i – ie|besunder (?) ieclich – iemerkæse iemerkuo – iersch iertes – iewëdersît iewelich – ihten (?) ihtesiht – îlunge im – in in – în bezûnen in Pron. 1in- 2in- inâ Interj. inædere stN. in allen gâhen Adv. inâne Konj. oder Adv. in anesprunge Adv. în antwerten swV. inantwürtunge stF. inb- înbaʒ
Adv. în begrîfen stV. în behaben swV. în behalten stV. inbeidenthalben Adv. (?) inbelîben stN., stV. inbelîbunge stF. în bërn stV. în beslieʒen stV. înbeslieʒunge stF. în besten swV. în bevâhen stV. înbevangen Part.-Adj. în bezûnen swV. în biegen – în brëhen în brîden – inder(t) in dës – inelende în enthalten (?) – ingebër în gebërn – ingesigelde ingesinde – in guot în gürten – în houwen inhûs – în lâʒen înlâʒunge – în lûchen în luogen – inne halten în neigen (?) – innergewant innerhalbe – inniclich innigen – în rüefen în rüeren – inschrift în sëgenen – în slahen însleich – în springen în spruʒʒen (?) – interpretieren intestîn – în twingen în ünden – în vleischen învleischunge – înwander inwaner – în wischen în wîsen – ipocrisis ipocrite – irhalp irhære – irregunge irrehaft – Ir|rîche irricheit – îsenbû îsendach – îsenkaste îsenkëc – îsensacroc (?) îsenschûfel – îserîn îserkleit – isôpe isôpensaf – îtelhant îtelinc – itwinde iu – îwînboum
|
in
Pron.
→
ër
, →
1ëʒ
, →
siu
; auch kontrahiert →
ich
und →
ne
MWB 2 1873,34;
1in-
intensivierende Wortbildungspartikel bei Adj. und Subst., bes. bei solchen, die Sinneswahrnehmungen betreffen (vgl. Henzen, Wortbildung, § 39; Grimm, Dt. Gr. 2,749f.; Höfer, in: Germ. 15 (1870), S. 61-65):
→
indurstic
Adj.,
→
ingar
Adj.,
→
ingrüene
Adj.,
→
ingrunt
stM.,
→
inswarz
Adj.,
→
intiefe
stF.
Für die Gruppe aus dem Wortfeld des Brennens →
inbrünstic
Adj.,
→
inhitzic
Adj. (s.a.
inhitze
,
inhitzicheit
,
inhitziclîchen
),
→
inviuric
Adj.,
→
inviur
stN.
schlägt Mhd. Gr. (KSW) 3 § A 70 Anm. 1 eine Deutung vor als possessive Zusammenbildungen von inne + Subst. + -ic i.S.v. ‘innen Brand habend’. Eine Ausnahme davon ist →
inbrinnende
Part.-Adj., das, sofern es keine
in-Schreibung von enbrinnende ist, nur intensivierend verstanden werden kann. Höfer (s.o.) leitet die intensivierende Funktion ebenfalls aus einer des Drinnenseins und der Innerlichkeit her, die sich dann (i.S.v. lat. per–
‘durch und durch’) zum Intensivierenden erweitert hat.
MWB 2 1873,36; Bearbeiterin: Baumgarte
2in-
s.a. en-,
ent
, în-, inne-, innen-
MWB 2 1873,56;
inâ
Interj.
Partikel, die eine Wendung aus der Sicht der Sprechers einleitet:
– eine andere Sicht, einen Widerspruch oder Themenwechsel (oft wie nhd. ‘nun’):
aber das ror [biegsames Schilf] sint si al ze sere, das si umb ein [...] hert wort al zehant werdent beweget und entsetzet als das ror. ina, selig mensche, was schadet dir ein wort? Tauler
330,18;
PrWack
70,224;
ist im [
von Stubenberge Friderich
] daz ze schaden komen / [...] / al des grœzer wirt sîn gir, / sô ich im vergib die schulde, / wie er behalte mîn hulde’. / ‘inâ’, sprach ein swâb, / ‘daz ichz vernomen hab, / sô wær er des wol wert, / daz ich zehen swert / solde durch in stechen Ottok
57535.
41766;
‘got geb dir [
geselle
] höveschen muot! / inâ, wannen gâchstû, guot?’ Helbl
1,464;
auch einen neuen Aspekt einräumend ( ‘naja, nun’):
ez waz ein grôze tumpheit [von der anderen jungen Frau, dass sie es der Mutter erzählt hat] . / inâ! joch [schließlich] het mir unser kappelân / wol hundertstunt alsô getân, / und wær mir, weiz got, noch hiute leit, / würde ez der muoter mîn geseit Häslein
443.
– Überraschung bei einer neuen Wendung der Dinge ausdrückend ( ‘hei’, ‘nanu’):
‘inâ gouch! waz sol diz sîn?’ / ‘nein nein’ sprach Tristan ‘gouch Gandîn! / vriunt, ir stât an des gouches zil’ Tr
13411 ;
inâ! waz seit si rehtez tœrlîn, / wan lie si niht ir klaffen sîn! Häslein
447
MWB 2 1873,57; Bearbeiterin: Baumgarte
inædere
stN.
‘Eingeweide’
in was daz geraten / daz si ez [das Lamm] solten braten / daz gebeine unde daz inêdere / daz pranten [verbrannten] si gare VMos
41,13.
42,27;
bint irz [die Pflanze] uf den buch si geniset [entbindet] saze stunte. nim iz ab scire. daz daz ineider iht nahcge PrüllK
18.
36;
Macer
96,3;
TrudHL
6,11.
11,14.
– interl. zu lat. viscera:
PsM
H 35,3.
H 37,3
u.ö.;
SummHeinr
1:134,251.
2:6,116
MWB 2 1874,21; Bearbeiterin: Baumgarte
in allen gâhen
Adv.
→
gâhe
swF.; vgl. auch
gâhes
Adv. und
enallengâhes
Adv.
MWB 2 1874,30;
inâne
Konj. oder Adv.
hier ienan; zu
inâ
(vgl. ahd. inunu AWB 4,1639f.).
die Beschreibung einer Folge oder einer gegensätzlichen Position einleitend ‘deshalb, folglich’ oder ‘hingegen, jedoch’, dem Subj. nachgestellt:
iz [der Bleisarg mit den Gebeinen der hl. Elisabeth] wart versperret vaste / mit kedenin unde mit rigelin, [...] / daz uffe keinen werren / ieman da zu bequeme, / der iz icht abe neme. / daz volc ienan begerte, / daz got si des gewerte, / zu schouwene an daz wunder Elis
10047;
textkritisch unsicher:
ebd.
708
MWB 2 1874,32; Bearbeiterin: Baumgarte
in anesprunge
Adv.
→
anesprunc
stM.
2
MWB 2 1874,43;
în antwerten, în antwürten
swV.
auch en ant- ( JvFrst ), în ent- (
UrkWürzb
40,200
).
1 tr. ‘jmdn./etw. überantworten, übergeben’
2 refl. ‘sich einfinden, sich zur Verfügung stellen’
1
tr. ‘jmdn./etw. überantworten, übergeben’
dâmit der bischolf Ruodolf / von Seckou dem bischolf, / [...] / daz hûs in antwurte Ottok
27735;
von Josepho hât man gehôrt / er wêr dô selbs enantwort; / snelle vlucht er ouch gewan / mit vîrzic grâven und entran JvFrst
8198;
vmb ein hofstat [...], die wir dem vorgenanten gotzhavs vmb zwo givchart [Joch] achers ausgewechselt vnd eyngeantwurt haben UrkSchäftl
155
(a. 1339);
darumb hat derselb unser herre [...] mir und meiner wirtin frawn Elzbethen [...] eingeben und eingeantworten alz seinen trewen amptlewten sein burg Frideburg Atersee und Salmperg UrkHohenl
2:231,25
(a. 1327).
2:331,28
(a. 1332);
UrkCorp (WMU)
1595,20
u.ö.;
RegisterLudw
479;
vnd süecht ew ainen andern, dem ir die êr verleicht vnd einantwürtt Schachzb
66,211.
110,92
2
refl. ‘sich einfinden, sich zur Verfügung stellen’
so gebiete wir [...], dc su sich ze Zabern iewedersite in entwrtent, niemer dannan vs der stat ze comenne, ê sús alles hant geendet und getan UrkCorp (WMU)
89,37.
466,39
u.ö.
– auch in Sperrstellung:
daz si sich svn entwúrten ze Friburg in in den vier wochin, swenne si werdent gimant, in iren hv́sern UrkCorp (WMU)
187,5
MWB 2 1874,44; Bearbeiterin: Baumgarte
inantwürtunge
stF.
hier in ent-.
‘Übergabe, Überantwortung’
vnser erben vns behelfen mehten wider die gebunge vnd inentwuͤrtuͤnge der vorgeschriben teyle beider ze Kytzingen vnd ze Heytingesfelt vnd swaz darin gehoͤret UrkWürzb
40,257
(a. 1339)
MWB 2 1875,6; Bearbeiterin: Baumgarte
inb-
s.a. enb-
MWB 2 1875,12;
înbaʒ
Adv.
‘weiter hinein’
er segent sich und ging in das loch [...] da er einwenig innbaß kam, da was es uß der maßen liecht Lanc
212,27;
alle die wile, so der mensche verstat ein einunge oder solich ding, daz man mit rede kan bewisen, so hat der mensch noch inbaz ze gaͤnne Seuse
342,25
u.ö.;
jtem ein acker nebent Volzen, ein zweiteil in bas UrkCorp (WMU)
N308,4
u.ö.
– subst. (?):
waz ist aber daz verborgen inbaz dis vorgenanten nihtes Seuse
342,19;
es ist doch lutrú einvaltikeit; wie mag daz aller einvaltigest haben inbas ald usbas [ein Weiterhinein oder ein Weiterheraus] ? ebd.
342,22
MWB 2 1875,13; Bearbeiterin: Baumgarte
în begrîfen
stV.
‘jmdn./etw. (in einen größeren Zusammenhang) einbeziehen, einem Größeren unterstellen’
swer die natur, die wil si ist in luterkait, inbegrifet der warheit, so wirt si gerihtet, daz si dest besser usrihtunge git in usserkeit Seuse
166,1;
wie der mensch minr und me in der zit úber zit wirt in begrifen ebd.
193,29
MWB 2 1875,26; Bearbeiterin: Baumgarte
în behaben
swV.
auch inne.
‘etw. einbehalten, zurückhalten’ (mit Gen.d.S.):
des rates han ich in gevolget vnd han mines guͦtes inne behabt vnd behalten durch des geltes willen ein hovs ze Regnnspurch [...] vnd ein phvnt geltes vz dem zolle ze Regnnspurch vnd han behabt vnd behalten alle min wingarten UrkCorp (WMU)
418,40;
daz selb gvͦt inn ze behaben ebd.
2817,23.
870,6
MWB 2 1875,33; Bearbeiterin: Baumgarte
în behalten
stV.
auch inne.
‘etw. einbehalten’
swer, des im bevolhen ist, iht behaltet wider des bevelhers willen, der ist ungetriuwe, als der des guotes iht im selben diuplîche inne behaltet, daz im ûf sîne triuwe ze behalten enpholhen ist PrNvStr
333,28;
inde [wir] solen da verzin op alled dad gud, dad hi genomet is, in zebehaldene UrkCorp (WMU)
56,24;
hierher, falls inne- auch auf behalten zu beziehen ist:
des rates han ich in gevolget vnd han mines guͦtes inne behabt vnd behalten UrkCorp (WMU)
418,40.
MWB 2 1875,41; Bearbeiterin: Baumgarte
inbeidenthalben
Adv. (?)
→
beide
1.1.1
MWB 2 1875,52;
inbelîben
stN., stV.
→
inne belîben
stV.
MWB 2 1875,53;
inbelîbunge
stF.
→
innebelîbunge
MWB 2 1875,54;
în bërn
stV.
→
în gebërn
MWB 2 1875,55;
în beslieʒen
stV.
auch inne.
1
‘etw. in sich einschließen, in sich tragen, umfassen’
2
‘ verschließen’
1
‘etw. in sich einschließen, in sich tragen, umfassen’
unde dar umbe ellü dü ding, die da widersprach habent innebeslozen [
quaecumque igitur contradictionem implicant
] , die werdent niht begriffen under der gotlichen maht ThvASu
294,14;
aber in den lebenden dingen, die da von der maht gant uz in die getat dez lebennes, alse die menschen unde die tier, die geberunge dü beslüzet inne ietweder geberunge [
generatio utramque generationem includit
]
ebd.
300,29
u.ö.;
wande diu gotheit in ir [sich] beslozzen hât einvelteclîchen alliu dinc: wan swaz daz ander înbesliuzet, daz heizet ‘muoter’ von der înbesliezunge Eckh (Pf)
672,10.
– Part. Prät. auch ‘in sich gekehrt, zurückgezogen’
aber danne ist ez âbent in der sêle, als ich ê sprach, sô daz lieht dirre werlt abevellet und der mensche înbeslozzen ist und ruowet Eckh
2:187,12;
sú worent versamnet und worent inbeslossen, und sú sassent stille do in der heilige geist gesant wart Tauler
104,2
2
‘ verschließen’
tugende schrîn / umb den Rîn / stât vor dir beslozzen în KvWLd
23,29
MWB 2 1875,56; Bearbeiterin: Baumgarte
înbeslieʒunge
stF.
‘Umschließung, Einschließung’
swaz daz ander înbesliuzet [was das andere in sich einschließt] , daz heizet ‘muoter’ von [aufgrund] der înbesliezunge Eckh (Pf)
672,10
MWB 2 1876,14; Bearbeiterin: Baumgarte
în besten
swV.
‘etw. einspinnen’ (zu
bast
1):
nu hoͤrt wie in bestet / ditz gestain daz tier: / uz dem munde gant im vier / zen, da mit ez spinnet WhvÖst
12608
MWB 2 1876,18; Bearbeiterin: Baumgarte
în bevâhen
stV.
‘(rund um) einschließen, verschließen’ (anders Glr.z.St. ‘conficere’):
in der nâhe daz ergînc, / dâ man di grebnis [Grabstätte (Christi)] înbevînc. / wan iz was parasceve [und deshalb musste man sich beeilen]
JvFrst
11266
MWB 2 1876,22; Bearbeiterin: Baumgarte
înbevangen
Part.-Adj.
‘eingeschlossen, eingegrenzt’
einiv wivͤste hovestat [...], div entzwischen der selben mîvli rehter vnd offenner ęstraze [l. êstraʒe, ‘Landstraße’] vnd dem mivliwasser ist inbevangen UrkCorp (WMU)
364,12
MWB 2 1876,27; Bearbeiterin: Baumgarte
în bezûnen
swV.
‘einzäunen, umzäunen’
in [den hortus conclusus Ct 4,12] des vateres wisheit inbezunet / hete und beheget und gemunet [geschützt] / vor des tubels Sathanas gewalt Brun
3960
MWB 2 1876,32; Bearbeiterin: Baumgarte |