Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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i – ie|besunder (?)
ieclich – iemerkæse
iemerkuo – iersch
iertes – iewëdersît
iewelich – ihten (?)
ihtesiht – îlunge
im – in
in – în bezûnen
în biegen – în brëhen
în brîden – inder(t)
in dës – inelende
în enthalten (?) – ingebër
în gebërn – ingesigelde
ingesinde – in guot
în gürten – în houwen
inhûs – în lâʒen
înlâʒunge – în lûchen
în luogen – inne halten
în neigen (?) – innergewant
innerhalbe – inniclich
innigen – în rüefen
în rüeren – inschrift
în sëgenen – în slahen
însleich – în springen
      însleich stM.
      în sleichen swV.
      în slîchen stV.
      în sliefen stV.
      în slieʒen stV.
      înslieʒunge stF.
      în slinden stV.
      în slingen stV.
      înslouf stM.
      în sloufen swV.
      înslôʒ stN.
      în smëlzen stV.
      în smiden swV.
      în smiegen stV.
      în smücken swV.
      în snaben swV.
      în snîden stV.
      insp-
      inspan (?) stN.
      în spannen stV.
      în sperren swV.
      în spîwen stV.
      însprâche stswF.
      în sprëchen stV.
      în springen stV.
în spruʒʒen (?) – interpretieren
intestîn – în twingen
în ünden – în vleischen
învleischunge – înwander
inwaner – în wischen
în wîsen – ipocrisis
ipocrite – irhalp
irhære – irregunge
irrehaft – Ir|rîche
irricheit – îsenbû
îsendach – îsenkaste
îsenkëc – îsensacroc (?)
îsenschûfel – îserîn
îserkleit – isôpe
isôpensaf – îtelhant
îtelinc – itwinde
iu – îwînboum

   însleich - în springen    


însleich stM. ‘Einsaugen’ der badeswam ist zugeweich, / durchvertic, und sîn însleich / weichet vil und in sich slint / swaz er des nazzen vor im vint JvFrst 10028

MWB 2 1941,22; Bearbeiter: Hansen

în sleichen swV. ‘etw. jmdm./einer Sache zuführen’ (auch unter Ersparung des Obj.): ze iungest er [der Falke] kunde [erg.: den Reiher] mit griffe den klân [den Klauen] în sleichen / und gie mit im als ein rat ze tal in einen garten Loheng 3416. – bildl. ‘jmdm. etw. schonend beibringen’ die [die gerechten predigere ] glichen den predigeren / die mit worten vil geweren / [...] / gotes tougen vor [zunächst] in sleichen / den vorharten [verstockten] sunderen, / daz sie die nicht irveren [erschrecken] / mit zu grosem missetroste HeslApk 2034

MWB 2 1941,26; Bearbeiter: Hansen

în slîchen stV. ‘heimlich hineinkommen, eindringen’ so slichet er [der Teufel] in und stilt uns alles unser guͦt. dar umbe huͤtent úwer vensteren und wachent das er úch nút under grabe úwer hus als der tiep Tauler 214,28. 312,19; mit den [Tugenden] sol sie tac unde naht / warten mit al ir maht, / wenne ir briutgam inslîche / (ich meine den künec von himelrîche), / daz sie gegen dem gâhe und in minneclîche enphâhe LvRegSyon 418. – ‘sich einschleichen’ alles [immer] slichet die nature mit in e eines iht wisse [ehe jemand weiß] , das alles dise ungeordente minne het der nature Tauler 94,31. – bildl.: nu daz [...] Îsôt unde Tristan, / den tranc getrunken beide, sâ / was ouch der werlde unmuoze dâ, / Minne, aller herzen lâgærîn, / und sleich zir beider herzen în Tr 11712. 12160; daz [der Hl. Geist] wol dem olei glichet, / wen iz da semfte in slichet / und daz vaz nicht entprinnet HeslApk 11162

MWB 2 1941,38; Bearbeiter: Hansen

în sliefen stV. ‘hineingleiten, hineinschlüpfen’ so der slange lât sîn êrste hût, / sô stechent in dorn unde krût; / sô slüffe er gerne wider in, / und riuwet in sîn tumber sin Freid 45,14. diu sunne aber ûf sie [die Blumen] / mit ir heizem schîne gie, / dô breiten sie sich dar gegen. / dârnâch schiere kam ein regen, / dô sluffens aber wider in [schlossen sie sich wieder] LvRegSyon 2186. – ‘etw. (Kleidung) anziehen’ (nur part. i.S.v. ‘angezogen, bekleidet’): jngisloffin si [die Mönche] slaffen [ vestiti dormiant ] BrZw 22. – ‘in etw. hineinkriechen, an einem Ort unterschlüpfen’ dô enwolde her nimmê dâ blîben und ginc in den walt verre von den lûten und vant ein hol, dô sloif her în HvFritzlHl 193,13

MWB 2 1941,57; Bearbeiter: Hansen

în slieʒen stV. 1 ‘etw. oder jmdn. einschließen, einsperren’
2 ‘etw. oder jmdn. einfügen, (in etw.) einlassen, einschließen’ (überw. part.; bildl. v.a. in myst. Texten, vgl. Egerding, Metaphorik 2,504f.)
   1 ‘etw. oder jmdn. einschließen, einsperren’ ist daz ein sun sînen vater væhet und in însliuzet wider reht unde stirbet er in der vancnüsse, der sun hât aver sîn erbe verlorn SpdtL 92,6; er ward eingeschlossen gar / und muͦst da leyden ewig schwär Teichn 704,89; Lanc 50,7; EvAug 132,12. sú [die Jünger] worent ingeslossen [in Abgeschlossenheit] und versamment und vereinet und beiten [warteten] Tauler 80,4. – Part.-Adj.: tuͦ nit also etlich toroht megde, die sich glichend den wilden ingeschlossen tieren: so man den dú tor beschlússet, so gugent sú dur die zún us Seuse 361,18. – bildl.: ir vil lûter liebe slôz diu minne / mit der triuwe vaste zeinem sinne / in innerhalp ir herzen tür KLD: UvL 36: 4,5; er [Gott] verbirget und sluzet in / der sterne liecht und iren schin / als under einem ingesygel. / er wirfet da vur den rygel Hiob 3131; Parz 510,22    2 ‘etw. oder jmdn. einfügen, (in etw.) einlassen, einschließen’ (überw. part.; bildl. v.a. in myst. Texten, vgl. Egerding, Metaphorik 2,504f.): niht îngeslozzen, niht vereiniget, mêr: ez ist ein Eckh 2:341,9; hie meine ich, daz der mensche zesamengebunden und îngeslozzen und geeiniget ze gote sî ebd. 2:338,1; allez unser leben solte ein wesen sîn. [...] als verre unser leben îngeslozzen [einbezogen, teilhabend] ist in wesene, als verre ist ez gote sippe ebd. 1:132,3 u.ö.; in sloz [übers. inseruit ] BrZw 7. – i.S.v. ‘zusammenschließen, vereinigen’ diz wörtelîn ‘et’ bediutet in latîne eine einunge und ein zuobinden und ein însliezen. swaz alzemâle zesamengebunden und îngeslozzen ist, daz meinet einunge Eckh 2:337,8; swaz zesamengebunden und îngeslozzen ist, daz machet einunge ebd. 2:338,3. – refl. ‘sich einfügen’ werlîch und unverdrozzen / hielt der vogt von Baldac. / hie der stich, dort der slac, / swenne ie der niuwen storje stôz / sich hurteclîchen în geslôz Wh 439,24

MWB 2 1942,8; Bearbeiter: Hansen

înslieʒunge stF. ‘Einschließung, Ein- bzw. Zusammenschluss’ (vgl. în slieʒen 2 und înslôʒ ): swâ ein însliezunge und zesamenbindunge ganz ist, daz muoz von nôt glîch sîn Eckh 2:339,4; niht aleine in einer însliezunge wirt ez vereinet, mêr: ez wirt ein ebd. 2:340,1

MWB 2 1942,46; Bearbeiter: Hansen

în slinden stV. ‘etw./jmdn. in sich hineinschlingen, verschlingen’ di [ spise ] slindet her in also ein struz Brun 3153; er tet uf wit sinen munt; / do gienc uz des libes grunt / alsam vuwer unde swebel / gemischet ein engestlicher nebel, / den er uz warf und in slant Pass I/II (HSW) 32135. – bildl.: sú [die junge Frau] [...] wart alzuͦmole in das abgrunde gottes gezogen, sú wart rehte von der wunderlichen gotheit ingeslunden Tauler 46,3

MWB 2 1942,52; Bearbeiter: Hansen

în slingen stV. ‘hineinschleichen, (schlängelnd) hineinkriechen’ daz der tôt uns alle ervêrt / und als ein diep kumt în geslungen / ze dem alten und ze dem jungen Renner 21095

MWB 2 1942,61; Bearbeiter: Hansen

înslouf stM. ‘Kleidung, Hülle’ wand hat angeleit mich dem gewande heiles vnd insloͮfe der vrevde hat umbgeben mich [interl. zu quia induit me uestimento saluti et indumento leticie circumdedit me ] PsM Per 23,10. Per 13,3

MWB 2 1943,1; Bearbeiter: Hansen

în sloufen swV. ‘jmdn. einkleiden’ daz du den nackenden inscloͮfest PrSchw 2,55; ez waz hie vor ain rîcher man. der wart ingesclôfet in purper und in semit ebd. 1,38; die wurden dâ [...] / alle sament getoufet, / mit ir herren in gesloufet / in wîze westerhüete Flore (S) 7810. – mit Dat.: er werde uzgisloͮf sachin aiginen den giuazzut er ist vnde werde ingisloͮft den sachin des munsters [ et induatur rebus monasterii ] BrZw 58

MWB 2 1943,6; Bearbeiter: Hansen

înslôʒ stN. ‘Einschluss, Zusammenschluss, Inbegriff’ (vgl. în slieʒen 2 und înslieʒunge ): noch hât her [der Hl. Geist] vile namen. her heizet ouch ein spigel, dâ sich beide [Gottvater und Gottsohn] inne schowen. [...] diz ist ein înslôz aller diser namen, daz ist ein name ‘got’; und diz înslôz daz ist ein punt alle wîse di man ime gegeben mac an namen HvFritzlHl 46,37

MWB 2 1943,15; Bearbeiter: Hansen

în smëlzen stV. ‘hineinschmelzen’ (bildl. in myst. Texten, vgl. Egerding, Metaphorik 2,524f.): als der geist al zemole in sinket und in smilzet mit sinem innigosten in gotz innigosten, so wirt er do wider bilt und ernúwet Tauler 263,8; ich sprach niuwelîche von der porte, dâ got ûzsmilzet, daz ist güete. aber wesen ist, daz sich heltet ze im selber und ensmilzet niht ûz, mêr: ez smilzet în Eckh 1:301,7. – Part.-Adj.: nu sint ander lúte die [...] hant sich gekert von in selber und von allen dingen in daz gewore lieht, und sint insinckende und insmeltzende in iren ursprung Tauler 406,11. – subst.: ein insincken, ein insmeltzen in daz luter goͤtteliche einveltige indewendige guͦt Tauler 80,12

MWB 2 1943,23; Bearbeiter: Hansen

în smiden swV. ‘etw. in Ketten schmieden’ (hier bildl.): es sind mins hertzen hend und bein / zu sammen auch gelidet: / die hastu ein gesmydet / vest in der mynnen kerker Minneb 2552

MWB 2 1943,37; Bearbeiter: Hansen

în smiegen stV. 1 ‘einfallen, sich senken’
2 ‘etw. einziehen’
   1 ‘einfallen, sich senken’ dîn ougen sint dir în gesmogen, / dîn nase ist dir ûz gebogen HvFreibTr 5105; ezn [das Pferd] was niender in gesmogen: / ez was rîch und offen / zer brust und zuo den goffen [an der Brust wie an den Hinterbacken] Tr 6662    2 ‘etw. einziehen’ ir [der Hunde] gahen, daz ist freislich. / die zægel habent si ingesmogen StrKD 49,117. – refl. ‘sich zusammenziehen’ diu rose het sich in gesmogen / und het diu bleter zugezogen StrKD 29,17

MWB 2 1943,41; Bearbeiter: Hansen

în smücken, -mucken swV. ‘etw. einziehen’ als der lewe quam hervur / und die heiligen angesach, / sin grimmekeit wart also swach, / daz er den zagel insmucte Pass III 304,53

MWB 2 1943,51; Bearbeiter: Hansen

în snaben swV. ‘hineinstolpern’ du [Gott] salt dich selber eren, / iren [der Feinde] valschen rat verkeren / den sie gegen uns gehabet haben. / da la sie selber in snaben [vgl. La. in besnaben ] Hester 1096

MWB 2 1943,55; Bearbeiter: Hansen

în snîden stV. 1 ‘etw. (Getreide) als Ernte einbringen’
2 ‘etw. (Muster) in etw. hineinschneiden, schneidend einarbeiten’
   1 ‘etw. (Getreide) als Ernte einbringen’ swer eines andern mannes rîfe korn în snîtet, sô daz her wênet, daz daz lant sîn sie oder sînes herren deme her dînet, her en missetût nicht SSp (W) 3:37,4. – übertr.: daz dir der predier ingesnide vnde gemale, daz solt du selbe bachin PrGeorg (Sch) 22,8; diz ist ein ernde zit / die got allen liuten git / swer nv die vermidet / vnd niht tugende insnidet / e daz wir hie ersterben / der muoz dort verderben Martina 269,18; EvBerl 34,22; HeslApk 4278    2 ‘etw. (Muster) in etw. hineinschneiden, schneidend einarbeiten’ do giengin die wol tuͦndin / vnd truͦgin ir baniere / da uogile und tiere / warin beide ingesnitin Athis C 25

MWB 2 1943,60; Bearbeiter: Hansen

insp- s.a. entsp-

MWB 2 1944,10;

inspan (?) stN. ein Teil vom Rind: ainem koch geit man [von dem Rind] den kopf mit sampt dem swentzlin [...]. item darnach geit man ainem cuchenmaister 1 inspan UrbSonnenb 120; ainem cuchmaister [ geit man ] daz inspan ebd. 121

MWB 2 1944,11; Bearbeiter: Hansen

în spannen stV. ‘jmdn. einspannen’ sy daden perdis vesseren [Pferdefessel] smeden, / eyne vesser zo zwen mannen, / da sulde men sy in als zwey pert spannen HagenChr (G) 1550. – ‘jmdn. fesseln’ dô [in die Ketten] spin her disen gevangenen în mit deme halse und mit henden und mit fuzen HvFritzlHl 237,18. – bildl.: so quam de gotheit heraue / zo der hellen erneder / ind houlde vns allen weder / zo dem hemelriche / ind dar hait hey vns eweliche / alle geladen ind in gespannen / off wyr mit eme woullen varen Karlmeinet 429,3

MWB 2 1944,16; Bearbeiter: Hansen

în sperren swV. ‘jmdn. einsperren’ di gefangen wurden ein gespart, / vil wol ir gehutet ward HvNstAp 13992

MWB 2 1944,27; Bearbeiter: Hansen

în spîwen stV. mit Dat. ‘etw. in jmdn. hineinspucken’, hier bildl. ‘jmdm. etw. Übles eingeben’ sîn arger mût, sin ubel sin, / den im spei der dûfel in Erlös 3706

MWB 2 1944,30; Bearbeiter: Hansen

însprâche stswF. 1 ‘das Einsprechen (auf jmdn.), die Ansprache’
2 rechtssprachl. ‘ Einspruch, Widerspruch’ (vgl. DRW 2,1463 mit weiteren Belegen)
   1 ‘das Einsprechen (auf jmdn.), die Ansprache’ von der gehoͤrde sint si toͮb worden vor und wir alle nach in, also das wir die minneklichen insprachen des ewigen wortes nút gehoͤren enmúgen Tauler 191,9    2 rechtssprachl. ‘ Einspruch, Widerspruch’ (vgl. DRW 2,1463 mit weiteren Belegen): so sal he quijt sijn der ainspraichen UrkKöln (St) 1:21,24 (a. 1326-1327). – (vgl. anesprâche ): also sprachent die lüt [...] ir frow truͤg vnd hett einhain recht darzuͦ [auf das Lehen ihres verstorbenen Mannes] e das man wissi ob sy ainen sun oder ain tôchter truͤg [...] vnd do die frow genasz do gewan sy ainen sun do was die ansprache ab [La. ainsprâch abe ] Kuchim 44,177

MWB 2 1944,34; Bearbeiter: Hansen

în sprëchen stV. 1 ‘jmdm. etw. eingeben’ (meist von göttlicher Inspiration)
2 wohl ‘etw. einem Ort zuweisen, zusprechen’
   1 ‘jmdm. etw. eingeben’ (meist von göttlicher Inspiration): als in got wil insprechen, so ist iemer út das inen in die oren zehant vert, das sin wort do nút enmag gehoͤrt werden Tauler 192,21; der dem wort stat gebe in senftmuͤtikeit, [...], dem solte das wort gotz wunnenklich in gesprochen werden ebd. 344,12; dâ wart sant Pêtrô îngesprochen von obenân nider mit einem süezen geschaffenen dône Eckh 3:487,3. – ‘jmdm. etw. zutragen’ do beschach es das ime wart ingesprochen [...] swere sachen, die ime fúrkoment von dem ritter der do sin geselle was gesin MerswKn 83. – subst.: waz insprechendes die sinnelicheit hat one gantzen lust der bescheidenheit, die entriffet nút uf keine totsúnde Seuse 501,5 u.ö.; die andere uzlegunge [...] seit wie wir gotte soͤllent gehorsam sin und sime insprechende stat geben Tauler 341,9(App.) u.ö.; Eckh 4:340,24; Eckh (Pf) 340,17. 353,1    2 wohl ‘etw. einem Ort zuweisen, zusprechen’ dâ sol si [die Seele] wider în gên in des vaters vernunftikeit, dâ si in alsô himelischer art ist îngesprochen, als der wîssage sprach ‘got der hât die himel gemachet in die vernunftikeit.’ Eckh (Pf) 212,3

MWB 2 1944,48; Bearbeiter: Hansen

în springen stV. ‘herein- bzw. hineinspringen’ ein knappe aldâ zer tür în spranc Parz 492,17; wann sie [die Königin] von der kirchen kam und meß was gesungen, so ging sie off den lac da zugegen da die jungfrauw innsprang mit irm kinde Lanc 16,21

MWB 2 1945,8; Bearbeiter: Hansen