i – ie|besunder (?) ieclich – iemerkæse iemerkuo – iersch iertes – iewëdersît iewelich – ihten (?) ihtesiht – îlunge im – in in – în bezûnen în biegen – în brëhen în brîden – inder(t) in dës – inelende în enthalten (?) – ingebër în gebërn – ingesigelde ingesinde – in guot în gürten – în houwen inhûs – în lâʒen înlâʒunge – în lûchen în luogen – inne halten în neigen (?) – innergewant innerhalbe – inniclich innigen – în rüefen în rüeren – inschrift în sëgenen – în slahen în sëgenen swV. însëgenunge stF. în sëhen stV. insele swstF. însendære stM. în senden swV. însendunge stF. în senken swV. în setzen swV. însetzunge stF. insiam (?) Subst. insidel (?) M. în sieden stV. insigelære stM. insigeldruc stM. insigele stN. insigelen swV. insigelgraben stV. în sîgen stV. in sîn V. în sinken stV. în sitzen stV. înslac stM. în slâfen (?) stV. în slahen stV. însleich – în springen în spruʒʒen (?) – interpretieren intestîn – în twingen în ünden – în vleischen învleischunge – înwander inwaner – în wischen în wîsen – ipocrisis ipocrite – irhalp irhære – irregunge irrehaft – Ir|rîche irricheit – îsenbû îsendach – îsenkaste îsenkëc – îsensacroc (?) îsenschûfel – îserîn îserkleit – isôpe isôpensaf – îtelhant îtelinc – itwinde iu – îwînboum
|
în sëgenen
swV.
jmdn. durch Weihe in ein Kloster, eine christliche Gemeinschaft aufnehmen:
do man ein kint datze dem selben closter in segent AdelhLangm
5,28.
5,29.
– Part.-Adj.:
als wann [...] gaistleich hochzeit geschehen mit priesteren oder mit ingesegneten lauten die gaistleich sind RechtssB
F16,6;
wer ain geistleiche eingesegnete junckfrawen zu der e nem ebd.
E37,21
MWB 2 1935,41; Bearbeiter: Hansen
însëgenunge
stF.
‘Einsegnung, Weihe’
fraͤwd die ze der zeit redleich sind, die sind also, wenn ein prautluft [Hochzeit] getan wirt, oder daz geistleich hochzeit geschehent mit priestern, oder mit einsegnung geistleicher laͤut RechtssA
F16,6
MWB 2 1935,49; Bearbeiter: Hansen
în sëhen
stV.
‘Einblick nehmen, (in einen Raum) hineinsehen’
zeinem loche sie in sach / wâ Dîdô tôt lach / verbrunnen in der glût En
2457;
dô wart von der frouwen / zem venster oben în gesehen Parz
574,11.
– subst. in myst. Texten bildl. ‘Einblick, Erkennen’
der mensche, der sich selber bekennen wil, der sol alle wege ein însehen haben in sich selber Katrei (Pf)
459,28;
got der vater hât ein volkomen însehen in sich selber und ein abgründic durchkennen sîn selbes mit im selber Eckh
4:351,10;
du solt ein getruwelich flissig warnemen haben din selbes und ein anesehen und insehen in aller manigvaltikeit Tauler
120,6.
120,8;
Parad
120,20
MWB 2 1935,54; Bearbeiter: Hansen
insele
swstF.
auch isele, isel (mit ungeklärter Quantität des Anlauts, vgl. ahd. isila AWB 4,1743).
‘Insel’
Thîle ist ein einlant, / ein breit insele in dem mer UvZLanz
7995;
an dem vrumorgen / sahen sie wol offenbar, / wi sie der wint hete aldar / vur ein insele getriben Pass I/II (HSW)
36259;
Domicius habet in versant / [...] in eine iselen, diu heizet Patmos HimmlJer
25;
got het michel wunder in den jnsulen verborgen Lucid
36,7;
manic lant und isil wit RvEWchr
1407;
die isel [interl. zu insule
]
PsM
96,1;
UrkCorp (WMU)
145B,42.
– bildl.:
dú insil [die beschriebene Tafel] mit dem namen [dem Tetragrammaton] vloz / ze tal RvEWchr
10631;
ich han [...] lang dar uff gestudelt [mich darauf verlassen] / daz minez hertzen inseln / vor leide wurden winseln Minneb
2353.
– in der geogr. Term. zur Bez. von bewohnten Gebieten außerhalb der Ökumene:
was aber daruͤber leut wonent, die wonung haizzen die maister inseln KvMSph
51,21.
55,6;
Sphera
91,31
MWB 2 1936,4; Bearbeiter: Hansen
însendære
stM.
‘jmd., der (jmdm.) etw. (Gen.) sendet’ (vgl.
în senden
2):
du süezer reiner unde guot, / grôzer milde guot gemuot, / starker und gewære, / ein voller însendære / dîner gnâden güete / menschlîchem gemüete UvEtzAlex
Anh. 12
MWB 2 1936,24; Bearbeiter: Hansen
în senden
swV.
1
‘jmdn. (in eine Stadt, ins Exil o.ä.) (hinein)schicken’
2
‘(jmdm.) etw. senden, eingeben’ (meist bildl. im geistig-seelischen Bereich)
1
‘jmdn. (in eine Stadt, ins Exil o.ä.) (hinein)schicken’
der Prâbant balde wart wider în gesendet Loheng
3746;
die [
sicherheit
] enphienger unde sande in în [in die Stadt]
Parz
38,13.
209,17;
er [Ovid] klagt di langen zeit seines ellendes, do in di roͤmer heten eingesant [Hss. ein heten gesant
]
KvMSph
35,2.
– spez. ‘ins Einlager schicken’
geschæch des niht ein ahte tagen [...], so sol der hertzog Lodwich sinen svn hern Rvdolfen in senden datz Dachawe [...], nimmer danne ze chomen, vntz ez geschehe UrkCorp (WMU)
1694,5
2
‘(jmdm.) etw. senden, eingeben’ (meist bildl. im geistig-seelischen Bereich):
zuhant / wart von gote im îngesant, / daz er machte ungespart / zu dem pâbste sîne vart NvJer
9466;
sú [die senftmuͤtige miltekeit
] benimmet ime [dem Menschen] alle ungeordente trurikeit und bandikeit, die ime die vorhte moͤhte insenden Tauler
106,24.
256,30;
PsWindb
39,4.
– Part.-Adj.:
sider do die cristenheit / von dem ingesanten geiste / gesterket wart HeslApk
10307.
– wohl auch von Konkreta (hierher?):
niemant insendet [
mittit Lc 5,37] niven win in alt pütrich EvAug
139,17
vgl. auch
ebd.
247,13
MWB 2 1936,29; Bearbeiter: Hansen
însendunge
stF.
‘Einbringen, Ernte’
dy in sendunge daz ist daz ende dirre werlde [
messis vero consummatio saeculi est, Mt 13,39]
EvBerl
127,14
MWB 2 1936,52; Bearbeiter: Hansen
în senken
swV.
‘etw. versenken, einsenken, eintauchen’
sa sollen wir [...] / von deme stocke [Weinstock] en neben / in senken [in die Erde] auch die reben PrHess
18,148;
ingesenchet den wazzern in druchende [Hs. drunchende; interl. zu dimersa limphis inprimens
]
PsM
H 23,2.
– in myst. Texten bildl. ein (geistiges) Versenken, Vereinen (häufig refl.; vgl. Egerding, Metaphorik 2,489):
des sol der geschaffene geist sich vereinen und uf richten und sich in senken in den ungeschaffenen geist gotz Tauler
262,31;
du solt dinen wandelberen willen insencken in den goͤtlichen willen, der unbewegenlich ist ebd.
11,22.
28,9
u.ö.;
waz mag groͤssers wunders sin, denn dú bloͤssú einikeit, in die sich der personen driheit in senket nah einvaltekeit Seuse
186,3
MWB 2 1936,55; Bearbeiter: Hansen
în setzen
swV.
1
‘etw. oder jmdn. (in etw.) hineinsetzen’
1.1 mit sachl. Obj. ‘etw. in etw. hineinsetzen, hineinlegen, einfügen’
1.2 mit persönl. Obj. 1.2.1
‘jmdn. einsetzen; in etw. aufnehmen’
1.2.2 mit Refl.-Pron. ‘sich in etw. hineinsetzen, hineinbegeben’ (hier bildl.) 1.2.3 übertr. ‘jmdn. zur Vernunft bringen’ (als antonyme Bildung zu
entsetzen
4 ?) 2
‘jmdn. mit Rechten ausstatten, ernennen, in ein Amt bringen, einsetzen’
3
‘etw. festsetzen, bestimmen’
4
‘(jmdm.) etw. verpfänden, etw. einsetzen’
1
‘etw. oder jmdn. (in etw.) hineinsetzen’
1.1
mit sachl. Obj. ‘etw. in etw. hineinsetzen, hineinlegen, einfügen’
ich sazte iezuo diz stuckelîn / ze dirre veigen scharten în: / ôwê, dô sach ich, daz ez schein / einbærelîche und rehte als ein Tr
10187;
von den sînen gienc er dô, / [...], / an sîn heinlîch gemach / in sîne sunder slâfstat. / dâ was ein bilde in gesat [eingearbeitet] , / nâch gote in kriuzewîs gesniten RvEBarl
13918.
– bildl. in scholastischen Texten i.S.v. ‘etw. hineinlegen’
in der substancien so heiltet sich die getat materilichen zuo der ordenunge, die da ingesetzet wirt von der oberresten mach [
qui imponitur a superiori potentia
]
ThvASu
146,1;
ein ieklichü forme, die ingesetzet [
indita
] ist von gotte den geschaffenen dingen ebd.
192,2;
noch denne so sezet ez in dekein notdurft [
nec tamen imponit necessitatem
]
ebd.
286,14.
310,22
1.2
mit persönl. Obj.
1.2.1
‘jmdn. einsetzen; in etw. aufnehmen’
uf daz irkant / wirt den luten [...], daz der hohe got / alle riche ane spot / habe in den handen sin, / da bi muge uz und in / setzen, werfen, wen er wil Daniel
3631;
etlichú [Bienen bei ihrem Jungfernflug] missfliegent und werdent verlorn, aber etlichú werdent ordenlich wider in gesezzet Seuse
159,21;
jst bit rethe, so salt de sun dovgin [erdulden] , ist unret, so sal dir vadir den sun widir insetzin [
si vero iniuste, pater eum in castrum Saffinberch reponet
]
UrkCorp (WMU)
21A,21
1.2.2
mit Refl.-Pron. ‘sich in etw. hineinsetzen, hineinbegeben’ (hier bildl.):
daz ungemach, dî nôt, dî vâr [Gefahr] , / dâ sich zu pflege satztin în / der meistir und dî brûdre sîn, / ûf daz durch sî gemêrte sich / der geloube cristinlîch NvJer
4999
1.2.3
übertr. ‘jmdn. zur Vernunft bringen’ (als antonyme Bildung zu
entsetzen
4 ?):
in der selben klag entspringet ein nagendú [nachfolgende] gelassenheit, dú den menschen geswind wider in sezzet Seuse
162,6
2
‘jmdn. mit Rechten ausstatten, ernennen, in ein Amt bringen, einsetzen’
so der meister ingesât ist, so sulent si verkouffen broͮt in deme coͮffe vnd in der guͤtte nach der gewônheit zvͦ Houelden UrkCorp (WMU)
1653,12.
– spez. jmdn. als Lehensträger einsetzen, in Besitz einweisen (vgl. WMU 2,727 s.v. îngesetzen):
jch vegiche auch, daz mir di bvͤrgen [...] nihtes haft noch schuldich sint, biz ich den selben minen herren [...] in gisetze vnd giwer, als lehens reht ist in dem lande UrkCorp (WMU)
1214,20;
svenne ich minen herren [...] vnd die man, den ich ez han gilichen, in gisetze in daz gut vnd in giwer [...], so sol man mich wern driv hundert phunde Hallær ebd.
1215,47.
– wohl hierher i.S.v. ‘jmdm. die ihm zustehenden Rechte, Freiheiten gewähren’ (vgl. 2DWB 7,1014):
dâ ûz gerunnen was sîn [Christi] bluͦt, / dâ wolte er uns în sezze / unde uns gâr irgezze, / swaz uns leides ie geschach Kröllwitz
2276
3
‘etw. festsetzen, bestimmen’
wie div regel si geben von den pischon vnd waz er des ersten in setzet [Überschrift]
SpitEich
2,1
4
‘(jmdm.) etw. verpfänden, etw. einsetzen’
jch [...] verspriche vnd verzihe mich an disem briue v̍mbe die fu̍nfzig phunt heller gu̍lte, die mir von mins sweher vnd von minre swiger wegen fu̍r min zu̍gelt wurden in gesetzet UrkWürzb
45,139
(a. 1340);
dit sint die phant: [...] Echartsberge hus unde stat, [...] unde alle daz gut [...] daz da zu gehoret, ane daz geleite, daz zu Duringen zugehoret, daz insetze wie nicht UrkMerseb
453
(a. 1292);
eingesetzet und geantwortet DRW
2,1457
(AppenzUB; a. 1343)
u.ö.
MWB 2 1937,7; Bearbeiter: Hansen
însetzunge
stF.
‘Hineinsetzung, Einswerdung’(vgl.
în setzen
1 und 2):
daz ist nit ze verstenne nach einer insetzunge sin selbs in got, [...], es ist ze nemenne nach entsetzunge sin selbs Seuse
350,18
MWB 2 1938,12; Bearbeiter: Hansen
insiam (?)
Subst.
Bed. unklar, zu lat. insicium ? (vgl. K. Woesner, Nu huete wol der verte, Åbo 2003, S. 114f.):
ammier, picmente, aromat, muzzele, / [...], / spicnardi unde insiam des samen, / der von dem balsem riset JTit
541,3
MWB 2 1938,16; Bearbeiter: Hansen
insidel (?)
M.
wohl ‘Einheimischer’ (oder zu
einsidele
‘Einsiedler’ ?):
wer do bricht [ein Verbrechen begeht] , der keyn inseddel noch keyn ußwesender [
‘Auswärtiger’, oder spez. ‘Verbannter’ ?] ist StRHeiligenst
37
MWB 2 1938,21; Bearbeiter: Hansen
în sieden
stV.
‘durch Kochen weniger werden, einkochen’
stoz si [die Kräuter] zu saffe. vnde sut si mit buttern in einer pfannen biz daz dritte teil in side SalArz
37,28;
daz side er allez mit ein ander in wazzer biz ez halp in geside ebd.
74,26.
81,8;
siut diu in guotem wîne unz ez drîstunt îngesiede Barth
149,34.
156,22
u.ö.
MWB 2 1938,26; Bearbeiter: Hansen
insigelære
stM.
jmd., der das amtliche Siegel führt, ‘Siegler’ (vgl. DRW 6,282):
sigillator: insigler VocOpt
37.023;
des hoves insigeler ze C. DRW
6,282
(KonstanzHäuserb.; a. 1347)
MWB 2 1938,33; Bearbeiter: Hansen
insigeldruc
stM.
‘Siegelabdruck’ (hier bildl.):
von im manic herze gewan / trûren unde siuftens zuc / und jâmers insigeldruc Mai
137,20
MWB 2 1938,37; Bearbeiter: Hansen
insigele
stN.
‘Siegel’ (vgl.
ingesigel
; s.a. DRW 6,276-281; WMU 2,939-941)
1
‘Siegelabdruck, Verschlusssiegel, angehängtes Siegel’
2
‘Siegelstempel, Petschaft; Siegelring’
3
‘Zeichen, Emblem, Wappen’
4 übertr.
1
‘Siegelabdruck, Verschlusssiegel, angehängtes Siegel’
do enbeit Eraclîus niht mê, / daz insigel [des Briefes] er zerbrach Eracl
451;
si spienen chetene dâ für [vor die Kerkertür] / und îsnîne rigele. / si leiten ir insigele / durch gewarheit dar an KvHeimUrst
886;
dar zu so habin alle unser burger, [...], iru insigel an disen brief gehangen zuͦ einem woren und offin urkunde der vor gescribin sache WüP
9,18;
er sach ein buoch da gescriben, / bisigilit waiz mit insigelen siben SiebenZ
6;
HvNstAp
2292;
Parz
626,9.
–
[der Kaiser] sloz den karher selbe zuͦ vnd druchte sin vingerlin an das insigele Konr
13,32.
13,41.
–
‘Metallsiegel, Bulle’
er [der Brief] muͦste, als ich bewiset bin, / mit ainem insigel guldin / riliche besigelt sin, / als er von aines kúnges hant / sol kúngen werden gesant RvEWh
10549.
10646;
des pabstes insigel heizent pvlle SchwSp
746;
hierher oder zu 2:
daz insigele er [der Schmied] fur blat, / als erz gelernt hat, / deiz vil herlichen stat / unde niht zergat Hochz
11
2
‘Siegelstempel, Petschaft; Siegelring’
wir setzen ouch, daz dekein brûder âne die, den ambeht bevolhen sint, diekein insigel habe noch brieve sende StatDtOrd
45,16
u.ö.;
dez gebe wir disen brief [...], versigelt mit vnsem heymelichen jnsigele [Sekretsiegel] , wene wie daz groze jnsigel vorlorn haben UrkWürzb
39,66
(a. 1316);
BdN
460,34.
442,9;
Seuse
155,18
3
‘Zeichen, Emblem, Wappen’
ouh gedahter [Salomo] ein geschaft [Erfindung] , / ein insigil, mit dem er twang / die tievele RvEWchr
32437;
arâbesch golt gap drûffe [auf dem Kleidungsstück] schîn, / wol geworht manc turteltiubelîn / nâch dem insigel des grâles Parz
778,23;
Ithêr von Gaheviez / iwer insigel truoc ebd.
585,21.
792,29.
–
‘Brandzeichen’
dâ von Samarcône / ein insigel was gebrant / an des orses buoc Wh
232,7
4
übertr.:
dîn figûre wart gestemphet / in ir kiuschen forme insigel, / daz den tiuvel überkemphe KvWLd
1,54;
dirre kus sol ein insigel sîn / daz ich iuwer unde ir mîn / belîben stæte unz an den tôt, / niwan ein Tristan und ein Îsôt Tr
18355.
7812.
17016;
daz churze wort ‘amen’ ist ein zeichen unde ein insigel des vronen gebetes, des heiligen pater noster Spec
150,10;
Will
137,1;
PrGeorg (Sch)
32,52.
–
‘Ebenbild’
der eingil allir herist undir den, / Lucifer giheizzin, / der was als ein insigili / nach demo vroni bilidi SuTheol
45
MWB 2 1938,40; Bearbeiter: Hansen
insigelen, insigeln
swV.
‘etw. mit einem Siegel versehen, siegeln’
unde wir zu eime urkunde aller der vorgenanten dingen hiezzen disen brief schriben unde insigelen mit unserme kuniklichem insigel MGHConst
3:485,41
(a. 1294);
dise brif iz gegeben zv Triptoys vnd geinsigelt zv einer stetekeit mit vnseme insigil UrkCorp (WMU)
1816,7
u.ö.
– bildl.:
daz er [Gott] daz laster an uns vertilige / vnde er uns insigele / mit deme sluzele siner minne Litan
1302
MWB 2 1939,25; Bearbeiter: Hansen
insigelgraben
stV.
subst. ‘herstellen von Siegeln, Zeichen’
die götter und die gaist, die man anruoft mit pildengeschrift [Schriftzeichen]
[...] und mit insigelgraben BdN
377,23
MWB 2 1939,35; Bearbeiter: Hansen
în sîgen
stV.
1
‘etw. in etw. einlassen, hineinlegen’ (nur part. ‘eingelassen, eingesunken’ ) 2
‘einfallen, niederfallen’ (nur part. ‘einfallend, einsinkend’ )
1
‘etw. in etw. einlassen, hineinlegen’ (nur part. ‘eingelassen, eingesunken’):
als man phliget zû graben / di grôzen bûchstaben / in di stein di ligen / ûf den grebern în gesigen, / und heizen epitaphia JvFrst
9068
2
‘einfallen, niederfallen’ (nur part. ‘einfallend, einsinkend’):
sô die tiuvel an dem ende în sîgende werden als die regentropfen, wan ir als vil als regentropfen ist PrBerth
1:45,19
MWB 2 1939,39; Bearbeiter: Hansen
in sîn
V.
→
inne sîn
MWB 2 1939,48;
în sinken
stV.
1
‘versinken’
2
‘einbrechen’ (auf einer Eisfläche)
1
‘versinken’
als sich nü Gawein in das wasser liesz, / [...] / da vant er nihts anders denn mür. / mit dem rosz er zü tale fuͦr / [...]. / es war jn gesuncken, / das ime niht anders denn das haubt blahte [dass nur noch der Kopf zu sehen war]
Krone
14445.
–
‘einsickern’
also ein wasser daz uf eime ertrich gestunde und insincket in daz ertrich Tauler
55,16.
– bei Tauler bildl. ein (geistiges) Versinken, Einswerden (vgl. Egerding, Metaphorik 2,486):
do der verklerte geist mit disem ungelichen mit minnen insinket unde smiltzet in dem woren erkentnisse sins ungelichen Tauler
117,12
u.ö.;
subst.:
in den zehen joren sol der mensche haben eine inker und ein insincken, ein insmeltzen in daz luter goͤtteliche einveltige indewendige guͦt Tauler
80,12
u.ö.;
Part.-Adj.:
nu sint ander lúte die [...] sint insinckende und insmeltzende in iren ursprung in eime innewendigen stillen swigende alle irre krefte Tauler
406,11.
143,5
2
‘einbrechen’ (auf einer Eisfläche):
in der selbin herevart / gîngin dem meistre abe / vîr brûdir und ein knabe, / dî, als sî gewâpint wârn / sitzinde ûf irin marn [d.i. marken
‘Streitrössern’
] , / durch daz îs însunkin / und alsô vortrunkin / in dem wâge Mimele NvJer
18370
MWB 2 1939,49; Bearbeiter: Hansen
în sitzen
stV.
vgl. auch
inne sitzen
.
‘sich niederlassen, (in einen Raum) hineinsetzen’
1 allg. 2 spez. bergm. ‘sich niederlassen, um mit Schürfarbeiten zu beginnen’ (vgl. DRW 2,1462; JelinekWB S. 383)
1
allg.:
dâ [in das Zelt] gieng er und diu künigîn / al die wîle sitzen în, / biz daz mer wider kæme Tr
13270
2
spez. bergm. ‘sich niederlassen, um mit Schürfarbeiten zu beginnen’ (vgl. DRW 2,1462; JelinekWB S. 383):
wo er denne sinen stollen hat angenommen, do hat er das recht, das nimant [...] czwischen sinem stollen unde der marscheide insicczen mag [...] an sinen willen BgRIglauD
20;
das vor im noch hinder im nimant bi virdehalbem lehen insicczet ebd.
20
MWB 2 1940,10; Bearbeiter: Hansen
înslac
stM.
1
‘Eindruck, Einwirkung, Einschlag’
2 eine Zollabgabe
1
‘Eindruck, Einwirkung, Einschlag’
inpressiones: inpressinde kraft, inslag VocAbstr (H)
I,26.
– überw. in myst. Texten (vgl. zur Bedeutungsbestimmung A. M. Haas, Kunst rechter Gelassenheit, Bern 1995, S. 59-63, insbes. S. 62f.; s.a. Egerding, Metaphorik 2,498. 499f.):
und eins males do wart im ein kreftiger inschlag in sich selb und luhte im in von goͤtlicher warheit Seuse
327,5
u.ö.;
die alsus einen waren inslag kunnent geraten in dem grunde der warheit Tauler
44,23;
nôch deme blôzen înslage gotlîcher inwirkunge HvFritzlHl
225,27;
Eckh
4:650,186;
Eckh (Pf)
519,17
u.ö.
2
eine Zollabgabe:
inslach RegErzbKöln
3(2),180
(a. 1289)
MWB 2 1940,22; Bearbeiter: Hansen
în slâfen (?)
stV.
aufgrund von Formenüberschneidungen nicht sicher von
entslâfen
stV. zu trennen.
‘einschlafen’
den gebôt s. Mathêus, daz sie insliefin, unt die zouberêre mochtin sie nicht irweckin mit deheinin irin liestin PrMd (J)
351,11;
só sí [die Sirenen] gesehînt man ándemo mére varin. so sinen [singen] sio vílo scôno. unzin si [die Seefahrer] des wúnnisamin lîdes so gelustigot werdin. dazsîn inslafin ÄPhys
5,6;
Will
49,8.
– subst., euphem. vom Tod:
Stephânus der intslif in gote, wan sterben der heiligen inist nit mê wan ein inslâfen dirre werlde und ein wachen in deme êwigen lebine HvFritzlHl
35,28
MWB 2 1940,36; Bearbeiter: Hansen
în slahen
stV.
1
‘hineinschlagen’
1.1 intr. ‘einschlagen’
1.2 tr. 1.2.1 mit Akk.d.S. (bzw. in Pass.-Konstr.) ‘etw. hineinschlagen’
1.2.2 mit Akk.d.P. ‘jmdn. kämpfend in etw. hineintreiben’
2
‘etw. durch Schlagen zertrümmern, einschlagen’
3
‘etw. einwickeln’ (oder zu 1.2 i.S.v. ‘einhaken, einhängen’ ?)
1
‘hineinschlagen’
1.1
intr. ‘einschlagen’
– bildl. ‘(heftig oder überraschend) eindringen’
als dat der greve hoirte sagen, / mit veirhundert quam hie [er] in geslagen / ind gewan up sy alda den segen [besiegte sie]
HagenChr (G)
1151;
slehent denne andere ding in [passiert irgendetwas] , es sint sú selber oder út des iren das die stat gottes bekumbert Tauler
416,16
1.2
tr.
1.2.1
mit Akk.d.S. (bzw. in Pass.-Konstr.) ‘etw. hineinschlagen’
vorslo das loch odir di lochir mit neylin [Nägeln] di do sint von widin holcze. di slo wol in Pelzb
125,2;
nagele wurden im ingeslagen / durch hende unde vuze Pass III
299,68.
–
‘etw. durch Schlagen verankern’
ein pavilûne wol ze lobe / was im geslagen [La. in geslagen
] ûf daz velt KvWPart
13281.
–
‘etw. (eine Grube, ein Loch) ausheben, in den Boden schlagen’ (auch unter Ersparung des Obj.):
di [
grube
] muz he inbrechen oder inslan dri vuze von sime nakebure [Nachbarn]
StRFreiberg
31,18;
dô slugen si în und vunden di drû krûze HvFritzlHl
128,36.
– reitersprachl. unter Ersparung des Obj. mit den sporen ~
‘dem Pferd die Sporen geben’
mit beiden sporen sluoc er în / und îlte dan ûf sîne vart KvWEngelh
2818
1.2.2
mit Akk.d.P. ‘jmdn. kämpfend in etw. hineintreiben’
Ênêas treib si danne / unz zû Laurente in die borch / die strâze al dorch unde dorch. / her slûch si zû der porten in En
12123
2
‘etw. durch Schlagen zertrümmern, einschlagen’
den haidenn er [Hadrian] do gepot, / ob sy [die hl. Symphorosa] da nicht opphern wolte, / das man ir des ersten scholte / mit stainen die czend in slahen Märt
11375
3
‘etw. einwickeln’ (oder zu 1.2 i.S.v. ‘einhaken, einhängen’ ?):
diu tassel dâ diu solten sîn, / dâ was ein cleinez snuorlîn / von wîzen berlîn în getragen. / dâ hæte diu schœne în geslagen / ir dûmen von ir linken hant Tr
10938
MWB 2 1940,49; Bearbeiter: Hansen |