i – ie|besunder (?) ieclich – iemerkæse iemerkuo – iersch iertes – iewëdersît iewelich – ihten (?) ihtesiht – îlunge im – in in – în bezûnen în biegen – în brëhen în brîden – inder(t) in dës – inelende în enthalten (?) – ingebër în gebërn – ingesigelde ingesinde – in guot în gürten – în houwen inhûs – în lâʒen înlâʒunge – în lûchen în luogen – inne halten în luogen swV. în machen swV. inman stM. inmanc Adv. în mengen swV. înmenschunge stF. în mëʒʒen stV. în mischen swV. înmischunge stF. inmitten Adv. innân Adv. inne Adv., Präp. inne stF. inne behaben swV. inne behalten stV. inne belîben stV. innebelîbunge stF. inne beslieʒen stV. inne bringen V. innedës Konj. inne dinsen stV. innehabære stM. inne haben swV. innehalt stM. inne halten stV. în neigen (?) – innergewant innerhalbe – inniclich innigen – în rüefen în rüeren – inschrift în sëgenen – în slahen însleich – în springen în spruʒʒen (?) – interpretieren intestîn – în twingen în ünden – în vleischen învleischunge – înwander inwaner – în wischen în wîsen – ipocrisis ipocrite – irhalp irhære – irregunge irrehaft – Ir|rîche irricheit – îsenbû îsendach – îsenkaste îsenkëc – îsensacroc (?) îsenschûfel – îserîn îserkleit – isôpe isôpensaf – îtelhant îtelinc – itwinde iu – îwînboum
|
în luogen
swV.
‘hineinschauen’
er [...] vant von âventiure / obene an der fossiure / ein tougenlîchez vensterlîn; / dâ luogeter mit vorhten în Tr
17436;
Parz
574,1;
disem selben liehte niht engenüeget an dem einvaltigen stillestânden götlîchen wesene, [...]; ez wil in den einvaltigen grunt, in die stillen wüeste, dâ nie underscheit îngeluogete weder vater noch sun noch heiliger geist Eckh
2:420,9.
– subst.:
ez ist ein daz heizit in deme latine ‘relacio’ und zu dude ein ‘ingeginkeit’ oder ein ‘inlugin’ Parad
102,5
MWB 2 1909,12; Bearbeiterin: Baumgarte
în machen
swV.
1
‘jmdn./etw. einhüllen, verhüllen, verbergen’
2 etw. beim Gerben ‘(in die Lohe) einlegen’
1
‘jmdn./etw. einhüllen, verhüllen, verbergen’
diu kleinât si heten dâ / in gemachet schône: / die heiligen krône / in ein liderîn taschen / gelîch einer flaschen, / [...] / daz zepter und daz swert / diu barc man listiclich / in ein vaz, daz was gelîch / einem kocher zeinem bogen Ottok
87042;
die stain [den weißen und den bunten Nosech] schol man paid mit ainander einmachen und besliezen BdN
453,30.
– hierher ? (so Glr.z.St.):
Joseph [von Arimathäa] het sich wol berait / mit schoͤnen lilachen; / dar in hiez er in machen GvJudenb
2164.
– Part.-Adj.:
daz ich der globede [
in kuscher wis zu lebene
] sicherheit / verjach von herzen luterkeit / mit in gemahter minne Elis
5459
2
etw. beim Gerben ‘(in die Lohe) einlegen’
[die Gerber] ensvlnt kein kurdewan [spez. Leder aus Cordoba] , das gegerwet ist, anderwarbe in machen UrkCorp (WMU)
N159,28
MWB 2 1909,23; Bearbeiterin: Baumgarte
inman
stM.
Pl. inliute.
‘Einwohner’
1 einer Stadt/ eines Dorfes 1.1 im Ggs. zu
ûʒman
1.2 im Ggs. zu
burgære
2 eines Hauses ‘jmd., der bei jmdm. zur Miete wohnt’
3 übertr. des Himmels
1
einer Stadt/ eines Dorfes
1.1
im Ggs. zu
ûʒman
:
wer mit anderen [als den ortsüblichen Münzen] koufit oder verkoufit, ist he ein inman, he verbuzet sechzic schillinge. ist aber he ein uzman, he verbuzit nicht, gibet he si nach iren werde StRFreiberg
75,16;
daz wir furbas nimmermer dheinen ynman ze purgermaister hie ze Regenspurch nemen schuln [vgl. ebd. nieman der von unserer stat geporen sei, oder dez hausfrawe von unserer stat geporen sei
]
StRRegensb
116
1.2
im Ggs. zu
burgære
:
ist daz er [der Verstorbene] in der stat gesezzen ist gewesen, er sei ein inman oder ein purger StRWienerNeust
10;
daz si [die Leobener] ze Prukk weder mautten noch zollen schullen, weder purger noch inlevt UrkSteiermSt
3,40
(a. 1343)
2
eines Hauses ‘jmd., der bei jmdm. zur Miete wohnt’
hat ein wirt einen inman oder ein hoffrawen ein seiner herberg umb einen gedingten zins StRMünch
332,12.
188,16;
wenn ein man inläut vessent [unterbringt, aufnimmt] umb zins in sein haus, und lübt [verspricht] in gemach dar inne ze schaffen StRWien
43
3
übertr. des Himmels:
do wirt [l. wir
] geuragten got von dem inmanne sins gezeltes [
cum ergo interrogassemus Dominum, fratres, de habitatore tabernaculi eius Prolog 39
] · do horten wir bruͦder daz gebot zewonen· vnd ist daz wir eruollen des inmannes ampte· so werden wir geerben des himelriches BrAsb
Prolog
MWB 2 1909,41; Bearbeiterin: Baumgarte
inmanc
Adv.
md., nd. (vgl. DWB 6,1539 s.v. mang; s.a. manc Präp.).
‘zwischen, unter’ (nur in Verbindung mit dâr oder hie):
dô wart vroude grôz gehôrt / von der cristinlîchin schar, / dar sich doch vil manic zâr [Träne] / mischte in der zît inmanc NvJer
6597;
[das Heer lauerte] in vorholnir lâge / vil nâ drîzên tage / einim walde dâ inmanc, / den man nante Vogilsanc ebd.
14407;
dî lant, dî vestin dâ inmanc, / vorlorn wurdin in dem zil ebd.
21859.
9734.
14381
MWB 2 1910,6; Bearbeiter: Hansen
în mengen
swV.
‘etw. hineinmengen’ (nur part.):
swarz unde sprickellehte / was im [dem Drachen] der zagel und daz vel, / dâ vlecken rôt, grüen unde gel / stuonden în gemenget KvWTroj
9819
MWB 2 1910,16; Bearbeiter: Hansen
înmenschunge
stF.
‘Menschwerdung’
by dem mittilstin teyle des tempils [...] vornymmit man dy inmenschunge gotis sonis Cranc
Uzl 260,7
MWB 2 1910,20; Bearbeiter: Hansen
în mëʒʒen
stV.
‘einem selbst zumessen’, im Ggs. zu ûʒ meʒʒen i.S.v. ‘anderen zumessen’ (vgl. mnd. inmeten Schiller/ Lübben 2,370).
1 allg. (hier subst.) 2 mit Dat.d.P., hier bildl. i.S.v. ‘vergelten’
1
allg. (hier subst.):
mit denselben mozen, do her mite yngemessen nymt, do sol her auch mite owsmessen UrkSchles
8,126
(14. Jh.)
2
mit Dat.d.P., hier bildl. i.S.v. ‘vergelten’
der git, dem wirt gegeben, und der vergit, dem wirt oͮch vergeben. wie du usmissest, also wirt dir wider ingemessen Tauler
223,15;
der munt der worheit der sprach alhie: ‘mit derselben mosse mit der ir usmessent, mit der sol man úch wider in messen in aller wise.’ [vgl. in qua mensura mensi fueritis, remetietur vobis Mt 7,2]
ebd.
147,30
MWB 2 1910,23; Bearbeiter: Hansen
în mischen
swV.
‘etw. hineinmischen’
der si [Heilmittel] siudet mit starchem wîne vnde alsô trinchet, vnde mischet aloe unde salz in, iz hilfet
2DWB
7:856,5
MWB 2 1910,37; Bearbeiter: Hansen
înmischunge
stF.
‘Hineinmischen’
di stat [wie Teig] hat ein weninc geruet von inmischunge des deysimis [Sauerteigs] biz so lange, daz iz zumale gesurit wurde Cranc
Os 7,4
MWB 2 1910,41; Bearbeiterin: Baumgarte
inmitten
Adv.
→
enmitten
MWB 2 1910,45;
innân
Adv.
→
innen
, →
innenân
MWB 2 1910,46;
inne
Adv., Präp.
vgl.
innen
.
1 Adv. 1.1 lokal ‘innen, im Inneren’
1.1.1 selten alleinstehend 1.1.2 meist in Verbindung mit anderen Adv. 1.2 vereinzelt ( Lanc ) direktional in der Funktion von în
‘herein’ (s.a. 2.3 und
în dinsen
) 2 Präp. 2.1 lokal 2.1.1 mit Dat. ‘in, innerhalb’
2.1.2 mit Gen. ‘innerhalb’
2.2 direktional in der Funktion von în zur Angabe eines Ziels;
1
Adv.
1.1
lokal ‘innen, im Inneren’
1.1.1
selten alleinstehend:
wer roufet mich dâ nie kein hâr / gewuohs, inne an mîner hant? Parz
1,27;
dar nâh sol er siben tage süezez ezen niezen, unz im der lîp inne geheile Barth
152,25;
si prunnen warlichen inne / nach der gotes suͦze Rol
3424.
6443;
vnde [
Pentesilea
] vur mit einer grozzen kraft, / mit eime micheln wibes here, / zv hulfe vnde zv gewere / den zv Troyge inne Herb
14403.
13307;
die verborgen inne liebe stunde müezen tragen KvWLd
30,2;
swer âne allerleie gedenke, allerleie lîphafticheit und bilde inne bekennet, daz kein ûzerlich sehen îngetragen enhât Eckh
5: 60,20.
– im Superlativ:
[
die grosse minne
] blibet an ir selben allerinnest Mechth
4: 16,5
1.1.2
meist in Verbindung mit anderen Adv.:
– i.d.R. dâ(r) oder dare ( →
darinne
)
–
dort:
wir han sie dort inne / sere benotet / vnde irn houbet man ertotet Herb
11498;
Parz
423,6.
–
hie:
hie verwar sich Tristan inne: / er gerte verrer minne / und leit durch die grôz ungemac Tr
19375;
waz hilfet iuwer metti gân und iuwer venjen suochen, / daz ir des armen pilgerîns / hie inne niht went ruochen? KLD: GvN
40: 2,4;
hie wart Achilles inne erslagen Herb
15824
–
hier:
helet ir iuch hier inne; / wan wirt man iuwer inne, / sô habe wir strît an der hant Tr
8707
u.ö.;
Eckh
5: 283,11
u.ö.
–
(en)mitten, auch in Verbindung mit dâ(r)/ da(r) ... inne:
ein bette in mitten inne was Tr
16716.
16977;
Konr
24,16;
enmitten dar inne hienc / ein mückennetze sîdîn Wig
10359.
10481;
mit guten siten; / vnde da mitten inne / list vnde sinne Herb
3133.
–
oben:
zer fossiure oben inne / dâ wâren cleiniu vensterlîn / durch daz lieht gehouwen în Tr
16724.
–
swâ:
des mennisken herzen. suâ gotes gebot unte guͦtiu werch inne brinnent JPhys
8,35.
–
ûf:
ich meine aber in dem dône / dâ her von Zythêrône, / dâ diu gotinne Minne / gebiutet ûf und inne Tr
4810.
–
under:
ih [...] sterke minen funt / mit dem eristen sinne, / der under vnde inne / so gewrzelet ist Pilatus
1,22.
– oft ûʒe:
der schilt ist als ich sagen sol / ûz und inne harte rîch UvZLanz
6297;
Tr
17742;
der valsch ist ûz und inne SM: UvS
28: 1,12;
Parz
231,4;
RvEWh
6593;
KvWKlage
12,8.
–
ûʒen :
do der sal gewort was / mit gezirde vnde mit gezinne / vzzen vnd inne Herb
1824
1.2
vereinzelt ( Lanc ) direktional in der Funktion von în
‘herein’ (s.a. 2.3 und
în dinsen
):
da ritten die von der porten uß und inne zu allen zyten als sie guͦt ducht Lanc
467,7
2
Präp.
2.1
lokal
2.1.1
mit Dat. ‘in, innerhalb’
von disem gvͦt allim sampte sol der spital gên [geben] den barfvͦssen ein lieht, daz bruͥnne jnne jrme chore dag vnde naht UrkCorp (WMU)
827,29.
–
neilekin [Gewürznelken] genutzet sterket lebern unde magen unde helfent gar den innem libe. si douͤwet wol gessin unde stillet den buch Macer
83,2
2.1.2
mit Gen. ‘innerhalb’
vnd swaz vordrvnge die zwelven inwendig dien nechsten vierzehen tagen [...] nicht wrde vurgeleit, dar vmbe sint si nicht gebvnden ze sprechenne, old er wer denne inna landes nicht UrkCorp (WMU)
2158A,11
2.2
direktional in der Funktion von în zur Angabe eines Ziels;
mit Akk.:
er wiset iuch inne den sal. / der sorge unt al des iu hi ze laide gescah HimmlJer
461;
die sulen sich antwrten in die stat ze Mindelhein oder inne ein ander dez kuniges stat ze rehter giselschefte UrkCorp (WMU)
1089,45
MWB 2 1910,47; Bearbeiterin: Baumgarte
inne
stF.
1
‘das Innere’ hier übertr. 2
‘Innigkeit, tiefe Empfindung’
1
‘das Innere’ hier übertr. :
Judith buoch [...] lernete diu edel meit / Marîa bî der kintheit / und behielt si in der inne / ir reines herzen sinne WvRh
1205.
1881
2
‘Innigkeit, tiefe Empfindung’
daz sî [...] / nâch iclîchir tagezît / soldin ân vorbrechin / ûf iren knîen sprechin / daz gebet mit inne NvJer
23302;
brûdir Engilke [...] ein man von reinir inne ebd.
14075
MWB 2 1911,51; Bearbeiterin: Baumgarte
inne behaben
swV.
→
în behaben
MWB 2 1911,59;
inne behalten
stV.
→
în behalten
MWB 2 1911,60;
inne belîben
stV.
auch in-.
‘innen, im Inneren bleiben’
daz andere daz sint inblibinde werc des forstentnisses und des willin, wan di blibint inne Parad
67,23.
– subst.:
heint ein innebliben oder aber ein emziges inkeren wider in úch selben Seuse
431,16.
235,10;
nû enmac kein ûzganc niemer sô edel werden, daz inneblîben ensî vil edeler in im selber Eckh
5: 405,11.
– meist als Part.-Adj.:
– attr.:
waz begin hait in gode, daz muz sin mit eime inblibindin werke, daz ist mit deme werke des forstentnisses und des willin Parad
67,20.
67,11;
so muͦss in der gerivierten drivaltekait sin dú aller obrest und nehst mitwesentheit, dú hoͤhste glihheit und selbsheit des wesens, daz die personen hein in inneblibender usgossenheit nah ungeteilter substancie, ungeteilter almehtikeit der drier personen in der gotheit Seuse
180,2.
344,27
u.ö.;
mêr daz inblîbende guot, daz ir [der Seele] êwiclich entplîben [fernbleiben] sol alsô daz sî iz niht durchgründet, daz ist der vorspilende abgrunt ZweiWege
248;
ThvASu
130,19.
– präd.:
gotes sælicheit liget an der înwertwürkunge der vernünfticheit, dâ daz wort inneblîbende ist Eckh
1:158,5;
der vater in mir inneblîbende und wonende würket diu werk ebd.
5: 9,19.
5: 46,8
u.ö.
MWB 2 1911,61; Bearbeiterin: Baumgarte
innebelîbunge
stF.
auch inbelîbunge.
‘das Verbleiben im Inneren’
dâ von wont der vater in der sêle, dâ er die sêle drücket an sîn herze, unde dâ enpfêhet si den sun in sich in der îndrückunge des vater nâch sîner persônlîcher ûzgenclichkeit unde wirt erkennende sîn inblîbunge mit dem vater in dem wesen Eckh (Pf)
215,25.
673,9;
dâ si [die Seele] ist in gote, [...], dâ ez ist, dâ si die persônen nimet in der inneblîbunge des wesens, dâ sie [die Personen der Dreifaltigkeit] nie ûzkamen Eckh
3:133,2
MWB 2 1912,22; Bearbeiterin: Baumgarte
inne beslieʒen
stV.
→
în beslieʒen
MWB 2 1912,33;
inne bringen, innen bringen
V.
‘jmdn. etw./jmdn. wahrnehmen (erkennen oder spüren) lassen’ (mit Akk.d.P. und Gen.d.S./P. oder einem Satz zur Angabe des Wahrgenommenen
1 mit Akk.d.P. (oder Nom. in Passivkonstr.) und Gen. 1.1 Gen.d.S. 1.2 Gen.d.P. 1.3 mit dës , mit korrelierendem daʒ -Satz 2 mit Akk.d.P. und Angabe des Wahrgenommenen in einem Satz 2.1 in einem abh. Satz 2.2 bei absolutem Gebrauch in Vergleichssätzen
1
mit Akk.d.P. (oder Nom. in Passivkonstr.) und Gen.
1.1
Gen.d.S.:
mîn küneginne, / bring mich inne / trôstes SM: Had
10: 2,13;
der winter bringit uns innen / grôzzer trûrikeit ebd.
30: 1,4;
ganzer triwen und friundes muͦtes / braht er in selten innen StrKD
149,55;
im was diu rede an im vil zorn, / doch brâhte ers in niht innen: / er zurnde in sînen sinnen RvEBarl
609;
der arzt [...] het mit grôzer gunterveit / ein glisteri bereit, / dâ was der tôt inne. / des brâht er wol inne / den kunic, wand er dâvon starp Ottok
218.
– mit Gen.d.S. und präp. Erg. oder Pron.-Adv.:
als her uns warer minnen / dar an bracht hat innen HeslApk
3088;
nimmer wært irs innen brâht / von mir, waz hie mæres ist Parz
559,28
1.2
Gen.d.P.:
daz er sîn niemen innen brâhte [dass er niemanden auf sich aufmerksam machte]
LvRegFr
2083
1.3
mit dës, mit korrelierendem daʒ-Satz:
er enphie sie mit minnen / und brâhte sie des wol innen, / daz er sie gerne gesach Eracl
1876;
Parz
756,14;
ich hân si des wol innen brâht, / daz noch dâ regienge rîterschaft Wh
178,26;
Ottok
3754
2
mit Akk.d.P. und Angabe des Wahrgenommenen in einem Satz
2.1
in einem abh. Satz:
ih wil in bringen inne, / daz ih sîne minne / niemer ne gesûche SAlex
4206;
ich wil sî mit dienste bringen inne / daz ich sî baz dan mich selben minne KLD: UvL
38: 7,1;
swen minne / bringet inne, / wie si twingen mag SM: Had
48: 2,2.
– phras. als Drohung oder Kampfansage, etwa "Dich will ich lehren" o.ä.:
wiltu [das ständig ausweichende Bett, das es zu bezwingen gilt] wenken sus vor mir? / ich sol dich innen bringen, / ob ich dich mege erspringen Parz
567,9
2.2
bei absolutem Gebrauch in Vergleichssätzen:
vil kuninclîche / stifte man di wirtscaf, / als uns daz bûch hât innen brâht SAlex
4019;
anders hat er gedaht / denner ivh habe inne braht [er hatte etwas anderes im Sinn, als er euch weismachen wollte]
Wernh
D 4670
MWB 2 1912,34; Bearbeiterin: Baumgarte
innedës
Konj.
→
innen
2.1.3.2
MWB 2 1913,13;
inne dinsen
stV.
→
în dinsen
MWB 2 1913,14;
innehabære
stM.
‘Vormund’
vnd ob der nächste freunt [eines Erschlagenen] ein wais ist, vnd ist, daz der, dem der wais entpholhen ist vnd jnn haber, mag frid schaffen von des tods schlags wegen StatTrient
161
MWB 2 1913,15; Bearbeiterin: Baumgarte
inne haben, innen haben
swV.
auch in- (
WhvÖst
12684.
18593
), auch -hân (z.B.
Ottok
39687;
Lanc
64,20
).
1
‘über jmdn./etw. Macht haben, jmdn./etw. in seiner Obhut haben’
1.1 von Gütern, Lehen und Pfandbesitz (weitere Belege vgl. WMU 2,931f. und DRW 6,242-249) ‘innehaben, besitzen, verwalten’
1.2 von Personen ‘in Obhut/ Gewahrsam haben, beaufsichtigen’
1.2.1 von Unmündigen (vgl.
innehabære
) 1.2.2 von Gefangenen 2
‘in sich tragen’
1
‘über jmdn./etw. Macht haben, jmdn./etw. in seiner Obhut haben’
1.1
von Gütern, Lehen und Pfandbesitz (weitere Belege vgl. WMU 2,931f. und DRW 6,242-249) ‘innehaben, besitzen, verwalten’
also daz die vorgenanten burchgrafen [...] die selben doͤrffern, hofe, muͤl, gut und geriht, [...], die der vorgenant von Sluͤzzelberg von dem reyche ze satzunge untz her inne gehabt hat, [...], innenhaben und niezzen, besetzzen und entsetzzen sullen MGHConst
8:346,39
(a. 1347);
UrkPölt
419
(a. 1349);
StRWien
21;
scholt er inn haben, der lehen einz ze Chirhaim UrkNAltaich
1,261
(a. 1290);
ein iklich man, der ein hus gemitet hat uf einen tac unde wirt darinne ist, daz he die vir wende inne hat StRFreiberg
30,15;
daz si div vorgenande guͦt fuͤr div shezzich phunt inne sol haben zi phande fuͤnf iar noch mime tode mit nvtz vnd mit gewer UrkCorp (WMU)
3394,12;
UrkLandsh
123
(a. 1311);
ez ist auch berett, daz derselbe, der die koͤrbe innehat, fuͤrdern sol voͤr allen luͤten die munzzer mit koln WüP
72,25.
– übergehend zu ‘besetzt halten’
er het in daz lant / mit wurmen ungehiuren, / die mit grozen viuren / huͦten im der strazzen WhvÖst
12684;
vil schiere si erfunden, / daz diu kunigin Margret / Heinburc inne het Ottok
1286.
– subst., übertr.:
du solt [...] ir gewaltig sin zuͦ aller zit: [...] dine hende noch dine fuͤsse [...]
[nicht anders verwenden] , denne in grosseme getwange und in innehande [unter Kontrolle]
Tauler
427,6
1.2
von Personen ‘in Obhut/ Gewahrsam haben, beaufsichtigen’
1.2.1
von Unmündigen (vgl.
innehabære
):
von Walsê her Eberhart, / dem wart enpholhen er, / daz er mit phlege und mit lêr / in solde haben in Ottok
75209;
als wir die kint inne han, habent ir dann uff uns icht zu sprechen, macht uns tag, wir wollen gern dar komen und antwurten uch als wir zu recht thun sollent Lanc
64,20
1.2.2
von Gefangenen:
vmbe vierzig march silbers [...] fúr die gevangenen, die Johanz der Kelner inne hât UrkCorp (WMU)
2671,5;
swaz Unger, Valb und heiden / gevangener liute heten innen Ottok
44181
2
‘in sich tragen’
aber von disen ordenungen die erste dü hat inne [
continet
] die andern ordenungen unde ist vorgande der andern ordenunge ThvASu
170,6;
wan sin [Gottes] wesen innehat [
continet
] alle volkomenheit ebd.
310,19;
vil anders edels sinnes hât daz wort inne Eckh
5: 50,21;
dar umb so hein die aller frúmsten gotesfrúnd daz inne, daz sú sich gern ze grund liessin Seuse
161,32
MWB 2 1913,20; Bearbeiterin: Baumgarte
innehalt
stM.
hier inhalt.
‘Inhalt’ (vgl.
inne halten
3):
von dem brieffe wollent ir horen, / so mogent ir den inhalt also horen Pilgerf
5133
MWB 2 1914,8; Bearbeiterin: Baumgarte
inne halten, innen halten
stV.
1
‘innehaben, besitzen, verwalten’ (vgl.
inne haben
) 2
‘einbehalten’ (vgl.
în behaben
) 3
‘beinhalten’
1
‘innehaben, besitzen, verwalten’ (vgl.
inne haben
):
ditz geschach in dem lant / Galilea daz innehîlt / kunic Herodes JvFrst
6707;
swaz in der soldan [Sultan] wil geben, / daz heiz si innen halden Ottok
53545;
die di stat ze Brethein von dem vorgeschriben graven Otten ze lehen enphangen hant, [sollen] einen under in kiezen unde den sezzen zu einem amitman, unde sol der die stat innehaltden StRBretten
739;
UrkFreiberg
1:50,25
(a. 1317)
2
‘einbehalten’ (vgl.
în behaben
):
swer des vnder in niht tete. vnd den zol mit geverde vber naht inne hilt RbHohenlohe
32
3
‘beinhalten’
aber die andern ding sieht er niht in in selber, sunder in im selber, nach dem unde sin wesung inneheltet [
continet
] aller andern dinge glichnüsse von ime ThvASu
248,17
MWB 2 1914,11; Bearbeiterin: Baumgarte |