i – ie|besunder (?) ieclich – iemerkæse iemerkuo – iersch iertes – iewëdersît iewelich – ihten (?) iewelich Indef.-Pron., Pron.-Adj. iewërlde Adv. iewësen stN. iewësentheit stF. iewlich Indef.-Pron., Pron.-Adj. iezen swV. iezic Adj. iezuo Adv. iezuo|genamt Part.-Adj. îferære stM. igel stM. igelborste stMN. igelgras stN. igelhût stF. igelîn Adj. igelischen Adv. igelmæʒic Adj. igelvar Adj. igizen swV. iglich Indef.-Pron., Pron.-Adj. igris (?) Subst. ihs stN. ihsilla F. iht Indef.-Pron., Adv. ihten (?) swV. ihtesiht – îlunge im – in in – în bezûnen în biegen – în brëhen în brîden – inder(t) in dës – inelende în enthalten (?) – ingebër în gebërn – ingesigelde ingesinde – in guot în gürten – în houwen inhûs – în lâʒen înlâʒunge – în lûchen în luogen – inne halten în neigen (?) – innergewant innerhalbe – inniclich innigen – în rüefen în rüeren – inschrift în sëgenen – în slahen însleich – în springen în spruʒʒen (?) – interpretieren intestîn – în twingen în ünden – în vleischen învleischunge – înwander inwaner – în wischen în wîsen – ipocrisis ipocrite – irhalp irhære – irregunge irrehaft – Ir|rîche irricheit – îsenbû îsendach – îsenkaste îsenkëc – îsensacroc (?) îsenschûfel – îserîn îserkleit – isôpe isôpensaf – îtelhant îtelinc – itwinde iu – îwînboum
|
iewelich
Indef.-Pron., Pron.-Adj.
‘ein(e) jegliche(r/ s), jede(r/ s)’ (s.a.
ielich
, vgl. Mhd. Gr. (KSW) 2 § P 332)
1 pron. 2 attr.
1
pron.:
– mit vorangestelltem ein:
daz lon wirt in bereite / nah ir arbeite / einem jwelheme alse er getut Glaub
3687;
ein iͤwlich vindet al bereit / an dinen worden sin selicheit MarlbRh
77,37;
Lilie
51,24.
– mit partit. Gen.:
ir îwelîch haviti sîn lant Anno
8,15;
so suͦlin wir [...] vͦnser iewelich deme andirme helpin inde bestain UrkCorp (WMU)
71,40
2
attr.:
jewelich man mach kamphes vntsagen sich deme manne, der vnedelere ist dan her UrkCorp (WMU)
51,27.
– mit vorangest. ein:
got der wil lazen / der sunde di maze / einem iwelen menschen Glaub
2192.
388;
daz tû mich habest ze scalche zeineme iewelichen tage werche Gen
2413;
JPhys
4,8;
ein iͤwlich sünder muͦz heilich sin, / of in beruͤrt diner heilcheit schin MarlbRh
118,7
u.ö.;
UrkCorp (WMU)
71,28;
Lilie
24,6
MWB 2 1858,60; Bearbeiter: Richter
iewërlde, -wërlte
Adv.
‘schon immer, von jeher’ (s.a.
êwëlten
):
swaz aber crist zum vater sprach, / daz sint an der geschicht geschach, / daz was vor im wol gnuc gesworn, / wen iz iewerlte was ie irkorn / und gevestent mit hantvesten / daz iz geschen muste zum besten HeslApk
15172;
pech, daz ie werlde wiel / und immer me muz wallen ebd.
16610.
9671;
dem [Christus] waret ir iewerlde gram, / als sit ir hutestages alsam HeslNic
5273
MWB 2 1859,14; Bearbeiter: Luxner
iewësen
stN.
‘immerwährendes Sein’
do Adam hete gesuͤndet, / der ivnge do wart gekuͤndet, / des ie wesen durch vns sich ivnget TürlArabel
*R 119,5
MWB 2 1859,23; Bearbeiter: Luxner
iewësentheit
stF.
‘Ewigkeit’
disú nagendú bild bezeichnent der blossen gotheit iewesentheit in perseͦnlicher driheit Seuse
Bildbeischrift,52*
MWB 2 1859,27; Bearbeiter: Luxner
iewlich
Indef.-Pron., Pron.-Adj.
→
iewelich
MWB 2 1859,30;
iezen
swV.
→
irzen
MWB 2 1859,31;
iezic
Adj.
‘jetzig, derzeitig’, hier präd.:
allen den, die iezic sint oder her nach chumftich werdent UrkCorp (WMU)
2684,6
MWB 2 1859,32; Bearbeiter: Luxner
iezuo, iezunt
Adv.
mit großer Formenvarianz (vgl. WMU 2,918f.); zu den unterschiedlichen Formen und der möglichen Herkunft der Form mit -unt vgl. Karl v. Bahder, PBB 53 (1929), S. 431-454 und Kluge, S. 452, außerdem DWB 5,2317ff. sowie PaulWB, S. 439.
‘jetzt, zum jetzigen Zeitpunkt, gegenwärtig’
1 bezogen auf die Zeit des Sprechens/ Erzählens 1.1 einen Zeitpunkt betreffend ‘jetzt (gerade)’
1.2 eine Zeitspanne betreffend (von 1.1 nicht immer klar zu trennen) ‘gegenwärtig, heute’
1.3 Bezug nehmend auf vergangene/ abgeschlossene Zustände oder Vorgänge ‘mittlerweile, inzwischen’
2 bezogen auf die Zeit, von der gesprochen/ erzählt wird ‘zu diesem/ jenem Zeitpunkt, nun’
1
bezogen auf die Zeit des Sprechens/ Erzählens
1.1
einen Zeitpunkt betreffend ‘jetzt (gerade)’
sie enhat sich niht so wol behvt, / als ich dich iezv hore iehen ReinFu
K,585;
‘gebet uns’, sprechent die armen suntare ze den goͮten, ‘des iweren oles, wan unseriv liehtuaz erlesscent iezoͮ.’ Spec
128,35;
itzvnt alhie enweiz ich niht, / waz mir armen icht geschit Herb
835;
nv bedarf ich din izit wol, / wand ich hinnen scheiden sol, / daz ich dir wol bevolhen si MarHimmelf
775;
dô Tristan, alse ich iezuo las, / zAlmânje gewas / ein halp jâr oder mêre Tr
18601
u. ö.;
‘nu gehazze in got, swer ez tuo!’ / ‘mich dunket, ir tâtet ez iezuo.’ Eracl
766;
RvEWh
5551;
WüP
82,10;
BdN
38,7.
– als Ausruf:
ie zuͦ! ich hoͤre wol swas ir / von iemanne sagent mir RvEWh
2385.
– in der Verbindung biʒ ~
:
biz iezuo hætich wol gesworn, / daz ir niht lebende wæret Tr
10724
1.2
eine Zeitspanne betreffend (von 1.1 nicht immer klar zu trennen) ‘gegenwärtig, heute’
wir vinden aber selten / iezuo iemen der si [seltene Steine] habe Volmar
713.
128;
ob ir went sehen iuwer kint, / nach dem iezont botten sint / hin ze Norwaͤge gesant RvEWh
14526;
der sî vil, die dar ûf iezuo haben gedingen, / daz si ir guot verdienen umb daz rîche in liehten ringen Walth
11,4;
du in weist ove du izu leves, / inde ove du bit rehteme urdeile in de ewige helle geworpen werdes Lilie
10,30;
wie er dich vindet, alsô nimet er und enpfæhet dich, niht, waz dû gewesen sîst, sunder waz dû iezunt bist Eckh
5: 234,7;
WüP
10,7;
Mechth
4: 2,60.
– unklar, ob hierher:
die wurdent lute schallen / mit grossen froͤden umb das / wan got in iecuncz kúnftig was / [...] / und innan da zehelfe kam, / von dan mit froͤden sú do nam WernhMl
11354.
– in die Zukunft verweisend:
do daz chom daz nu itzuͦ ist untz an daz ent der werlt PrOberalt
28,40;
ain neuwez kindel wirt iezund her ab gelâzen von dem hôhen himel BdN
61,7.
– subst.:
dâ ein hiute ist und ein iezuo, dâ siht man got Eckh (Pf)
169,5;
daz hiute ist ein êwig iezent ebd.
672,34.
672,32
1.3
Bezug nehmend auf vergangene/ abgeschlossene Zustände oder Vorgänge ‘mittlerweile, inzwischen’
vor alter gar zerizzen / ir cleit dô bî den zîten was, / sô sêre iezuo zeslizzen KvWKlage
13,6;
drî süne, wær ich gewesen bî in, / daz eteslîcher under in drin / iezuo wol ritter wære Tr
4135;
ich bin von leidenn itzvnt gra Herb
2318;
der wyn, der do iczunt vortorbin ist Pelzb
140,5.
140,25;
RvEWh
4775;
UvZLanz
2362.
–
‘jetzt bereits’
er [Augustinus] sprichet, daz got allez, daz noch zuokünftic ist, joch über tûsent und tûsent jâr, ob diu werlt als lange solte wern, hât iezent gemachet Eckh
5: 60,9
u. ö.
2
bezogen auf die Zeit, von der gesprochen/ erzählt wird ‘zu diesem/ jenem Zeitpunkt, nun’
dô si iezuo striten in aller maht, / dô liuf zuo in ein garzûn UvZLanz
2594
u. ö.;
wanne sine sele dïv wolte iezvͦ von ime scheiden Konr
7,17;
daz was allez ein wint / wider daz vngemach, / daz itzvnt da geschach Herb
5780;
Athis
A* 159;
RvEWh
6196.
–
und die liute sehent daz er [
der elter bruoder
] mit dem guote niht tuot als ez den kinden guot ist, sô ist er iezuo arcwænic SpdtL
131,11.
– in der Verbindung iezuo ...iezuo (iesâ) rasch aufeinanderfolgende Ereignisse bezeichnend ‘bald ... bald’
iezuo ich saz, iezuo ich lac, / iezuo ich stuont, iezuo ich gie, / ich want mich dort, ich want mich hie UvLFrd
39,20;
ir sehet wol, wi der starke wint / die federn vmbe tribet, / so sie nirgen blibet, / weder verre noch na, / itzunt hie vnde itzunt da, / in allen steten meren Herb
10994;
si triben die tobenden ünde / wîlent ûf und wîlent nider, / iezuo dar und iesâ wider Tr
2432;
Ottok
54573
MWB 2 1859,35; Bearbeiter: Luxner
iezuo|genamt
Part.-Adj.
hier jetz-.
‘eben genannt, angeführt’
daz sy [die Zeugen] iruͥ insigel [...] offenlich gehenkt haͧnd an disen brief [...], daz och wir die jetzgenempten zuͥgen getaͧn haben vor ir ernstlicher bett wegen uns selb aͧn schaden UrkHeiligkreuztal
182,16
(a. 1333)
MWB 2 1860,51; Bearbeiter: Luxner
îferære
stM.
‘Eiferer’, jmd., der sich ereifert, sich leidenschaftlich für (oder gegen) etw. einsetzt:
pei dem merohsen verstên ich ainen iegleichen eifrær, der in seim haus promsent ist als ain per und gelebt nümmer güetleichen mit seiner hausfrawen noch mit seim gesind BdN
237,19.
286,16
MWB 2 1860,57; Bearbeiter: Richter
igel
stM.
1
‘Igel’
1.1 allg. 1.2 in Vergleichen 1.3 übertr. als Schimpfwort 1.4 in vergleichender Umschreibung groʒer ~
für ein anderes Tier (vgl. I. Dines, The textual and pictorial metamorphoses of the animal called chyrogrillius, in: M. Goyens/ P. De Leeman/ A. Smets (Hgg.), Science Translated, Leuven 2008, S. 73-89 ) 2 ein Belagerungsgerät (lat. ericius , vielleicht ein stachelbewehrter Balken als Mauerbrecher, vgl. R. Decke-Cornill: Stellenkommentar zum III. Buch des Willehalm, 1985, S. 39 zu Wh 111,11), meist in Aufzählungen
1
‘Igel’
1.1
allg.:
Phisiologus zellit uon dem igile alsus. er chût dorne habet er an ime JPhys
18,1;
unküstige [bösartige] liute bediutet der igel, / der mit spitzen borsten stichet / und selber sich birget sô er sich richet Renner
13278;
niht unglîch dem igel, / der vor den liuten sich nider drücket / und als ein kliuwel zesamen sich smücket ebd.
3898;
BdN
138,5
u. ö.;
ReinFu
K,1350;
MF: Her
2:4,1;
Eckh
2:139,5.
– hier sprichwörtl.? vgl. TPMA 2,81 u. 6,332f.:
ein reine wîp hât reinen lîp, / den hât selten ein unwîp. / noch senfter wære ein igels hût / am bette dan ein leidiu brût Freid
101,19;
wil man den igel villen, / so nem man etewaz für die hant, / sin borsten sint so scharf bekant Frl
5:75,12.
– auch bei Personennamen:
Levpolt der Jgel UrkCorp (WMU)
1209,41.
1865,7
1.2
in Vergleichen:
der [Riese] ist geheizen Bitterbûch / unde ist als ein igel rûch Virg
879,5;
so wirt im [dem Antichrist] als eim igele / sin herze zornic uffe sie / die sin gebot vorlazent hie HeslApk
19758.
– von Haar:
kurz, scharf als igels hût ez [das Haar von Malcreatiure] was Parz
517,27;
Krone
9346;
Loheng
5728.
–
sich rimphen/ smücken
‘sich ein-, zusammenrollen’
alse ein ~
:
dô [im Bett der Königstochter] lac der ungefüege stampf [der ungehobelte Klotz] , / daz er sich als ein igel rampf / und smuckt sich zuo einander HBirne
342;
der [
tiuvel
] sich rimphet als ein igel KvWLd
1,56;
sus lag er [Partonopier] in trûren / [...] / und hæte sich gesmücket / zuo ein ander als ein igel KvWPart
1307
1.3
übertr. als Schimpfwort:
dû valscher, veiger luhs, / dû lieht unerkender fuhs, / dû aller houbetschanden rigel, / dû valscher, tuckiger igel Ottok
63494.
– meist für den Teufel:
helle ruher igel / totlicher svnden ingesigel Martina
151,71.
176,110;
ê denne er [der gierige, ungerechte Richter] ouch sîns lôns enbêr, / sô ist der igel im als ein ber [
‘Beere’ als bildlicher Ausdruck der Geringfügigkeit, Nichtigkeit]
Renner
8676
1.4
in vergleichender Umschreibung groʒer ~
für ein anderes Tier (vgl. I. Dines, The textual and pictorial metamorphoses of the animal called chyrogrillius, in: M. Goyens/ P. De Leeman/ A. Smets (Hgg.), Science Translated, Leuven 2008, S. 73-89):
von dem cyrogrillen oder von dem grozen igel. Cyrogrillus ist ain tierl, daz hât diu ê verpoten, daz man ez iht ezz, und haizt ze däutsch ain igel. aber Papias spricht, ez sei grœzer dann ain igel BdN
131,31
2
ein Belagerungsgerät (lat. ericius, vielleicht ein stachelbewehrter Balken als Mauerbrecher, vgl. R. Decke-Cornill: Stellenkommentar zum III. Buch des Willehalm, 1985, S. 39 zu Wh 111,11), meist in Aufzählungen:
ir ebenhœhe unde ir mangen, / swaz ûf redern kom gegangen, / igel, katzen in den graben, / die kundez fiwer hin dan wol schaben Parz
206,3;
Wh
111,11;
blîden, tumerær und mangen, / rutten, katzen, igel swære, / ebenhôch und pheterære, / daz wart allez dâ / ûf gerihtet sâ / und genutzet vor der stat Ottok
59783;
ErnstB
1563;
UvEtzAlex
14967;
RvEAlex
3473.
– hier übertr. in der Beschreibung eines sexuellen Übergriffs im Bilde des Angriffs auf eine Burg (vgl. auch FWB 8,17):
vor dem tor er [Gasoein] erbeizet / vnd wolt si [Gynever] han ervohten. / gotes gnaden! don mohten / so snelle von seinem ygel / von dem antwerch di rigel / niht werden wol zebrochen Krone
11735
MWB 2 1860,63; Bearbeiter: Richter
igelborste
stMN.
‘Igelborste, Stachel des Igels’
als igelborste ir [des ungehiuren volc
] hâr / wâren wunderlich gevar UvEtzAlex
15163
MWB 2 1862,1; Bearbeiter: Richter
igelgras
stN.
→
ëgelgras
(Nachtr.)
MWB 2 1862,4;
igelhût
stF.
‘Igelbalg, Stachelhaut eines Igels’
wa er sass oder stuͦnd [mit dem mit Nägeln gespickten Kreuz auf dem Rücken] , da waz ime, wie ein igelhut uf ime lege Seuse
41,24
MWB 2 1862,5; Bearbeiter: Richter
igelîn
Adj.
‘vom Igel, Igel-’
Glossenbeleg des 12. Jh.s s. AWB 4,1465
MWB 2 1862,9; Bearbeiter: Richter
igelischen
Adv.
‘nach Art und Weise des Igels’
der mensch ist aller ungeordenst in den werken [beim Geschlechtsverkehr, indem er nicht die ‘natürliche’ Stellung einnimmt] , wan er verkêrt menschleicheu werk und würkt iglischen oder gensischen oder benimt der frawen ir stat BdN
139,33
MWB 2 1862,11; Bearbeiter: Richter
igelmæʒic
Adj.
‘igelähnlich, stachlig wie ein Igel’
Gâwân in bîme hâre dô / begreif [...]. / sîn igelmæzec hâr sich rach: / daz versneit Gâwân sô die hant, / diu wart von bluote al rôt erkant Parz
521,12
MWB 2 1862,17; Bearbeiter: Richter
igelvar
Adj.
‘wie ein Igel aussehend’
wart ie kürsenære crônebære / mit sînem igelvarwen glatze RvZw
145,9
MWB 2 1862,21; Bearbeiter: Richter
igizen
swV.
→
irzen
MWB 2 1862,24;
iglich
Indef.-Pron., Pron.-Adj.
→
iegelich
MWB 2 1862,25;
igris (?)
Subst.
Bedeutung unklar, textkritisch problematisch, s. E. Caflisch-Einicher: Die lat. Elemente in der mhd. Epik des 13. Jh.s, 1936 (Prager deutsche Studien 47), S. 246:
wer der vogel einen vienc, / dar ûz der viurîn igris gienc UvEtzAlex
22356
MWB 2 1862,26; Bearbeiter: Richter
ihs
stN.
→
îs
MWB 2 1862,32;
ihsilla
F.
→
îsel
MWB 2 1862,33;
iht
Indef.-Pron., Adv.
auch
iuweht
(
Gen
2239
),
iwiht
(
VAlex
1100
),
id
(
Elis
3444
),
iet
(
MemMori
109
)
u.ä. (vgl. noch Weinhold, Mhd. Gr. § 494; WMU 2,919), seltener auch ich
(
SalArz
13,2
),
eht
(
UrkEls
2,16
),
ichte
[:nichte]
(
HeslApk
17926
);
zu ahd. iouuiht (vgl. AWB 4,1698-1702).
1 Pronominalsubstantiv (zur Verwendung und Position im System der Indef.-Pron. vgl. Mhd. Gr. (KSW) 2 § P 282) 1.1
‘(irgend-)etwas, irgendeine Sache, irgendein Ding’
1.1.1 allg. 1.1.2 näher bestimmt (durch Gen., Rel.-Satz, Präp. u.ä.) 1.1.3 in der verstärkenden Wendung ihtes iht (auch ichtzt, ihsit, ichsich, ützet u.ä.; auch ihtes, ihts , hier Interferenz zum Gen.) 1.1.4 in präp. Fügungen auch i.S.v. ‘irgendwie, in irgendeiner Weise’ (vgl. auch 2 ) 1.2 im abh. Satz (meist nach daʒ ) auch ‘nichts, kein Ding’
1.2.1 allg. 1.2.2 in der verstärkenden Wendung ihtes iht (vgl. 1.1.3 ) 2 Adv. (nicht immer sicher von 1 abzugrenzen) 2.1 allg. ‘irgendwie, in irgendeiner Weise’ , übergehend zur Abtönungspartikel ‘gar, etwa’
2.2 im abh. Satz (meist nach daʒ ) auch ‘nicht’
1
Pronominalsubstantiv (zur Verwendung und Position im System der Indef.-Pron. vgl. Mhd. Gr. (KSW) 2 § P 282)
1.1
‘(irgend-)etwas, irgendeine Sache, irgendein Ding’
1.1.1
allg.:
gescihet im iuweht unter wegen sô muoz ich den lîp irgeben Gen
2239;
kint kunnen anders niht / niwan weinen, alse in iht geschiht Tr
2486;
welt ir iht ezzen? Iw
1218;
soldi dan die man imini ichtis antwerti vur girichti Mühlh
150,9;
TrSilv
9;
BdN
486,3.
–
‘irgendetwas anderes’
sîst mir süezer danne iht sî KLD: UvL
39: 5,5.
56: 1,6;
unmügelich ist, daz got iht welle wan guot Eckh
5: 20,7.
–
‘ein Etwas’ (im Ggs. zum Nichts):
daz got minnet, daz ist iht; waz got niht enminnet, daz enist niht Eckh
5: 58,1;
von disem nichtesnichte / schuf got daz michel ichte / daz himel, erde, mer heizet / unde alle dinc ummecreizet HeslApk
17926;
der icht machete uz nichte, / der mag uz ichte machen waz her wil Brun
6914;
e Lucifer nam wesen und icht Frl
2:4,4;
Mechth
1: 35,3
1.1.2
näher bestimmt (durch Gen., Rel.-Satz, Präp. u.ä.):
wâ gesach ie man sô guotes iht? MF: Reinm
48: 1,3;
swer spien wolle. der ezze in [Rettich] nuchtern ee her andirs ich ezze SalArz
13,2;
ist ieht suarzes darane PrüllS
2,2;
mocht ir ienes vleischez iht? ReinFu
K,455;
gif uns der vrücht ein kleine deil! / wirt ir uns iͤt, wir werden heil MarlbRh
8,18;
Will
16,2;
wir newollen durch vch fiere / zv Troyge tun alle / icht, des vns misseualle Herb
15044;
ob sie icht da heten / an schazze oder an wete Ägidius
624;
PrOberalt
134,27
1.1.3
in der verstärkenden Wendung ihtes iht (auch ichtzt, ihsit, ichsich, ützet u.ä.; auch ihtes, ihts, hier Interferenz zum Gen.):
wil si daz ich ir tuo bekant / von mînen friunden ihtes iht / sô wizzent daz ich langer niht / belîbe in ir betwinge KvWSchwanr
1305;
wa was got, eb er ihtes iht geschuͦf? Mechth
6: 31,26;
hat dem der vogt [...] ihsit genommen StRAugsb
99,20;
ist uch ab ichsicht kundic / von der hoen wisheit rich Hiob
10806.
4951
u.ö.;
hant ir ichtzt von im gehört da ir nu warnt? Lanc
202,13.
331,24;
daz scherpft daz gehœrn und rainigt die ôrn von iren unsauberkaiten und wert, daz ihts aiters dar inn werd BdN
383,21;
lieber herr, sag mir, blibet eime seligen gelazenen menschen útzet? Seuse
336,6;
BrZw
38;
PrBerthKl
4,81
1.1.4
in präp. Fügungen auch i.S.v. ‘irgendwie, in irgendeiner Weise’ (vgl. auch 2):
er sach si spâte unde vruo, / swennez mit ihte mohte sîn Tr
19087;
Eracl
4403;
mînen dienst biut ich iu dâ wider, / ob er iu ze ihte mac gevromen UvZLanz
483;
ez zieret ê wol wîplich site, / daz in diu zuht wonte mite, / daz si liezen grôze ungebære, / dâ in umb ihtiu leide wære LvRegFr
4323;
wie mac ich iemir minin tot / an ichte baz irwerbin Athis
A 75.
A 129
1.2
im abh. Satz (meist nach daʒ) auch ‘nichts, kein Ding’
1.2.1
allg.:
mit allim vlizze wrde iwer hûs gechert unde gereinit, daz iwet da ware, daz dei oͮgin iwers vriwendis irbêlgiti Spec
73,24;
mîn meister ist gewaltich / hie in himele, er wânet ime mege iuweht sîn widere Gen
22;
koment si [die würme
] zuo ir jâren, in tuot der hunger wê: / sô wæne ich, in dem lande vor in iht bestê OrtnAW
494,3;
PrOberalt
159,27;
Roth
423
1.2.2
in der verstärkenden Wendung ihtes iht (vgl. 1.1.3):
jâ hân wir dirre verte erbiten harte kûme, / sô wir den morgen kiesen, daz iuch guote recken ihtes iht [Hs. icht sicht
] dann sûme [aufhalte]
Kudr
1349,4;
die rœrn [die Speiseröhre] bedeckt diu nâtûr oben, daz ihts von ezzen oder von trinken dar in vall BdN
18,8.
326,2
2
Adv. (nicht immer sicher von 1 abzugrenzen)
2.1
allg. ‘irgendwie, in irgendeiner Weise’, übergehend zur Abtönungspartikel ‘gar, etwa’
hab wir im iht gedienot, / des wirt uns gelonot Wahrh
101;
itzvnt alhie enweiz ich niht, / waz mir armen icht geschit Herb
836;
wiltu aber bewarn daz dir daz kwecsilber icht schade an den zenen [...] so lege bibergeil in den munt SalArz
28,45.
50,14;
dô ich iuch vor mir stênde sach, / vorht ir iu iht, do ich zuo ziu reit? / was iu mîn komen dô iht leit? Parz
457,23;
sît ir iht lange komn? ebd.
554,23;
lieber meister, wißent ir icht were er sy? Lanc
251,14;
Macer
10,10.
78,5.
– mit Komparativ ‘etwas, irgend’
wær mîn schulde grœzer iht, / so belibe mir der lîp niht Iw
175;
ich bin allez in den sorgen noch. / wirt mir sanfter iht, ich rede ouch daz MF: Reinm
25: 1,4;
daz hete er gerne vertragen, / ob sîner sünden swære / iht deste ringer wære Greg
2834;
Tit (BH)
G 108,2
2.2
im abh. Satz (meist nach daʒ) auch ‘nicht’
vart in Egiptenlant unde kaufet uns korn, daz wir iht hungers sterben BuchdKg
18,1;
der [Tugendhafte] gît gerne allen irdisken rîchtuͦm, dc er an deme iungisten tage iet ze armuͦte werde TrudHL
141,16;
bis des gewarsam, das das vas nicht vol si, das icht der schume czu vil obir gize Pelzb
141,6;
SalArz
35,58;
Parz
514,17;
sie gent so runande [sich heimlich besprechend] / beide vz vnde in / wene wir in ieht dankneme sin [weil wir ihnen nicht willkommen sind]
Roth
1234
MWB 2 1862,34; Bearbeiter: Hansen
ihten (?)
swV.
wohl ‘etw. zu einem Etwas machen’ (oder zu →
îchen
?):
sô scheidet iz den geist von ime selber und uberformit in in gotlîche einunge und in gotgeformete glîcheit, nicht alsô daz der geist zu nichte werde, sunder daz her geichtet werde an gote HvFritzlHl
252,31
MWB 2 1864,11; Bearbeiter: Hansen |