i – ie|besunder (?) ieclich – iemerkæse iemerkuo – iersch iertes – iewëdersît iewelich – ihten (?) ihtesiht – îlunge im – in in – în bezûnen în biegen – în brëhen în brîden – inder(t) in dës – inelende în enthalten (?) – ingebër în gebërn – ingesigelde în gebërn stV. îngebërunge stF. îngebildet Part.-Adj. în geblicken swV. îngeborn Part.-Adj. ingebot stN. în gebrëchen stV. îngeburt stF. ingedanke swM. ingedenke Adj. îngedrücketheit stF. îngegeisticheit stF. ingegen- ingehiuse stN. în geisten swV. îngeistunge stF. îngelæʒe stSubst. îngen V. îngêndic Adj. îngenomenheit stF. ingeræte stN. ingeriusche stN. ingesîde stN. ingesigel stN. ingesigelde stN. ingesinde – in guot în gürten – în houwen inhûs – în lâʒen înlâʒunge – în lûchen în luogen – inne halten în neigen (?) – innergewant innerhalbe – inniclich innigen – în rüefen în rüeren – inschrift în sëgenen – în slahen însleich – în springen în spruʒʒen (?) – interpretieren intestîn – în twingen în ünden – în vleischen învleischunge – înwander inwaner – în wischen în wîsen – ipocrisis ipocrite – irhalp irhære – irregunge irrehaft – Ir|rîche irricheit – îsenbû îsendach – îsenkaste îsenkëc – îsensacroc (?) îsenschûfel – îserîn îserkleit – isôpe isôpensaf – îtelhant îtelinc – itwinde iu – îwînboum
|
în gebërn
stV.
1 zum Gebrauch in Rechtstexten
îngeborn
. 2 in myst. Texten i.d.R. bezogen auf das Verhältnis von Gottessohn und Vater untereinander oder von Gott zum Menschen ‘jmdn./sich in jmdn. hineingebären/ hineinzeugen, in jmdm. hervorbringen, entstehen lassen’ (vgl. Egerding, Metaphorik 2,227f. 239. 241)
1
zum Gebrauch in Rechtstexten →
îngeborn
.
2
in myst. Texten i.d.R. bezogen auf das Verhältnis von Gottessohn und Vater untereinander oder von Gott zum Menschen ‘jmdn./sich in jmdn. hineingebären/ hineinzeugen, in jmdm. hervorbringen, entstehen lassen’ (vgl. Egerding, Metaphorik 2,227f. 239. 241):
Jêsus Kristus vrî und ledic ist und enpfæhet sich alle zît niuwe âne underlâz und âne zît von sînem himelischen vater und ist sich in dem selben nû âne underlâz wider îngebernde volkomenlîche mit dankbærem lobe in die veterlîche hôcheit in einer glîcher wirdicheit Eckh
1:11,9;
alsus sô wirt der sun in uns geborn: daz wir sîn sunder warumbe und werden wider îngeborn in dem sune ebd.
2:293,2
u.ö.;
die [weltliche, vergängliche Dinge] sint alsolicher geburt vatter in dir, das got, die wile die geburt in dir stat, mit willen und mit wissende sin geburt in dich niemer ingebirt in die lustlichen besessenheit, es si wie snoͤde oder klein das si Tauler
220,19.
– in mehrgliedrigen Verbketten:
wan got selber disen sâmen îngesæjet und îngedrücket und îngeborn hât, sô mac er wol bedecket werden und verborgen und doch niemer vertilget noch in im verleschet Eckh
5: 111,19;
sô wir sprechen ‘guot’, sô vernimet man, daz sîn güete ist im gegeben, îngevlozzen und îngeborn von der ungebornen güete ebd.
5: 10,6
MWB 2 1890,31; Bearbeiterin: Baumgarte
îngebërunge
stF.
das sich selbst Hervorbringen, sich selbst Gebären/ Zeugen Gottes in die vom Weltlichen, Vergänglichen ledigen Seele (vgl.
în gebërn
; vgl. Egerding, Metaphorik 2,228):
diz selbe lieht [das in der Seele ist] nimet got sunder mittel und sunder decke und blôz, als er in im selben ist; daz ist ze nemenne in der würklichkeit der îngeberunge Eckh
2:418,4
MWB 2 1890,59; Bearbeiterin: Baumgarte
îngebildet
Part.-Adj.
→
în bilden
MWB 2 1891,3;
în geblicken
swV.
→
în blicken
MWB 2 1891,4;
îngeborn
Part.-Adj.
‘in eine best. Situation oder Umgebung hineingeboren’
1 in ein Land, eine Region o.ä. ‘einheimisch, eingeboren’
2 in einen Stand ‘durch Geburt einem Stand zugehörig’
3 in jmdn. (in myst. Texten)
în gebërn
1
in ein Land, eine Region o.ä. ‘einheimisch, eingeboren’
alle kindere, die seyn burgere, der hie sedelhaft ist, gewinnet odir eyn uzman, nach dem male als her burger wordin ist, gewinnet, die heyzen ynborne burgere StRMühlh
87
2
in einen Stand ‘durch Geburt einem Stand zugehörig’
si [die Fürsten] sint des hoves mit rehte ledic. si sullen aber dar senden ir înboren [La. bornen, gebornen
] dienstman SchwSp (W)
118,18;
sprichet aber her, daz her sîn îngeborne [La. inboren ( SSp
122,22)] eigen sîe, her mûz in behalden ûffen heiligen mit zwên sînen eigenen mannen SSp (W)
3:32,3
3
in jmdn. (in myst. Texten) →
în gebërn
MWB 2 1891,5; Bearbeiterin: Baumgarte
ingebot
stN.
→
inbot
MWB 2 1891,20;
în gebrëchen
stV.
→
în brëchen
MWB 2 1891,21;
îngeburt
stF.
~ des wortes
‘Hervorbringung, Geburt/ Zeugung des Sohnes aus dem Vater (in der Trinität)’ (vgl. Glr.z.St.; vgl.
în gebërn
und Egerding, Metaphorik 2,229):
herr, ich horti gern von der vereinunge der blozen vernunft mit der heiligen drivaltikeit, da si in dem waren widerglanze der ingeburt des wortes und widergeburt ir selbs geistes ir selber wirt benomen und von allem mittel gebloͤzet Seuse
279,6
MWB 2 1891,22; Bearbeiterin: Baumgarte
ingedanke
swM.
‘innerster Gedanke’
nein, der vîent enmuge nicht irkennen des menschen ingedanken, wanne got inwolle iz ime nicht staten HvFritzlHl
131,24
MWB 2 1891,31; Bearbeiterin: Baumgarte
ingedenke
Adj.
→
indenke
MWB 2 1891,35;
îngedrücketheit
stF.
‘Einprägung, Abbild’ (vgl.
îndrückunge
):
ein meister sprichet, daz alle die nidersten krefte der sêle, als verre sie hânt berüeret zît oder stat, als vil hânt sie verlorn ir juncvröuweclîche reinicheit und enmügen niemer sô gar ûzgezogen werden noch sô gar gebiutelt werden, daz sie iemer komen mügen in die obersten krefte; in wirt aber wol gegeben ein glîchez bilde einer îngedrücketheit Eckh
1:275,12
MWB 2 1891,36; Bearbeiterin: Baumgarte
îngegeisticheit
stF.
Bed. unklar; wohl ‘Zustand des von außen nicht zugänglichen Geistseins Gottes’
aber diu îngegeistikeit gotes daz ist diu verborgenheit, nâch der hangende ist der geist, der disem ouch entsinket, wan diu tougenlîche stilheit der einekeit diu ist verborgen in einer stillen tiefe, alsô daz al crêatûre niemer ze grunde gegründet ir iht Überschall (Pf)
520,32
MWB 2 1891,45; Bearbeiterin: Baumgarte
ingegen-
→
engegen
-
MWB 2 1891,53;
ingehiuse
stN.
1
‘Beherbergter, Mieter’ (vgl.
inman
) 2
‘das Innere eines Hauses, Innenraum’
1
‘Beherbergter, Mieter’ (vgl.
inman
):
es mùgen auch dez wirtes chnecht oder sein ingehaùz, daz man sind und die ze iren tagen chomen sind, guͦt ziug sein OberBairLdr
180
2
‘das Innere eines Hauses, Innenraum’
ob dan etslicher zunge giht: / ‘er ist in ingehuse [
in penetrabilibus Mt 24,26] dort’, / des glaubent niht als vm ein wort EvStPaul
1279
MWB 2 1891,54; Bearbeiterin: Baumgarte
în geisten
swV.
‘(durch den Hl. Geist) eingeben’
dô sach man [...] pilgerîn / zu Prûzinlande varen în, / als in daz got îngeiste / mit genâdin volleiste NvJer
22758;
in dekeiner andern wis ist si [die Seele Christi] sinem libe ingegeistet denne die sele den andern menschen ingegeistet [
inspirata
] si von anegenge ThvASu
52,27.
198,18
MWB 2 1891,62; Bearbeiterin: Baumgarte
îngeistunge
stF.
‘Eingebung, Einhauchung’
und also dicke also der mensche herinloget mit dem liehte der redelicheit und hie zuͦ gotte keret, also dicke wurt ein vereinunge do und ein núwe ingeistunge des heilgen geistes in eime iegelichen oͮgenblicke Tauler
92,30
MWB 2 1892,5; Bearbeiterin: Baumgarte
îngelæʒe
stSubst.
‘Einflüsterung’ (vgl. Anm.z.St. und
înlâʒunge
und
înbildunge
):
da sprich in des boͤsen geistes ingeleze also: herre, als dicke diser boͤser geist [...] sogetan ungeneme gedenke in mich sendent wider minen willen, [...]
Seuse
311,23
MWB 2 1892,11; Bearbeiterin: Baumgarte
îngen
V.
→
în gân
MWB 2 1892,16;
îngêndic
Adj.
‘beginnend’ (von Jahren und Monaten; vgl.
în gân
2):
avn [
âne, außer] alain daz ingendig jar PrWack
35,74;
diz geschach [...] an deme zinstage vor ingaendigen maigen UrkCorp
2406,14
MWB 2 1892,17; Bearbeiterin: Baumgarte
îngenomenheit
stF.
‘Zustand der Selbstvergessenheit des Geistes beim Streben nach Einigung mit Gott’
in der ingenomenheit kunt der geist neiswi in sin selbes vergessenheit und verlornheit Seuse
182,29
u.ö. (s.a. Anm. und Glr.z.St.);
wie es do gat in der ingenummenheit, do were besser von zuͦ bevindende denne zuͦ sprechende Tauler
316,24
MWB 2 1892,22; Bearbeiterin: Baumgarte
ingeræte
stN.
Gerätschaft, die der Aufrechterhaltung eines Haushalts dient, ‘Hausrat’ ( vgl. 2HRG, 2,824f.):
ir schuzzeln unde ir pannen, / ir hevene unde ir kannen, / waz di kuchene ummen hert / hat zu ingerede wert, / daz wusch die frouwe reine / alles alters eine Elis
7424;
meister Cunrat aber sprach / zu der frouwen lobelich, / daz si vil wol bedechte sich / [...] / waz si nu, di vil gute, / mit al ir ingerede, / waz si di frouwe hede, / nutzes wolde machen ebd.
8993
(vgl.
gerâde
stF.);
mit deme dritteil allis ingeretis von tischen, von benkin und von anderm ingerethe DRW
6,220
(Goerlitz, Breslau; a. 1332)
MWB 2 1892,29; Bearbeiterin: Baumgarte
ingeriusche
stN.
‘Eingeweide’
das ist der sacz uber das fleisch [...] hett aber ir kainer gemain mit dem andern, der soll das taylen an dem nagel und soll es auf sein selbs panck verkauffen an lemmer und an kicz und an ingerewsch, daz dovon kumpt UrkEichst
2,153
(a. 1319)
MWB 2 1892,42; Bearbeiterin: Baumgarte
ingesîde
stN.
→
ingesinde
MWB 2 1892,48;
ingesigel
stN.
‘Siegel’ (vgl.
gesigel
, insigel,
sigel
; vgl. DRW 6,276-281; WMU 2,939-941)
1
‘Siegelabdruck; angehängtes Siegel’
2 Gerät zum Formen des Siegelabdrucks, Hohlform ‘Siegelstempel, Petschaft; Siegelring’
3 in unterschiedlichen übertr. Bed. 3.1
‘Abdruck, Zeichen, Mal, Spur’
3.2
‘Beglaubigungsmittel, Garantie, Sicherheit’
3.3
‘Vorbild, Muster’
3.4
‘Verschluss, Versiegelung’
4
‘versiegelter Behälter’ (?) (oder zu 1 ‘Siegel’ ? (aus Silber))
1
‘Siegelabdruck; angehängtes Siegel’
swaz er [Alexander] brieve sande / gen Asîâ in den gewalt, / dar an wolde der degen balt / daz ingesigel von Persîâ [was er erobert hat] / senden, gein Eurôpâ / sîn [ererbtes] erbinsigel RvEAlex
18413;
Wig
9617;
der valsche torechte gief [Dummkopf] / sloz an den leidigen brief / sin ingesigele MarLegPass
23,127.
– übertr.:
du [Maria] bist ein warez ingesigel, / darin nach menschlicher art / diu gotheit gedrücket wart / und an sich nam ir zeichen KvWGS
490.
–
‘Metallsiegel, Bulle’
daruß nam sie einen brieff mit eim ingesiegel das guldin was Lanc
491,29
2
Gerät zum Formen des Siegelabdrucks, Hohlform ‘Siegelstempel, Petschaft; Siegelring’
drücket man ein ingesigel an ein grüene wahs oder an ein rôt oder in ein tuoch, daz ist alles ein bilde Eckh
2:136,3.
3:46,5;
alsam daz wahs [Akk.] ein ingesigel [Nom.] / formieret nâch dem bilde sîn, / swenn ez gedrücket wirt dar în KvWTroj
6386;
zû hant nam er von Nieflant / daz ingesigel [Siegelring] zû sîner hant. / daz hatte meister Anne / [...] / mêr dan drî jâr getragen LivlChr
4400.
4384.
9771;
Hester
638;
lunulæ: insigile, ingisigile sunt in modum lunæ factæ SummHeinr
2:36,111.
1:331,231.
–
heimelich ~
‘Sekretsiegel, Rücksiegel’
dez gebe wir disen brief zu urkunde versigelt mit unsem heymelichen insigele, wenne wir daz groze insigel verlorn haben MGHConst
5:316b,16
(a. 1316);
der kunic sin vingerlin do nam, / dar umme was mit buchstaben / sin heimelich ingesigel irgraben Hester
616.
–
die selbe kamere [
matrix, Gebärmutter] hat inner halb siben jngesigele. die sint ergraben alse ein múnzisen nach des menschen bilde Lucid
62,4.
– übertr.:
sins bildes ingesigel / got druckt in einen kloß. / sus menschen art sich zunte Mügeln
345,3
3
in unterschiedlichen übertr. Bed.
3.1
‘Abdruck, Zeichen, Mal, Spur’
der sorgen wârez ingesigel / was im gedrücket in den muot KvWPart
1308;
diu minne ir ingesigel streich / der klâren under ougen ebd.
17384;
er pegraiff ainen türrigel, / da mit slug er ingesigel / auff den ungeerten man HvNstAp
19479;
dâ irme wangen wart der slac, / daz mâl sie hâte immer mê, / man sachz an irme wangen stê / als eins ingesigels druc EbvErf
3719
3.2
‘Beglaubigungsmittel, Garantie, Sicherheit’
ab er das centrum roubet nu in zornes flut, / so ist gesatzt in wandelunge gotes mut, / in bruch sin wort; das ist ein fremdes hören. / was hilfet dann sin ingesigel, / das er uß sines herzen milde †riffte / und goß es in der meide tigel, / bi dem er himel, mer und erde stifte? Mügeln
32,7;
die ere ist des glückes erz, / der selikeit das hochste ingesigel ebd.
55,12;
wan dú helige diemuͤtige gehorsami ist aller tugenden ein ingesigel Mechth
6: 19,14;
Frl
2:17,12
3.3
‘Vorbild, Muster’
do shuͦf er [Gott] in deme himele / nah sineme ingesigele / einen engel der hiz Lucifer / den zehenten chôr [Engelschor] den hete er VMos
4,14;
barmunge ist alsô gehiurt [ehrenhaft geworden] , / daz si dir got hât ze ingesigel gestempfet [als Muster vorgegeben]
Boppe
1:17,10
3.4
‘Verschluss, Versiegelung’
in das grab man in [Jesus] do leit, / dar uf ainen stain, gross und breit. / da wart vil ingesigel an / durch grosse sicherhait getan, / umb das dar nieman kæme / und in von dannan næme WernhMl
11643
4
‘versiegelter Behälter’ (?) (oder zu 1 ‘Siegel’ ? (aus Silber)):
zwei ingesegele silberin / da was der brief gemachet in, / uf daz er lange werte also Vät
38871
MWB 2 1892,49; Bearbeiterin: Baumgarte
ingesigelde
stN.
‘Siegel’ (vgl.
ingesigel
):
daz diz stete blibe, des gebin wir disin brief bestetiget mit vnsirin ingesigildin, Rudolfes vnd Anselmis, der rittere von Drachinvels UrkCorp (WMU)
883A,18.
903,33
MWB 2 1893,57; Bearbeiterin: Baumgarte |