Bauernbursche’ daz ist Irenber. / vert von Botenbrunne er / durch sîn höfschen dâ her abe, / ein vil hiuzer dorefknabe, / guoter wîbe minne müeze im nimmer werden teil Neidh WL 35:4,4

MWB 1 1347,7; Bearbeiter: Schnell

dorfknëht stM. ‘Bauernbursche’ Troll und Engelhart, / Rüsch und ander dorffknecht / gabent nit me durch recht / denn zwen ain gantzen haller Bauernh 439

MWB 1 1347,12; Bearbeiter: Schnell

dorfkrage swM. ‘Bauernbursche’ alle vîretage / kumt der œde dorefkrage / wol selpfünfter her gegân. / sîn hâr hât den widerspân. / zwên die tragent îsnîniu swert, die zwêne wîze stabe Neidh WL 35:6e,2

MWB 1 1347,16; Bearbeiter: Schnell

dorfliut stN. , dorfliute stM. (Pl.) dient als Pl. für dorfman. ‘Dorfbewohner’ daz ist wol halbe ketzerîe und daz ermordet aller meiste der dorfliute PrBerth 2:70,27; so soll das dorflüte zusammen gon und sollent kiesen einen heimburger WeistGr 1,728 (a. 1338 kopial); nach gewonheit der dorflaͤut RechtssA K47,15; UrkCorp (WMU) N306,40

MWB 1 1347,21; Bearbeiter: Schnell

dorfmaget stF. ‘Dorfmädchen’ es was ein sêlige dorfmaget / ir rinder hette sie ûz gegaget SelDorfmagd 196,33; dô sprach der eine prediêre: nu sage / mir, vil liebe dorfmaget ebd. 197,7

MWB 1 1347,28; Bearbeiter: Schnell