în brîden
stV.
‘hineinweben’
der samît als ein rôse bran / in einem rôten glaste, / dar ûz dem hôhen gaste / was sîn wâpencleit gesniten. / ein wunder was dar în gebriten, / daz diu sŷrêne heizet KvWTroj
3738;
dâ wâren strîfen în gebriten / ûz grüener sîden vingers breit ebd.
2948
MWB 2 1880,61; Bearbeiterin: Baumgarte
în bringen
V.
1
‘hereinbringen’
2
‘einbringen, einnehmen’ (von Geld und Besitz) 2.1
‘(zusätzlichen Besitz) einbringen’ (auch in die Erbmasse s. DRW 2,1370 s.v. einbringen 5; WMU 2,924 s.v. înbringen B2) 2.2
‘(Geld/ Abgaben) einziehen, einnehmen’ (s.a. DRW 2,1369f. s.v. einbringen 4; WMU 2,924 s.v. înbringen B1)
1
‘hereinbringen’
si brâhten wider în zer tür / daz si mit zuht ê truogen für Parz
240,21;
sus brâhtens in heinlîchen în / wider durch ir hâltürlîn Tr
9497.
– übertr.:
nû sol ich abir brengin în / ein teil der schichte, dî dâ sîn / in andrin landin geschên NvJer
15363;
dar umbe sol der mensche vlîziclîchen behüeten sîniu ougen, daz sie iht înbringen, daz der sêle schedelich sî Eckh
2:138,5
u.ö.;
und die do rechte one mittel inbringent den heiligen geist in einer hohen wisen, daz ist wore abgescheidenheit und lidikeit und innikeit und einikeit Tauler
91,30.
250,14
2
‘einbringen, einnehmen’ (von Geld und Besitz)
2.1
‘(zusätzlichen Besitz) einbringen’ (auch in die Erbmasse s. DRW 2,1370 s.v. einbringen 5; WMU 2,924 s.v. înbringen B2):
er riet und bat flîziclich, / daz der kunic solt dem rîch / disiu lant in bringen Ottok
13763.
19038.
19806;
als er datz Âche hiet gesworn, / swaz dem rîche wær verlorn, / daz sold er in bringen; / er hiet gelobt an allen dingen / daz rîche bezzern unde mêrn ebd.
12835
2.2
‘(Geld/ Abgaben) einziehen, einnehmen’ (s.a. DRW 2,1369f. s.v. einbringen 4; WMU 2,924 s.v. înbringen B1):
er sol auch elliu iar mit den stiurmaistern sweren die stiur getriwlich besorgen und einzebringen alz verr es an im stat ungevarlich StRAugsb
251,14;
wann mein paid vorgenant toͤchter geistlich sint vnd sich selb nicht besorgen mogen, wil ich vnd mein erben die sorg fur sev tragen vnd in die guͤllt inpringen ân all ir mue vnd nach vnsern trewn UrkEnns
6,469
(a. 1344)
MWB 2 1881,3; Bearbeiterin: Baumgarte
inbrinnende
Part.-Adj.
‘heftig brennend, leidenschaftlich entbrannt’ (mit intensivierendem →
in-; vgl.
enbrinnen
):
entliuhte uns, liehtebernder tac, / inbrinnend minne, balsmen smac, / blüejender hac, / inbrünstgiu herzen hitze LobGesMar
15,2
MWB 2 1881,34; Bearbeiterin: Baumgarte
în brocken
swV.
etw. (Brot) in Stückchen in eine Flüssigkeit hinein geben ‘einbrocken’
intero: înbrockin VocAbstr
377
MWB 2 1881,39; Bearbeiterin: Baumgarte
înbruch
stM.
‘Zusammenbruch, Einbruch’
mugint ir geischlich zuht nit genzlich fúr bringen, so ahtend doch, daz nit ablasses [Nachlassen] noh sweres inbruches under úch geschehe Seuse
382,4.
463,14.
– unklar, ob hierher oder ‘Nachinnendringen, Nachinnenrichten’ (vgl.
în brëchen
,
înbrüchic
) oder ‘Einziehen’ (vgl. Glr.z.St.):
so sich ein gelassenr mensch fuͤgen wil zuͦ der warheit, so sol er sich flizzen, daz er nem einen inbruch der sinnen, wan got ist ein geist Seuse
168,30.
359,3
MWB 2 1881,42; Bearbeiterin: Baumgarte
înbrüchic
Adj.
‘nach innen gerichtet’
do kom dú selb jubilierend gnade her wider und ward im neiswi in beliplicher wise, [...], dik in dem bad ald ob tische ward im dú selb gnade; aber daz geschah in inbrúchiger wise, nút in usbrúchiger wise Seuse
175,26
MWB 2 1881,52; Bearbeiterin: Baumgarte
inbrünste
Adj.
→
inbrünstic
MWB 2 1881,58;
inbrünstic
Adj.
‘heftig brennend, stark entflammt’ (zu
brünstec
mit intensivierendem (?) →
in- ):
daz ein inbrúnstigú vakel enbrunnen sie in dinem herzen Seuse
384,15.
466,16;
luͦg oͮch, wie die hohen seraphin und die minnrichen selen des selben kores [Engelschores] ein inbrúnstiges ufflammen hein ane underlaz in mich [die Ewige Weisheit]
ebd.
243,13.
– übertr. ‘stark verlangend, leidenschaftlich’
si rûften ‘crucifige’/ nicht eines, sunder zwir, / wan inbrunstic was ir gir / und erhitzt ûf Christi tôt JvFrst
7416;
daz miner tochter mund so rott / von mine [l. minne
] ie so inbrünstig ward, / des litt erschlagen menig ritter zartt GTroj
23559;
ir [des Paares] frœlîch lust was ûf den haft [Verbindung, Festhalten] / der minne kon [
kone swstF., stM. ‘Ehepartner’] inbrünstic Reinfr
11143;
meist bezogen auf religiösen Eifer oder die myst. Liebe zu Gott:
vil süezer trôst und genâde geschach, / dô des heiligen geistes güete / inbrünstic si machte mit sîner glüete Renner
13212;
ei wel inbrunstec minne, / da sich erzouget inne / zu gesichte ieso gereit / godes gegenwurtekeit! Elis
5337.
5140;
ich jage ze dir mit hitzigem inbrúnstigem ernste, als der hirze zuͦ dem lebenden brunnen Seuse
216,16
u.ö.;
wohl hierher (vgl. Pfeiffer Anm.z.St.):
entliuhte uns, liehtebernder tac, / inbrinnend minne, balsmen smac, / blüejender hac, / inbrünstgiu [Hs. inbrv́nstîv
] herzen hitze LobGesMar
15,4
MWB 2 1881,59; Bearbeiterin: Baumgarte
inbrünsticlîche
Adv.
‘heftig brennend, leidenschaftlich’
des hat ein furic minne / ir herze unde aller ir sinne / inbrunstecliche enzundet Elis
979;
daz dú minnevackel ze allen ziten inbrúnstklich uf schlahe in allem minem gebette [Gebet]
Seuse
314,3;
so inbrunstklich glenzende ebd.
241,11.
317,16.
395,27
MWB 2 1882,24; Bearbeiterin: Baumgarte
inbrünstlîche
Adv.
‘heftig brennend, leidenschaftlich’
welch sêlic mensche hât nu den sin, / der sich ze gote und in got senke / und inbrünstlich an in gedenke? Renner
22536;
ker wider, daz wir dich an gesehen: der vatter mit sime gewalte, [...], der heilige geist, daz er dich inbrúnstlich wider enzúnde als ie von erst Seuse
436,2.
549,1
MWB 2 1882,30; Bearbeiterin: Baumgarte
în bücken, -bucken
swV.
‘eindrücken’
ein nase mitten gebuͤcket in Physiogn
227
MWB 2 1882,37; Bearbeiterin: Baumgarte
în buosemen
swV.
Lehnübers. zu lat. insinuare, hier ‘(Wissen/ Gewissheit) eingeben’
du der dem mennisken wihslichen in buosmest. zewizzene tuost die gewizzene daz er iht uerlazze [interl. zu qui homini prudentes insinuas scientiam ne derelinquat
]
PsWindb
93,Oratio
MWB 2 1882,39; Bearbeiterin: Baumgarte
înburc|heit
stF.
‘Rückzug in die innere Burg, in die Sicherheit einer inneren Eingeschlossenheit ’ (FWB 8,68 ‘tiefe, religiöse Einkehr’, Glr.z.St. ‘Seelengrund’):
ein gelassenr mensch, so sich der in inburgheit sezzet mit ingefuͤrten sinnen Seuse
169,28
MWB 2 1882,45; Bearbeiterin: Baumgarte
inbûwe
swM.
‘Einwohner’
an der vart / wurdin sî aldort gewar / toplin [würfeln] in der bûvin [La. inbuwin
] schar / einen knabin, der was risch, / kreftic, schône unde vrisch NvJer
7316
MWB 2 1882,50; Bearbeiterin: Baumgarte
in bûʒen
Adv.
→
enbûʒen
MWB 2 1882,54;
inc-
s.a. enk-, enz-
MWB 2 1882,55;
incarnation
stF.
‘Menschwerdung, Geburt (Christi)’ im Datum, vgl. WMU 3,2581.
MWB 2 1882,56; Bearbeiterin: Baumgarte
in|ch-
→
enk-
MWB 2 1882,58;
în conformieren
swV.
‘hineinformen, hineinbilden in eine Wesensform’ (vgl. Rosenqvist 1,121; vgl.
în bilden
,
în formen
,
în formieren
):
in diseme werdent die menschen geruͤret mit der wunden minne; sunder die andern sint inconformieret und ingenummen in die gevangene minne Tauler
316,23
MWB 2 1882,59; Bearbeiterin: Baumgarte
in|d-
s.a. end-, ent-
MWB 2 1883,1;
Inde
swM.
‘Inder’
den stain vint man datz den Dragoditen und datz [l. dâ ze
] den Inden BdN
452,9.
– mit lat. Pl.:
di indi begunden verzagen SAlex
4496.
4516
MWB 2 1883,2; Bearbeiterin: Baumgarte
indenke, ingedenke
Adj.
in der Wendung
~ sîn mit Gen.d.S. oder abh. Nebensatz ‘(einer Sache) eingedenk sein, (etw.) im Sinn habend, (sich an etw.) erinnernd’
an wirdekeit der herste / was dirre werde schenke, / rechtes wol indenke Elis
6112;
ich bin ingedenck deß goldes rot / das mir dein liebe bot / als ich urlob nam von dir FrSchw
6587.
7747;
Renner
13855 App.
–
sa di furstinne lobesam / ir megede weinen hi vernam, / indenke si vil rechte was / [...] wi daz unser herre sprach, / da er di frouwen weinen sach Elis
9143
MWB 2 1883,6; Bearbeiterin: Baumgarte
în denken
swV.
‘in Gedanken (in etw.) verweilen, (sich) in Gedanken (zu etw.) hinbewegen’ (vgl.
indenke
):
das er dike sin spise besserte sinen bruͦdern ze helfe und ze liebe, uf das junge bruͦder nit wider indehten [
ne ... incauta mente recurrerent, App.z.St.] in die welt und das die alten nit erlegen in dem wege Mechth
4: 20,9
MWB 2 1883,17; Bearbeiterin: Baumgarte
Indenlant
stN.
‘Indien’ (s.a.
India
, Inde):
psitacus haizt ain sitich, daz ist ain vogel in Inden lant BdN
221,28
MWB 2 1883,24; Bearbeiterin: Baumgarte
inder(t)
Adv.
→
iener
MWB 2 1883,27; |