i – ie|besunder (?) ieclich – iemerkæse iemerkuo – iersch iertes – iewëdersît iewelich – ihten (?) ihtesiht – îlunge im – in in – în bezûnen în biegen – în brëhen în brîden – inder(t) in dës – inelende în enthalten (?) – ingebër în gebërn – ingesigelde ingesinde – in guot în gürten – în houwen inhûs – în lâʒen înlâʒunge – în lûchen în luogen – inne halten în neigen (?) – innergewant în neigen (?) swV. innelâzen stV. innelich inne ligen stV. inne machen swV. în|nëmære stM. în nëmen stV. înnëmunge stF. innen Adv., Präp. innen swV. innenân Adv. innen bringen V. innen dës innen diu innen haben swV. innen halten stV. innenkeit stF. innen sîn V. innentlîche Adv. innen wërden stV. innenwërtes Adv. innen wësen stV. inner Adj., Adv., Präp. inneren swV. innergewant stN. innerhalbe – inniclich innigen – în rüefen în rüeren – inschrift în sëgenen – în slahen însleich – în springen în spruʒʒen (?) – interpretieren intestîn – în twingen în ünden – în vleischen învleischunge – înwander inwaner – în wischen în wîsen – ipocrisis ipocrite – irhalp irhære – irregunge irrehaft – Ir|rîche irricheit – îsenbû îsendach – îsenkaste îsenkëc – îsensacroc (?) îsenschûfel – îserîn îserkleit – isôpe isôpensaf – îtelhant îtelinc – itwinde iu – îwînboum
|
în neigen (?)
swV.
‘niederdrücken’
und hie inne [in äußerlichen Übungen] envindet man dis hochgezit nút, das alte es enwerde ingeneiget und geendet, und das nuwe inkomme in den grunt Tauler
58,6
MWB 2 1914,28; Bearbeiterin: Baumgarte
innelâzen
stV.
→
în lâʒen
MWB 2 1914,33;
innelich
→
inlich
MWB 2 1914,34;
inne ligen
stV.
auch in-.
1
‘(in etw.) liegen, enthalten sein’
2 bezogen auf die sechswöchige Zurückgezogenheit (urspr. relig. begründetes 40 tägiges Fernbleiben aus der Kirche, vgl. Lv 12,1-8) im Wochenbett 3 rechtl. von Schuldnern und Bürgen ‘sich an einem dafür vertraglich bestimmten Ort aufhalten, bis die Schuld beglichen ist’
‘Einlager halten’ (vgl.
înlëger
)
1
‘(in etw.) liegen, enthalten sein’
ob er den win trinchet, da der stein inliget PrüllS
1,4;
da der selbe stein inneliget ebd.
1,9;
daz selbe kint siechez lac / vor der kirchen manigen tac, / dâ sant Franciske inne lît [sich sein Grab befand]
LvRegFr
4453;
wan dis ist do alle kraft, alle heilikeit und alle helfe und trost ab kumet und inne gelit und verborgen ist Tauler
268,5;
PsTr
104,37
2
bezogen auf die sechswöchige Zurückgezogenheit (urspr. relig. begründetes 40 tägiges Fernbleiben aus der Kirche, vgl. Lv 12,1-8) im Wochenbett:
do irvullet was di cziet / daz man in sechs wochen liet, / der reinunge czyt ich mein, / daz si wurd gereinget TvKulm
2914;
daz si sich in leite, / als ein wîp kindes inne lît, / und daz si nâch der selben zît / der werlde jehende wære, / daz si daz kint gebære; / wie si mit ime ze kirchen gie, / und wie er dâ die toufe enpfie Tr
4247.
1899
3
rechtl. von Schuldnern und Bürgen ‘sich an einem dafür vertraglich bestimmten Ort aufhalten, bis die Schuld beglichen ist’
‘Einlager halten’ (vgl.
înlëger
):
swenne si havpgvt vnd schaden niht lenger paiten wellent, so svln wir si irz gvtes weren; tvn wir des niht, so sol ich Weichart des næchsten tages dar nah ze Wienne in ein erber gasthavs varen da mir Lesier der iude vnd sein hausvrowe Twora vnd ir erben hin zaigent vnd sol da inne ligen, als inligens reht ist, vnd niht avz chomen UrkEnns
5,442
(a. 1326);
UrkCorp (WMU)
124,18
u.ö.
MWB 2 1914,35; Bearbeiterin: Baumgarte
inne machen
swV.
‘jmdn. spüren, wahrnehmen lassen’ (vgl.
inne bringen
):
das mois dich costen richen solt, / ja hercz, synne, moet und lyf, / als dich vrauwe Venus, daz edel wyf, / onser alre meisterynne, / auch woil hait gemachet ynne MinneR 497
682
MWB 2 1915,1; Bearbeiterin: Baumgarte
în|nëmære
stM.
‘jmd., der Steuern, Zoll u.a. Abgaben einnimmt’
vnd schol der selben hundert phunt enphaher vnd innemær sein mein herr her Jans von Chappell, der desselben gotshauss vogt ist UrkEnns
5,320
(a. 1322);
die des zolles ietzund einnemer sind MGHConst
6,1:152,11
(a. 1326);
die weil aber Reinbot lebet, so wil er des selben tvͦches in nemær vnd tailer sein UrkCorp (WMU)
1517,32.
1558,2;
UrkNeustift
238
(a. 1327);
WeistBa
127
(a. 1333)
MWB 2 1915,7; Bearbeiterin: Baumgarte
în nëmen
stV.
1
‘jmdn./etw. hinein/ herein nehmen’
1.1 von Personen 1.1.1
‘jmdn. (in etw./zuhause) aufnehmen’
1.1.2
‘sich selbst in sich hineinnehmen, sich in sich versenken’ , auch als Part.-Adj. ‘versunken, in sich gekehrt’
1.1.3
‘gefangen nehmen’ , hier subst. 1.2 von Sachen 1.2.1
‘etw. zu sich herein/ nach Hause nehmen’ , auch ‘etw. an (sich) nehmen’
1.2.1.1 allg. 1.2.1.2
‘(Geld, Abgaben) entgegennehmen, einnehmen’
1.2.1.3
‘etw. annehmen’
1.2.2
‘etw. in sich aufnehmen’
1.2.2.1
‘(Ess- oder Trinkbares) zu sich nehmen’
1.2.2.2
‘in sich aufnehmen, umfangen’
1.2.2.3
‘etw. über das Gehör aufnehmen, verstehen, zur Kenntnis nehmen’
2
‘Macht über etw. erlangen, ergreifen’ (überw. inchoativ) 2.1
‘etw. (Stellung, Amt, Macht) annehmen, antreten, ausfüllen’
2.2
‘etw. erobern’
2.3 durativ ‘etw. innehaben’
1
‘jmdn./etw. hinein/ herein nehmen’
1.1
von Personen
1.1.1
‘jmdn. (in etw./zuhause) aufnehmen’
di reine frouwe lobesam / gefienc ir aber einen sin, / daz si balde wider in / nam eine maget zuhtic Elis
7380;
si nam ir [sich] wider in durch got / ein kint in rechter gude ebd.
7404;
nim, herre, mich mit en in / da du wunnest immer me Daniel
8344;
nimt ovch dehain man dehainen vͤbeltætigen man fluͤhtigen in, der tu ovch daz reht von im UrkCorp (WMU)
1540,5;
Wh
126,20.
176,7.
–
er [St. Julianus]
[...] nam ein schiffelin zuhant, / darinne er balde uberquam. / do er daz mensche in genam, / do was ez vil nach ervrorn Pass III
155,6.
– bildl.:
der mensch, der hút wurdi in genomen [
in daz ewig niht
] , der weri nit kúrzer da gesin nach ewikeit ze sprechenne, denn der vor tusent jaren in wart genomen Seuse
344,2;
als vil sich der mensch entfroͤmdet im selben und wirt ingenomen in die vergangenheit, als vil bestat er in rehter warheit ebd.
161,12.
–
‘jmdn. einbeziehen’
was ich lobes lasze, / da ich jne [den Ritter] nit in nym, / des dauht gar zŭ uil an ym Krone
23256
1.1.2
‘sich selbst in sich hineinnehmen, sich in sich versenken’, auch als Part.-Adj. ‘versunken, in sich gekehrt’
und wer moͤchte denne gescheiden dise goͤtliche verre úber natúrliche einunge, do der geist ist in genomen und in gezogen in das abgrúnde sines beginnes Tauler
263,16;
der ingenummen mensche ebd.
303,16;
ein soͤlich edeler gelazner mensch [...], der dur Cristum warlich wer in genomen Seuse
338,16;
disú ingenomnú menschen ebd.
344,26
1.1.3
‘gefangen nehmen’, hier subst.:
vmb den totslach vnd vmb der læute einnemen vnd vmb daz ubergreiffen an chauffe, an pawe oder an anderm gwinnenne UrkCorp
935,9
1.2
von Sachen
1.2.1
‘etw. zu sich herein/ nach Hause nehmen’, auch ‘etw. an (sich) nehmen’
1.2.1.1
allg.:
ez sol auch kein mulner kein koͤrn oder weizze wizzentlich ungewegen innemen WüP
75,20;
der denselben win inneme oder behielte ebd.
81,7.
92,16;
rêrouber [die einen Leichnam ausrauben oder Raubmord begehen] , die daz guot în nement, dâ man den sêlen mite helfen solte PrBerth
2:70,10.
–
‘etw. (als Ernte) einbringen’
do dy czit quam dy frucht yn czu nemene, do sante her syne knechte czu den ackerluten uf daz sy dy frucht yn nemen [
ut acciperent fructus eius Mt 21,34]
EvBerl
28,14
1.2.1.2
‘(Geld, Abgaben) entgegennehmen, einnehmen’
er [Josef] gebôt daz niweht bestuonte deheinem armen sîner phruonte. / abe deme bûman er niweht innam / mit unrehteme gedinge noh mit neheinem gedwenge, / newâr sîn reht dienest Gen
1856;
der vorgenante herre vnd sine erben sûln ouch den zol [...] vordern vnd innemen UrkCorp (WMU)
1480,15.
2719,5;
diu [städtischen Baumeister] sullen auch alliu jar widerraitten [Rechenschaft ablegen] der stat zins, ungelt und ander gult die sy denn ein genomen haund UrkAugsb
1,356
(a. 1340);
SpitEich
12,3.
12,4;
UrkHohenz
2,313
(a. 1313).
– mit Obj.-Satz:
daz ich an siner stat in nemen vnd vordern sol, swes im die selben burger schuldik sint UrkCorp (WMU)
1905,10.
– übertr., subst.:
unse lebin ist geteilit in zwei: daz eine ist lidin, daz andere ist wirkin. wirkin ist da mide wir alle unse lon fordinen; lidin ist ein innemen des lonis Parad
93,22;
selikeit ist ein inphahin und ein innemen und ein habin des ubersten und des leistin gudis ebd.
92,1
1.2.1.3
‘etw. annehmen’
wir beide [Schächer am Kreuz] nemen billich în / gelîche bûze gên der tât [
nos quidem iuste nam digna factis recepimus Lc 23,41]
JvFrst
10502
1.2.2
‘etw. in sich aufnehmen’
1.2.2.1
‘(Ess- oder Trinkbares) zu sich nehmen’
dô er an sînen gemach kam / und des wînes in genam Ottok
89342;
essen und trinken, das der mensche zuͦ dem munde in nimet Tauler
293,33;
das er [Christus] sich also geben hat in einer grober ussewendiger wise, also in glichnisse brotes und wines, und das wir in zuͦ dem munde innemen súllent also lipliche spise ebd.
310,27
1.2.2.2
‘in sich aufnehmen, umfangen’
der zirkel ist gar ein volprachte figur vnd ist auch in sich mer vahent vnd innement wenn chain andrew figur, die winchlot ist, die in irr groͤzz sey KvMSel
552
1.2.2.3
‘etw. über das Gehör aufnehmen, verstehen, zur Kenntnis nehmen’
swî der [Christus] în nam smêhe vil [
contumeliam audientem
]
JvFrst
7627;
mensch, swan dû von den nôten / etwaz hôrest, daz nim în, / habe ouch Christ in dînem sin [
tu ergo hec audiens, in mente habeas Christum
]
ebd.
7623;
zem andern mâl der wârheit sin / Pilatus wold nicht nemen în, / wan di wârheit geistlich was ebd.
6404
u.ö.; subst.:
wisheit [...] ist ein wirkinde licht, daz sine vollincumenheit hait fon innemine ein noch deme anderen des he fore nicht inwiste Parad
36,26.
–
‘in rechtlichem Zusammenhang etw. (Gelöbnis, Klage) hörend entgegennehmen’
wan div tædinch elliv vor mir geschehen sint vnd ich daz gelvbe in han genomen an mines herren [...] stat UrkCorp (WMU)
2407,30;
[die Genannten sollen] bediu von den burchmannen und von den burgern [...] gelubt und geheizze von unsern wegen innemen, den vriden stet ze halten UrkFriedb
115
(a. 1331);
nu ist ez darzv chomen, daz [...] hertzog Heinrich [...] vnser chlag trewelich darvmb in naͤm UrkWittelsb
2,221
(a. 1313)
2
‘Macht über etw. erlangen, ergreifen’ (überw. inchoativ)
2.1
‘etw. (Stellung, Amt, Macht) annehmen, antreten, ausfüllen’
do wisete im [dem Dieb] jener [die Traumerscheinung] ein munches her / und hiez mit ritterlicher wer / daz ampt der herschefte in nemen Vät
7991;
unser hêrre der heilant / nam [nach der Auferstehung] wider în sînen gotelîchen gewalt Kchr
8853.
–
biz der kunic kæme / und daz [verliehene] lant selb in næme Ottok
66342;
vmb [die Feste] Liehtenberch ist ez also gesetzzet, daz di Gebhart von Velwen auf sin triwe sol innemen UrkCorp (WMU)
869,7
2.2
‘etw. erobern’
nû wart ein bot getriben, / der dâhin zehant / nâch dem kunic rant, / daz er balde kæme / und die stat in næm Ottok
91908;
der kunc von Arragûnen quam / in Ispânien, dâ er nam / dî inslin în mit strîten / genant dî Majorîten / unde Minorîten NvJer
1491
2.3
durativ ‘etw. innehaben’
swer in dem spital ein pfruͤnt innimet und nuͤtzet, swenne der stirbet, der sol sein guͦt dem spital lazzen StRMünch
254,3
MWB 2 1915,17; Bearbeiterin: Baumgarte
înnëmunge
stF.
1
‘Aufnahme’ (vgl.
în nëmen
1 ) 2
‘Zustand der Selbstvergessenheit des Geistes beim Streben nach Einigung mit Gott’ (vgl.
îngenomenheit
) 3
‘Vernehmung’
1
‘Aufnahme’ (vgl.
în nëmen
1):
daz meinde, daz er [Christus] der erste und eingeborne sun ist nach der úbertreffenden annemunge in die selbsheit der goͤtlichen persone, und aber die andern [Menschen, die auch Gottes Söhne geworden sind] in die innemunge úberfoͤrmiger einikeit des selben bildes Seuse
339,12
2
‘Zustand der Selbstvergessenheit des Geistes beim Streben nach Einigung mit Gott’ (vgl.
îngenomenheit
):
si [die Seele] gestillet ganz und alleine in dem nihte und weis nit denne wesen, daz got oder daz nit ist. [...]. und wan disú innemunge us der selben adren getrungen ist, hier umb so macht du verstan, wie es sich gruntlich haltende ist Seuse
346,17
3
‘Vernehmung’
vnd di selben fuͤmfe [Schiedsleute]
[...] solnt vns nach der einnemung mit ein ander rihten nach der minne oder nach dem rehten UrkHohenz
3,53
(a. 1339)
MWB 2 1917,17; Bearbeiterin: Baumgarte
innen
Adv., Präp.
vgl. inne.
1 Adv. 1.1 lokal ‘innen, im Inneren’
1.1.1 alleinstehend 1.1.2 in Verbindung mit anderen Adv. 1.2 vereinzelt ( Lanc ) direktional ‘herein, hinein’ (auch als trennbares Verbpräfix, vgl. în + Verb) 2 Präp. 2.1 mit Gen. ‘innerhalb, in’
2.1.1 lokal 2.1.2 temporal 2.1.3 in der temporalen Wendung innen dës (s.a. in dës
in
2.1 , inner dës
inner
3.2 und innewendic dës
innewendic
3.2.1
2.1.3.1 adv., ‘währenddessen, unterdessen, zu dieser Zeit’
2.1.3.2 subjunktional, ‘während’ (vgl.
in
/ în ) 2.2 mit Dat. ‘innerhalb, in’
2.2.1 lokal 2.2.2 temporal 2.3 mit Instrumentalis in der temporalen Wendung innen diu
1
Adv.
1.1
lokal ‘innen, im Inneren’
1.1.1
alleinstehend:
dô sie dâvür [vor die Burg] quâmen / und niemen dâ vernâmen / ûf türmen noch ûf zinnen / noch in der veste innen, / sie dâhten, ez wære durch list getân ErnstD
2126;
SAlex
1041;
sint aber di naselocher innen heiz SalArz
40,38;
der selbe turn innen / drilichiu gewelbe hât Flore (P)
4178.
4995.
4998;
von den brunnen / die dare springent / vier ahe [Paradiesflüsse] innen / abe runnent VMos
6,3;
ich kan niht komen hinnen. / maht du mich verbergen iender innen? KLD: UvL
40: 2,6;
er chom nahtes dar mit der froͮwen chnehte vnd sparten die tuͤr innen vnd namen ab dem toten lichnamen dar er in gewunten was Konr
12,35.
–
truͦbe was ime sin muͦt – / mit lachenten ougen. / sines herzen tougen / newesse nieman innen Rol
2857;
daz in diu himelische süeze / in dem herzen innen grüeze LvRegSyon
3379.
– in Opposition zu ûʒen :
[die Frucht] hat vzen ein herte rinde. innen hat ez samen SalArz
86,47;
Rol
1965;
ûzen an der mûre und innen / lît dâ hôher türne vil Wig
9901;
UvZLanz
224.
7126;
übertr.:
si was reine uzen unde innen AvaLJ
2,4;
diu wâren âne valsch geworht beidiu ûzzen und och innen SM: UvS
29: 2,3
(=
Walth
31,5
);
ich sihe die bittern gallen mitten in dem honige sweben: / diu welt ist ûzen schœne, wîz, grüen und rôt, / und innan swarzer varwe, vinster sam der tôt Walth
124,38.
121,6;
VRechte
508;
auch zu bûʒen:
daz din leben an sinem sine / reine buzen und innen schine HeslApk
4508.
– in Opposition zu vor :
die stige solt du verdurnen / innen unde vor Rab
287,2
1.1.2
in Verbindung mit anderen Adv.:
– selten mit dâ(r) oder dare:
wil du hie in dirre kemenât belîben, / [...] dar innen ich dich wol verhil KLD: UvL
40: 3,7;
er sluͦc in mit dem swerte / uf ainen helm herten. / erne macht sin nicht gewinnen: / daz fiûr enzunte sich dar innen Rol
5078.
–
dort:
ich enbeiß nie eßens noch trinckens dort innen Lanc
469,6;
also bliben sie vor der brugken haltende, und das sie sehen wolten ob yemant dort innen herußkeme wiedder den sie sprechen mochten ebd.
449,36
u.ö.
–
hie:
lieber vrvnt min, / [...] werbet mit sinnen, / hie ist vil binen innen ReinFu
K,1548.
–
von:
wan swer zer minnen tür în gât, / den man von innen niht în lât, / dazn ist der minnen niht gezalt, / wan daz ist valsch oder gewalt Tr
17002;
zu der stunt da kam von innen aldar ein ebtißinne Lanc
14,34;
er schrey lut uber alle die burgk, und die von innen lieffen zu yren wapen ebd.
8,10;
als man sô gar von innen gelâzen ist Eckh
5: 283,9;
in Opposition zu von ûʒen:
von dem nützen lâzenne, daz man tuon sol von innen und von ûzen Eckh
5: 196,6;
di da reiniget daz von vzzen ist des cheliches vnd der schüzzeln. aber von innen [
intus
] sit ir vol ravbes vnd vnreinicheit EvAug
57,21
1.2
vereinzelt ( Lanc ) direktional ‘herein, hinein’ (auch als trennbares Verbpräfix, vgl. în + Verb):
die jungfrau stieß das heubt innen, die frau gab der jungfrauwen das liecht in ir hant Lanc
253,6
2
Präp.
2.1
mit Gen. ‘innerhalb, in’
2.1.1
lokal:
ob ich innan landez vervar in sehs milen UrkCorp
2857,16
2.1.2
temporal:
von vnsers herren gebûrtlichem tâge tusent zwaihundert vnde fierzech iâr jnnan hoͮwotse [d.i. höuwetes, ‘Juli’
] an sante Jacobes tâge sæiliche UrkCorp
7,12
2.1.3
in der temporalen Wendung innen dës (s.a. in dës
→
in
2.1, inner dës
→
inner
3.2 und innewendic dës
→
innewendic
3.2.1
2.1.3.1
adv., ‘währenddessen, unterdessen, zu dieser Zeit’
der drit nutz waz, do ich dar an gedahte, daz mir der hýmel offen wart und ich dez gewisse waz, waͤre ich innen dez tot, daz ich ân underlaz ze hýmel komen waͤre PrGeorg
338,29;
und was im die frauwe von Tamelirde so lieb worden innendes das er synes rechten wibes ein gut teil da mit vergaß Lanc
522,11
– auch satzeinleitend:
nune wessen die gesellen wer / under dem gezelte lac. / innen des entweich der tac / der naht mit sînem glaste Wig
3313;
Wh
87,9;
UvZLanz
1990;
Parz
555,18
2.1.3.2
subjunktional, ‘während’ (vgl.
in
/în ):
2.1.3.2.1
allein die subjunktionale Funktion tragend:
daz [Pferd] dort von Gâwâne gienc, / innen des er Meljanzen vienc Parz
389,28.
260,16;
Wh
175,18
2.1.3.2.2
zusammen mit dô (... dô), sô (... sô) und unde:
innen des dô er az, / kom ein maget rîche Wig
1719;
innen des dô Dârîus / enphie die selben brieve alsus / [...] / dô kam ein bote sâ zestunt RvEAlex
4493;
UvZLanz
1357.
–
innân des sô ditz geschiet / und in daz mære wol behaget, / sô sehents eine schœne maget UvZLanz
4674.
–
innen des unt diu mennischeit erstarp, / diu gotheit ir daz leben erwarp Wh
219,29
2.2
mit Dat. ‘innerhalb, in’
2.2.1
lokal:
dar nâch îlten die verzern / mit roube und ouch mit brande / die stete in dem lande / innen zwênzec mîlen Flore (S)
387;
Lancelot, der innen dem thorn ist Lanc
449,3.
629,2
2.2.2
temporal:
innen disen drîzec tagen Tr
8810.
10504;
das er in des konig Artus hof nit komen solt innen dem tag den sie im macht Lanc
638,19
2.3
mit Instrumentalis in der temporalen Wendung innen diu:
Emmor dare chom, begunde der tohter bitten. / innen diu chômen die sune Gen
1607;
er sprach: " [...] ich chom umbe daz, daz daz israheliske liut da verlorn was!" / innen diu daz wip vur in gie AvaLJ
71,5
MWB 2 1917,35; Bearbeiterin: Baumgarte
innen
swV.
1
‘inne machen’
1.1
‘jmdn. zu sich holen, (in einer Gruppe) aufnehmen’
1.2
‘jmdn. etw. wissen bzw. erkennen lassen, über etw. belehren, an etw. erinnern’ (mit Gen., seltener Präp.-Obj.) 1.3 Bed. unklar, wohl ‘etw. (in Gewebe) einschließen, einweben’
2
‘inne sein, in etw. enthalten sein’ (oder zu
innen
Adv.? Vgl. Lexer 1,1439)
1
‘inne machen’
1.1
‘jmdn. zu sich holen, (in einer Gruppe) aufnehmen’
Sẏba, / den si ginnit haten da, / der zuͦzin were entwichin dar RvEWchr
30548;
sie sprâchen all under in, / er wære wol besinnet, / den sie dô hâten ginnet RvEAlex
6452.
–
ach, schoͤlt ich in innen / an mines hertzen brust [an meine Brust drücken, in die Arme schließen] , / truͤtlich mit gelust / suͤzzen kus im bieten! WhvÖst
12578
1.2
‘jmdn. etw. wissen bzw. erkennen lassen, über etw. belehren, an etw. erinnern’ (mit Gen., seltener Präp.-Obj.):
wie aber diz nu müge wesen, / des wil ich iuch innen, / daz man daz golt gewinnen / vor kelte hitze und grîfen mag Reinfr
18261;
des underschiet di selege in, / wie si [Akk.] des ginnet hade / des heiligen geistes gnade [Nom.]
Elis
8871;
der truͥwe mich truͥwen innet, / der liebi mich gantzer liebi went [gewöhnt]
TürlArabel
F 773;
di rede in des da uor innet, / wil er sih des uersinne Glaub
3707;
uns hat der kuͤnc Baldewin / der triwen vil wol ginnet, / daz uns sin herze minnet Rennew
20697;
Herb
3610
u.ö.;
von deme angeste ich uch inne Brun
11203.
–
dar zuo gib ich dir gîselschaft / umb den ritter minnehaft, / daz er dir niht entrinnet: / des hât er mich wol ginnet [das hat er mir versichert]
UvZLanz
1828.
– unter Ersparung des Obj.:
si [die Lilie] glichet sich als ich uch inne / ouch manna Brun
5592;
als ich vch wil innen Herb
7669
1.3
Bed. unklar, wohl ‘etw. (in Gewebe) einschließen, einweben’
nu hoͤrt wie in bestet [einspinnt] / ditz gestain daz tier: / uz dem munde gant im vier / zen, da mit ez spinnet, / sus ez die stain [auf einem Busch] innet WhvÖst
12612.
– unklar, ob hierher:
sus ez [das Wundertier] daz gestain [auf dem Busch] / in den zetel vazzet; / dar an ez niht lazzet / biz ez den busch gespinnet: / swem ez denn geluͤcke innet [
‘wem das Wundertier das geluͤcke einwebt’ oder eher ‘wem das geluͤcke das Gestein zuteil werden lässt’?] , / der ist der Sælden kint gezalt WhvÖst
12622
2
‘inne sein, in etw. enthalten sein’ (oder zu
innen
Adv.? Vgl. Lexer 1,1439):
dô quam der comentûr vorgeseit / mit den sînen andirweit / zu Putenîken rinnende / dî vorburc dâ gewinnende / und abir gar vorbrinnende, / swaz ouch dâ was innende NvJer
23167
MWB 2 1919,14; Bearbeiter: Hansen
innenân
Adv.
vgl. AWB 4,1614; kontrahiert auch innân, deshalb dann nicht von innen zu unterscheiden.
1 den Anfang einer Bewegung bezeichnend ‘von innen’
2 den Ausgangspunkt einer bestimmten Perspektive bezeichnend ‘(von) innen (her), im Innern’
1
den Anfang einer Bewegung bezeichnend ‘von innen’
wenn diu kindlein fäuht öpfel und pirn ezzent, sô hangt in diu zæheu fäuhten in den rœrn, dâ der luft innân gêt von der lungen in den hals BdN
16,5
2
den Ausgangspunkt einer bestimmten Perspektive bezeichnend ‘(von) innen (her), im Innern’
[die Schlange] sliuffet ínín [das Krokodil] . só bízzet síun ínnan ÄPhys
4,4;
ain arche. div waz innan unde uzsinan guldin PrGeorg (Sch)
21,348;
do wart ich gewar eins vegefúres, das was glich eim oven, der was ussen swarz, innenan was er fúres flammen vol Mechth
7: 2,4
MWB 2 1919,60; Bearbeiterin: Baumgarte
innen bringen
V.
→
inne bringen
MWB 2 1920,11;
innen dës
→
innen
2.1.3
MWB 2 1920,12;
innen diu
→
innen
2.3
MWB 2 1920,13;
innen haben
swV.
→
inne haben
MWB 2 1920,14;
innen halten
stV.
→
inne halten
MWB 2 1920,15;
innenkeit
stF.
→
innicheit
MWB 2 1920,16;
innen sîn
V.
→
inne sîn
MWB 2 1920,17;
innentlîche
Adv.
‘inniglich, tief empfunden’
hette dich goth nu her gesendet / daz were mer innentliche lieb Roth
2279
MWB 2 1920,18; Bearbeiter: Hansen
innen wërden
stV.
→
inne wërden
MWB 2 1920,21;
innenwërtes
Adv.
‘inwärts, innen’
swer sich geluͦbet der ûzeren scône durch mînen willen den entlûte ih mit einir sumerliker gizêrde innanwartis TrudHL
27,11
MWB 2 1920,22; Bearbeiter: Hansen
innen wësen
stV.
→
inne wësen
MWB 2 1920,26;
inner
Adj., Adv., Präp.
auch inre(n), inre(n)t, inder.
‘inner’
1 Adj. ‘innen befindlich, innen liegend’
1.1 allg. 1.2 milit. (bei Belagerung) ‘innerhalb der Burg bzw. Stadtmauern befindlich’ , d.h. ‘belagert, verteidigend’
1.3 bildl. für im geistig-seelischen, wesenhaften Bereich Verortetes 1.4
‘vertraut, geheim’
1.5
‘einheimisch’
2 Adv. ‘innen, im Inneren’ (nur bildl.) 2.1
‘innig, tief empfunden’
2.2
‘vertraut, geheim’
3 Präp. ‘binnen, innerhalb’ (mit Gen. oder Dat., selten Instr.) 3.1 lokal 3.2 temporal
1
Adj. ‘innen befindlich, innen liegend’
1.1
allg.:
daz inner teil [der Frucht] daz tribet sere SalArz
86,48
u.ö.;
czuch yn [den Muscheln] denne dy ynner huyt unde dy owzser huwyt abe Albrant
3,2;
al die wîle die brûdere gût / hatten die inren burc behût / mit menlîchen sachen LivlChr
8652;
das tempel tuͦch rais und brach, / das man die inre hailikait sach WernhMl
11292;
in der innern Indîâ Wig
4754.
7382;
HvNstAp
8942;
die helle, die wir heisen die inner helle, die ist an deme ende der erden Lucid
7,11;
KvHeimUrst
1810.
– subst. (swN.):
wiltu di ercenie machen. so nim des innern an der coloquintida. vnde steinwurtz itweders zwo dragme SalArz
101,20.
99,12.
– subst. (swM.):
di uzzirin brunnin, / di innirin sungin [die vor dem Feuerofen stehenden Heiden verbrannten, die drei Männer im Inneren sangen (vgl. Dn 3,21ff.)]
ÄJud
66
1.2
milit. (bei Belagerung) ‘innerhalb der Burg bzw. Stadtmauern befindlich’, d.h. ‘belagert, verteidigend’
dô wârens beidenthalp ze wer, / daz ûzer und daz inner her. / die porten wurden ûf getân. / ûz iegelîcher vlouc ein van Wig
10926;
dô fuorens ûf des küneges sal, / daz inner her von der stat Parz
393,15.
209,30;
daz inre volc gemeine gar / gâhten an die zinnen Wh
227,18;
Tr
5527.
– phras. (vgl. Friedrich, PhrasWB, S. 233):
wer den vîgenden gestât, / und die inren burger lât, / der sol billîch verderben, / und sol an êren sterben Boner
44,50.
– häufig subst. (swM.) Pl. ‘die Belagerten, die Verteidiger’
dye inneren hetten daz vszer her / mit solchem iamer ubir laden / das der keyser den schaden / clagen sere syt began ErnstB (W)
1508;
dane wart grôz stürmen niht vermiten: / die inren mit den ûzern striten Parz
207,8
u.ö.;
die innern entwichen vür diu tor Wig
10957;
Lanc
382,6;
Tr
5584
1.3
bildl. für im geistig-seelischen, wesenhaften Bereich Verortetes:
diu ûzer gebærde / zeiget den inneren willen Flore (S)
3037;
dâ nam sie [
Isôt
] Tristan [...] / und legete sie lieplîch hin în / in sînes herzen inren schrîn, / aldâ sîn geist sîns lebens pflac HvFreibTr
802;
daz die ûzere reinekeit unde gecîrede urkunde geben unde zeichen sî des hercen inneren andâht unde reinekeite StatDtOrd
73,8;
‘got hât gesant sînen einbornen sun in die werlt’; daz sult ir niht verstân vür die ûzwendige werlt, als er mit uns az und trank: ir sult ez verstân vür die inner werlt [vgl. Anm.z.St.]
Eckh
1:90,5;
dâ von diu sêle beweget wirt ze innern dingen ebd.
1:168,2
u.ö.;
in dem innersten grunde, do got der selen naher und inwendiger ist verrer wan si ir selber ist Tauler
144,6.
144,19;
div geistliche speise dines hiligen geistes, von der wir gantz chraft vnd erlvhtvnge vnd innern trost haben DvAPatern
187;
PrOberalt
122,11;
ThvASu
298,32.
–
~ gebët
‘inneres Gebet’
einen antheiz [ein Gelübde] er dâ tete mit innerem gebete Gen
1258;
er bevalch si gote mit innerem gebete ebd.
2276;
VMos
24,16.
–
~ sin
‘innerer Sinn’ (vgl.
sin
):
so beginne wir minnen di inren sinne, / vernunst unde ratio, diu edele meditatio AvaJG
30,2;
memoria der inre sin Brun
7298;
alse di uzewendigin sinne ir werc gewirkin uf diz hoiste, da hebin sich di innerin sinne, und der sint funfe Parad
25,23.
25,26;
ThvASu
68,29.
–
~ mensche im Ggs. zum kreatürlichen äußerlichen Menschen:
der inner mensche des eigenschaft ist got, und zuͦ dem sehent sine begerunge und sin wille und sin meinunge Tauler
42,32.
70,15.
71,16;
der ander mensche heizet der inner mensche, daz ist des menschen innerkeit Eckh
5: 419,12;
denne ist der ûzer mensche gehôrsam sînem innern menschen ebd.
1:20,4.
3:134,14
u.ö.;
HeslApk
4774.
– selten präd.:
gotlich troist ist alle wege mit einir fulunge godis geginwertikeit, und di fulunge ist me innir dan uzir Parad
139,14.
– jmdm.
~ sîn
‘zu jmdm./jmds. Wesen gehören’
den sin hân ich gemeine mit den tieren und daz leben ist mir gemeine mit den boumen. daz wesen ist mir noch inner, daz hân ich gemeine mit allen crêatûren Eckh
1:67,1.
– subst. superl. (swstN.):
also wirdit daz ewige wort gesprochin innewendic in deme herzin der sele, in deme innirsten, in deme lutirsten Parad
14,20;
das ist das der mensche in gange in sinen eiginen grunt, in das innerste, und do suͦche den herren Tauler
144,2
u.ö.;
Seuse
520,29
1.4
‘vertraut, geheim’
der selbe Bananyas vrut, / kung Davidis ritter gut, / wart durch die benante tat / des selben kunges inner rat [Ratgeber]
TvKulm
2466;
nu waz ein alter ritter der ettwenn waz gewesen. innerister rat. dez chvͤnigez GestRom
38;
nu ratet mir in uwerme sinne, / wie ich Genelunen ze einem innern urunde [engen Freund] gewinne Rol
2205;
Ottok
46424
1.5
‘einheimisch’
der herzoge Lovelîn, / an dem vil hôer êren lac, / der inren geste schône pflac; / der ûzern geste über al / pflac Kâedîn und Kurvenal HvFreibTr
902.
– subst. (swM.):
hazze hant wip und man: / die grozen und die minren, / die uzzern und die inren [wohl ‘die Fremden und die Einheimischen’
] / tragent haz und nijt HvNstGZ
488
2
Adv. ‘innen, im Inneren’ (nur bildl.)
2.1
‘innig, tief empfunden’
do er also vil inner / ze gote vil lange gerief, / an seiner venige er entslief Serv
1154;
do man meine sünde wac, / got er umbe mich anelac / vil inre unde vil tiure, / daz ich chöme ze dem vegefiure, / daz sich etewenne endet / unde die sele niht immer swendet ebd.
3369;
swen si niene megen betriugen vil innere siz beriuwent Gen
920
2.2
‘vertraut, geheim’
swie inner si runen [wie vertraulich sie sich auch besprechen] , / alles ir willen / wirde ich schiere innen Rol
1317
3
Präp. ‘binnen, innerhalb’ (mit Gen. oder Dat., selten Instr.)
3.1
lokal:
sie ritten so lang biß das sie kamen zu einer burg die der frauwen was, inner zehen milen von Noaus Lanc
203,24;
inre [im Umkreis von] drîzec mîln wart nie versnitn / ze keinem bûwe holz noch stein Parz
250,22.
225,21.
759,22;
swer daz brichet [...] der mag der galtnusse niht ledick werden, er bered danne zen heiligen daz (er) inre landes niht enwaere do daz gesetzzede gesetzet wurde StRAugsb
65,2;
vnd [er] sol vns dienen inner landez mit dreizzich helmen, swenn wir sein beduͤrfen RegisterLudw
53
(a. 1325).
202
(a. 1325).
–
‘auf der inneren Seite’ (vgl. innerhalp):
daz tor was offen und entspart; / dar în sach man sî gâhen. / inrent dem tor [d.h. nachdem sie das Tor passiert hatten] sî sâhen / ein frömdez wunder wilde Reinfr
21156
3.2
temporal:
das son wir vnd vnser nachkomen bi vnserm aide [...] inrent ainem manot widertun UrkHohenz
1,110
(a. 1301);
sag miner swester, ich wil si troͤsten inront vierzehen tagen mit gotte Mechth
4: 22,16;
inre tagen zwelfen si riten an den Rîn NibA
1115,1.
705,3;
strîch die erzenîe umbe diu ougen: dir wirt inner zwein tagen baz Barth
133,20;
SpdtL
110,4;
iz was ein juncfröuwelîn / in der stat ze Eugubin, / diu was krump an den henden / und in den liden allen enden. / diu wart inner kurzer stunt / ze sînem [Franziskus] grabe wol gesunt, / daz ir nihtes niht enwar LvRegFr
4443.
– in den adv. Wendungen inner des bzw. inner diu
‘währenddessen’
dô sie nu vrœlîch tanzten, / in vröuden umbe swanzten, / inredes ein bischof quam / in den tanz HvFreibTr
635
u.ö.;
inner des diu zît verswant, / ûf die der herzog getriulich / solt komen her ze Ôsterrîch, / des nû daz lant ze herren jach Ottok
2154;
inner des der âbent quam, / der liehte tac ein ende nam; / die ritter rûmten sâ daz velt UvLFrd
464,17;
LvRegFr
377;
Eracl
3871.
3823;
inner div wuͦrden sine sinne / entzuͦndet ze geistlicher minne Albert
1167.
1254.
– in der Rechtsformel
~ jâr unde tac
‘binnen Jahr und Tag’
ez versprechen danne sîne erben inner jâre unde tage als reht ist, daz ez ir reht erbe sî SchwSp (W)
41,4.
175,9;
unde sol warten ob sich ieman dar zuo ziehe mit reht inner jâr und tage SpdtL
109,21
MWB 2 1920,27; Bearbeiter: Hansen
inneren, innern
swV.
1
‘jmdn. etw. wissen bzw. erkennen lassen, über etw. belehren, an etw. erinnern’
1.1 mit Akk.d.P. und Gen. oder Obj.-Satz 1.2 mit Refl.-Pron. und Gen. ‘sich an etw. erinnern’ (vgl. 3 ) 1.3 mit Akk.d.P. und Akk.d.S. 2
‘einer Sache inne werden, etw. erkennen’ (mit Obj.-Satz) 3 refl. ‘sich durch etw. zeigen, ins Bewusstsein bringen’
4
‘jmdn. inner machen’ (als Ggs. zu ûʒer )
1
‘jmdn. etw. wissen bzw. erkennen lassen, über etw. belehren, an etw. erinnern’
1.1
mit Akk.d.P. und Gen. oder Obj.-Satz:
dô begunde er inren / dî helfammin [Hebammen] sulchir list; / er sprach: daz haldit alle vrist, / swaz knehtelîne wirt geborn, / den sî der tôt von ûch irkorn NvJer
3868;
ez [die Deutung des Traumes] enmac nieman getuon wan der got der ûf dem himel ist, der hât mich geinnert der taugen [hat mir diese Geheimnisse offenbart]
BuchdKg
65,13;
êren unde liebes vil / bin ich von dir ginnert KvWEngelh
1495;
ich ginre den, swerz ruochet sehen, / daz mir grôz leit ist dran geschehen Parz
276,17;
diz ist der ewige schatz. / wis sin vurwar geinret, / daz er nicht wirt geminret / sunder wechset in gotes lobe Pass III
381,77;
ôwê gelebt ich noch den tac, / daz mînes herzen sinne / wurden ginnert der wâren minne! LvRegFr
3274;
genâden wil ich iuch geinnern Ottok
74053;
Rennew
16496;
SpdtL
221,7;
RvEWchr
29889
u.ö.
– unter Ersparung des Akk.d.P.:
aines ist da mit du versuechenn machtt deinenn ratgebenn, das du geinnrest ob du schatzes wedarfft [
quod ostendas te ei indigere peccuniam
]
HvHürnh
67,43.
– unter Ersparung des Obj.:
mit rate ich dich vorbaz inre Brun
9003;
als ich uch wil inren ebd.
11141.
– rechtssprachl. ‘jmdn. (zur Leistung) mahnen, (unter Beweis an eine Rechtslage) erinnern’
→ DRW 6,258f.
1.2
mit Refl.-Pron. und Gen. ‘sich an etw. erinnern’ (vgl. 3):
Johannes sich da inren / Jesus red begunde / und touft got der stunde SHort
2506;
suozze inpfât ez [das Herz] doch senlichen slag, / swenne er [der Liebende] ir wunnen inret sich, / die so lôslich sint und sô wîblîch gimeit SM: Had
12: 1,5.
52: 3,11
1.3
mit Akk.d.P. und Akk.d.S.:
dise rede ich dich sus inre: / got hat den menschen minre / ein wenig den den engel gemachet Brun
6794;
nicht baz kan ich uch daz inren ebd.
11167
2
‘einer Sache inne werden, etw. erkennen’ (mit Obj.-Satz):
da by man innert offenbar / daz man ouch alles gutes gar / dy sundere sol berouben Hiob
8117
3
refl. ‘sich durch etw. zeigen, ins Bewusstsein bringen’
diz [Johannes’ Erfolg] was den ewarten [Priestern] leit, / die man an velschlichem spote / behuten sach die abgote. / ir geniez [Einkommen] sich minnerte, / daz sich daran wol innerte, / wand in daz volc abe gie Pass I/II (HSW)
27374
4
‘jmdn. inner machen’ (als Ggs. zu ûʒer):
alsus kan der minne kraft / [...] alliu dinc verkêren. / daz minre kan sî mêren, / daz merre kan sî minren. / den ûzern kan sî inren; / sinnen gît sî hôhen muot Reinfr
24366
MWB 2 1922,57; Bearbeiter: Hansen
innergewant
stN.
in Gl.:
indumentum SummHeinr
2:30,3
MWB 2 1923,45; Bearbeiter: Hansen |