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ABCDEF s.VGHIJKL
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d – dalmut
dam – dancsagen
dancwillen – dannen von
dannen vür – dæren
dâ(r)/ da(r) enbinnen – dâ(r)/ da(r) obe
darre – dast
dâte – deckeschûr
deckevël – dëhsen
dëhsîsen – denclîche
dencliute – derpkuoche
derpteic – diadrogant
dîâken – diehter
diehterîde – dienestbære
dienestbærecheit – dienestman|erbe
dienestmanguot – 2diep
diep- – diernkint
diernlach – dilde
dille – dincphliht
dincphlihte – dingelîn, dingel
1dingen – dirhalp
dirre – distelîn
distelsâme – diupe (?)
diupguot, diubsguot (?) – dôfheit
dôgen, dougen – donerec
donergebirge – dorferlêhen
dorfgebûwære – dorfschaft
dorfsmit – dorneht
dorneht – dörperdiet
dörperecheit – dôʒen
drabeknëht – drangen
drangest – drî
drîancasîne – drîgesæʒe
drîgevar – dringen
drî|nisse – drittelhof
drittestunt – drîzëhen
drîzëhenære – druc
drûch – drüʒʒelstôʒ
du, dû – dumme
dumpfe – duns
dünsel – durchbittern
durchbitzen – durchdœnen
durchdrengen – durchgerne
durchgesiht – durchgründen
durchgrunthaftec – durchkifen
durchkiusche – durchlësen
durchlestern – durchlûʒen
durchmâlen – 1durchrecken
2durchrecken – durchsaffen
durchsagen – durchschrecken
durchschrenzen – durchslac
durchslahen – durchsprëchen
durchspreiten – durchswingen
durchtân – durchverwen
durchvieren, durchwieren – durchvrô
durchvrœnen – durchweichen
durchweidec – durchziln
durchzimbern – dûrliche
durlinc – durstebërnde
durstec – düʒʒec

   drîvach - drîʒegeste    


drîvach Adj. ‘dreifach’ diz drivach sper Frl 5:111,16

MWB 1 1377,17; Bearbeiter: Diehl

drîvalt Adj., Adv. adv. auch drivalden. 1 ‘dreifach, dreifaltig’
2 übertr. ‘reichlich, in großer Menge’
   1 ‘dreifach, dreifaltig’ – adj. (überw. bezogen auf die Trinität): si gernt der durnahticheite / ze der drivalten gotheite Vateruns 234; als ie ân anegenge was / dîn einic drîvalt unitas RvEBarl 24; daz ander dier was ein beri wilde. / her havide drîvalde zeinde [ tres ordines ... in dentibus eius Dn 7,5] Anno 13,2. – präd.: e was drifalt ir leit, / nv wart ez fierfalt gebreit Herb 5394; do Lucifer ein chint wart / uber mutes unt hohfart, / do wart ouch unrehte gewalt. / do was diu schulde drivalt [von dreierlei Art] StrKD 13,24; Ottok 68887; Mechth 4:3,49. – adv.: drîvalt bedâchte er sîne nôt HvFreibTr 2731; ich wil dryfaltt üch, here, wern GTroj 24715; des vleischlich ouge sich lie sehen / und bezeichenlîche spehen / drîvalten mit der gesiht RvEBarl 2149    2 übertr. ‘reichlich, in großer Menge’ waz gütter dinge ie ward bekantt, / daz waz all da dry valtt GTroj 12865; ich sage dir, [...], / min leit ist so drivalt / daz [...] Rennew 18872; Virg 51,12

MWB 1 1377,19; Bearbeiter: Diehl

drîvalt stF. ‘Dreiheit’ frauwe muter, habent den gewalt / von mir in der drivalt / einer kuͤniginne glich, / gewaltig, her und eben rich HvNstGZ 7641. – meist ‘Trinität’ ein gewalt, / den eine in einer drîvalt / diu menscheit anbeten sol RvEBarl 1966; got al eine, / des drîvalt ist gemeine Parz 817,14; HvNstGZ 7467; DvAStaff 512; vier misse, di ersten von der driualte vnsers herren, diͤ andern von vnser frowen vnd zwo selmisse UrkCorp (WMU) 933,8. – übertr., Antonym zu einvalt: einvalt, wârheit unde sleht / hât drivalt [Verschlagenheit] , lügen und krump vertriben Renner 8747

MWB 1 1377,40; Bearbeiter: Diehl

drîvaltec Adj., Adv. auch drinvaltec DvAPatern . 1 ‘dreifach’
2 übertr. ‘reichlich, in großer Menge’
   1 ‘dreifach’ von disen drinvaltigen vbeln so loͤs vns, herre DvAPatern 374; min ore, min ouge, min mvnt / vnde daz man vbet mit disen drin / (daz ist trifaldic sin: / sprechen, horen vnd sehen) Herb 11190; sie kan sin forcht auch meren / drivaltig, wann er zu ir kumt Minneb 4185. – ‘von dreierlei Art’ der aufgank und der underval der himelzaichen nach der sitenstraffer weis ist drivaldig: der werltleich, der zeitleich, der suͤnnenleich KvMSph 33,24; Spec 98,1. – überw. bezogen auf die Trinität: got drifaltig, / einig und gewaltig, / in der gantzen trinitat HvNstGZ 6822; ze himele er drîvaltic ist / mit drin benemeden ein got RvEBarl 3012; drifaldig got sin forme drang in menschen wachs Mügeln 11,2    2 übertr. ‘reichlich, in großer Menge’ des dritten tages im sich bot / mit drivalteger grozer not / der bekorunge strit Vät 4706. – adv.: waz ain ritter sol han, / daz fürtte er dry faltig an GTroj 17082

MWB 1 1377,53; Bearbeiter: Diehl

drîvaltecheit stF. ‘Dreiheit’ 1 ‘Dreifaltigkeit, Trinität’
2 selten allgem. ‘Dreiheit’
   1 ‘Dreifaltigkeit, Trinität’ diz heilige lob sprechen ich dir herro zelobe unde zeren. diner heiligen gotheide. unde diner heiligen dríueldicheide VatGeb 9; [er] brach dru kit [Halme] grases in die ere der heyligen dryvaltikeit unsers herren des heiligen Cristes Lanc 13,16; herre himmelscher vatter, herre Jhesu Christe, herre heliger geist, herre heligú drivaltkeit Mechth 7: 51,4. – übertr. auf die menschl. Seele: da ich sagede van der selen driveldicheide: / [...] die si na der gotlicher driveldicheide hat Lilie 24,20. – in Datierungen bezogen auf das Trinitatis-Fest (erster Sonntag nach Pfingsten): der tach der hiligen drivaltikeit UrkCorp (WMU) 3033,2; von der octaven der drîvaldekeit biz zu dem advente an dem sunnabende StatDtOrd 125,2    2 selten allgem. ‘Dreiheit’ drifaldikeit sint viere [im Tierkreis sind vier Quadranten mit je drei Zeichen] , / ein drifalt machen zeichen dri Mügeln 302,11; unserm herren ist wâriu einveltikeit / lieber denne valsch driveltikeit [trügerische Vielfalt] Renner 11126; daz man zwene knien sicht / [...] / vor der beinînen drîveltikeit [des Würfels] , / diu ofte der einveltikeit / abgezogen hât ir kleit ebd. 11319

MWB 1 1378,9; Bearbeiter: Diehl

drîvalteclich Adj., Adv. adv. auch -lichen. ‘dreifach, dreifaltig’ [Gott] , der sich drivalteclîch in ein hât gedrîet Walth 36,33; so spottot der tiufel der sele drivalteclichen [auf dreierlei Weise] . [...] so ist uns driger hande spot bezaichent. den der tiufel die sele anleget PrSchw 2,62; dem an dem er gefrevelt hat, bessert er sine missetat trivaltickliche StRStrassb 57,36. – selten adj.: den vil zarten / erwelten lebarten, / des drivalteclicher sprunc / daz wilde tier, alt unde junc, / mac ergahen [...] / swaz er mit drin sprüngen niht / gevahet, des tuot er sich abe KvWGS 747

MWB 1 1378,33; Bearbeiter: Diehl

drîvalten swV. 1 ‘etw. in drei teilen’
2 ‘etw. anhäufen’
   1 ‘etw. in drei teilen’ daz er die engele ruͦfen sach / mit drîn stimmen ein wort, / vnde in wie manigen ort / sie daz konden spalten, / drîvalten vnde einvalten Kröllwitz 1024; ich wil iu die geselleschaft / drîvalten unde teilen HvBer 4832    2 ‘etw. anhäufen’ daz ich mus alten / und leides mer drivalten / uff mich, dann ich vor ye getet Minneb 4682

MWB 1 1378,45; Bearbeiter: Diehl

drîvaltigen swV. ‘etw. verdreifachen’ so svlen wir an dem dritten iare den zins drivaltigen UrkCorp (WMU) 2816,25; slach hant zu hande, so wirt das swert gezwevaldigit und gedrevaldigit [ triplicetur ] der toter Cranc Ez 21,14

MWB 1 1378,53; Bearbeiter: Diehl

drîvaltlich Adj., Adv. ‘dreifach, von dreierlei Gestalt’ wie sein werch waz drivaltleich Teichn 313,17; ez wirt wiͤder got gestriten / drivaltleich ebd. 442,233 u.ö.

MWB 1 1378,58; Bearbeiter: Diehl

drîvar Adj. ‘dreifarbig’ (vgl. drîgevar): daz der edele amechtist / also drivar gevar ist HeslApk 22112; vgl. ebd. 22038ff.

MWB 1 1378,62; Bearbeiter: Diehl

drîvuoʒ stM. ‘Dreifuß’ (dreibeiniges Gestell für Gefäße am Feuer): stecke sie [die Gans] in einen irdinen hafen, [...], guͤz daz wazzer vf, daz sie betuͤche, setze sie vf einen drifuͦz, der vnden offen si BvgSp 42; eyne want alumme beslisinde dy vyer pletze, und drevuze gesmit warin undir den hallin alumme Cranc Ez 46,23; becher, köpf und angstær, / salzvaz, drîfuoz, phanne Helbl 1,662

MWB 1 1379,1; Bearbeiter: Diehl

drîwëgec Adv. ‘auf dreierlei Weise’ unsers hêren lobes kreie / und der êren wirdikeit, / di hî drîwegic wirt geseit JvFrst 8826

MWB 1 1379,9; Bearbeiter: Diehl

drîweide Adv. weide stF.

MWB 1 1379,12;

drîwen Adv. drîen

MWB 1 1379,13;

drîwinkelec Adj. ‘mit drei Ecken’ ein kleit, / [...] / gemachet und gesnitten / nâch der juden sitten. / drîwinkelec was daz gewant WvRh 6572

MWB 1 1379,14; Bearbeiter: Diehl

drîʒec Num. ‘dreißig’ drizzec der waren / di sich fur Genelunen gaben Rol 8863; mit drîzec sîner man NibB 1476,2; der walt was wol vierczig engelscher milen lang und wol drißiger breyt Lanc 348,30. die drîzec er ze tôde vil werlîche sluoc NibB 191,1. – im Zusammenhang mit Rechtsgeschäften, Fristen u.ä. (vgl. ausführlich DRW 2,1098f.): swelich mvͤlner mer nimt dann daz driͤzzigk teil UrkCorp (WMU) 475A,5; ez sol oͧch einhein vierundzweinzig [Mitglied des 24er-Rates] sin, der under drizig iaren si StRFreiburg 675; auch schul wir aller iärchlichen dri drisik [subst. Seelmesse, vgl. drîʒigeste ] mit sele messen, siner sele ze trost, wegen [begehen] UrkKastl 346 (a. 1310). – zur Bildung weiterer Num.: drîzech tûsint helede Kchr 259; siben unde drisec pheffers korn Macer 38,19; daz grâve Ritschart fürbaz / über hundert ritter drîzec [130] vie UvZLanz 3209; do zwei hundert iar vnd driv vnd driͤzech iar ergangen waren Konr 10,4. – Lit.: Meyer/Suntrup, Zahlenbed., Sp. 692ff.

MWB 1 1379,17; Bearbeiter: Diehl

drîʒecjærec Adj. ‘dreißigjährig’ so ist sîn drîzzechjærich leit mit liebe hin SM:UvS 15: 1,5

MWB 1 1379,38; Bearbeiter: Diehl

drîʒecvalte Adv. ‘dreißigfach’ dîn êre wirt sus drîzecvalt / vast an mir rezeiget Parz 213,4; und di anderen vîlen in eine gûte erde und gâbin vrucht, etlich hundirtvalt, etlich sechzikvalt, etlich drîzecvalt EvBeh Mt 13,8

MWB 1 1379,40; Bearbeiter: Diehl

drîʒecvaltec Adv. ‘dreißigfach’ vnd etlicher viel in div guten erden. vnd gab vfgentiv fruht. vnd wahsentiv. vnd ainre braht drizzichvaltich. vnd ainre sehzichvaltich. vnd ainre hvndertvaltik [Mt 13,8] EvAug 83,27

MWB 1 1379,45; Bearbeiter: Diehl

drîzëhen Num. neutr. driuzëhen, kontrahiert auch drîzên. ‘dreizehn’ si wonte in manigem sêre driuzehen jâr NibB 1142,2; igliches drizehen korn SalArz 95,44. – subst. (vgl. drîzëhener): swaz er sie zelte und uberlas, / so vant er drizene ie da Pass III 203,11; vnd die svln alle dreizehen avz Regenspurch nimmer choͤmen UrkCorp (WMU) 1944,1. – zur Bildung weiterer Num.: der groͤste tak hat dreizehen stunde und ain halb KvMSph 53,7; nach Cristi geburte drucehin huͦndert jar dar noch in dem sibin und drizigesten jare WüP 9,20

MWB 1 1379,50; Bearbeiter: Diehl

drîzëhenære stM. ‘Mitglied eines dreizehnköpfigen (Rats-)gremiums’ daz sullent si niht tuon, ez sîn denne der drîzehner drî dâ bî StRMeran 417

MWB 1 1379,61; Bearbeiter: Diehl

drîzëhende Num. neutr. driuzehende. Ordinalzahl zu drîzëhen ‘dreizehnte’ an dem drizehenten tage so nemach sich niemen wol gehaben AvaJG 15,1; unz an daz driuzehende jâr NibB 1390,4; des dreizehenden mâls betrüebet si diu pœsen kranken augen BdN 60,4. – Ersparung des Bezugsworts: daz dreizehend ist, daz [...] BdN 40,34. – phras. in Zeitangaben ohne weiteren Zusatz: der ~ âbent ‘Abend des 5. Januar’, der ~ tac ‘6. Januar’ tuͦschin hie inde eght dage na druͦzindeme dage UrkCorp (WMU) 78,44; UrkVHun 1,70 (a. 1286). – zur Bildung weiterer Num.: do von christ gebuͤrt warn tausent iar, zwaihundert vnd sechsvndahtzk iar vnsers riches an dem dreizehentistem iar UrkCorp (WMU) 787,5

MWB 1 1380,1; Bearbeiter: Diehl

drîzëhendehalp Num. ‘zwölfeinhalb’ in dem jare von gottes gebúrte drizehendhalp hundert jar bis dar nach fúnfzehen jaren Mechth Vorbericht 33; vmb zwai hvndert march lotiges silbers minder drîzehendhalber march UrkCorp (WMU) 3545,32

MWB 1 1380,16; Bearbeiter: Diehl

drîzëhenjærec Adj. ‘dreizehnjährig’ wâ gehôrte ie muoter barn / daz ein drîzehenjæric knabe / sô griulich swîn gevellet habe / als der junge süeze kneht? KvWPart 397

MWB 1 1380,21; Bearbeiter: Diehl

drîʒegeste Num. Ordinalzahl zu drîʒec ‘dreißigste’ 1 adj.
2 subst. swM. (vgl. ausführlich DRW 2,1100ff.; HRG 1,785f.)
2.1 der 30. Tag nach der Beerdigung, an dem die letzte Seelmesse gehalten wurde, Ende der Trauerzeit (nach Dtn 34,8)
2.2 Stichtag im Erbrecht (Ende der Nachlassruhe, Tag der Testamentseröffnung)
   1 adj.: an dem næchsten jare nach dem drizzigistem jar PrOberalt 30,13; als er sînem vater hie / den drîzigesten tac begie / mit gehügede, daz er starp / und an dem lîbe verdarp RvEBarl 14470; Wig 11352. – zur Bildung weiterer Num.: nach Cristi geburte drucehin huͦndert jar dar noch in dem sibin und drizigesten jare an dem donrestage vor Viti aller nehist WüP 9,21    2 subst. swM. (vgl. ausführlich DRW 2,1100ff.; HRG 1,785f.):    2.1 der 30. Tag nach der Beerdigung, an dem die letzte Seelmesse gehalten wurde, Ende der Trauerzeit (nach Dtn 34,8): den drisegisten begat men dar vnbe, swaz der mensche getan habe in den drizic dagen iegelichen manodes, daz dez got uergesse Lucid 125,12; vnd schol auch fon dem pharendem guet vnser piuild, vnser sibent, vnser dreizgist, vnser iartag da uon pegen UrkCorp (WMU) N514,7; umb ein wîp diu kint treget nâch ir mannes tôde, unde si berhaft ist unz der begrebte oder ze dem drîzigesten SpdtL 115,11    2.2 Stichtag im Erbrecht (Ende der Nachlassruhe, Tag der Testamentseröffnung): ez sî wîp oder man diu âne erben sterbent, swaz diu hinder in lânt guotes, [...], daz sol man antwurten dem herren der des landes herre ist, ob er ez eischet; daz sol man tuon nâch dem drîzigesten SpdtL 109,15 u.ö.

MWB 1 1380,25; Bearbeiter: Diehl