i – ie|besunder (?) ieclich – iemerkæse iemerkuo – iersch iertes – iewëdersît iewelich – ihten (?) ihtesiht – îlunge im – in in – în bezûnen în biegen – în brëhen în brîden – inder(t) in dës – inelende în enthalten (?) – ingebër în gebërn – ingesigelde ingesinde – in guot în gürten – în houwen inhûs – în lâʒen înlâʒunge – în lûchen în luogen – inne halten în neigen (?) – innergewant innerhalbe – inniclich innigen – în rüefen în rüeren – inschrift în sëgenen – în slahen însleich – în springen în spruʒʒen (?) – interpretieren intestîn – în twingen în ünden – în vleischen învleischunge – înwander inwaner – în wischen în wîsen – ipocrisis ipocrite – irhalp irhære – irregunge irrehaft – Ir|rîche irricheit – îsenbû îsendach – îsenkaste îsenkëc – îsensacroc (?) îsenschûfel – îserîn îserkleit – isôpe isôpensaf – îtelhant îtelinc – itwinde îtelinc stM. îtelkeit stF. îtellich Adj. îtellîcheit stF. îtelmachærinne stF. îtelschaft stF. îtelsîn stN. (?) îtelunge stF. iteniuwe Adj. iteniuwe stF. iteniuwen swV. iteren swV. iterücken swV. iteslich Indef.-Pron., Pron.-Adj. itewîʒ stMFN. itewîʒære stM. itewîʒen swV. itewîʒicheit stF. itlich Indef.-Pron., Pron.-Adj. itrucken swV. itslich Indef.-Pron., Pron.-Adj. ittern swV. itwæge stN. itweder Indef.-Pron., Pron.-Adj. itwinde swF. iu – îwînboum
|
îtelinc
stM.
in der Etymologie von lat. concha
‘Muschel’ und cochlea
‘Wasserschnecke’
concha oder coclea haizt ain snek und ist ze däutsch als vil
gesprochen als ain flächlink oder ain eitlink, wan sô der môn abnimt, sô werdent ir
schaln flach oder hol und eitel [
conchae et cochleae hac ex causa vocatae, quia deficiente luna cavantur, id
est evacuantur Isidor, Etym. 12,6,48
]
BdN
249,14
MWB 3,1 20,62; Bearbeiter: Richter
îtelkeit
stF.
s.a.
îtellîcheit
1
‘Leere, Leerheit’
2
‘Nichtigkeit’ , christl. wertend für Vergängliches, weltliche Freuden 3
‘Vergeblichkeit, Wirkungslosigkeit’
1
‘Leere, Leerheit’
singultus heyst der
gischen [Schluckauf] vnde kumt itwenne von ober
idelcheyt dez liuez [
lîbes
] itwenne van obrigher vulle des maghen OvBaierl
113,2;
möhte und künde der mensche einen becher zemâle îtel gemachen
und îtel behalten von allem dem, daz vüllen mac, ouch luftes, âne zwîvel der becher
verzige und vergæze aller sîner natûre, und îtelkeit trüege in ûf biz an den himel
Eckh
5: 30,7.
5: 32,8;
Tauler
305,24.
– jmdn. in ~ (ver-)lâʒen
‘leer ausgehen lassen’ zur Übers. von lat. dimittere inanem
(vgl. Lc 1,53. 20,10f.):
und di hungerigen hât her irfullit mit gûten und di rîchen gelâzin in
îtelkeit EvBeh
Lc 1,53;
EvAug
125,16;
do sazte er noch zv ainen andern chneht ze senden. aber
disn slvgen si avch also. vnd taten in hin mit smacheit vnd verliezen in in
eitelkeit ebd.
191,25.
191,23
2
‘Nichtigkeit’, christl. wertend für Vergängliches, weltliche Freuden:
es ist eitelchait aller eitelchait vnd alle ding sind eitelchait [
vanitas vanitatum omnia vanitas Ecl 1,2] . das ist: alle
ding sind zergënkchleich vnd vnstët SchlierbAT (LS)
1,141.
1,146;
VAlex
23;
vil gar virliezen sie do / unnutze wort und itelkeit
[belangloses, leeres Geschwätz]
Vät
2441
u.ö.;
di bat si ummer mere / mit druwelicher lere, / daz si nach ir bescheidenheit /
uf geben uppege idelkeit Elis
2028.
2038;
der [der beten will] sol den
rúggen haben gekert allen zitlichen und usserlichen dingen und
[...] von aller italkeit, es si kleider oder kleinoͤter
Tauler
154,30;
BrHoh
43;
Pass I/II (HSW)
18041;
Mechth
3: 21,59.
4: 18,45.
–
wërltliche/ der wërlde ~
:
die weltliche italkeit der herzen mit aller affechtiger
gelust an allem dem das creatúrlich ist Tauler
235,6;
Vät
41472;
prufet ouch sinen zuchtigin kuschin mut, daz her siner fridelin nicht
ensante sulch kleinote daz si zu wildekeit unde diser werlde itelkeit gereizen
mochte Köditz
27,18;
HvNstVis
275;
Vät
32802.
– Hinwendung zu Nichtigkeiten:
der geistlîche ernst gêt den mittern wec zwischen der îtelkeit unde der
ungeordenten trûrikeit unde haltet daz herze in andâht gên gote
DvASchr
319,10;
ob sî [angehende Ordensbrüder]
des niht entêten [das Glaubensbekenntnis und das Vaterunser
lernen] unde daz durch ir îtelkeit versûmeten [
si vero addiscere neglexerint
] , sô sulen sie bûzen mit drîn tagen StatDtOrd
61,24;
Mechth
5: 19,5;
HlReg
15,1;
Tauler
221,35
3
‘Vergeblichkeit, Wirkungslosigkeit’
ditz volck eret mich mit den
lebsen [Lippen] . aber ir herze ist verre von mir. aber
in eitelckeit so übent [verehren] si mich [
in vanum autem me colunt Mc 7,7] si lerent lervnge vnd
gepote di menschen. wan si lazzent di gepot gotes. vnd haltent di gesetzvnge der
menschen EvAug
93,11
MWB 3,1 21,6; Bearbeiter: Richter
îtellich
Adj. , -lîche
Adv.
adv. auch -lichen.
‘nichtig’
1
‘bedeutungslos, vergänglich’ (nicht an christlichen Werten ausgerichtet) 2
‘vergeblich, wirkungslos’
1
‘bedeutungslos, vergänglich’ (nicht an christlichen Werten
ausgerichtet):
an die gotes ere / hiez er mit steter liebe in varn / und
vlizeclichen sich bewarn / vor itelichen eren Vät
5687;
TvKulm
4079;
in rechter eynvalt innenclich, / mit demut und nicht ytelich
Hiob
5012;
di bosen, unholden / [...]
itellichen als der wint / gar sichtelich sich ab strichen / und von gote hin dan
wichen ebd.
12946;
Mechth
6: 12,13;
Pass I/II (HSW)
14794.
–
‘leichtfertig’
ob er von uns hat vernumen / ein gebot daz itelich
entgat, / daz heltet sines herzen rat / volkumelich vor ein gebot, / als ob ez
in selbe hieze got Vät
2821;
daz imant gotis namen unnutzlichen adir itellichen in sinen munt neme adir
keine snode wort spreche Köditz
20,14.
–
~
wort:
der meister sine wort entpfie / als vur iteliche wort, / swaz er der hete
alda gehort Pass I/II (HSW)
5111;
schimpf und iteliche wort Pass III
7,45;
unnutz unde iteliche wort Vät
25245
2
‘vergeblich, wirkungslos’
ein kung ane kungrich / der hat den namen itelich PfzdHech
351,17;
in deme ist godis gnade itilliche di icht me bekennit oder minnit dan got, daz
he nicht bekennit oder minnit durch got Parad
32,38;
und îtelîchen ûbin [verehren] si mich [
in vanum autem me colunt
] lêrinde di lêre und gebîtende di gebot der lûte EvBeh
Mc 7,7
MWB 3,1 21,61; Bearbeiter: Richter
îtellîcheit
stF.
‘Nichtigkeit’, christl. wertend für vergängliche Dinge, weltliche Freuden und
die Hinwendung zu diesen (s.a.
îtelkeit
):
‘vanitatum vanitas / et omnia vanitas.’ / daz quît: iz ist
alliz ein îtelicheit, / daz di sunne umbegeit SAlex
25;
die vogele bezeichen die hohmutigen die da vliegen mit den vluͦgelen des
ruͦmes vnd der ytelicheit PrLpz (L)
56,34;
wane ir sit irlost von gotis genaden. so sult ir im singen nvͦwen sang
[...] iz ist ein vngelich sang den man singit zv tanze
durch itelicheit ebd.
135,7
MWB 3,1 22,25; Bearbeiter: Richter
îtelmachærinne, -mecherinne
stF.
Frau, die Männer verführt:
îtelmecherinne [...] machent manigez îtel aller der
liebe, die ez ze gote unde ze sîner sêle haben solte PrBerth
1:337,22;
daz sint meide îtelmecherinne, die sich pflanzent [schön
machen] alle zît, wie sie einen dar zuo bringen, daz er aller
sîner sinne nâch ir vergezze, unde machent es [...] mit
rede, mit gebærde, mit gewande, mit tanzen unde mit sô getâner îtelkeit ebd.
1:337,25.
1:176,10
u.ö.
MWB 3,1 22,36; Bearbeiter: Richter
îtelschaft
stF.
‘Nichtiges, Nichtigkeit’
der welte gnâde ist trügenhaft, / ir schœne zierde ein îtelschaft, / ir
vinster lieht nicht liuhtet Tougenhort
678
MWB 3,1 22,46; Bearbeiter: Richter
îtelsîn
stN. (?)
→
îtel
Adj. 1.3.1
MWB 3,1 22,50;
îtelunge
stF.
‘Nichtiges, Nichtigkeit’
wan Job sine hoffenunge / nicht wante zu der ytelunge / noch
zu werltlichem gelucke Hiob
7606
MWB 3,1 22,51; Bearbeiter: Richter
iteniuwe
Adj.
‘wieder neu, ganz neu’
nu sult ir horen sunderbar / itniweu mære Rab
522,5;
an dem vierden morgen ze hove si dô riten. / iteniuwiu kleider, ze wunsche wol
gesniten, / truogen an die geste Kudr
430,2;
ein iteniuwez herzenleit Neidh
WL 32:5,12;
ietweder lant verdarp / von der itniwen hêrschaft
Ottok
12013;
Mai
176,6;
TrudHL
90,3.
– subst.:
du mowis mich allen disen tac / mit itenuwim mere / dan du ie
getatis herre Roth
2135.
–
‘immer neu’
er kunde geben guote ræte, / er was bescheiden unde stæte, / an rehten dingen
iteniuwe, / er was gescheffec unde getriuwe LvRegFr
3196;
swenne under vriunden geschiht / dekeiner slahte zornelîn, /
sô ist triuwe ie dâ diu süenærîn, / vrisch und iteniuwe Tr
13071.
–
‘wechselhaft, unbeständig’
sîn zuht diu was manicvalt, / er was stæte, er was getriu, / den vriunden
sleht [schlicht, aufrichtig] , niht iteniu
UvLFrd
9,2;
zwiu welt ir, daz siz tæte [dass Frau Minne das tun
sollte] , / daz si Tristanden nôte / zweier hande ŷsôte? / ez
schuof ir untriuwe; / si ist gerne iht niuwe [La. iteniwe
]
UvTürhTr
242
MWB 3,1 22,54; Bearbeiter: Richter
iteniuwe
stF.
‘Unbeständigkeit’
sust kan ez [
spil
] alle untugent suchen, / saumen und stete iteneuwe, / argwan und
afterreuwe Jüngl
327
MWB 3,1 23,12; Bearbeiter: Richter
iteniuwen
swV.
‘etw./ jmdn. (sich) erneuern, wieder neu machen’
iargelich iteniwet er [die
Schlange] sich unde lât sîne alte hût Spec
101,10;
sich iteniuwete sîn kraft UvZLanz
2587;
MillPhys
130,1;
Tund
1026;
Rol
1900;
dô muost er im
iteniwen [wiederholen] , /
[...], / alle die geschiht mit rede, / diu dem von
Brezlâ was geschehen Ottok
22203;
swaz man in solde machen sleht, / an ir gewonheit und ir reht
/ bezzern unde iteniwen ebd.
14251;
Wernh
D 2696;
SüklV
410.
– bezogen auf die Erneuerung des Menschen durch das Erlösungshandeln
Gottes:
also er [Gott] uns vor worhte, /
wil er unsich iteniuwen AvaLJ
211,3;
von sinen veterlichen triwen / er
[Christus] wolte vns itenewen Wernh
A 4576.
2724;
TrudHL
45,12;
daz [Abendmahl] sal itenuwe / mit geistlicheme
gebuwe / alle tage di cristenheit Glaub
1049;
PrLeys
15,30;
MillPhys
136,2
MWB 3,1 23,15; Bearbeiter: Richter
iteren
swV.
hier ittern.
‘etw. wiederholen’
von erst doch Helyu so vort / ittert hy etteliche wort / dy
Job da vor gesprochen hat Hiob
12184;
dorumme daz got czeymal spricht, / er ittert anderweide nicht
ebd.
12406.
12400
MWB 3,1 23,33; Bearbeiter: Richter
iterücken, iterucken
swV.
auch mit ge- präfigiert (
BdN
115,22
), nasalisiert intrucken (
DvAStaff
136
).
‘(etw.) wiederkäuen’ (vgl.
itekouwen
):
in den vodern [Magen] legent si daz
ezzen des êrsten unz ez dar inn derwaicht, sô nement si ez dann her wider und kewent
ez dann anderwaid, und daz haizt ydrucken BdN
13,31
u.ö. (auch subst.);
diu rechgaiz ist ain rainę uehe
[Tier] , wande si wahsiu ougen hât unde gespaltene
uuͦze hât unde iteruͦcket ir phruͦndę TrudHL
112,17;
dâ von gebôt unser herre in der alten ê, swaz vihes niht idrokete, daz ez
unreine wære PrAlbLesem
236;
RvEWchr
12866;
HeslApk
8429.
– übertr.:
die salmen er iteruchte, / als daz fuoter tuot daz vihe Serv
3274;
hie zwischent sol si dv́ gottis wort kv́wen vnde in trvken mit
deme gebette vnd svͤzzekeit dar vs mit arbeiten svgen DvAStaff
136;
TrudHL
112,22
MWB 3,1 23,38; Bearbeiter: Richter
iteslich
Indef.-Pron., Pron.-Adj.
→
ieteslich
MWB 3,1 23,56;
itewîʒ, itewîʒe
stMFN.
auch ede- (
BrEb
7;
PrHess
37,212
); selten im Pl. (
PrOberalt
73,5
); eindeutige Neutra nur als Übers. von lat. opprobium (
PsWindb
14,3;
PsTr
38,14.
43,14.
77,72
).
1
‘Tadel, Vorwurf; Schmähung, Spott’
1.1 allg. 1.2
âne / vrî vor
‘tadellos, makellos’
1.3 von (körperlicher) Misshandlung ‘Leid, Qual’
2
‘Schmach, Schande’
1
‘Tadel, Vorwurf; Schmähung, Spott’
1.1
allg.:
ir red ist fluͦchen, itwis SHort
883;
dú itewize muͤste gan / mit murmil in ir leide / uber
die gebroder beide / [...] / si leitin gar die schulde
uf sie RvEWchr
14111;
zehant sy [meine Zunge] vil
sere viel / in fluechen und in schelten; / mit itwicze begunt sy gelten / vil
ungezogenleichen / und gar uncheuschleichen HvBurg
3858;
die juden cherten allen irn fleiz / an spot unt an itwiͤz
GvJudenb
1914;
KvHeimUrst
1255;
Tr
1491.
14119;
mahtû der menscheit iht gefrumen / âne der gotheit idewiz
[ohne, dass Gott dir etwas zum Vorwurf machen
könnte] , / – an dem deil dich niht vergiz – / sô sal iz allez
vollengân Erlös
747
1.2
âne/ vrî vor
~
‘tadellos, makellos’
diu nase was wol geschicket, / [...] / die zene
gar âne itewîz, / schœner dan ein helfenbein Flore (P)
6900;
dü süsse fruchtt [gemeint ist eine
Dame] on iettwisz, / an die gott laitt sinen fliss
GTroj
8721;
ûz in allen / ist er erwelt ân itewîz LvRegSyon
1929;
PrHess
37,212;
SM:UvS
28: 3,12
=
RvZw
211,12.
–
div maget w̌hse mit eren / an aller slahte itewîz
Wernh
D 1105;
im wart gar rîche zûberiht / ein karrotsche, dar in
ein kuniclich siz / âne armût itewîz, / als ez sîner wirde zam
Kreuzf
6518.
–
dâ saz frou Scham diu reine fruht / frî vor itewîze, /
von der man seit daz ir genuht / für alle tugende glîze
KvWKlage
11,2
1.3
von (körperlicher) Misshandlung ‘Leid, Qual’
dô tet er ir mit flîze / manig itwîze, / des laides
nedûht in niht genuoch: / mit der vûste er si in den munt sluoch, / daz sie
niene mahte sprechen Kchr
12336;
wie sy grosse iettwisz / von hertten schlegen hett
gedoltt GTroj
12736
2
‘Schmach, Schande’
sin [Christi] dot nam uns von
itwiz, / sin sterben waz der helle biz HvNstGZ
1951;
die drye frowen und Paris / sachend der ritter ietwise
GTroj
8338;
sô chumt uns dû gotes chraft / [...] / unde genimt
den itewîz von sînem namen, / daz wir unsich sîn nîmer geschamen JJud
931;
WvRh
192;
HeslApk
5054.
– von Personen:
bezzer ist, daz wir got in der vanchnusse dînen / danne wir daz leben vor
durste verlîsen / unde wir ein itewîz werden / allem dem daz lebet ûf erden / sô
wir unserû chint vor unsern ougen sehen sterben! JJud
889;
jch bin ein worm vnd nit ein mensche, edwiz der lude [
obprobrium hominum Ps 21,7] vnd verwurfnisse des
volkes BrEb
7;
ich bin ein wurm, ein mensche niht, / ein itwîz menschen
gesiht RvEBarl
2854.
– im Zusammenhang mit dem Sündenfall:
ich nu muoze schrîben / von ir
[Maria] diu allen wîben / den [La.
die
] itewîz hât benomen, / daz der tôt was bechomen / von dem êrsten
wîbe [Eva] in die werlt Wernh
9;
daz her [Adam] beiz den biz; /
der wart ein ewic itewiz / al menschlichem kunne HeslApk
1702
u.ö.;
Renner
185
MWB 3,1 23,57; Bearbeiter: Richter
itewîʒære
stM.
‘Schmäher, Tadler, Lästerer’
der des [von der Schande eines
anderen] rede wolde han, / daz vil ubile wære getan, / daz im vil
liep wære, / daz man daz verbære, / daz man da von wante / unde niene in schante. /
von diu sint die itwizzære / got vil unmære VRechte
295
MWB 3,1 24,53; Bearbeiter: Richter
itewîʒen
swV.
auch iht- (
MvHeilFr
18
).
1
‘kritisieren, tadeln’
1.1 meist mit Dat. ‘jmdm. einen Vorwurf, Vorhaltungen machen’
1.2 mit Akk.d.P. ‘jmdn. tadeln, schelten’
1.3 subst. 2
‘spotten, lästern’ mit Dat.d.P.
1
‘kritisieren, tadeln’
1.1
meist mit Dat. ‘jmdm. einen Vorwurf, Vorhaltungen machen’
wê im dem er [Gott] itwîzzet: /
‘sîn hant des mit mir izzet / diu ist diu mich verchouffen wil’!
Priesterl
355;
uber maze itwizten si der sele min [interl. zu super
vacue exprobraverunt animam meam
]
PsM
34,7.
68,10.
– hier mit Dat.d.S. (stat metonymisch für ihre
Einwohner):
do begvnnd Ihesus itweizzen den steten [
coepit exprobrare civitatibus Mt 11,20]
EvAug
23,22.
– mit Dat.d.P. und mit Akk.d.S. ‘jmdm. etw. vorwerfen’
allez daz er hêt getân / daz itwîzt er dem blinden man
Helmbr
1798;
er itewizte die geschiht / dén vroͮwen an der selben
stunt RvEWchr
8563;
do erschein er sinen hiligen jungern und straffet si
und itweist in die hert ir hertzen PrOberalt
105,14;
Kudr
331,2;
EvAug
117,8.
– mit abh. Satz:
dem hiez er itwîzen, / daz er sich niht wolt flîzen
/ sînen willen begân Ottok
42287;
da sant er Petrum zu ir: dem itweizt sie, er het unsers herren
dristunt verlaugent, daz het sie nie getan EbnerChrist
11,15;
Wernh
A 4188;
Bit
12505
1.2
mit Akk.d.P. ‘jmdn. tadeln, schelten’
do si got [Subj.] itewizte
also, / gahten si und wurfen do / ir abgot unwerdecliche hin
RvEWchr
19384.
23714
1.3
subst.:
itewîzen, fluochen, smêhen, / valschez rûnen, dieplich spehen, /
[...] / sint des nîdes spiezslîfêre, / aller
untugende nâchgrîfêre Renner
14165;
nu müeze got erbarmen deich ie gewan den sun, / dem man
daz itewîzen sol nâch den zîten tuon, / daz sîne mâge iemen mortlîche hân
erslagen NibB
995,2;
Ottok
42028;
BFrau
505;
Pass I/II (HSW)
40269
2
‘spotten, lästern’ mit Dat.d.P.:
itwizent mir [interl. zu exprobraverunt mihi
] die da muͦent mih uiande mine. so si sprechent ze mir alle tage. wa
ist got din PsM
41,11
MWB 3,1 24,59; Bearbeiter: Richter
itewîʒicheit
stF.
‘Verspottung, Verhöhnung’
du sette uns ein ittewize nahwedegen [l. nahwendige,
‘Benachbarte’
] unseren, ein ittewizecheit unde einen spot den [interl.
zu subsannationem et derisum his
] , die da in deme umbegange unsermo sint PsTr
43,14
MWB 3,1 25,32; Bearbeiter: Richter
itlich
Indef.-Pron., Pron.-Adj.
→
ieteslich
MWB 3,1 25,38;
itrucken
swV.
→
iterücken
MWB 3,1 25,39;
itslich
Indef.-Pron., Pron.-Adj.
→
ieteslich
MWB 3,1 25,40;
ittern
swV.
→
iteren
MWB 3,1 25,41;
itwæge
stN.
‘Flut, wogende Wassermenge’
der himele hât besezzen, / gewegen unt gemezzen / abgrunde unt itwæge
KvFuss
1007;
er sach in dem itewæge [Hs. itwæge
] / diu schef snurren enzwæi Serv
3250
MWB 3,1 25,42; Bearbeiter: Richter
itweder
Indef.-Pron., Pron.-Adj.
→
ietwëder
MWB 3,1 25,47;
itwinde
swF.
hier et-.
‘Strudel, Wasserwirbel’
vil wazzer tropphen cleine / durch holern herte steyne. /
vlute und etwinden breit / verzeren der erden stetykeit Hiob
5713;
das wazzer hat mich ummerynget, und alle dine etwinden und
vlute haben ubir mich gegangen Cranc
Jon 2,4
MWB 3,1 25,48; Bearbeiter: Richter |