Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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i – ie|besunder (?)
ieclich – iemerkæse
iemerkuo – iersch
iertes – iewëdersît
iewelich – ihten (?)
ihtesiht – îlunge
im – in
in – în bezûnen
în biegen – în brëhen
în brîden – inder(t)
in dës – inelende
în enthalten (?) – ingebër
în gebërn – ingesigelde
ingesinde – in guot
în gürten – în houwen
inhûs – în lâʒen
înlâʒunge – în lûchen
în luogen – inne halten
      în luogen swV.
      în machen swV.
      inman stM.
      inmanc Adv.
      în mengen swV.
      înmenschunge stF.
      în mëʒʒen stV.
      în mischen swV.
      înmischunge stF.
      inmitten Adv.
      innân Adv.
      inne Adv., Präp.
      inne stF.
      inne behaben swV.
      inne behalten stV.
      inne belîben stV.
      innebelîbunge stF.
      inne beslieʒen stV.
      inne bringen V.
      innedës Konj.
      inne dinsen stV.
      innehabære stM.
      inne haben swV.
      innehalt stM.
      inne halten stV.
în neigen (?) – innergewant
innerhalbe – inniclich
innigen – în rüefen
în rüeren – inschrift
în sëgenen – în slahen
însleich – în springen
în spruʒʒen (?) – interpretieren
intestîn – în twingen
în ünden – în vleischen
învleischunge – înwander
inwaner – în wischen
în wîsen – ipocrisis
ipocrite – irhalp
irhære – irregunge
irrehaft – Ir|rîche
irricheit – îsenbû
îsendach – îsenkaste
îsenkëc – îsensacroc (?)
îsenschûfel – îserîn
îserkleit – isôpe
isôpensaf – îtelhant
îtelinc – itwinde
iu – îwînboum

   în luogen - inne halten    


în luogen swV. ‘hineinschauen’ er [...] vant von âventiure / obene an der fossiure / ein tougenlîchez vensterlîn; / dâ luogeter mit vorhten în Tr 17436; Parz 574,1; disem selben liehte niht engenüeget an dem einvaltigen stillestânden götlîchen wesene, [...]; ez wil in den einvaltigen grunt, in die stillen wüeste, dâ nie underscheit îngeluogete weder vater noch sun noch heiliger geist Eckh 2:420,9. – subst.: ez ist ein daz heizit in deme latine ‘relacio’ und zu dude ein ‘ingeginkeit’ oder ein ‘inlugin’ Parad 102,5

MWB 2 1909,12; Bearbeiterin: Baumgarte

în machen swV. 1 ‘jmdn./etw. einhüllen, verhüllen, verbergen’
2 etw. beim Gerben ‘(in die Lohe) einlegen’
   1 ‘jmdn./etw. einhüllen, verhüllen, verbergen’ diu kleinât si heten dâ / in gemachet schône: / die heiligen krône / in ein liderîn taschen / gelîch einer flaschen, / [...] / daz zepter und daz swert / diu barc man listiclich / in ein vaz, daz was gelîch / einem kocher zeinem bogen Ottok 87042; die stain [den weißen und den bunten Nosech] schol man paid mit ainander einmachen und besliezen BdN 453,30. – hierher ? (so Glr.z.St.): Joseph [von Arimathäa] het sich wol berait / mit schoͤnen lilachen; / dar in hiez er in machen GvJudenb 2164. – Part.-Adj.: daz ich der globede [ in kuscher wis zu lebene ] sicherheit / verjach von herzen luterkeit / mit in gemahter minne Elis 5459    2 etw. beim Gerben ‘(in die Lohe) einlegen’ [die Gerber] ensvlnt kein kurdewan [spez. Leder aus Cordoba] , das gegerwet ist, anderwarbe in machen UrkCorp (WMU) N159,28

MWB 2 1909,23; Bearbeiterin: Baumgarte

inman stM. Pl. inliute. ‘Einwohner’ 1 einer Stadt/  eines Dorfes
1.1 im Ggs. zu ûʒman
1.2 im Ggs. zu burgære
2 eines Hauses ‘jmd., der bei jmdm. zur Miete wohnt’
3 übertr. des Himmels
   1 einer Stadt/  eines Dorfes    1.1 im Ggs. zu ûʒman : wer mit anderen [als den ortsüblichen Münzen] koufit oder verkoufit, ist he ein inman, he verbuzet sechzic schillinge. ist aber he ein uzman, he verbuzit nicht, gibet he si nach iren werde StRFreiberg 75,16; daz wir furbas nimmermer dheinen ynman ze purgermaister hie ze Regenspurch nemen schuln [vgl. ebd. nieman der von unserer stat geporen sei, oder dez hausfrawe von unserer stat geporen sei ] StRRegensb 116    1.2 im Ggs. zu burgære : ist daz er [der Verstorbene] in der stat gesezzen ist gewesen, er sei ein inman oder ein purger StRWienerNeust 10; daz si [die Leobener] ze Prukk weder mautten noch zollen schullen, weder purger noch inlevt UrkSteiermSt 3,40 (a. 1343)    2 eines Hauses ‘jmd., der bei jmdm. zur Miete wohnt’ hat ein wirt einen inman oder ein hoffrawen ein seiner herberg umb einen gedingten zins StRMünch 332,12. 188,16; wenn ein man inläut vessent [unterbringt, aufnimmt] umb zins in sein haus, und lübt [verspricht] in gemach dar inne ze schaffen StRWien 43    3 übertr. des Himmels: do wirt [l. wir ] geuragten got von dem inmanne sins gezeltes [ cum ergo interrogassemus Dominum, fratres, de habitatore tabernaculi eius Prolog 39 ] · do horten wir bruͦder daz gebot zewonen· vnd ist daz wir eruollen des inmannes ampte· so werden wir geerben des himelriches BrAsb Prolog

MWB 2 1909,41; Bearbeiterin: Baumgarte

inmanc Adv. md., nd. (vgl. DWB 6,1539 s.v. mang; s.a. manc Präp.). ‘zwischen, unter’ (nur in Verbindung mit dâr oder hie): dô wart vroude grôz gehôrt / von der cristinlîchin schar, / dar sich doch vil manic zâr [Träne] / mischte in der zît inmanc NvJer 6597; [das Heer lauerte] in vorholnir lâge / vil nâ drîzên tage / einim walde dâ inmanc, / den man nante Vogilsanc ebd. 14407; dî lant, dî vestin dâ inmanc, / vorlorn wurdin in dem zil ebd. 21859. 9734. 14381

MWB 2 1910,6; Bearbeiter: Hansen

în mengen swV. ‘etw. hineinmengen’ (nur part.): swarz unde sprickellehte / was im [dem Drachen] der zagel und daz vel, / dâ vlecken rôt, grüen unde gel / stuonden în gemenget KvWTroj 9819

MWB 2 1910,16; Bearbeiter: Hansen

înmenschunge stF. ‘Menschwerdung’ by dem mittilstin teyle des tempils [...] vornymmit man dy inmenschunge gotis sonis Cranc Uzl 260,7

MWB 2 1910,20; Bearbeiter: Hansen

în mëʒʒen stV. ‘einem selbst zumessen’, im Ggs. zu ûʒ meʒʒen i.S.v. ‘anderen zumessen’ (vgl. mnd. inmeten Schiller/  Lübben 2,370). 1 allg. (hier subst.)
2 mit Dat.d.P., hier bildl. i.S.v. ‘vergelten’
   1 allg. (hier subst.): mit denselben mozen, do her mite yngemessen nymt, do sol her auch mite owsmessen UrkSchles 8,126 (14. Jh.)    2 mit Dat.d.P., hier bildl. i.S.v. ‘vergelten’ der git, dem wirt gegeben, und der vergit, dem wirt oͮch vergeben. wie du usmissest, also wirt dir wider ingemessen Tauler 223,15; der munt der worheit der sprach alhie: ‘mit derselben mosse mit der ir usmessent, mit der sol man úch wider in messen in aller wise.’ [vgl. in qua mensura mensi fueritis, remetietur vobis Mt 7,2] ebd. 147,30

MWB 2 1910,23; Bearbeiter: Hansen

în mischen swV. ‘etw. hineinmischen’ der si [Heilmittel] siudet mit starchem wîne vnde alsô trinchet, vnde mischet aloe unde salz in, iz hilfet 2DWB 7:856,5

MWB 2 1910,37; Bearbeiter: Hansen

înmischunge stF. ‘Hineinmischen’ di stat [wie Teig] hat ein weninc geruet von inmischunge des deysimis [Sauerteigs] biz so lange, daz iz zumale gesurit wurde Cranc Os 7,4

MWB 2 1910,41; Bearbeiterin: Baumgarte

inmitten Adv. enmitten

MWB 2 1910,45;

innân Adv. innen , → innenân

MWB 2 1910,46;

inne Adv., Präp. vgl. innen . 1 Adv.
1.1 lokal ‘innen, im Inneren’
1.1.1 selten alleinstehend
1.1.2 meist in Verbindung mit anderen Adv.
1.2 vereinzelt ( Lanc ) direktional in der Funktion von în ‘herein’ (s.a. 2.3 und în dinsen )
2 Präp.
2.1 lokal
2.1.1 mit Dat. ‘in, innerhalb’
2.1.2 mit Gen. ‘innerhalb’
2.2 direktional in der Funktion von în zur Angabe eines Ziels;
   1 Adv.    1.1 lokal ‘innen, im Inneren’    1.1.1 selten alleinstehend: wer roufet mich dâ nie kein hâr / gewuohs, inne an mîner hant? Parz 1,27; dar nâh sol er siben tage süezez ezen niezen, unz im der lîp inne geheile Barth 152,25; si prunnen warlichen inne / nach der gotes suͦze Rol 3424. 6443; vnde [ Pentesilea ] vur mit einer grozzen kraft, / mit eime micheln wibes here, / zv hulfe vnde zv gewere / den zv Troyge inne Herb 14403. 13307; die verborgen inne liebe stunde müezen tragen KvWLd 30,2; swer âne allerleie gedenke, allerleie lîphafticheit und bilde inne bekennet, daz kein ûzerlich sehen îngetragen enhât Eckh 5: 60,20. – im Superlativ: [ die grosse minne ] blibet an ir selben allerinnest Mechth 4: 16,5    1.1.2 meist in Verbindung mit anderen Adv.: – i.d.R. dâ(r) oder dare ( → darinne ) dort: wir han sie dort inne / sere benotet / vnde irn houbet man ertotet Herb 11498; Parz 423,6. hie: hie verwar sich Tristan inne: / er gerte verrer minne / und leit durch die grôz ungemac Tr 19375; waz hilfet iuwer metti gân und iuwer venjen suochen, / daz ir des armen pilgerîns / hie inne niht went ruochen? KLD: GvN 40: 2,4; hie wart Achilles inne erslagen Herb 15824 hier: helet ir iuch hier inne; / wan wirt man iuwer inne, / sô habe wir strît an der hant Tr 8707 u.ö.; Eckh 5: 283,11 u.ö. (en)mitten, auch in Verbindung mit dâ(r)/ da(r) ... inne: ein bette in mitten inne was Tr 16716. 16977; Konr 24,16; enmitten dar inne hienc / ein mückennetze sîdîn Wig 10359. 10481; mit guten siten; / vnde da mitten inne / list vnde sinne Herb 3133. oben: zer fossiure oben inne / dâ wâren cleiniu vensterlîn / durch daz lieht gehouwen în Tr 16724. swâ: des mennisken herzen. suâ gotes gebot unte guͦtiu werch inne brinnent JPhys 8,35. ûf: ich meine aber in dem dône / dâ her von Zythêrône, / dâ diu gotinne Minne / gebiutet ûf und inne Tr 4810. under: ih [...] sterke minen funt / mit dem eristen sinne, / der under vnde inne / so gewrzelet ist Pilatus 1,22. – oft ûʒe: der schilt ist als ich sagen sol / ûz und inne harte rîch UvZLanz 6297; Tr 17742; der valsch ist ûz und inne SM: UvS 28: 1,12; Parz 231,4; RvEWh 6593; KvWKlage 12,8. ûʒen : do der sal gewort was / mit gezirde vnde mit gezinne / vzzen vnd inne Herb 1824    1.2 vereinzelt ( Lanc ) direktional in der Funktion von în ‘herein’ (s.a. 2.3 und în dinsen ): da ritten die von der porten uß und inne zu allen zyten als sie guͦt ducht Lanc 467,7    2 Präp.    2.1 lokal    2.1.1 mit Dat. ‘in, innerhalb’ von disem gvͦt allim sampte sol der spital gên [geben] den barfvͦssen ein lieht, daz bruͥnne jnne jrme chore dag vnde naht UrkCorp (WMU) 827,29. neilekin [Gewürznelken] genutzet sterket lebern unde magen unde helfent gar den innem libe. si douͤwet wol gessin unde stillet den buch Macer 83,2    2.1.2 mit Gen. ‘innerhalb’ vnd swaz vordrvnge die zwelven inwendig dien nechsten vierzehen tagen [...] nicht wrde vurgeleit, dar vmbe sint si nicht gebvnden ze sprechenne, old er wer denne inna landes nicht UrkCorp (WMU) 2158A,11    2.2 direktional in der Funktion von în zur Angabe eines Ziels; mit Akk.: er wiset iuch inne den sal. / der sorge unt al des iu hi ze laide gescah HimmlJer 461; die sulen sich antwrten in die stat ze Mindelhein oder inne ein ander dez kuniges stat ze rehter giselschefte UrkCorp (WMU) 1089,45

MWB 2 1910,47; Bearbeiterin: Baumgarte

inne stF. 1 ‘das Innere’ hier übertr.
2 ‘Innigkeit, tiefe Empfindung’
   1 ‘das Innere’ hier übertr. : Judith buoch [...] lernete diu edel meit / Marîa bî der kintheit / und behielt si in der inne / ir reines herzen sinne WvRh 1205. 1881    2 ‘Innigkeit, tiefe Empfindung’ daz sî [...] / nâch iclîchir tagezît / soldin ân vorbrechin / ûf iren knîen sprechin / daz gebet mit inne NvJer 23302; brûdir Engilke [...] ein man von reinir inne ebd. 14075

MWB 2 1911,51; Bearbeiterin: Baumgarte

inne behaben swV. în behaben

MWB 2 1911,59;

inne behalten stV. în behalten

MWB 2 1911,60;

inne belîben stV. auch in-. ‘innen, im Inneren bleiben’ daz andere daz sint inblibinde werc des forstentnisses und des willin, wan di blibint inne Parad 67,23. – subst.: heint ein innebliben oder aber ein emziges inkeren wider in úch selben Seuse 431,16. 235,10; nû enmac kein ûzganc niemer sô edel werden, daz inneblîben ensî vil edeler in im selber Eckh 5: 405,11. – meist als Part.-Adj.: – attr.: waz begin hait in gode, daz muz sin mit eime inblibindin werke, daz ist mit deme werke des forstentnisses und des willin Parad 67,20. 67,11; so muͦss in der gerivierten drivaltekait sin dú aller obrest und nehst mitwesentheit, dú hoͤhste glihheit und selbsheit des wesens, daz die personen hein in inneblibender usgossenheit nah ungeteilter substancie, ungeteilter almehtikeit der drier personen in der gotheit Seuse 180,2. 344,27 u.ö.; mêr daz inblîbende guot, daz ir [der Seele] êwiclich entplîben [fernbleiben] sol alsô daz sî iz niht durchgründet, daz ist der vorspilende abgrunt ZweiWege 248; ThvASu 130,19. – präd.: gotes sælicheit liget an der înwertwürkunge der vernünfticheit, dâ daz wort inneblîbende ist Eckh 1:158,5; der vater in mir inneblîbende und wonende würket diu werk ebd. 5: 9,19. 5: 46,8 u.ö.

MWB 2 1911,61; Bearbeiterin: Baumgarte

innebelîbunge stF. auch inbelîbunge. ‘das Verbleiben im Inneren’ dâ von wont der vater in der sêle, dâ er die sêle drücket an sîn herze, unde dâ enpfêhet si den sun in sich in der îndrückunge des vater nâch sîner persônlîcher ûzgenclichkeit unde wirt erkennende sîn inblîbunge mit dem vater in dem wesen Eckh (Pf) 215,25. 673,9; dâ si [die Seele] ist in gote, [...], dâ ez ist, dâ si die persônen nimet in der inneblîbunge des wesens, dâ sie [die Personen der Dreifaltigkeit] nie ûzkamen Eckh 3:133,2

MWB 2 1912,22; Bearbeiterin: Baumgarte

inne beslieʒen stV. în beslieʒen

MWB 2 1912,33;

inne bringen, innen bringen V. ‘jmdn. etw./jmdn. wahrnehmen (erkennen oder spüren) lassen’ (mit Akk.d.P. und Gen.d.S./P. oder einem Satz zur Angabe des Wahrgenommenen 1 mit Akk.d.P. (oder Nom. in Passivkonstr.) und Gen.
1.1 Gen.d.S.
1.2 Gen.d.P.
1.3 mit dës , mit korrelierendem daʒ -Satz
2 mit Akk.d.P. und Angabe des Wahrgenommenen in einem Satz
2.1 in einem abh. Satz
2.2 bei absolutem Gebrauch in Vergleichssätzen
   1 mit Akk.d.P. (oder Nom. in Passivkonstr.) und Gen.    1.1 Gen.d.S.: mîn küneginne, / bring mich inne / trôstes SM: Had 10: 2,13; der winter bringit uns innen / grôzzer trûrikeit ebd. 30: 1,4; ganzer triwen und friundes muͦtes / braht er in selten innen StrKD 149,55; im was diu rede an im vil zorn, / doch brâhte ers in niht innen: / er zurnde in sînen sinnen RvEBarl 609; der arzt [...] het mit grôzer gunterveit / ein glisteri bereit, / dâ was der tôt inne. / des brâht er wol inne / den kunic, wand er dâvon starp Ottok 218. – mit Gen.d.S. und präp. Erg. oder Pron.-Adv.: als her uns warer minnen / dar an bracht hat innen HeslApk 3088; nimmer wært irs innen brâht / von mir, waz hie mæres ist Parz 559,28    1.2 Gen.d.P.: daz er sîn niemen innen brâhte [dass er niemanden auf sich aufmerksam machte] LvRegFr 2083    1.3 mit dës, mit korrelierendem daʒ-Satz: er enphie sie mit minnen / und brâhte sie des wol innen, / daz er sie gerne gesach Eracl 1876; Parz 756,14; ich hân si des wol innen brâht, / daz noch dâ regienge rîterschaft Wh 178,26; Ottok 3754    2 mit Akk.d.P. und Angabe des Wahrgenommenen in einem Satz    2.1 in einem abh. Satz: ih wil in bringen inne, / daz ih sîne minne / niemer ne gesûche SAlex 4206; ich wil sî mit dienste bringen inne / daz ich sî baz dan mich selben minne KLD: UvL 38: 7,1; swen minne / bringet inne, / wie si twingen mag SM: Had 48: 2,2. – phras. als Drohung oder Kampfansage, etwa "Dich will ich lehren" o.ä.: wiltu [das ständig ausweichende Bett, das es zu bezwingen gilt] wenken sus vor mir? / ich sol dich innen bringen, / ob ich dich mege erspringen Parz 567,9    2.2 bei absolutem Gebrauch in Vergleichssätzen: vil kuninclîche / stifte man di wirtscaf, / als uns daz bûch hât innen brâht SAlex 4019; anders hat er gedaht / denner ivh habe inne braht [er hatte etwas anderes im Sinn, als er euch weismachen wollte] Wernh D 4670

MWB 2 1912,34; Bearbeiterin: Baumgarte

innedës Konj. innen 2.1.3.2

MWB 2 1913,13;

inne dinsen stV. în dinsen

MWB 2 1913,14;

innehabære stM. ‘Vormund’ vnd ob der nächste freunt [eines Erschlagenen] ein wais ist, vnd ist, daz der, dem der wais entpholhen ist vnd jnn haber, mag frid schaffen von des tods schlags wegen StatTrient 161

MWB 2 1913,15; Bearbeiterin: Baumgarte

inne haben, innen haben swV. auch in- ( WhvÖst 12684. 18593 ), auch -hân (z.B. Ottok 39687; Lanc 64,20 ). 1 ‘über jmdn./etw. Macht haben, jmdn./etw. in seiner Obhut haben’
1.1 von Gütern, Lehen und Pfandbesitz (weitere Belege vgl. WMU 2,931f. und DRW 6,242-249) ‘innehaben, besitzen, verwalten’
1.2 von Personen ‘in Obhut/  Gewahrsam haben, beaufsichtigen’
1.2.1 von Unmündigen (vgl. innehabære )
1.2.2 von Gefangenen
2 ‘in sich tragen’
   1 ‘über jmdn./etw. Macht haben, jmdn./etw. in seiner Obhut haben’    1.1 von Gütern, Lehen und Pfandbesitz (weitere Belege vgl. WMU 2,931f. und DRW 6,242-249) ‘innehaben, besitzen, verwalten’ also daz die vorgenanten burchgrafen [...] die selben doͤrffern, hofe, muͤl, gut und geriht, [...], die der vorgenant von Sluͤzzelberg von dem reyche ze satzunge untz her inne gehabt hat, [...], innenhaben und niezzen, besetzzen und entsetzzen sullen MGHConst 8:346,39 (a. 1347); UrkPölt 419 (a. 1349); StRWien 21; scholt er inn haben, der lehen einz ze Chirhaim UrkNAltaich 1,261 (a. 1290); ein iklich man, der ein hus gemitet hat uf einen tac unde wirt darinne ist, daz he die vir wende inne hat StRFreiberg 30,15; daz si div vorgenande guͦt fuͤr div shezzich phunt inne sol haben zi phande fuͤnf iar noch mime tode mit nvtz vnd mit gewer UrkCorp (WMU) 3394,12; UrkLandsh 123 (a. 1311); ez ist auch berett, daz derselbe, der die koͤrbe innehat, fuͤrdern sol voͤr allen luͤten die munzzer mit koln WüP 72,25. – übergehend zu ‘besetzt halten’ er het in daz lant / mit wurmen ungehiuren, / die mit grozen viuren / huͦten im der strazzen WhvÖst 12684; vil schiere si erfunden, / daz diu kunigin Margret / Heinburc inne het Ottok 1286. – subst., übertr.: du solt [...] ir gewaltig sin zuͦ aller zit: [...] dine hende noch dine fuͤsse [...] [nicht anders verwenden] , denne in grosseme getwange und in innehande [unter Kontrolle] Tauler 427,6    1.2 von Personen ‘in Obhut/  Gewahrsam haben, beaufsichtigen’    1.2.1 von Unmündigen (vgl. innehabære ): von Walsê her Eberhart, / dem wart enpholhen er, / daz er mit phlege und mit lêr / in solde haben in Ottok 75209; als wir die kint inne han, habent ir dann uff uns icht zu sprechen, macht uns tag, wir wollen gern dar komen und antwurten uch als wir zu recht thun sollent Lanc 64,20    1.2.2 von Gefangenen: vmbe vierzig march silbers [...] fúr die gevangenen, die Johanz der Kelner inne hât UrkCorp (WMU) 2671,5; swaz Unger, Valb und heiden / gevangener liute heten innen Ottok 44181    2 ‘in sich tragen’ aber von disen ordenungen die erste dü hat inne [ continet ] die andern ordenungen unde ist vorgande der andern ordenunge ThvASu 170,6; wan sin [Gottes] wesen innehat [ continet ] alle volkomenheit ebd. 310,19; vil anders edels sinnes hât daz wort inne Eckh 5: 50,21; dar umb so hein die aller frúmsten gotesfrúnd daz inne, daz sú sich gern ze grund liessin Seuse 161,32

MWB 2 1913,20; Bearbeiterin: Baumgarte

innehalt stM. hier inhalt. ‘Inhalt’ (vgl. inne halten 3): von dem brieffe wollent ir horen, / so mogent ir den inhalt also horen Pilgerf 5133

MWB 2 1914,8; Bearbeiterin: Baumgarte

inne halten, innen halten stV. 1 ‘innehaben, besitzen, verwalten’ (vgl. inne haben )
2 ‘einbehalten’ (vgl. în behaben )
3 ‘beinhalten’
   1 ‘innehaben, besitzen, verwalten’ (vgl. inne haben ): ditz geschach in dem lant / Galilea daz innehîlt / kunic Herodes JvFrst 6707; swaz in der soldan [Sultan] wil geben, / daz heiz si innen halden Ottok 53545; die di stat ze Brethein von dem vorgeschriben graven Otten ze lehen enphangen hant, [sollen] einen under in kiezen unde den sezzen zu einem amitman, unde sol der die stat innehaltden StRBretten 739; UrkFreiberg 1:50,25 (a. 1317)    2 ‘einbehalten’ (vgl. în behaben ): swer des vnder in niht tete. vnd den zol mit geverde vber naht inne hilt RbHohenlohe 32    3 ‘beinhalten’ aber die andern ding sieht er niht in in selber, sunder in im selber, nach dem unde sin wesung inneheltet [ continet ] aller andern dinge glichnüsse von ime ThvASu 248,17

MWB 2 1914,11; Bearbeiterin: Baumgarte