d – dalmut dam – dancsagen dancwillen – dannen von dannen vür – dæren dâ(r)/ da(r) enbinnen – dâ(r)/ da(r) obe darre – dast dâte – deckeschûr deckevël – dëhsen dëhsîsen – denclîche dencliute – derpkuoche derpteic – diadrogant dîâken – diehter diehterîde – dienestbære dienestbærecheit – dienestman|erbe dienestmanguot – 2diep diep- – diernkint diernlach – dilde dille – dincphliht dincphlihte – dingelîn, dingel 1dingen – dirhalp dirre – distelîn distelsâme – diupe (?) diupguot, diubsguot (?) – dôfheit dôgen, dougen – donerec donergebirge – dorferlêhen dorfgebûwære – dorfschaft dorfsmit – dorneht dorneht – dörperdiet dörperecheit – dôʒen drabeknëht – drangen drangest – drî drîancasîne – drîgesæʒe drîgevar – dringen drî|nisse – drittelhof drittestunt – drîzëhen drîzëhenære – druc drûch – drüʒʒelstôʒ du, dû – dumme dumpfe – duns dünsel – durchbittern durchbitzen – durchdœnen durchdrengen – durchgerne durchgesiht – durchgründen durchgrunthaftec – durchkifen durchkiusche – durchlësen durchlestern – durchlûʒen durchmâlen – 1durchrecken 2durchrecken – durchsaffen durchsagen – durchschrecken durchschrenzen – durchslac durchslahen – durchsprëchen durchspreiten – durchswingen durchtân – durchverwen durchvieren, durchwieren – durchvrô durchvrœnen – durchweichen durchweidec – durchziln durchzimbern – dûrliche durlinc – durstebërnde durstec – düʒʒec
|
dünne
Adj., selten Adv.
‘dünn’
1 von geringer Dicke, geringem Umfang 2 von geringer Dichte, Konsistenz 2.1
‘zahlenmäßig gering, dezimiert, spärlich’
2.2
‘dünnflüssig’
3
‘schwach’
4 phras. 5 subst. ‘Weichteile des Körpers’
1
von geringer Dicke, geringem Umfang:
din schilt ist uil dunne, / uil waich ist din brunne
Rol
4407;
der brate was ze dünne Walth
17,20;
der mâne der ist zweier varwe, dünne unt dicke, dunkel unde lieht
Eckh (Pf)
164,18;
zwúschent sinem lichamen und der schoͤpfnisse des
himelriches ist nit me denne ein dúnnú want als eines eies
lise [Haut]
Mechth
4: 23,13;
snit die obersten rinden abe schone vnd duͤnne, snit
dar nach schiben, so du duͤnnest muͤgest BvgSp
24.
40;
Parz
233,22.
446,6;
Lanc
370,4;
BvgSp
10.
–
mir ist diu wat ze dünne gar Tannh
14,53;
snodiz gewant vnde dunnez gibit luzel werme
SalArz
22,45;
Parz
760,14;
Eracl
2223;
Pelzb
129,33.
–
‘schmal’
sîn munt als ein rubîn schein /
[...] / der was dicke und niht ze dünne
Parz
63,18;
wer spitzig dünneu naslöcher hât, der ist ain krieger und
kriegt gern BdN
45,23;
ein klein bauch und dunne gar, / der ist auch guter krefte
bar Physiogn
347.
305;
HvNstAp
2977.
–
‘schütter’
daz hare ist in wiͤz oder val / und ist meistilig
dunne Physiogn
77.
93.
–
‘seicht’
durch ruͦwe was er gestanden da / uf einen
duͤnnen grien [Sandboden des Meeres]
WhvÖst
971
2
von geringer Dichte, Konsistenz:
an der dicke erz [Willehalm im
Kampfgedränge] machte dünne, / und rûm ame gedrenge
Wh
40,14
2.1
‘zahlenmäßig gering, dezimiert, spärlich’
dô was worden dunne / Turnûses helfe und sîn here En
9194;
des wart ir schar sô dünne / [...] / sie mohten
in niht entrinnen StrDan
3848;
da was die hertstat kalt / vnd die spise dunne
Herb
14605.
– adv.:
grüene binz, von touwe naz, / dünne ûf die tepch
geströut Parz
83,29;
ich fúrchte das si [die Nachfolger
Christi] harte dúnne geseiet sin Tauler
258,28
2.2
‘dünnflüssig’
Plinius spricht, diu veigenmilch samnet daz dünne pluot
und macht ez dick und zeflœzt daz dick BdN
323,16;
mache einen duͤnnen eyer teic BvgSp
11;
swenne daz harn ist dunne unde rôt, daz bediutet daz der
mensch ist colericus Barth
128,8;
SalArz
53,33;
OvBaierl
4,7
3
‘schwach’
ez [Gewürzwein] ist louter vnd dünne Krone
2512;
aber ainer andern lai [von Topas]
ist, der ist vil liehter und ist an der varb dünner BdN
464,19;
alsô ist der hailig gaist sterker in den, die dicke sint in
tugenden, wann die dünne sint dar inne ebd.
71,29;
mein sin der ist ce dünne Serv
513;
Parz
213,16;
Reinfr
13353.
–
‘sparsam’
arch was er [Joseph] unde dunne GenM
88,19
4
phras.:
vil dunnez ore bot er dar [er spitzte die
Ohren] , / ob er iht horte rufen Vät
35560.
– zur Wendung dünnez îs
→ îs
5
subst. ‘Weichteile des Körpers’
die suche igwinaria, / [...] / davon daz lut enbinnen
swal / an deme dunnen uberal Pass III
196,70;
der gahe tot, der quam mit einer suͦche [
pestis
inguinaria
] , die bestunt die lute umme die
hegedruͦse [La. erg. und an deme
dunnen
]
PrLpz
196,3
MWB 1 1396,15; Bearbeiter: Schnell
dünne
stF.
‘Dünnflüssigkeit, geringe Konsistenz’
des harnes substantia ist sin dicke vnde sin dunne
SalArz
110,37.
112,44;
daz wazzer daz daran vluzet / und immer zu tale wellet, / daz
ertrich, daz iz nicht vellet, / heldet mit syner dunne [das Wasser hält
das Erdreich]
HeslApk
67.
–
‘Seichtheit, geringe Tiefe’ (des Wassers):
do Ihesus in das wasser kam, / stille stuͦnt der Jordan /
[...] / gegen im huͦb er sich enbor, /
[...] / das Ihesus betorfte sich biegen nút / durch
wassers dúnni als ander lút WernhMl
6774;
der visch was an der dunne / gestanden WhvÖst
984
MWB 1 1397,8; Bearbeiter: Schnell
dünnebier
stN.
‘Dünnbier’
iclich der bruwere, beyde meystere und knechte, sal nemen eynen krug von sechs
kannen dunnesbiers, und daz dunnebier ensal der meyster von den knechten nicht
gewinnen keyne wijs StRMühlh
115
MWB 1 1397,20; Bearbeiter: Schnell
dünnecheit
stF.
‘Dünnflüssigkeit, geringe Konsistenz’
der swaren erden burde / wurde offe die dunnekeit / des dunnen
wazzeres geleit HeslApk
547.
– übertr. ‘Auszehrung’
hirumme wirt der engil herscher herre senden an ire veyste dunnekeit adir
smachtunge Cranc
Jes 10,16
MWB 1 1397,25; Bearbeiter: Schnell
dünnede
stF.
‘Dünnflüssigkeit’
bi der dunneda der speicholter [des
Speichels]
MNat
8,4
MWB 1 1397,31; Bearbeiter: Schnell
dünnen
swV.
1 intr. 1.1
‘dünn werden, schwinden, abnehmen’
1.2
‘dünnflüssig werden’
2 tr. ‘dünn machen’
1
intr.
1.1
‘dünn werden, schwinden, abnehmen’
des [die Anwesenheit des Kaisers] wer auch den
pawren nott / die sind vil nahendt hungers todt / und dúnnent yne die wannge
Neidhc
39:15,5;
got si, der uns bereite solcher selden, da von truren dunnet, / des wer
uns not JTit
5269,2.
– im Kampf ‘sich lichten, sich vermindern, ausgedünnt
werden’
di haiden we sungen: / [...]
/ ir scar begunde harte dunnen Rol
4840;
StrDan
5266;
wir machen eine durchvart / daz in gedünnet ir schar Bit
10373;
wî dâr geswenket und geslagen / von Dêmantînes hende wart! / an
mancher engen dorchvart / kunde he dâr machen dunnen Demantin
11097.
–
der market begönde vil ofte dünnen Renner
14370
1.2
‘dünnflüssig werden’
nym rindir kot unde essik unde stos is czu samyn, daz is
dunne, unde gus is im in den hals Albrant
3,41
2
tr. ‘dünn machen’
alzan der naht gedvnnet wirt der scat, des liehtes morgenrot rottende schinet
[interl. zu iam noctis tenuatur umbra
]
PsM
H 4,1;
min leben mir wert gedunnet Hiob
6846
MWB 1 1397,33; Bearbeiter: Schnell
dünnevël
stN.
‘Bauchfell’
indeme lirken deile lit dc milce. dc behebet die dvnnevel die hant vil wise
adern vnd heisent epiplon Anatomie
366
MWB 1 1397,54; Bearbeiter: Schnell
dunre
stM.
→
doner
MWB 1 1397,57;
dunren
swV.
→
donren
MWB 1 1397,58;
duns
stM.
‘Bewegung’ (zu dinsen):
dô sprach got selp: ‘bringet her / einen phenninc iwer munz!’ / nû
kom mit balder duns / ein jude, der einen brâhte Ottok
458
MWB 1 1397,59; Bearbeiter: Schnell
dünsel
stF.
‘Pfahl, Stange’ zum Anbinden der Flöße (aus mlat.
tonsilla):
wær aver daz ieman [...] liezz dem flôsman seinen
flôs auf daz wazzer oder der den dunsel abslueg, dâ si angelent sint RbRupr
160
MWB 1 1397,63; Bearbeiter: Schnell
1dunst
stM. (F. nur Pass I/II )
‘Dampf, Dunst, Ausdünstung, Geruch’
1 allgemein 2 übertr. 3 med. für vapor (zum med. Sachverhalt vgl. M. Putscher, Pneuma, Spiritus, Geist, Wiesbaden 1973, bes. S. 67f.) 4
‘Windstoß, Sturmwind’ (vgl. Komm.z.St. und AWB 2,740f.)
1
allgemein:
gegen dem trunke gange ein dunst, / als ein rouch von einer
brunst SM:St
1: 4,4;
gefiolierte blüte kunst, / dins brunnen dunst Frl
8:26,2;
bi richer tracht ein fuler dunst ebd.
10:8,7;
ich wolde daz eyn vinster dunst / het uber zogyn der sterne glunst Hiob
1349;
die vngevuge heize dunst / noch die wallende brunst [des
siedenden Öls] / enwisete im [Johannes]
nindert vngunst PassI/II
229,58;
Pass III
239,8;
Mügeln
150,3
2
übertr.:
den vullemunt [Fundament] und iren
[der Kunst] dunst, / die gloze meine ich und den
kern, / durchsach ir herze Pass III
669,18;
got in sînes geistes brünste / an dir
[Maria] zeigte sîne künste, / dô er aller sünden
tünste / gar von dir geveimet hât SM:EvS
1: 12,3;
der tugent dunst der sünden gift erstecke
Mügeln
150,9;
dô schuof der missetrûwic dunst, / der im zuo allen sinnen rouch, /
[...] / daz er sîn töhter sînen bart / mit dheinem
mezzer scheren lie HvBer
4609.
–
‘Nichtigkeit’
ellew dinch dw uͤber all sint, / deu seind
ninder, sait di chunst. / also ist der wint ein tunst, / daz er nyndert stat
behaust Teichn
404,16
3
med. für vapor (zum med. Sachverhalt vgl. M. Putscher, Pneuma,
Spiritus, Geist, Wiesbaden 1973, bes. S. 67f.):
so der dunst der sich uon in loset in deme magin uf get in daz
houbet SalArz
10,18;
ez [...] uertribet der ougen tunkel
di da ist uon einem swarzen dunste ebd.
95,6;
[Aloe] macht daz haupt gesunt, daz siech ist von räuchen
und von dünsten, und macht diu augen clâr BdN
355,9.
381,3
u.ö.;
wer kan des zornes hazzig dunst / versünen mit der wol gemuten güte segenes
duzze? Frl
3:23,3.
7:34,17;
eyn wyser mannes nam von kunst / nicht mit keines zornes dunst / sol irvullen
synen magen Hiob
5872
4
‘Windstoß, Sturmwind’ (vgl. Komm.z.St. und AWB 2,740f.):
dô kom ein merfeine / mit eim dunst als ein wint UvZLanz(K)
181
MWB 1 1398,4; Bearbeiter: Schnell
2dunst
stM.
‘(grobe) Mehlsorte’
semellas festivales [...] pistabit de meliori
fermento, quod dicitur "duͦnst", triticeo UrkKölnZunft
2:5,25
(14. Jh.)
MWB 1 1398,43; Bearbeiter: Schnell
dunstec
Adj.
‘dampfend’
wie listic Gedeone / wart dunstic trucht des touwes vollen wollen! Frl
2:10,8;
dar umb slâft der mensch gern von rauchigem ezzen, als
knoblouch, [...] oder von tunstigem tranch, ez sei stark
wein oder ander tranch BdN
8,26.
101,31.
– in der Wendung ~
machen: ‘dünsten’
der schol den fenichel oder den hirs dunstig machen in einem
hafen BdN
403,27
MWB 1 1398,46; Bearbeiter: Schnell
dunsten
swV.
‘Dunst verbreiten, dampfen’
wenn der leib ist hais unnd tünstet, so sint im nütz grosß
speis HvHürnh
28,7;
erlóschen númmer wirt dú brunst / si stæteclich dúnst SHort
3667;
wenn ez dünstend werd, sô schol sich der siech dar über
haben BdN
327,22.
353,20.
–
ir baider march si liezzen / gæn ain ander duͤnsten
[dampfend aufeinander zustürmen]
WhvÖst
8349
MWB 1 1398,54; Bearbeiter: Schnell
dunster
Adj.
→
dinster
MWB 1 1398,62;
dunstlich
Adj.
‘dunstig, nebelhaft’
Selvon, der sach ein dunstlich bilde, / halp maget, halp man Frl
3:9,1
MWB 1 1398,63; Bearbeiter: Schnell
dunstloch
stN.
‘Pore’
porus: tvnstloch oder sweisloch VocClos
Po119;
VocOpt
1.110
MWB 1 1399,1; Bearbeiter: Schnell
dunzîlje?
stN.
→
concîlje
MWB 1 1399,3;
dûr
stF.
‘(An)dauer’
dô unsirs hêrren jâr vorvarn / achzig und zwelfhundirt wârn, / darnâch in des
vumften dûr / ein prîstir kegn Littouwin vûr NvJer
21356;
solt ein nahtrab [Eule] leren / ein adeler hoh vlüg,
/ da wurden ir beider züg / vngleich an der daure Krone
7191;
dar vnder erhuͦb sich ein rijlicher schall / von garzunen, darzu die
floyten hal / lute mit dem tambure, / wann die recken zù dure / sich hatten
verlaszen [auf eine längere Dauer eingestellt]
ebd.
18399
(vgl. auch Anm.z.St);
si hiez in machen ummer me, / daz in von froste it wurde we, / ein queckes und
ein michel fúr. / sie enhatte is keiner leie dur [sie ließ keine Zeit
verstreichen] , / si bedachte ir aller not Elis
7732
MWB 1 1399,4; Bearbeiter: Schnell
duran
M. oder N.
ein Fabeltier:
duran ist ain tier grimme und scharpf und snel und gar
starch. daz tier hât die art, wenne ez der jäger jagt
[...], sô samnet ez den mist in seinem leib und twingt den
und læzt den auz dem leib varn BdN
133,15
MWB 1 1399,19; Bearbeiter: Schnell
durch
Adv., Präp.
dor, dorch, dur, durc, dure, durg, durich, turh, auch verstärkt
aldurch.
‘durch’
1 Adv. 1.1
durch und durch
‘ganz und gar’
1.2 mit einer Richtungsangabe verbunden 2 Präp. mit Akk. 2.1 direktional 2.1.1 zum Anschluss von Angaben über eine zielgerichtete Bewegung, auch über die Erstreckung von einer Seite von etw. zur anderen 2.1.2 zum Anschluss von Angaben über eine Bewegung oder eine Erstreckung durch eine Öffnung 2.1.3 zum Anschluss von Angaben über das Dringen oder Sichtbarwerden durch etwas hindurch 2.1.4 zum Anschluss von Angaben über eine Bewegung innerhalb eines angegebenen Bereichs oder die Erstreckung über einen solchen Bereich 2.2 temporal, zum Anschluss von Angaben über zeitliche Verhältnisse 2.3 kausal 2.3.1 zum Anschluss von Angaben zur Begründung von etw.,
‘wegen’
2.3.2 zur Angabe des psychischen Beweggrundes für ein best. Verhalten 2.3.3
durch ... willen
‘um jmds. willen, jmdm. zuliebe’
2.3.4
durch got, Ausdruck einer dringlichen Bitte, eines Erschreckens oder der Verwunderung 2.3.5
durch nôt
‘mit gutem Grund, zwangsläufig, notwendig’
2.3.6
durch reht
‘von Rechts wegen’
2.3.7 mit Betonung des angestrebten Zwecks 2.3.8
durch daz in der Funktion eines kausalen Adv. oder einer
kausalen Konj. 2.3.8.1
‘deshalb’
2.3.8.2
‘weil, denn’
2.3.8.3
‘damit’
2.3.9
durch waz in der Funktion eines Fragepronomens,
‘weshalb’
2.4 instrumental zum Anschluss einer Angabe über eine vermittelnde Person, ein Mittel oder ein Werkzeug
1
Adv.
die poynder er [Gahmuret] zetrande,
/ immer durch, anderthalben ûz Parz
72,7
1.1
durch und durch
‘ganz und gar’
[mit griech. Feuer] brante er sie [die
Stadt Tyrus] al durch unt durch VAlex
980;
[Morant] hat in [den
Anwesenden] dore inde durch / van orde zoͧ ende gesacht
/ so wat eme in der nacht / vore komen were MorantGalie
1227;
des lewen hals ist ganz durch und durch
[
os colli eius continuum est
]
BdN
144,25;
KvWPart
21025
1.2
mit einer Richtungsangabe verbunden:
in grôzer nôt si streften / unt schriden durch die vîende durch
Göllh
143
2
Präp. mit Akk.
2.1
direktional
2.1.1
zum Anschluss von Angaben über eine zielgerichtete Bewegung, auch über die
Erstreckung von einer Seite von etw. zur anderen:
geuarn was ez [das Heer der
Israeliten] durh daz rote mere / mit grozlicheme uolche
VMos
76,10;
sin swert Durndart / erchos im
[Roland] imer aine uart / in almitten durch di
scár Rol
5181;
Oliuir durch den haiden stach ebd.
4265.
7226;
si luogeten durh die want dar în Wh
286,27;
durch füeze und ouch durch hende / und dur sîn sîten
wart dâ wunt / got KLD:Kzl
2: 2,15;
der künec blicte nebensich / aldurch ein venster
KvWSchwanr
246;
si kan dur gantzen lîb wol herze wunden
SM:WvT
4: 6,5;
nu begunden in
[Tristan] die vrouwen / durch ir gedanke lâzen gân
Tr
10849;
waz mîn frowe wunnen hât, / ach, wie gât daz dur daz
herze mîn! SM:Had
31: 3,2.
–
bi dem bache, der dvr Amperingen gat UrkCorp (WMU)
N284,32.
– in eigentümlicher Verdoppelung:
untz das daz ungefuge sper / all durch und durch
das tiere [den Kentaur Achiron] kam
HvNstAp
5075.
– phras.:
nu begunder
[Marke] ouch Tristanden / durch sîne hende
lâzen gân [prüfen]
Tr
15219.
– fraglich, ob ebenso zu beurteilen:
wie Vulkân / [...] swert
unde hosen und ander werc, / daz den ritter sol bestân, / durch sîne
hende lieze gân Tr
4938
2.1.2
zum Anschluss von Angaben über eine Bewegung oder eine Erstreckung durch
eine Öffnung:
si [Rahab] wolte an ir
wende / haben einen roteli pendel / durch di uenster an der
muͦre [Ios 2,18]
VMos
63,24;
der vlôch [...] durch ein
[...] slegetor Iw
1124.
– durch ein Sinnesorgan:
ja wurde du swangir von worte: / dir cham ein
chint, / frouwe, dur din ore MarseqM
37;
si [Isolde] sanc in
maneges herzen muot [...] durch ôren und durch
ougen Tr
8114;
SM:St
4:3,6.
– zum Anschluss von Angaben über das Vorhandensein einer
Öffnung:
hie gienc ein venster durch die want
Iw
3303
2.1.3
zum Anschluss von Angaben über das Dringen oder Sichtbarwerden durch etwas
hindurch:
daz sunnen liet schinet durg mittlen daz glas
MarldA
18;
bluomen wîz dur grüeniu rîs / brehent unde smierent
SM:WvT
3: 1,9;
trüeben schîn durh nebel gît diu sunne
KLD:Kzl
6: 1,6;
man sach dur klein ermel blanker arme schîn
SM:Had
28: 2,6;
SM:Tr
5:1,7.
– in einem Adynaton:
der ein linigen machen wil mit einer nadeln durch
win in eime napfe MNat
4,16
2.1.4
zum Anschluss von Angaben über eine Bewegung innerhalb eines angegebenen
Bereichs oder die Erstreckung über einen solchen Bereich:
durch Britanje streich er dô Tr
3867;
[Tristan] streich ûf gein der wilde / durch walt
und durch gevilde ebd.
2562;
daz wart mir kunt noch nie /
[...] / dur elliu lant SM:Had
52: 9,10;
Jôhannes sach durch alliu rîch / grôz wunder
KLD:Kzl
2: 17,9;
[die frowen wolgetan
] hânt êren hort /
dur die welt, hie und dort SM:Had
52: 2,12;
unz an die wîle daz sî dan / wider durch daz palas gie
Iw
1699
2.2
temporal, zum Anschluss von Angaben über zeitliche Verhältnisse:
mîn lewe vert mit mir durch daz jâr Iw
6701;
mangerleije blüete [...] enthaltet
sich aldur den sumer vrô SM:Wi
3: 1,2;
al durch daz jâr stêt mîn bejag! SM:Ro
8: 3,7;
sô lernt er [der Häher] reden
und klaffet durch den tag BdN
199,16;
StRAugsb
69,31
2.3
kausal
2.3.1
zum Anschluss von Angaben zur Begründung von etw.,
‘wegen’
dur unsih wolt er
[Christus] armer sin VEzzo
192;
[die Tiere] uolgen imo [dem
Panther] turih di suzzi des stanhes ÄPhys
2,8;
do der eingil durh sin ubirmuot givil
SuTheol
127;
frowe, sus geret bis / durg die dine groze guode, /
durg du dine otmuode, / durg du dine suvercheit, / durg du dine groze
mildecheit MarldA
116;
durch vnser missetat wart er an das crûce erhangen!
Konr
10,63;
dur schœniu wîb mans lîb sol pflegen züchte
SM:Had
46: 2,1;
er minnet lîden durch got und lîdet durch got
Eckh
5: 44,13.
5:21,7;
dürch got und durch der welte lon sol er yme
[dem ellenden gast
] komber büssen
SM:Ga
1a: 3,6
2.3.2
zur Angabe des psychischen Beweggrundes für ein best. Verhalten:
in welher wîs siz tæte, / durch haz oder aber durch
minne Tr
831;
mich hant mine viande / vir triven dur iren over mot
Roth
1429;
siner amien warf er
[Reinhart] dvrch den mvnt / sinen zagel dvrch
kvndikeit ReinFu
K,1163
2.3.3
durch ... willen
‘um jmds. willen, jmdm. zuliebe’
durch dinen villin Rothere / wir solin dir helpin
Roth
3396;
durch miner swester Alden willen Rol
3868;
ich riet dirz durch den willen dîn HartmKlage
588;
saget mir / durch mînen willen Tr
14166;
hæte ein mensche einen vriunt, der durch sîn willen
in lîdenne wære Eckh
5: 49,15.
–
des bite ich dich durch willen der urstende
SüklV
186;
Ihesus uf der selben vart /
[...] / ze siner pridie er do sass / durch
willen siner lere WernhMl
7107
2.3.4
durch got, Ausdruck einer dringlichen Bitte, eines Erschreckens
oder der Verwunderung:
durch got sitzent stille Iw
1498;
[Iwein gibt sich zu erkennen, darauf
Keie:] ‘nû durch got.’ ebd.
2611;
lât stân! durch got, waz gât ir an? Tr
2794;
nû dur got, waz hân ich iu getân?
KLD:GvN
21: 4,10;
durch gott, frauw, sagent mir ob irs sint myn frauw
die koniginne! Lanc
15,9.
– auch durch gotes willen:
durch gotes willen, waz tuot ir Tr
10718
2.3.5
durch nôt
‘mit gutem Grund, zwangsläufig, notwendig’
do gelovbete si [Sarah]
durh not VMos
18,29;
die muozin immir durch not / bouwen den ewigen tot
Hochz
763;
durch not muse uallen / der haiden groz
ubermuͦt Rol
4742;
durch nôt sprechet ir daz! Tr
13691;
mir hânt diu wîp vil gar verzigen, / daz mir dur nôt
daz singen muoz erleiden SM:UvS
6: 1,4
2.3.6
durch reht
‘von Rechts wegen’
durch recht ich des geniezzen sol SM:Te
12: 2,5;
als man ain vriges aigen dur reht niezen sol UrkCorp (WMU)
568,36;
daz der truchsætz div lehen durh reht lihen suͤl ebd.
734,38
2.3.7
mit Betonung des angestrebten Zwecks:
[Holofernes] reit verri hini westir / durch du
gotis lastir ÄJud
106;
er [Berker] reit durch
numare / was dar zo Ache ware Roth
5090;
si uachten durch daz himilriche Rol
8297;
[Christus] der in dise werlte durch ǐwer heil
chomen was Konr
10,44;
ich var durch mîne werdekeit / nâh ritterschaft in
fremdiu lant Parz
11,6;
dâ wâren cleiniu vensterlîn / durch daz lieht
gehouwen în Tr
16726;
daz houbit strelen, unde ogen, den munt unde die zene
unde hende weschen dur suverheit unde dur roscheit MNat
7,29.
– in Verbindung mit einem flektierten oder subst. Inf.,
‘um zu’
were die selbe ander persone [die
zweite Person der Trinität] vor der botschaft vleisch
gewesen dur úns ze loͤsende, so muͤste es ein beginne
wesen Mechth
4: 14,17;
dâ vlôch man unde wîp / durch behalten den lîp
Iw
7736;
darin [auf den
Blütenzweig] setzet sich dur ruon / nachtegal, diu vrîe
SM:AvR
1: 1,5
2.3.8
durch daz in der Funktion eines kausalen Adv. oder einer
kausalen Konj.
2.3.8.1
‘deshalb’
– ohne explizierenden Nebensatz:
durh daz was
er [Luzifer] virstozzin
SuTheol
51;
vrouwe, durch daz sît gemant Iw
1857;
durch daz sô claget er âne nôt
Tr
18574.
– mit explizierendem Nebensatz:
eteswer der vrâget uns / durch daz, daz alter
unde jugent / selten gehellent einer tugent Tr
4509;
[er] houwet daz holz und bicket den stein
dar umbe und durch daz, daz er ein hûs mache Eckh
5: 52,7;
er minnete diz ungemach / durch daz, wan er
si gerne sach Tr
18982;
si was durch daz hinz im gevarn, / si wolde
selbe daz bewarn / daz man sîn pflæge wol ze frumen
Parz
33,5;
ich bitte dich minne, / ein teil dur daz, /
sît ich dir niht gebieten mac MF:Wolfr
8: 1,2.
– mit explizierendem Hauptsatz:
sin nâmen sîn durch daz niht war, / ern kam
niht alse ein ritter dar Tr
10711
2.3.8.2
‘weil, denn’
durch daz iz ein houe sprache was / ir nehein iz
ne uir saz Roth
646;
ich vorhte dine stimme durch daz ich nakent was
Konr
24,32;
ein guldîniu krône / was gehangen über den sarc,
[...] / durch daz si was ein künigîn
Wig
11223;
dem ist winter lieb, dur daz diu nacht ist lang
SM:Had
3: 3,3
2.3.8.3
‘damit’
[das Kind wurde getauft] durch daz ez sîne
cristenheit / [...] enpfienge Tr
1970;
so wil ich doch dien jungen singen, / waz der sumer
wunne hât, / dur daz si tanzen unde springen SM:HvS
1: 11,3;
dâz er ûf die erde kan / und mensche wart, dur daz
er uns von grimmeklicher nôt zuo im erlôste SM:JvR
1: 5,13
2.3.9
durch waz in der Funktion eines Fragepronomens,
‘weshalb’
nu lat wol schinin / durch waz ir uz sit komen
Rol
247;
der iunger sprach: dur waz geschuͦf er die welt?
Lucid
5,8;
manc herre mich des vrâget dur waz der gernden sî sô
vil KLD:Kzl
2: 8,2
2.4
instrumental zum Anschluss einer Angabe über eine vermittelnde Person, ein
Mittel oder ein Werkzeug:
vnd davon sprichet vnser herre durch den wissagen ze dem
meister PrBerthKl
8,32;
do lost er uns durch sin not Hochz
872;
gebe dir got durch sîne craft / heil ze dîner
ritterschaft! Tr
5043;
vil lîhte got wil und sol mir durch dise smâcheit mîn
bestez tuon Eckh
5: 57,2;
nu heiz den sumber rüeren! / der tôn durh die hiute, /
seht, der machet klaffente helzen [Schwertgriff]
SM:Go
2: 6,2;
den tag man kündet dur diu horn SM:Had
14: 3,10.
– neben der instrumentalen auch die kausale Bedeutung
erwägenswert:
turh tes tiufeles rat / wie skier er ellende wart!
SEzzo
43;
Tybalt [...], / durh den er
[Terramer] herzesêr gewan Wh
12,12.
–
durch des wibis vruti / er wart des winis mudi
ÄJud
189
MWB 1 1399,24; Bearbeiter: Stackmann
durchædern
swV.
‘etw. durchädern, linienförmig durchziehen’
durch brochen und durch edert / stet von jacincten fine / und von smaragden
schin / ein schapel [Kopfschmuck] dar uff durch schonet
Minneb
2454.
2945
MWB 1 1402,35; Bearbeiter: Schnell
durchæhtære
stM.
‘Verfolger, Feind’
Paulus, / von dem seit diu schrift alsus, / daz er ein
durchæhter was / der kristenheit RvEBarl
3061;
dc dich der morder unde der durhähter mit sinem swerte niht hab gescaiden von
dem lîbe PrSchw
1,167;
Sathan, / [...] durechter der gerechtikeit
Pilgerf
12465;
KvWPant
1971;
BdN
233,32
MWB 1 1402,40; Bearbeiter: Schnell
durchæhtecheit
stF.
‘Verfolgung’
belib stæte, an dem globen veste, / lere und tuͦ das beste! / la dich
nút wirderwærtekait / bewegen noch durchæchtikait WernhMl
13420
MWB 1 1402,47; Bearbeiter: Schnell |