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ABCDEF s.VGHIJKL
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d – dalmut
dam – dancsagen
dancwillen – dannen von
dannen vür – dæren
dâ(r)/ da(r) enbinnen – dâ(r)/ da(r) obe
darre – dast
dâte – deckeschûr
deckevël – dëhsen
dëhsîsen – denclîche
dencliute – derpkuoche
derpteic – diadrogant
dîâken – diehter
diehterîde – dienestbære
dienestbærecheit – dienestman|erbe
dienestmanguot – 2diep
diep- – diernkint
diernlach – dilde
dille – dincphliht
dincphlihte – dingelîn, dingel
1dingen – dirhalp
dirre – distelîn
distelsâme – diupe (?)
diupguot, diubsguot (?) – dôfheit
dôgen, dougen – donerec
donergebirge – dorferlêhen
dorfgebûwære – dorfschaft
dorfsmit – dorneht
dorneht – dörperdiet
dörperecheit – dôʒen
drabeknëht – drangen
drangest – drî
drîancasîne – drîgesæʒe
drîgevar – dringen
drî|nisse – drittelhof
drittestunt – drîzëhen
drîzëhenære – druc
drûch – drüʒʒelstôʒ
du, dû – dumme
dumpfe – duns
dünsel – durchbittern
durchbitzen – durchdœnen
durchdrengen – durchgerne
durchgesiht – durchgründen
durchgrunthaftec – durchkifen
durchkiusche – durchlësen
durchlestern – durchlûʒen
durchmâlen – 1durchrecken
2durchrecken – durchsaffen
durchsagen – durchschrecken
durchschrenzen – durchslac
durchslahen – durchsprëchen
durchspreiten – durchswingen
durchtân – durchverwen
durchvieren, durchwieren – durchvrô
durchvrœnen – durchweichen
durchweidec – durchziln
durchzimbern – dûrliche
durlinc – durstebërnde
durstec – düʒʒec

   driesch - drinden    


driesch stMN. (nd. ?) ‘brachliegendes Ackerland’ (vgl. W. Foerste, Die Herkunft des Wortes Driesch, in: Niederdt. Wort 6 [1966], S. 57-69): terram incultam quae in vulgari drysch vel venne dicitur UrkNiederrh 1,397 (a. 1200)

MWB 1 1369,3; Bearbeiter: Diehl

drieʒ stM. ‘Unwillen, Überdruß’ si [Elisabeth] sumet uwer hochzit. / [...] / si lazzet uwer wirdekeit, / [...] / mit driezes uberleiste [l. überleste ] Elis 2678

MWB 1 1369,8; Bearbeiter: Diehl

drieʒen stV. (II) ‘drohen, drängen’ subst.: von reisen [Kriegszügen] hœre ich niht mêr sagen / denne dort hin trîben, dâ her jagen, / [...] / schiezen, niezen, diezen [La. driezzen ] , brehten, / [...] / unfuor trîben, slinden, frezzen Renner 6767; sunder driezen / ist er [der Quell] und luter vrisch, vil gar mit guͤte JTit 6274,2

MWB 1 1369,11; Bearbeiter: Diehl

drîformelîche Adv. ‘dreigestalt’ alsô ist der vierzcênde numerus drîformelich gesatzet EvBeh 7

MWB 1 1369,18; Bearbeiter: Diehl

drîgesæʒe stN. ‘Festsaal, Speiseraum’ (zur Übers. von triclinium): abir an dem geburtlîchen tage Hêrôdis spranc Hêrôdiadis tochtir [Salome] in mitten dem drîgesêze, und iz behagite Hêrôdes EvBeh Mt 14,6

MWB 1 1369,20; Bearbeiter: Diehl

drîgevar Adj. ‘dreifarbig’ (vgl. drivar): der drie gevar amechtist HeslApk 22098; vgl. ebd. 22038ff.

MWB 1 1369,25; Bearbeiter: Diehl

drîglestec Adj. ‘dreifach glänzend’ durchtrechtic wart der gotlich gadem / driglestic vunkenricher kunft Frl 7:1,11

MWB 1 1369,27; Bearbeiter: Diehl

drîgülte stF. ‘dreifache Strafleistung’ swelich rihter der sætze ainen vbergriffet, der gelt mit der drigult also, daz dem chlager werd ein tail vnd dem herren div zwai tail UrkWittelsb 2,32 (a. 1293)

MWB 1 1369,30; Bearbeiter: Diehl

drîgülten swV. ‘jmdm. dreifache Strafleistung auferlegen’ swem vnzint har dv́ stat was verbotten von des râtes gewalt vnde von sime gerihte, brach er daz erste gebot, dem zwigúlt mans, brach er das andir, wan [l. man ] drigult jms UrkCorp (WMU) 1054,43,2

MWB 1 1369,35; Bearbeiter: Diehl

drîhe swF. ‘Sticknadel’ ein wâfenroc wart dar getragen, / der was, [...], / mit drîhen in den spelten / zen vuogen und zen velten, / [...] / mit vrouwînen henden / [...] vollebrâht Tr 6555; wipliche kunst / mit nadiln und mit drihin: / nejen, brettin, rihin RvEWchr 543; Tit 137,2. – übertr.: doch wünsche ich daz ir an ir ram / mîn drîhe alsô schône müge erklingen KLD:KvN 4,6; – hierher wohl auch (Verschreibung?): die rein es in ir kuͦsche wap / mit der dringen [La. drien ] in der ramen HvNstGZ 2049

MWB 1 1369,41; Bearbeiter: Diehl

drîheit stF. ‘Dreiheit’ so schoͮwe denne, wie dú driheit der anderen schar, die herscher, kreftger und gewaltscher ordenlichen volbringent die wúnklichen ewigen ordnunge Seuse 243,17. – meist ‘Trinität’ (s.a. drîkeit ): Arrius, der da sast mit der driheit der personen driheit der substancien ThvASu 312,31; dú driheit der personen ist in der einikeit der nature Seuse 185,8 u.ö.; Teichn 448,74

MWB 1 1369,52; Bearbeiter: Diehl

drîhen swV. ‘etw. mit der drîhe bearbeiten, besticken’ er [der Gürtel] was och niht gestrickit / [...] / gezettilt noch gedrihit Martina 22,17

MWB 1 1369,60; Bearbeiter: Diehl

drîhêrschaft stF. ‘Dreierherrschaft, Triumvirat’ al die werlt was in dri do / geteilet ouch in den tagen, / (niht wan dri heren ir pflagen), / die driherschaft solde kumen / in ein hernach Macc 13185

MWB 1 1369,63; Bearbeiter: Diehl

drîhouptec Adj. ‘dreiköpfig’ sie hatten [...] daz getwerk Alberiche / vnde einen drihavbtigen tvrsen Wachtelm 117

MWB 1 1370,3; Bearbeiter: Diehl

drîhundert Num. ‘dreihundert’ daz mir die burgere von Colmere hant druhvndert marg silbers geben UrkCorp (WMU) 2332,18; drihundert gire ließ er fan Mügeln 45,11. – zur Bildung weiterer Num.: fenix ist ain vogel [...] und lebt dreuhundert und vierzig jâr BdN 186,18; daz hât an den himel dreihunderttausent und neuntausent und drei hundert und fünfundsibenzig meil ebd. 106,8

MWB 1 1370,6; Bearbeiter: Diehl

drîkeit stF. ‘Trinität’ (s.a. drîheit ): Kristus wart [...] beroubet aller sînesheit in daz enthalt der miteln persône in der drîekeit Eckh (Pf) 644,32. 653,1

MWB 1 1370,14; Bearbeiter: Diehl

drilhen swV. ‘verdreifachen’ (vgl. drîlich ): diu kerge [der Geiz] birt und ist und prüevet manige untugent / [...] / diu kerge schande zwilchet unde drilchet Boppe 1:4,10

MWB 1 1370,17; Bearbeiter: Diehl

drîlich Adj., Adv. ‘dreifach’ zwelf tusent helede: / ir brunigen waren drilihe Rol 4664; in siner trinitat / drilich und doch eine Brun 12641; got, in der einekeite drilch / und einlich in der trinitat KvWGS 328; nu bit wir den der da dril / ist in eime wesen got Daniel 5698. – ‘zur Drei gehörig, eine Dreiheit bildend’ tacht, viure, wachs drilich git ein liecht sam der sunnen sterne Frl 2:6,4 u.ö. – Adv.: diz ist beschriben allentsamt / von den ierarchien, / wie si drilich da drien Pass III 549,76; an einem sumer tag, / [...] hitz in hitz wut trilch Minneb 3

MWB 1 1370,21; Bearbeiter: Diehl

drîlîche stF. ‘Dreiheit, Trinität’ also ist auch got drivalt: / [...] / die ainichait der namen drey / und di drilich der ainichait Teichn 10,83

MWB 1 1370,33; Bearbeiter: Diehl

drîlîchheit stF. ‘Dreiheit, Trinität’ ein underscheit geschach / an der drilicheit der namen / die ein war got sint entsamen: / got vater, got sun und got geist HeslApk 643; so daz ich lon von deme neme / der in gerechter drilicheit / behelt die ware enicheit ebd. 17867

MWB 1 1370,36; Bearbeiter: Diehl

drîlinc stM. Flüssigkeitsmaß regional unterschiedl. Größe: – oft ein dreiviertel Fuder (vgl. DRW 2,1093f.): so geit er ie von dem fveder xxx pfenninch, von dem halben fuoder xv pfenninch, von dem dreiling xx pfenninch UrbBayJ 480; daz si an irr mawt zw aschach die mawtt woll genemen mvͤgen [...] ie von aim fuder weins zwen vnd dreyzzig phenig vnd ie von aim dreyling weins vir vnd zwainczik UrkEnns 6,19 (a. 1331). – ‘der dritte Teil’ (eines vorher genannten Maßes): es sollen die aufleger von dem fueder [...] nemen 32 oettinger pfening [...], von dem dreyling [...] 10 StRNeuött 30. – nicht unmittelbar festzulegen: swer wein auz einem keller ziehen wil in dreyling oder in pontzen StRMünch 428,7

MWB 1 1370,42; Bearbeiter: Diehl

drillen stV. (IIIb) s.a. drellen . ‘etw. drechseln, drehen, abrunden’ (überw. als Part. Prät. zur Personenbeschreibung, vgl. gedrol): wâ sô mæziges wîp / næm alsô schœnen lîp, / sô veizt und sô gedrollen Helbl 1,1074; sô was sie als ein hermelîn / wîz und sleht, daz sie niht linder kunde gesîn / und doch dâ bî gedrollen und gereifet Loheng 3128; ir hufel zart gedrollen Suchenw 25,174; Wigam 4908 (Hs. W); Tannh 4,95. von hartze getröllen, / von schwebel serre gewollen, / herre, machend ainen kloss! GTroj 21991; Dalimil 67,43

MWB 1 1370,57; Bearbeiter: Diehl

drî|namet Adj. ‘drei Namen führend’ Salomon was drinamit [...] / so hiz man in von irsten Salomon. / Jdidam was sin andir name, / [...] / sin dritter name was Ecclesiastes Brun 1165

MWB 1 1371,5; Bearbeiter: Diehl

drinc stM. ‘Trunk’ nu voirte ich das ich virsincke / in lidens gronde aen helffe sture, / stonde mich der drinc tze dure MinneR 497 404. 411

MWB 1 1371,9; Bearbeiter: Diehl

drinden stV. (IIIa) ‘anschwellen’ swem der buch drindit von suche Macer 59,8; sin zorn wus, sin herze drant Herb 9105; in honig biute ich gallen, / [...] / ich stürme bloz und tun doch slag, / ich male im wiz, da durch e swerze drant Frl 7:25,12. – textkritisch problematisch (vgl. Anm.z.St.): si ist gezúget in Lucifers herzen und ist geborn in geistlichem homuͦte und ist gedrunten in dem has Mechth 2: 26,47. 3:21,86

MWB 1 1371,12; Bearbeiter: Diehl