însleich
stM.
‘Einsaugen’
der badeswam ist zugeweich, / durchvertic, und sîn însleich / weichet vil und in sich slint / swaz er des nazzen vor im vint JvFrst
10028
MWB 2 1941,22; Bearbeiter: Hansen
în sleichen
swV.
‘etw. jmdm./einer Sache zuführen’ (auch unter Ersparung des Obj.):
ze iungest er [der Falke] kunde [erg.: den Reiher] mit griffe den klân [den Klauen] în sleichen / und gie mit im als ein rat ze tal in einen garten Loheng
3416.
– bildl. ‘jmdm. etw. schonend beibringen’
die [die gerechten predigere
] glichen den predigeren / die mit worten vil geweren / [...] / gotes tougen vor [zunächst] in sleichen / den vorharten [verstockten] sunderen, / daz sie die nicht irveren [erschrecken] / mit zu grosem missetroste HeslApk
2034
MWB 2 1941,26; Bearbeiter: Hansen
în slîchen
stV.
‘heimlich hineinkommen, eindringen’
so slichet er [der Teufel] in und stilt uns alles unser guͦt. dar umbe huͤtent úwer vensteren und wachent das er úch nút under grabe úwer hus als der tiep Tauler
214,28.
312,19;
mit den [Tugenden] sol sie tac unde naht / warten mit al ir maht, / wenne ir briutgam inslîche / (ich meine den künec von himelrîche), / daz sie gegen dem gâhe und in minneclîche enphâhe LvRegSyon
418.
–
‘sich einschleichen’
alles [immer] slichet die nature mit in e eines iht wisse [ehe jemand weiß] , das alles dise ungeordente minne het der nature Tauler
94,31.
– bildl.:
nu daz [...] Îsôt unde Tristan, / den tranc getrunken beide, sâ / was ouch der werlde unmuoze dâ, / Minne, aller herzen lâgærîn, / und sleich zir beider herzen în Tr
11712.
12160;
daz [der Hl. Geist] wol dem olei glichet, / wen iz da semfte in slichet / und daz vaz nicht entprinnet HeslApk
11162
MWB 2 1941,38; Bearbeiter: Hansen
în sliefen
stV.
‘hineingleiten, hineinschlüpfen’
so der slange lât sîn êrste hût, / sô stechent in dorn unde krût; / sô slüffe er gerne wider in, / und riuwet in sîn tumber sin Freid
45,14.
–
diu sunne aber ûf sie [die Blumen] / mit ir heizem schîne gie, / dô breiten sie sich dar gegen. / dârnâch schiere kam ein regen, / dô sluffens aber wider in [schlossen sie sich wieder]
LvRegSyon
2186.
–
‘etw. (Kleidung) anziehen’ (nur part. i.S.v. ‘angezogen, bekleidet’):
jngisloffin si [die Mönche] slaffen [
vestiti dormiant
]
BrZw
22.
–
‘in etw. hineinkriechen, an einem Ort unterschlüpfen’
dô enwolde her nimmê dâ blîben und ginc in den walt verre von den lûten und vant ein hol, dô sloif her în HvFritzlHl
193,13
MWB 2 1941,57; Bearbeiter: Hansen
în slieʒen
stV.
1
‘etw. oder jmdn. einschließen, einsperren’
2
‘etw. oder jmdn. einfügen, (in etw.) einlassen, einschließen’ (überw. part.; bildl. v.a. in myst. Texten, vgl. Egerding, Metaphorik 2,504f.)
1
‘etw. oder jmdn. einschließen, einsperren’
ist daz ein sun sînen vater væhet und in însliuzet wider reht unde stirbet er in der vancnüsse, der sun hât aver sîn erbe verlorn SpdtL
92,6;
er ward eingeschlossen gar / und muͦst da leyden ewig schwär Teichn
704,89;
Lanc
50,7;
EvAug
132,12.
–
sú [die Jünger] worent ingeslossen [in Abgeschlossenheit] und versamment und vereinet und beiten [warteten]
Tauler
80,4.
– Part.-Adj.:
tuͦ nit also etlich toroht megde, die sich glichend den wilden ingeschlossen tieren: so man den dú tor beschlússet, so gugent sú dur die zún us Seuse
361,18.
– bildl.:
ir vil lûter liebe slôz diu minne / mit der triuwe vaste zeinem sinne / in innerhalp ir herzen tür KLD: UvL
36: 4,5;
er [Gott] verbirget und sluzet in / der sterne liecht und iren schin / als under einem ingesygel. / er wirfet da vur den rygel Hiob
3131;
Parz
510,22
2
‘etw. oder jmdn. einfügen, (in etw.) einlassen, einschließen’ (überw. part.; bildl. v.a. in myst. Texten, vgl. Egerding, Metaphorik 2,504f.):
niht îngeslozzen, niht vereiniget, mêr: ez ist ein Eckh
2:341,9;
hie meine ich, daz der mensche zesamengebunden und îngeslozzen und geeiniget ze gote sî ebd.
2:338,1;
allez unser leben solte ein wesen sîn. [...] als verre unser leben îngeslozzen [einbezogen, teilhabend] ist in wesene, als verre ist ez gote sippe ebd.
1:132,3
u.ö.;
in sloz [übers. inseruit
]
BrZw
7.
– i.S.v. ‘zusammenschließen, vereinigen’
diz wörtelîn ‘et’ bediutet in latîne eine einunge und ein zuobinden und ein însliezen. swaz alzemâle zesamengebunden und îngeslozzen ist, daz meinet einunge Eckh
2:337,8;
swaz zesamengebunden und îngeslozzen ist, daz machet einunge ebd.
2:338,3.
– refl. ‘sich einfügen’
werlîch und unverdrozzen / hielt der vogt von Baldac. / hie der stich, dort der slac, / swenne ie der niuwen storje stôz / sich hurteclîchen în geslôz Wh
439,24
MWB 2 1942,8; Bearbeiter: Hansen
înslieʒunge
stF.
‘Einschließung, Ein- bzw. Zusammenschluss’ (vgl.
în slieʒen
2 und
înslôʒ
):
swâ ein însliezunge und zesamenbindunge ganz ist, daz muoz von nôt glîch sîn Eckh
2:339,4;
niht aleine in einer însliezunge wirt ez vereinet, mêr: ez wirt ein ebd.
2:340,1
MWB 2 1942,46; Bearbeiter: Hansen
în slinden
stV.
‘etw./jmdn. in sich hineinschlingen, verschlingen’
di [
spise
] slindet her in also ein struz Brun
3153;
er tet uf wit sinen munt; / do gienc uz des libes grunt / alsam vuwer unde swebel / gemischet ein engestlicher nebel, / den er uz warf und in slant Pass I/II (HSW)
32135.
– bildl.:
sú [die junge Frau]
[...] wart alzuͦmole in das abgrunde gottes gezogen, sú wart rehte von der wunderlichen gotheit ingeslunden Tauler
46,3
MWB 2 1942,52; Bearbeiter: Hansen
în slingen
stV.
‘hineinschleichen, (schlängelnd) hineinkriechen’
daz der tôt uns alle ervêrt / und als ein diep kumt în geslungen / ze dem alten und ze dem jungen Renner
21095
MWB 2 1942,61; Bearbeiter: Hansen
înslouf
stM.
‘Kleidung, Hülle’
wand hat angeleit mich dem gewande heiles vnd insloͮfe der vrevde hat umbgeben mich [interl. zu quia induit me uestimento saluti et indumento leticie circumdedit me
]
PsM
Per 23,10.
Per 13,3
MWB 2 1943,1; Bearbeiter: Hansen
în sloufen
swV.
‘jmdn. einkleiden’
daz du den nackenden inscloͮfest PrSchw
2,55;
ez waz hie vor ain rîcher man. der wart ingesclôfet in purper und in semit ebd.
1,38;
die wurden dâ [...] / alle sament getoufet, / mit ir herren in gesloufet / in wîze westerhüete Flore (S)
7810.
– mit Dat.:
er werde uzgisloͮf sachin aiginen den giuazzut er ist vnde werde ingisloͮft den sachin des munsters [
et induatur rebus monasterii
]
BrZw
58
MWB 2 1943,6; Bearbeiter: Hansen
înslôʒ
stN.
‘Einschluss, Zusammenschluss, Inbegriff’ (vgl.
în slieʒen
2 und
înslieʒunge
):
noch hât her [der Hl. Geist] vile namen. her heizet ouch ein spigel, dâ sich beide [Gottvater und Gottsohn] inne schowen. [...] diz ist ein înslôz aller diser namen, daz ist ein name ‘got’; und diz înslôz daz ist ein punt alle wîse di man ime gegeben mac an namen HvFritzlHl
46,37
MWB 2 1943,15; Bearbeiter: Hansen
în smëlzen
stV.
‘hineinschmelzen’ (bildl. in myst. Texten, vgl. Egerding, Metaphorik 2,524f.):
als der geist al zemole in sinket und in smilzet mit sinem innigosten in gotz innigosten, so wirt er do wider bilt und ernúwet Tauler
263,8;
ich sprach niuwelîche von der porte, dâ got ûzsmilzet, daz ist güete. aber wesen ist, daz sich heltet ze im selber und ensmilzet niht ûz, mêr: ez smilzet în Eckh
1:301,7.
– Part.-Adj.:
nu sint ander lúte die [...] hant sich gekert von in selber und von allen dingen in daz gewore lieht, und sint insinckende und insmeltzende in iren ursprung Tauler
406,11.
– subst.:
ein insincken, ein insmeltzen in daz luter goͤtteliche einveltige indewendige guͦt Tauler
80,12
MWB 2 1943,23; Bearbeiter: Hansen
în smiden
swV.
‘etw. in Ketten schmieden’ (hier bildl.):
es sind mins hertzen hend und bein / zu sammen auch gelidet: / die hastu ein gesmydet / vest in der mynnen kerker Minneb
2552
MWB 2 1943,37; Bearbeiter: Hansen
în smiegen
stV.
1
‘einfallen, sich senken’
2
‘etw. einziehen’
1
‘einfallen, sich senken’
dîn ougen sint dir în gesmogen, / dîn nase ist dir ûz gebogen HvFreibTr
5105;
ezn [das Pferd] was niender in gesmogen: / ez was rîch und offen / zer brust und zuo den goffen [an der Brust wie an den Hinterbacken]
Tr
6662
2
‘etw. einziehen’
ir [der Hunde] gahen, daz ist freislich. / die zægel habent si ingesmogen StrKD
49,117.
– refl. ‘sich zusammenziehen’
diu rose het sich in gesmogen / und het diu bleter zugezogen StrKD
29,17
MWB 2 1943,41; Bearbeiter: Hansen
în smücken, -mucken
swV.
‘etw. einziehen’
als der lewe quam hervur / und die heiligen angesach, / sin grimmekeit wart also swach, / daz er den zagel insmucte Pass III
304,53
MWB 2 1943,51; Bearbeiter: Hansen
în snaben
swV.
‘hineinstolpern’
du [Gott] salt dich selber eren, / iren [der Feinde] valschen rat verkeren / den sie gegen uns gehabet haben. / da la sie selber in snaben [vgl. La. in besnaben
]
Hester
1096
MWB 2 1943,55; Bearbeiter: Hansen
în snîden
stV.
1
‘etw. (Getreide) als Ernte einbringen’
2
‘etw. (Muster) in etw. hineinschneiden, schneidend einarbeiten’
1
‘etw. (Getreide) als Ernte einbringen’
swer eines andern mannes rîfe korn în snîtet, sô daz her wênet, daz daz lant sîn sie oder sînes herren deme her dînet, her en missetût nicht SSp (W)
3:37,4.
– übertr.:
daz dir der predier ingesnide vnde gemale, daz solt du selbe bachin PrGeorg (Sch)
22,8;
diz ist ein ernde zit / die got allen liuten git / swer nv die vermidet / vnd niht tugende insnidet / e daz wir hie ersterben / der muoz dort verderben Martina
269,18;
EvBerl
34,22;
HeslApk
4278
2
‘etw. (Muster) in etw. hineinschneiden, schneidend einarbeiten’
do giengin die wol tuͦndin / vnd truͦgin ir baniere / da uogile und tiere / warin beide ingesnitin Athis
C 25
MWB 2 1943,60; Bearbeiter: Hansen
insp-
s.a. entsp-
MWB 2 1944,10;
inspan (?)
stN.
ein Teil vom Rind:
ainem koch geit man [von dem Rind] den kopf mit sampt dem swentzlin [...]. item darnach geit man ainem cuchenmaister 1 inspan UrbSonnenb
120;
ainem cuchmaister [
geit man
] daz inspan ebd.
121
MWB 2 1944,11; Bearbeiter: Hansen
în spannen
stV.
‘jmdn. einspannen’
sy daden perdis vesseren [Pferdefessel] smeden, / eyne vesser zo zwen mannen, / da sulde men sy in als zwey pert spannen HagenChr (G)
1550.
–
‘jmdn. fesseln’
dô [in die Ketten] spin her disen gevangenen în mit deme halse und mit henden und mit fuzen HvFritzlHl
237,18.
– bildl.:
so quam de gotheit heraue / zo der hellen erneder / ind houlde vns allen weder / zo dem hemelriche / ind dar hait hey vns eweliche / alle geladen ind in gespannen / off wyr mit eme woullen varen Karlmeinet
429,3
MWB 2 1944,16; Bearbeiter: Hansen
în sperren
swV.
‘jmdn. einsperren’
di gefangen wurden ein gespart, / vil wol ir gehutet ward HvNstAp
13992
MWB 2 1944,27; Bearbeiter: Hansen
în spîwen
stV.
mit Dat. ‘etw. in jmdn. hineinspucken’, hier bildl. ‘jmdm. etw. Übles eingeben’
sîn arger mût, sin ubel sin, / den im spei der dûfel in Erlös
3706
MWB 2 1944,30; Bearbeiter: Hansen
însprâche
stswF.
1
‘das Einsprechen (auf jmdn.), die Ansprache’
2 rechtssprachl. ‘ Einspruch, Widerspruch’ (vgl. DRW 2,1463 mit weiteren Belegen)
1
‘das Einsprechen (auf jmdn.), die Ansprache’
von der gehoͤrde sint si toͮb worden vor und wir alle nach in, also das wir die minneklichen insprachen des ewigen wortes nút gehoͤren enmúgen Tauler
191,9
2
rechtssprachl. ‘ Einspruch, Widerspruch’ (vgl. DRW 2,1463 mit weiteren Belegen):
so sal he quijt sijn der ainspraichen UrkKöln (St)
1:21,24
(a. 1326-1327).
– (vgl.
anesprâche
):
also sprachent die lüt [...] ir frow truͤg vnd hett einhain recht darzuͦ [auf das Lehen ihres verstorbenen Mannes] e das man wissi ob sy ainen sun oder ain tôchter truͤg [...] vnd do die frow genasz do gewan sy ainen sun do was die ansprache ab [La. ainsprâch abe
]
Kuchim
44,177
MWB 2 1944,34; Bearbeiter: Hansen
în sprëchen
stV.
1
‘jmdm. etw. eingeben’ (meist von göttlicher Inspiration) 2 wohl ‘etw. einem Ort zuweisen, zusprechen’
1
‘jmdm. etw. eingeben’ (meist von göttlicher Inspiration):
als in got wil insprechen, so ist iemer út das inen in die oren zehant vert, das sin wort do nút enmag gehoͤrt werden Tauler
192,21;
der dem wort stat gebe in senftmuͤtikeit, [...], dem solte das wort gotz wunnenklich in gesprochen werden ebd.
344,12;
dâ wart sant Pêtrô îngesprochen von obenân nider mit einem süezen geschaffenen dône Eckh
3:487,3.
–
‘jmdm. etw. zutragen’
do beschach es das ime wart ingesprochen [...] swere sachen, die ime fúrkoment von dem ritter der do sin geselle was gesin MerswKn
83.
– subst.:
waz insprechendes die sinnelicheit hat one gantzen lust der bescheidenheit, die entriffet nút uf keine totsúnde Seuse
501,5
u.ö.;
die andere uzlegunge [...] seit wie wir gotte soͤllent gehorsam sin und sime insprechende stat geben Tauler
341,9(App.)
u.ö.;
Eckh
4:340,24;
Eckh (Pf)
340,17.
353,1
2
wohl ‘etw. einem Ort zuweisen, zusprechen’
dâ sol si [die Seele] wider în gên in des vaters vernunftikeit, dâ si in alsô himelischer art ist îngesprochen, als der wîssage sprach ‘got der hât die himel gemachet in die vernunftikeit.’ Eckh (Pf)
212,3
MWB 2 1944,48; Bearbeiter: Hansen
în springen
stV.
‘herein- bzw. hineinspringen’
ein knappe aldâ zer tür în spranc Parz
492,17;
wann sie [die Königin] von der kirchen kam und meß was gesungen, so ging sie off den lac da zugegen da die jungfrauw innsprang mit irm kinde Lanc
16,21
MWB 2 1945,8; Bearbeiter: Hansen |