în eiden
swV.
‘durch Eid rechtskräftig machen, beschwören’ (DRW 2,1374):
auch han ich [...] die hernach geschriben guͦt, die min reht eygen sin, [...] dem selben herren byschof Otten vnd sinem stift vf geben geeygent vnd in geeydet reht vnd redlichen UrkWürzb
40,523
(a. 1343)
MWB 2 1886,1; Bearbeiterin: Baumgarte
ineider
stN.
→
inædere
MWB 2 1886,7;
inein
Adv.
→
enein
MWB 2 1886,8;
în eischen
V.
1
‘um Einlass bitten’ (vgl. 2 DWB 7,724) 2
‘jmdn. vorladen’ (vgl.
eischen
2 ) 3
‘Geld einfordern’
1
‘um Einlass bitten’ (vgl. 2DWB 7,724):
da von heischet Cristus in / clopende des herzen tor. / vruntlich sprechet er da vor: / ‘tu mir uf, [...].’ Daniel
3220
2
‘jmdn. vorladen’ (vgl.
eischen
2):
zume neisten dinge kume der vorderer unde volge siner klage unde laze den man aber ineischen umme sines vrundes wunden StRFreiberg
154,14.
– mit Dat.d.P. (?, eischen i.d.R. tr.):
in einem pantaydink [d.i. banteidinc, eine gebotene Gerichtsversammlung] heiset man eynem [l. eynen?] man czu eynem mal yn, vnd verteilt in seczehant daselbst, den man czu ander czeit drey gericht mus inhayschen SchöffIglau
65
3
‘Geld einfordern’
man sal in so darzu halden, das er geb mit phenden oder mit einheisschen, oder er rechen ab StRPrag
93
MWB 2 1886,9; Bearbeiterin: Baumgarte
inelende, inellende
stN.
→
ellende
MWB 2 1886,25;
în enthalten (?)
stV.
‘(in etw.) inneren Halt, Rückhalt suchen’ (vgl. enthalten 3.1):
aber die heidenen die hettent enkeinen enhalt [Halt] daruf sú buwetent, denne uf gottes gnode bloͤslichen in sine barmherzikeit. sich, in der wisen sol ouch dine uͤbunge sin, daz du dich [genauso wie die Heiden] nút in enthaltest denne uf der blossen gnoden und barmhertzikeit gottes Tauler
64,17
(vgl. genade 2.2, ûf enthalten)
MWB 2 1886,26; Bearbeiterin: Baumgarte
în entw-
→
în antw-
MWB 2 1886,35;
inerbarmen
swV.
→
enterbarmen
MWB 2 1886,36;
în erben
swV.
→
merwen
MWB 2 1886,37;
în erbilden
swV.
‘in sich ein Abbild schaffen, sich einprägen’ (vgl.
în bilden
):
dâ muoz ze dem êrsten ein anegedenken und ein merklich înerbilden zuo gehœren, als dem schuoler ze der kunst [wie der Schreiben lernende Schüler sich die Buchstaben einprägen muss]
Eckh
5: 209,3
MWB 2 1886,38; Bearbeiterin: Baumgarte
în erkêren
swV.
‘innere Einkehr halten (zum Seelengrund)’ (refl.):
welich mensche das doch nút zuͦ dem minsten einest an dem tage sich in erkert in den grunt, doch noch sime vermúgende, der enlebet nit also ein recht cristen mensche Tauler
26,25
MWB 2 1886,44; Bearbeiterin: Baumgarte
în erliuhten
swV.
‘jmdn./etw. (die Seele) innerlich erleuchten’ (durch göttliches Licht):
aber dâ ez [das Licht] ûzbrichet, daz ist verre bezzer und brichet durch in die sêle und machet sie glîch gote und gotvar, als ez mügelich ist, und înerliuhtet sie Eckh
2:124,8;
die engel, die alsô înerliuhtet sint und alsô glîch gote sint, die ziehent und sûgent got in sich ebd.
2:124,2
MWB 2 1886,50; Bearbeiterin: Baumgarte
înerliuhtunge
stF.
‘inneres Erleuchten (durch göttliches Licht)’
in der înerliuhtunge klimment sie [die Engel] über sich in götlîche glîchnisse. allez stânde gegen gote in götlîchem liehte, sô glîch, daz sie würkent götlich werk Eckh
2:123,6;
aber dâ ez [das Licht] ûzbrichet, daz ist verre bezzer und brichet durch in die sêle [des Menschen] und machet sie glîch gote und gotvar, als ez mügelich ist, und inerliuhtet sie. in der înerliuhtunge klimmet si [die Seele] über sich in dem götlîchen liehte ebd.
2:124,8
MWB 2 1886,58; Bearbeiterin: Baumgarte
în erquicken
swV.
‘(jmdm. wieder) Leben eingeben’ (hier mit doppeltem Akk.?):
do sprach daz kint [Jesus] : nu habe di craft, / ob du wilt, ganc da hin / und quicke [La. irquicke
] in [dem toten Nachbarn] sin leben în Pass I/II (HSW)
4562
MWB 2 1887,5; Bearbeiterin: Baumgarte
în erschînen (?)
stV.
‘erscheinen, sich zeigen’
do der zwenzigiste wit / irschein mit vier tagen in / an des ersten mandis schin [als der 24. Tag des 1. Monats erschien, Anm.z.St.] , / was ich bi eime vlieze [Strom]
Daniel
6577.
– wohl nicht hierher (wie im Glr.z.St.), sondern zu erschînen mit ein 1.2.3
‘allein’
mache uns kunt, kunic ho, / gesichte daz dir irschein / in dime slafe gar ein! / wir wellen ez beslichten, / uzlegen, dich berichten Daniel
619
MWB 2 1887,10; Bearbeiterin: Baumgarte
infelbære
Adj.
‘eine infele, eine Mitra tragend’
ich wæn, daz wol zem richen tempel stuͤnde, / und der ein erzebischof meister wære / und prelaten zwelfe, ich mein, mit krumben stäben infelbære JTit
Marlb. 21,4
MWB 2 1887,20; Bearbeiterin: Baumgarte
infele
stF.
auch imfel.
1
‘Kopfbedeckung eines Kardinals, Bischofs oder Abtes’ (aus lat. infula
‘Mitra’ ) 2 vermutlich zu der lat. Bed. von infula
‘Binde’ hier wohl ‘Stoffstreifen’ (vgl. Anm.z.St.)
1
‘Kopfbedeckung eines Kardinals, Bischofs oder Abtes’ (aus lat. infula
‘Mitra’):
infula: infel VocOpt
18.040;
nur die man infel tragen sach, / bischolf, ebt und cardinal, / der sach man dâ mit der zal / sehs und sehzic und hundert sterben Ottok
13524;
ouf seinem haubete sach man scheinen / ein imfel mit zwæin schiezen [Giebelwänden, hier: spitz zulaufende Front- und Rückenseiten]
Serv
581;
Marner
14,59;
Pass III
580,50;
UrkCorp (WMU)
788,11.
– auch als mitraförmiger Teil einer Kopfbedeckung:
sein [des Heidenpapsts aus Ninive] haubt trüg ain reyches klaid, / das stund im harte schone: / es was inderhalb ain krone [...] ain infell dar in getriben auff. / auff dem spitze was ain knauf der was ain liechter rubein HvNstAp
18192.
– übertr. für den Klerus, die kirchliche Macht:
ein infel unde ein krône die pflegent nû der kristenheit KLD: Kzl
2: 7,1.
3: 1,2;
geistlich gebærde unt vleischlich leben, / swâ diu zwei lûzent under infeln unt bî crumben steben, / dâ suoche ein wol versunnen keiser einen glîhsenære bî RvZw
141,5.
– auch für den christl. Glauben:
hievor lobt er der jüden rodel, / nu priset er der cristen buoch. / [...] für ein spitzez hüetelin / ein infel schœne und uzerwelt KvWGS
1419
2
vermutlich zu der lat. Bed. von infula
‘Binde’ hier wohl ‘Stoffstreifen’ (vgl. Anm.z.St.):
ein phel grúen als ein gras, / den man wol aus tausenten lass, / daraus infele was geschniten, / porten mit spelichen siten / ze dem halse und zu den hannden Dietr
1164
MWB 2 1887,25; Bearbeiterin: Baumgarte
infelhengel
stSubst. (Pl. ?)
die Bänder einer Mitra:
tenia: infelhenkel VocOpt
18.042
MWB 2 1887,56; Bearbeiterin: Baumgarte
infinieren
swV.
→
în formieren
MWB 2 1887,58;
infirmerîe
swF.
→
firmerîe
MWB 2 1887,59;
în formen
swV.
‘dem Wesen gemäß hineinformen’
swie du wilt, es [dieses Buch] riht! / ich tuͦn dir uf hertz und sin / und wil nit wan ain stimm sin / der in geformet und gelait / daz ist daz si denn fúrbaz trait SHort
4397
MWB 2 1887,60; Bearbeiterin: Baumgarte
informieren
swV.
‘einformen, im Inneren, im Wesen formen’ (aristotelischer Formbegriff; vgl.
în bilden
; vgl.
în conformieren
):
wir bitten mit allem himelschen her, wir sin gemanet mit dem goͤtlichen gebotte und dem goͤtlichen gesetzde informiert, das wir getúrren sprechen: ‘vatter unser’ Tauler
253,13;
ouch enwirt da [in dem ewigen Leben] dekein mittele nach dekeinen gestelnüssen der gotlicher wesunge informierende daz verstan [
similiter etiam non est ibi medium secundum, scilicet aliqua species essentiae divinae intellectum informans
]
ThvASu
324,9.
– hierher?
do gehoͤrt ein gros wunderlich flis zuͦ das der mensche sin meinunge wol bekenne; dar zuͦ gehoͤrt nacht und tag studieren und ymaginieren und sich selber visitieren [La. informieren; infinieren (?, in der verbrannten Straßburger Hs.)] und sehen was in tribe und bewege zuͦ allen sinen werken Tauler
260,15
MWB 2 1888,1; Bearbeiterin: Baumgarte
înformunge
stF.
‘Eingestaltung, die Formung/ Prägung des Wesens (der Seele)’ (vgl.
înbildunge
):
und gæbe got der sêle ein nâtiurlich lieht, das tûseng stunt glanzer wære denne das lieht der glôrie, doch enmöhte si gotes wesen dar inne niht beschouwen; want das schouwen wirt vollenbrâht in eime unsprechlîchen übernâtiurlîchen anrüerende oder in einem entsinkende des wesendes gotlîcher formen âne mittel in die sêle. diu himelsche înformunge mag ir hi niht geschehen âne mittel PrEkkewint
228
MWB 2 1888,19; Bearbeiterin: Baumgarte
in|g-
s.a. eng-
MWB 2 1888,30;
în gaffen
swV.
→
în kapfen
MWB 2 1888,31; |